INHALTSVERZEICHNIS
A: ERMITTLUNG DES BEDARFS AN DEUTSCH ALS FREMDSPRACHE
1. Herkunftsländer
2. Motive
3. Fächerwahl
4. Sprachliche Probleme
5. Rückkehr
6. Studienerfolg
B: ERMITTLUNG DER DAF- ANGEBOTE IN KARLSRUHE
1. Akademisches Auslandsamt
2. Studienkolleg
3. Private Anbieter
Einleitung
“Deutschen Hochschulen gehen die Ausländer aus“.
So, oder ähnlich, könnte man die derzeitige Situation an den deutschen Universitäten beschreiben. Im vergangenen Jahr wurden an Deutschlands Hochschulen zwar satte 175.000 ausländische Studenten immatrikuliert, jedoch trügt der Schein. Von dieser hohen Anzahl ist allein jeder Sechste ein Bildungsinländer. Der von der Politik geprägte Begriff „Bildungsinländer“ umfasst alle ausländischen Jugendlichen, welche als Gastarbeiterkinder mit den Eltern nach Deutschland gekommen, oder hier geboren sind, und ihr Abitur an einer deutschen Schule abgeschlossen haben. Es scheint, als würden die Ausländer das vermeintlich beliebte Deutschland bewusst meiden und es vorziehen, an den Eliteuniversitäten der Vereinigten Staaten oder Englands zu studieren. Woran mag das liegen? Um an einer deutschen Hochschule als Ausländer studieren zu können, muss der Student erst einen langen, mit viel Papier gepflasterten Weg gehen: Der Student muss sich die Studieninformation selbstständig zusammensuchen, es läuft ein langer Visumsantrag und zusätzlich muss der Nachweis erbracht werden, dass der ausländische Bewerber über genügend finanzielle Mittel verfügt, um in Deutschland zu leben. Sind diese Hürden gemeistert, ist das Studium selbst für den Ausländer längst nicht so angenehm und bequem, wie unter den deutschen Studenten propagiert wird. Besonders für Studenten mit einer anderen Hautfarbe, stellt es sich immer wieder als schwierig heraus, eine Wohnung oder eine Verdienstmöglichkeit zu finden. Sehr einfache und unbeliebte Tätigkeiten anzunehmen, ist oftmals die einzige Möglichkeit um sich überhaupt finanziell über Wasser zu halten. Durch die Gesetzeslage, nicht länger als 90 Tage im Jahr arbeiten zu dürfen, wird diese Situation nicht einfacher. Selbst nach erfolgreichem Abschluss bleibt den ausländischen Absolventen nichts anderes übrig, als sich andererorts eine Beschäftigung zu suchen. Denn ihre Aufenthaltserlaubnis erlischt mit Beendigung des Studiums. Die Politik ist seit Jahren damit beschäftigt, diese Situation zu ändern und um mehr ausländische Studenten anzuwerben. Bisher mit wenig Erfolg.
In dieser Hausarbeit soll nach den Beweggründen gefragt werden, weshalb sich Ausländer für ein Studium in Deutschland entscheiden. Es soll untersucht werden inwiefern die ausländischen Studenten mit ihrer Situation an den deutschen Hochschulen zurechtkommen. Insbesondere soll geprüft werden, mit welchen sprachlichen Kenntnissen die Studenten hier einreisen und ob der Bedarf an Sprachkursen nicht gedeckt wird. In Bezug darauf, wird auf
die verschiedenen Institutionen eingegangen, welche sich direkt um die Bedürfnisse und Probleme der ausländischen Studenten kümmern. Zuletzt werden private Sprachinstitute in Hinblick auf ihre Methoden des Fremdsprachenunterrichts untersucht.
A ERMITTLUNG DES BEDARFS AN DEUTSCH ALS FREMDSPRACHE Herkunftsländer der ausländischen Studenten
Im Wintersemester 2000/ 2001 verzeichnete die Universität Karlsruhe 17,8 % ausländische Studenten. Europa verzeichnet sich in der Statistik als meistvertretener Kontinent (1419 Studenten). An zweiter Stelle erscheint Asien mit 754 Studenten, an dritter Stelle der afrikanische Kontinent. Das Ende der Statistik nimmt Australien mit nur 2 Studenten ein. Unter den ausländischen Studenten sind 234 Franzosen, die zumeist jedoch nur an einem mehrmonatigen Austauschprogramm, z.B. Erasmus teilnehmen 1 . Die spanischen und italienischen Studenten zählen größtenteils zu den zuvor erklärten Bildungsinländern. Vergleicht man die Einwohnerzahlen der Herkunftsländer der Studenten, so lässt sich feststellen, dass Luxemburg mit der größten Anzahl von Studenten vertreten ist (66). Dies ist darauf zurückzuführen, dass das Land Luxemburg über keine eigenen Hochschulen verfügt. Die Luxemburger legen jedoch Wert darauf, ihre Zweisprachigkeit beizubehalten, indem sie ihr Studium vorwiegend in anglophonen und frankophonen Ländern bestreiten. Deutschland ist dann erfahrungsgemäß erst dritte Wahl.
Der hohe Frauenanteil bei den Studierenden aus Osteuropa ist damit zu begründen, dass in den sozialistischen Ländern die Frauen in die Berufswelt integriert werden. Im Gegensatz dazu sind die aus afrikanischen Ländern stammenden Studenten meist männlich. Kulturelle und religiöse Gründe spielen hierbei eine große Rolle. Motivation für das Auslandsstudium
Für die Motivation zum Studium im Ausland, hatten die Studenten meist sehr unterschiedliche Gründe. Diese lassen sich nach Manfred Ehling 2 in 5 Bereiche zusammenfassen: ausbildungs- und berufsbezogene Motive, ökonomische, politische und persönliche Motive; letztendlich tauchen in seltenen Fällen auch ganz andere Gründe auf.
1 ERASMUS: Das Erasmus-Programm wurde 1987 zur Förderung der studentischen Mobilität und des Studentenaustauschs von der EG-Kommission eingerichtet. Das Prinzip dieses Programms bestand zu Anfang darin, sog. Hochschulnetzwerke zu bilden. Seit 1988 beruht der Austausch auf bilateralen Abkommen zwischen den beteiligten Hochschulen.
2 Manfred Ehling: Als Ausländer an deutschen Hochschulen, S.173
Berufs- und ausbildungsbezogene Motive. Für viele Studenden war die Aussicht auf eine höhere Anerkennung durch den deutschen Studienabschluss Beweggrund für das Auslandsstudium. Oft ist den jungen Menschen in ihren Heimatländern, aufgrund der geringen Anzahl von Studienplätzen, kaum eine Möglichkeit gegeben, zu einer anerkannten Ausbildung zu gelangen.
Ein weiteres ausbildungsbezogenes Motiv der Studenten ist die leichte Hochschulzulassung in Deutschland. So gab ein Student aus Kamerun an, ihm sei es aufgrund der weniger guten Noten nur in Deutschland möglich gewesen, so schnell und auf unkomplizierte Art und Weise an einen Studienplatz zu gelangen. Es zieht die Studenten nach Deutschland, da sie mit der Erwartung kommen, hier sei das Studium leichter zu absolvieren.
Ökonomische Motive: Abu Laila 3 stellte im Jahre 1981 fest, dass eine „(...) relativ große Zahl von Eltern (bzw. einem Elternteil), [...] eine höhere, oft akademische Ausbildung genossen haben“, ein „überdurchschnittlich hohes Einkommen“ besitzen und somit ihre, in Deutschland studierenden Kinder kaum mit finanziellen Problem konfrontiert sind. Eigenen Umfragen nach zu urteilen, ist für das Jahr 200 jedoch ein drastischen Anstieg derer Studenten zu verzeichnen, die das Auslandsstudium wählten, um aus der Ferne für den Lebensunterhalt der oft 5-10-köpfigen Familie im Heimatland zu sorgen. Gerade deshalb zieht es die Studenten ins Ausland, da sie mit der Erwartung kommen, es sei in Deutschland einfach, neben dem Studium noch zu arbeiten, zumal das Studium selbst keine hohe Gebühr erfordert.
Ein weiteres ökonomisches Motiv ist, nach Manfred Ehler, die Aussicht auf ein Stipendium, sowie eine sich anschließende Arbeitsstelle mit hohem Verdienst.
Politische Motive: Da ein Großteil der ausländischen Studenten aus der sogenannten Dritten Welt stammt, ist es leicht nachvollziehbar, dass diese oft politische bzw. rassische Diskriminierung im Heimatland als Beweggrund für das Auslandsstudium angeben. So erzählte eine junge Chemie-Studentin (20) aus Eritrea, sie habe ihr Land verlassen, weil dort der Bürgerkrieg herrscht. In der Zwischenzeit, bis die politische Lage in ihrer Heimat wieder stabil ist, möchte sie in Deutschland ihr Studium abschließen. Von daher ist insbesondere die Aussicht auf Asyl, ein ausschlaggebendes Motiv für viele Studenten, ihr Heimatland zu verlassen.
3 Abu Laila, Yousef: Integration und Entfremdung, S. 29
Ein weiterer Grund, in Hinblick auf die politische Lage im Heimatland, ist auch der Einzug junger Männer zum Militärdienst, welchem sie durch das Studium entgehen wollen. Persönliche Motive: Für viele ausländische Studenten würde ein in Deutschland abgeschlossenes Studium großes Ansehen innerhalb der Familie, aber auch innerhalb der Gesellschaft des Heimatlandes bringen. Demzufolge ist der erwartete Prestigegewinn, ein bedeutender Grund zur Entscheidung für ein Auslandsstudium.
Oft ist aber auch die Anwesenheit von Verwandten ein Beweggrund für die Studenten, nach Deutschland zu kommen. Muhammad, ein 24-jähriger Student aus dem Tschad, erzählte, sein Onkel lebe bereits seit ca. 10 Jahren in Deutschland und habe ihm vorgeschlagen, das Studium hier abzuschließen, da es ihm nur Vorteile bringen würde, wenn er einmal in die Heimat zurückkehrt. Häufig ist festzustellen, dass die Studenten auf Druck ihrer Eltern zum Auslandsstudium nach Deutschland kommen. Weniger oft, aber es ist als Beweggrund zu nennen, ist das Interesse an einem anderen Land bzw. einer anderen Kultur der Anlass zu einem Studium an einer deutschen Hochschule.
Sonstige Motive: Unter den übrigen Gründen nennt Manfred Ehling die geographische Nähe oder auch den Zufall. Dies konnte bei den eigenen Untersuchungen jedoch nicht untermauert werden. Fächerwahl
Ihr Studienfach wählen die Studenten bereits bei der Bewerbung in der Heimat. Die Stadt Karlsruhe, ist vor allem durch die Technische Hochschule (heute: Universität) geprägt. Von daher ist es nachvollziehbar, dass, betreffend Karlsruhe, zu den meistgewähltesten Fächern unter den ausländischen Studenten die Informatik, die Elektrotechnik, der Maschinenbau und das Wirtschaftsingenieurswesen zählen. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass sich immer mehr Studenten aus Osteuropa für die Geistes- und Sozialwissenschaften, wie z.B. Philosophie oder Neuere Deutsche Literatur interessieren. Die Pädagogische Hochschule weißt nur wenige ausländische Studenten auf. Zumeist sind diese dann Bildungsinländer. Dies liegt daran, dass man für den Lehrer-Beruf das zweite Staatsexamen durchlaufen muss und deutscher Beamter wird. Der deutsche Beamtentitel wird in den Heimatländern der Studenten selten anerkannt wird.
Sprachliche Probleme
Bekanntermaßen lernt man eine Fremdsprache am schnellsten, indem man „einige Zeit in einer Umgebung lebt, in der diese Sprache als Muttersprache verwendet wird“. 4 Die meisten ausländischen Studenten haben, vor ihrer Abreise aus der Heimat, noch nicht die deutsche Sprache erlernt. Um so schwieriger ist es für sie, sich zu Beginn ihres Aufenthaltes in Deutschland, im Alltagsleben zurechtzufinden. Ein vietnamesischer Student gab an, zu Beginn seines Studiums bei einer deutschen Familie zur Untermiete gelebt zu haben. Diese half ihm dabei, auf ein Sprachniveau zu gelangen, welches es ihm ermöglichte, sich im Alltag zu verständigen und später auch die erforderlichen Sprachprüfungen zu bestehen. Aber auch im Universitätsleben machen sich für die Studenten oft sprachliche Benachteiligungen bemerkbar. Auch wenn die Inhalte des Studiums in den verschiedenen Ländern ähnlich sind, gibt es doch gravierende Unterschiede in der Fachsprache des jeweiligen Landes. Abu Laila spricht hier, im Vergleich zu ihren deutschen Kommilitonen, von einer doppelten Belastung „vor dem inhaltlichen Verstehen zunächst das rein sprachliche Verstehen leisten zu müssen“ 5 . Vorwiegend erlernen die ausländischen Studenten die deutsche Sprache erst in Deutschland, z.B. am Goethe- Institut oder in Deutsch- Kursen, welche z.B. von den Universitäten selbst angeboten werden. Rückkehr
Für viele Studenten bedeutet die Rückkehr in die Heimat einen Rückschritt ihrer Entwicklung und birgt somit viele Probleme. Zum einen ist da die Frage, ob der in Deutschland erworbene Studienabschluss in ihrem Heimatland anerkannt wird. Ein weiteres berufliches Problem bei der Rückkehr besteht darin, dass die Studenten oft nicht wissen, ob sie mit der hohen Qualifikation überhaupt einen Arbeitsplatz finden. Denn in den Entwicklungsländern ist die Arbeitslosenquote meist sehr hoch und oftmals ist auch nur die Regierung der jeweiligen Länder die entscheidende Instanz bei der Verteilung von Arbeitsplätzen. Von daher entscheiden sich viele Studenten, nach Beendigung des Studiums, in Deutschland weiterzuleben. Eine Studentin aus Indien erzählte, sie habe bereits vor Antritt ihres Studiums in Betracht gezogen, eine Arbeitsstelle in einer deutschen Stadt zu suchen. Sie möchte dann für immer hier bleiben, da sie in ihrem Heimatland als Frau nicht viele Chancen auf eine Arbeitsstelle in höherer Position hätte.
Im Allgemeinen stellt die Rückkehr in die Heimat für viele Stundenten aus den Entwicklungsländern auch ein soziales Problem dar. Der zuvor in Deutschland
4 Teichler, Ulrich: Erträge des Auslandsstudiums für studierende und Absolventen, S. 117
angenommene, höhere Lebensstandard, stellt viele Studenten in ihren Herkunftsländern diesbezüglich vor Umstellungsprobleme. Studienerfolg/ Abbrecherquote
Begriffserklärung: Die Vielzahl der oben genannten Motive, grundsätzlich ein Auslandsstudium zu absolvieren, lässt erkennen, dass es den Studenten bei ihrem Studienerfolg nicht immer nur um das Ergebnis einer Prüfung bzw. um die Abschlussnote bei Beendigung des Studiums geht. Es müssen dabei die folgenden Gesichtspunkte in Betracht gezogen werden: welche Vorbildung die ausländischen Studenten in ihren Heimatländern genossen haben; ob es ihnen bei dem Studium in Deutschland darum geht, ein gesamtes Studium abzuschließen; oder ob die Studenten ihr bereits vorhandenes Fachwissen einfach nur ergänzen möchten.
Zusammenfassend sind folgende Erfolgskriterien zu nennen: „1. der Grad der Verwirklichung der ursprünglichen Studienziele, 2. der Grad der subjektiven Zufriedenheit über den Studienverlauf und 3. der Grad der Verwendbarkeit der in der Bundesrepublik erworbenen fachlichen und außerfachlichen Kenntnisse und Fertigkeiten“ 6 Abbrecherquote: Im Wintersemester 2000/ 2001 lag an der Universität Karlsruhe die Abbrecherquote der ausländischen Studenten bei 20-23 %. Viele Studenten haben ihr Studium bereits im Herkunftsland begonnen, daher ist die Abbrecherquote sehr gering. Oft haben die Studenten zuvor ein ganzes Studium absolviert und möchten in Deutschland nur noch ihr Wissen vertiefen bzw. sich weiterbilden. Die geringe Abbrecherquote lässt sich auch damit erklären, dass bei den Prüfungen des Studienkollegs nur die Besten durchkommen werden. Grund dafür ist die Tatsache, dass in den oberen Seminaren nur wenige Plätze frei sind. Die niedrige Abbrecherquote ist auch mit der eingeschränkten Aufenthaltsgenehmigung der Studenten verbunden. Das erworbene Visum ist nämlich an ein bestimmtes Studienfach und an eine bestimmte Hochschule gebunden. Ein Wechsel würde für den Studenten einen großen Aufwand bedeuten.
Der Begriff „Familie“ ist ein letzter, bedeutender Grund, für die geringe Abbrecherquote, da dieser in vielen Ländern in vielen Ländern eine andere Bedeutung als in Deutschland hat. Hierzulande zählt man zur Familie Kinder, Eltern, Großeltern. In den Herkunftsländern der meisten ausländischen Studenten zählt zur Familie die ganze „Sippe“, also oft 20-30 Verwandte. Diese Familie ist bekanntlich an der finanziellen Unterstützung des Studenten im
5 Abu Laila, Yousef: Integration und Entfremdung, S.37
Ausland beteiligt. Folglich steht der ausländische Student unter einem gewaltigen Druck, sein Studium nicht nur erfolgreich, sondern es überhaupt zu bestehen. Der Abbruch des, durch die Familie aufwendig finanzierten Studiums würde für den Studenten in seiner Heimat einen sozialen Verlust darstellen. B: ERMITTLUNG DES DaF - ANGEBOTS IN KARLSRUHE Akademisches Auslandsamt
Allgemein Ein akademisches Auslandsamt ist Bestandteil einer jeden Hochschule und zählt zur Leitung der jeweiligen Institution. Es beschäftigt sich, im Auftrag des Rektorats, mit der Pflege internationaler Beziehungen zu ausländischen Hochschulen und um die Situation ausländischer Studenten in Deutschland.
EUCOR: Das Akademische Auslandsamt gehört zur Europäischen Konföderation der Universitäten am Oberrhein. Ziel dieses Zusammenschlusses ist es, eine engere Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Hochschulen zu ermöglichen. So können Studenten an einzelnen Lehrveranstaltungen einer anderen Universität teilnehmen, ohne an der Gastuniversität eine weitere Gebühr zahlen zu müssen. Es ist die Absicht der Oberrheinischen Universitäten, die gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen und die Anerkennung von Zwischenexamen und Studienabschlüssen zu fördern und zu erleichtern. CLUSTER: Ein weiteres Netzwerk, an welchem das Akademische Auslandsamt in Karlsruhe beteiligt ist, ist die „cooperation link between Universities of Science and Technology for Education and Research“. Dies ist ein Zusammenschluss mehrerer Technischer Hochschulen mit folgenden Aufgaben:
-Verbesserung bei der Aus- und Weiterbildung auf einem hohen Niveau -Forschung mit dem Ziel der Förderung des Kenntnisstandes im naturwissenschaftlichen und technologischen Bereich -Technologietransfer von Forschungsergebnissen zur Industrie durchzusetzen. Weitere Aufgabengebiete: Eine weitere Aufgabe des Akademischen Auslandsamtes ist es, die ausländischen Studenten über die Studienangebote an der Universität Karlsruhe zu informieren und sie während des Studiums in ausländerrechtlichen und sozialen Fragen zu beraten. So würde das Akademische Auslandsamt zum Beispiel einem Studenten auch helfen,
6 Ausländerstudium in der Bundesrepublik Deutschland: Bestandsaufnahme und Beurteilung der Literatur, S. 64
wenn er sich in einer finanziellen Notlage befindet und dem Teufelskreis, ein zeitaufwendiges Studium gleichzeitig durch Nebenjobs finanzieren zu müssen, nicht mehr entkommen kann. Im Weiteren bereitet das Akademische Auslandsamt die Studenten auf ihre Heimkehr vor. Von Zeit zu Zeit werden Dozenten aus den Herkunftsländern der ausländischen Studenten eingeladen, um in Vorträgen über politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen in den jeweiligen Ländern zu berichten. So wird den ausländischen Studenten die spätere Reintegration in die Gesellschaft ihrer Heimat erleichtert. Studienkolleg
Allgemein: Das Studienkolleg ist eine Einrichtung, die es ausländischen Studenten ermöglicht, an einer Universität zu studieren, auch wenn der im Heimatland abgeschlossene Schulabschluss nicht dem Standard des deutschen Abiturs entspricht. Ein beispielgebender Grund für diese Maßnahme ist, dass in vielen anderen Ländern die Sekundäre Stufe weniger als 13 Jahre in Anspruch nimmt. Dabei wird angenommen, aufgrund der kürzeren Lehrzeit hätten die Schüler einen geringeren Lehrstoff sowie einen geringeren Wissensstand.
Bevor die Studenten an der sogenannten Feststellungsprüfung für die Aufnahme eines Studiums teilnehmen, wird ihnen der einjährige Besuch des Studienkollegs empfohlen. Hinsichtlich der Abschlussprüfungen untersteht das Studienkolleg dem Kultusministerium, zählt aber noch zum Sekundarschulbereich, also der gymnasialen Stufe. Studienkolleg Karlsruhe Bewerben sich ausländische Studenten an einer Universität, werden sie, entsprechend dem gewählten Studiengang, verschiedenen Kursen zugeteilt. Am Studienkolleg in Karlsruhe wird nur der T- Kurs angeboten. Dieser bezieht sich auf die technischen Studiengänge. In anderen Städten, wie zum Beispiel Heidelberg, wird ein M-Kurs angeboten, dieser ist geltend für die ausländischen Studenten, welche sich dazu entschlossen haben, in der Bundesrepublik Deutschland Medizin zu studieren. Aufnahme und Abschluss am Studienkolleg: Die Studenten müssen eine Zulassung zum gewählten Fach vorweisen, um am Studienkolleg teilnehmen zu können. Ein weiteres Aufnahmekriterium ist das Bestehen einer Aufnahmeprüfung beim Studienkolleg. Geprüft werden „Deutschkenntnisse auf dem Niveau ´Grundstufe 3´(„Themen neu“; Band 3, Hueber Verlag, ca. 600 Unterrichtsstunden) oder ein landesüblicher Abschluss an einer deutschen
Auslandsschule (unterhalb des DSD II der KMK)“. 7 Die Studenten werden anschließend in die Deutschkurse D1, D2 oder K1 eingeteilt. Nach erfolgreicher Beendigung des Studienkollegs, erhält der ausländische Student, entsprechend dem absolvierten Kurs, eine
eingeschränkte Hochschulberechtigung. PRIVATE ANBIETER
Nicht nur das Studienkolleg bietet den ausländischen Studenten die Möglichkeit, in kurzer Zeit ihre Deutschkenntnisse zu verbessern und diese auf ein notwendiges Niveau zu bringen. Neben den angebotenen Deutsch- Kursen an den Hochschulen, bestehen in Karlsruhe auch andere private Institutionen. Diese bieten gegen eine einmalige Gebühr, DaF- Kurse an. Im Folgenden werden die Einrichtungen VHS Karlsruhe, Berlitz und Inlingua näher erläutert/ vorgestellt. Volkshochschule Karlsruhe
Allgemein Volkshochschulen sind Erwachsenen- Bildungseinrichtungen und bundesweit in fast jeder Stadt aufzufinden. Sie sind politisch und wirtschaftlich unabhängig und dienen somit der Gemeinschaft.
Kursformen: Die Volkshochschule Karlsruhe, bietet unter anderem auch DaF- Kurse an. Diese unterteilen sich in Mittelstufe und Oberstufe. Es wird empfohlen, sich vor Kursbeginn bei der Studienberatung einstufen zu lassen. Aufgrund der unterschiedlichen Bedarfslage werden bei der Mittelstufe Tages- als auch Abendkurse angeboten. Beide sollen es ermöglichen, die deutsche Sprache, auch neben dem Beruf, schnell zu erlernen. Bei den Oberstufenkursen werden Sprachkenntnisse vorrausgesetzt, welche mindesten dem Stand der Mittelstufe entsprechen. Nach erfolgreichem Bestehen der Abschlussprüfung dieser erhält der Teilnehmer das „Zertifikat Deutsch.“
Grundvoraussetzung für alle angebotenen DaF- Kurse ist das Beherrschen der lateinischen Schriftsprache. Sollte es jedoch vorkommen, dass Bewerber dieser Schriftsprache nicht mächtig sind, so ist es für sie möglich durch die Teilnahme an dem Vorkurs „Lesen und Schreiben“, die benötigte Kenntnis zu erwerben.
7 Zitat übernommen aus www.uni-karlsruhe.de/~sk/daf.html
Berlitz und Inlingua
Die beiden Sprachunternehmen Inlingua und Berlitz International, Inc. arbeiten, im Gegensatz zur VHS, nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Bei der Beratung wird zusammen mit dem Interessenten ein sogenanntes Lernprogramm mit Berücksichtigung individueller Lernziele, der finanziellen Lage oder auch der verfügbaren Zeit zusammengestellt. Die angebotenen Kurse basieren auf dem Prinzip, sich von dem traditionellen Fremdsprachenlehren zu entfernen und neue, effektivere Methoden anzuwenden. Es wird ausschließlich in der jeweiligen Zielsprache unterrichtet. Die Teilnehmer sollen die Grammatik auf natürliche Weise durch deren Gebrauch erlernen. Die Betonung liegt auf dem aktiven Sprechen der Lernenden.. Durch den gezielten Einsatz von Medien und verschiedenen Rollenspielen, lernen die Teilnehmer durch die direkte Anwendung viele neue Vokabeln. Sie assoziieren die neuen Wörter eher mit Objekten oder Ideen als mit Wörtern ihrer Muttersprache. Die Sprachtrainer sind in beiden Unternehmen Muttersprachler und haben zuvor eine anerkannte Ausbildung durchlaufen. Insbesondere die Trainer von Inlingua sind akademisch ausgebildet und gewährleisten durch die Teilnahme am iTTN (inlingua Teacher Trainer Network) ein „gleichbleibend hohes Niveau der fremdsprachlichen Ausbildung sowie pädagogisch und inhaltlich höchste Aktualität.“ 8
8 Zitat aus www.inlingua.de
SEKUNDÄRLITERATUR
1. Bockhorni, Reinhard: Ausländerstudium in der Bundesrepublik Deutschland. Bestandsaufnahme und Bewertung der Literatur; eine Untersuchung im Auftrag der Otto- Benecke-Stiftung, durchgeführt von der Projektgruppe Ausländerstudium an der Forschungsstelle Dritte Welt am Geschwister- Scholl- Institut der Universität München; 2. überarbeitete Auflage, Baden- Baden 1987
2. Abu Laila, Yousef: Integration und Entfremdung. Eine empirische Studie zur Situation ausländischer Studenten am Beispiel Clausthal- Zellerfeld und Göttingen, Göttingen 1981 (Schriften des Arbeitskreises Afrikanisch-asiatischer Akademiker und der afrikanisch asiatischen Studentenförderung, e.v. Göttingen, Bd 1) (afrikanisch asiatische Aspekte)
3. Ehling, Manfred: Als Ausländer an deutschen Hochschulen. Das Studium von Ausländern in der Bundesrepublik Deutschland, historische, theoretische und soziale Aspekte, Darmstadt 1987
4. Teichler, Ulrich: Erträge des Auslandsstudiums für Studierende und Absolventen/ Ulrich Teichler, Susann Opper, Hrsg. Vom Bundesminister für Bildung und Wissenschaft, Bad Honnef 1988 (Schriftenreihe Studien zu Bildung und Wissenschaft, hrsg. Vom Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft 69) WEITERE QUELLEN
www.inlingua.de
www.berlitz.de www.uni-karlsruhe.de/~akad www.vhs.karlsruhe.de
Arbeit zitieren:
Könnecke Linda, 2001, Zum Bedarf und Angebot von -Deutsch als Fremdsprache- in Karlsruhe, München, GRIN Verlag GmbH
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