Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 1
2. Unternehmensvorstellung 2
2.1. Meilensteine in der Entwicklung der KirchGruppe 2
2.2. Unternehmensleitbild 4
2.3. Unternehmensstruktur und Kennzahlen 4
3. Die Protagonisten der Kirch-Krise 6
4. Die Krise der Kirchgruppe im Detail. 8
4.1. Das Jahr 1999. 8
4.2. Das Jahr 2000. 9
4.3. Das Jahr 2001. 11
4.3.1. Januar 11
4.3.2. September 11
4.3.3. Oktober 12
4.3.4. Dezember 13
4.4. Das Jahr 2002. 14
4.4.1. Januar 14
4.4.2. Februar. 16
4.4.3. März. 20
4.4.4. April 23
5. Insolvenz 25
5.1. Was bedeutet Insolvenz? 25
5.2. Die Insolvenzordnung (InsO) vom 01. Jan. 1999 25
5.3. Insolvenzverfahren. 26
5.3.1. Beteiligte an einem Insolvenzverfahren 28
5.3.2. Insolvenzgründe. 26
5.3.3. Insolvenzantrag 27
5.3.4. Feststellung der Vermögens- und Schuldmasse und die Verteilung 28
5.3.5. Rechtsmittel gegen einen Insolvenzantrag 29
6. Sanierungskonzepte 30
6.1. Die Protagonisten des Insolvenzverfahrens 30
6.2. Sanierungskonzept - Kapitalerhöhung 31
6.3. Aktuelles Sanierungskonzept - Insolvenz. 32
6.4. Sanierungskonzept der Autoren. 33
7. Fazit 35
8. Literatur. 36
9. Erklärung zur Hausarbeit gemäß § 26 Abs. 6 DiplPrüfO. 36
- I -
Verzeichnis der Abbildungen
Abbildung 2.1.: Aufbau der KirchGruppe - vereinfachte Darstelung.
Abbildung 3.1.: Die Protagonisten der Kirch Krise
Abbildung 3.2.: Die Protagonisten der Kirch Krise (Fortsetzung)
Abbildung 4.1.: Aktionärsstruktur nach der Fusion
Abbildung 4.2.: Die Schuldenlast der KirchGruppe
Abbildung 5.1.: Ablauf eines Insolvenzverfahrens
Abbildung 6.1.: Die Protagonisten des Insolvenzverfahrens
Abbildung 6.2.: Anteilseigner der KirchMedia nach Kapitalerhöhung
- II -
1. Einleitung
Das alles beherrschende Thema der Wirtschaftswelt in diesem Jahr ist mit Abstand die Krise bei dem Münchner Medienmogul Leo Kirch und seinem Imperium, der KirchGruppe. In den verschiedenen Medien waren dazu die unterschiedlichsten Versionen zu den Hintergründen, Abläufen und Zusammenhängen zu hören und zu lesen.
Die nachfolgenden Kapitel sollen einen möglichst genauen Überblick über den Verlauf des Niedergangs der KirchGruppe und den anschließend diskutierten Rettungsszenarien liefern. Dabei sollen sowohl die verschiedenen Unternehmensteile der KirchGruppe kurz dargestellt werden, wie auch die Protagonisten der Krise und der Insolvenzverhandlungen. Weiterhin soll eine Skizzierung der rechtlichen Bestimmungen und Grundlagen eines Insolvenzverfahrens zum besseren Verständnis beitragen.
Der Kern dieser Hausarbeit besteht aus zwei Hauptteilen. Unter Punkt 4 „Die Krise der Kirch-Gruppe im Detail“ findet der Leser einen umfassenden Überblick über die Abläufe und Hintergründe des Scheiterns der KirchGruppe.
Darauf aufbauend werden unter Punkt 6 „Sanierungskonzepte“ die bisher in Betracht gezogenen Sanierungskonzepte, erweitert durch Vorschläge der Autoren, beschrieben. Um der geforderten Abgrenzung bei der Bearbeitung der Hausarbeit Rechnung zu tragen, haben wir die einzelnen Kapitel folgendermaßen aufgeteilt:
Von Marc Schrader wurden die Punkte 1, 3 und 4 erstellt, von Christian Strübe die Punkte 5 und 6. Die Punkte 2 und 7 wurden gemeinschaftlich erarbeitet.
Da das Insolvenzverfahren der KirchGruppe noch nicht abgeschlossen ist, wir die Geschehnisse aber so aktuell wie möglich wiedergeben möchten, haben wir den 10. Mai 2002 als Stic htag für diese Hausarbeit gewählt.
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2. Unternehmensvorstellung
2.1. Meilensteine in der Entwicklung der KirchGruppe
Im Sommer 1956 gründete Kirch die „Sirius Film“ und erwarb in Rom seine ersten Filmrechte. 1956 wurde die „Sirius Film “ in die größte nicht amerikanische Lizenzhandelsgesel lschaft „Beta Film“ umfirmiert. Ein Jahr später verkaufte die „Beta Film “ ein etwa 700 Spielfilme umfassendes Paket an die ARD. Im Jahre 1963 wurde die „Taurus Film“ (die heutige KirchMedia) gegründet. Im selben Jahr verkaufte Kirch ein 300 Filme großes Paket an das neugegründete ZDF. Um den internationalen Stellenwert des Unternehmens zu unterstreichen, wurde 1966 die erste Vertretung in den USA eingerichtet. Die deutschen Rechte an der „Howard Hughes Library“ mit annähernd 1000 Filmtiteln konnte sich die „Beta Film “ im Jahre 1969 sichern. Weitere 1200 Filme konnten 1971 von der „Hal Roach Library“ erworben werden.
1984 erwarb die KirchGruppe einen 10 % Anteil (heute 40,05 %) an dem Axel Springer Verlag. Vier Jahre später wagte die KirchGruppe, zum zweiten Mal nach dem Filmrechte - Handel, mit der Beteiligung an dem deutschen Privatsender Sat.1 den Schritt in ein neues Marktsegment.
Im gleichen Jahr startete der Teleclub als erster Pay-TV-Sender in Deutschland sein Programm. Auch hier leistet Kirch Pionierarbeit. 1990 wurde der Teleclub Deutschland in Premiere umbenannt. Die KirchGruppe war neben Bertelsmann und Canal Plus mit 25 % an Premiere beteiligt. Ein Jahr später ging Premiere dann auf Sendung und Kirch gründete die Internationale Sportrechte-Verwertungsgesellschaft ISPR mit dem Axel Springer Verlag. 1993 beteiligte sich die KirchGruppe mit 25 % an dem spanischen Sender Telecinco. Die Beteiligung an Berlusconis italienischen Medienunternehmen Mediaset erfolgte dann 1995. Ein Jahr später gründete Kirch die Kirch Unternehmensstiftung, die in Zukunft als Holding über der KirchGruppe stehen wird.
Im selben Jahr startete die KirchGruppe mit „DF1“ das digitale Fernsehen in Deutschland. Des Weiteren vereinbarte Kirch mit den Major Studios wie Sony Pictures Entertainment, MCA Universial und Warner Brothers langfristige Lizenzvergaben. 1997 übernahm die KirchGruppe die Mehrheit an Sat.1.
2
Im Januar 1999 wurde die KirchGruppe neu strukturiert. Es entstanden die rechtlich sel bständigen Divisionen KirchMedia GmbH & Co. KGaA für das Free TV, Filmrechte Handel, Sport Rechte und Produktion. Die KirchPayTV GmbH & Co. KGaA für die Pay TV Sparte und die KirchBeteiligungs GmbH & Co. KGaA als zuständige Gesellschaft für die zahlreichen Unternehmensbeteiligungen.
Die Fusionierung der beiden Free TV Sender Sat.1 und ProSieben Media AG zur ProSieben-Sat.1 Media AG wurde im Juni 2000 beschlossen. Im Oktober 2000 konnten die Aktien der ProSiebenSat.1 Media AG zum ersten Mal an der Börse gehandelt werden. Im März erwirbt die KirchGruppe von EM.TV 49 % der Anteile an der Speed Investment Ltd., die 50 % an der Formel 1 Holding SLEC hält. Gleichzei tig übte Kirch eine Call-Option auf weitere 25 % an der SLEC Holding aus.
Die KirchHolding, KirchMedia und ProSiebenSat.1 Media AG einigten sich im September grundsätzlich über die Verschmelzung der ProSiebenSat.1 Media AG auf die KirchMedia. Im Dezember verkaufte die KirchBeteiligung die Anteile an der Mediaset für 120 Millionen Euro. Im Januar 2002 wurde die KirchHolding GmbH & Co. KG in die TaurusHolding GmbH & Co. KG umfirmiert. 1
1 Vgl. Unternehmenschronik der TaurusHolding
3
2.2. Unternehmensleitbild
„Die KirchMedia ist heute eines der führenden Medienunternehmen in Europa. Die Holding der KirchGruppe für Rechtehandel, Free-TV, Neue Medien, Produktion und Filmtechnologie ist auf allen Ebenen der audiovisuellen Wertschöpfungskette aktiv. KirchMedia und ihre Tochterunternehmen vermarkten Film - und Sportlizenzen, produzieren, finanzieren und erwerben TV- und Kino-Programme und verwerten sie national und international in Kino, Free-TV, Pay-TV und Neuen Medien“. 2
2.3. Unternehmensstruktur und Kennzahlen
Die Struktur der KirchGruppe spiegelt die klassische Divisionsstruktur eines Konzerns wieder. Sie ist unterteilt in eine Dachgesellschaft und drei weiteren Holdings.
Die Taurus Holding ist die Dachgesellschaft der gesamten KirchGruppe und gehört zu 100% der Kirch Unternehmensstiftung, welche wiederum zu 100 % Kirch gehört. Die drei Teilkonzerne sind im einzelnen die KichMedia GmbH & Co. KGaA, die KirchPayTV GmbH & Co. KGaA und die KirchBeteiligungs GmbH & Co. KGaA.
Die Eigentümer der KirchMedia sind zu 72,62 % die Taurus Holding, Kirchs Sohn Thomas mit 6,54 %, der Handelskonzern Rewe mit 5,71 %, mit 2,93 % die Captial Research und jeweils
2 KirchMedia Geschäftsbericht 2000, Seite 16
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mit 2,48 % die Fininvest, Kingdom Holding, Lehman Brothers und die News Corp. Investment sowie mit 2,28 % die Mediaset.
Die KirchMedia machte im Jahr 2000 einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro und in den ersten neun Monaten des Jahres 2001 2,35 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen im Jahr 2000 lag bei 471 Millionen Euro und in den ersten neun Monaten des Jahres 2001 bei 240 Millionen Euro. Die Mitarbeiterzahl blieb konstant bei 5.500. In dieser Division, dem Herzstück der KirchGruppe, sind die Sport- und Filmrechte, die Fernsehproduktion und -technik sowie das Free-TV gebündelt.
Die zweite Gesellschaft ist die KirchPayTV GmbH & Co. KGaA mit den Eigentümern Taurus Holding zu 69,75 %, die BskyB mit 22,03 %, mit 3,12 % die Kingdom Holdings, Capital Research mit 2,70 % und die Lehman Brothers mit 2,40 %.
KirchPayTV erwirtschaftete im Jahr 2001 einen Umsatz von 831 Millionen Euro aber einen Verlust vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von 865 Millionen Euro. Die PayTV Division betreibt Deutschlands einzige Plattform für das Bezahlfernsehen mit derzeit ca. 2,4 Millionen Kunden.
Als 100 % Tochter der Taurus Holding ist noch die KirchBeteiligungs GmbH & Co. KG zu nennen. In dieser Gesellschaft hat die KirchGruppe ihre Beteiligungen außerhalb des Kerngeschäftes gebündelt. Dazu gehören unter anderen 75 % an der Formel 1 Gesellschaft SLEC und die 40,1 % an den Axel Springer Verlag.
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Arbeit zitieren:
Marc Schrader, Christian Strübe, 2002, Die Probleme der Kirch-Gruppe und mögliche Lösungsansätze, München, GRIN Verlag GmbH
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