Einfluss auf die Kriegsführung nehmen. Jedoch wurde er am 18.01.1703 mit dem schwarzen Adlerorden ausgezeichnet, war aber so verärgert über eine vorgebliche Z urücksetzung, dass er es ablehnte, der Nachfolger des Generals von Heiden im Oberkommando zu sein. Seine Ernennung zum Generalleutnant folgte dann aber am 01.7,.1703.
Seine erste Feldschlacht erlebte Leopold am 10.07.1703 bei Hochstädt an der Donau unter dem Kommando von Hermann Otto, einem Markgrafen, bei dessen Rückzug er das Kom- mando über die Nachhut hatte. Wegen seinem guten Ruf erhielt Leopold das Kommando des preußischen Hilfskorps und wurde am 20.01.1704 zum General der Infanterie ernannt.
Am 13.08.1704 hatte Leopold bei Hochstädt ein untergeordnetes Kommando über 19 Ba- taillone. Diese Schlacht bedeutete die erste Niederlage des französischen Absolutismus und zwang Frankreich in die Offensive. In der Schlacht an der Adda unter dem Oberkommando
Prinz Eugens, kam Leopolds Charakter sehr gelegen aber doch nicht siegbringend. Seine rücksichtslose Hetzerei gegenüber den Soldaten brachte ihm bei Cassano kurzeitig das Ober- kommando, da Prinz Eugen verwundet wurde. Nachdem, auch mit preußischer Hilfe, Ober- italien größten Teils unter der Kontrolle Habsburgs stand, wurde für 1707 der Einfall in Süd- frankreich geplant. Prinz Eugen gab Leopold mittlerweile den Spitznamen "Bulldogge", w e- gen seinem Kampfesmut- und Wut.
Im Sommer 1707 stand Leopold mit Dresden in Verhandlungen über seinen Eintritt in kur- sächsische Dienste, verbunden mit seiner Ernennung zum Generalfeldmarschall. Am 03.10.1707 wurde unter dem Frust von Toulon die oberitalienische Bergfeste Susa erobert. Nun übergab Leopold sein Kommando der italienischen Preußenkorps an George Abraham von Arnim. Nach seinem Rückzug vom Kriegsschauplatz 1708 gab es nur schlechte Anstel- lungsmöglichkeiten. Erst am 27.06.1710 konnte er ein Kommando, das Kommando über preußische Truppen in den niederländischen Generalstaaten übernehmen. Hier fand er heraus, dass der Festungskrieg genauso grausam wie die Feldschlacht ist. Seine erstrebte Würde ei- nes Generalfeldmarschalls erlangte Leopold am 02.12.1712.
Das Ende des Kriegs erklang am 11.04.1715 mit dem Frieden von Utrecht und am 07.03. 1714 mit dem Frieden von Rastatt. Und nur England konnte seinen Vorstellungen über die Kriegserfolge, den Kriegsgewinn gerecht werden. Andere Ländereien erlangten, wenn über- haupt, nur kleine Teile ihrer Vorstellungen.
Nach dem Tot Friedrichs des Erstens kam 1715 Friedrich Willhelm der Erste an den Thron, der, was Militärangelegenheiten anging, sich völlig der Autorität des Dessauers unterwirft.
Ende des spanischen Successionskriegs wurde Preußen auch im Nordischen Krieg ange- heuert. Hier verbündete sich Preußen mit dem sächsisch-polnischen Königreich Dänemark und Russland und kämpfte gegen das schwedische Königreich. Für diese Seite entschied sich Preußen aufgrund des Militärinteresses. Im Oktober 1713 wurden die Oderhafen Stettin und Vorpommern erobert. Im Juni 1714 wurde ein Vertrag aufgelegt, der besagt, dass Preußen die Hafen Stettin und Vorpommern und Peter der Erste alle den Schweden abgenommene Pro- vinzen zugesprochen bekommt. Am 1.05.1715 m achte die preußische Seite die Kriegserklä- rung, wobei Leopold der Prophet des Krieges ist und das Kommando hatte. An einem dunk- len Novembernachmittag betrat die preußische Koalition nach vielen Turbolenzen die Insel Groß-Stesow. Am 05.11.1715 griff Karl der Zwölfte um 3.00 Uhr mit seiner Armee an. Diese Schlacht wurde aber trotz vieler Verluste von den preußisch-sächsischen Truppen g ewonnen und endete mit der Verwundung Karl des Zwölften. Nach vielen Schwierigkeiten wurde Stralsund endlich erobert, doch Karl der Zwölfte konnte wiederum fliehen. Weiterhin war Preußen an der Einnahme von Wismar am 19.04.1716 und der Landung auf der Insel Poel am 13.11.1715 beteiligt. Zu Ende dieses Krieges brachte der Stockholmer Frieden Preußen in den Besitz von Stettin, Vorpommern bis zur Peene gegen die Zahlung von zwei Millionen Talern.
Doch auch in Preußen hat Leopold viel für das Militär getan. Seine entscheidenste Erkennt- nis war der Umstand, dass der taktische Exerzierschritt wichtig war für die Vereinigung von Feuer und Bewegung. Er erkannte, dass der Kampf um Feuerüberlegenheit zu einem Wett- streit um Feuergeschwindigkeit wurde, und dass es angesichts der Waffenkonstruktion nicht mehr auf Treffgenauigkeit sondern auf Massensalve ankommt. Hierdurch führte er den Lade- stock ein, wesen Beherrschung unbedingt erforderlich war. Aus Erfahrungen wusste der Des- sauer, dass dazu die Dressur zu Manneszucht und Disziplin und der Willensbruch zur M e- chanisierung durch Prügel und Stock hierzu ein unlösbarer Knäuel war. Der preußische Exer- zierschritt entwickelte sich zum Marsch im Tritt, der deutlich hörbar und sehr langsam durchgeführt wurde. höchste Geschwindigkeit und vollste Perfektion wurden zu Dogmen auf preußischen Exerzierplätzen. Außerdem wurden auf Leopolds Empfehlung hin 1735 Perga- mentpatronen eingeführt.
Leopolds Tätigkeit, die darin bestand, die preußische Armee mit Normierung mittels Vor- schriften jeglicher Art restlos unter die die Verfügungsgewalt des absoluten Monarchen zu stellen, war ein entscheidendes Fundament zur Stärkung der preußischen Krone. Wenngleich
er keine initiierende Rolle in Sachen Politik spielte, stand der Dessauer dem König immer mit Rat und Tat zur Seite. Um 1700 nahm er die Umgestaltung des gesamten Steuerwesens im Fürstentum vor und 1704 kam unter Ausschaltung der Stände an die Stelle der Quartsteuer die Accise für die Städte und ab 1715 die Gaben für das Land. Innerhalb seines Fürstentums betrieb der Dessauer auch die Politik der "Ausrottung des Adels" und der "Vernichtung" der konservativen Elemente in Anhalt-Dessau. Dies geschah, indem er von 1706 bis 1741 den größten Teil adligen Grundbesitzes unter seine Kontrolle zu bringen. Ebenfalls versuchte L e- opold den Anteil des bäuerlichen Besitztums durch Aufkaufen von Bauernlegen drastisch z u- rückzudrängen. Dies gilt als eine langfristige Begünstigung der kapitalistischen Element in der Landwirtschaft Um die Stände zu beseitigen, bezog Leopold das Judentum sehr in A n- halt-Dessau ein. Er versuchte einen rationell aufgebauten Regierungsapparat zu schaffen. J e- doch hatte Leopold auch einen sehr naiven Volksglauben, der ihn dazu brachte wider den Willen seiner Mutter ,die Apothekertochter Anne-Luise Föhse zu ehelichen.
Wenngleich es in seinem Fürstentum kaum Probleme gab, hatte er im Königreich Preußen noch einige zu bewältigen. Durch den großen Klementschen Schwindel von Johann Michael von Klement im Jahre 1718 blieb das Verhältnis Leopolds zu Friedrich den Ersten selbst in guten Zeiten kühl, distanziert und voller Unverbindlichkeit. Dagegen hatte er ein sehr g utes Verhältnis zu Friedrich Willhelm, mit dem er über alles sprach und dem er alles schrieb, der aber am 31.05.1740 starb. Mit Friedrich den Zweiten hatte Leopold viele Probleme, da sich beider Auffassungen einander ausschlossen. Wegen der Uneinsichtigkeit Friedrichs des Zweiten wurde der Dessauer zum 01.04.1741 mit der Führung der Reservearmee beauftragt. Leopold, der Teufel der Potsdamer Wachtparade, rettete den Kampf bei Mollwitz Sam 10.04.1741 in letzter Sekunde und machte den Hohenzoller somit aufgeschlossener ihm g e- genüber. Doch das hielt nicht sehr lange an. Die Uneinsichtigkeit Friedrichs des Zweit wuchs wieder und kränkte den Dessauer immer mehr, sodass der nach 49 Jahren Staatsdienst die Armee verlies und sich nach Dessau zurückzog.
Doch nach der schlesischen Eroberung hatten die Preußen so hohe Kriegsangst, dass sie ei- ner anscheinenden Koalition zuvorkommen wollten, was aber missling. Am 12.12.1744 wur- de dann Leopold doch nach Schweidnitz berufen, um Schlesien und Glatz mit dem Ober- kommando rüber das gesamte Kriegsheer zu verteidigen. Auf Befehl Friedrichs des Zweiten erobert Leopold am 30.11.1745 Leipzig. Wegen den Hass, den Friedrich der Zweite auf Leo- pold und seine kritischen Handlungen sollte, befahl er ihm am 15.12.1745 nach Kesselsdorf zu marschieren, wo er 7.30 Uhr sein Glück zum letzten Mal auf die Probe stellte und all seine Erfahrungen einsetzte. Um 14.30 Uhr begann der Todesmarsch, dessen Leichen und Ver-
wundete an den Marsch von Cassano erinnerten. Doch das Glück wendete sich und nach zweieinhalb Stunden hatte Leopold seinen vielleicht letzten Sieg errungen. Zehn Tage später schloss man dann den Frieden von Dresden, der das Ende des zweiten schlesischen Kriegs bedeutete.
Am darauffolgenden 15.03. wurde auf Wunsch des Königs das säuberlich eingebundene Werk „Anfang und Anwuchs der königlich preußischen Armee“ nach Berlin übersandt, in dem Leopold all seine Erfahrungen niedergeschrieben hatte.
Am 07.04.1747 bekam Leopold ein Nervenschlag, weswegen er am 09.04.1747 letztendlich erstarb, was Friedrich der Zweite so äußerte: „Der alte Dessauer ist verrecket.“
Hierzu ist noch zu sagen, dass die Differenz zwischen Leopold und Friedrich des Zweiten wahrscheinlich dadurch kam, dass der Gegensatz eines mehr despotisch aufgefassten Absolu- tismus v on Leopolds aufgeklärtem Absolutismus Leopold von Friedrich dem Zweiten trenn- te.
Im Großen und Ganzen trug Leopold der Erste aber sehr entscheidend bei, was das politi- sche aber vor allem auch das militärische Wesen angeht. Und noch heute wird von ihm sehr viel in diesem Zusammenhang gesprochen, obwohl es die unterschiedlichsten Auffassungen von ihm gibt, und obwohl er ein sehr eigensüchtiger Mensch war. Er hatte eben seine Vor- und Nachteile.
Arbeit zitieren:
Thomas Schrowe, 1997, Der Alte Dessauer, München, GRIN Verlag GmbH
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Der Alte Dessauer.
Die vielen grammatischen und orthographischen Fehler in dieser Hausarbeit haben mich sehr gestört. Stilistisch scheint der Autor auch nicht ganz sattelfest zu sein. Manche Sätze erschienen mir geradezu unverständlich.
Diesen Beitrag über den Alten Dessauer las ich mit wenig Gewinn!
am Saturday, October 29, 2005-