Verfasser: Livia Krentel
Hauptfach: Kommunikationswissenschaft (4. Semester) Nebenfach: Psychologie und Recht für Sozialwissenschaften
3
INHALTSVERZEICHNIS
1 Einführung in die Thematik 4
2 Geschichte der Kinderpresse. 5
2.1 Anfänge der Kinderpresse im 18. Jahrhundert 5
2.1.1 Das Leipziger Wochenblatt für Kinder 5
2.1.2 Der Kinderfreund 6
2.2 Kinderpresse im 19. Jahrhundert 7
2.3 Kinderpresse im 20. Jahrhundert bis 1945 8
2.4 Kinderpresse nach 1945. 10
3 Heutige Kinder- und Jugendzeitschriften. 11
3.1 Beliebtheit der Zeitschriften. 11
3.2 Jugendzeitschriften 12
3.2.1 Eine Übersicht der Jugendzeitschriften 12
3.2.2 Die auflagenstärksten Jugendzeitschriften. 13
3.3 Kinderzeitschriften 14
3.3.1 Eine Übersicht der Kinderzeitschrifen 14
3.3.2 Die auflagenstärksten Kinderzeitschriften 14
4 Fazit. 16
5 Literaturverzeichnis 17
6 Anlage 19
1 Einführung in die Thematik
Heutzutage haben die Kinder ihre eigene Medienwelt. Im Kinderzimmer läuft Kinderfernsehen und im Hintergrund eine Kinderradiosendung. Am Computer werden Kindercomputerspiele gespielt und wird zu Kinderinternetseiten gesurft. Wenn den Kinder nach Unterhaltung außerhalb der Wohnung ist, dann gehen sie eben ins Kino, einen Kinderkinofilm gucken. Wenn sie es etwas ruhiger möchten, dann nehmen sie sich ein Kinderbuch oder eine Kinderzeitschrift zur Hand. Das mediale Angebot für Kinder ist heutzutage mindestens genauso umfassend wie das für Erwachsene und es ist ebenso auf ihre Interessen, Wünsche und Bedürfnisse abgestimmt.
Das älteste Massenmedium für Kinder ist die Kinderliteratur. Die Kinderpresse hat ihren Ursprung im 18. Jahrhundert. Seit ihrer Entstehung, Ende des 18. Jahrhundert, hat die Kinderzeitschrift bis zum 21. Jahrhundert eine optische wie inhaltliche Wandlung vollzogen. Inhaltlich war hauptsächlich die Bewusstseinsveränderung der Gesellschaft in Bezug auf Erziehung und Pädagogik maßgebend, für die optische Weiterentwicklung der Zeitschriften war die wachsende Industrialisierung verantwortlich.
Die Kinderzeitschrift, die sich anfangs nur wenige reiche Kinder leisten konnten, hat sich kontinuierlich über die Jahrhunderte hinweg zu einem breitem Massenmedium entwickelt. Sie hat sich vom moralischen Schwarzweiß-Blättchen für das reiche Bürgertum zum unterhaltenden, mehrseitigen, farbigen Heft für Massen gemacht. In der folgenden Ausführung soll die Entwicklung der Kinderpresse im Spiegel der jeweiligen Zeit aufgezeigt werden, angefangen mit der ersten Kinderzeitschrift bis zum heutigen Stand der Kinderpresse in Deutschland. Sozusagen ein Querschnitt durch die verschiedenen Jahrhunderte mit dem jeweiligen Stand der Kinderpresse. Dafür werden aber nur reine Kinder- und Jugendzeitschriften betrachtet. Seiten für Kinder und Jugendliche in Tagezeitungen werden nicht berücksichtigt, da hierbei das Trägerorgan ein Medium für Erwachsenen ist.
2 Geschichte der Kinderpresse
2.1 Anfänge der Kinderpresse im 18. Jahrhundert
Die ersten Kindermedien waren die Printmedien. Kinderzeitschriften sind in der Folge der europäischen Aufklärung des 18. Jahrhunderts und des Emanzipationskampfes des Bürgertums gegen den Feudaladel entstanden. Mit der Aufklärung kam das Interesse für pädagogische Fragen, da man Erziehung als Mittel sah, um die Ideen der Aufklärung zu verankern. 1 Den Anstoß für eine Kinderzeitschrift gaben die moralischen Wochenzeitschriften wie z. B.: die „Wochenzeitschrift zum Besten der Kinder“ (gegründet 1760), die sich hauptsächlich an die Eltern mit Beiträgen über Erziehungsfragen wandten, aber auch vereinzelt Fabeln oder kleine Lustspiele für die Kinder veröffentlichten. 2 Aus diesem Medium für Erwachsene entsprang die Idee, sich direkt an die Kinder zu wenden, mit einer eigens für sie konzipierte Zeitschrift. Man wollte „durch dasselbe Mittel gleich die Kinder zu anderen Menschen machen (...). Die Kinder ! Die Kinder ! Ja was schreiben wir denn für die Erwachsenen, da wir die Kinder selbst vor uns haben; da ist der richtige Weg: wir müssen uns direkt an die Kleinen wenden.“ 3
Somit erschien 1770 in Deutschland die erste Kinderzeitschrift, die sich „Monatszeitschrift für Kinder“ nannte, ihr Herausgeber ist unbekannt. 4
2.1.1 Das Leipziger Wochenblatt für Kinder
Seine eigentlich Popularität aber erlangte dieses neue Medium für Kinder 1772 mit dem „Leipziger Wochenblatt für Kinder“ (Abbildung: siehe Anlage) von dem Aufklärer Johann Christoph Adelung. 5
Zweimal wöchentlich erschien ein Stück (eine DinA5-Seite) des Leipziger Wochenblattes und kostete sechs Pfennig. Die Auflage, die heute nur noch geschätzt werden kann, lag bei circa 500 Stück. 6 Inhaltlich bot das Blatt eine
1 Vgl. Jensen u.a. (Medienmarkt), S. 170.
2 Vgl. Pirich-Diederichs (Kinderzeitschriften), S. 2317.
3 Hild (Jugendzeitschrift), S. 3.
4 Vgl. Uphaus-Wehmeier (Nutzen), S. 42.
5 Vgl. Uphaus-Wehmeier (Nutzen), S 42.
6 Vgl. Göbels (Jugend), S.12.
Sammlung von Märchen, Fabeln, Rätseln, lehrhaften Gedichten, Briefen und Lustspielen für Kinder. Zudem gab es auch sieben dramatis personae, einen Lehrer und sechs Kinder, die in den Texten immer wieder mal vorkamen. Die positiven Charaktere dieser sechs Kinder bildeten: Caroline, die Sanftmut und Verstand besaß, Carlchen mit dem guten Herzen, Henriette die Folgsame und Fritz, der liebenswürdig und bescheiden war. Die negativen Charaktere wurden vom eitlen und leichtsinnigen Malchen und vom streitsüchtigen und widerspenstigen Conrad präsentiert. 7
Die Inhalte hatten immer einen moralisch pädagogischen Tenor, wie folgender Lehrspruch zeigt:
„Die literarpädagogische Absicht der Zeitschrift war, Kindern von guter Erziehung ein lehrreiches und nützliches Vergnügen zu schaffen...“ 9 Mit dem 227. Stück endete 1974 das „Leipziger Wochenblatt für Kinder“. 10
2.1.2 Der Kinderfreund
Der Nachfolger des „Leipziger Wochenblatt für Kinder“ war „Der Kinderfreund“ (Abbildung: siehe Anlage). Er existierte von 1775 bis 1781 und wurde von dem Pädagogen Christian Felix Weisse herausgegeben. 11 „Dieser wurde dann zum Maßstab für die pädagogisch gemeinte deutsche Kinderzeitschrift.“ 12 „Der Kinderfreund“ erschien wöchentlich und veröffentlichte als absolute Neuheit erstmals auch Kupferstiche. Ansonsten unterschied er sich vom Wochenblatt nur darin, dass der Inhalt einen einheitlichen Faden durch fixierte Personen bekam und dass Geschichten einen größeren Raum einnahmen. 13
Der Herausgeber erschien dabei in seiner Zeitschrift selber als Familienvater, der seine vier Kindern in belehrenden Gesprächen unterhält und sie zugleich in die Welt einführt. Zudem gab es noch die fiktiven Personen Magister Philoteknos, Doktor Chronikel (Historiker), Herr Papillon (Naturlehrer) und der junge Dichter
7 Vgl. Göbels (Jugend), S.13.
8 Leipziger Wochenblatt für Kinder, 173. Stück in: Thoma (Kind), S.195.
9 Göbels (Jugend), S.12.
10 Vgl. Göbels (Jugend), S.16.
11 Vgl. Göbels (Jugend), S.16.
12 Baake u.a. (Schein), S. 176.
13 Vgl. Hild (Jugendzeitschrift), S. 7.
Arbeit zitieren:
Livia Krentel, 2000, Entstehung und Entwicklung der Kinderpresse in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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