1.Lebenslauf
Dostojewskij wurde am 11.11.1821 als Sohn eines Militärarztes in Moskau geboren. Er litt schon während seiner Kindheit an epileptischen Anfällen, was auch ein Grund für seine düstere Erzählweise in seinen Romanen ist. Mit 17 Jahren trat er in die Militäringenieurschule in Sankt Petersburg ein, beendet diese Ausbildung aber frühzeitig und arbeitete ab 1844 als freier Schriftsteller. Dostojewskij starb am 9.2.1881 in Sankt Petersburg.
Er schrieb mehrere Romane, z.B. die Brüder Karamasow, der Idiot, oder auch Schuld und Sühne.
2.Inhaltsangabe
Bereits am Anfang des Buches wird der Leser mit den Plänen der Hauptfigur, des ehemaligen Studenten Rodion Romanowitsch Raskolnikow, konfrontiert. Er begibt sich in die Wohnung seines späteren Opfers, der alten Pfandleiherin Aljona Iwanowna, um sich mit der Umgebung vertraut zu machen. Wieder in seiner Wohnung, liest er einen Brief seiner Mutter Pulcheria Alexandrowna. Sie unterrichtet ihn von den Heiratsplänen ihrer Tochter, und Raskolnikows Schwester, Awdotja Romanowna, womit Rodion allerdings nicht einverstanden ist. In der darauffolgenden Nacht hat er einen Traum, in dem ein Mann sein Pferd mit einem Beil erschlägt. Das ist ein Hinweis darauf, dass er seine Tat eigentlich gar nicht ausführen will. Als er jedoch am nächsten Tag erfährt, dass Aljonas Schwester Lisaweta nicht zu Hause ist, entschließt er sich dennoch dazu. Nach kurzen Vorbereitungen begibt er sich in ihre Wohnung und erschlägt sie. Da er aber zu lange braucht, kommt überraschend Lisaweta nach Hause. Um die Zeugin zu beseitigen, muss er auch diese noch töten. Nach diesem Doppelmord flieht er aus dem Haus. Um einer Entdeckung zu entgehen, versteckt er sich dabei kurzzeitig in einer lehrstehenden Wohnung im selben Gebäude. Die Gegenstände, die er aus der Wohnung der Pfandleiherin mitgenommen hatte, versteckte er zuerst in seinem Zimmer, als aber die Angst vor einer Entdeckung der Gegenstände und damit der Beweise dass er der Täter war immer größer wird, beschließt er die Sachen woanders zu verstecken und legt sie deshalb in einem fremden Hof unter einen Stein.
Der psychische Druck der sich wegen der Tat bei ihm aufgebaut hat, verursacht eine Krankheit, die sich in Fieberdelirien und Halluzinationen auswirkt. Während dieser Krankheit wird er von seinem Freund Dmitrij Prokofjitsch Rasumichin und dem Arzt Sosimow gepflegt, die ihn auch immer wieder über den Stand der Ermittlungen informieren, wobei sie sein Interesse am Mord feststellen. Etwa zu dieser Zeit erhält er auch eine Vorladung und muss zur Polizei gehen. Seine anfänglichen Befürchtungen bestätigen sich nicht, er muss nicht wegen dem Mord, sondern wegen Schulden bei seiner Hauswirtin erscheinen. Auf dem Revier wird gerade von dem Mord gesprochen, als Raskolnikow in Ohnmacht fällt, was ihn als Verdächtigen erscheinen lässt.
Als es ihm wieder einigermaßen besser geht, trifft er auf seinen Spaziergängen den Schriftführer des Polizeireviers Alexander Grigorjewitsch Sametow. Er diskutiert mit ihm über Verbrechen und die dabei möglichen Vorgehensweisen. Als er sich anschließend wieder in Aljonas Wohnung begibt, hat er so ziemlich zum ersten Mal den Plan zur Polizei zu gehen und die Tat zu gestehen. Am Tag darauf treffen seine Mutter und seine Schwester in der Stadt ein, um den Verlobten von Awdotja, Pjotr Petrowitsch Luschin, zu treffen. Nach einem Brief Luschins fordert Raskolnikow seine Schwester auf, sich zwischen ihm und ihrem Verlobten zu entscheiden. Kurze Zeit später geht Raskolnikow zu Porfirij Petrowitsch, um ihn zu fragen, ob er die Uhr seines Vaters, die er bei Aljona versetzt hatte, wiederbekommen könnte, was natürlich scheinbar ausschließt, dass er der Täter ist. Bei dieser Gelegenheit diskutieren sie auch über einen Artikel den Raskolnikow einmal geschrieben hat, in dem es um seine Übermenschentheorie geht.
Auf dem Heimweg wird Rodion von einem Mann angesprochen, der ihn als Mörder bezeichnet und scheinbar bescheid weiß. Daraufhin geht er zu Sonja, einer Prostituierten, die er auf der Beerdigung eines Freundes kennen gelernt hat, und plant, ihr die ganze Geschichte zu erzählen, wobei sie allerdings belauscht werden. Am nächsten Tag geht er wieder zu Porfirij, um einen formellen Antrag wegen seiner Uhr zu stellen. Als er kurz davor ist, die Wahrheit zu sagen, kommt ein Mann ins Zimmer und gesteht die Tat. Am Abend dieses Tages geht er wieder zu Sonja und macht sein Vorhaben war und erzählt und erklärt ihr die Gründe seiner Tat. Sie rät ihm, dass er sich stellen soll und dabei bemerkt er ihre Liebe zu ihm. Wieder zu Hause, macht sich Raskolnikow Gedanken, wie weit die Polizei in ihren Ermittlungen wirklich ist und wird dabei von Porfirij überrascht. Dieser entschuldigt sich zuerst scheinbar wegen der früheren Unterhaltung, nur um Rodion dann direkt zu sagen, dass er ihn für den Mörder hält und rät ihm ebenfalls, sich zu stellen. Als auch Awdotja die Wahrheit erfährt, entschließt sich Rodion, doch zur Polizei zu gehen und zu gestehen, einerseits wegen seiner Schuldgefühle, andererseits aber auch, weil schon zu viele Leute davon wussten. Er wird daraufhin zu acht Jahren Zwangsarbeit in einem Arbeitslager in Sibirien verurteilt, wohin ihn Sonja auch begleitet. In dieser Zeit stirbt seine Mutter, außerdem heiraten seine Schwester und Rasumichin. Ebenfalls im Arbeitslager entdeckt er seine eigene Liebe zu Sonja, was ihm seine restliche Zeit dort erträglicher werden lässt.
3. Erzählweise
Das Buch ist ein philosophischer Roman, in dem beinahe jede Figur ein Vertreter einer bestimmten philosophischen Idee ist. Ein Beispiel dafür ist Lebesjatnikow, der seinem Untermieter Luschin seine Überzeugungen darlegt, sowie Raskolnikow, als auch Projirij, der seine Verbrechen auch nach einer philosophischen Idee aufklärt, die er sogar persönlich Raskolnikow erklärt. Diese verschieden Überzeugungen werden in vielen Dialogen (sicher ungefähr 90% des Romans bestehen aus Dialogen) verdeutlicht. Selbst wenn ein Dialog in einen Monolog umschlägt, wird nach dem selben Muster verfahren, indem sich der Sprecher die Fragen einfach selbst stellt. Auf diese Weise kommt es nur sehr selten vor, dass sich der Erzähler einschalten muss. Welchen Einfluss diese philosophischen Ideen auf eine Figur im Roman haben kann, zeigt Raskolnikow am deutlichsten. Er begeht seinen Mord fast ausschließlich aufgrund seiner Überzeugung, dass ein höherwertiger Mensch, sozusagen ein Übermensch, das Recht hat, andere Menschen zu beseitigen, also zu töten, um sein Ziel zu erreichen. Sein großes Vorbild dafür war Napoleon. Da sich Raskolnikow selbst als einen solchen Übermenschen sieht, glaubt er, das Recht zu haben, Aljona zu töten, um damit sich selbst, seiner Familie und anderen armen Menschen zu helfen, und zwar mit dem Geld, von dem er sich erhofft, es erbeuten zu können. Außerdem werden in diesem Roman die Tradition und moderneres Gedankengut (jedenfalls für die damaligen Russen modern) gegenübergestellt. Dostojewskij verdeutlicht dies in der Wandlung des materialistisch denkenden Raskolnikow zu einem gläubigen Christen. Der Materialismus, also das Streben nach Besitztümern ist ebenfalls ein Grund für den Mord, den man ja auch als Raubmord bezeichnen kann, gewesen. Der Glaube an Gott entwickelt sich erst allmählich im Arbeitslager. Vorbild für diese Wandlung war Dostojewskij selbst, der diese Veränderung ebenfalls durchmachte und sie hier verarbeitet.
4. Gegenüberstellung der Romane ,,Effi Briest" und ,,Schuld und Sühne" Eine Gemeinsamkeit der beiden Romane wären die vielen Dialoge, die den Erzähler zeitweise in den Hintergrund treten lassen, er aber immer wieder aus dem Hintergrund Kommentare zur Handlung oder zu den Gedanken der Personen abgibt. Aber bereits in der Beschreibung der Taten ergibt sich der erste Unterschied. Fontane legt viel Wert darauf, die Umstände, die zu einer bestimmten Handlung führen, genau zu beschreiben, wobei die Tat dann selber nur beiläufig erwähnt oder nur in versteckten Hinweisen angedeutet wird, zum Beispiel das Duell oder der Ehebruch Effis. Dostojewskij dagegen beschreibt die Umstände etwas gröber, dafür aber die Taten und die Gedanken der Personen während der Taten umso genauer. Das Beispiel dafür ist der Mord an den beiden Frauen und die genauestens analysierte Gefühlslage Raskolnikows dabei.
Das sich befassen mit einer Schuld wegen einer begangenen Tat ist ein weiterer großer Unterschied zwischen den beiden Romanen. Effi ist die Tat an sich ziemlich egal, ihr tut es nur leid, dass sie erwischt wurde. Raskolnikow dagegen zerbricht fast an seiner Schuld und seinem Nachdenken darüber, woraus man den Begriff der Schuld für Raskolnikow und vielleicht auch für den Autor definieren kann: Man ist schuldig, wenn man sich nach einer Tat bewusst wird, dass man nicht zu dieser Gruppe von Übermenschen gehört, sondern ein genauso niedriger Mensch ist, wie alle anderen und dass man kein Recht zu dieser Tat hatte.
Arbeit zitieren:
Ramona Strobl, 2000, Dostojewskij, Fjodor M. - Schuld und Sühne, München, GRIN Verlag GmbH
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Der Roman 'Mertvye dui' als die Hymne der Literatur und Tragö...
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Dostojewski, Fjodor M. - Schuld und Sühne
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