Literaturverzeichnis:
Kooperation mit dem Zentralrat der Muslime in Deutschland Koran in deutscher Fassung Islam und Medizin: Muslime in der Klinik, 1999 Handbuch des christlich-islamischen Arbeitskreises, (S. 38-43) 2000 Grenzbereich zwischen Diesseits und Jenseits; IGA Stuttgart 1993
1. kurze Übersicht über den Islam
1.1. Geschichte des Islams
Auf Abraham, den leiblichen und geistlichen Stammvater des Christentums und des Judentums berufen sich auch die Gläubigen des Islams, die Muslime. Sie sehen in dem Abrahamsohn Ismael (vgl. Gen. 6,16/ 17,20) den Begründer der arabischen Stämme, aus denen der große Prophet des Islam, Mohammed (570-632 n. Chr.), stammt. Mohammed lebte in der Stadt Mekka und fühlte sich im Jahr 610 zum Propheten und Gesandten Gottes berufen. Er wollte den Glauben an einen einzigen Gott (Monotheismus) verkünden und die Kaaba in Mekka, das erste Gotteshaus der Welt, von heidnischen Bräuche reinigen. In unregelmäßigen Abständen erfuhr Mohammed bis zu seinem Tod im Jahre 632 mehrere Offenbarungen, die im Koran aufgezeichnet worden sind. 622 zieht Mohammed in die Stadt Medina, wo man seine religiöse, soziale und politische Begabung zu schätzen weiß. Dieser Einzug ist die Geburtsstunde des Islams. Durch militärische Erfolge gelingt es ihm 623 in Mekka seine Pläne zu verwirklichen.
1.2. der Koran
Der Koran ist in 114 Suren (Kapitel) unterteilt und wird als Offenbarung Gottes angesehen. Der Koran gilt wie Tora und Bibel als von Gott gegeben, nach Ansicht der islamischen Gläubigen wurde allerdings nur der Inhalt des Korans wortwörtlich von Gott dem Gesandten Mohammed diktiert und unverfälscht überliefert. Der Koran ist für die Muslime die unübertrefflichste und wundervollste Version der Botschaft Allahs.
1.2. die sechs Glaubensartikel
Der Glaube an die Einzigartigkeit und Erhabenheit Gottes steht im Zentrum des Islamischen Glaubens. Daher ist es den Muslimen verboten sich ein Bild von Gott zu machen. Aus diesem Grund sehen sie Jesus nicht als Gottes Sohn an. Die zentralen Glaubensinhalte stehen in Sure 4, 136 des Korans. Sie lauten: Glaube an Allah, den einzigen und erhabenen Gott Glaube an seine Engel, Glaube an seine Bücher,
Glaube an seine Gesandten, Propheten wie Abraham, Jesus oder Moses
Glaube an den jüngsten Tag und das jüngste Gericht Glaube an die Vorherbestimmtheit von Gut und Böse
Fundamental ist der Glaube an die körperliche Auferstehung der Toten am jüngsten Tag und an das Gericht Gottes, vor dem jeder Mensch Rechenschaft ablegen muss. Die Guten werden mit dem Paradies belohnt, die Bösen mit der Hölle. Jeder glaubende Moslem wird später aus der Hölle befreit, da Allah ein verzeihender Gott ist. Im Islam gibt es keine Priester, keine Sakramente oder Mittler zwischen Gott und den Menschen.
1.4. die fünf Säulen des Islam 1.4.1 das Glaubensbekenntnis:
,,Ich bezeuge, es ist kein Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet." 1.4.2 das rituelle Gebet:
fünf Mal während des Tages in Richtung Mekka, beginnend mit Sure 1: ,,Im Namen Allahs des Erbarmers, des Barmherzigen! Lob sei Allah dem Herrn der Welten,... Es wird mit dem ganzen Körper gebetet. 1.4.3 die Armensteuer:
1.4.4 das Fasten:
1.4.5 die Pilgerfahrt:
1.5. rituelle Reinigung und Speisevorschrift
Gebete dürfen nur im Zustand ritueller Reinheit gesprochen werden. Dabei sind es je nach Grad der Unreinheit Teil- oder Ganzkörperwaschungen vorgeschrieben. Als
Speisevorschriften gelten:
Verbot von Blut, Schweinefleisch und berauschenden Getränken 1. Sterben und Tod eines Muslims
2.1 Paradies und Hölle
Das jüngste Gericht entscheidet anhand der Taten, ob ein Verstorbener ins Paradies als Belohnung oder in die Hölle als Bestrafung eingeht. Dies ist Ausdruck der Gerechtigkeit Gottes. Das Leben im Diesseits wird als Übergangsphase und als Prüfung angesehen. Jeder, der an Allah glaubt, wird nach Verbüßung seiner Sündenstrafe ins Paradies gelassen, da Allah ein verzeihender und gütiger Gott ist.
2.2 Bestattungsrituale
Da im Islam die Institution des Seelsorgers nicht existiert, werde ich im Folgen die rituelle islamische Bestattung beschreiben.
2.2.1 Begleitung im Sterben
Nach islamischer Auffassung soll ein Mensch in seiner Todesstunde nicht allein gelassen, sondern von seinen Angehörigen und Glaubensbrüdern begleitet werden. Die Anwesenden werden für ihn beten und mit ihm über Gutes reden. Sie sollen ihn auch vertrauensvoll auf Gottes erbarmen ins Bewusstsein rufen. Der Sterbende soll auf die rechte Körperseite gelegt werden und sein Gesicht in Richtung Mekka gedreht werden. Damit soll der Ausdruck verliehen werden, dass sich auch der Sterbende Gott zuwendet. Ferner wird von den Anwesenden die Sure 36 des Korans rezitiert, die an mehreren Stellen die Auferstehung zum Inhalt hat und ihm die Hoffnung auf die Auferstehung geben soll. Sie endet mit folgenden Worten:
"Preis sei dem, in dessen Hand die Herrschaft über alle Dinge ist und zu dem ihr zurück gebracht werdet."
Kurz vor Eintritt des Todes wird das Glaubensbekenntnis gebetet.
2.2.2 Waschung nach Eintritt des Todes
Der Tote wird entkleidet und mit einem Tuch zugedeckt. Die Augen werden geschlossen, der Kopf wird mit einer Binde umwickelt und die Gliedmaßen vorsichtig gestreckt. Die Arme
werden an die Seite gelegt und der Bauch mit einem geeigneten Gegenstand belastet, damit er nicht aufbläht. Der Verstorbene sollte eigentlich noch am gleichen Tag bestattet werden. Mit der baldigen Waschung des Verstobenen beginnen die Riten der islamischen Bestattung. Die rituelle Waschung ist eine Vollwaschung und ist außer bei im Kampf gefallenen Kriegern oder Märtyrern verpflichtend und unverzichtbar. Sie ist nur durch Muslime durchführbar. Männer werden von Männern und Frauen von Frauen und Kinder von der Mutter gewaschen. Die Waschung wird in der Regel mit heißem Wasser, dem etwas Seife und Kampfer beigefügt ist, vorgenommen. Der Leichnam wird bis zum Bauchnabel mit einem Tuch zugedeckt. Zunächst wird mit einem leichten Druck auf den Unterleib versucht, den Körper zu entlehren. Danach werden die Ausscheidungen und Geschlechtsteile unter dem Tuch gewaschen. Im Anschluss beginnt eine zweite Waschung, wobei zuerst Mund und Nase gereinigt, sowie Hände, Gesicht, Kopf und Füße gewaschen wird. Des Weiteren wird von der linken zur rechten Körperhälfte gewaschen. Der zweiten Waschung kann sich eine dritte und vierte Waschung anschließen.
2.2.3 Einbetten in weiße Tücher
Nach der Waschung wird der Tote in weiße, parfümierte Leinentücher gewickelt, da eine Bestattung im Sarg nicht üblich aber erlaubt ist. Die Tücher müssen den ganzen Körper umhüllen. Die Leichentücher werden mit Stoffstreifen am Kopf und an den Füßen zusammengebunden. Danach wird ein kurzes Totengebet gesprochen.
2.2.4 die Bestattung
Die Bestattung ist Aufgabe der Männer. Frauen nehmen höchstens am Rande daran teil und gehen, sofern sie am Trauerzug teilnehmen, in Abstand hinter den Männern. Der Tote wird von möglichst vielen zur Grabstelle getragen. Im Grab muss der Tote auf der rechten Seite mit dem Gesicht nach Mekka gerichtet liegen. Die Ausrichtung nach Mekka (Quibla) ist auch die der Lebendigen. Sie hält die Gemeinschaft zusammen und erweist sich als das einigende Band, das sowohl die umschließt, die dahingegangen sich, als auch die, die zurückgeblieben sind. Alle Anwesenden helfen das Grab mit Erde zu füllen.
2.3 das Grab
Das Grab sollte möglichst schlicht und einfach gestaltet werden, ohne Steinfassung, Bedeckung, Kerzen und Blumenschmuck. Eine Stele in die der Name und eventuell eine Sure eingraviert sind ist ausreichend. Viele Tote werden in islamische Länder überführt. 2. die Trauer
Der Islam schreibt eine stille Trauer vor. Man soll drei Tage um den Toten trauern. In dieser Zeit werden Beileidsbesuche abgestattet. Lautes Weinen und Klagen weist der Islam auf Grund einer Überlieferung, die von stillen Tränen spricht entschieden zurück: ,,Wahrlich, das Auge tränt, das Herz trauert, wir aber sprechen nur Worte, die unserem Herren wohlgefällig sind."
Thesenblatt zum Referat: Tod und Sterben am Beispiel Islam
1. Der Islam wurde 622 durch den Propheten Mohammed in Medina gegründet. Seine heilige Schrift ist der Koran. Die hauptsächlichen Glaubensinhalte sind: Glaube an Allah, den einzigen und erhabenen Gott (Monotheismus), Glaube an seine Engel, seine Bücher, die Propheten, das Jüngste Gericht und die Vorherbestimmtheit von Gut und Böse. Die Religionsausübung ruht auf fünf Säulen: Glaubensbekenntnis, Gebet, Armensteuer, Fasten, Pilgerfahrt. Ca. eine Milliarde Menschen sind gehören dem Islam an. 2. Die Moslems glauben, dass am Tag des Jüngsten Gerichtes Allah darüber entscheidet, wer ins Paradies bzw. in die Hölle eingeht. Moslems glauben an eine leibhaftige Auferstehung. Daher sind keine Feuerbestattungen erlaubt.
3. Die Institution des Seelsorgers zur Sterbe- und Trauerbegleitung ist den Moslems in der Form, wie wir sie kennen, nicht bekannt. Nur die engsten Angehörigen und Freunde begleiten die Sterbenden.
4. Nach Eintritt des Todes erfolgt eine rituelle, dem Koran entsprechende Waschung des Toten. Im Anschluss daran erfolgt die Einbettung in weiße Tücher, da eine Bestattung im Sarg nicht üblich ist.
5. Die Bestattung ist hauptsächlich Aufgabe der Männer. Der Tote wird auf die rechte Seite mit dem Gesicht nach Mekka gerichtet gelegt. Damit wird eine Verbindung zwischen den Toten und den Lebenden im Einklang mit Allah ausgedrückt.
6. Das Grab soll schlicht und einfach ohne Kerzen und Blumenschmuck sein. Nur eine Stele mit dem Namen des Toten und eines Koranverses wird dort aufgestellt.
7. Die Trauer um die Toten ist eine stille Trauer, die drei Tage andauert. In dieser Zeit sollen Beileidsbesuche abgestattet werden.
Arbeit zitieren:
Markus Kueffel, 2001, Tod und Sterben am Beispiel Islam, München, GRIN Verlag GmbH
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Dr..
Eine sehr gut gelungene Arbeit!
am Monday, June 04, 2001-
Chemil Yüksek
Tod und Sterben am Beispiel Islam.
Sehr gute prägnte,anschauliche Darstellung,die zur Verständigung der Religionen beiträgt.
am Monday, June 04, 2001-
Vildane Uludag
Islamische Bestattung.
Hallo,
Dein Referat hat mir gut gefallen. Du hast die islamische Bestattung sehr gut
beschrieben. Wir haben ein islamisches Beerdigungsintitut, daher kann ich es sehr gut beurteilen.
Ich gratuliere.
Salam
Vildan
am Thursday, January 31, 2002-
Peter Mario Werner
Krankenhausseelsorger.
Gute Zusammenfassung des Themas.
In einer Nacht, wo ich schlecht schlafen konnte, habe ich mir überlegt, wie es wäre, wenn ich mein Sterben bewust erleben könnte? Mit wem und über was würde ich mich gerne austauschen.
Da kam mir in den Sinn, mit Vertretern von Religionen über Hoffungen und Ängste im Angesicht des Todes zu sprechen.
Sie waren mit Ihrer Darstellung eine kleine Vorwegname des fingierten Gespräches.
Herzlichen Dank
am Friday, October 11, 2002-
Birgit
kurz und klar.
danke für die kurze und prägnante Übersicht. Habe gerade eine Beerdigung eines Muslim (keiner Moschee angschlossen, lebt seit 30 Jahren in Deutschland, Rest der Familie ist Evangelisch) vorzubereiten. Und gute Hinweise gefunden, die religiöse Tradition des Verstorbenen zu würdigen und miteinzubeziehen. Danke!
Birgit
am Thursday, November 14, 2002-
Dhatu alnitakin
Eine Korrektur zur Hausarbeit .
zu den fünf Saulen des Islames
ich zitiere :
1.4.3 die Armensteuer:
Jeder Moslem ist verpflichtet 10 % seiner Nettoeinkünfte an karitative Einrichtungen zu spenden
die sogenannte Steuer ...( Zakat) beträgt kein 10% sonder 2,5% wenn in folm von Geld , Gold Selber und usw , aber BeiVieh und Getreide und Ernte hat es eine bestimmte berechnung ..
noch mal die sogenannte Steuer ist nicht 10 % sondern 2,5% von den Sparend ein ganses Jahr gebliebnis Geld .
Zu den Vortrag sehr schon geschrieben ..
Ich wünsche Ihnen alles Gute
dhatu alnitakin
am Sunday, May 14, 2006-