Claudia Hoppe
Warum habe ich mir also Neukölln als Untersuchungsgebiet gewählt? Da ich in Tempelhof aufgewachsen bin, und Neukölln einer der an Tempelhof angrenzenden Bezirke ist, kam ich schon früh mit ihm in Berührung (z.B. beim Einkaufsbummel in der Karl Marx Str.). In meiner Teenagerzeit ergab es sich, dass wir oft nach Kreuzberg fuhren, um dort auszugehen oder einfach nur „rumzuhängen“, und da Kreuzberg ebenfalls an Neukölln grenzt, blieb es nicht aus, dass es mich und meine Freunde auch öfters in diesen Bezirk Berlins verschlug, zumal einige Freunde und Bekannte dort wohnten. Insofern sind mit der Gegend rund um den Hermannplatz, Kottbusser Tor, Hasenheide und Karl Marx Str. für mich ziemlich viele Erinnerungen und „Anekdoten“ verbunden, ich habe mich jedoch nie eingehender mit der dort lebenden Bevölkerung oder Infrastruktur auseinandergesetzt, und nun bot sich mir die Gelegenheit, dies nachzuholen. Auch jetzt fahre ich noch oft nach Neukölln, um dort einzukaufen, da es dort viele Geschäfte - gerade türkische - gibt, die Waren führen, die es hier im Prenzlauer Berg nicht gibt, oder die dort zumindest billiger sind. Ich bin also in gewissem Sinne „bekannt“ mit der Gegend und wusste ungefähr, was mich erwartete. Zudem bin ich der Ansicht, dass Neukölln eine interessante Bevölkerungsstruktur hat, es ist „ursprünglicher“ als z.B. Prenzlauer Berg, da dort nicht so viele Studenten und Zugezogene wohnen, die Bevölkerung macht einen heterogeneren Eindruck, nicht zuletzt aufgrund der vielen Ausländer, die in diesem Gebiet leben.
Alexandra von Kraewel
Vor meiner ersten Begehung war mir das Untersuchungsgebiet unbekannt. Dennoch stellt Neukölln ein typisches Westberliner Altbaugebiet dar. Da ich in einem Ostberliner Altbaugebiet wohne, ist es interessant für mich, ob Unterschiede oder Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Quartieren sichtbar werden. Die Vielfalt der ethnischen Gruppierungen in Neukölln spielten auch eine bedeutende Rolle bei der Auswahl des Untersuchungsgebietes.
Unsere Forschungsarbeit beinhaltet folgende theoretische Grundgedanken: Zum einen galt es herauszufinden, in welchem Umfang Armut und soziale Exklusion im öffentlichen Raum sichtbar werden. Geklärt werden muss an dieser Stelle die Definition, die der „öffentliche Raum“ einnimmt.
„Public Space is stage upon which is the drama of communal life unfolds. The steets, squares and parks of a city give form to the ebb and flow of human exchange.”
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“Public places have enabeled the social exchange of widely ranging nature covering individual as well as communal issues [...] Although there are vast differences in the forms of communal life across societies, public life has been an integral part of the formation and continuation of social groups.”
“We define public spaces as open, publicly accessible places where people go for group or individual activities. They generally contain public amenities such as walkways, benches and water, physically and visual elements, such as paveing or lawn and vegetation that support activiteis. Whether planned or found, they are usually open and accessiable to the public.” “A typology of contemporary urban public spaces: Neiborhood park :
- Open space developed in residential enviroments; publicly developed and managed as part of the zoned open space of cities, or as part of new private residential development; may include playgrounds and sport facilities.”
Unser Feld war das statistische Gebiet 75, der Reuterplatz im Bezirk Neukölln. Dieser Bezirk hat die größte Bevölkerungsdichte Berlins. Das bauliche Bild des Nordens ist geprägt durch zahlreiche Altbauten, welche den Charakter des Reuterkiez ausmachen. Für unsere Untersuchung war es hier wichtig, die bauliche Substanz, den Leerstand von Wohnungen, sowie besondere Auffälligkeiten (Vandalismus, Graffiti) der Gebäude zu kartieren. Später erfolgte die schriftliche Darstellung unserer Feststellungen. Für den öffentlichen Raum außerdem von Bedeutung war es, die Nutzung der Grünanlage Reuterplatz zu untersuchen. Wir entschieden uns für diesen Platz, weil er dem Kiez seinen Namen gibt und Treffpunkt für die dort lebenden Bewohner ist.
1.1 Erste Eindrücke/erste Begehung
Bei der ersten Begehung des Forschungsgebietes ist uns aufgefallen, dass das Stadtbild insgesamt relativ gepflegt aussah. Aufgrund des schlechten Images das der Bezirk Neukölln in der Öffentlichkeit hat, sind wir mit vielen negativen Vorurteilen ins Quartier gegangen und erlebten eine äußerst positive Überraschung: Sowie auf den Straßen als auch auf den Plätzen lag wenig Müll herum, die Gebäude unterschieden sich in ihrem baulichen Zustand auf den ersten Blick nicht gravierend von denen anderer innerstädtischer Bezirke (Schöneberg, Prenzlauer Berg, Kreuzberg etc.) und die meisten Balkone waren von den Mietern liebevoll gestaltet. Auffallend war die an den Reuterplatz angrenzende Kleingartenkolonie, die sich zwischen
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Reuterstr. und Nansenstr. befindet und die in einem solchen innerstädtischen Gebiet seltsam anmutet. Weiterhin hatten wir das Gefühl, dass es eine überdurchschnittlich hohe Anzahl von Kiosken gab. Der Reuterplatz selber wirkte eher wenig belebt, obwohl insgesamt viele Menschen auf den Straßen waren und man den hohen Ausländeranteil im Bezirk sofort wahrnahm. Im Gegensatz zum Reuterplatz wurde die andere Grünanlage am Weichselplatz noch weniger genutzt, weswegen wir uns dann für eine Beobachtung des Reuterplatzes entschieden, auf die in Kapitel 3 näher eingegangen wird.
Die von unserer Forschungsgruppe verwendete Methode war zunächst eine Begehung des Untersuchungsgebietes, um einen ersten Eindruck zu gewinnen und sich ortskundig zu m achen. Die Auswahl des Beobachtungfeldes, also den räumlich oder sozialen Raum, in dem die Beobachtung statt finden soll, fiel auf die Grünanlage Reuterplatz. Dort galt es, die Geschehnisse zu beobachten und gleichzeitig zu protokollieren. Da genau auf diesem Platz, wie schon zuvor erwähnt, die Interaktion der Anwohner statt zu finden scheint. Die Beobachtungseinheiten, bezeichnen den Teilbereich sozialen Geschehens, der konkreter Gegenstand der Beobachtung sein soll. In diesem Fall die soziale Interaktion der Parknutzer, ihr Verhalten und die Nutzungs- und Verweildauer.
Die Beobachtung basierte auf einem unstrukturierten Beobachtungsleitfaden, das heißt es gab kein vorab erstelltes Beobachtungsschemata, sondern nur Leitfragen, welche sowohl Flexibilität als auch Offenheit gegenüber dem zu Beobachteten gewähren. Die Form unserer Beobachtung war passiv, verdeckt, unstrukturiert und deskriptiv. Im folgenden bedeutet dieses:
Eine deskriptive Beobachtung dient zur Orientierung im Untersuchungsfeld und liefert B eschreibungen, daraus werden dann konkrete Fragestellungen entwickelt und es entstehen neue Blickwinkel.
Bei einer passiven Beobachtung beschränkt sich der Beobachter auf seine Rolle als forschender Beobachter. Er nimmt w enig an den zu untersuchenden Interaktionen bzw. der sozialen Konstellation teil.
Verdeckt bedeutet, dass die Beobachteten nicht wissen, dass sie beobachtet werden. Es gilt ihr natürliches Verhalten nicht zu stören oder zu modifizieren. Hierbei stellt sich allerdings die Frage, inwieweit wir als Beobachter wirklich verdeckt beobachtet haben. Unser Erscheinungsbild und das Protokollieren der Geschehnisse wurde durchaus von den Parknutzern wahrgenommen und es erfolgte teilweise auch zustimmendes Kopfnicken seitens der Beobachteten. Es könnte vielleicht doch von einer offenen Beobachtungsform gesprochen werden,
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wobei die Beobachteten wissen, dass sie beobachtet werden, ihnen der spezifische Zweck der Beobachtung allerdings unbekannt war.
Es wurde von 10:00 - 20:30 Uhr an verschieden Wochentagen, in ungefähr 2,5 stündigen Sitzungen beobachtet. Die Aufzeichnungsform war das Protokoll sowie ein Fotoapparat. Die Schwierigkeit bestand darin, dass unsere Forschungsgruppe sich aufteilte und wir so aufgrund der unterschiedlichen Beobachtungsphasen zum Teil andere Parknutzer antrafen. Eine weitere Methode war die standardisierte Kartierung der Zugangsstrassen: Reuterstraße, Lenaustraße und Panierstraße anhand eines von uns erstellten Kartierungsbogens.
2. Thema: Öffentlicher Raum
2.1 Charakterisierung des Forschungsfeldes
Nach Angaben des Grünflächenamtes in Neukölln hat das statistische Gebiet 75 eine Grünfläche von insgesamt 100842 Quadratmetern und eine Spielfläche von 6915 Quadratmeter. Das Straßengrün beträgt 58704 Quadratmetern. Die Grünanlagen Weichsel- und Reuterplatz haben ohne Einbezug der Spielfläche eine Gesamtquadratmeterzahl von 14419. Aufgrund von Vandalismus und Graffitis wurde die Grünanlage am Reuterplatz 1987 und 1992 komplett erneuert. Normalerweise müsste eine Kompletterneuerung alle 10 Jahre erfolgen. Da jedoch die finanziellen Mittel fehlen, werden nur noch die Parkbänke und Abfalleimer in regelmäßigen Abständen kontrolliert und bei zu starken Beschädigungen ersetzt. Hierbei werden für d ie Abfalleimer nur noch Drahtkörbe verwendet, die mit einem Einkaufspreis von 80 DM günstig erworben werden. Jeden Montag, Dienstag und Freitag wird in der Anlage des Reuterplatzes der Müll entsorgt. Am Mittwoch erfolgt eine grobe Pflege der Grünfläche, wobei eine Wertpflege ausgeschlossen wird, da zu wenig Personal und Geld zur Verfügung stehen. Weiterhin erfolgt in regelmäßigen Abständen eine Erneuerung der Parkbänke, da sie durch Graffitis und Vandalismus stark beschädigt werden. 50 % der Bänke werden jährlich ausgetauscht.
Was wird für die Kinderspielfläche (Bild 1) getan?
Einmal die Woche pflegt das Grünflächenamt die Spielfläche. Einmal im Monat kümmert sich eine beauftragte Firma um das Gelände und einmal im Jahr inspiziert der Jahreshauptausschuss den Spielplatz. Außerdem wird der Sand regelmäßig kontrolliert und ausgewechselt,
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da häufig Spritzen und Glasscherben darunter aufzufinden sind. Weiterhin werden die Spielgeräte auf ihre Substanz und Sicherheit überprüft. Wenn keine Gewährleistung mehr vorhanden ist, erfolgt eine Reparatur oder Entfernung des beschädigten Spielgerätes. Nach der A4- Zumessung erhält ganz Berlin einen Förderungszuschuss von zehn Millionen DM. Aufgrund von Einsparungen sind es dann ungefähr zwei Millionen DM. Bei der A4-Zumessung erfolgt für jedes Gebiet eine Bewertung, wobei der Reuterplatz in die Pflegeklasse 1 fällt, d.h. diese Fläche ist sehr pflegebedürftig. Dies liegt an dem starken Grünflächendefizit, welches im Park vorherrschend ist. Die Berechnung des Zuschusses an finanziellen Mitteln hängt vom Bevölkerungsanteil, Ausländeranteil, der Bewertung nach der A4- Zumessung und von der Lage (innerstädtisch oder außerstädtisch) ab. Für die Grünanlage am Reuterplatz sind 0,9 Arbeitskräfte zuständig. Um die Spielfläche zu pflegen werden 0,18 Leute beschäftigt. Daraus folgt, dass der gesamte Reuterplatz von 1,08 Arbeitskräften in Ordnung gehalten wird.
Nach dem A4- Modell bekommt der Spielplatz jährlich einen Zuschuss von 5184 DM und die Grünfläche 14606 DM, somit erhält man einen Gesamtbetrag von 19790 DM. Davon werden jedoch 23 % abgezogen, so dass dem Reuterplatz im Jahr 4551,70 DM zur Verfügung stehen.
Im Park ist ein Springbrunnen vorhanden, der jedoch nicht funktionstüchtig ist. Weiterhin befindet sich um das Becken ein Gerüst (Bild 2), welches ursprünglich für die Rankepflanze Pergula vorgesehen war. Aufgrund der fehlenden finanziellen Mittel konnte keine Baumschule für die Nachpflege engagiert werden. Außerdem fehlt das Geld für die Bewässerung.
2.2 Grundlegende Fragestellungen
1. Wie „behandeln“ die Bewohner ihren Bezirk?
Im Allgemeinen ist unsere Forschungsgruppe übereinstimmend zu der Ansicht gelangt, dass die Bewohner sowie auch die Besucher des Reuterkiezes das Gebiet gut behandeln. Das heißt, dass auf den Straßen und in den Parks sehr wenig Müll vorzufinden ist. Aufgrund unserer relativ langen Beobachtungsphase (speziell im Reuterpark) stellten wir fest, dass hier die Ent-sorgungsmöglichkeiten ausreichend vorhanden sind und die sich im Park aufhaltenden Leute diese auch nutzen. Es steht jedoch nicht neben jeder Parkbank ein Abfalleimer, deshalb kommt es auch vor, dass man den eigentlich kurzen Weg zum nächsten Papierkorb nicht in
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Kauf nimmt und den Abfall in die Büsche oder auf den Weg wirft. Wenn der Mülleimer überfüllt ist, liegt der Müll direkt neben diesem und ist nicht verstreut im ganzen Park vorzufinden. Das erleichtert die Säuberung der Anlage enorm. Man kann sagen, dass eine gewisse Ordnung im Reuterpark vorhanden ist. Am letzten Tag unserer Beobachtungsphase stand am Rand dieser Grünfläche ein großer offener Container (Bild 3) indem sich nicht nur Kleinmüll befand, sondern auch Speermüll. Der Container stand nach ein paar Tagen immer noch an dieser Stelle. Die Besucher des Parks leerten die überfüllten Abfalleimer jedoch nicht aus Eigeninitiative, sondern warteten darauf, dass Angestellte des Grünflächenamtes diese Arbeit verrichteten. Weiterhin fehlen sanitäre Einrichtungen. Die Dauerbesucher, welche jeden Tag mehrere Stunden im Park verbringen, ziehen daraus folgend den Busch zur Entleerung ihrer Blase vor, als die nächste Gaststätte, in der sich richtige Toiletten befinden. Auf dem Weichselplatz dagegen sind nur sehr wenige Papierkörbe vorhanden. Daraus folgend liegt dort wesentlich mehr Müll u mher als auf dem Reuterplatz. Hier fehlen ebenfalls sanitäre Anlagen. Weiterhin sind nur sehr wenige Parkbänke vorzufinden. Im Vergleich kann man sagen, dass der Weichselplatz nicht so gut erhalten bzw. gepflegt ist wie der Reuterplatz. Der Grund dafür liegt wahrscheinlich am Bekanntheitsgrad der beiden unterschiedlichen Anlagen. Wobei der Reuterplatz für das statistische Gebiet 75 mehr repräsentativ ist, da der Park in der Mitte des Kiezes liegt und für jedermann gut zu erreichen ist. Die wenigen Abfalleimer auf dem Weichselplatz sind zudem auch stark beschädigt. Da jedoch die finanziellen Mittel dieses Gebietes äußerst gering sind, können sie nicht häufig genug ersetzt werden. Diese genannten Unterschiede zwischen den beiden Plätzen veranlassen die Parkbesucher wahrscheinlich auch dazu den Reuterplatz vorzuziehen.
Soweit wir uns Zutritt zu den verschiedenen Hauseingängen und Hinterhöfen verschaffen konnten, stellten wir fest, dass fast alle Eingänge saubergehalten werden. Wenn Müll vorhanden ist, dann n ur, weil Werbung aus dem Briefkasten gefallen ist. Die Hinterhöfe sind sehr verschieden gestaltet. Einige werden als Parkfläche genutzt, andere dagegen sind schon beinahe verwahrlost und manche sind wunderschön bepflanzt worden. Der Grund für die unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten hängt wahrscheinlich mit den Besitzverhältnissen zusammen, und daraus folgend wie viel Geld dem jeweiligen Haus zur Verfügung steht. Mit diesem Thema haben wir uns jedoch nicht weiter beschäftigt, da uns hierfür die nötigen In-formationen fehlen. Im gesamten Kiez sind an den Hauswänden, Türen, Parkbänken und Spielanlagen Graffitis bzw. Schmierereien vorzufinden. Diese sind jedoch meist so klein, dass sie kaum auffallen. Einige von diesen Schmierereien versucht man auch wegzubekommen, indem man sie abwäscht oder überstreicht. Richtige Graffitis, das heißt (mehrfarbige) Bilder,
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sieht man nur vereinzelt. Diese dienen dann zur Unterstützung der Gewerbefläche, die sich in dem jeweiligen Haus befindet. Es ist demnach eine Art Reklame, die den Laden mehr Attraktivität von außen geben soll, und um Kunden anzulocken. Die Eingangsbereiche der Häuser sind teilweise stark abgenutzt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sie im ständigen Gebrauch stehen. Die Briefkästen zum Beispiel sind zum größten Teil sehr veraltet. Sie erfüllen jedoch noch ihren Zweck, so dass man nicht unnötig Geld investiert, um diese zu erneuern. Das gleiche gilt auch für die Eingangstüren. Es wäre lediglich ausreichend, wenn man einen neuen Anstrich tätigen würde. Bei den Klingeln lässt sich eigentlich nur vermuten, dass sie trotz des teilweise schlechten Zustandes noch funktionstüchtig sind. An einigen Häusern wurde eine Komplettrenovierung vorgenommen, so dass dort auch die Eingangsbereiche in einem fabelhaften Zustand sind. Diese Unterschiede lassen sich wieder auf die unterschiedlichen Besitzverhältnisse zurückführen.
Die Straßen im Reuterkiez sind relativ sauber. Papier liegt eher selten umher. Was jedoch sehr stark auffällt, ist Hundekot. Es gibt in dem G ebiet in regelmäßigen Abständen Mülleimer. Die Bewohner achten zum größten Teil auch darauf, diese zu nutzen. Es ist aber anhand des Hundekots zu sehen, dass die Gehwege nicht häufig gereinigt werden.
2.3 Wie reagieren die Bewohner auf ihre Umwelt? Greifen sie in die Gestaltung ihrer Umwelt aktiv ein?
Es ist zu beobachten, dass sich sehr viele Menschen auf den Straßen aufhalten. Sie „lungern“ aber nicht herum, sondern gehen geregelten Beschäftigungen nach. Viele Leute gehen zum Beispiel einkaufen, was m an daran erkennt, dass sie Einkaufstüten bei sich tragen. Andere holen ihre Kinder von der Schule oder vom Kindergarten ab. Alte Leute kann man häufig sehen, wie sie gemütlich durch die Straßen schlendern, um sich einfach nur zu bewegen. Dabei haben sie kein bestimmtes Ziel vor Augen. Viele Ladenbesitzer halten sich auch auf den Straßen auf, jedoch in unmittelbarer Nähe zu ihrem Geschäft. Fast alle kleinen Läden (Trödler) bauen Stände draußen auf. Dies veranlasst viele Leute dazu, einen Blick auf die Ware zu werfen, oder sich einfach mit dem Verkäufer zu unterhalten. Einige Menschen treffen sich auf der Straße, um miteinander zu kommunizieren und sich kennenzulernen. Der Reuterplatz wird von unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen besucht. Väter nutzen die Grünfläche in der Mitte des Platzes dazu, mit ihren Kindern Fußball zu spielen. Weiterhin picknicken auch Familien auf dem Rasen. Daraus folgt, dass die Fläche stark abgenutzt ist
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Arbeit zitieren:
Claudia Hoppe, 2000, Forschungsprojekt "Öffentlicher Raum" in Neukölln, Reuterkiez (statistisches Gebiet 75), München, GRIN Verlag GmbH
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