Jahres sechs Jahre alt werden. Außerdem werden alle diese Kinder von einem Schularzt auf die körperliche und geistige Entwicklung hin untersucht. Die Grundschule bemüht sich, die vielfältige Entfaltung des Kindes zu fördern und knüpft an die Erfahrungen des Kindes an. Sie vermittelt die Grundfertigkeiten (lesen, schreiben, rechnen). Um den Schülern ein Einleben in die Schule zu erleichtern, unterrichtet in den Klassen eins und zwei überwiegend ein Lehrer oder eine Lehrerin (Klassenlehrerprinzip). Ab der Klasse drei unterrichten dann zunehmend Fachlehrer (Fachlehrerprinzip). Dies soll den Schülern den Übergang in die Sekundarstufe I erleichtern. Der Stundenplan umfasst in der 1. Klasse 20 - 22 Wochenstunden und steigt bis zur 4. Klasse auf 27 - 29 Wochenstunden. Die Leistungsbewertung erfolgt im gesamten Bundesgebiet in Klassenstufe 1 im Worturteil. In Brandenburg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland Pfalz wird in der 2. Klasse auf die Benotung verzichtet. Nur in Schleswig-Holstein erhalten die Schüler bis zur 4. Klasse keine Zensuren. Der Übergang in die Orientierungsstufe erfolgt ohne Aufnahmeprüfungen. Lediglich der Übergang zur Realschule oder Gymnasium erfordert ein Bestehen einer Aufnahmeprüfung.
3 Der Sekundarbereich I
3.1 Die Orientierungsstufe (Förderstufe, Beobachtungsstufe)
Die Klassenstufen 5 und 6 gehören in fast allen Bundesländern zur Orientierungsstufe. In diesen zwei Jahren werden alle Schüler auf ihr Können hin beobachtet. In einigen Bundesländer ist die Orientierungsstufe schulartunabhängig (Bremen, Niedersachsen, Teile Hessens). In den meisten Bundesländern ist die Orientierungsstufe an eine bestimmte Schulart gebunden. Trotzdem ist ein Wechsel zu einer anderen Schulart bis zum Eintritt in Klassenstufe 7 problemlos möglich. Anstatt nach der 4. Klasse soll in der Orientierungsstufe erst nach der sechsten
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Klasse eine Entscheidung über die weiterführende Oberschule gefällt werden. In den meisten Ländern entscheidet die Schule über den weiteren Bildungsweg. Die Ziele der Orientierungsstufe sind:
„ - die Förderung der Lernbereitschaft und der Lernfähigkeit des einzelnen Schülers
- die Orientierung über seine Begabungen, Fähigkeiten und Leistungen
- die Verbesserung der Schullaufbahnentscheidung
- der Ausgleich sozialer Bildungsunterschiede“ (Führ 1997, S.116) In der Orientierungsstufe unterrichten vorwiegend Haupt- und Realschullehrer.
3.2 Die Hauptschule
In den meisten Bundesländern umfasst die Hauptschule die Klassenstufen 5-9. In Nordrhein-Westfalen die Klassenstufen 5-10. In Berlin und Bremen die Klassen 7-10. In den sechziger Jahren löste die Hauptschule die frühere Volksschule ab. Hier werden grundlegende allgemeinbildende Kenntnis vermittelt. Es wird eine Fremdsprache (meist Englisch) unterrichtet. In der 7. Klasse beginnt hier das Unterrichtsfach „Arbeitslehre.“ In dieser Klassenstufe orientieren sich die Schüler um dann ab der 8. Klasse einen der drei Lernbereiche zu belegen. Die drei Lernbereiche sind:
„1. Technik, Wirtschaftslehre, Berufskunde, Informationstechnische Bildung 2. Haushalt, Wirtschaftslehre, Berufskunde, Informationstechnische Bildung 3. Wirtschaft und Verwaltung, Informationstechnische Bildung“ (Führ 1997, S.121). In der 9. Klasse wird dieses Fach durch ein dreiwöchiges Betriebspraktikum ergänzt. Der Schulabschluss ist nach der 9. Klasse der Hauptschulabschluss. Alle Schüler, die die Leistungen voll erbringen haben die Möglichkeit die 10. Klasse an der Hauptschule zu absolvieren und dann den qualifizierenden Hauptschulabschluss zu erhalten. Mit diesem Abschluss haben die Schüler die Chance die Prüfung der mittleren Reife zu absolvieren. Trotzdem ist der gesellschaftliche Ruf der Hauptschule in den letzten Jahren stark gesunken. Das kommt nicht zuletzt dadurch, dass die Schüler mit einem Hauptschulabschluss sehr geringe Chancen auf dem Ausbildungsmarkt haben. Dadurch steigen wiederum die Probleme.
Disziplinschwierigkeiten, Lernverweigerungen, Gewalt und Schul- schwänzen
3
gehören hier zum Alltag. Diese Erscheinungen tragen sehr zu dem sinkenden gesellschaftlichen Ruf der Hauptschule bei.
3.3 Die Realschule
Die Realschule ist als Schulform im 19. Jahrhundert entstanden. Jedoch geht die Idee auf den Philosophen Leibniz (1646-1716) zurück.
„Er forderte bereits vor 300 Jahren, dass sich die Erziehung auf die „realia“ erstrecken müsse, worunter er unter anderem Geschichte, Mathematik, Geographie und Physik verstand. Dem Begriff „real“ wurde Wirklichkeitsnähezugeschrieben, und so wurden die
naturwissenschaftlichen Unterrichtsinhalte als geradezu realschulspezifischangesehen, deren konkrete Inhalte an vielen Beispielen, Experimenten und Laborversuchen anschauungsreich vorgeführt werden konnten.“ (Rendant 1999, S. 92)
Die Realschule löste 1964 die Mittelschulen ab. Sie Realschule eröffnet den Schülern somit eine doppelte Perspektive. Sie bereitet sie auf die praktischen Aufgaben des Lebens. Im Vergleich zur Hauptschule vermittelt die Realschule ein erweitertes Bildungsangebot. Sie hat zwei Fremdsprachen als Pflichtfächer: Englisch und Französisch. Der gesellschaftliche Aufschwung der Realschule vollzog sich still aber stetig. Dadurch findet das Bildungsprogramm in breiten Bevölkerungsschichten Akzeptanz und Anerkennung. Auch an der Realschule ist die Differenzierung in drei Ausbildungsbereichen vorherrschend. 1. mathematisch-naturwissenschaftlicher Schwerpunkt 2. wirtschaftlicher Schwerpunkt
3. musisch-gestaltende, soziale, hauswirtschaftliche oder andere Schwerpunkte Diese Differenzierung beginnt in der Klasse 7, in Bayern ab Klasse 8. Der Realschulabschluss eröffnet ein breites Spektrum an Ausbildungsmöglichkeiten beginnend mit dem Übergang in die gymnasiale Oberstufe über die Berufsschulausbildung bis zur Lehre.
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3.4 Das Gymnasium
Gymnasien sind heutzutage die „...wahren „Haupt“-Schulen...“ (Rendant 1999, S. 129). Seit 1990 (der Tiefstpunkt in den Schülerzahlen) steigen nun die Schülerzahlen gleich und stetig. Das Gymnasium folgt in Statistiken den Grundschulen. Hier wird eine vertiefte Allgemeinbildung als Basis für wissenschaftliche Studien. Das Gymnasium ist heute die Schule die den höchsten Bildungsweg bis zum Abitur ermöglicht. Es umfasst die Sekundarbereiche 1 und 2. Die Schulzeit Schwankt im Bundesgebiet zwischen 6 und 9 Schuljahren. In diesem Abschnitt geht es um den Sekundarbereich 1 am Gymnasium. 1994 besuchten 1 538 600 Schüler die Gymnasien bis zur Klassenstufe 10. Im gesamten Land gibt es vier Typen von Gymnasien:
1. mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium (5. Klasse 1.
Fremdsprache: Englisch, 7. Klasse 2. Fremdsprache: Französisch oder Latein, ab der 9. Klasse verstärktes Unterrichtsangebot in den
Naturwissenschaftlichen Fächern)
2. neusprachliches Gymnasium (5. Klasse 1. Fremdsprache: Englisch, 7. Klasse 2. Fremdsprache: Französisch oder Latein, 9. Klasse 3. Fremdsprache: Russisch, Spanisch oder eins der genannten 2. Fremdsprache) 3. altsprachliches Gymnasium (5. Klasse 1. Fremdsprache: Latein, 7. Klasse 2. Fremdsprache: Englisch, 9. Klasse 3. Fremdsprache: Altgriechisch) 4. Spezialgymnasien (Musikgymnasium, Sportgymnasium...) Die altsprachlichen Gymnasien sind die ältesten Gymnasien (humanistische Gymnasium). Sie nehmen aber an Schülerzahlen immer mehr ab. Im Gegenteil dazu nehmen die Schülerzahlen an neusprachlichen und Natur-Wissenschaftlichen Gymnasien zu. Gruppe 1 und 2 befinden sich meist unter einem Dach (allgemeinbildendes Gymnasium) mit unterschiedlichen Zweigen (neusprachlich und natur-wissenschaftlich) ab der 9. Klasse.
Wer das Gymnasium nach der 10. Klasse verlässt, der erhält einen Schulabschluss, der dem Realschulabschluss gleichwertig ist.
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4 Der Sekundarbereich II
4.1 Die gymnasiale Oberstufe
Im allgemeinbildenden Schulsystem umfasst die gymnasiale Oberstufe die Klassenstufen 11-13 an Gymnasien und Gesamtschulen. In der ehemaligen DDR kam man mit 12 Schuljahren zum Abitur, in der BRD mit 13 Schuljahren. Mit dem Umbruch von 1989 und der Deutschen Einheit entschlossen sich viele neue Bundesländer die Oberstufe auf 13 Jahre auszubauen. Dies sollte den Schülern das Bestehen des Abiturs erleichtern (Ein Jahr länger Schule - mehr Zeit zu lernen). Neben der Übernahme des 13. Schuljahres übernahmen die neuen Bundesländer auch das Punkte- und Kurssystem. Kurssystem bedeutet, dass der Schüler in der 10. bzw. 11. Klasse die Möglichkeit hat, zwei Leistungskurse und mehrere Grundkurse zu wählen. Hier besteht die Möglichkeit, je nach Kurswahl einige Fächer abzuwählen. Pflichtfächer sind in Mecklenburg-Vorpommern an allgemeinbildenden Gymnasien Mathematik, eine Fremdsprache, Deutsch, Geschichte und Sport. Der Unterricht im Klassenverband der bis zur 10. bzw. 11. Klasse vorherrschend war wird nun durch Kursstunden ersetzt. Der Tutor tritt an die Stelle des Klassenlehrers. Der Abschluss der am Ende der 12. bzw. 13. Klasse erreicht wird ist das Abitur. Zulassungsvorraussetzungen zum Abitur sind:
1. zwei Fremdsprachen wurden erfolgreich bis zu Klassenstufe 10 geführt 2. eine bestimmte Mindestpunktzahl muss erreicht werden (5 Punkte) Die Abiturprüfung setzt sich aus mindestens 3 (darunter die zwei Leistungskurse) schriftlichen Prüfungen und mindestens einer mündlichen Prüfung zusammen. Darüber hinaus kann jedes schriftliches Prüfungsfach auch mündlich geprüft werden.
6
5 Literaturverzeichnis
Rendant, Marie-Louise: Wo unsere Kinder lernen. 1. Aufl. Reinbek: rororo, 1999
Lenzen, Dieter (Hrsg.): Erziehungswissenschaft. 1. Aufl. Reinbek: rororo, 1994
Rost, Friedrich: Lern und Arbeitstechniken für pädagogische Studiengänge. 2. Aufl. Opladen: Leske + Budrich, 1999
Führ, Christoph: Deutsches Bildungswesen seit 1945. 1. Aufl. Neuwied, Kriftel, Berlin: Luchterhand, 1997
Berufsberatung des Arbeitsamtes (Hrsg.): Wegweiser zur Berufswahl. 2000
7
6 Anhang
Anzahl der Schüler (Sekundarbereich I) in Tausend
2000
1500
1000 500
0
1960 1979 1980 1990 1993
(vgl.: Lenzen (Hrsg.), 1994, S. 436)
Anzahl der Schüler 1994
8
(vgl. Führ 1997, S. 111)
Verteilung der Schulabschlüsse bei Ausbildungsberufen in Mecklenburg-Vorpommern
Hauptschulabschluss
Keine Angaben
Abitur
Mittlere Reife
9
(vgl. Arbeitsamtbroschüre, 2000)
10
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Johannes Simon, 2001, Bildungswesen in der Bundesrepublik Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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Gute HA.
Hallo Johannes,
Deine Arbeit gibt einen guten Über-blick über das Bildungssystem in Deutschland. Was felhlt, sind die Sonderschulen. Die gehören auch dazu, oder?
Ansonsten noch viel Erfolg beim Studieren!
am Saturday, September 14, 2002-
Dirk
Schlechter gehts kaum.
Leider inhaltlich nicht tiefgehend genug,
es fehlen wesentliche Eckdaten(Humboldt,..) und Bezüge auf alternative Formen (Waldorf, ...)
am Saturday, November 02, 2002-
Franzi
Berufsschulen.
Die Berufsschulen fehlen leider. Und die sind meiner Meinung nach ganz entscheidend im dt. Schulsystem, weil sie die Durchlässigkeit und Chancengerechtigkeit wenigsten ein wenig gewährleisten, die sonst abgeht. Im Berufsgrundjahr, in ein und zweijährigen Berufsfachschulen, im Berufskolleg, im technischen Gymnasium können Schüler/innen Abschlüsse bis zum Abitur erwerben. Hier findet die Durchlässigkeit statt, die der Selektion in Gy, HS, RS und SoS abgeht.
am Tuesday, June 20, 2006-