2
2.5. Wie komplex ist die Leistungsmessung in der Schule? ......... 15 3. Fazit und Zusammenfassung ..................................................... 16
Anhang:
Literaturverzeichnis ..............................................................................18
0. Einleitung:
Leistungsbeurteilung und Leistungsmessung gehören in der Schulpraxis zu den wichtigsten Aufgaben. Man stellt sehr schnell fest, dass derartige Beurteilungen einen sehr großen Einfluss auf das individuelle, soziale und berufliche Leben nehmen. Als Lehrer / Lehrerin muss man sich mit diesem Thema deshalb sehr genau auseinandersetzen, da Zeugnisse und Zensuren das spätere Leben der Schüler / Schülerinnen bestimmen. Es ist wichtig zu wissen, was es für Beurteilungsfehler geben kann, so dass man sich selbst als
Beurteiler mit kritischen Augen sieht, um möglichst genau, objektiv und unabhängig zu bewerten.
Zunächst soll es im ersten Teil darum gehen, die klassischen Formen der Leistungsbeurteilung darzustellen. Dabei werde ich kurz die Entstehungsgeschichte der Begriffe Leistung, Leistungsstreben,
Leistungsanforderung, Leistungsorientierung und Leistungsprinzip erläutern sowie auf die Geschichte der Zeugnisse eingehen. Im darauf folgenden Schritt stelle ich den Zusammenhang von Schule und Leistungsgesellschaft dar. Im Anschluss daran gehe ich auf Leistung als pädagogisches Prinzip ein. In einem diesen Teil abschließenden Schritt werden die Funktionen von Noten und Zeugnissen, die theoretischen Grundlagen des Beurteilens sowie mögliche Beurteilungsfehler diskutiert.
1. Was ist Leistung?
Die allgemeine Definition aus einem Lexikon lautet folgendermaßen: Leistung ist der Grad einer körperlichen, geistigen und psychologischen Beanspruchung sowie auch deren Ergebnis. 1 Anders ausgedrückt handelt es sich um „die zur Erlangung eines Zieles aufgewandte und auf einen Gütemaßstab bezogene
1 vgl. M.S. Home Lexirom (CD-Rom)
3
Anstrengung“. 2 Eine Gruppe, die Gesellschaft oder ein Individuum bestimmt, was als Leistung angesehen wird bzw. was nicht anerkannt wird. 3 Folgende Stichpunkte sind relevant für den Begriff der Leistung:
Zielgerichtetheit Gütemaßstab. Der Gütemaßstab umfasst hier Bereiche wie z.B. Kreativität, Präzision usw.
1.1. Leistungsstreben, Leistungsanforderung, Leistungsorientierung,
Leistungsprinzip:
Dem Menschen ist von Natur aus der Ehrgeiz gegeben, Anerkennung in der Öffentlichkeit zu erlangen. Manchmal ist dieser Wunsch durch Frustrationen oder Ähnlichem geschwächt, doch in der Regel möchte jeder in seiner Umwelt einen Nutzen erfüllen. Dieses Verlangen bezeichnet man als Leistungsstreben. 4 Doch keiner kann leben, wenn nur seine Funktion bzw. Leistungsfähigkeit betrachtet und wertgeschätzt wird. Man muss gewiss sein, dass die Familie und Freunde einen auch bei Misserfolgen noch mit freundlichen Augen anschauen und die Sympathie nach wie vor gegeben ist.
Obgleich jeder Mensch derartige Wünsche wie eben beschrieben vorweist, ist es nicht automatisch gegeben, dass er sich auch Leistungsanforderungen stellen muss. Derartige Anforderungen werden stets von außen gestellt, die es zu erledigen gilt. Aber wenn es ein Grundbedürfnis eines Jeden sei, seine Leistungen gern zu präsentieren, ist es fragwürdig, warum z.B. in der Schule z.B. Klassenarbeiten meist unter Zwang geschrieben werden. Leistungsorientierung entsteht dann, wenn ein junger Mensch die von außen gestellten Leistungsanforderungen verinnerlicht und sich zu eigen macht. Nachdem dies geschehen ist, wächst sein Leistungsstreben. Im Mittelalter war es noch so, dass durch die Geburt der gesellschaftliche Stand entschieden wurde. Mit der Zeit änderte sich dieses und das
2 Sacher, Werner: Prüfen - Beurteilen - Benoten, Bad Heilbrunn 1996. S.1.
3 Stephan, Egon; Schmidt, Wolfgang (Hrsg.): Messen und Beurteilen von Schülerleistungen, München-Wien-Baltimore 1978. S.38.
4 vgl. Sacher, Werner: Prüfen - Beurteilen - Benoten, Bad Heilbrunn 1996. S.1.
4
Leistungsprinzip entstand. Hierbei handelt es sich um die normative Basis einer Leistungsgesellschaft, d.h., dass es sich um eine Art Zuweisung in allen gesellschaftlichen Lebensbereichen handelt. 5
1.2. Wie kann man dieses Leistungsprinzip auf die Schule übertragen? Eine Übertragung des Leistungsprinzips von dem wirtschaftlichen Bereich auf den Bereich der Schule ist eigentlich nur schwerlich möglich. Die Meinung ist nämlich verbreitet, dass sich inmitten einer Leistungsgesellschaft auch eine Leistungsschule befinde. Diese Ansicht kann man aber nur teilweise
unterstützen, da unsere Gesellschaft nicht nur durch Leistung bestimmt wird. Diesen Punkt kann man schon daran erkennen, dass manche Führungspositionen oder Ähnliches nicht nur aufgrund des Könnens bzw. der Fähigkeit besetzt worden sind. Ein Beispiel dafür ist es, dass man in vielen Fällen zu einer Beförderung gelangt, wenn man lange genug in dem gleichen Unternehmen tätig war.
Für die Lehrkraft gilt es nun zu übermitteln, dass es sich bei unserer Gesellschaft um eine leistungsorientierte handelt. Auf diese Weise trägt der Lehrer / die Lehrerin dazu bei, dass auch die Schüler / Schülerinnen erkennen, dass es nicht ausschließlich nur auf Leistung ankommt, sondern auch andere Faktoren eine Rolle spielen.
Hinzu kommt, dass jeder Mensch durch seine Umwelt beeinflusst wird, sei es im positiven oder im negativen Sinn. In der Schule spielt beispielsweise die Zusammensetzung der Klasse eine große Rolle oder die Ausstattung mit Lehrbzw. Lernmitteln.
Es gibt natürlich auch Kinder, die aufgrund ihrer Umwelt ihr Leistungspotential aus verschiedenen Gründen, wie z.B. familiäre Belastungen,
nicht präsentieren können. Gerade bei solchen Kindern ist es von Wichtigkeit, dass sie sich in der Schule geborgen fühlen können und den Stress zu Hause lassen können. Was diese Kinder nicht brauchen, ist unnötiger Leistungsstress. Dem sind sie meistens noch nicht gewachsen, da sie in der Schule erst einmal lernen müssen, Selbstvertrauen zu entwickeln, womit sie den Alltag meistern
5 Stephan, Egon; Schmidt, Wolfgang (Hrsg.): Messen und Beurteilen von Schülerleistungen,
5
können. Es ist aber anzumerken, dass die Lernvoraussetzungen nicht bei allen Kindern gleich gegeben sind, weshalb man nicht mehr von Chancengleichheit in der Schule sprechen kann.
Eine Übertragung ist auch aus pädagogischer Sicht mit Bedenken verhaftet, da sich bei den Kindern während der Schulzeit erst einmal eine starke Persönlichkeit entwickeln muss. Denn erst mit Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl sind sie gewappnet für diese leistungsorientierte Gesellschaft. Dennoch ist es aber so, dass das Leistungsprinzip sehr stark in der Schule vertreten ist, da es besonders auf gute Zensuren ankommt. Überspitzt formuliert heißt das so viel, dass vor allem anderen die kognitiven Leistungen stehen. 6
1.3. Leistungsorientierung und Leistungsprinzip aus pädagogischer Sicht: Es stellt sich natürlich die Frage, wie Lehrkräfte in der Schule mit dem Aspekt der Leistung umgehen sollen. Wie in „1.2. Wie kann man dieses
Leistungsprinzip auf die Schule übertragen?“ schon angedeutet, gibt es viele verschiedenen Kinder, die mit unterschiedlichen Voraussetzungen, wie z.B. die Persönlichkeit als auch die familiären Bedingungen betreffend, in die Schule kommen.
Einige Schüler / Schülerinnen brauchen sogar Leistungsdruck, um ihr Potential zu zeigen. Hier muss die Lehrkraft sehr geschickt sein, um bei ihnen eine intrinsische Motivation hervorzurufen. Es muss ihnen Spaß machen, aber sie sollten selbstverständlich nicht für den Lehrer / die Lehrerin arbeiten bzw. sich gezwungen sehen, etwas zu tun. Das Ziel einer intrinsischen Motivation wäre dann gehörig verfehlt wäre.
Auch in der Schule ist es wichtig, dass sich das Kind wohlfühlt und sicher sein kann, dass es auch bei Misserfolgen akzeptiert und toleriert wird. Ermutigungen, Trost und Unterstützung sind wichtige Aspekte, die ein Lehrer / einen Lehrerin stets vermitteln sollte.
Die Lehrkräfte müssen also so handeln, dass sich das Leistungsverständnis nicht nur auf den kognitiven Aspekt beschränkt, sondern müssen vielmehr auch die emotionale und soziale Ebene in den Vordergrund rücken. Demzufolge
München-Wien-Baltimore 1978. S.38.
6 vgl. Sacher, Werner: Prüfen - Beurteilen - Benoten, Bad Heilbrunn 1996. S.6/7.
6
sollte man das Konkurrenzdenken in den Klassen möglichst gering halten und auch nicht oft individuelle Leistungen anpreisen.
Da sich die Kinder erst allmählich entwickeln, sollte auch daran angepasst die Entwicklung bzw. der Prozess der Leistungsgewinnung gefördert und honoriert werden. „Das Überprüfen und Beurteilen von vorhandenen Leistungen hat demgegenüber nachgeordnete Bedeutung. Lehrer sind im Hauptberuf Leistungsentwickler und nicht Notenbuchhalter und Vermessungsbeamte für Leistungen.“ 7 Schlussfolgernd müssen in den Schulen Zeiten vorhanden sein, in denen dem Schüler / der Schülerin Freiraum gegeben wird, etwas ohne Bewertung und Leistungsdruck zu schaffen.
2. Formen der Leistungsmessung:
In der Schule werden für den einzelnen entscheidende Weichen für das Berufsleben, für den sozialen Status und damit zusammenhängend die innere Zufriedenheit gestellt. Somit kommt der Schule eine Art „Verteilerrolle“ zu, die Lebenschancen sozusagen zuteilt. 8
Es gibt externe und interne Beurteilungen. 9 Bei der externen Beurteilung handelt es sich um Zensuren, Gutachten usw., während interne Beurteilungen die emotionale Ebene widerspiegeln, beispielsweise ein fleißiger Schüler. Daraus folgert man, dass externe Beurteilungen von den internen beeinflusst werden. Dadurch können Messfehler entstehen, weshalb der Beurteiler stets objektiv sein muss, was nicht immer eingehalten wird. Trotzdem werden die Leistungen weiterhin durch Schulnoten bzw. Schulzensuren gemessen. Als Basis für die Urteile gelten folgende Punkte:
Beobachtung des Schülers / der Schülerin während des Unterrichts (Aufmerksamkeit, Meldeverhalten, usw.) gezielte mündliche Leistungskontrolle (Abhören von Hausaufgaben usw.)
schriftliche Leistungskontrolle (Klassenarbeiten, Tests, usw.)
7 Sacher, Werner: Prüfen - Beurteilen - Benoten, Bad Heilbrunn 1996. S.63.
8 Stephan, Egon; Schmidt, Wolfgang (Hrsg.): Messen und Beurteilen von Schülerleistungen, München-Wien-Baltimore 1978. S.13.
9 Kleber 1976 S.17. in: Stephan, Egon; Schmidt, Wolfgang (Hrsg.): Messen und Beurteilen von Schülerleistungen, München-Wien-Baltimore 1978. S.16.
7
2.1. Geschichte von Prüfungen, Zeugnissen und Zensuren:
Das Bewerten, Benoten und Beurteilen von Schüler- / Schülerinnenleistung setzt eine Gesellschaft voraus, die auf dem Leistungsprinzip basiert. Die Entwicklung der Zeugnisse verläuft nicht einlinig, da sich vier Grundformen zu unterscheiden gilt: a. Benefizienzeugnis b. Reifezeugnis c. Abgangszeugnis d. Periodische Zeugnis.
Die Entwicklung der Geschichte der Zeugnisse hat ihre Vorläufer im 16. Jahrhundert in der höheren Schule. Einen Entwicklungscharakter kann man bei den vier eben genannten Grundformen nicht ausmachen, da sie heute teilweise noch parallel nebeneinander bestehen. Historisch ist nur die erste Form, und zwar das Benefizienzeugnis. 10 Dadurch wurde ausgedrückt, dass der Empfänger hinsichtlich seiner charakterlichen Eigenschaften und seiner Leistung fähig sei, ein Stipendium zu erhalten. Gleichzusetzen ist dieses Zeugnis demnach mit einem Empfehlungsschreiben für bedürftige Schüler / Schülerinnen. Für Kinder aus wohlhabenden Familien war ein solches Zeugnis nicht nötig, da ihnen alle Türen zu einer höheren Bildung offen standen. 11 Der Staat hatte also ein Interesse daran, seine Anwärter hinsichtlich ihrer ,,Tüchtigkeit" zu überprüfen; ein Vorläufer der Leistungskontrolle war entstanden. Diese Leistungskontrolle hatte aber auch eine enorme ,,revolutionäre Sprengkraft", da sie nun auch Söhnen aus niedrigerem Stande das Universitätsstudium ermöglichten.
Im 16. und 17. Jahrhundert wurde das Prüfungs- und Beurteilungswesen an jesuitischen Schulen perfektioniert. An stattlichen Schulen kam es erst im 18. und 19. Jahrhundert.
Die Einführung von Zensuren für das höhere Schulwesen erreichte mit der Einführung des Abiturientenexamens (1812) eine neue Stufe. Dort wurde den Schülern ihre ,,charakterliche und intellektuelle Reife" mit den Prädikaten ,,unbedingt tüchtig", ,,bedingt tüchtig" und ,,untüchtig" attestiert. Die Einführung der Zensuren und Zeugnisse fand am Ende des 19. Jahrhunderts
10 Ingenkamp, Karlheinz (Hrsg.): Die Fragwürdigkeit der Zensurengebung, Basel 1995 9 . S.52.
11 vgl. Sacher, Werner: Prüfen - Beurteilen - Benoten, Bad Heilbrunn 1996. S.7.
8
statt. Sie dienten als ,,Hilfe zur sittlichen Erziehung" und fanden in der Fünferskala (I. sehr gut; II. gut; III. genügend; IV. noch nicht genügend; V. ungenügend) ihren Ausdruck.
Für das niedere Schulwesen zeichnete sich ein anderes Bild ab. Obwohl die Einführung der Teilnahme am Unterricht seit dem 18. Jahrhundert für alle
Schüler vorgesehen war, entsprach dies nicht der Realität. Das niedere Schulwesen zeichnete sich durch eine Vermittlung von Minimalkenntnissen und ,,die Sozialisation der Schüler zu frommen und ordentlichen, autoritätsgläubigen und kaiser- und königstreuen Untertanen" 12 aus. Die Zensuren hatten dort eine andere Funktion. Sie dienten vornehmlich als Kontrolle des Schulbesuchs.
Während auf dem Land weiterhin ein- bis zweiklassige Schulen bestanden, vollzog sich ihm städtischen Schulwesen allmählich eine tiefgreifende Veränderung. Dort wurden zum Ende des vorigen Jahrhunderts nach Geschlecht und Klassenstufen ausdifferenziert. Diese Differenzierung hatte zur Folge, dass nun auch im niederen Schulwesen Versetzung und Zensuren zunehmend an Bedeutung gewannen. Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass dies auch als ein Bemühen der Volksschullehrerschaft um die Förderung ihres Ansehens gesehen werden kann. 13 Die Reichsschulkonferenz von 1920, die die gemeinsame Grundschule für Schülerinnen und Schüler beschloss, gab der Diskussion um Zensuren in der Volkschule erneuten Anstoß. Den ersten vier Jahren der Grundschule wurde hier eine große Bedeutung zugeschrieben. Der Grundstein für die Selektion nach vier Grundschuljahren war gelegt und das ,,Urteil der LehrerInnen beim Übergang in weiterführende Schulen wurde in Zensuren ausgedrückt". 14 Dieser kurze Einblick in die geschichtliche Entwicklung zeigt sehr deutlich, dass Zeugnisse stets der Auslese und Sozialisation dienten.
2.2. Funktionen von Noten und Zeugnissen:
Was im Volksmund gemeinhin als ,,gute oder schlechte Note" bezeichnet wird, erfüllt mehrere Funktionen, die im folgenden dargestellt werden.
12 Kraul, M. in: Pädagogik 3, 1995. S. 33.
13 vgl. Kraul, M. in: Pädagogik 3, 1995. S. 34.
15 Kraul, M. in: Pädagogik 3, 1995. S. 34.
9
In der gängigen Ziffernnotenpraxis (Sechser-Skala) stellen die Einzelnoten eine Fülle von Informationen dar, die in einer einzelnen Zahl zusammengefasst sind. Man kann hier auch von einer Kommunikation im Sinne eines Sender-Medium-Empfänger-Systems sprechen. Die Lehrerin sendet über das Medium der Note eine bestimmte Information. Die Schülerin muss diese Information decodieren und im besten Falle hat die Botschaft eine Wirkung. Dass diese Kommunikation auch fehlschlagen kann, etwa wenn der Sender Beurteilungsfehlern unterliegt oder durch die fehlende Transparenz das Zustandekommen der Note vom Empfänger als nicht nachvollziehbar gesehen wird, liegt auf der Hand.
Die wesentlichen Funktionen von Noten oder die Information, die bei diesem Kommunikationsprozess ausgetauscht werden, seien im Folgenden dargestellt: Kontrolle
Die Note gibt dem Beurteilenden Auskunft über den jeweils erreichten Kenntnisstand des zu Beurteilenden. In den meisten Fällen liegt dem der Bildungsplan zugrunde und inwiefern die darin enthaltenen Fähigkeiten und Kenntnisse beherrscht werden. Die Kontrollfunktion ist in erster Linie eine organisatorische Funktion, da durch Noten und Zeugnisse formal kontrolliert werden kann, ob eine Schülerin den Kenntnisstand für z.B. die nächste Klassenstufe erreicht hat. Die einzelnen Schulen werden durch die Zensuren auch kontrolliert, so dass es auffällt, wenn sie weit unter dem Landesdurchschnitt bzw. weit darüber liegt. In solchen Fällen kommt es zu einer genauen Untersuchung. 15 Bericht
Noten und Zeugnisse dienen als Bericht für außenstehende Dritte (Eltern, zukünftiger Arbeitgeber). Das Zeugnis soll die Eltern über den Kenntnisstand ihrer Kinder informieren. In der Regel müssen sie (die Eltern) die Kenntnisnahme mit einer Unterschrift bestätigen. Berechtigungen
Zeugnisse stellen den formalen Nachweis für das Durchlaufen einer bestimmten Schullaufbahn dar. Sie sind Berechtigung für den Übergang in eine andere Institution (weiterführende Schule oder Ausbildung).
15 vgl. Sacher, Werner: Prüfen - Beurteilen - Benoten, Bad Heilbrunn 1996. S.15.
10
Durch ihren formalen Charakter erübrigt sich die weitere inhaltliche Überprüfungen des Kenntnisstands des jeweiligen Zeugnisinhabers.
Das Zeugnis stellt die Verteilerstelle für die weiteren schulischen oder beruflichen Möglichkeiten eines Schülers / einer Schülerin dar. Dabei kommt dem Zeugnis eine Selektionsfunktion zu, die Lebensschicksale beeinflussen und steuern kann. Diese Auslesefunktion stellt demnach auch eine Belastung des pädagogischen Auftrages der Schule dar. Sacher (1996) spricht an dieser Stelle auch von einer ,,Stigmatisierung der Abgewiesenen"
16
und weist auf die Gefahr für die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und Jugendlichen hin.
Rückmeldung und Steuerung im Lernprozess
Zeugnisse und Noten geben der Lehrperson und den Schülerinnen und Schülern Rückmeldung über ihren jeweils individuellen Kenntnisstand. Es können aufgrund des Ergebnisses also Aussagen oder Maßnahmen für die Organisation des weiteren Unterrichts getroffen werden. Für die Lehrperson bieten sie demnach auch eine Aussagekraft inwiefern die Organisation des Unterrichts den Lernenden entspricht oder nicht entspricht. Die Schülerinnen und Schüler hingegen erhalten Informationen in welcher Art und Weise sie einen bestimmten Leistungsstand erreicht haben und wo noch Defizite herrschen.
Motivation
Noten erfüllen eine extrinsische Motivationsfunktion. Sie sind von außen gesetzte Anreize, gute Noten zu erhalten oder schlechte zu vermeiden.
Die Disziplinierungsfunktion kann sowohl positiv als auch negativ sein. Dies wird deutlich, wenn man an die gängige Methode von Eltern und Verwandten denkt, die gute Zensuren bzw. Zeugnisse belohnen und schlechte Leistungen nicht honorieren oder sogar bestrafen. Sacher (1996) führt dazu aus, dass Rückmeldungen über Leistungen auf Schülerinnen auch einen als positiv zu bewertenden
Disziplinierungseffekt im Sinne von einer realistischeren
16 Sacher, Werner: Prüfen - Beurteilen - Benoten, Bad Heilbrunn 1996. S.10.
11
Selbsteinschätzung haben können, weist aber auch auf die Gefahr des Missbrauchs der Disziplinierungsfunktion hin, etwa wenn es um gezieltes Vorgehen gegen einzelne Schüler geht.
17
Sozialisation
Sacher (1996) spricht zusätzlich noch von einer Sozialisationsfunktion von Noten. Zum einen müsse die nachfolgende Generation in die Leistungsgesellschaft und die bürokratische Gesellschaft eingeführt werden, zum anderen finde dadurch auch die ,,Akzeptanz eines Zertifikatenunwesens"
18
statt. Eine dritte Komponente der Sozialisationsfunktion stellt das sogenannte ,,cooling out" dar. Sacher fasst dieses Phänomen folgendermaßen zusammen: Die anfängliche Motivierung aller zum Wettbewerb, um die begehrten Positionen anzutreten, ist nötig, damit man sich bei der Selektion für die ranghohen Positionen auf eine möglichst breite Basis stützen kann und wirklich die besten von allen auswählen kann. Bei den Erfolglosen muss darauf aber eine Abkühlung der Motivation folgen, um den sozialen Frieden zu wahren und den Zusammenhalt der Gesellschaft zu sichern.
19
Prognose
Zeugnisse und Noten geben Dritten (meist Arbeitgebern oder weiterführenden Schulen) Auskunft über einen zu erwartenden Lernstand bzw. Lernfortschritt. Außerdem dienen sie als ,,gesellschaftliche und wirtschaftliche Planungsdaten" 20 , die Auskunft über ein zur Verfügung stehendes Nachwuchspotential geben.
2.3. Grundlagen und unverzichtbare Funktionen des Prüfens und Beurteilens: Dass Noten nicht einfach willkürlich gegeben werden dürfen, erscheint, wenn man sich an seine eigene Schulzeit erinnert und sich einige Diskussionen über die Ungerechtigkeit einer Note im Aufsatz in Erinnerung ruft, nicht nachvollziehbar. Tatsache ist jedoch, dass jede Beurteilung (vom Aufsatz bis zum Staatsexamen) Gütekriterien erfüllen muss, die überprüfbar sind und im
17 vgl. Sacher, Werner: Prüfen - Beurteilen - Benoten, Bad Heilbrunn 1996. S.17.
18 Sacher, Werner: Prüfen - Beurteilen - Benoten, Bad Heilbrunn 1996. S.11.
19 vgl. Sacher, Werner: Prüfen - Beurteilen - Benoten, Bad Heilbrunn 1996. S.12.
20 Bohl in: Lehren und Lernen 8, 1998. S. 28.
12
Zweifelsfall sogar zur rechtlichen Klärung (allerdings nur auf formaler Ebene) hinzugezogen werden können. Im folgenden Abschnitt soll dargestellt werden, welchen Gütekriterien Beurteilungen unterliegen.
Die für die Leistungsbeurteilung in der Schule bedeutendsten Kriterien sind die Objektivität, die Reliabilität und die Validität.
Eine Beurteilung ist objektiv zu nennen, wenn verschiedene Beurteilerinnen zu einem selben Urteil gelangen. Dass dies eine Idealvorstellung darstellt, hat Ingenkamp (1995) in seiner Untersuchung „Die Fragwürdigkeit der Zensurengebung“ hinreichend dargestellt.
Ein weiteres Kriterium stellt die Reliabiltät dar. Ein Messvorgang ist dann reliabel, wenn er unabhängig von dem, was gemessen wird, möglichst genau ist. Im Idealfall würde das bedeuten, dass zwei verschiedene Messungen bzw. Beurteilungen mit dem gleichen Messinstrument durch denselben Beurteiler immer die gleiche Note ergeben müsste.
Als drittes Kriterium ist noch die Validität (Gültigkeit) zu nennen, die Auskunft darüber gibt, inwiefern gemessen wird, was das Messinstrument zu messen beansprucht. Dabei wird unterschieden in:
Prognostische Validität:
Damit ist der Vorhersagewert von Zeugnissen, etwa beim Wechsel von der Orientierungsstufe auf das Gymnasium gemeint.
Curriculare Validität:
Mit dieser Art der Validität ist die Übereinstimmung der Leistungsüberprüfung mit den Anforderungen des Lehrplans.
Inhaltliche Validität:
Die inhaltliche Validität lässt sich mit folgender Grundfrage beschreiben: „Misst meine Prüfung, Kompetenzen, welche der Schüler im Unterricht wirklich erwerben konnte?“ 21 .
Dieses Gütekriterium lässt sich am besten im lernzielorientierten Unterricht mit genau operationalisierten Zielen überprüfen.
Übereinstimmungsvalidität:
Diese Gültigkeit liegt dann vor, wenn verschiedene Aspekte im Unterricht, z.B. mündliche und schriftliche Leistungen, übereinstimmen. 22
21 Sacher, Werner: Prüfen - Beurteilen - Benoten, Bad Heilbrunn 1996. S.27.
22 vgl. Sacher, Werner: Prüfen - Beurteilen - Benoten, Bad Heilbrunn 1996. S.30.
13
Theoretisch müsste jede Klassenarbeit und jede mündliche Prüfung anhand dieser Kriterien überprüft werden. Die Zweitbeurteilung, etwa bei Abiturprüfungen stellt solch eine Absicherung auf Fehlerquellen bei der Beurteilung dar. Doch gerade im alltäglichen Unterrichtsgeschehen und bei der gängigen Beurteilung in der Schule lassen sich einige Beurteilungsfehler finden, die den Lehrpersonen - sei es durch mangelnde Informationen oder zu viel ,,Routine" - oft gar nicht mehr bewusst sind. Selbstverständlich treten dann auch Beurteilungsfehler auf, die im Folgenden näher erläutert werden.
2.4. Beurteilungsfehler:
Wie wir schon gesehen haben stellen Notenziffern oder andere Beurteilungen eine Codierung der Fülle von Einzelwahrnehmengen und Beobachtungen dar. Der Empfänger muss diese entschlüsseln, um die Bedeutung zu verstehen. Dabei ist es wichtig auf die Subjektivitäts- und Ausschnittsbezogenheit von Beurteilungen hinzuweisen, woraus sich ernstzunehmende Beurteilungsfehler ergeben können.
Implizite Persönlichkeitstheorie: Dies ist eine subjektive Theorie darüber, wie eine Reihe von Eigenschafts- und Persönlichkeitsmerkmalen untereinander zusammenhängen. Als Beispiel nennt er einen unaufmerksamen Schüler, der vom Lehrer (implizit) auch als unordentlich, uninteressiert, unruhig und uninteressiert gedacht wird, obwohl die Gründe für das Verhalten des Schülers nicht reflektiert werden.
Haloeffekt:
(von griech. ελος = Hof, feuchte Niederung, Sumpf) 23
Hierbei handelt es sich um eine Beschreibung für eine subjektiv verfälschte Wahrnehmung bei der Persönlichkeitsbeurteilung eines Menschen. Beim Haloeffekt orientiert sich der Beurteiler an einem vermeintlich zentralen Merkmal der Person und stimmt andere
Persönlichkeitseigenschaften darauf ab. Beispiel: Wer lügt, der stiehlt auch.
23 Gemoll, Wilhelm: Griechisch- deutsches Schul- und Handwörterbuch, München1965 9 . S.266.
14
Merkmale, die ein Beurteiler für logisch zusammenhängend hält, werden gleichsinnig behandelt 24 : z.B.: ein Schüler steht alleine auf dem Pausenhof, der Lehrer beobachtet dies mehrmals und folgert daraus Einsamkeit, Unsicherheit und Probleme zu Hause. Am Ende dieser ,,logischen Kette" könnte dann auch das Gesamtbild des schlechten Schülers stehen.
(nach der Gestalt der griechischen Mythologie) Bezeichnung für die vermeintliche Tatsache, dass Schüler, die ihre Lehrkraft für intelligent hält, während der Schulzeit eine bessere Intelligenzentwicklung zeigen als Kinder, die dem Lehrer weniger intelligent zu sein scheinen. 25
Dieser Effekt bedeutet demnach, dass sich Ergebnisse entsprechend den Erwartungen oder Wunschvorstellungen des Beurteilers einstellen.
Die Beurteiler tendieren zur Mitte und meiden Extremwerte. Gelegentlich könnte ein derartiges Verhalten Unsicherheit auf Seiten der Lehrperson sein. 26
Die Beurteilungen ändern sich je mehr Zeit vorangeschritten ist. Als Beispiel sei hier genannt, dass es eher unwahrscheinlich ist, als erster Prüfling eine Eins zu bekommen, da die Prüfer erst abwarten, was ,,noch kommt". Oder ein anderes Beispiel könnte die folgende Auffassung hervorlocken: „Fünf Einsen hintereinander? Das gibt es doch gar nicht!“ 27
24 vgl. Stephan, Egon; Schmidt, Wolfgang (Hrsg.): Messen und Beurteilen von
Schülerleistungen, München-Wien-Baltimore 1978. S.71.
25 aus: M.S. Home Lexirom
26 vgl. Stephan, Egon; Schmidt, Wolfgang (Hrsg.): Messen und Beurteilen von Schülerleistungen, München-Wien-Baltimore 1978. S.70.
27 vgl. Sacher, Werner: Prüfen - Beurteilen - Benoten, Bad Heilbrunn 1996. S.39.
28 vgl. Stephan, Egon; Schmidt, Wolfgang (Hrsg.): Messen und Beurteilen von Schülerleistungen, München-Wien-Baltimore 1978. S.70.
15
Mit diesem Effekt ist der Grad des persönlichen Verhältnisses zwischen Beurteiler und zu Beurteilendem gemeint. Wenn dies sehr negativ oder sehr positiv ist, kann es Einfluss auf die jeweilige Beurteilung haben. 28
Dieser Effekt bezeichnet den Grad der Anforderungen des Beurteilers. Stellt dieser an sich selbst sehr hohe Anforderungen, so ist es wahrscheinlich, dass er an Dritte auch (ungerechtfertigte) hohe Anforderungen stellt.
Herstellen von Normalverteilungen:
Hier ist die Tendenz festzustellen, dass bei Beurteilungen beispielsweise von Klassenarbeiten die Gauß’sche Glockenkurve berücksichtigt wird und stets bzw. häufig nach diesem Motto die Zensuren ausfallen: wenige Extremwerte und viel Durchschnittswerte. 29
2.5. Wie komplex ist die Leistungsmessung in der Schule? Bislang wurde stets von „Leistungsmessung“ gesprochen und die Beurteilung in der Schule wurde dargestellt wie ein Messvorgang. Dies soll nun präzisiert werden, da der Lehrkraft noch weitere Aspekte abverlangt werden und nicht nur „gemessen“ wird.
29 Beruht auf Ergebnissen des Seminars „Leistungsbeurteilung und Beratung in Schulen“ im WS 2000/01 bei Herrn W. Deister.
16
Der Unterricht ist besonders ausschlaggebend für die zu messende Größe. Ist der Unterricht schlecht, so werden wohl auch schlechte Zensuren folgen. Die Lehrkraft hat demnach Einfluss auf die Resultate. Außerdem kann die Lehrperson steuern und selbst entscheiden, was an Wissen abgefragt werden soll. Auf diese Weise stellt er einen Bezug zu seinem Unterricht dar. Dies geschieht durch eigene Anfertigung des Messinstruments, wie z.B. Klassenarbeiten. Auch die Korrektur geschieht in der Regel nur durch den Lehrer/ die Lehrerin selbst. Im Anschluss daran muss noch eine Auswertung von ihm /ihr stattfinden, die besagt, ob das Ergebnis des jeweiligen Schülers / der jeweiligen Schülerin „sehr gut“ (1), „gut“ (2), „befriedigend“ (3), „ausreichend“ (4), „mangelhaft“ (5) oder „ungenügend“ (6) ist.
An diesem Vorgang wird die Komplexität der Leistungsmessung in Schule deutlich.
3. Fazit und Zusammenfassung:
Nachdem ich im ersten Teil dieser Arbeit den Leistungsbegriff vorgestellt habe und im zweiten Teil näher auf die Leistungsmessung eingegangen bin, möchte ich in diesem letzten Teil ausgewählte Punkte dieser Beurteilungsformen diskutieren.
Die Bewusstmachung der Verantwortung, die man als zukünftige Lehrperson bei der Beurteilung von Schülern und Schülerinnen hat, wird deutlich, wenn man sich die Funktionen von Noten und Zeugnissen nochmals verdeutlicht. Diese Tatsache macht es notwendig, diese Thematik schon im Lehramtsstudium zu problematisieren. Ähnliches gilt für die Bewusstmachung und kritische Reflexion von Beurteilungsfehlern. Daran anzuschließen wäre eine explizite Diskussion des heute zugrundeliegenden Leistungsprinzips (Medien- und Informationszeitalter, Problematik der Pluralität der Postmoderne), und dem sich daraus ableitenden
pädagogischen Auftrag der Schule. Ich schließe mich Sacher (1996) an, der konstatiert, dass das Leistungsprinzip heute nicht mehr (oder immer noch nicht) das einzige Prinzip ist, nachdem Positionen verteilt werden. Die pädagogische Aufgabe der Schule - oder zumindest ein Teil davon - ist es, dies transparent zu machen und die Schüler und Schülerinnen darauf vorzubereiten.
17
Diese Aufgabe ist vor allem an der Hauptschule von großer Bedeutung, da dort der ,,Stigmatisierungseffekt" so hoch ist, dass selbst gute Noten bei der Verteilung von Arbeitsplätzen nicht die Rolle spielen, die sie, objektiv gesehen, eigentlich spielen sollten.
Abschließend ist zu sagen, Punkt „1.3. Leistungsorientierung und Leistungsprinzip aus pädagogischer Sicht“ aufgreifend, dass große Chancen in den Freiräumen der Schule liegen, bei denen die Schüler und Schülerinnen ohne jegliche Bewertung etwas tun dürfen. Auf diese Weise könnten die Kinder lernen, sich selbst realistisch einzuschätzen. Diese Selbsteinschätzung kann gegebenenfalls dann auch zu einer intrinsischen Motivation führen, etwas besser machen zu wollen, weil der Schüler / die Schülerin es selbst so möchte, und nicht weil es von außen an sie herangetragen wird. Und ist dies nicht die Kernaussage des Zitates von Maria Montessori: ,,Hilf mir, es selbst zu tun."?
Anhang: Literaturverzeichnis:
Bohl: in: Lehren und Lernen (8), 1998.
Gemoll, Wilhelm: Griechisch- deutsches Schul- und Handwörterbuch, München: R. Oldenbourg Verlag 1965 9 .
Ingenkamp, Karlheinz (Hrsg.): Die Fragwürdigkeit der Zensurengebung. Texte und Untersuchungsberichte. Beltz Verlag: Weinheim und Basel 1995 9 . Kleber; Eduard W.: Tests in der Schule. München: Ernst Reinhardt Verlag 1979.
Kraul, M.: Wie die Zensuren in die Schule kamen. In: Pädagogik (3), 1995. M.S. Home Lexirom
Sacher, Werner: Prüfen - Beurteilen - Benoten. Grundlagen, Hilfen und Denkanstöße für alle Schularten. Bad Heilbrunn: Klinkhardt 1996 2 . Schelten, Andreas: Grundlagen der Testbeurteilung und Testerstellung. Heidelberg: Quelle und Meyer 1980.
Stephan, Egon; Schmidt, Wolfgang (Hrsg.): Messen und Beurteilen von Schülerleistungen. München-Wien-Baltimore: Urban und Schwarzenberg 1978 1 .
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Mendy Kandziora, 2001, Leistungsbeurteilung und Leistungsmessung in Schulen, München, GRIN Verlag GmbH
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