Konkret bedeutet positive Übung z.B. Reinigen der Umgebung bei Erbrechen, Waschen der Hände bei Handbeissen, kontinuierliches Üben des Toilettengangs bei Einnässen usw. Allerdings gab es auch Extremformen wie das Zähneputzen mit einer antiseptischen Lösung beim „mouthing“ (Gegenstände oder eigene Teile des Körpers an den Mund bringen).
Sensorische Löschung
Durch geeignete Vorrichtungen werden die sensorischen Konsequenzen des stereotypen Verhaltens verhindert. Dadurch schwindet der Anreiz, dieses Verhalten weiterhin auszuführen.
Übungen („Exercises“)
Unangenehme und anstrengende Aufgaben (z.B. erzwungenes Laufen) werden kontingent als Strafe eingesetzt, sobald der Proband Problemverhalten zeigt. è Ähnlichkeit mit der zweiten Phase der Überkorrektur; die Übungen haben aber keinen direkten Zusammenhang mit dem Fehlverhalten bzw. mit dem erwünschten Verhalten.
Ausschluß („time-out“)
Räumlicher oder sozialer Ausschluß kann bei Stereotypien und SVV gute Erfolge zeigen. Allerdings kann Ausschluß auch verstärkend wirken.
Aufbau alternativer Verhaltensweisen
Differentielle Verstärkung anderer Verhaltensweisen (DRO) [DRO=differential reinforcement of other behavior]
Andere Verhaltensweisen sollen gefördert werden. Aus dem Verhaltensrepertoire des Klienten werden Zielverhaltensweisen ausgewählt und durch eßbare, sensorische oder soziale Verstärker belohnt. è Während bestimmter geforderter Tätigkeiten wird jede angemessene Verhaltensweise belohnt (auch mit Münzverstärkung). In Kombination mit Überkorrektur ließen sich gute Erfolge nachweisen. Im Vergleich zu aversiven Methoden wirkt DRO langsamer, aber länger anhaltend (NOLLEY et al. 1982)
Differentielle Verstärkung alternativer Verhaltensweisen (DRA)
Im Gegensatz zu DRO werden nur situationsangepaßte und erzieherisch erwünschte Verhaltensweisen verstärkt.
Differentielle Verstärkung inkompatibler Verhaltensweisen (DRI)
Während die alternativen Verhaltensweisen bei der Methode des DRO durchaus physisch kompatibel mit den SVV und den Stereotypien sind, werden bei der DRI nur solche Verhaltensweisen gefördert, die von der Bewegung her mit dem Problemverhalten unvereinbar sind. Beispiel: Kaugummikauen bei Pica.
Interventionsmöglichkeiten durch die Veränderung nachfolgender Bedingungen (nach SCHROEDER et al. 1990, S. 163)
Veränderung vorausgehender Bedingungen
Gestaltung räumlicher Bedingungen Strukturierung von Alltagssituationen (Spiel-) Materialien positive Interaktion Aufgabenstellung verändern Hilfestellungen Körperliche Aktivierung Förderung des Medizinische
Sensorische Stimulation Kontrolle auslösender Reize
Möglichkeiten der therapeutischen Beeinflussung
Arbeit zitieren:
Anke Arnold, 2000, Methoden der Verhaltenstherapie bei Menschen mit geistiger Behinderung, München, GRIN Verlag GmbH
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