1.1.Biographie Schillers
1759 Johann Christoph Friedrich von (1802 geadelt) Schiller wurde am 10.11.in Marbach am Neckar geboren und wuchs in den ersten 4 Jahren mit seiner Mutter Elisabeth Dorothea Kodweiß und seiner 2 Jahren älteren Schwester Christophine auf, denn der Vater Johann Kaspar Schiller diente zur Zeit als Offizier im 7jährigen Krieg gegen Preußen. Nach der Rückkehr des Vaters zog die Familie nach Lorch.
Friedrich besuchte bereits mit 5 Jahren die Lorcher Dorfschule, und 1 Jahr später erhielt er auch bei Pfarrer Moser Lateinunterricht. 1766 Am 23. Januar wurde Schillers 2. Schwester Louise geboren. Am 22. November wurde Charlotte von Lengenfeld, Schillers spätere Frau, in Rudolphstadt geboren.
Johann Schiller wurde nach Ludwigsburg versetzt, und die Familie zog in die Residenzstadt des Herzogs Karl Eugen um, wo Friedrich die Lateinschule besuchte und eine geist- und herzlose Erziehung genoß. 1768 Am 20.11. wurde Schillers Schwester Maria Charlotte geboren. 1772 Erste Dramenversuche Schillers fanden statt - „Die Christen“ und „Absalon“. 1773 Herzog Karl Eugen wählte Schiller als Anwärter für seine neugegründete Pflanzenschule aus, die der Ausbildung des militärischen Nachwuchses dienen sollte.
Am 16.1. trat Schiller in diese Schule ein, die in der Nähe Stuttgarts untergebracht war, und war damit den Fürsten ausgeliefert. Die 8 Jahre dort waren für Schiller wie ein Gefängniss und er war vom ersten bis zum letzten Augenblick unter militäriche Diziplin gestellt. Außerdem musste er sich mit juristischen Studien herumschlagen. Er wurde in diesem „seelischen Gefängniss“ oft krank. 1775 Die Akademie wurde nach Stuttgart verlegt und es wurde eine neue medizinische Fakultät eingerichtet, in die Schiller auch hinein kam. Dort kam er in Berührung mit dem Werk Shakespeares, das den Dramatiker in ihm ansprach. So möchte er ebenfalls solch ein Werk verfassen und schreibt „Die Räuber“ (meist nachts, wegen Angst vor Entdeckung). 1780 Am 14.12. wurde Friedrich aus der Karlsschule entlassen und danach vom Herzog als Militärsarzt zu einem Stuttgarter Regiment geschickt, wo wiederrum die Dichtung eine Flucht in eine bessere Welt für ihn war und er neben der weiteren Arbeit an den „Räubern“ auch Gedichte verfasste.
1776 Im Oktober erschien Schillers erstes gedrucktes Gedicht „Der Abend“ im „Schwäbischen Magazin“. 1777 Am 8.9. Geburt der jüngsten Schwester Caroline Christiane. 1781 Das Drama „Die Räuber“ war abgeschlossen und da sich kein Verleger zu einem Druck fand, finanzierte er diesen mit geliehenem Geld selber. Über Umwege gelangte das Werk auch in die Hände des Mannheimer Theaterintendanten Wofgang Heribert von Dalberg. Ihm gefiel das Werk und wollte es in Mannheim aufführen, vorrausgesetzt Schiller nahm gravierende Änderungen vor und verlegte es vor allem in eine andere Zeit, um ihm den historischen Sprengstoff zu nehmen. Obwohl Schiller das nicht gefiel, willigt er ein.
Schiller verfasste in diesem Jahr außerdem die „Laura“ - Gedichte. 1782 Am 13.1. erlebte das Drama “Die Räuber“ ein überwältigenden Erfolg. In der Nacht vom 22. auf den 23.9 floh Schiller mit seinem Freund Andreas Streicher aus Stuttgart nach Mannheim und wenig später über Frankfurt nach Oggersheim, einem kleinen Dorf bei Mannheim, weil sich Schiller 2 mal unerlaubt aus Stuttgart in das „ausländische“ Mannheim begab und eine Stelle in den „Räubern“,die den Schweizer Kanton Graubünden in Verruf brachte, übernahm. Das war für den Herzog Grund genug, Schiller nicht nur unter Arrest zu stellen, sondern ihm auch jegliche zukünftige schriftstellerische Arbeit zu untersagen.
So blieb Schiller 2 Monate lang, unter dem Namen Schmidt, in Oggersheim in einem kleinen Gasthaus. Aus Angst vor Verfolgung unternahm Schiller schließlich mit dem Erlöß aus dem Verkauf des „Fiesko“ eine weitere Reise zu Frau vom Wolzogen in Bauerbach, wo er ein halbes Jahr lebte und arbeitete. Dort entstand das Trauerspiel „Luise Millerin“, später „Kabale und Liebe“ genannt, in dem er nicht nur mit Herzog Karl Eugen, sondern auch dem absolutistischen System abrechnete. Mitte Februar erschien die „Anthologie auf das Jahr 1782“. 1783 So zeigte der mannheimer Intendant Dalberg Interresse an diesem neuem Stück und wollte es auf die Bühne bringen, so daß Schiller im Juli mit dem umgearbeitem Werk nach Mannheim reiste. Dalberg bietete dem jungen Dichter einen festen Anstellungsvertrag als Theaterdichter mit einem Jahresgehalt von 300 Gulden an, wofür Schiller jährlich 3 Werke schreiben und dramaturgische Arbeiten übernehmen sollte. Der Vertrag wurde jedoch ein Jahr später nicht mehr verlängert. In dieser Zeit erkrankte Schiller schwer an einer Seuche, die seine Gesundheit für den Rest seines Lebens nachhaltig schwächte. 1785 Im April brach Schiller von Mannheim nach Leipzig auf. Dort traf er Christian Gottfried Körner, der zu einem lebenslangen Freund wurde. Schiller bezog in Körners Haus in Loschwitz in Dresden Quartier, wo er „Don Carlos“ vollendete. 1784 Am 11.1. fand die erste Mannheimer Afführung des „Fiesko“ statt. 13. April - Uraufführung von „Kabale und Liebe“ in Frankfurt a.M.. 15.April - Erstaufführung von „Kabale und Liebe“ in Mannheim.
1785 Im März erschien das erste und einzige Heft der „Rheinischen Thalia“. 1787 Am 17. 4 bis Ende Mai: Aufenthalt in Tharant und Abschluß des „Don Carlos“ für die Buchausgabe.
Am 7.9. begegnete Schiller erstmalig dem nur 10 Jahre älteren, aber bereits mit einer Aura der Ehrfurcht und Anbetung, umgebenen Goethe, der gerade von einer Italienreise zurückgekehrt war. Nach 6 Jahren entwickelte sich dann jedoch eine Dichterfreundschaft zwischen Schiller und Goethe. Die freundschaftliche Zusammenarbeit befruchtete beide Dichter so, dass man später das Jahrzehnt zwischen 1794 und 1804 als das „klassische Jahrzehnt“ der deutschen Literatur bezeichnet hatte. Am 29.09. Uraufführung des „Don Carlos“ in Hamburg. Am 21.11 Reise nach Meiningen und Bauerbach. 1788 Ende Januar - Anfang April begegnete er Charlotte von Lengenfeld mit ihren beiden Töchtern in Weimar.
Im März entstand das Gedicht „Die Götter Griechenlands“, das später in Wielands „Teutschem Merkur“ veröffentlicht wurde. 12.11. kehrt Schiller nach Weimar zurück. 1789 Nachdem Schiller im Mai nach Jena umgesiedelt war, wo er eine Stelle als Professor für Geschichte angenommen hatte, begann die fruchtbarste dichterische Phase seines Lebens. Neben mehreren umfangreichen historischen Schriften entstanden vor allem die „Wallenstein - Trilogie“, „Maria Stuart“, „Die Jungfrau von Orleans“, „Wilhelm Tell“, „Die Braut von Messina“ und „Demetrius“. In den nächsten 16 Jahren bis zu seinem Tode arbeitete Schiller wie ein Besessener, unterbrochen nur von seiner wiederkehrenden und ihn schließlich besiegenden Krankheit.:
Fortgesetztes Studium der Geschichte und Philosophie „Der Geisterseher“ erschien.
Am 5.November erschien in einer Buchausgabe „Der Geisterseher“. Ende November erschien der erste Band der „Allgemeinen Sammlung historischer Memoires“ in Jena. 1790 Am 22. 2 heiratete er Charlotte von Lengenfeld, die ihm eine treusorgende Gefährtin sein sollte. Mit ihr bekam er zwischen 1793 und 1804 vier Kinder, die Söhne Karl und Ernst sowie die Töchter Karoline und Emilie. Am 13.1. erhielt Schiller das Hofratsdiplom vom Meininger Hof. Im Oktober erschien die „Geschichte des Dreißigjährigen Kriegs“ im „Historischen Calender für Damen für das Jahr 1791“ bei Göschen in Leipzig. 1791 Am 11.1. kehrte er nach Jena zurück.
Ende November erschien das 3. Buch von der „Geschichte des Dreißigjährigen Kriegs“. 1792 Zwischen April und Mai hielt sich Schiller in Leipzig und Dresden auf. Dort schloss er Bekanntschaft mit Friedrich Schlegel.
Am 26.8. ernannte die Pariser Nationalversammlung Schiller zum Ehrenbürger der französischen Rebuplik und er bekam so ein Bürgerdiplom 1798.
Mitte November erschien der Schluß des 3. Buches sowie das 4. und 5. Buch der „Geschichte des Dreißigjährigen Krieges“ im „Historischen Calender für Damen für das Jahr 1793“. 1794 Im März siedelte Schiller nach Stuttgart um.
Am 14. Mai kehrte Schiller nach Jena zurück und hatte danach fast tägliche Zusammenkünfte mit Wilhelm von Humboldt.
Am 7.6. fand eine Konferenz von Schiller mit Fichte, Woltmann und Humboldt über den Plan der „Horen“ statt.
In einem Brief vom 13.6. bat Schiller Goethe um die Mitarbeit an der neugegründeten Zeitschrift „Die Horen“. Trotz aller intellektuellen Gegensätzte sagte Goethe zu und nach einem ersten Gespräch entwickelet sich daraus ein stetiger Gedankenaustausch, der beide Seiten befruchten und Goethe aus seiner Weimarer Isolation, in die er inzwischen geraten war, befreien sollte. Im Dezember erhielt Schiller von Goethe die ersten Druckbogen von „Wilhelm Meisters Lehrjahren“. 1795 Im Januar erschien das 1. Stück von den „Horen“. 1796 Am 23.4. starb Schillers Schwester Nanette auf der Solitude. Am 7.9. starb auch Schillers Vater Johann Kaspar Schiller. 1797 Am 2.10 erschien das „Muselmanachs für das Jahr 1798“ mit Balladen von Schiller und Goethe.
Außerdem entstanden noch „Der Taucher“, „Der Handschuh“, „Der Ring des Polykrates“ und andere Balladen. Am 2. Mai zog er in das Gartenhaus in Jena ein. 1798 Am 14. März wurde Schiller zum Honorarprofessor in Jena ernannt. Am 12. 10. fand die Uraufführung des „Wallensteins Lager“ im umgebauten Theater in Weimar statt. 1799 „Piccolomini“ wurde am 30.1. in Weimar uraufgeführt. 1800 Mitte Februar bis Mitte März liet Schiller unter einer fiebrigen Erkrankung (Nervenfieber).
„Maria Stuart“ wurde im Weimar am 14.6. uraufgeführt. Ende Juni erschien „Wallenstein“.
Ende August erschienen „Gedichte“ und „Kleinere prosaische Schriften“. 1801 Am 12. Mai erschienen „Kleinere prosaische Schriften“(3. Teil) und am 17.7 die zweite gekürzte Buchausgabe der „Geschichte des Abfalls der Niederlande“.
„Die Jungfrau von Orleans“ erschien am 12.10. und wurde am 11.9. in Leipzig uraufgeführt. 1802 Anfang Mai erschien der 4. Teil von den „Kleineren prosaischen Schriften“. Am 12.10. gab es eine Aufführung in Weimar des „Don Calos“ nach der Buchausgabe von 1801.
Am 16.11. wurde Schiller das Adelsdiplom verliehen.
1803 „Die Braut von Messina“ wurde in Weimar uraufgeführt und erschien am 20.6..
Vom 2. - 14.6. nahm Schiller eine Erhohlungsreise nach Lauchstädt. 1804 17.3 - „Wilhelm Tell“ in Weimar uraufgeführt 26.4. - Reise nach Berlin 21.5. - Rückkehr nach Weimar 24.7. - Schwere Erkrankung Anfang Oktober erschien „Tell“. 1805 8. -15.2. - Erneut schwere Erkrankung Schillers.
Am 1. Mai war Schillers letzter Theaterbesuch und Begegnung mit Goethe. Im Theater brach danach eine schwere akute Lungenentzündung bei Schiller aus. Am 9. Mai starb er.
Goethe war tief getroffen: „Ich ... verliere einen Freund und in demselben die Hälfte meines Daseins.“
Friedrich Schiller wurde so in der Nacht zum 12. Mai im „Landschaftskassengewölbe“ auf dem Weimarer St.-Jakobs-Friedhof beigesetzt. Im Dezember 1827 wurde sein Sarg schließlich in die Fürstengruft überführt, in der auch Goethe 5 Jahre später seine letzte Ruhestätte finden sollte.
2. Bekannte Werke Schillers
In diesem Abschnitt wird vorgestellt:
1.) „Kabale und Liebe“ 2.) „Die Räuber“ 3.) „Wilhelm Tell“
4.) Andere Werke Schillers, z.B. Dramen, Schauspiele, historische Schriften ...u.s.w.
1.) „Kabale und Liebe“
Personen:
• Präsident von Walther, am Hof eines deutschen Fürsten • Ferdinant, sein Sohn, Major • Hofmarschall von Kalb • Lady Milford, Favoritin des Fürsten • Wurm, Haussekretär des Präsidenten
• Miller, Stadtmusikant oder, wie man sie an einigen Orten nennt, Kunstpfeifer • Dessen Frau • Luise, dessen Tochter • Sophie, Kammerjungfer der Lady • Ein Kammerdiener des Fürsten • Verschiedene Nebenpersonen
Handlung und geschichtlicher Hintergrund:
Ferdinant von Walter, der Sohn eines einflußreichen Adligen an einem deutschen Fürstenhof, liebt Luise, die Tochter des Musikers Miller.
Beide Väter sind gegen die diese Verbindung über die Standesunterschiede hinweg, und auch Luise ist von Skrupeln gejagt, während Ferdinant immer heftiger um sie wirbt und sie zur Flucht mit ihm ermuntert, was ihr aber ihr Gewissen nicht erlaubt; der enthusiastische Ferdinant hat dadurch Zweifel an ihrer Liebe.
Um das Zusammenkommen der Beiden zu vermeiden und den Plan einer Heirat Ferdinants mit Lady Milford, einer am Fürstenhof etablierten Adligen voranzutreiben, klügeln von Walther und sein Sekretär Wurm eine Intrige aus:
Die Eltern Luises geraten - angeblich wegen Majestätsbeleidigung - in Haft; Wurm erklärt Luise, dass sie hingerichtet werden, wenn sie dies nicht durch einen von ihm diktierten Liebesbrief an den Hofmarschall von Kalb verhindert. Sie muss einen Eid leisten, dass sie gegen jedermann diesen Brief als freiwillig geschrieben ausgeben wird. Ferdinant bekommt jedoch den Brief zu lesen und ist verletzt und verzweifelt. Blind vor Wut sinnt er darauf, sich an Luise zu rächen. Diese will sich durch den Freitod vom Eid befreien, um sterbend Ferdinant die Wahrheit sagen zu können, doch verhindert der Vater dies, indem er als Treuebruch ihm gegenüber bezeichnet. So muss Luise auf Ferdinants Anklagen schweigen. Erst durch die Tat Ferdinants, der Luise und sich selbst vergiftet, wird sie der Schweigepflicht ledig. Sterbend vergibt sie Ferdinant, der - ebenfalls in den letzten Atemzügen - seinem eigenen Vater vergeben kann. Geschichtlicher Hintergrund ↑ 1.1. Biographie Schillers.
2.) „Die Räuber“:
Personen:
•
Maximilian,
regierender Graf von Moor
•
Karl
•
Franz
•
Amalia von Edelreich
•
Spiegelberg
•
Schweizer
•
Grimm
•
Razmann
•
Schufterle
•
Roller
•
Kosinsky
•
Schwarz • Herrmann, Bastard von einem Edelmann • Daniel, Hausknecht des Grafen von Moor • Pastor Moser • Ein Pater • Räuberbande • Nebenpersonen
(Der Ort der Geschichte ist Teutschland, der Zeit ohngefähr zwei Jahre.)
Handlung und geschichtlicher Hintergrund:
Franz Moorer, der Zweitgeborene, auch durch sein Äußeres benachteiligte Sohn des Maximilian von Moor ersinnt eine Intrige, um seinen Bruder das Erstgeborenrecht zu nehmen. Karl hat von Leipzig aus an seinen Vater einen Brief geschrieben, in dem er sein lockeres, jedoch harmlosen Studentenleben betreut. Franz ersetzt den Brief durch ein angebliches Schreiben eines Dritten, dass Karl als Verführer einer Frau, deren Verlobten er im Duell getötet haben soll, und polizeilich verfolgten Banditen darstellt. Der Vater glaubt es und bittet Franz, Karl zur Rede zu stellen. Dieser schreibt - angeblich vom Vater beauftragteinen Brief, der den Bruch bedeutet. Karl ist zerschmettert und beschließt, nut wirklich der Räuberhauptmann zu werden, für den er gehalten wird; wie ein zweiter Robin Hood tritt er mit seinen Leuten in den Wäldern als Rächer der Unterdrückten auf, wobei einige seiner Männer, allen voran Spiegelberg, keinerlei Idealismus, sonder reine Raub- und Mordlust an den Tag legen.
Karls tragische Position verschärft sich, als er seinen Freund Roller rettet und dafür eine Stadt in Brand setzt, so dass Unschuldige, auch Kinder und Greise, ums Leben kommen. Er will das Räuberdasein lassen, doch schwört er seiner Bande Treue und begibt sich zum väterlichen Schloss, um den Vater und Amalia, seine Verlobte, noch einmal zu sehen. Mittlerweile regiert dort sein Bruder Franz; der Vater ist im Hungertum, nur Amalia entzieht sich seiner Annäherung. Karl verkleidet sich und tritt ins Schloss, aber Franz erkennt ihn und fürchtet um
sein Leben. Als Karls Räuber das Schloss stürmen, begeht er Selbstmord. Nun entdeckt Karl die Ränke des Bruders, befreit den Vater aus den Turm, dieser stirbt jedoch, als Karl seinen wirklichen Lebenswandel offenbart. Amalia erkennt ihn, ist jedoch von seiner tragischen Schuld entsetzt und sehnt sich nach den Tod; Karl, durch seinen Treueeid an seine Leute gebunden, muss sie töten und lässt sich schließlich durch einen notleidenden Tagelöhner an die Behörden ausliefern, um diesem durch die ausgesetzte Belohnung ein besseres Leben zu ermöglichen.
Geschichtlicher Hintergrund ↑ 1.1. Biographie Schillers.
3.) „Wilhelm Tell“:
Handlung und geschichtlicher Hintergrund:
Der Schwyzer Baumgarten wird von kaiserlichen Reitern verfolgt, weil er den Burgvogt, der seine Frau vergewaltigen wollte, getötet hat. Er bittet den Fischer Ruodi, ihn über den Vierwaldstätter See zu rudern, doch weigert sich dieser wegen eines drohenden Gewitters. Nun erscheint Tell und bittet seine Hilfe an, er rudert Baumgarten über den See, die Hütten der Seeanwohner werden von den Verfolgern in Brand gesetzt. Die Empörung über die Willkür der habsburgischen Besatzungsmacht ist groß. Tell rät jedoch zunächst zum Abwarten; er erklärt sich zur konkreten Hilfe bereit, verweigert aber die Mitarbeit bei den Planungen für einen Aufstand, so dass der Rüdli - Schwur ohne ihn zustande kommt. Inzwischen kann Berta von Bruneck durch ihre Liebe den adligen Ulrich von Rudenz, der auf österreichischer Seite stand, für das Vorhaben der Eidgenossen gewinnen. Tell wird schließlich in das Geschehen in involvirt:
er weigert sich, dem Hut des Reichsvogtes Geßler die Ehre zu erweisen, wird verhaftet und muss mit einem Pfeilschuss den Apfel auf dem Kopf des eigenen Sohnes treffen. Es gelingt ihm, doch gesteht er, dass er, wenn sein Kind etwas zugestoßen wäre, mit dem nächsten Pfeil auf Geßler geschoßen hätte. So bleibt er, trotz des Versprechens zuvor, in Haft, und kann erst bei einer Fahrt über den See entkommen.
Nun beschließt er, Geßler zu töten, um dessen Treiben ein Ende zu bereiten. In der hohlen Gasse bei Küßnacht durchbohrt er ihn mit einem Pfeil, daraufhin beginnt die allgemeine Befreiung. Berta, die gefangen wurden war, wird aus einer brennenden Burg von Rudenz gerettet; Tell begegnet Johannis Parricida, der seinen Vater, den Kaiser, getötet hat, und bewegt ihn, nach Rom zu gehen.
In der letzten Szene kündigen Berta und Rudenz ihren Bund an, Rudenz gibt allen seinen Knechten die Freiheit.
Geschichtlicher Hintergrund ↑ 1.1. Biograpie Schillers.
4.) Andere Werke Schillers, z.B. Dramen, Schauspiele, historische
Schriften ...u.s.w.:
• Dramen:
„Don Karlos. Infant von Spanien“, 1782 - 1787 „Die Verschwörung des Fiesco zu Genua“, 1783 „Wallenstein“, 1798 - 1800 „Maria Stuart“, 1800 „Die Jungfrau von Orleans“, 1801 „Die Braut von Messina“, 1803 • Schauspiele: „Wilhelm Tell“, 1804 • Lyrik: „Die Götter Griechenlands“, 1788 „Die Künstler“, 1789 „Die Kraniche des Ibykus“, 1797 „Der Handschuh“, 1797 „Die Bürgerschaft“, 1798 „Lied von der Glocke“, 1799 • Historische Schrifen:
„Geschichte des Abfalls der Vereinigten Niederlande von der Spanischen Regierung“, 1788 „Geschichte des Dreißigjährigen Krieges“, 1791 -1793 • Schriften zur Kunst und zum Theater:
„Was kann eine gute stehende Schaubühne eigentlich wirken?“, 1785 „Über die tragische Kunst“, 1792 „Über Anmut und Würde“, 1793 „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“, 1795 „Über naive und sentimentalische Dichtung“, 1795/96 „Über das Erhabene“, 1801
3. Kurz zu der Person Schiller
So kann man sagen, dass Schiller, neben Goethe der bedeutenste Räpresentant war und der meistgespieltem Klassiker der deutschen Bühne wurde. Er war der Dramatiker des deutschen Idealismus, der die leidende Natur des wollenden, handelnden Menschen in ihrer Tragik wie in ihrer sittlichen Freiheit vergegenwärtigte.
Schiller gestaltete z.B. in den Dramen: „Maria Stuart“, „Die Braut von Messina“ und „Wilhelm Tell“ die Kunst des Dramatikers, in packenden, ausgewogenen Dialogen mit dramatischen Höhepunkten lebendige Charaktere, die sein Ideal von Wahrheit und Sittlichkeit verkörpern.
Auch war er in seiner Jugendzeit mit einigen Werken mit Goethe ein Vertreter des Sturm und Drangs, weiteres ↑ 2.2. Vertreter dieser Epoche.
„In Tyrannis“ (Gegen die Tyrannen) stand auf einem Titelblatt der „Räuber“ - unter dieser Losung trat Friedrich Schiller seine Laufbahn an. - Sein Tyrannenhass war nicht verschwommen wie bei dem „Hain“ - Poeten: Aufgewachsen in der Atmosphäre politischer Spannungen und Kämpfe zwischen den würtembergischen Ständen und dem Herzog, zielte Schiller auf das System des Absolutismus und seine Räpresentanten. Karl Eugen hatte tyrannisch auch in sein Leben eingegriffen, als er den 14jährigen zum Zögling seiner Militärakademie bestimmte. Wenige Jahre später erlebte der Karls Schüler den Ausbruch des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges (1776/83), erfuhr er, wie sich antidespotische Schlachten in der Wirklichkeit zutrugen. Schiller nahm auch regen Anteil am Schicksal der vorallem in Südwestdeutschland aufkommenden politisch opppositionellen Publizistik.
„Von seinem sanftgewaltigen Willen gehe durch das Fest seiner Grablegung und Auferstehung etwas in uns ein: von seinem Willen zum Schönen, Wahren und Guten, zur Gesittung, zur inneren Freiheit, zur Kunst, zur Liebe, zum Frieden, zur rettender Ehrfurcht des Menschen vor sich selbst.“ Thomas Mann
„Die ersten Jugendjahre bestimmen vielleicht die Gesichtszüge des Menschen durch sein ganzes Leben, sowie sie überhaupt sie Grundlage seines moralischen Charakters sind.“ Friedrich Schiller im Jahr 1779
4. Schillers Gedenkstätten
• Schiller - Gedenkstätte in der Hauptstraße 57 in Bauerbach; dort wohnte der Dichter und Dramatiker nach seiner Flucht von Stuttgart von Dezember 1782 - Juli 1783 unter dem Namen Dr. Ritter
• Schiller - Gedenkstätte im Schillergäßchen 2 in Jena; das ehemalige Gartenhaus • Schillerhaus in der Menckestraße 42 in Leipzig-Gohlis, das er von Mai bis September 1785 bewohnte
• Schillerhaus in der Schillerstraße 12 in Weimar mit Museum und Gedenkstätte, wo der Dichter von April 1802 bis zu seinem Tode wohnte
Darüber hinaus widmet sich die Stadt Marbach, Schillers Geburtsort, mit einem Museum und einer Schillergesellschaft dem dichterichen Erbe ihres großen Sohnes.
1. Erläuterung zu der Epoche - Sturm und Drang
Definition - Epoche:
(griech.), eigentlich der Zeitpunkt eines Ereignisses, Wendepunkt; heute meist für „Zeitraum, Periode“ gebraucht.
In der Geschichte der durch ein herausragendes Ereignis oder eine Person gekennzeichnete geschichtliche Zeitraum.
Erläuterung:
Die Epoche „Sturm und Drang“ ist eine Geniezeit, nach dem Drama „Sturm und Drang“ (ursrünglicher Titel „Der Wirrwarr“) von F.M. Klinger (1766) genannte Epoche der deutschen Literatur von 1765 bis etwa 1790, die der Betonung von Verstand und Vernunft, wie sie in der Zeit der Aufklärung vorgeherrscht hatte, Gefühl und Originalität und Schöpferkraft betonte. Es war sozusagen eine Auflehnung der jungen Generation gegen die verstandesbetonte Aufklärung. Der Sturm und Drang verherrlichte die Leidenschaft und das „Originalgenie“, das jede Autorität ablehnt.
Die mit den frühen Schriften Herders, den Dichtungen des jungen Goethe, Lenz u.a.. Anfang der 70er Jahre ins Leben tretende Bewegung des Sturm und Drang hob die deutsche Literatur auf eine neue Stufe. Aus heutiger Sicht erscheint der Sturm und Drang in mancher Beziehung als Durchbruch zum Realismus.
Die seit langem in der Literaturgeschichtsschreibung übliche Bezeichnung „Sturm und Drang“ deutet auf Rebellisches und ist damit nicht unpassend gewählt. Denn alle Anghörigen dieser Bewegung begehrten auf gegen ihre Existenz in religiösen, ständigen und feudalstaatlichen Bindungen, wollten ihre Persönlichkeit frei und umfassend entfalten und verändernd in die Gesellschaft eingreifen. Ihr Selbstgefühl spricht allem sich einfügen und sich bescheiden Hohn. Dabei gingen die Stürmer und Dränger davon aus, dass alle Menschen - die ganze „Nation“ - als „natürliche Wesen“ im Konflikt mit der von den gesellschaftlichen Verhältnissen auferlegten „Politur“ stehen, dass gerade bei den mittleren und unteren Schichten noch der meiste „Naturstoff hervorblickt“. Ihnen und ihrer konkreten Lage müsse sich deshalb der Schriftsteller insbesondere zuwenden. So verbanden die Dichter des Sturm und Drang den Ausdruck der eigenen Ansprüche mit der Erschließung neuer sozialer Bereiche, und zugleich griffen sie volkstümliche Literaturtraditionen auf. Noch durch ein anderes Moment hob der Realismus des Sturm und Drang die bürgerliche Nationaldichtung auf eine neue Stufe: durch sein weiterentwickeltes Geschichtsbewußtsein. Führende Stürmer und Dränger waren nicht nur von der Geschichtphilosophie ihrer deutschen Vorgänger und vom geschichtlichen Denken der westeuropäischen Aufklärung beeinflußt; sie nahmen darüber hinaus die Zuspitzung der internationalen Klassenkämpfe, insbesondere der Klassenkämpfe in Frankreich, und die akuten Krisenerscheinungen der deutschen Gesellschaftsordnung, vor allem die Agrarkrise um 1770, als Anzeichen einer bevorstehenden „Weltwende“. Dieses Bewußtsein bestärkte nicht nur die rebellische Haltung der Stürmer und Dränger; es ließ sie auch nach der Geschichte, nach den historischen Wendepunkten des Verhältnisses von „Natur“ und „Politur“ im Leben der Nation fragen. In entsprechenden Werken versuchten sie die Entstehung und die zukunftweisenden Potenzen des gegenwärtigen Gesellschaftszustandes aufzudecken.
2. Vertreter dieser Epoche
Die Epoche „Sturm und Drang“ wurde eingeleitet durch J.-J. Rousseaus Naturkult und Sozialkritik, durch J.G. Hamanns Gefühlsreligion und seine irrationale Lehre vom Genie, durch J.G. von Herders Gedanken über die Volkspoesie und durch F.G. Klopstocks Gefühlsdichtungen.
Die Werke des Sturm und Drang sind Erlebnisdichtung und Persönlichkeitsaussprache. Die Hauptform ist das von Shakespeare beeinflußte Drama. Dramatiker des Sturm und Drang sind: - J.M.R. Lenz - F.M. von Klinger - H.L. Wagner - J.A. Leisewitz - H.W. von Gerstenberg - J.W. von Goethe (in seiner Frühzeit) - F. von Schiller ( - “ -)
Die Lyrik ist vor allem Gefühlsdichtung (z.B. Goethes „Prometheus“); bei den Prosawerken steht der „Kraftkerl“ im Mittelpunkt (J.J.W. Heinses Roman „Ardinghello“). Bleibenden Wert erlangten Goethes und Schillers Jungendwerke, besonders die Dramen „Die Räuber“, „Kabale und Liebe“, „Götz von Berlichingen“ und der „Urfaust“.
Quellenangaben
• „Meyers Jugend Lexikon“, herausgegeben und bearbeitet von Meyers Lexikonredaktion • „Meyers neues Handelslexikon“, herausgegeben von der Lexikonredaktion des VEB Bibligraphisches Institut Leipzig unter der Leitung von Heinz Göschel • „Kurze Geschichte der deutschen Literatur“, von Wolfgang Spiewok, Horst Langer, Peter Weber, Hans Jürgen Geerdts, Kurt Böttcher, Klaus Hermsdorf, Ursula Reinhold, Horst Haase, Walter Pallus, Gudrun Klatt und Friedel Wallesch
• Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH, Gütersloh; aus: Bertelsmann Discovery 2000-10-11 • „Friedrich Schiller“, Beck’sche Reihe - Autorenbücher, von Gert Ueding • „Schiller“ - Klassiker der Jugend, von Walther Victor, Verlag Neues Leben Berlin • „Reisen zu Schiller“ von Ingrid und Lothar Burghoff • Internet:
http://www.xlibris.de/Autoren/Schiller
Arbeit zitieren:
Nora Dittrich, 2002, Schiller, Friedrich von, München, GRIN Verlag GmbH
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Friedrich Schiller
Mirjam
sehr gut.
Diese Arbeit hat mir für meinen Vortrag über Schiller bis jetzt am meisten genützt.
am Thursday, July 04, 2002-