2
- Großteil durch Arbeitsplatzmangel & schlechter Ausrüstung => nicht im formellen Sektor aufgenommen
- informelle Sektor ->> „Auffangbecken“ (sichert Überleben) (siehe auch Abb. 1)
3. Strukturmerkmale des informellen Sektors
3.1 Merkmale
- nicht offiziell statistisch erfasst
- entziehen sich der Steuer
- keinen Zugang zu offiziellen Krediten
- bekommen (meist) keine Fördermittel
- keine staatlichen sozialen Absicherungen
- Selbstversorgungsprinzip -> Subsistenzwirtschaft (Eigenproduktion ohne Verbindung zu anderen Wirtschaftssektoren)
- bescheiden Betriebsgröße oder Einzelunternehmen
- Ein- und Ausstieg leichter als im formellen Sektor
- Produktion: °einheimischen Ressourcen
°angepassten und einfachen Technologien
- hohen Maß an Wettbewerb und Konkurrenzdruck & oft kleine Gewinne
- „Personalisierung“ der Wirtschaftsbeziehung.
* Schwerpunkte in Bereichen Handel & Dienstleistung & Transport ( hier meisten der Beschäftigten)
3
4. Verknüpfungen zwischen informellen und formellen Sektor
- kein isolierter, hart abgegrenzter Bereich ->> zahlreiche Verbindungen zwischen ihm & formellen Sektor 4.1 Der informelle Sektor als autonomer Bereich z.B. Oshima: informellen Sektor = Subsistenzsektors (aber es existieren Verbindungen!!) 4.2 Der informelle Sektor als komplementärer Bereich Vorrausetzung = Gleichberechtigung der Sektoren ->> Zusammenarbeit möglich 4.3 Der informelle Sektor als abhängiger und ausgebeuteter Bereich Funktion = Kostenreduzierung bei der Produktion
- durch niedrigen Einkommens im i. S. möglich
- `Wirtschaftspartners´ -> Wettbewerbsvorteile auf dem Weltmarkt 4.4 Der formelle Sektor in Abhängigkeit des Informellen Portes: - nur durch billige Angebot informeller Waren und Dienstleistungen ->> Vorteile auf Weltmarkt 4.5 Weitere Verbindungen
Staat zahlt Sozialversicherungssystem ->> auf Preise aufgeschlagen->> Informell finanzieren ohne Nutzen mit
5. Bedeutung und Dimension des informellen Sektors
5.1 Ausmaße 1970: ca. 8,7 Mio. in Stadt ca. 10 Mio auf Land 1980: ca. 14 Mio. in Stadt ca. 10 Mio auf Land 22 % der Gesamterwerbstätigen informell Heute: > 50 % im nichtlandwirtschaftlichen Sektor
5.2 Der informelle Sektor im Sinne einer Überlebenswirtschaf und als „Auffangbecken“
- absorbiert neue Zuwanderer & aus der formellen Wirtschaft Ausgestoßene und gibt Arbeitsplatz
- / Zahl Informelle -> / Angebot & Konkurrenz -> gleicher bis \ Nachfrage -> \ Realeinkommen weiter rasant H Informellen => Funktion als Auffangbecken verlieren -> Informelle zur offenen Arbeitslosigkeit 5.3 Der informelle Sektor zum Schutz kultureller Werte
- Indigenas = ethnische Gruppe benachteiligt & von administrativen Aufgaben ausgeschlossen -> Abwendeten vom Staat -> informellen Sektor zu
>> so mgl.: wesentlich selbstbestimmteres Leben zu führen & kulturellen Werte zu bewahren
6. Der informelle Sektor in Lima/Peru (hauptsächlich nach Hernando de Soto)
Nach de Soto: - Menschen in den i. S., da vom Staat geschaffene Recht schlecht ist oder gar fehlt, ->> meiden Staat & leben nach eigenen, demokratischen Regeln und Gesetzen in der Inf. 6.1 Der informelle Wohnungsbau
Landaneignung über Maklern & Invasion ( schleichende & gewaltsame) Ausmaße informellen Überbauung:
- illegale Aneignung von Land = sehr kostspielig und äußerst ineffizient
- Besetzer : Angst -> kein Rechtssystem schützt vor neuen Invasoren & Polizei
60 40 20
0
4
6.2 Der informelle Handel
- ersten Raum zur Ausbildung dieses Bereiches schufen auch hier die Formellen selber -> tolerierten informelle Straßenhändler
- abwechselnd Arbeit verboten & Informelle verjagt & Zugeständnisse von Politikern ( Gewinn Wählerschaft ) heute : Verkäufer überall (fliegende oder Straßenhändler & Händler in Markthallen = 2 Etappen des gl. Prozesses) ~ Fliegende Händler: - durchqueren Straßen , Angebot: Ramsch & unverderblichen Nahrungsmittel
- geringe Umsatzperspektive steigern => fester, geeigneten Standort -> Vorteil: Zusammenschluss benachbarten Straßenhändlern ->> gr. Produktvielfalt & besser Schutz vor Polizei & anderen Händlern ->> gemeinsames Ziel: Bau einer Markthalle ( = mehr Sicherheit / Angebot / Einkommen ) große Bedeutung:
-> sichert 439.000 Menschen (54% Frauen) Überleben: - 294.000 fliegende- oder Straßenhändler
- 125.000 Händler in den Markthallen
- 20.000 Zulieferer
-> Gesamtumfang der Bruttoverkäufe rund 322,2 Mio. US$ pro Jahr -> 80 % der Märkte von informellen Händlern erbaut Wegfallen => gefährdet sichere Versorgung der ärmeren Bevölkerung => Entstehung von riesigen Engpässen
100000 80000 60000
40000
20000 0 1976 1985 1986
6.3 Der informelle öffentliche Verkehr
- Autodurchbruch 1921 - Staat: Monopolisierungsversuche
->> Streiks: Tankstellen, formellen (die nicht vom Staat begünstigt wurden) & informellen Fahrunternehmen
- Staat: - Anerkennung & Zollbefreiung für politischen Unterstützung
- Ende 50er: formellen Unternehmen unrentabel ->> informellen Bus- und Taxiunternehmen füllten freiwerdenden Platz
- für Erlaubnis Erhöhung Personenfassungsvermögen
->> unterwarfen staatlichen Tarifkontrolle & versumpfen zunehmend in Bürokratie. Informelle öffentliche Verkehr = wichtigste Massenzirkulationssystem der Hauptstadt 1971: 70% der Fahrzeuge in ihrem Besitz 1984: 91% der Fahrzeuge in ihrem Besitz 1988: 93% des Wagenparks, 74% der Gesamtkapazität, 80% der Sitzplätze unter ihrer Hand ->> Ausbreitung Informalität heute: - „Piraten“ -> Vorteile durch (Noch-) Unabhängigkeit vom Staat -> bereits Verhandlungen mit Behörden => öffentliche Verkehr scheint = Teufelskreislauf mit zyklischem Kollaps ( => schlechte Gesetzsystem )
Konsumgüterindustrie Dienstleistungen Hausangestellte
5
7. Der informelle Sektor in Cusco/Peru (nach Volkmar Blum)
Blum: - Agrarentwicklung = Bestandteil der Informalität
- „...bäuerliches Wirtschaften oft per se informell verstanden“
=>> Informalisierung d. ländl. Wirtschaft mgl. durch
- Remigration & „Aufbrechen unfreier Arbeitsbeziehungen“ 7.1 Ein Dorf im Heiligen Tal der Inkas im Departement Cusco/Südperu Wirtschaftskrise Ende 80er -> Steigerung der Remigration
- Agrarwirtschaft & Tauschhandel -> Bedeutung des Geldes geschmälert -> Inflation verlor an Einfluss -> Krise kl. Auswirkungen als in städtischen Gebieten
- Rückkehr der Jugendlichen (mit erworbenen Beziehungen & Fähigkeiten) & Beibehaltung ihrer traditionellen inf. Beschäftigung
ð verstärkte ländliche Informalisierung
ð führte zu Konflikte 1. KONFLIKT:
- Kleinbauern in kompetitive Märkt Abhängigkeit von Marktentwicklung
- Abhängigkeit kleiner, durch„empresa comunal“
= weit verbreitetes informelles Unternehmen einer Dorfgemeinschaft mit kollektiver Landbewirtschaftung
- Mitglieder - fruchtbares Land nutzen & Hausbau
- Gewinne u.a. für Anschaffung von z.B. Traktoren, Düngemittel, Pestizide und Saatgut für Mitglieder =>> Steigerung der Produktivität
= Anreiz für besitzlose Landbevölkerung -> Beitritt Unternehmen -> entscheidet Komitee (nur Ablehnung)
=> Jugendlichen gründen eigenes Komitee -> erstritten Zuteilung von Grund und Boden -> vielfache Landteilung -> erwirtschafteten Erträge reichen nicht, um Saatgut u.ä. für EC zu kaufen
- Ausweg = Angebot nationalen Entwicklungsorganisation Saatgut und Pestizide ó 1/2 Erträge =>Abhängigkeit stieg 2. KONFLIKT:
Jugendlichen aus inf. Sektor außerhalb ihres Heimatortes -> neue Einstellungen( z.B. ggü. Traditionen) & Handlungsweisen ->> stören das soziale Leben des Dorfes & verursachten Konflikte zwischen den Generationen. 8. Zusammenfassung
* bestimmt maßgeblich die Entwicklung der Andenländer
* als „Auffangbecken“ -> sichert Überleben ehemaliger formeller Arbeiter und das der Migranten ->> verringert gleichzeitig Unzufriedenheit der Neuankömmlinge ->> entschärft so soziale Konflikte
* Zukunft -> Mehrheit neuen Arbeitsplätze in diesem Sektor entstehen
* Bereich = kostspielig & ressourcenvergeudend = von allgemeinen Investitionsrückgängen gekennzeichnet
- beachtliche Mengen an Mitteln, Energie und Einfallsreichtum von Produktion abgezogen & Unternehmensvergrößerung vermieden =>> Schutz vor Entdecken Behörden & anderen Informellen *Zugewanderten fast zwangsläufig Weg in Informalität einschlagen,
-> Eintreten in formellen Sektor nur unter gr. Aufwendungen an Zeit & Geld, für z.B. Bestechung, realisierbar -> beachtliche Kosten (Steuern, ... ) um in Formalität verweilen.
Zur dauerhaften Existenzsicherung der Andenbevölkerung bleibt demnach nur die Hoffnung auf deren Kreativität und Kraft, die es ihnen ermöglicht, sich trotz schlechter gesetzlicher und institutioneller Rahmenbedingungen weiterhin zu behaupten
9. Literaturliste
BLUM, V.: Informalisierung bäuerlichen Wirtschaftens im Andenraum. In Blum, V. u.a. (Hrsg.): Globale Vergesellschaftung und lokale Kulturen. Frankfurt 1992, S. 120-129. DE SOTO, H.: El Otro Senero. Marktwirtschaft von unten. Köln 1992. MIKUS, W.: Peru: Raumstrukturen und Entwicklungen in einem Andenland. Stuttgart 1988. SCHLAMP, S.: Der informelle Sektor als Überlebensstrategie in Lateinamerika. Tübingen 2000
WALDMANN, P.: Zur Sozialstruktur. In: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Lateinamerika. Geschichte - Wirtschaft -Gesellschaft. Information zur politischen Bildung H. 226. Bonn 1994, S. 39-42.
WILHELMY, H. u. A. BORSDORF: Die Städte Südamerikas. Teil 1: Wesen und Wandel. Urbanisierung der Erde Bd. 3/1. Stuttgart 1984.
http://www.uni-leipzig.de/~quetzal/inhalt/
http://www.uni-leipzig.de/~quetzal/lat_uni/politik/diplom/infosekt.htm www.payer.de/entwicklung/entw24.htm www.payer.de/entwicklung/entw184.htm 23.04.2001
Arbeit zitieren:
Julia Thees, 2001, Vor- und Nachteile des informellen Sektors für die Regionale Entwicklung, München, GRIN Verlag GmbH
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