Inhalt
Inhalt 2
Einleitung 3
Begriffserkl ärung 4
Techniktraining 4
Kinder / Kindheit. 5
Jugendlicher / Jugend 5
Darstellung der physiologischen, psychischen und motorischen Lern-
Voraussetzungen von Kindern und Jugendlichen 6
Physische Entwicklung 6
Psychische Entwicklung 7
Motorische Entwicklung (Bewegungslernen) 7
Techniktraining , eine ganzheitliche Betrachtung 8
Hauptaufgaben des Techniktrainings 9
Schritte des Techniktrainings (Vorgehensweise) 9
Informationsgestaltung als Grundlage motorischen Lernens 10
Besonderheiten bei Kindern und Jugendlichen. 11
Physische Besonderheiten. 11
Psychische Besonderheiten. 11
Motorische Besonderheiten 12
Techniktraining mit Kindern und Jugendlichen. 13
Ziele 13
Durchf ührung 13
Informationsgestaltung 14
Eigene Erfahrungen, Probleme und mögliche Lösungen 14
Eigene Erfahrungen. 14
Probleme und Lösungen. 15
Zusammenfassung. 16
Literatur 17
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Einleitung
Ein wesentlicher Teil des sportlichen Trainings ist das Erlernen und Anwenden sportlicher Techniken. Aus dem Verlangen nach sportlichen Höchstleistungen ergibt sich die Forderung, immer zeitiger mit dem Training - im besonderen dem technischen - zu beginnen. In den technisch-kompositorischen Sportarten trifft das gerade auf Kinder und Jugendliche zu. Ich erkläre im ersten Teil die Begriffe Techniktraining sowie Kindheit und Jugend unter trainingsrelevanter Sichtweise. Dann werde ich auf die psychologischen, physiologischen und motorischen Bedingungen von Kindern und Jugendlichen eingehen. Ich werde eine, auf für meine Arbeit wesentliche Punkte beschränkte, Zusammenfassung der zahlreich vorhanden Fachliteratur geben. Die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Techniktraining müssen genauso aus der Sicht von Kindern und Jugendlichen betrachtet werden wie die Durchführung des Trainings. Es sollen die signifikantesten Unterschiede des
Techniktrainings zwischen Kindern und Jugendlichen und Erwachsenen aufgezeigt werden. Da hier die Trainingswissenschaft generell noch in den Kinderschuhen steckt, beschränke ich mich auf die vorhandenen Erkenntnisse und meine eigenen Erfahrungen aus der Trainingspraxis kommen. Im letzten Teil möchte ich noch auf einige Probleme bei der Schaffung von Voraussetzungen, der Durchführung und Kontrolle des Techniktrainings und praktische Lösungsvorschläge eingehen.
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Begriffserklärung
Techniktraining
Das Wort Techniktraining enthält die beiden, für die Sportwissenschaft so wichtigen Begriffe Technik und Training. Jeder dieser Begriffe für sich hat einen übergeordneten Charakter. Bei meiner weiteren Betrachtung möchte ich mich auf folgende Definitionen stützen.
Die Definition des Trainings beschreibt also einen langfristigen Prozess bei dem Sportler und Trainer eine Rolle spielen. Die Technik beschreibt unabhängig vom Trainer oder Sportler Lösungen für
Bewegungsaufgaben. Die Lösung dieser Aufgaben müssen zwar vom Sportler unter der Anleitung des Trainers erfüllt werden, richten sich aber nach wissenschaftlichen Untersuchungsergebnissen in Form von Leitbildern, oder wie in einigen Sportarten an den durch die Wettkampfordnung beschriebenen Zielvorgaben. Dabei spielen neben der Trainingswissenschaft unter anderem die Biomechanik, Physiologie und Psychologie eine Rolle. In diesen komplexen Wechselwirkungen kann und darf man keine Sichtweise ausschließen.
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Aus der Zusammenfassung der beiden Definitionen ergibt sich:
In dieser Seminararbeit geht es vordringlich um die Besonderheiten bei Kindern und Jugendlichen. Da es verschiedene Auffassungen zu den Zeiträumen 1 der Ontogenese gibt, werde ich Beschreibungen für die von mir betrachteten Bereiche geben.
Kinder / Kindheit
Ausgehend von gesellschaftlichen Normen und den zumeist in Wettkämpfen differenzierten Altersgrenzen, wird der Zeitraum der Geburt bis zum 14. Lebensjahr als Kindheit bezeichnet. Wenn psychologische Entwicklung oder das biologische Alter hiervon abweichen, hat dies Auswirkungen auf das Training. Eine allgemeine muss dann durch eine individuelle Beschreibung ersetzt werden. Wesentliches Kennzeichen der Kindheit sind die Veränderung von Körperbau, Organsystemen sowie psychischer Merkmale, welche einen entscheidenden Einfluss auf das Techniktraining haben. Die Kindheit ist ein Zeitraum der freien Entwicklung und Entfaltung eines Individuums und somit im besonderen Maße Fürsorgepflichtig unter der Verantwortung der Erwachsen.
Jugendlicher / Jugend
Obwohl der Zeitraum der Jugend wesentlich kürzer ist - von der Kindheit bis zum Erwachsenen (18. Lebensjahr), finden doch bedeutende Veränderungen im und am Menschen statt. Jugendliche bewegen sich kritisch in Ihrer Umwelt und nabeln sich von Eltern und anderen Erziehungsinstanzen ab. Der menschliche Körper entwickelt sich zu
1 Entwicklungsstufenmodell nach Grimm 1966; Kirchmair 1971 und Martin 1980
Entwicklungsphasen nach Meinel/Schnabel 1998, S. 240
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seiner entgültige Form und zur Erfüllung aller Lebensfunktionen in einem stabilen Zustand. Da die Jugend oft in den Beginn des Zeitraums der höchsten sportlichen Leistung fällt, obliegt ihr eine besondere Beachtung.
Darstellung der physiologischen, psychischen und motorischen
Lern-Voraussetzungen von Kindern und Jugendlichen
Das Techniktraining ist ein Lernprozess, bei dem bestimmte Voraussetzungen geschaffen werden müssen. Zum einen braucht man die erforderlichen motorischen Voraussetzungen zum Lernen, zum
anderen aber auch physische Voraussetzungen, um eine Bewegung (Technik) überhaupt ausführen zu können.
Physische Entwicklung
Im Gegensatz zu Erwachsenen entwickeln sich Kinder und Jugendliche. Diese schließt folgende Komponenten ein.
Die Skelettentwicklung verläuft in einer 1. Phase von der Geburt bis zum 7. Lebensjahr und ist geprägt von einer langsamen Verknöcherung und Wachstum. Die 2. Phase bis zum 10. Lebensjahr ist geprägt von einer Verlangsamung der Verknöcherung. Die 3. Phase ist gekennzeichnet durch Wachstum und weiterer Verknöcherung. Besonders zu beachten sind die Phasen der puberalen Wachstumsschübe in denen Knochen, Bänder, Sehnen und Knorpel besonders anfällig für Über- und Fehlbelastungen sind.
Die Entwicklung der Körperhöhe und -masse verläuft in drei ähnlichen Phasen. Diese sind aber zeitlich etwas nach hinten verschoben. Während der 1. Phase t ritt das Längenwachstum gegenüber der Massenzunahme zurücke. In der 2. Phase findet die somatische Differenzierung von Mädchen und Jungen statt. In der 3. Phase 13/14 bis 18 Jahre vermindert sich das Wachstum der Mädchen und es kommt zu einer Massenzunahme, was sich ungünstig auf das Kraft-Last-Verhältnis auswirkt. Bei den Jungen verlaufen Massen- und Größenzuwachs verhältnismäßig parallel. Weshalb bei ihm auch keine ungünstigen sondern nur veränderte Kraft-Last-Verhältnisse auftreten.
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Bei Leistungsport betreibenden Kindern kann es zu einem belastungsabhängigem Wachstum kommen. In relativen Ruhezeiten, steigt das Längenwachstum und die Körpermasse fällt zurück. Dies hat aber generell keine Auswirkungen auf die finalen Körperhöhen. Die Muskelzellen von Kindern und Erwachsenen sind relativ gleich. Das Muskelwachstum ist jedoch hauptsächlich der Hypertrophie (Wachstum) und nicht der Hyperplasie (Vermehrung) zuzuschreiben. In der Kindheit liegt das Verhältnis Muskelmasse - Körpermasse bei 22%, welches sich erst aufgrund hormoneller Umstellungen in der Pubertät den Werten der Erwachsenen nähert (35-40%).
Psychische Entwicklung
Mit Beginn und vor allem als Ergebnis des Schulbesuches steigen die kognitiven Fähigkeiten an. Dazu gehören Beobachten, Wahrnehmen und Denken. Es gibt aber auch einige im Kindesalter zu beachtende Begrenzungen, was vor allem Auffassungs- und Abstraktionsfähigkeit, Sprachverständnis und Kommunikationsfähigkeit betrifft. In der Kindheit muss gerade auch im Lerntraining darauf speziell eingegangen werden. Im Besonderen Maße wichtig für das Techniktraining ist die Motivation. Bei Kindern stehen die vitalemotionalen Motive im Vordergrund. Sport macht Spaß und die Trainer sollten dies beachten und ausnutzen. Dazu gehören Lob, Anerkennung und persönliche Zuwendung. Es sind immer noch Kinder! In der Übergangsphase zum Jugendlichen nehmen dann Motive wie Geltungsstreben, Leistungsehrgeiz und Selbstbestätigung zu. Die Sportler fangen an perspektivisch zu denken und sind gerade jetzt besonders beeinflussbar (positiv und negativ). Leistungsziele sowie Wettkämpfe sollten jetzt gezielt und mit Bedacht ausgewählt werden.
Motorische Entwicklung (Bewegungslernen)
Motorische Entwicklung im Kindes- und Jugendalter umfasst die durch Steuerung und Regelung bestimmten Fähigkeiten der Prozesse des Bewegungslernens und der Bewegungskoordination. Diese Prozesse werden maßgeblich vom Zentralnervensystem (ZNS), das heißt im Gehirn, realisiert. Die biologische Entwicklung des Gehirns ist drei Monate nach der Geburt abgeschlossen, die anschließende Reifung mit
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dem 6. Lebensjahr. Von da an steht das Gehirn funktionell allen Anforderungen zur Verfügung.
Techniktraining baut auf den vorhandenen konditionellen und koordinativen Grundlage auf. Das Ausgangsniveau dieser Fähigkeiten sowie bereits erworbenen Bewegungsmuster bestimmen maßgeblich die Ziele des Techniktrainings aber auch die Geschwindigkeit des Erlernens und Stabilisierens. Auch die psychischen Voraussetzungen sind ein bestimmendes Merkmal. Die Verwendung von Sprache und Hilfsmitteln zum Erlernen und bei der Korrektur von Bewegungen müssen gezielt ausgewählt und an das Kinder- und Jugendtraining angepasst werden. In einigen Sportarten oder auch Techniken können bestimmte psychische Eigenschaften förderlich oder hinderlich sein (z.B. Angst, Mut, Ehrgeiz).
Techniktraining, eine ganzheitliche Betrachtung
Dem Techniktraining fällt im gesamten Trainingsprozess eine übergeordnete Bedeutung zu. Das Erlernen von sportlichen Techniken ist meist der erste Schritt in eine bestimmte Sportart. In Sportarten mit einem hohen Technikanteil zu Beginn der sportlichen Ausbildung werden sogar Wettkämpfe gestaltet, ohne vorher konditionelle Fähigkeiten speziell trainiert zu haben. Das Techniktraining erfüllt im gesamten Trainingsprozess eine integrative Wirkung. Die Ausnutzung von koordinativen und konditionellen Fähigkeiten hängt größtenteils von der Anwendung sportlicher Techniken ab. Die übergeordnete Bedeutung des Techniktrainings wird auch in der - nicht nur sportlich gesehenen -Spezialisierung der Menschen sichtbar. Um immer höhere Leistungen zu bringen, ist der Mensch aufgrund seiner begrenzten Anpassungsmöglichkeiten 2 gezwungen sich immer weiter zu
spezialisieren. Im sportlichen Sinne bedeutet das zum einen die Eingrenzung auf eine Sportart, in vielen Fällen sogar auf bestimmte Disziplinen und in der Entwicklung der sportartspezifischen Leistungsfähigkeit eine immer frühere Spezialisierung der Sportler. Kinder und Jugendliche müssen sich sehr früh für eine Spezialisierung
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entscheiden. Sie werden dabei von Ihren Trainern beraten, welche Ihre Entscheidung neben konstitutionellen und konditionellen Fähigkeiten auch nach dem bereits vorhandenen Stand der Techniken und den individuellen Voraussetzungen zum Bewegungslernen abhängig machen.
Hauptaufgaben des Techniktrainings
Hauptaufgaben des Techniktrainings sind das Aneignen (Neulernen) technischer Fertigkeiten, das Vervollkommnen technischer Fertigkeiten und das stabilisieren technischer Fertigkeiten. Je nach Sportart und Disziplin möchte ich als weitere Hauptaufgabe die virtuose Beherrschung einer Technik hinzuzählen. Dies gilt insbesondere für die technisch-kompositorische Sportarten. Einige Autoren zählen zu den Aufgaben auch die verstärkt in den Sportspielen vorkommende Herausbildung der Fähigkeit zur situationsgemäßen variablen Anwendung der Techniken. Dies kann zwar durch ein Techniktraining erreicht werden, aber es sind wichtige andere Trainingsbereiche beteiligt, so dass eine einzelne Zuordnung zum Techniktraining nicht g emacht werden kann. Es gibt noch eine von mehreren Autoren vorgenommen Systematik, welche neben dem Erlernen und Anwenden auch noch das technische Ergänzungstraining vorsieht. Hierbei geht es um sportartspezifische Techniken welche losgelöst besonders virtuos und variabel beherrscht werden sollen (z.B. Handstände, Beweglichkeit).
Schritte des Techniktrainings (Vorgehensweise)
Die ersten Schritte des Techniktrainings umfassen die Schaffung von grundlegenden psychophysischen Voraussetzungen. Es erfolgt eine erste Konfrontation mit dem Bewegungsvorbild, der Zieltechnik. Nachdem eine grobe Bewegungsvorstellung vorhanden ist folgen die ersten Versuche mit anschließenden Rückmeldungen und Korrekturen. Meist über den äußeren Regelkreis. Mit zunehmendem Üben erfolgt sowohl eine Verfestigung der Grobkoordination als auch eine verbesserte Informationsverarbeitung im Sinne der Reafferenz. Daraus folgt eine Verbesserung der Bewegungsvorstellung, der
Informationsverarbeitung vor und während der Bewegung die dann auch
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den inneren Regelkreis einschließt. Im Stadium der Feinkoordination kann die Bewegung dann unter gewohnten Bedingungen annähernd fehlerfrei ausgeführt werden und entspricht meist dem Vorbild. Durch weitergehendes Üben und „Überlernen“ verfestigt sich die Technik weiter und kann im weiteren Trainingsverlauf variabel verfügbar gemacht werden. Das heißt, es werden innere und äußere Bedingungen variiert und erschwert (Gewichte, Gelände, Zeit- oder Präzisionsdruck). Das Üben und Anwenden der Techniken bei und unter
Wettkampfbedingungen fördert die weitere Variabilität und Virtuosität.
Informationsgestaltung als Grundlage motorischen Lernens
Da das Techniktraining ein motorisches Bewegungslernen ist, soll an dieser Stelle auf die Informationsverarbeitung im Rahmen des Techniktrainings eingegangen werden. Die Informationsgestaltung ist ein Mittel zum Aufbau und zur Verbesserung der Orientierungsgrundlage des Sportlers. Die Informationsverwertung von technikrelevanten Informationen, der dialogische Informationsaustausch, die Aufnahmebedingungen, der Umfang und Intensität der
Informationsgebung sind alle abhängig von den individuellen Voraussetzungen der Sportler - hier Kinder und Jugendliche. Da der erste Kontakt mit einer (neuen) Technik immer über Informationen geschieht, müssen diese vom Trainer gezielt vorbereitet und zur Verfügung gestellt werden. Dabei sind folgende Punkte zu beachten. Vorinformationen sind unablässlich für die Vorbereitung und Schaffung einer Bewegungsvorstellung. Sie erzeugen eine gewisse Sicherheit und fördern die Antizipationsfähigkeit. Informationen während der Bewegung sollte erst ab einer relativ stabilen Bewegungsausführung gegeben werden, da sie auch erst dann wirksam verarbeitet und als bewegungslenkende Reafferenz eingesetzt werden können. Sie sollten kurz, präzise und geplant eingesetzt werden. Die in der ersten Lernphase wichtigsten Korrekturen werden als Informationen nach der Handlungsausführung gegeben. Es findet ein Soll-Ist-Wert Vergleich statt. Es sollten dabei nur die wichtigsten Korrekturen genannt werden. Weniger ist mehr! Sie müssen die Selbsteinschätzung der Sportler unterstützten und fördern. Weitere wichtige Punkte der
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Informationsgestaltung sind die verschiedenen Arten der
Informationsgebung - verbal, visuell, taktil-kinästhetisch. Sie sollten wie alle anderen Aspekte auf Kinder und Jugendliche, Ihre Sprache und Ihr Verständnis abgestimmt sein.
Besonderheiten bei Kindern und Jugendlichen
Physische Besonderheiten
Die Funktionalität des menschlichen Körpers ist bereits im Kindes- und Jugendalter voll verfügbar. Der Unterschied zum Erwachsenen besteht in der relativen Unbeständigkeit. Die Verschiedenen Funktionssysteme des Körpers unterliegen einer ständigen Weiterentwicklung. Der Körper wächst und die Muskeln und Organe mit Ihm. Allein durch ständig veränderte Kraft-Last-Verhältnisse ist ein Training an bestehende Techniken nötig. Einige Adaptationserscheinungen des Trainings sind von denen der Erwachsenen verschieden, diese beziehen sich aber nicht unbedingt auf Bereiche des Techniktrainings. Das Techniktraining ist, wie bereits beschrieben, vorwiegend ein Lerntraining. Mit zunehmender Spezialisierung und Lernfortschritten, werden Techniken anspruchsvoller und energetische Prozesse spielen eine mitentscheidende Rolle. Sie beeinflussen sowohl das Erlernen von Techniken als auch ihre Qualität.
Psychische Besonderheiten
Im Gegensatz zu den physischen Merkmalen in der Kindheit und Jugend, unterscheiden sich die psychischen Merkmal doch erheblich von denen Erwachsener. Parallel zum Techniktraining muss ein
Koordinationstraining stattfinden, um die koordinativen Voraussetzungen für das Techniktraining zu schaffen. Einen Vorteil zum
Erwachsenentraining haben Kinder und Jugendliche durch Ihre natürlichen Lernantriebe. Die Verhaltensforschung hat eine gewisse Triebspontanität bei Handlungen nachgewiesen. Kinder verfügen über innere Auslösemechanismen, welche sich als Lernantriebe zeigen. Dabei Probieren, Erforschen und Spielen die Kinder, um Ihre eigenen motorischen Fähigkeiten zu entdecken. Dies resultiert sowohl in einer -
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positiv wirkenden - ausgeprägten Wiederholungstendenz, als auch in einer - negativ wirkenden - häufigen Neuzuwendung.
Motorische Besonderheiten
Motorische Lernprozesse sind an die strukturelle und funktionelle Qualität der Hirnreifung gebunden. Das Gehirn steht bei Kindern prinzipiell zur vollen funktionalen Verfügung, aber es gibt einige typische Besonderheiten. Dazu gehören die Plastizität der Nervengrundprozesse, die bereits beschriebenen natürlichen Lernantriebe und die Fähigkeit der inneren Mitbewegung. Mit der Plastizität des Gehirns ist gemeint, dass ein ordnendes Gleichgewicht von Erregung und Hemmung fehlt. Bei Kindern überwiegen die Erregungsprozesse. Die für die gezielte Bewegungsregulation erforderliche Hemmung ist noch schwach ausgebildet, und erschwert das einschleifen von Engrammen, in welchen die Bewegungen gespeichert werden. Auf der anderen Seite sichert die Plastizität eine umfangreiche Informationsaufnahme aus der Umwelt. Eine Fixierung wird a ber dennoch möglich. Dazu ist ein sogenannte Überlernen notwendig. Bewegungen werden immer und immer wieder ausgeführt. Dadurch festigen sich die Leitungsbahnen im Gehirn. Während der Pubertät verändern sich die motorischen
Lernvoraussetzungen zu Gunsten des Bewegungslernens. Die Plastizität bleibt weiterhin erhalten. Die Hemmung nimmt aber zu, welches zu einer schnelleren Engrammbildung führt. Das Gehirn ist jetzt in der Lage, Bewegungsmuster zu fixieren und Stereotypen auszubilden.
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Techniktraining mit Kindern und Jugendlichen
Ziele
Die Ziele des Techniktrainings unterscheiden sich nur wenig von denen Erwachsener. Bei Kindern und Jugendlichen geht es darum, über Techniken den Zugang zu einer Sportart zu ermöglichen. Gerade in jungen Jahren sollte das ü bergeordnete Ziel einer breiten Grundlagenausbildung, auch im technischen Bereich, verfolgt werden. Dazu gehören das Lernen möglichst vieler Techniken in allen erdenklichen Variationen. Da Kinder noch nicht auf
Bewegungserfahrungen zurückgreifen können, müssen diese erst geschaffen werden. Deshalb sollte das Techniktraining zu Beginn der sportlichen Ausbildung im Vordergrund stehen. In Sportarten mit einem hohen technischem Anteil ist es erforderlich bereits mit Beginn der Jugend bzw. mit dem erreichen des Wettkampfalters einen hohen technischen Stand mit entsprechender Stabilität und variablen Verfügbarkeit zu besitzen.
Durchführung
Am Anfang einer jeden neuen Bewegung (Technik) steht die Bewegungsaufgabe. Dem Sportler muss auf eine ihm verständliche Art und Weise beigebracht werden worum es geht. Kinder lernen auf Anhieb bzw. vom Abgucken. Die Bewegung wird ganzheitlich vorgemacht oder auf Bilder gezeigt. Dabei sollten Ausschmückungen vermieden werden. Es sollte die Sprache als Vermittler bewusst eingesetzt werden, um die Bilder oder die vorgemachte Bewegung zu beschreiben. Dann folgen die ersten praktische Versuche mit Hilfe des Trainers oder anderer Hilfsmittel. Die Kinder müssen sich dabei sicher fühlen. Sie dürfen auch bei unbedachten Bewegungen nicht Gefahr laufen, sich verletzen zu können. Die Bewegungskorrekturen erfolgen sofort nach der Bewegung und dürfen nicht überschwänglich sein. Es reichen wenige, auf die Hauptfehler beschränkte, präzise Anweisungen. Mit dem
fortschreitendem Üben an der Bewegung verbessert sich die Fähigkeit der Reafferenzsynthese und die Trainer können Korrekturen auch schon während der Bewegungsausführung geben. Gerade noch
bewegungsunerfahrene Kinder müssen jetzt lernen, sich selbst zu
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beobachten und Ihre Aufmerksamkeit mit Hilfe der Trainer auf die eigene Bewegung zu lenken. Das sprachliche Erfassen der Bewegung und dessen Korrekturen ist förderlich für das spätere ideomotorische Training und dient als Speicherung des Bewegungsprogramms. Beim Üben unter variierten Bedingungen steht die Sicherheit und Gesundheit der Kinder und Jugendlichen im Vordergrund. Da die Erwachsenen die Verantwortung tragen, müssen sie auch dafür sorgen, dass das Üben trotz zum Teil gravierender Veränderungen der Übungsbedingungen verletzungsfrei verläuft.
Informationsgestaltung
Das Lernen ist in jedem Fall eine Informationsverarbeitung. Bei Kindern und Jugendlichen sind dabei folgende Punkte zu beachten. Alle Anweisungen müssen an den Wissensstand und die Sprache der jeweiligen Zielgruppe angepasst s ein. Fachbegriffe sollen nicht vermieden aber mit Bedacht angewendet werden. Gerade Kinder haben nicht die Fähigkeit zu Abstrahieren. Deshalb müssen alle Anweisungen klar, deutlich und präzise erfolgen. Die praktische Erfahrung zeigt, dass Kinder immer versuchen die Anweisungen umzusetzen. Deshalb sollte diese so genau wie möglich kommen. Gezeigte Bilder und Demonstrationen müssen für Kinder verständlich und nachvollziehbar sein. Ausschmückende Beschreibungen sind aufgrund der mangelnden Konzentrationsfähigkeit zu vermeiden.
Eigene Erfahrungen, Probleme und mögliche Lösungen
Eigene Erfahrungen
Ich selbst bin Trainer für Sportakrobatik. Diese Sportart gehört in die Gruppe der technisch-kompositorischen Sportarten. Das heißt, sie ist von Anfang an sehr technikorientiert und die Sportler müssen bereits im Alter von 12-14 Jahren ein sehr hohes technisches Niveau erreicht haben. Das Techniktraining gehört zu den anspruchsvollsten aber auch interessantesten Trainingsinhalten, sowohl für die Sportler als auch die Trainer. Kinder sind sehr motiviert, neue Bewegungen zu lernen. Für mich als Trainer ist es der Lohn aller Mühen, wenn die betreuten Sportler
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ein hohes technisches Niveau haben. Die Schaffung der Lernvoraussetzungen, insbesondere der konditionellen, ist bei Kindern oft sehr müßig, da diese nicht perspektivisch denken. Meiner Meinung nach sollte der Zeitpunkt der Einführung neuer Bewegungen auf eine Phase hoher Lernaktivität (sensible Phase) gelegt werden. Die spezielle Vorbereitung auf die Vermittlung eines Bewegungsablaufes erfordert viel Einfühlvermögen und stellt hohe Anforderungen an die technischen, aber auch pädagogischen und psychologischen, Kenntnisse der Trainer. Viele im Erwachsenenalter benötigte Fertigkeiten resultieren aus denen in der Kindheit gelernten. Ich habe beobachtet, dass sich große Motivationslücken bei Kindern oft finden, wenn es darum geht grob gelernte Bewegungen immer und immer wieder zu wiederholen. Die sogenannten Lernplateaus machen vielen Kindern zu schaffen, weil sie glauben, dass sich trotz weiteren Übens kein Lernfortschritt zeigt. Alles in allem möchte ich sagen: Eine selbst beigebrachte, vom Sportler ausgeführte ideale Technik zu sehen, ist viele Mühen wert.
Probleme und Lösungen
Das Training mit Kindern und Jugendlichen stellt generell besondere Anforderungen an Trainer, Betreuer, äußere Bedingungen und weitere trainingsbeeinflussende Faktoren. Es gibt eine große Zahl an Schwierigkeiten, welche (fast) alle vermieden oder behoben werden können. Einige wichtige werde ich im folgendem Erläutern. Zum einen gibt es das Problem geeignete Trainingsgeräte zu finden. In den wenigsten Sporthallen sind Trainingsgeräte zu finden, welche für (kleine) Kinder geeignet sind. Beispiele sind Stufenspannreck, Parallelbarren oder auch Sprungbretter, welche die Kindern nicht unterstützen. An dieser Stelle muss die Sportartikelindustrie mit den
Leistungssportzentren stärker zusammenarbeiten. Ein weiteres Problem sind die psychischen und sozialen Anforderungen, die an einen Trainer im Nachwuchsleistungssport gestellt werden. Kinder benötigen eine andere Aufmerksamkeit als Erwachsene. Dazu gehören soziale Anerkennung, Zuwendung, Trost aber auch Disziplin und Respekt. Sind die Trainer dafür nicht ausgebildet, fällt es Ihnen schwer diese Dinge unter Kontrolle zu halten. Weiterbildungen und spezielle Seminare aber
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auch die Kommunikation der Trainer untereinander könne viele Probleme in dieser Richtung vermeiden. Manchmal kann es vorkommen, dass das soziale Umfeld des Kindes auseinander gerät, und es nicht mehr regelmäßig zum Training kommt. Dies behindert natürlich gerade den Prozess des Überlernens. Es wird schwer, stabile und variabel verfügbare Techniken auszuprägen. Man sollte einen engen Kontakt mit den Eltern pflegen, damit man solche Probleme im Vorfeld verhindern kann. Das letzte Problem mit dem ich mich befassen möchte sind die Techniken an sich. Gerade in den letzten Jahren hat die Trainingswissenschaft und ihre angeschlossenen Disziplinen große Fortschritte in der Forschung gemacht. Viele Techniken wurden verfeinert, andere komplett verändert. Dies stellt neben den Lehrkräften auch eigene Lern-Motivation an die Trainer. Diese müssen sich über die aktuellen Ideal-Techniken auf dem laufenden Halten, um diese auch im Training anwenden zu könne. Auch hier kommt es darauf an, wie das Weiterbildungsangebot gestaltet, aber auch wie es genutzt wird.
Zusammenfassung
Das Techniktraining hat einen große Anteil am Training überhaupt. Die Sportwissenschaft wartet mit immer neuen Erkenntnissen auf und die Entwicklung des Höchstleistungssport tendiert zu immer jüngeren Sportlern. Viele Trainingsinhalte fallen jetzt schon in das jüngste Kindesalter, und müssen dort schon in einem Maße geplant, organisiert, methodisch aufgebaut und durchgeführt werden, dass es kaum Raum gibt für Fehler. Die Gesellschaft muss lernen zu tolerieren, dass an ihre jüngsten Mitglieder hohe Ansprüche gestellt werden. Sie muss aber auch dafür sorgen, dass die Entsprechenden Lehrkräfte (Trainer) und Betreuer dies mit der dafür notwendigen Sorgfalt betrachte. Prinzipiell sind Kinder und Jugendliche in der Lage Höchstleistungen - auch technische - zu vollbringen. Die Besonderheiten sind aus trainingsrelevanter Sichtweise zum Teil aufgedeckt, so dass man auch damit umgehen kann. Als l etzen Satz möchte ich das sagen was für alle im Training von Kindern beachtet werden muss. Es sind immer noch Kinder!
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Literatur
Harre: Trainingslehre, Sportverlag Berlin. Berlin 1985
Letzelter: Trainingsgrundlagen, Rowohlt 1978
Martin: Grundlagen der Trainingslehre Teil I, Verlag Karl Hofmann, Schorndorf Martin, Carl, Lehnertz: Handbuch Trainingslehre. Verlag Karl Hofmann, Schorndorf 1993
Martin, Nicolaus, Ostrowski, Rost: Handbuch Kinder- und Jugendtraining. Verlag Karl Hofmann, Schorndorf 1999
Matwejew: Grundlagen des sportlichen Trainings, Sportverlag Berlin 1981 Meinel, Schnabel: Bewegungslehre Sportmotorik. Sportverlag Berlin 1998 Neumeier: Bewegungsbeobachtung und Bewegungsbeurteilung, Verlag Hans Richarz, Sankt Augustin 1988
Nitsch, Neumaier, de Marées, Mester: Techniktraining. Verlag Karl Hofmann, Schorndorf 1997
Schnabel, Harre, Borde: Trainingswissenschaft. Sportverlag Berlin 1997 Schnabel, Thieß: Grundbegriffe des Trainings, Sportverlag Berlin. Thieß, Schnabel, Baumann: Training von A-Z, Sportverlag Berlin 1980
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Arbeit zitieren:
André Schatz, 2001, Besonderheiten des Techniktrainings bei Kindern und Jugendlichen, München, GRIN Verlag GmbH
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