Die Basis des Konzepts von Beauzée besteht aus zwei Grundideen: 1. la compréhension de l´idée ► „la totalité des idées partielles qui constituent l´idée totale de la nature commune exprimée par les noms“ (Wilmet 1986:27). 2. l´étendue de la signification „la quantité des individus auxquels on applique actuellement l´idée de la nature commune énoncée par les noms“(Wilmet 1986:27).
Wilmet übernimmt jene zwei Grundideen Beauzées unter den Begriffen extension und extensité.
Folgendermaßen zeigen sich die Definitionen: 1) extension:
L´extension d´un substantif, d´un adjectif ou d´un syntagme nominal désigne „l´ensemble des êtres auxquels le substantif, l´adjectif ou le syntagme nominal sont applicables en énonce“(Wilmet1986:194). 2) extensité:
L´extensité d´un substantif ou d´un syntagme nominal désigne „la quantité d´êtres ou d´objets auxquels ce substantif ou ce syntagme nominal sont appliqués“(Wilmet 1986:194).
Neben den klassischen Konzepten der extension und der intension erweiterte Wilmet diese Vorstellungen durch die Begriffspaare extensionalité/intensionalité, extensité/intensité, extensivité/intensivité, extensitude/intensitude und extensibilité/intensibilité.
Jedoch sind diese Termini für meine Ausarbeitung nicht von entscheidender Bedeutung, da sie vielmehr den nominalen Bereich ansprechen.
II.
Definition von épithète:
Obwohl das épithète oftmals als Synonym des Adjektivs gebraucht wird, trägt es doch eher eine bestimmende Funktion, d.h. daß das épithète im Sinne der quantification und der caracterisation (Erläuterungen s.u.) interpretiert werden kann (s. Wilmet 1986:132).
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Das épithète ist somit eine Determinante des Substantivs und zeigt einen vielfältigen Gebrauch. Hier erfüllt das épithète die traditionellen Kategorien der Artikel, der Adjektive und der compléments déterminatifs. Des weiteren trägt das épithète aber auch eine prädikative Funktion. In diesem Fall kann es sowohl attributivisch ( Que vous êtes mignon ) als auch appositionell ( L´homme, heureux et content, dit ) gebraucht werden. Im praktischen Wortgebrauch können Fälle auftreten, bei denen die Unterscheidung zwischen Determination und prädikativer Funktion nicht eindeutig ist ( z.B. Jean a vu un cheval noir = a) Jean a vu un cheval qui est noir (Determination), b) Jean a cru que le cheval était noir (Apposition)) ► (s.Wilmet 1981:21). III. Definition von qualificatif:
Als Nominalsyntagma bezeichnet man die Anordnung von Morphemen um ein Nomen ( z.B. ein durch Determinant + Attribut determiniertes Substantiv wie la fleur rouge, la tige hérissée d´éipines de la rose)(Wilmet 1981:22). Ein Nominalsyntagma kann eine quantification oder eine caractérisation nach sich ziehen.
1. Quantifiants:
„Déterminant du substantif qui en déclare l´extensité“ (Wilmet 1986:195).
Man unterscheidet drei Arten der quantifiants:
a) quantifiants stricts ( adjectifs, déterminants indéfinis )
b) quantifiants numériques ( adjectifs, déterminants numéraux cardinaux )
c) quantifiants bipolaires ( articles ) ► Diese quantifiants werden fast ausschließlich vorangestellt.
2. Caractérisants:
„Déterminant du substantif qui en réduit l´extension“ (Wilmet 1986:193). Man unterscheidet drei Arten der caractérisants:
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a) caractérisants stricts
b) caractérisants numériques
c) caractérisants possessifs ►
Adjectifs qualificatifs, complément déterminatifs, adjectifs indéfinis (autre et même); adjectifs numéraux ordinaux; adjectifs possessifs toniques. Die caractérisants unterteilen sich aus morphologischer Sicht in synthetische (einfache) und in analytische (zusammengesetzte) caractérisants. Aus typologischer Sicht wird eine Einteilung in Form der carctérisants extrinsèques (z.B. le troisième homme, l´autre homme ► d.h. kontextgebunden und situationsabhängig) und der caractérisants intrinsèques (z.B. le livre rouge ► unabhängig (autonom)) vorgenommen.
3. Quantifiants-Caractérisants
„Déterminant du substantif qui cumule les deux fonction de quantification et de caractérisation“(Wilmet 1986:195). Auch hier wird eine Einteilung in drei Gruppen vorgenommen:
a) quantifiants-caractérisants stricts ( adjectifs indéfinis résiduels)
b) quantifiants-caractérisants démonstratifs
c) quantifiants-caractérisants possessifs ( possessifs atones) Das adjectif qualificatif ist somit ein caractérisant intrinsèque, non prépositionnel. IV.
Experimentelle Phase und Auswertung:
Wilmet möchte jedoch nicht den Schwerpunkt auf die Zuteilung der caractérisants in extrinsèques oder intrinsèques setzen, sondern vielmehr die theoretische Trennung betrachten (Wilmet 1981:24).
In einem von Wilmet veranlaßten Experiment werden alle „eigentlichen“ épithètes qualificatives hinsichtlich ihrer Voran- oder Nachstellung untersucht.
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Wilmet beauftragte 80 studentische Hilfskräfte, jeweils die ersten 50 Seiten eines von ihnen ausgewählten zeitgenössischen Werkes hinsichtlich der Voran- und Nachstellung der Adjektive zu bearbeiten. Somit wurden 80 mal 50 Seiten = 4000 Seiten bearbeitet. Insgesamt ergab die Untersuchung 29016 Beispiele, wovon 9738 (33,56%) Adjektive vorangestellt und 19278 (66,44%) Adjektive nachgestellt wurden. Die Adjektive wurden nach ihrer Häufigkeit geordnet, so daß die am häufigsten vorkommenden Adjektive am Anfang, und die weniger vorkommenden Adjektive am Ende der Liste stehen.
Des weiteren wurde in dieser Tabelle festgehalten wie häufig sich jedes Adjektiv in Voran- oder Nachstellung befindet (z.B. grand (1304/1262/42)) ► Die erste Ziffer bezeichnet die Gesamtzahl des vorkommenden Adjektivs, die zweite Ziffer die Zahl der Voranstellungen des Adjektivs, und die letzte Ziffer stellt die Zahl der Nachstellungen des Adjektivs dar.
Mit Hilfe der Zahlenergebnisse kann man auf mehrere Faktoren schließen, die die Voran- oder Nachstellung der Adjektive beeinflussen:
1. Faktoren, die die Voranstellung begünstigen:
a) Auffällig ist der Bezug der Häufigkeit der Adjektive mit der Voran- oder Nachstellung. Die häufig vorkommenden Adjektive, die also am Anfang der Liste plaziert sind, tendieren zur Voranstellung und die weniger vorkommenden Adjektive am Ende der Liste bevorzugen die Nachstellung. Die ersten sechs caractérisants am Anfang der Liste grand, petit, bon, jeune, beau, vieux bevorzugen zu 96,72 % die Voranstellung (Wilmet 1981:25). Bis zum 25. Rang in der Liste wird die Voranstellung nur durch die fünf Farbadjektive blanc, noir, rouge, bleu, vert unterbrochen. Eine gleichsam häufige Verteilung der Adjektive zur Voran- und Nachstellung wird erst an der 183. Stelle erreicht.
Bei den 3652 verbleibenden Adjektiven tritt die Voranstellung zu 11,33 % auf.
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b) Die Silbenzahl der Adjektive scheint ein weiterer beeinflussender Faktor zu sein, denn 58 von denen am häufigsten vorkommenden Adjektiven (100 Adjektive), 38 von den ersten 50 Adjektiven, 17 von den ersten 20 und 9 von den ersten 10 sind einsilbig im Maskulin Singular (s. Wilmet 1981:27). Spielt die Silbenzahl der Adjektive eine Rolle bei der Voran- oder Nachstellung?
Mit dieser Schlußfolgerung muß man vorsichtig umgehen, da auch einige mehrsilbige Adjektive ( petit, nouveau, mauvais, ancien, léger, dernier etc.) hauptsächlich zur Voranstellung tendieren, und manche einsilbige caractérisants ( bas, droit, sec, pur, dur, neuf, etc.) vorwiegend nachgestellt werden.
c) Unter semantischen Betrachtungspunkten fallen besonders die adjectifs relatifs ins Auge.
Die adjectifs relatifs (z.B. grand/petit, bon/mauvais, jeune/vieux etc.) sind abhängig von einer Bezugsnorm. Dieses läßt sich am besten an einem Beispiel verständlich erläutern (z.B. une grande souris est plus petite qu´un petit éléphant).
Diese Adjektive befinden sich meistens in vorangestellter Position. Doch es gibt auch andere adjectifs relatifs, die größtenteils nach dem zu bestimmenden Nomen stehen (z.B. doux/dur, chaud/froid, étroit/large, lent/rapide, lointain/proche, fragile/solide) (s. Wilmet 1981:27). Die Adjektive entgegengesetzten Sinnes (Antonyme) verhalten sich bezüglich der Position unterschiedlich. Die Voranstellung wird von den Adjektiven beau, long, haut, léger, gros, gras, faible bevorzugt, wohingegen ihre Gegenwörter zur Nachstellung tendieren.
Analogische Adjektivgruppen zeigen ein unausgewogenes Verhältnis zu ihrer Position, so werden die Adjektive beau, joli fast immer vorangestellt, die Adjektive charmant, magnifique, merveilleux, superbe gleichermaßen auf die Positionen AS/SA verteilt, und die Adjektive élégant, splendide, sublime hauptsächlich nachgestellt.
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Ein vergleichbar ungleiches Verhältnis zeigt sich auch bei den analogen Wortgruppen BON (parfait, excellent, sensible, bienveillant, bienfaisant, débonnaire, indulgent, affable, généreux), GRAND (haut, immense, gigantesque, géant, élevé, majeur, majestueux, colossal, grandiose), LAID (affreux, horrible, vilain, monstrueux, ignoble, hideux, difforme, odieux, disgracieux), MINCE (étroit, fin, aigu, maigre, grêle, effilé, frêle, svelte, fluet), NOUVEAU (jeune, frais, neuf, moderne, vierge, récent, naissant, original, juvénile) und PETIT (bas, court, bref, minuscule, menu, infime, minime, exigu, mineur).
d) Adjektive mit Präfixierung in-:
Diese Adjektive sind sehr schwer einzuordnen, da eine sehr große Anzahl von Ausnahmen und Unregelmäßigkeiten auftreten. Pearson hat sich mit diesem Phänomen im Detail beschäftigt.
2. Faktoren, die eine Nachstellung begünstigen:
a) Die Farbadjektive und die épithètes d´appartenance nationale ou ethnique“ tendieren größtenteils zur Nachstellung (z.B. une souris grise). Die ersteren zu einem Prozentsatz von 95,09 % und die letzteren zu einem Prozentsatz von 99,51 % (s. Wilmet 1981:29).
b) Aus grammatikalischer Sicht werden die Partizipien bevorzugt nachgestellt, d.h. 83,88% der participes présents und 99,99% der participes passés weisen eine nachgestellte Position auf. Zusammenfassung:
Die die Position AS favorisierenden Umstände bestehen aus ► 1) der Häufigkeit der Adjektive (s. Kommentar) 2) der Silbenzahl (s. Kommentar) 3) der semantischen Konstellation (s.o.) 4) der Präfixierung in- (s.o.)
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Es ist zu beobachten, daß die Voranstellung der épithètes qualificatives bestimmten Bedingungen (s.o.) unterliegt. Nur 175 von 3835 épithètes qualificatives befinden sich in Voranstellung.
Offensichtlich erscheint auch, daß die Häufigkeit der Adjektive die Position beeinflussen, und somit die häufig vorkommenden Adjektive eher vorangestellt, und die weniger vorkommenden Adjektive vielmehr nachgestellt werden. Die phonetische Masse, die semantische Betrachtung und die Präfixierung in- kannman sicherlich auch unter den beeinflussenden Faktoren aufführen, doch sollten diese nicht hauptsächlich, sondern eher an zweiter Stelle stehend (aufgrund der zahlreichen Gegenbeispiele) betrachtet werden. Die die Position SA favorisierenden Umstände bestehen aus ► A) den Farbadjektiven und den adjectifs d´appartenance nationale/ethnique B) dem grammatikalischen Aspekt der Partizipien
Aufgrund der eindeutigen Zahlenergebnisse (s.o.) sind diese beiden Faktoren sicherlich zu bekräftigen.
Um eine effektive theoretische Betrachtungsweise zu gewährleisten, ist es notwendig, einen Gesamtzusammenhang herzustellen, und somit auch die historische Situation bezüglich der Determinante und des jeweiligen Nomens zu beleuchten. V. Historische Untersuchung:
Im 15. Jahrhundert wurden die Adjektive fast ausschließlich vorangestellt (z.B. agir de froit sang, l´anglois roy etc.) (Wilmet1981:33). Zu dieser Epoche war der germanische Einfluß von großer Bedeutung.
Semantische Kriterien oder die „Beschaffenheit“ der Adjektive und der zu determinierenden Nomen beeinflußten die Position der Adjektive zur damaligen Zeit in keiner Weise.
Wahrscheinlich läßt sich ein Bezug zur damaligen Situation hinsichtlich einiger heutiger vorangestellter Adjektive (z.B. Farbadjektive) herleiten.
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Jedoch gab es auch Adjektive, speziell zu späterer Zeit, die eine Nachstellung und Voranstellung ( AS/SA ) der Adjektive aufweisen:
► „...dedens la Rouge mer....Sus la rive de la mer Rouge sommes“ (Mystère du Viel Testament).
► „...lye chiere...chiere lie“ (Poésies de Charles d´Orléans). Ziel der diachronischen Betrachtungsweise ist es, die großen Veränderungen im linguistischen System zu enthüllen.
Im Falle der Determinanten, die ein Nomen betreffen, werden zwei Linien sichtbar:
1. Tendenz der quantifiants zur Voranstellung
2. Tendenz der caractérisants extrinsèques zur Voranstellung/ Tendenz der caractérisants intrinsèques zur Nachstellung. Zu 1.:
Seit der altfranzösischen Epoche wurden die Artikel und die adjectifs démonstratifs/possessifs ausschließlich vorangestellt. Eine andere Situation zeigte sich bei den déterminants numéraux cardinaux und den déterminants indéfinis:
- Das adjectif numéral cardinal wurde lange Zeit nachgestellt ohne einen ordinalen Charakter anzunehmen:
► „...qui ne me vist des ans a trente...“ (Le Testament Villon)
- aucun (im heutigen Französisch nur noch in Nachstellung in Verbindung mit der Präposition sans (z.B. sans gêne aucune)), maint, beaucoup, nul, plusieurs und tout tendierten bis zum klassischen Französisch zur Nachstellung:
► „...beste aucune...“(Mystère du Viel Testament) ► „...des tourments mains...“(Mystère du Viel Testament) ► „...de domaige beaucop.“ (Le livre de la description des pays) ► „...sans pooir dire parole nulle,...“ (Le roman du Comte d´Artois) ► „...il y eut d´autres cardinaulz, legaulz et patriarches pluiseurs...“ (Croniques et conquestes de Charlemaine)
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► „...des villes de l´isle de France toutes,...“ (Œuvres de Georges Chastellain)
Zu 2.:
Im heutigen Französisch befinden sich die caractérisants extrinsèques normalerweise in vorangestellter Position, wohingegen die compléments déterminatifs fast immer nachgestellt werden. In den älteren Epochen zeigen sich genau gegensätzliche Situationen: ► „...ou l´espie seconde les avoit ung pou attendu...; sy se vint presenter incontinent devant son compaignon l´espie premiere...“ (Le roman du Comte d´Artois ).
Die adjectifs numéraux ordinaux standen in nachgestellter Position. Das heutige Französisch zeigt noch einige Spuren der damaligen Zeit (z.B. acte premier, livre second etc.). ► „...de gens de païs autres...“ (Le Jouvencel).
Die indefinitive Determinante autre folgte gelegentlich dem zu bestimmenden Nomen.
Die Stellung von même zielte damals in keiner Weise auf den caractère extrinsèque (im modernen Französisch ist die Voranstellung obligatorisch) oder den caractère intrinsèque (im modernen Französisch ist die Nachstellung notwendig):
„...L´an mesmes,...“ (La chronique du Mont Saint-Michel). „...par l´inhumain courage de son mesme pere...“ (La fille du Comte de Pontieu).
► Die Voranstellung der caractérisants possessifs war vor dem 16. Jahrhundert nicht erforderlich:
„...Et croy de tout le conseil sien...“ (Poésies de Charles d´Orléans). ► Im Fall einer Voranstellung des complément déterminatif im heutigen Französisch zeigt sich eine stilistische Feinheit. Zur Zeit des Mittelalters war
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ein vorangestelltes complément déterminatif im alltäglichen Sprachgebrauch vorhanden:
„...de petit pont deux harengieres...“ (Le Testament Villon). „Ce n´est que du jeu la manière...“ (Poésies de Charles d´Orléans). ► Erwähnenswert ist sicherlich auch die Vorwegnahme des Pronomens autrui im alten Sprachgebrauch:
„...en aultruy mains passent leurs regnes“ (Le Testament Villon). Zusammenfassend kann man sagen, daß das adjectif qualificatif die einzige Determinante des Substantivs ist, die ein Zweifeln bezüglich der ancienne langue hervorruft (s. Wilmet 1981:37).
Die Grundlagen sind geschaffen, und somit steht einer theoretischen Betrachtung nichts mehr im Wege. VI. Theoretische Untersuchung:
Wie bereits erwähnt, werden die quantifiants und die quantifiants-caractérisants fast ausschließlich dem Nomen vorangestellt.
Im Fall der caractérisants ist die Position nicht so eindeutig festgelegt, da die caractérisants stricts analytique (prépositionnels, relatifs, conjonctifs) in nachgestellter Form vorliegen, und die caractérisants non stricts (numériques, possessifs) mehrheitlich vorangestellt werden. Diese Situation wurde weitestgehend durch zwei voneinander abweichende Entwicklungen sprachhistorisch geprägt: 1. Tendenz der quantifiants zur Voranstellung im Zusammenhang
2. Tendenz der caractérisants analytiques zur Nachstellung. Diese Spaltung berücksichtigt jedoch nicht die Entwicklung zur Stellung der carcactérisants stricts synthétiques.
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Unter Punkt V. (Historische Untersuchung) wurde bereits die sprachhistorische Entwicklung der quantifiants und der caractérisants verständlich dargestellt.
Die These Wilmets beschäftigt sich mit zwei Punkten, die folgendermaßen lauten: 1) Die Nachstellung eines caractérisant strict synthétique (u.a. adjectif épithète) vermittelt zwischen dem Determinanten und dem determinierten Objekt eine logische Beziehung, die mit der caractérisation analytique vergleichbar ist.
2) Die Voranstellung eines caractérisant strict synthétique vermittelt zwischen dem Determinanten und dem determinierten Objekt eine logische Beziehung, die vergleichbar ist mit
Zu 1):
Affinität der Nachstellung mit der caractérisation analytique: Die caractérisants analytiques sind Lexeme, die durch eine Präposition (z.B. le château de ma mère, la journée d´hier), durch ein Relativpronomen (z.B. l´homme qui rit) oder durch eine Konjunktion (z.B. à l´idée qu´il s´en va) adjektivischen Charakter erhalten. Hinzufügen kann man auch noch die: A. caractérisants synthétiques, welche die Nachstellung bevorzugen:
a) Hierzu zählen nicht nur die direkt adjektivierten Substantive (z.B. un effet bœuf, un air bête),
b) sondern auch die participes présents/passés, die in ihrer „Auflösung“ relativischen Charakter haben, können hier eingereiht werden(z.B. une porte fermée = que l´on a fermée; une thé dansant = où l´on danse). Desweiteren erscheinen die Deverbalia mit Suffixierung (-able, -ible, -uble ➨ observable, perceptible, soluble = qu´il est loisible d´observer/de percevoir/ de dissoudre; -eur, -if ➨ menteur = qui ment, adoptif = qui a/est adopté etc.).
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B. Dénominaux, die man nach Bartning auch als pseudo-adjectifs bezeichnen kann, drücken u.a. auch die Nationalität und die Rasse aus (z.B. une carte routiére = des routes, l´accent Marseillais = de Marseille, un tour cycliste = à vélo, etc.).
C. Auch die caractérisants synthétiques, umwandelbar in caractérisants analytiques, sind erwähnenswert (z.B. un homme valide = en bonne santé, agricole = qui concerne les campagnes).
Die transformationelle Grammatik geht sogar soweit, daß von einer relativischen Unterordnung alle qualificatifs abgeleitet werden (z.B. un homme (qui est) jovial/perfide/intelligent).
Dieser erste theoretische Vorschlag schließt keine einzige caractérisants aus. Vielmehr wird hierdurch die heutige vorrangige Stellung und die große Produktivität der Adjektivnachstellung beleuchtet.
Zu 2a):
Affinität der Voranstellung mit der quantification: Für diese zweite These ist es notwendig, nul und die indéfinis hétérogènes nochmal zu betrachten (z.B. divers, différents).
Im Falle der Voranstellung sind diese quantifiants und in nachgestellter Position caractérisants, so wie die quantifiants-caractérisants notwendigerweise in vorangestellter Position stehen (z.B.. nul, divers, différents, certain, pareil, semblable, même, autre) (s. Wilmet 1986:143).
Sehr interessant erscheinen die caractérisants, die im Sinn die Quantität ausdrücken, so z.B. fréquent, innombrable, multiple, nombreux, double, triple, quadruple..., demi, mi, plein, rare, seul, unique etc.
Jene caractérisants fallen durch ihre Unterschiedlichkeit in Bezug auf die Voranbzw. Nachstellung ins Auge:
- demi und mi werden nie nachgestellt und gehören somit zur Gruppe der purs quantifiants.
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- Bei double, triple, quadruple und den Pluralformen fréquents, innombrables, multiples, nombreux kann keine eindeutige Zuteilung zur caractérisation oder zur quantification vorgenommen werden ► z.B. une double/triple/quadruple... portion ou une portion double/triple/quadruple... beide Beispiele sind äquivalent zu deux/trois/quatre... portions.
- Die Singularformen fréquent/innombrable/multiple/nombreux bleiben in der „Form“ der caractérisants und zeigen in Bezug auf den Sinncharakter bei der Voran- oder Nachstellung kaum Abweichungen (z.B. un fréquent symptôme et un symptôme fréquent ► „récurrent, répétitif“; une innombrable foule et une foule innombrable ► „impossible à dénombrer“; la multiple splendeur et la splendeur multiple ► „à facettes“; une nombreuse troupe et une troupe nombreuse ► „constituée d´un nombre élevé d´individus“).
- Ganz anders verhalten sich die beiden caractérisants plein und rare, die eine eindeutige Sinnverschiebung beim Wechsel von AS oder SA aufweisen (z.B. un plein verre ► entier („tout un verre“) et un verre plein ► „rempli“; une rare insolence ► „dont il existe peu d´exemples“ et une insolence rare ► „dont il existe peu d´exemplaires“).
- Diese feinen Nuancen treten besonders hervor bei seul und unique (z.B. une seule femme ► „une et pas deux“, l´unique joie que Rachel ait éprouvé ► „la première et la dernière“; une femme seule ► „célibataire“ et la joie unique que Rachel ait éprouvé ► „exceptionnelle“).
Die Möglichkeit bei den vorangestellten Adjektiven seul und unique einen numerischen Artikel hinzuzufügen, verändert in ganzer Weise die oben beschriebene Situation (z.B. (les) deux/trois/quatre... seules femmes).
- Die Pluralformen pleins und rares passen am besten in die Aufreihung zur Teilüberschrift „Affinität der Voranstellung eines Adjektivs mit der quantification“.
Auch an dieser Stelle können Beispiele bei der Bewältigung der Theorie gut helfen (z.B. de pleins paniers de prunes ► „beaucoup de paniers“, des paniers
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pleins de prunes ► die rôle quantificateur bezieht sich auf den Artikel (vgl. Beaucoup de paniers pleins aber beaucoup de pleins paniers ► pleonastisch); de rares bijoux ► „peu de bijoux“ (vgl. Peu de bijoux rares aber peu de rares bijoux ► pleonastisch).
Jedoch zeigt sich auch ein bißchen der effet quantificateur, wenn z.B. deux/trois/quatres oder quelques/plusieurs hinzugefügt werden. ► Pleins paniers oder quelques rares bijoux.
Die Voranstellung des adjectif épithète steht auch in enger Verbindung mit grammatikalischen Besonderheiten, so z.B. die Setzung der Artikel un, du, de la, des vor dem épithète ► de bon vin aber du vin excellent; de belles pommes aber des pommes vertes...
Dieses Phänomen wird nach Wilmet in drei Typen unterteilt: A. Typ I
Ein einziges épithète folgt nach dem Pronomen en. ► des pommes, j´en ai de/des belles ou ...de/des vertes.
B. Typ II
Épithète folgt nach einem Indikator der Quantität.
► On a récolté cette année beaucoup de/des pommes, j´ai vendu un kilo de/des pommes.
C. Typ III
Das épithète steht im Zusammenhang mit der Verneinung:
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► plus de/des pommes à trouver chez les grossistes, je ne veux pas qu´on mange de/des/une pomme(s) avant le dessert, mon verger a donné plus de poires que de/des pommes.
Von der praktischen Seite betrachtet, zeigt das épithète bei der Voranstellung zwei verschiedene Zustände: I) Spécialisation de l´épithète:
Adjektive, die Quine syncatégorématiques nennt (z.B. a poor violonist, a true artist, a false prophet), zeigen ihre Grenzen im Bereich der Semantik durch das bestimmte Nomen auf. ► Un heureux poète ist sowohl glücklich als auch ein Poet, jedoch beschränkt sich dieses Glücklichsein nur auf den dichterischen Bereich und kann nicht auf weitere Lebensbereiche ausgedehnt werden. Weitere Beispiele wie z.B. un gros mangeur, un chaud lapin werden wie das obere Exempel behandelt.
II) Neutralisation de l´épithète:
Die Neutralisation tritt auf, wenn das Adjektiv sinnesgleich mit dem zu bestimmenden Nomen ist (z.B. des vertes prairies, la blanche main d´Yseut, des sérieuses raisons etc.).
Die genannten Beispiele haben tautologischen Charakter.
Zu 2b):
Affinität der Voranstellung mit der caractérisation extrinséque: Wilmet stellt eine Hypothese auf („La séquence AS permettrait de conférer à l´adjectif qualificatif le sens référentiel des ordinaux, des indéfinis ou des possessifs“(Wilmet 1981:44))und versucht, diese zu festigen.
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Die folgenden Untersuchungen der unterschiedlichen Gruppen bestätigen diese Hypothese:
1) Eindeutige Hinweise zu der Hypothese liefern das Ordinal dernier und die unbestimmten Artikel autre und même, die in der nachgestellten Position ihren klassifizierenden Wert verlieren. Aber auch propre befindet sich bezüglich des Sinnes im Fall der Nachstellung in einem anderen Zustand.
Die folgenden Beispiele machen die Ausführungen deutlich:
- la dernière semaine des combats fut la plus sanglante: x suivant y, y´, y´´...y(n)) aber la fin dernière de l´humanité = „final, ultime“ wohingegen la dernière fin („après les fins y, y´, y´´...y(n), une fin x“).
- Une autre saveur = „un changement de saveur y en x“ aber une saveur autre = „inédite, originale, sans précédent connu“.
- La même honnêteté (x copié sur y = lateinisch idem) aber l´honnêteté même désigne une vertu „en soi“(lateinisch ipse).
- Sa propre expression („son expression à lui/elle“) aber une expression propre wandelt das adjectif extrinsèque in ein caractérisant autonome um (= „juste“), un bien propre (= „patrimonial“), une chemise propre (= „nette“).
- An dieser Stelle kann man auch noch das indéfini quelconque erwähnen ► un quelconque livre („un x pris dans la masse des y“) aber un livre quelconque („banal“), jedoch kann die Nachstellung noch eine andere Bedeutung haben, so wie z.B. choisissez dans la bibliothèque un livre quelconque („prenez au hasard“).
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2) Die Gruppe der adjectifs d´ordination temporelle ist nicht so erwähnenswert, da sich die diese Adjektive sehr unterschiedlich verhalten. Jedoch zeigen die Adjektive prochain und futur eine interessante Differenzierung:
- la prochaine fois, il n´allait plus couper à l´amende („le y d´après x“) ► Betrachtet man nun diesen Satz unter dem Aspekt der „offenen Zukunft“, dann ergibt sich wieder ein anderer Sinnzusammenhang ► la prochaine fois, vous ne couperez pas à l´amende („pour peu qu´à x succède y“). Bei der Nachstellung von prochain ergibt sich wieder eine ganz andere Situation, da das Futur nun eine starke Beteiligung angibt (z.B. la fois prochaine, je vous parlerai de... („à la date d´ores et déjà fixée“)). Aber auch „Überkreuzungen“ der Positionen AS/SA können entstehen, so daß die Sinnunterscheidung nur noch sehr schwer fällt (z.B. un (très) prochain succès la rassérénera („proche“) und le train prochain ne partira que dans un mois („suivant“)).
Desweiteren existieren neutralisierte Oppositionen, die kaum noch unterscheidbar sind (z.B. l´hiver prochain sera froid = ± le prochain hiver...). Noch einige Spezialfälle ließen sich anführen, doch der Grundgedanke wurde mit den oberen Beispielen bereits ausreichend erklärt.
- Zwei Beispiele veranschaulichen die Differenzierung des Adjektivs futur bei der Voran- und Nachstellung ► un futur diplomate („x en germe dans y“: eine analogische Relation der „Zeitenkombination“ Präsens-Futur vergleichbar mit der Umschreibung il va chanter) aber un diplomate futur („x à venir“: eine analogische Relation vergleichbar mit dem futur simple il chantera).
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3) Eine weitere Gruppe der caractérisants stellen die Adjektive dar, die einen Sinn x tragen und gleichzeitig durch eine Norm y beeinflußt sind, so z.B. die adjectifs relatifs (Erläuterung s.o.) ► grand, petit, bon, jeune etc. Daraufhin schließt sich die Gruppe einiger qualificatifs an, die eine Überschreitung des Mittelmaßes:
- in Richtung des positiven Extrempunktes (éminent, énorme, excellent, extrême, immense, parfait, etc.)
- In Richtung des negativen Extrempunktes (abominable, atroce, horrible etc.)
- In Richtung eines nicht fixierten Punktes (bizarre, étrange etc.) vollziehen.
Am Schluß sind noch die Farbadjektive clair, pâle und sombre zu erwähnen.
Zusammenfassend kann man sagen, daß die vorangestellten Adjektive das zu bestimmende Nomen graduell darstellen:
- auch gros unterstützt diese Feststellung (z.B. un gros homme aber une femme grosse (= „enceinte“).
- Die Positionsänderung von certain bewirkt ebenfalls einen Sinnwechsel (z.B. une certaine faiblesse = „une faiblesse qui n´en est pas tout à fait une“; un certain sourire = „un sourire ambigu, à mi-chemin du rire et des larmes“; une faiblesse certaine = „assurée“; un sourire certain = „évident“).
4) Die nächste Gruppe stellen jene Adjektive dar, die durch die Voranstellung ihre semantische Autonomie opfern:
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- une ancienne ferme kann als Restaurant, Museum oder als Zweitwohnsitz verstanden werden (x wird y), jedoch wird durch die Nachstellung der ursprüngliche Sinn wieder angenommen (une ferme ancienne ► x bleibt x)
- un faux ami trompe sur sa nature (y sous le masque de x); un ami faux manque de franchise (accident de x) etc.
- Das Nominalsyntagma un seul homme stellt jenes Individuum in eine Reihenfolge (x unterschieden von y, y´, y´´...y(n)), aber un homme seul ist von seinergleichen isoliert (x ohne y).
- Un simple raisonnement versteht sich als eine kurzbündige Überlegung oder Schlußfolgerung (x premier et dernier) aber un raisonnement simple ( = „facile“).
- Un vrai garçon manqué atteste la conformité d´une fillette au patron masculin (x ressemblant à y); une vraie amitié (= „véritable“) ► (x à ne pas confondre avec y); une amitié vraie (= „véridique“) ► (x et rien que x).
Die Liste ließe sich noch mit einigen anderen Beispielen verlängern.
5) Die Adjektive der Wortgruppe mit der Präfixierung in- beschreiben oft den gegenteiligen Sinn eines Wortes (z.B. inactuel = qui n´est pas actuel), jedoch gibt es auch mehrere Ausnahmen die nicht nach diesem Verfahren behandelt werden können (z.B. indifférent ne nie pas différent). 6) Unter diesem Punkt wird ein bestimmter grammatischer Aspekt beleuchtet. Die Kombination eines Nominalsyntagmas mit einem Demonstrativum oder einem Possessivum verursacht eine statistische Deplazierung von der Nachstellung zur Voranstellung (z.B. une amie blonde aber ma blonde amie).
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► Alle Unterpunkte führen zur Bestätigung der Annahme, daß die caractérisation extrinsèque ein stark beeinflussender Faktor für die Voranstellung eines Adjektivs ist.
VII.
Zusammenfassung des linguistischen und historischen Materials sowie der theoretischen Untersuchung:
1. Es besteht keine zwingende Notwendigkeit ein épithète qualificative voranzustellen.
2. Die Position des Adjektivs wird durch drei aufeinanderfolgende Ebenen begünstigt:
a) le mot:
Die personnalité sémantique des Wortes umfaßt sowohl den Bedeutungszusammenhang, den morphosyntaktischen Charakter als auch die potenzielle Häufigkeit (durch Muller und Guiraud untersucht).
Einige Faktoren begünstigen die Voranstellung des Adjektivs:
- der sens extrinsèque (implicite: petit, référentiel: ancien, paradigmatique: infini) oder das quantificatif de l´adjectif (partitif: leins = „beaucoup“, rares = „peu“; voire multiplicatif: double, triple...) setzen eindeutig die Voranstellung voraus.
- Die Kürze und die Zuordnung eines Adjektivs zu einem bestimmten Nomen favorisieren die Voranstellung (z.B. noir und honteux passen sich gleichgültig an un homme, un animal, un objet, un sentiment...) wodurch
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eine weiter Spezialisierung hervorgerufen wird ► un noir chagrin, un honteux capitaliste etc.
Auch bei der Nachstellung findet man mehrere Faktoren, die diese Position beeinflussen:
- Der sens intrinsèque des Adjektivs (Farbadjektive: bleu; Adjektive, die die Herkunft oder die Nationalität beschreiben: francais; complément déterminatif: une carte routière (= „des routes“)), die Natur des Substantivs, die Partizipien und die Adjektive mit der Suffixierung -able/-ible und der Präfixierung in- geben der Nachstellung den Vorrang.
b) Die Gesamtheit des Nominalsyntagmas einschließlich der Spezialfälle der Adjektivstellung, die in dem theoretischen Teil besprochen wurden, bedingen die Position der Adjektive.
c) Desweiteren gibt der Gesamtzusammenhang im Satz die Position des Adjektivs an (z.B. un gros homme/un homme gros marche inélégamment und je déteste un homme gros/? Un gros homme = „quand il est gros“).
3. Die Stellung der Adjektive ist weder frei noch eindeutig festgelegt. Daher zeichnet sich sowohl die Voranstellung als auch die Nachstellung von einer großen Bedeutsamkeit aus.
Sicherlich ist es auch noch notwendig, auf die stilistischen Feinheiten einzugehen, die die Voran- und Nachstellung oder der Wechsel der Positionen preisgeben: 1) Stilistik durch Effekte oder durch die Absichten, falls der Leser den Blickwinkel des Autors einnimmt ► Beispiele wie un certain sourire, une
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vague pitié, une légère indifférence verdeutlichen die stilistische Wirkung der Position von Adjektiven. H. Bazin hat davon Gebrauch gemacht. ►
„Ce volume idéal qu´occupe un corps dans l´air, cette tension d´une peau que rien ne griffe, cette fermeté d´une chair exactement en place, tout a un peu cédé. L´adjectif est en train de roquer: la jeune femme ne sera plus qu´une femme jeune“ (H. Bazin, Le matrimoine, Seuil, 1967, p. 134.). 2) stylistique des écarts:
Unter diesem Punkt kann man Beispiele anführen, die dadurch auffallen, daß sich die Adjektive in einer außergewöhnlichen Position befinden:
„Enfants, voici des bœuf qui passent,
cachez vos rouges tabliers!“ (V. Hugo, La légende de la nonne.)
Die außergewöhnliche Position von rouge veranlaßt eine Interpretation dieses Farbadjektivs ► „séduisant, attirant, excitant“.
„T´es moche, ma mère. Et si tu savais comme je ne t´aime pas!
Je te le dis avec la même sincérité que le „va, je ne te hais point“ de Chimène, dont nous étudions en ce moment le cornélien caractère“ (H. Bazin, Vipère au poing, LP, p. 91).
Eindeutig wird hier, daß Bazin über die Bourgeoisie spottet.
Die Liste der Beispiele ist unerschöpflich.
VIII.
Allgemeine Auswertung:
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Die vorangehenden Untersuchungen wurden nach mehreren Kriterien durchgeführt, d.h. die Voran- bzw. Nachstellung des Adjektivs wurde unter semantischen, stilistischen, kulturellen und philosophischen Aspekten beleuchtet.
In dem folgenden Abschnitt werden diese Aspekte miteinander vereint und zusammengefaßt:
1) Affinität der Nachstellung eines Adjektivs mit dem complément déterminatif:
a) Es liegt eine semantische Autonomie zwischen dem Substantiv und dem Adjektiv vor ► „un savant (qui est ) amoureux“, „une blessure (qui est) mortelle“ etc.
Dadurch wirkt jeweils das Substantiv als auch das Adjektiv unabhängig von dem anderen und beide behalten ihre Selbstständigkeit.
b) Für die langage intélectuel wird die nachgestellte Position des Adjektivs oftmals bevorzugt.
2) Affinität der Voranstellung eines Adjektivs mit der quantification:
a) Unter semantischen Gesichtspunkten betrachtet ergeben sich für das épithète mehrere Spezialfälle:
- Eine Spezialisierung des épithète zeigt sich z.B. bei der Verschmelzung des bestimmenden Adjektivs und des zu bestimmenden Nomens ► „un savant amoureux = un expert en amour“.
- Auch eine metaphorische Wirkung wird in manchen Nominalsyntagmen erzielt ► „un grand homme = de génie“.
- Als letzten Punkt findet noch die Neutralisierung des épithète Erwähnung ► „une blanche colombe“.
b) Die Einsilbigkeit der Adjektive spielt eine große Rolle bei der Voranstellung der Adjektive.
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3) Affinität der Voranstellung eines Adjektivs mit der caractérisation extrinsèque:
- Hierzu zählen die Adjektive, die durch eine Sinnverschiebung (x ► y) charakterisiert sind (z.B. un ancien moulin = „désaffecté“). Des weiteren gehören auch die adjectifs relatifs zu dieser Gruppe (z.B. un petit cheval).
IX.
Schlußbemerkung:
Das Thema der Adjektivstellung ist sicherlich noch lange nicht erschöpft.
Wilmet hat versucht unter verschiedenen Aspekten (experimentell, historisch, theoretisch etc.) dieses komplexe Thema zu beleuchten. Gewiß richtet sich seine technische Untersuchung an die Linguisten.
Linguistische Ausarbeitungen lassen sich allgemein in zwei Kategorien unterteilen:
- jene, die einen Gesamtüberblick und eine allgemeine Organisation erreichen wollen und
- jene, die sich auf eine spezielle Problematik manifestieren.
Wilmet ist es gelungen, diese zwei „gegnerischen“ Kategorien miteinander zu vereinbaren, indem er sowohl auf das Nominalsyntagma eingeht als auch differenzierte Analysen z.B. zum épithète qualificative liefert.
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Arbeit zitieren:
Christoph Eckernkemper, 2002, Adjektivstellung nach Marc Wilmet, München, GRIN Verlag GmbH
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