Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Äußerer Aufbau der Lehrbuchkapitel 4
3 Kommentar zu Der barmherzige Samariter’ (Lk 10,25-37) 5
3.1 Der lukanische Reisebericht (LK 9,51-19,27) 5
3.2 Exegese des Lehrgespräches über das Hauptgebot’ (Lk 10,25-28) 6
3.3 Exkurs: Nächster / Nächstenliebe. 10
3.4 Gleichnisinterpretation nach Hans Weder 13
4 Didaktischer Aufbau der Lehrbuchkapitel. 14
5 Lebens- und Erfahrungswelt der Kinder. 18
6 Funktion von Bild und Text. 20
7 Arbeits- und Lernformen 21
8 Pädagogische Schlussfolgerungen 21
9 Literaturverzeichnis 23
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1 Einleitung
Für den Lehrbuchkapitelvergleich sollen folgende zwei Schulbücher des Religionsunterrichtes in der Grundschule herangezogen werden. Zum einem das Lehrbuch „Wir gehören zusammen. Evangelische Religion 2. Schuljahr“ vom Cornelsen Verlag Berlin und zum anderen „Am Anfang Religion 2“ vom Diesterweg Verlag Frankfurt am Main.
Beide Lehrbücher beschäftigen sich mit dem Thema „Hilfe für andere“ und „Gemeinschaft“. Sie nehmen exemplarisch Bezug auf die Geschichte des ‚Barmherzigen Samariters’ (Lk 10,25-37). Die Einbettungen der Erzählung in den jeweiligen Kapiteln geschehen auf unterschiedliche Art und Weise.
In „Wir gehören zusammen“ findet man unter der Überschrift „Miteinander leben“ die Nacherzählung der Geschichte. Neben der biblischen Erzählung werden in dem Kapitel andere Inhalte und Geschichten angesprochen, die zum Aspekt des Lebens mit anderen gehören.
In „Am Anfang“ wurde die biblische Geschichte in das Thema „Von Jesus hören - der barmherzige Samariter“ integriert. Hier legen die Autoren des Lehrerhandbuches besonderen Wert auf den Weg der Barmherzigkeit und der Gemeinschaft der Christen. Nach der anschließend vorgenommenen äußeren Gliederung der Lehrbücher folgt eine theologische Auseinadersetzung mit der Erzählung vom ‚Barmherzigen Samariter’.
Danach skizziere ich den didaktischen Aufbau der Lehrbuchkapitel. Daraufhin wird eine Betrachtung der Bilder und Texte unter verschiedenen Gesichtspunkten durchgeführt.
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2 Äußerer Aufbau der Lehrbuchkapitel
In dem Lehrbuch „Wir gehören zusammen“ beginnt das Kapitel „Miteinander leben“ mit den Alltagserfahrungen der Kinder. Mit Fotografien aus der Lebenswelt wird an das Thema „Gemeinschaft erleben“ (S. 4) herangeführt. Das Kind kann so seine eigenen Erfahrungen mit einbringen.
Der Weg des Kapitels führt weiter zu „Konflikte austragen“ über „Voneinander lernen“ zu „Manchmal ist es schwer“ (S. 10/11). „Wer hilft?“ (S. 5-7), als weiterer Teilabschnitt des Hauptthemas untergliedert sich in „Traurig sein - wieder froh sein“ und „Dem anderen zum Nächsten werden“, welches die Erzählung vom ‚Barmherzigen Samariter’ (Lk 10,25-37) einbezieht. In Folge dessen wird die Frage aufgeworfen: „Wer ist mein Nächster?“.
Zum nächsten Gegenstand des Kapitels wird „Trost und Hilfe von Gott: Bartimäus“ (S. 8/9). Es beinhaltet den Psalm 22, die nacherzählte Geschichte vom blinden Bartimäus und einem Kanon, der wieder zurückführt zum Thema Gemeinschaft. Aber dieses Teilthema wird eher von der christlichen Ethik her betrachtet. Die Gemeinschaft mit Gott wird in diesem Rahmen angesprochen.
Das Lehrbuchkapitel „Von Jesus hören - der barmherzige Samariter“ in „Am Anfang“ beschäftigt sich auf beiden Lehrbuchseiten nur mit dieser Geschichte, die abgedruckt und in Bildern elementarisiert dargestellt wurde. Mit einem hervorgehobenen Satz und einer Aufgabenstellung wird eine Beziehung zur heutigen Lebenswelt der Kinder hergestellt.
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3 Kommentar zu ‚Der barmherzige Samariter’ (Lk 10,25-37)
Im folgenden Kapitel soll der Text von Lk 10, 15-17 theologisch näher betrachtet werden.
Da der Textausschnitt in den lukanischen Reisebericht integriert ist, wird zunächst ein kurzer Überblick über ihn gegeben. Danach folgt eine Exegese der Geschichte vom ‚Barmherzigen Samariter’. Der Abschnitt 3 wird sich mit einer tiefergehenden Beleuchtung des Begriffes Nächsten bzw. Nächstenliebe beschäftigen, da dieser den Grundtenor der Erzählung bildet. Das Ende dieses Abschnittes soll belegen, dass es sich bei dieser Erzählung, gemäß den Ansätzen der Gleichnisinterpretation von Hans Weder (1978), nicht um ein Gleichnis handelt. 3.1 Der lukanische Reisebericht (LK 9,51-19,27)
Hierbei handelt es sich um den zweiten Abschnitt der Erzählung von Jesus Taten und Worten bei Lukas. Jesus befindet sich mit seinen Jüngern auf dem Weg nach Jerusalem. Im Bericht sind verschiedene redaktionelle Bemerkungen zu finden, die darauf hinweisen, dass sich Jesus mit seinen Jüngern auf Wanderschaft befindet (9,51; 13,22; 17,11; 19,28). Das Motiv Jesus ist unterwegs, findet man schon in vorangehenden Kapiteln, aber nun ist die Reise auf Jerusalem ausgerichtet. Mit dieser Ausrichtung unterscheidet sich das Lukasevangelium von den anderen drei Evangelien. Mit dem Vers 19,27 gelangt die Reise an ihr Ziel.
Das Motiv des „Reisens“ stammt von Lukas selbst, d. h. dies geht nicht auf die Logienquelle oder anderem Sondergut zurück. Damit ist der „Reisebericht“ als lukanische Komposition zu sehen (vgl. Müller 1984, S. 102). Während Jesus Reise findet allerdings keine geographische Bewegung statt. Trotz all dem umfasst er auch Mk-Stoff.
Lk 9,51 - 18,43 wird die große Einschaltung in den Mk-Rahmen genannt. (vgl. Schneider 1984, S. 225) Der Markusaufriss prägt erst ab 18,15 die Reihenfolge, aber in dem Sinne, dass eine Darstellung das von den Jüngern erwartete neue Leben erzählt wird. Somit findet eine grundlegende Veränderung des Mk-Aufbaues durch Lukas statt. Mit diesem Eingriff nimmt Lukas eine Sonderstellung bei den Synoptikern ein.
Der Reisebereicht lässt sich in drei Teile gliedern:
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1. Jüngerunterweisung und Mission (9,51-13,21), 2. die Rettung des Verlorenen (13,22-17,10) und 3. Jüngerschaft und Enderwartung (17,11-19,27).
Eine solche Gliederung findet Schweizer (1983, S.108) hingegen schwierig. Er sieht im Reisebericht einen Vergleich zum 5. Moses und nennt ihn „christliches Deuteronomium“. Exemplarisch soll hier nur ein Vergleich herangezogen werden: Dtn 5,6-21; 6,4f. und Lk 10,27 die 10 Gebote und das Gebot der Nächstenliebe. Aber der Vergleich wird relativiert, da es sich häufig nur um Assoziationen handelt und ein Großteil der Abschnitte bei Lukas nicht erklärt werden. Es lässt sich auch keine Urform finden, die sich am Dtn orientiert, da die parallelen Stücke zum Teil aus Q und zum anderen Teil aus S stammen.
Der theologische Hintergrund des Reisemotivs soll im folgenden näher erläutert werden. Jesus geht auf den von Gott vorgegebenen Weg, den er als Messias gehen muss. Dabei ist sein Blick im Lukasevangelium immer auf das Ziel gerichtet. Der Weg führt über die Passion (Leidensaussagen 9,22; 9,44) „und deren Verständnis als Eingang in die messianische Herrlichkeit (24,26)“ ins Ziel. (Wiefel 1988, S.186) Bezieht man sich hierbei auf Müller (1984, S. 102) so erscheint das Wort „reisen, wandern, gehen“ (poreuomai) bei Mt 29 mal, bei Mk 3 mal, bei Lk 51 Mal und bei Joh 13 Mal, wobei es bei Lk 25 Mal auf Jesus bezogen ist. Dies entspricht dem neuen christlichen Lebensstil der lukanischen Zeit, der Nachfolge Jesu, wenn man ihn als Wegweiser anerkennt.
3.2 Exegese des ‚Lehrgespräches über das Hauptgebot’ (Lk 10,25-28) Nach der Seligpreisung der Jünger (10,23) folgt nun eine Perikope. Sie besteht zum großen Teil aus Sondergut. Einerseits wird von dem ‚Tun’ der Nächstenliebe (10,25-37) gesprochen und zum anderen vom ‚Hören’ auf Jesu Wort (10,38-42). Ursprünglich waren diese Stücke aufeinander bezogen, jedoch wurden sie durch den redaktionellen Eingriff von Lukas parallel gestellt. „Die Frage des Gesetzeskundigen folgt die Gegenfrage Jesu (V25/26 und 29/30-36), darauf die selbst gebende Antwort (27/36a) und die Weisung Jesu (28/37b).“ (Wiefel 1988, S. 185). Dazwischen arbeitet Lukas die Beispielgeschichte vom barmherzigen Samariter (10,29-37) ein. Diese Geschichte zählt nach Ernst (1993, S. 259) eindeutig zum Sondergut des Lukas, vermutlich gehört sie sogar zur Sonderquelle.
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Die sekundäre Rahmung um die Beispielgeschichte wird demnach von 10,25-28 und 10,36 gebildet. Über den Ursprung dieses Textes gehen die Meinungen auseinander. Durch die engen Berührungen zwischen Mt 22,35-39 und Lk 10,25-27 lässt sich die Vermutung aufstellen, es könnte eine Q-Zuweisung geben. Aber die enge Verzahnung der Erzählung und er lukanischen Eigengestaltung lässt allerdings auch die Überlegung zu, dass sich um ein lukanische Sonderüberlieferung handelt. Als letzte Möglichkeit soll hier kurz genannt sein, dass Lukas auf eine Mk - Vorlage zurückgreift, da das Fehlen des entsprechenden Abschnittes in den Jerusalemer Streitgesprächen zwischen 20,39 und 40 dies nahe legen. (vgl. Ernst, 1993, S. 260 und Wiefel 1988, S. 185). Wiefel hält letztere Vermutung für die Wahrscheinlichste. Diese Geschichte beschäftigt sich inhaltlich mit der Frage nach dem Hauptgebot und seiner Erläuterung. Ein Gesetzeslehrer möchte Jesus auf die Probe stellen, er stellt ihm die Frage nach dem Nächsten, worauf Jesus mit einer Gegenfrage antwortet. Der Gesetzeslehrer zitiert nun Dtn 6,5 und Lev 19,18.
Der formale Aufbau entspricht dem Stil eines Dialoges. Es taucht dabei immer wieder das Wort ‚tun’ auf. Die Hand des Lukas lässt sich erkennen auf Grund der zum Gespräch gehörender Bestätigung (V28). In Vers 29, der eine Brücke bildet und in den Schlussversen, durch welche die Frage des Gesetzeslehrer zum Rahmengespräch gemacht wird und in dem das Wort ‚tun’ wieder zwei Mal auftaucht. Im folgenden sollen die Verse der Erzählung einzeln kommentiert werden. V25 - Der Ausspruch „Und siehe“ ist eine rein literarische Überleitung zur darauffolgenden Szene. Ein Gesetzeskundiger tritt feindlich gesinnt in den Kreis von Jesu und seinen Jüngern. Um Jesus auf die Probe zu stellen, stellt er ihm eine Frage. Es scheint auf dem ersten Blick, als benötige er von Jesus Tipps für das richtige Leben (vgl. Ernst 1993, S. 260). Aber hiermit möchte der Gesetzeskundige herausfinden, ob Jesus eine Berechtigung für den Titel Lehrer besitzt. Die Frage nach dem ‚Tun’ zum Erreichen des ewigen Lebens wird aufgeworfen. Bei Markus wurde diese Frage nur theoretisch formuliert, bei Lukas erhält sie einen praktischen Charakter (vgl. Schweizer 1982, S. 121). Es handelt sich damit um eine echte und nicht um eine rein akademische Frage (vgl. 18,18). Die Versuchung mit der Frage des Gesetzlehrers ist wohl tradiert (vgl. Schweizer 1982, S. 121).
V26 - Jesus antwortet im Form einer doppelten Gegenfrage. Damit gewinnt der angehende Dialog die Form eines Streitgespräches bzw. eines Examens. Die Fragen richten sich auf das Rezitieren des Inhaltes der Gesetze der Thora, die schriftlich ver-
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fasst ist. „Das Gesetz gilt als Buch des Lebens, dass die Antworten enthält, so sollten die Schriftgelehrten auch darinnen lesen und Antworten finden.“ (Ernst 1993, S. 261) V27 - Die Replik, die der Schriftgelehrte nun äußert, entspricht der von Jesu. Die Antwort ist eine Verbindung von zwei ursprünglich voneinander getrennten Gesetzen, von dem Gebot der Gottesliebe Dtn 6,5 (ohne monotheistischem Bekenntnis, das Mk voranstellt) und dem Gebot der Nächstenliebe Lev 19,18. Aus der Verbindung von Gottes- und Nächstenliebe entsteht das Doppelgebot der Liebe. Dies stellt die eigentliche Tat Jesu dar, obwohl diese etwas in die jüdische Ethik eingebettet ist. Trotz all dem werden Religion und Sittlichkeit aus dem kultischen und rituellen Rahmen herausgehoben und nehmen nun Bezug aufeinander. „Jesus konzentriert sich bewusst auf das gesamte sittliche Verhalten, das durch die bewusste Identifikation von Gottes- und Nächstenliebe gekennzeichnet ist.“ (Ernst 1993, S. 261) Gottes- und Nächstenliebe sind damit untrennbar miteinander verbunden. Im Vers 28 steht Lob und Bestätigung Jesu im Vordergrund. Eine Verwerfung des Gesetztes durch Jesu findet nicht statt. Somit sind sich der Schriftkundige und Jesu in der Theorie einig. Nach Schneider (1984, S. 248) geht hier die Erzählung in ihre zweite Phase über. Jesu verweist auf das ‚Tun’, den praktischen Teil des Doppelgebotes. Das Leben und Handeln nach diesem Gebot beweist, dass es richtig verstanden wurde. Erst der, der das Gebot ‚tut’, wird leben. Hier findet sich nun die Diskrepanz zwischen Gesetzeslehrer und Jesu.
V29 - Der Gesetzeslehrer fühlt sich im Unrecht, da Jesus nicht erklärt, was ‚Nächster’ heißt. Dies führt zu einer weiteren Frage nach dem Nächsten. Nach jüdischer Ethik ist es nicht möglich weit Entfernten konkrete Hilfe zu leisten. Konkret helfen kann man nur denjenigen, die zum Volk und zur gleichen Religion gehören. Es ist ein innerjüdischer Gelehrtenstreit, dass nur der Gleichgesinnte Liebe erwarten kann, obwohl das Gesetz, eine andere Regel vorgibt. So lässt man dieses Gesetz als ‚Gesetz mit Einschränkung’ gelten. (vgl. Ernst 1993, S. 261) Wenn dieses Gespräch nun beendet werden würde, würde der Gesetzeslehrer nichts dazu gelernt haben und hätte die praktische Undurchführbarkeit des Liebesgebotes bewiesen. Jesus hätte damit nicht sein Ziel erreicht. Aber Jesus antwortet mit einer Beispielgeschichte, anstatt mit einer theoretischen Begriffsdefinition des Wortes ‚Nächster’. Mit Vers 30 beginnt die Beispielerzählung, in der die Einzelheiten nur reduziert dargestellt sind. Sie scheint, als wäre sie aus dem Leben gegriffen: Ein Mann, der nicht näher beschrieben wird, befindet sich auf dem einsamen Weg von Jerusalem nach
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Jericho am toten Meer „(27 km; Jerusalem liegt 750 m über, Jericho 250 m unter dem Meeresspiegel; der Weg führt durch von Felsen zerklüftete Wüste)“ (Schneider 1984, S. 248). Josephus (1978, S. 335) beschreibt: „Die Gegend bis Jerusalem ist öde und felsig,...“. Unterwegs wird der Reisende von Räubern attackiert und dabei lebensgefährlich verletzt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit gehört diese Geschichte zu dem Sondergut Lukas. (vgl. Wiefel 1987, S. 210)
V31 - Ein Priester kommt aus Richtung Jerusalem. Er sieht den ‚Halbtoten’ am We-gesrand liegen und geht an ihm vorbei, ohne ihm zu helfen. Der Priester kehrt vermutlich gerade vom Tempeldienst von Jerusalem zurück nach Hause, nach Jericho. Jericho galt damals als eine Stadt in der viele Kultdiener mit ihren Familien lebten. (vgl. Schneider 1984, S. 248)
V32 - Den gleichen Weg nimmt ein Levit. Auch er lässt den hilfebedürftigen Mann am Wegesrand liegen.
V33 - „Die Beispielgeschichte ist nach dem Schema Regeldetri aufgebaut“ (Wiefel 1987, S. 210). Der Hörer/Leser erwartet nun einen jüdischen Laien, der dem Mann hilft. Aber ein Samariter kommt dem Weg heran, der den ‚Halbtoten’ sieht und Mitleid empfindet. Offiziell stehen die Samariter und Juden sich feindlich gegenüber. Damit wird diese Geschichte zum Anstoß für Sadduzäer, Gesetzeslehrer und der israelischen Anschauung.
V34/35 - Die folgenden Verse erzählen von der Hilfeleistung des Samariters. Die ausführliche Schilderung löst die knappe Erzählweise ab. Der Helfer behandelt die Wunden des Hilfebedürftigen mit dem, was er im Reisegepäck mit sich trägt: Öl und Wein. Er verbindet sie und nimmt den Verwundeten auf seinem Reittier mit. Der Samariter bringt ihm zu einer Herberge, kümmert sich, gibt den Wirt der Unterkunft zwei Denare und für Mehraufwendung wird er nach zwei Tagen entsprechend entlohnt. Die Tat des Samariters steht konträr zu den Unterlassungen des Priesters und des Leviten. Das Ziel der Geschichte ist nicht, nach den Gründen der Unterlassungen der Hilfe zu suchen. Die Liebe des Samariters zeigt sich in der Anwendung ihrer. Ihm wird der Notleidende zum Nächsten, der Hilfe bedarf. Das Gesetz tritt in den Hinter-grund, die Handlung des Helfenden tritt in den Vordergrund. V36 - „Die angehängte Frage kehrt formal zu der, das Gleichnis lösenden Frage V29 zurück.“ (Wiefel 1988, S. 210). Der Schriftgelehrte wird aufgefordert, Stellung zu beziehen, wer sein hilfebedürftiger Nächster ist. Diese Frage betrifft demnach nicht den Hilfebedürftigen, sondern den ‚Helfenden’. Durch das ‚Tun’ der Liebe wird der zum
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Nächsten, der sich in einer konkreten notleidenden Position befindet, unabhängig davon, ob er zum Volk gehört. Damit wird verdeutlicht, das kein festes Schema für die Nächstenliebe existiert. Die theoretische Frage des Schriftgelehrten ist beantwortet.
V37 - Der Schriftgelehrte beantwortet betroffen die Frage Jesu. Die Antwort dieser ergibt sich aus der Geschichte. Mit der abschließenden Aufforderung: „Geh und handele so!“ wird der Gelehrte aus dem Gespräch entlassen. Die Weisung spricht ihn direkt an und fordert ihm zum Tun der Nächstenliebe in der Praxis auf.
3.3 Exkurs: Nächster / Nächstenliebe
Die Wurzel des Begriffes ‚Nächster’ ist im Alten Testament zu finden. Hier entspricht er dem Wort ‚Mitmenschen’. Im Alten Testament erscheint das Abstraktum ‚Nächster’ in variierenden Interpretationsweisen. Der ‚Nächste’
1. kann über den Volksgenossen (Ex 11,2) hinaus bis hin zur Allgemeingültigkeit (Ex 33,11) gehen,
2. er nimmt eine Trennung in der sozialen Gemeinschaft zwischen Volksgenossen und Fremden vor (Prov 27,10) oder
3. bedeutet, dass man bestrebt ist eine bewusste Abgrenzung (Mitisraelit vs. Ausländer) mit dem Ziel vorzunehmen, das Gebot der Nächstenliebe (Lev 19,18) zu unterstreichen (Dtn 15).
Bei Letzteren sollte allerdings deutlich darauf hingewiesen werden, dass das Hauptaugenmerk auf der Mitmenschlichkeit liegt.
Jedoch ist die Bedeutung des Begriffes durch die Wirkungsgeschichte beeinflusst wurden und vor allem durch die Frage nach dem Nächsten (Lk 10,29) eingeengt wurden. (vgl. Noort 1979, S. 713 - 715)
Im Liebesgebot (Lev19,18) ist nach rabbinischen Auslegungen mit ‚Nächster’ (re a ) der Mitjude gemeint. Die Samaritaner wurden von einigen Autoritäten als Proselyten oder als den Juden gleich angesehen. Mit dieser Ansicht dürften sie wohl mit im Liebesgebot eingeschlossen sein. Andere historische Zeugnisse berichten allerdings wieder Gegensätzliches. Geht man von einer hohen Auffassung des Begriffes Liebe aus, so ist im Liebesgebot (Lev 19,18) nicht jeder Mitjude gemeint (Ps 139,21f). Bei näherer Betrachtung des Liebesgebotes (Lev 19,18b), lässt sich dieses Gebot auch durch die Goldene Regel umschreiben: „Liebe für deinen Nächsten, was du von sei-
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ner Seite für dich liebst, und hasse für ihn, was du von seiner Seite für dich hasst.“ (Neudecker 1979, S. 717). Aber auch hier muss dem Einwand statt gegeben werden, dass diese Liebe über das Menschliche hinausgeht. Die Liebe selbst gilt als unkontrollierbar für den Menschen.
Ein weiterer Ansatz des Verstehens des Begriffes liegt darin, dass er als Mitbürger, um des Friedens willens gesehen wird. So erscheinen auch nichtjüdische Mitbürger Empfänger von Wohltätigkeit und Liebeswerken.
Ein letzter Ansatz des Judentums soll hier noch erwähnt werden. Dieser sieht in dem Nächsten den Mitmenschen. Den Ursprung dieser Interpretation findet man in der Überzeugung, dass Gott als Schöpfer und Erhalter aller Menschen gesehen wird. In der heutigen Zeit sehen die meisten Juden in dem Nächsten jedoch den Mitmenschen. (vgl. Neudecker 1979, S.716 - 719)
Im Neuem Testament lässt der Begriff ‚Nächster’ „in seiner spezifischen Verwendung noch die eigentliche örtliche Bedeutung erkennen: Es geht um Menschen in mitmenschlichen Beziehungen, sei es im engeren Zusammenleben oder in Begegnungen.“ (Balz 1997, S. 720). Dies entspricht 16 Stellen im Neuen Testament. Von diesen Stellen wird 12 Mal das Gebot der Nächstenliebe (Lev 19,18b) zitiert und davon sechs Mal bei den Synoptikern (Mk 12,31.33 par). Mt 22,29/Lk10,17; Mk19,19; Mt 5,43, Mk 12,18ff; Lk 10,29.36). Die in der Bergpredigt enthaltene sechste „Antithese“ (Mt 5,43) beschäftigt sich mit dem Gebot der Nächstenliebe, wie auch mit dem Feindeshass. Jesus setzt dem sofort entgegen: „Liebet eure Feinde...“, als wahre Erfüllung des Liebesgebotes. Zu diesem Kontext gehört auch die Geschichte vom ‚Barmherzigen Samariter’. Der Schriftgelehrte versucht Jesus mit der Frage „Wer ist mein Nächster?“(V29). Wie auch bei den Synoptikern: Mt (22,34-40), Mk (12,28-34) wird das Doppelgebot der Liebe, jeweils durch ein Gespräch mit Gesetzeslehrern thematisiert.
Der Wechsel der Perspektiven der lukanischen Erzählung vom 'barmherzigen Samariter’ zeichnet die Komposition aus. Die Frage, wer der Nächste sei (Lk 10,29), wird umgedreht bzw. umformuliert nach der Person (Lk 10,36), die sich als Subjet der Nächstenliebe erwiesen hat. Hier „liegt offensichtlich die ethische Pointe: Menschen sind keine Nächsten (...), sondern erst ihr von Liebe geprägtes Handeln macht sie zu Nächsten“ (Theissen / Merz 1997, S. 346). Dass ein Samariter den hilfebedürftigen Menschen findet, drückt aus, dass es für die Nächstenliebe keine Grenzen gibt. Somit handelt es sich bei Lukas um den neu zu erkennenden Sinn des Gebotes von
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Lev 19,18. „Nächstenliebe meint erlebtes und aktiv gestaltetes Nahesein zu anderen Menschen und wird schon da verfehlt, wo Menschen sich solchen Nahesein nicht konkret auszusetzen wagen.“ (Balz 1979, S. 720). In dieser Erzählung wird die Feindesliebe nicht ausdrücklich hervorgehoben, obwohl vermutlich der Samariter einen Juden das Leben rettete. Nach Schweitzer (1984, S. 251) ist dies Jesus Auslegung des Gebotes der Liebe und findet ihren Ursprung in der Katechese. Diese sieht Nächstenliebe als eine Tat der Barmherzigkeit an (Lk 10,33.37). Der wahre Gottesdienst ist nach Lukas die Nächstenliebe, da sich in ihr die Gottesliebe realisiert. Vom „Nächsten“ ist im Neuem Testament relativ selten die Rede, und wenn, dann hauptsächlich im Zusammenhang mit der Auslegung des Gebotes der Nächstenliebe in der Tora. Wenn der Begriff ‚Nächster’ und das Liebesgebot in einen größeren Rahmen angesprochen wird, erwächst daraus die Schwester und der Bruder in der Gemeinde (vgl. I Petr 2,17; I Joh 2,10; 3,10.14). Eine neue und eigenständige Bedeutung gewinnt das Konstrukt ‚Nächster’ im hellenistischen Judentum. Der Terminus wurde konkretisiert zu ‚Freund’, aber auch zu ‚Mitbürger’ u. ä. Nach Theissen und Merz (1997, S. 340) ist eine Kombination der Zitate Dtn 6,5 und Lev 19,18 explizit nicht nachgewiesen. Daraus ist zu schließen, dass „die neue Propagierung der mitmenschlich und sozial einzulösenden Liebesforderung der Tora förderlich gewesen sei, wobei dann auch die hellenistische ethische Diskussion in den Blick geraten konnte“ (Balz, 1979, S. 721).
Das Liebesgebot als Grundsatz aller zwischenmenschlichen Verpflichtungen der Tora wurde erst so von den synoptischen Erzählern und von Paulus zusammengefasst. Damit differenzieren sie sich von der Tradition, denn es reicht demnach aus, dieses Gebot zu erfüllen, da dieses alle Gebot und Verbote umfasst. (vgl. Balz 1997, S. 721) Betrachtet man nun die Ethik, die hinter dem Liebesgebot und dem dazugehörigen Terminus ‚Nächster’ steckt, kommt man nicht umhin, die Geschichte vom ‚barmherzigen Samariter’ zu beleuchten. Der Schlusspart (Lk 10,36.37) der Erzählung wird zum Ausgangspunkt der ethischen Reflexion. Diese Sichtweise auf den ‚Nächsten’ ist zum Paradigma der christlichen Ethik geworden und auch als Basiswort in die christliche Sprache eingegangen. So entstanden im Laufe der Geschichte verschiedene und aufeinander aufbauende Interpretationen und Definitionen zur Thematik. Diskussion behandeln Fragen, wie z.B.: ‚Gibt es eine Rangfolge bei den Nächsten?’. Auf diese Frage antwortet Wendland, dass die Nächstenliebe „keine letztgültigen, sozialen, religiösen oder rassistischen Schranken anerkennen kann, und dass die gesellschaft-
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lich-geschichtlichen Bindungen ihr gegenüber keine absoluten Größen darstellen können; vielmehr relativiert die Liebe alle.“ (vgl. Wendland, H.-D.: In: Ringeling 1979, S.726). Andererseits findet Thielicke eine Relativierung der Nächstenliebe in Augustins und Thomas von Aquins Texten vor, die er kritisiert. (vgl. Ringeling 1979, S.726). Verallgemeinert man die Aussage Wendlands und bezieht sie auf unser Zeitalter der Kommunikation und Interaktion, entsteht nun die Frage, ist derjenige mein Nächster, der mir Nahe steht im räumlichen Sinne, dem zufolge in meinen engeren Umkreis anzutreffen ist oder zählen mittlerweile auch die Mitmenschen auf der Erde dazu, deren Notsituationen durch Medien in meinen ‚Nahraum’ gebracht werden? Wird letztere Frage positiv beantwortet, so handelt es sich um den ‚Nächsten’ im globalen Sinne. Paradox erscheint allerdings, wenn die hilfebedürftigen Nächsten über das Fernsehen unmittelbar ihre Situation schildern bzw. ihre Situation geschildert wird, warum so wenige Menschen ihre Liebe erweisen und helfen. Nach Kluxen (In: Ringeding 1979, S. 729) habe die Mitmenschlichkeit das abstrakte Prinzip verloren, es komme jetzt die Konkretisierung der Nächstenliebe an. Ähnlich auch Tillichs Aussagen: „Es erweise sich nämlich - noch einmal: vom Beispiel des barmherzigen Samariters aus -, dass die abstrakte Formel ‚Anerkennung des Anderen als Person’ nicht ausreiche, sondern erst der Akt der ‚Teilnahme am Anderen’ konkret werde. Die Liebe gibt dem Unbedingtheitscharakter des moralischen Imperativs die Konkretheit, durch welche beide, man selbst und der Andere, zur Person werden“ (Ringeding 1979, S. 730). In der heutigen Zeit, verlangt das Gebot der Nächstenliebe, jedem der als denkbare Person gilt, bei seiner eigenen Personalisierung und Selbstverwirklichung zu helfen, und ihn in seiner Andersartigkeit und Besonderheit anzunehmen. Kritisch anzumerken ist hier noch der Gedanke, dass die Nächstenliebe, eher als Ziel für das Christentum fundieren sollte, auf was es sich lohnt hin zu arbeiten und nicht als Ausgangspunkt des Christentums!
Als Schlusspunkt dieser Ausführung soll noch erwähnt werden, dass der Terminus ‚Nächster’ auch das weibliche Geschlecht (‚die Nächste’) in dieser Arbeit und auch im Allgemeinen gilt.
3.4 Gleichnisinterpretation nach Hans Weder
In einigen Büchern (vgl. ‚Die Nacht leuchtet wie der Tag’, 1999, S. 197) wird behauptet, dass es sich bei der Erzählung vom ‚Barmherzigen Samariter’ um ein Gleichnis
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handelt. Mit Weders (1978) Argumenten soll diese Aussage in der folgendenden Erörterung widerlegt werden.
Nach Weder baut sich eine Metapher nach der Grundform: Subjekt - Kopula - Prädikat auf. Durch eine Verbindung von Subjekt und Prädikat entsteht die Aussage der Metapher. Ähnlich ist das Gerüst bei Gleichnissen: Basileia - Kopula - Gleichniserzählung (‚Das Reich Gottes ist wie ....’). Die Basileia drückt demnach die Gottesherrschaft aus. Die Suche nach dem Tertium Comparationis entfällt bei Weder, da eine Unterscheidung in Bild- und Sachhälfte nicht statt findet. Der Grund dafür liegt darin, dass der Inhalt bzw. die Wahrheit eines Gleichnisses von seiner Form getrennt werden kann.
Bezieht man Weders Ansätze zur Gleichnisinterpretation nun auf die Erzählung vom ‚Barmherzigen Samariter’ (Lk 10,25-37), so fällt als erstes auf, dass in den Anfangsversen (V25-29) keine Basileia zu erkennen ist. Nach Weder wird bei einem Gleichnis die erzählte Welt in den Kontext zu dem Subjekt gestellt. Es handelt sich bei der Erzählung (Lk 10,25-29) um ein Lehrgespräch zwischen einen Gesetzeslehrer und Jesu. Der Gesetzeslehrer stellt die Frage nach dem wichtigsten Gebot, die Jesus in einer Art Beispielerzählung beantwortet. Bei dieser Antwort handelt es sich nicht um ein Gleichnis, da ein beispielhafter Einzelfall gewählt wird, an dem die Antwort direkt zur Sprache gebracht wird. Ob es sich hierbei um eine Verwandlung der vertrauten Welt, der eine neue Bedeutung gegeben wird, ist anzunehmen. Jedoch lässt sich diese Welt nicht in den Kontext des Subjekts stellen. Die Erzählung soll dem Gesetzeslehrer und dem Leser erklären bzw. bewusst machen, wie er das ewige Leben erreichen kann. Gleichnisse (nach Weder) sollen aber mit Hilfe der erzählten Welt, die Basileia in die Nähe zur Welt rücken.
Die handelnden Personen sind zum einen der Notleidende, der nicht näher umschrieben wird, zwei jüdische Männer (Priester und Levit) und der Samaritaner.
4 Didaktischer Aufbau der Lehrbuchkapitel
Das Lehrbuchkapitel: „Miteinander leben“ in „Wir gehören zusammen 2“ beschäftigt sich mit dem Thema Gemeinschaft. Den Kindern soll bewusst werden, dass Menschen in Gemeinschaften leben, gleichfalls aber auch wie der Einzelne die Gemeinschaft mitgestalten kann. (vgl. Hanisch/Schiephake-Hovda 1999, S. 6) Gemeinschaft besitzt viele positive Seiten (Geborgenheit, Entwicklungschancen, Hilfe von Anderen, Nächstenliebe, Barmherzigkeit,...), kann ferner zu Konflikten führen (Geschwister-
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streit, Auseinandersetzungen zwischen jüngeren und älteren Kindern). Die biblischen Texte, das Gebet und das Lied zeigen den Kindern die Möglichkeit der Gestaltung christlichen Zusammenlebens. Vor dem Hintergrund der christlichen Ethik werden Alltagserlebnisse der Kinder angesprochen, die sie nun sensibler wahrnehmen und für die eine neue Orientierungshilfe aufgebaut wurde. Des Weiteren wissen Kinder, dass das Gebet eine wichtige Hilfe zur Bewältigung eigener Konflikte darstellt. (vgl. edb., S. 5)
Das Kapitel des Lehrbuches zeigt auf den ersten drei Seiten Fotografien, mit denen das Thema Gemeinschaft im positiven, wie auch im negativen Sinne zum Ausdruck kommt. Mit diesen Fotografien werden die Kinder direkt angesprochen und zum Gespräch aufgefordert. Die erste Fotografie legt vor, wie zwei Kinder gemeinschaftlich auf dem Spielplatz spielen. Das zweite Foto beschäftigt sich damit, dass in Gemeinschaft zu leben, auch zu Schwierigkeiten und Auseinadersetzungen führen kann. Das größte Foto der Seite 4 zeigt eine Gemeinschaft mit Menschen anderer Herkunft und Menschen mit körperlicher Behinderung. Mit dieser Seite werden die Kinder an das Thema Gemeinschaft mit Andersgläubigen (Ökumene) und Leben mit Menschen unterschiedlicher Herkunft herangeführt. Sie lernen, dass Integration zur Gemeinschaft dazugehört. Die Seite verdeutlicht, dass der Mensch ein Wesen der Gemeinschaft ist. (vgl. edb. S. 6)
Auf der gegenüber liegenden Seite sind weitere Fotografien abgedruckt. Das Erste zeigt einen Jungen, der traurig ist. Es bildet einen Kontrapunkt zu den Bildern der vorigen Seite, weil direkt Gefühle von Kindern angesprochen werden. Auf dem folgendem Bild ist nochmals der Junge abgebildet. Allerdings legt ein zweiter Junge ihn seine Hand auf die Schulter, so dass der traurige Junge wieder froh ist. Das erste Bild spricht die Kinder an, die ebenfalls ein Erlebnis der Traurigkeit über eine schlechte Note hatten und mit ihrer Traurigkeit alleine waren. Mit dem folgenden Bild, - das wiederaufgenommen werden in die Gemeinschaft -, durch einen Freund verdeutlicht, wie wichtig die Freundschaft ist. Der Hinweis, dass in der Gemeinschaft jeder dennoch seine eigene Identität besitzt, ob dieser nun eine schlechte Note bekommen hat, eine körperliche Behinderung oder ein anderes Herkunftsland aufweist, könnte mit diesem Bild vertieft werden.
Die Seite 5 mit der Überschrift „Wer hilft?“, einen kurzen Text und einer großen Fotografie, verdeutlicht, dass Gemeinschaft nicht frei von Konflikten ist. Hier versucht ein älterer Junge von einem Jüngeren Geld zu erzwingen. Damit nutzt der Größere ge-
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genüber dem Kleineren seine Stärke aus. Mit diesem Bild und seiner Überschrift wird auf die Geschichte vom ‚Barmherzigen Samariter’ hingearbeitet. Denn die Frage: „Wer hilft?“ wird mit der S. 5 nicht beantwortet. Die Seite 7 (gegenüberliegende Seite) setzt eine Lehrererzählung von Lk 10,14-37 voraus. An dieser Stelle sind zwei Illustrationen abgebildet, die zum einem den Notleidenden zeigen und zum anderen, wie ihm ein anderer Mann hilft. Zwischen den Illustrationen wurde ein kurzer Text abgedruckt, der die Geschichte in aller Kürze zusammenfasst. Das letzte Bild dieser Seite beantwortet die Frage: „Wer hilft?“. Der Samariter, der seinen leidenden Nächsten bzw. seinen Mitmenschen wahr nimmt.
Mit dem Psalm 22 (S. 8) sollen die Kinder an eigene Leidsituationen erinnert werden oder diesen Psalm in Verbindung mit der Leiderfahrung des ‚Blinden Bartimäus’ (Mk 10,46-52) bringen. Der ‚Blinde Bartimäus’ wurde im unteren Teil der Seite illustriert dargestellt. Die barmherzige Zuwendung Jesu zu den Blinden in dieser Wundergeschichte (S.9), dient als Beispiel für den Umgang mit hilfebedürftigen Menschen. Der Kanon „Das wünsch ich mir sehr“ fasst das Kapitel zusammen und kann während der Unterrichtseinheit einstudiert werden. Es bringt zum Ausdruck, wie wichtig die Gemeinschaft, die Nähe zu Gott und zu den Mitmenschen in ‚schweren Zeiten’ sein kann.
Den Abschluss dieses Lehrbuchkapitels bildet eine Doppelseite (S. 10/11), in dem der Konflikt zwischen Geschwistern angesprochen wird. Hier wird die Erfahrungswelt der Kinder skizziert, die in Familien mit Geschwistern leben. Den Kindern werden, durch einen Text und ein Gebet, Impulse für ein Nachdenken über jene Situationen gegeben. Für Kinder, die ohne Geschwister leben, ist dieser Konflikt auch auf Freunde oder auf das gemeinschaftliche Leben mit Anderen übertragbar. Das Gebet kann „eine wichtige Hilfe sein [...] um eigene Konflikte, die sich aus dem Zusammenleben mit anderen ergeben, zu benennen und zu bewältigen.“ (Hanisch / Schliephake-Hovda 1999, S. 5).
Das Kapitel „Von Jesus hören - der barmherzige Samariter“ in „Am Anfang 2“ geht auf die Erzählung des ‚barmherzigen Samariters’ näher ein. „Anhand der Geschichte [...] (Lk 10,25-32) sollen die Schüler erfahren, was es bedeutet, sich von einer biblischen Geschichte ansprechen zu lassen und zu versuchen, das eigene Leben an dieser Botschaft auszurichten.“(Rehlen 1995, S. 144).
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Über die Barmherzigkeit, die in der Geschichte steckt, will der Autor den Weg in die Lebenswelt der Kinder finden. Der Weg der Barmherzigkeit soll innehalten bei einem Gemeindefest/Gottesdienst. Da hier ebenfalls eine Korrelation von biblischen Texten und dem alltäglichen Leben von Christen statt findet. Dabei sollen Verhaltensmuster und Dispositionen aufgezeigt werden, die für das christliche Zusammenleben wichtig sind. (vgl. ebd.)
Das Kapitel im Lehrbuch steigt direkt mit der Erzählung ein. Auf der Seite 60, unter der Überschrift „Von Jesus hören“ beginnt eine kindgerechte Nacherzählung des ‚barmherzigen Samariters’. Der Text der Seite 61 endet mit dem Vorbeigehen des Leviten. Die nächste Seite trägt den Titel: „Hilf dem, der dich braucht“, danach folgt die Fortsetzung der Erzählung. Am Schluss des Textes reiht sich eine Aussage Jesu an, die farblich akzentuiert wurde. Am Seitenende wurde eine ebenfalls farblich her-vorgehobene Aufgabenstellung bzw. Anregung formuliert. Die Kinder werden darauf hingewiesen, dass es viele hilfebedürftige Menschen gibt. Zwei Fragen sollen helfen über Hilfeleistungen nachzudenken. Implizit in der Frage, „Was dürfen wir nicht tun?“ eine neue Problemstellung aufgeworfen. Beide Seiten sind mit bunten Illustrationen gestaltet wurden.
Das Lehrerhandbuch (Rehlen 1995, S. 145) sieht die Behandlung der Erzählung vom ‚barmherzigen Samariter’ erst für die dritte Stunde der Unterrichtseinheit vor. Zuvor wird mit den Kindern der Gottesdienst und Objekte, die mit ihm verbunden werden, erörtert. Dabei wird besonderer Wert auf das Kennen lernen des Kirchenliedes: „Lobend den Herren alle, die ihn ehren...“ (EG 447) und auf die Gestaltung und Bedeutung des Altars gelegt. In einem Gottesdienst sehen die Kinder ein Vorspiel der Jugendgruppe nach Lk 10,25-37. Damit findet ein erstes Hören bzw. Sehen der Geschichte statt. Die Kinder filtern die einzelnen Figuren heraus und basteln dazu Stabfiguren (mit Gesichtern aus dem Lehrbuch und aktuellen Fotos), mit denen sie einzelne Szenen (erweiterte Nacherzählungen im Lehrerhandbuch) nachgestalten. Danach betrachten die Kinder die Lehrbuchseiten, erst S. 60 „Ein Bild der Verzweiflung“ und danach Seite 61: „Ein Bild der Hoffnung“. In der fünften und sechsten Stunde der Unterrichtseinheit entdecken die Kinder den ‚Weg der Barmherzigkeit’ mit Hilfe der Erzählung der ersten Stunde.
In beiden Lehrbuchkapiteln bzw. Lehrerhandreichungen wird die Geschichte vom ‚Barmherzigen Samariter’ im Zusammenhang mit Gemeinschaft dargestellt. Die He-
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rangehensweise ist unterschiedlich, da höchstwahrscheinlich die Kinder, für die diese Bücher geschrieben wurden einen unterschiedlichen Erfahrungshorizont besitzen. Allerdings legen beide Kapitel Wert darauf, dass das Lehrgespräch von Jesus stammt. Eine theologische Auseinandersetzung zu diesem Thema fand bereits im Kapitel 3 dieser Arbeit statt.
5 Lebens- und Erfahrungswelt der Kinder
Das Lehrbuchkapitel „Miteinander leben“ beginnt mit Fotos (S. 4), die die Lebenswelt der Kinder abbilden. Es handelt sich um Bilder, die Gemeinschaftserfahrungen auf Spielplatz und Sportplatz darstellen. Die Erkenntnis, dass das Spiel mit anderen Kindern Freude bereitet, besitzt jedes Kind. Jedoch kennen Kinder auch die Situationen in denen Konflikte auftreten (vgl. Sportplatzbild). Auf dem dritten Bild (S. 4) sind Menschen verschiedener Herkunft abgebildet, die gemeinsam an einem Tisch sitzen. Dies ist mit großer Wahrscheinlichkeit den Kindern zunächst unvertraut. Sie wissen bereits von Familienfesten, dass zu einer Gemeinschaft auch mehrere Menschen differierenden Alters dazugehören. Bei diesem Bild bedarf es eines Impulses der Lehrerin bzw. des Lehrers. Aber zunächst ist es ratsam, dass die Kinder sich selbst mit dieser Fotografie auseinandersetzen und nachfolgend mit Hilfe des Lehrenden ihr Begriffnetz vom Gemeinschaft zu erweitern.
Die nächsten zwei Seiten (S. 5/6) sind ebenfalls mit Fotografien gestaltet, durch diese die Lebensnähe zum Kind deutlich zum Ausdruck kommt. Die Fotos auf Seite 5 wurden in einem Klassenzimmer aufgenommen. Auch die Jungen, die auf den Bildern zu sehen sind, entsprechen der Lebenswirklichkeit der Kinder. Das Foto könnte den Anschein nach, in jedem Klassenzimmer aufgenommen wurden sein. Die Texte dieser Seite sind wortgruppenartig gehalten. Vielleicht wurde hier auf die Lesekompetenz der Kinder Rücksicht genommen, da diese sich erst am Anfang der zweiten Klasse befinden. Dies gilt ähnlich für die Seite 6. Das Foto dieser Seite beschreibt eine konkrete Situation auf dem Schulhof.
Gerade weil die Kinder (Anfang der 2. Klasse) sich - entwicklungspsychologisch - gesehen in der „konkret - operationalen Phase“ (nach Jean Piaget) befinden, ist es wichtig, dass ihnen keine abstrakten Situationen vorgelegt werden. Die Illustrationen (S.7) dienen zur ikonischen Veranschaulichung bzw. zur Elementarisierung der biblischen Geschichte. Erst nach Hinweisen des Lehrenden oder evt.
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nach dem Erzählen der Geschichte können die Kinder aus den beiden Bildern herausfiltern, wer zum Nächsten wird. Die Situation des Notleidenden ist vom Bild her schwer in die Lebenswelt der Kinder einzuordnen. Erst durch den Text, der die Geschichte in einfachen verständlichen Worten zusammenfasst, lässt sich ein Bezug zur Erfahrungswelt herstellen. Ein Mensch wird überfallen und bekommt, nachdem zwei andere Mensch vorbeigehen, von einem Dritten erst Hilfe. Des Weitern lassen sich die Illustrationen mit der Fotografie von Seite 6 aktualisieren und in den Erfahrungsraum der Kinder bringen.
Die Seiten 8/9 beschäftigen sich mit dem christlichen Umgang mit Gemeinschaft. Durch den Psalm 22 wird den Kindern ermöglicht, sich an persönliche Notsituationen zu erinnern und diese zu verbalisieren. Die Illustration und die Geschichte vom ‚Blinden Bartimäus’ bietet den Kindern an, die Zuwendung Gottes zu erkennen. Der Kanon (S. 9) ist von Melodie und Text sehr einfach gestaltet, so dass sich die Kinder ihn leicht merken können.
Ab Seite 10 wird wieder eine Situation aus dem Leben der Kinder gegriffen. Ein Text erzählt von einem Mädchen, welches ständig im Konflikt mit ihrem Bruder steht. Hier wird eine konkrete Erfahrung der Kinder angesprochen. Daraus kann das einzelne Kind Kraft und Hoffnung schöpfen.
Im Lehrbuchkapitel „Von Jesus hören - der barmherzige Samariter“ (S. 60/61) wurde die Geschichte in einen längeren Text elementarisiert nacherzählt. Die Illustrationen zeigen einen hilfebedürftigen Menschen, dem auf einem weiteren Bild geholfen wird. Erst durch den Satz „Auch heute gibt es viele Menschen, die Hilfe brauchen“ der Seite 61 wird die Geschichte auf die heutige Zeit übertragen. Aber ob mit dieser Aussage die Erfahrungs- und Lebenswelt der Kinder angesprochen wird, bleibt fraglich. In beiden Kapiteln ist ein Ansatz zur Lebensnähe der Kinder erkennbar. Im Gegensatz zu dem Kapitel “Von Jesus hören“ bietet das Kapitel „Miteinander leben“ mehr Anknüpfungspunkte an die Erfahrungswelt der Kinder. Letzteres verschafft dies durch Fotos und Texte. Mit dieser Lebensnähe gelingt ein guter Ausgangspunkt in das neue Thema und ermöglicht, den Erfahrungshorizont der Kinder zu erweitern. In „Am Anfang 2“ wird nur die Beziehung zwischen der biblischen Geschichte und heutigen Realität hergestellt, was für Kinder der 2. Klasse allzu abstrakt erscheint, da konkrete Situationen aus der Lebenswelt der Kinder fehlen.
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6 Funktion von Bild und Text
Das Lehrbuch „Wir gehören zusammen“ ist grafisch abwechslungsreicher von den Autoren gestaltet wurden, als das Schulbuch „Am Anfang“. Dies spiegelt sich auch in dem jeweiligen Kapitel wieder. Im erstgenannten Buch befinden sich neben Fotografien aus der Lebenswelt der Kinder, Illustrationen zu biblischen Geschichten, Lieder und Texte. Wobei die Texte nicht erdrückend lang formuliert wurden, sondern der Lesekompetenz der Kinder in der zweiten Klasse angepasst wurden. Die Fotografien sprechen die Kinder an und fordern u.a. durch Wortimpulse zum Gespräch. Mit Hilfe der Illustrationen werden biblische Inhalte elementarisiert dargestellt. Die biblischen Texte sind kurz gehalten und dienen vorwiegend als Zusammenfassung einer vorausgegangenen Lehrererzählung. Neben diesen Texten sind im Lehrbuch Texte enthalten, die die Kinder zum Nachdenken anregen sollen. Auch sie beziehen sich auf die Erfahrungswelt der Kinder. Ihre Konkretheit entspricht den entwicklungspsychologischen Stand der Kinder. Erwähnenswert sind die Symbole mit denen jede Buchseite gestaltet wurde. Jeweils ein Symbol steht für ein Kapitel (vgl. „Miteinander leben“: Luftballon). Dies ergänzt bzw. ersetzt, dass die Titel der Kapitel auf jede Seite des Buches abgedruckt werden und erleichtert den Kindern das Suchen im Buch. Im Lehrbuch „Am Anfang“ besitzen überwiegend alle Seiten eine Überschrift. Biblische Texte werden ebenfalls mit Illustrationen gestaltet. Sie wollen durch die „dargestellten Personen etwas von der Hintergründigkeit und Bedeutung biblischer Erzählungen zum Ausdruck bringen.“ (Lehrerhandbuch 1995, S. 5). Neben den Illustrationen befinden sich zumeinst noch lange Texte, durch diese die biblischen Geschichten nacherzählt werden. Allerdings wirken diese in Komposition mit den Bildern und Arbeitsanweisungen erdrückend. Es befindet sich kein freier Raum mehr auf der Seite. Jeglicher Leerraum wurde mit Bildern gefüllt. Die Arbeitsanweisungen sind mit blauer Schrift hervorgehoben wurden. Damit fallen sie sofort dem Leser auf. Ob diese Hervorhebung immer von Vorteil ist, bleibt offen.
Im Vergleich der beiden Bücher und ihren Kapiteln - bei Betrachtung von Bild und Text - ist das Lehrbuch „Wir gehören zusammen“ ansprechender gestaltet wurden.
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Die Fotografien entsprechen eher der Lebenswelt der Kinder, Bilder und Texte wurden ansprechend gestaltet. (vgl. edb.)
7 Arbeits- und Lernformen
Das Kapitel „Miteinander leben“ versucht die Kinder auf den ersten Seiten visuell anzusprechen. Mit Hilfe der Fotos kann ein Gespräch (Förderung der Sprachkompetenz der Kinder) entwickelt werden. Aber auch mit Hilfe einer Erzählung des Lehrenden und den Fotos im Lehrbuch kann der Impuls zu einer Diskussion gegeben werden. Um das soziale Lernen zu fördern, besteht die Möglichkeit die Bilder (vgl. vor allem S. 5 und 7) in einer Partnerarbeit zu vergleichen und darüber hinaus können die Kinder von Situationen aus ihrem Leben berichten (‚Ich war einmal traurig, als... und dann half mir...“). Das Singen des Liedes (S. 9) kann sich durch die gesamte Unterrichtseinheit ziehen. Die Texte (S. 9/10) können vorgelesen werden und Grundlage für ein Rollenspiel o.ä. bilden.
Neben dem biblischen Text und den Illustrationen befindet sich im Lehrbuch „Am Anfang“ eine Arbeitsanweisung. Die Kinder sollen überlegen, wie sie heute helfen können und wie nicht. Des Weiteren bietet sich auch hier die Bildbetrachtung bzw. Vergleich der zwei großen Bilder (S. 60/61) an und das Vorlesen der Geschichte. Die Lehr- und Arbeitsformen sind immer davon abhängig, wie die entsprechende Lehrperson das Medium einsetzt. Auch im Lehrerhandbuch werden verschiedene methodische Anregungen gegeben.
8 Pädagogische Schlussfolgerungen
Beide Lehrbuchkapitel sind sehr unterschiedlich aufgebaut, aber behandeln die Geschichte vom ‚barmherzigen Samariter’ auf ähnliche Weise. Die Thematik: Gemeinschaft, die die Grundlage beider Kapitel bildet, wird unterschiedlich gestaltet. Im Lehrbuch „Wir gehören zusammen“ wurde großer Wert auf die Nähe zur Lebenswelt der Kinder gelegt. Mit Hilfe der Fotografien, die einen aktuellen Eindruck hinterlassen, demnach nicht veraltet sind, werden die Kinder direkt angesprochen. Dies
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bildet die Basis für ein Gespräch mit bzw. zwischen den Kindern. Dadurch wird die Gesprächsfähigkeit der Kinder gestärkt. Von konkreten Situationen der Erfahrungswelt der Kinder findet ein Übergang zu biblischen Geschichten statt. Dies geschieht auf ein und derselben Lehrbuchseite. Dies ermöglicht eine Übertragung der biblischen Welt in/auf die Lebenswelt der Kinder, zumindest bei der Geschichte vom ‚barmherzigen Samariter’. Das Arbeiten vom ‚Kinde aus’ halte ich für einen sehr sinnvollen Ansatz, um das Begriffsnetz von Kindern zu erweitern. Das Lehrbuchkapitel: „Von Jesus hören“ beginnt mit der Nacherzählung der Geschichte vom ‚barmherzigen Samariter’. Die Länge des Textes dürfte auf die Kinder schon ‚abschreckend’ wirken. Die Darstellung des Lebensbezugs zu den Kindern wurde nur einem Satz ausgedrückt, zu dem die bildliche Gestaltung fehlt. Der Unterrichtsentwurf des Lehrerhandbuches ist sehr lehrerzentriert und setzt voraus, dass die Kinder der Religionsgruppe regelmäßig einen Gottesdienst besuchen. Meinen Erfahrungen nach, nimmt nur einen minimaler Teil von Religionskindern (für den Freistaat Sachsen gesprochen) an Gottesdiensten (ausgenommen Weihnachtsgottesdienste) teil. Vermutlich wurde dieses Lehrbuch für Bundesländer konzipiert, in denen der Säkularisierungsprozess noch nicht so weit fortgestritten ist, wie in den neuen Bundesländern.
In Anbetracht dieses Prozesses und den entwicklungspsychologischen Voraussetzungen der Kinder würde ich für den Religionsunterricht das Lehrbuch: „Wir gehören zusammen“ favorisieren.
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9 Literaturverzeichnis
Lehrbücher:
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Kremer, Jacob: Lukasevangelium, Echter Verlag, Würzburg 1988
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Müller, Paul-Gerhard: Lukas-Evangelium, 2. Aufl., Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 1986
Neudecker, Reinhard: Nächster II: Judentum. In: Müller, Gerhard (Haupthrsg.): Theologische Realenzyklopädie: Band XXIII. Walter de Gruyter, Berlin; New York 1979, S. 716-719
Noort, Edward: Nächster I: Altes Testament. In: Müller, Gerhard (Haupthrsg.): Theologische Realenzyklopädie: Band XXIII. Walter de Gruyter, Berlin; New York 1979, S. 713-716
Rehlen, H.: Von Jesus hören - der barmherzige Samariter. In: Eckart, Günter/Haussmann, Dorothea und Werner/Rehlen, Heinz/ Zwanger, Walter: Am Anfang. Religion 2. Lehrerhandbuch. Verlag Moritz Diesterweg, Frankfurt am Main 1995, S.144-148
Ringeling, Hermann: Nächster IV: Ethisch. In: Müller, Gerhard (Haupthrsg.): Theologische Realenzyklopädie: Band XXIII. Walter de Gruyter, Berlin; New York 1979, S. 723-731
Schneider, Gerhard: Das Evangelium nach Lukas, Kapitel 1-10, 2. Aufl., Gütersloher Verlagshaus Gerd Mohr, Würzburg 1984
Schweizer, Eduard: Das Evangelium nach Lukas, Evangelische Verlagsanstalt GmbH, Berlin 1983
Theissen, Gerd/Merz, Annette: Der historische Jesus: Ein Lehrbuch, 2. Aufl. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1997
Weder, Hans: Die Gleichnisse Jesu als Metaphern. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1987
Wiefel, Wolfgang: Das Evangelium nach Lukas. Evangelische Verlagsanstalt, Berlin 1988
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Christiane Dubiel, 2001, Lehrbuchkapitelvergleich: Der barmherzige Samariter, München, GRIN Verlag GmbH
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