Markus Priester
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG 3
2. KONGRESSBUDGET UND FINANZIERUNG VON KONGRESSEN 5
2.1. KONGRESSBUDGET. 5
2.2. KONGRESSFINANZIERUNG 6
3. GRUNDZÜGE DES SPONSORING 7
3.1. BEGRIFF DES SPONSORING UND ABGRENZUNGEN. 7
3.2. UNTERSCHIED SPONSORING UND MÄZENATENTUM 9
3.3. SPONSORING AUS SICHT DER GESPONSERTEN UND SPONSOREN 9
3.3.1. Aus der Sicht des Gesponserten 9
3.3.2. Aus der Sicht des Sponsors 10
4. SPONSORING VON KONGRESSEN. 11
4.1. PROBLEMATIK UND BESONDERHEITEN BEIM SPONSORING VON KONGRESSEN. 11
4.2. HANDBUCH ZUR KONGRESSBETEILIGUNG 12
4.3. SPONSORINGMÖGLICHKEITEN BEI KONGRESSEN. 12
4.3.1. Charakteristika der Sponsoringmöglichkeiten 12
4.3.2. Symposien 13
4.3.3. Begleitende Fachausstellung. 14
4.3.4. Rahmenprogramme 14
4.3.5. Drucksachen und anderes Kongressmaterial 15
4.3.6. Begleitendes Sponsoring. 16
5. VORGEHENSWEISE BEI DER SPONSOREN-AKQUISITION 16
5.1. CHECKLISTE FÜR DEN INHALT EINES SPONSORING-ANGEBOTS 17
6. CONCLUSIO 19
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1. Einleitung
Sponsoring oder das Sponsern bedeutet wörtlich übersetzt finanziell ermöglichen oder fördern. 1
Dem Sponsoring kommt auch im Dienstleistungsbereich immer mehr Aufmerksamkeit zu, gerade in den letzten Jahren hat sich das Sponsoring immer mehr zu einem riesigen Markt entwickelt.
Viele Veranstaltungen kultureller oder auch sportlicher Art wären ohne finanzielle Unterstützung der Wirtschaft nicht durchführbar.
Oft führt es sogar soweit, dass Veranstaltungen den Namen eines Unternehmens annehmen. Immer wieder hört man von der max.bundesliga, die mittlerweile aufgrund der Namensänderung von max.mobil T-mobile Bundesliga heißt. Auch aus anderen Bereichen ist Sponsoring nicht mehr wegzudenken, was wäre ein Formel 1 Ferrari ohne dem Marlboro Logo am Heckspoiler, oder das Team Deutsche Telekom im Radsport, hierbei geht es ja sogar schon bis zur Namensgebung des Teams. Man könnte hier hunderte Beispiele anführen.
Beim Sozial- und Kultursponsoring ist der Background ein etwas anderer als im Sportsponsoring, wo Bekanntheitsgradziele dominieren, hier ist der positive Imagetransfer sehr wichtig. Ein Beispiel dafür ist die Deutsche Bank, die versucht, sich in Berlin in Kooperation mit dem Guggenheim Museum über Kunstausstellungen zu profilieren.
Die Veranstaltungen werden von Jahr zu Jahr mehr, vor allem Kongresse und Tagungen nehmen stark an Quantität zu, dem stehen knappe Budgets, steuerliche Einschränkungen und die im Momentan etwas schwächere Konjunktur gegenüber. Das macht neben einer perfekten Organisation eine genaue Budgetplanung immer wichtiger. Ein Veranstalter eines Kongresses sollte neben den normalen Finanzierungsinstrumenten wie Teilnehmergebühren, Spenden und öffentlichen Mitteln auch die Möglichkeiten, die das Sponsoring bietet, genau kennen, um diese nutzen zu können.
1 Wahrig Fremdwörterbuch; 5. Auflage; DTV; München; 1999
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Beispiele für Sponsoring von Kongressen und Tagungen sind eher schwieriger darzustellen, was nicht heißt, dass es diese Art des Sponsorings nicht gibt, es ist nur nicht jedem zugänglich. Nehmen wir zum Beispiel einen Ärztekongress her. Hier werden Sponsoren auftreten, die der Allgemeinheit weniger sagen werden, wie zum Beispiel Ausrüster und Zulieferer von Produkten und Geräten für Ärzte. Die Firma Kretztechnik (Anbieter von 3D Röntgengeräten) konzentriert sich bei den Sponsorauftritten natürlich auf Röntgenärzte, der Werbeeffekt eines Kretztechnik Formel 1 Teams oder eines Fußballklubs mit dem Beinamen Kretztechnik wäre nicht wirklich zielführend.
Ich selbst habe mich schon in gewisser Weise mit dem Thema beschäftigt, nämlich in der Form, dass ich mittlerweile schon zum zweiten Mal ein Golfturnier unter dem Motto „Mexican Gourmet Trophy“ ausgerichtet habe, das ich natürlich mit Hilfe von Sponsoren finanziert habe.
Die Ausrichtung des Turniers am 20. Juli 2002 verschlang knapp € 15.000.- . Meine Erfahrungen habe ich somit vor allem bei der Suche und beim Verhandeln mit Sponsoren gesammelt. Ich habe aber dabei meiner Meinung nach sehr viel gelernt, was zeigt, dass ich für die heurige Veranstaltung schon mehr als doppelt soviel Geld mit weniger Sponsoren zur Verfügung hatte als im Vorjahr. Ich hoffe, meine Erfahrungen in die Präsentation einfließen lassen zu können. Außerdem hoffe ich natürlich, dass ich durch das Studium der Literatur für diese Arbeit meine Fähigkeiten erweitern kann und dadurch meine Veranstaltung im nächsten Jahr noch besser wird.
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2. Kongressbudget und Finanzierung von Kongressen
2.1. Kongressbudget
Das Budget ist Grundlage für die Durchführung einer Veranstaltung, es dient der Errechnung des Finanzbedarfs. Überschlagsmäßig werden zuerst die Ausgaben und dann die möglichen Einnahmen ermittelt. Stellt man diese beiden Summen gegenüber sieht man, ob sich eine Finanzierungslücke auftut. Das anfangs erstellte Budget kann man als Rohbudget sehen, das im Laufe der Zeit immer wieder erweitert wird. Man muss bedenken, dass sich immer wieder zusätzliche nicht geplante Kosten auftun können.
Abbildung 1: Positionen eines Kongressbudgets 2
2 Vgl. M-T Schreiber; Kongress- und Tagungsmanagement, 2. Auflage, München 2002, 334 Seite 5/5
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2.2. Kongressfinanzierung
Das herkömmliche System einen Kongress zu finanzieren, nämlich aus Eigenmitteln, lässt sich in der Praxis immer seltener umsetzen. Diese Eigenmittel sind in der Regel Mittel, die der Veranstalter und die Teilnehmer über die Kongressgebühr tragen. Deshalb nimmt der Begriff Fremdfinanzierung einen besonderen Stellenwert ein. Hierbei unterscheidet man zwischen direkten und indirekten Leistungen Dritter. Zu den direkten Leistungen zählen alle monetären Zuschüsse wie Sponsorengelder, Spenden, Zuschüsse der öffentlichen Hand, Einnahmen aus Anzeigen, Ausstellungsvermietung sowie Satelliten-Symposien 3 .
Unter indirekten Leistungen versteht man alle Arten der Unterstützung, die nicht monetär sind, zum Beispiel Sach- oder Dienstleistungen, Zurverfügungstellen von Räumlichkeiten oder Hotelzimmern,… Diese nichtfinanziellen Leistungen gehören natürlich auch zum Sponsoring, da sie eine Minderung der Kosten darstellen, deshalb müssen sie auch im Kongressbudget angeführt werden.
Vorsicht ist vor allem bei der Planung größerer Kongresse geboten, da die Vorlaufzeit für derartige Veranstaltungen sehr lang sein kann, bis zu einem Jahr. Die Kosten verändern sich laufend, Vortragende sagen ab, sind falsch im Budget angesetzt, die Abendveranstaltung fällt teurer aus als erwartet,…
3 Satelliten-Symposium: Firmenveranstaltung mit dem Ziel, über bestimmte Themen und Produkte zu informieren und neue Entwicklungen vorzustellen. Seite 6/6
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3. Grundzüge des Sponsoring
3.1. Begriff des Sponsoring und Abgrenzungen
Der Begriff des Sponsorings ist gar nicht so leicht zu definieren, da er relativ neu ist. Es zählt zu den neueren Kommunikationsformen.
Definition nach Bruhn 4 : „Sponsoring bedeutet die
• Planung, Organisation, Durchführung und Kontrolle sämtlicher Aktivitäten
• Die mit der Bereitstellung von Geld, Sachmitteln oder Dienstleistungen durch Unternehmen
• Zur Förderung von Personen und/oder Organisationen im sportlichen, kulturellen und/oder sozialen Bereich verbunden sind,
• Um damit gleichzeitig Ziele der Unternehmenskommunikation zu erreichen.“
Erst wenn sich Sponsor und Gesponserter dahingehend einig sind, ein gewisses Projekt in einem festgelegten Zeitraum zu bestimmten Bedingungen gemeinsam durchzuführen, kann man von einem Sponsorship sprechen. Grundlage für ein solches Sponsorship ist eine konkrete Übereinkunft auf vertraglicher Basis.
Die auf der nächsten Seite folgende Abbildung zeigt alle wesentlichen Merkmale des
Sponsorings.
4 Bruhn; S.21 Seite 7/7
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Abbildung 2: Wesen des Sponsoring 5
5 Walliser; 1995, S. 7 Seite 8/8
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3.2. Unterschied Sponsoring und Mäzenatentum
Man muss aufpassen, da man im umgangssprachlichen Sponsoring oft mit Mäzenatentum verwechselt.
Definition für Mäzenatentum… freigiebige, gönnerhafte Kunstpflege oder Freundschaft.
Sponsoring ist für ein Unternehmen eine Geschäftsart. Ein Sponsor erbringt Leistungen in Form von Geld, Sachmitteln oder Dienstleistungen und erwartet dafür vom Gesponserten eine Gegenleistung. Die erste Frage, die man bei einer Sponsoranfrage zu hören bekommt, ist: „Was können Sie mir dafür bieten, was hat mein Unternehmen davon?“
Der Mäzen dagegen erbringt seine Leistung auf stille Weise, er tut dies nicht, um seinen Bekanntheitsgrad oder sein Image zu steigern, man könnte sagen, die Lieblingsdisziplin der Österreicher, das Spenden, ist eine Weiterentwicklung des Mäzenatentums. Das heißt, man muss immer darauf Acht geben, Sponsoring nicht mit Mäzenatentum oder Spenden in Verbindung zu bringen. Wenn man nämlich dieser Meinung ist, wird man nie Sponsoren bekommen.
3.3. Sponsoring aus Sicht der Gesponserten und Sponsoren
3.3.1. Aus der Sicht des Gesponserten
Der Gesponserte betrachtet das Sponsoring als zusätzliches Finanzierungsinstrument, die meisten Gesponserten sind stark von Sponsorgeldern abhängig. Die Sponsorensuche selbst ist eigentlich eine Kommunikationsaufgabe, das Wichtigste ist, es auf alle möglichen Arten (Anzeigen, Internet, Direct mails an mögliche Sponsoren,…) auf die Möglichkeit eines Sponsorings aufmerksam zu machen.
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3.3.2. Aus der Sicht des Sponsors
Der Sponsor sieht das Sponsoring als übergreifendes Instrument der Marketingkommunikation. Gerade in den letzten Jahren haben sich die traditionellen Methoden der Kommunikation stark geändert (Internet, direktere viel aggressivere Werbung,…). Eine erfolgreiche Kommunikation muss die Erlebniswelt des Kunden erreichen, ein gutes Produkt alleine reicht nicht mehr aus. Es entstand die so genannte „below-the-line“ 6 -Kommunikation. Die klassischen Instrumente werden von neuen Instrumenten abgelöst, man setzt auf eine langfristige Kundenbindung (Vertragsverlängerungen, Bonuspunkteprogramme,…) durch Erlebnis- und Erfahrungselemente, die im Zusammenhang mit dem Produkt oder der Marke wahrgenommen werden.
Sponsoring beruht vor allem auf Verbindungslinien zwischen Sponsor und Gesponsertem. Beim Kongress-Sponsoring sind Verbindungslinien zwischen dem sponsernden Unternehmen und der Thematik des Kongresses bzw. den Kongressteilnehmern vorhanden.
6 below-the-line: angloamerik., übersetzt „unter der Gürtellinie“, below-the-line Instrumente steht als Sammelbegriff für nicht-klassische Kommunikationsinstrumente (Sponsoring, Event-Marketing, Product Placement). Seite 10/10
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4. Sponsoring von Kongressen
4.1. Problematik und Besonderheiten beim Sponsoring von Kongressen
Die Unterstützungen für Kongresse werden immer weniger, dadurch werden die Budgets der Kongressveranstalter immer kleiner. Die Teilnehmergebühren reichen schon lange nicht mehr aus, um teure Rahmenprogramme und hochkarätige Referenten zu finanzieren.
Diese entstehenden Finanzlücken versucht man nun über Sponsoren zu schließen. Vor allem ganz spezielle Kongresse, die nicht die breite Masse anziehen, werden immer schwieriger zu finanzieren sein. Es gibt einfach Themengebiete, für die es mehr Interesse der Wirtschaft gibt als für andere. Es gibt noch keine Literatur, die Aufschluss über Effizienz und Wirkung von Kongress-Sponsoring gibt. Das Kongresssponsoring bietet den Sponsoren aber gewisse Vorteile, der Gesponserte bietet eine homogene Zielgruppe, die er dem „Geldgeber“ direkt „vor die Flinte“ setzt. Durch diesen Fakt gibt es kaum Streuverluste, wie es diese im Sportsponsoring gibt. Es zählt mehr die Qualität als die Quantität der Werbebotschaft.
Doch die Zeiten des „Gießkannenprinzips“ sind mit Sicherheit vorbei, die schlechte Konjunktur ist vor allem beim Sponsoring merkbar, die Firmen sehen Sponsoring viel stärker als Marketinginstrument als früher.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist mit Sicherheit die Kompatibilität der Partner. Wenn eine Partnerschaft moralische Bedenken auslösen könnte, ist es sicher für beide Seiten besser, diese nicht einzugehen, da das Sponsoring kontraproduktiv wirken könnte.
Bsp. In Deutschland wird über ein Sponsoring der Polizei diskutiert, was Skeptiker befürchten lässt, dass eine Beeinflussung der Exekutive durch Großsponsoren eintreten könnte, was ja nicht abwegig ist. Andererseits wäre es kaum vorstellbar, auf dem Sturzhelm von Hermann Maier eine Werbung von Jack Daniels zu lesen, da er als Sportler ja eine Vorbildrolle für die Jugend darstellen soll. Seite 11/11
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Um an Sponsoren ranzukommen bedienen sich viele Veranstalter der Hilfe von professionellen Sponsoringagenturen, welche über die nötigen Erfahrungen, das richtige Know-how und vor allem die besten Kontakte verfügen.
4.2. Handbuch zur Kongressbeteiligung
Um an die Sponsoren heranzukommen und ihnen ein Sponsoring schmackhaft zu machen, werden Handbücher erstellt. Diese Handbücher sind Einladungen für Unternehmen zur Beteiligung ihres Unternehmens am Kongress. Darin enthalten sind Argumente und Informationen für potentielle Sponsoren, der Kongress wird vorgestellt. Es enthält einen Kongressplan mit den Veranstaltungsarten und die zeitliche Gliederung der einzelnen Veranstaltungen. Je kreativer das Handbuch umso besser; die wichtigste „Message“, die aber damit transportiert werden soll, ist der Nutzen, den der potentielle Sponsor aus einem Sponsoring herausholen kann. Um dies zu erreichen, werden alle möglichen Arten des Sponsorings darin angeführt.
4.3. Sponsoringmöglichkeiten bei Kongressen
4.3.1. Charakteristika der Sponsoringmöglichkeiten
Es gibt zwei Arten des Eventsponsorings
• Exklusiver Sponsorvertrag
• Co-Sponsorvertrag
Beim Exklusiven Sponsorvertrag tritt nur ein Sponsor auf, der auch die volle Medienpräsenz auf sich zieht. (T-Mobile in der österr. Fußballliga)
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Bei Co-Sponsoren handelt es sich um mehrere Sponsoren, die sich je nach Leistung in verschieden Kategorien unterteilen lassen (Platinum-, Gold-, Silber-, Bronze). Im Prinzip kauft der Sponsor ein vorgefertigtes Package, das je nach Preisklasse mehr oder weniger Leistungen für ihn enthält.
Bei meinem Turnier waren die Unterschiede in den von mir erbrachten Leistungen die Anzahl der VIP Gäste, die der Sponsor zum Turnier einladen konnte, sowie die Anzahl und Positionierung seiner Werbemittel (Transparente, Fahnen, Prospekte, Erwähnung auf der Scorekarte,…)
Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass eine Packetschnürung der Angebote viele mögliche Sponsoren abschreckt, deshalb sollte man Individuallösungen machen, mit denen man auf die Wünsche des Sponsors eingeht. Um bei meinem Turnier zu bleiben ich habe einen BMW Händler als Sponsor gewinnen können, habe diesem aber schon im Vorfeld ein anderes Paket angeboten als den anderen Firmen, das Paket beinhaltete eine Fläche direkt vor dem Clubhaus (meistfrequentierter Platz im Golfclub) auf der er seine Fahrzeuge ausstellen konnte.
4.3.2. Symposien
Bei den veranstalteten Symposien handelt es sich hauptsächlich um Satelliten-Symposien. Das Hauptziel solcher Veranstaltungen ist es, das Unternehmen den Kongressteilnehmern, die eine potentielle Zielgruppe darstellen, durch eine Präsentation bestimmter Themen oder Produkte vorzustellen. Die durch diese Symposien erzielten Einnahmen sind Sponsorgelder, die Preise für derartige Veranstaltungen sind relativ hoch, bringen aber auch einen sehr hohen Nutzen. Natürlich sind derartige Symposien keine offiziellen Teile der Tagung, meistens sind sie vor oder nachgelagert.
Immer öfter veranstaltet man so genannte Satellite-Dinner, wozu man die Zielgruppe des Sponsors einlädt, die dann während eines Abendessens an interessanten Vorträgen hochkarätiger Referenten teilnehmen.
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Eine andere Form ist das integrierte Symposium. Die Ziele sind die gleichen mit dem Unterschied, dass die Veranstaltung innerhalb der Zeiten des offiziellen Tagungsprogrammes stattfinden.
4.3.3. Begleitende Fachausstellung
Die begleitenden Fachausstellungen bieten Gelegenheit zum Austausch von Fachwissen. Sie tragen also nicht nur zur Finanzierung bei, sondern werden auch von den Teilnehmern erwartet, ja sogar erwünscht, um sich über Neuerungen zu informieren.
Bsp. Bei einer Steuerberatertagung stellen die führenden Hersteller von Rechnungswesensoftware aus, Fachliteratur wird ausgestellt,… Wichtigster Punkt bei der Umsetzung dieser Sponsormöglichkeit ist die örtliche Nähe zum Kongress, ideal sind Ausstellungen im Foyer oder in den Pausenräumen der Veranstaltungräumlichkeiten.
4.3.4. Rahmenprogramme
Rahmenprogramme werden immer wichtiger, da sie neben der Qualität der Referenten die Veranstaltung attraktiver machen können. Der Sponsor einer Rahmenveranstaltung kann somit einen guten Eindruck hinterlassen, indem er sich die Veranstaltung ordentlich „was kosten lässt“. Natürlich dürfen diese Veranstaltungen nicht parallel zu Tagungsaktivitäten ablaufen.
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Möglichkeiten für zu sponsernde Rahmenprogramme:
• Get-Together (Eröffnungsabend)
• Presidental-Dinner (Abendessen der Kongresspräsidenten)
• Social-Evening-Events (Klassischer Abend, Gesellschaftsabend, Gala-Dinner)
• Speakers-Cocktail/Speakers-Dinner
Bsp. Bei der vorher angesprochenen Steuerberatertagung veranstaltet eine Bank eine lustige Nachtrodelpartie mit anschließendem Hüttenzauber.
4.3.5. Drucksachen und anderes Kongressmaterial
Hierbei handelt es sich häufig um Sachleistungen, die aber sehr oft mit Finanzleistungen verbunden werden.
Bsp. Eine Druckerei stellt als Sachleistung den Druck der Einladungen zur Verfügung, bekommt dafür natürlich ebenfalls eine Werbefläche in der Einladung. Bei meinem Golfturnier wurde ich ebenfalls von einer Druckerei in dieser Form unterstützt, ich bekam die Scorekarten mit den Logos der Sponsoren sowie die Einladungen, dafür trat die Druckerei als Co-Presenting-Sponsor auf.
Möglichkeiten für den Sponsor:
• Anzeigen des Sponsors im Einladungsprogramm, Kongressprogramm, Abstractbändern und Proceedings,
• Namensschilder mit Logo des Sponsors,
• Kongresstaschen mit Logo des Sponsors,
• Stifte, Blöcke, Kugelschreiber,… (natürlich mit Logo des Sponsors)
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4.3.6. Begleitendes Sponsoring
Alle weiteren Möglichkeiten des Sponsorings werden hier kurz zusammengefasst. Das begleitende Sponsoring ist vor allem für Sponsoren gedacht, die aufgrund ihrer Produkte keinen direkten Bezug zu den Kongressteilnehmern aufbauen können. Das könnte zum Beispiel eine Telefongesellschaft sein, die sich durch das Auftreten bei der Steuerberatertagung mehr Kunden aus genau diesem Segment erhofft. Bei der Akquirierung solcher Sponsoren ist besonderes Fingerspitzengefühl gefragt, da man sich sehr stark in die Bedürfnisse des Sponsors hineindenken muss, um diesem auch ein passendes Paket schnüren zu können.
5. Vorgehensweise bei der Sponsoren-Akquisition
Eine gut geplante Sponsoren-Akquisition ist unerlässlich, da bei potentiellen Sponsoren pro Tag mehrere Sponsoranfragen eintreffen (Deutsche Telekom 10 - 20 pro Tag).
Zuerst ist es wichtig, die möglichen Sponsoren gezielt zu selektieren, um Kosten beim Druck und der Versendung der Sponsoreinladungen zu sparen. Man sucht bei diesem Schritt nach Unternehmen, die ihre möglichen Kommunikationsprobleme durch diesen Kongress lösen können, außerdem muss man die Imageverträglichkeit für den Sponsor aber auch für den Kongress prüfen. Je klarer man sich über die Motive und Ziele der Sponsoren ist, umso besser kann man das Angebot formulieren und umso größer ist die Chance, einen neuen Sponsor zu gewinnen.
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Professionalität bei der Suche nach Sponsoren bedeutet:
• Aufbau einer Sponsorendatenbank
• Kontinuierliche Zeitplanung
• Systematische Nachbereitung der Sponsorenanfrage
• Pflege der Datenbank
Wenn man eine Veranstaltung öfter als einmal inszeniert ist es auf alle Fälle von Vorteil in die Sponsorendatenbank Ansprechpartner einzutragen, und diese Kontakte regelmäßig zu pflegen. Denn nur persönlich adressierte Sponsorengesuche erreichen auch den richtigen Mann/Frau, sonst besteht immer die Gefahr, dass diese Art von Briefen ungelesen im Papierkorb verschwinden.
5.1. Checkliste für den Inhalt eines Sponsoring-Angebots
• Beschreibung des Kongresses
• Nennen der veranstaltenden Organisation, Name des Kongresspräsidenten, Schirmherren, VIPs
• Vorschläge zur Partnerschaft zwischen Kongressveranstalter und Sponsor
• Anhaltspunkte, wie der Kongress in den Marketing-Mix des Sponsors passt
• Zielgruppenbeschreibung des Kongresses (Größe, Struktur, Eigenschaften der Kongressteilnehmer)
• Reichweite und Bedeutung des Kongresses
• Zeitpunkt und Dauer des Kongresses
• Hervorhebung bei regelmäßig stattfindenden Kongressen
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•
Gegenleistungen für den Sponsor 1. Offizielle Einladung durch Sponsor
• Informationen zu Medienauftritten
• Nutzung von Zahlen, Presseveröffentlichungen und allen anderen Materialien, um den Kongress auf professionelle Art zu präsentieren
• Verweis auf bereits vergangene erfolgreiche Kongresse des Veranstalters
Hat man all diese Dinge erledigt und die Briefe sind weggeschickt, geht es an die Nachbearbeitung, kein Sponsor wird sich von sich aus melden. Das bedeutet telefonieren und verhandeln. Wenn jemand kein Interesse bekundet sollte man auf keinen Fall einer Preisreduktion zustimmen, da das auch den Preis für andere Sponsoren drücken könnte und das Projekt an Glaubwürdigkeit verlieren würde, vielmehr sollte man versuchen, dem Sponsor ein seinen Bedürfnissen besser angepasstes Paket zu schnüren.
Es sollte immer zu einer Win-Win-Situation kommen.
Sollte es zu einem Sponsorship kommen, sollte dieses sofort vertraglich geregelt werden, das gibt dem Kongressveranstalter die Möglichkeit den Kongress besser zu planen, außerdem regelt es die Zusammenarbeit zwischen den Partnern.
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6. Conclusio
In der Zukunft wird das Kongresssponsoring noch mehr an Bedeutung gewinnen als es jetzt schon hat. Nur mehr die Veranstalter, die das Handwerkzeug der Sponsorenakquisition verstehen, werden große Kongresse veranstalten können. Wichtig wird sicher sein, Sponsoring nicht als normal anzusehen sondern zu versuchen, den Sponsor als Partner zu sehen, um den man werben muss. Maßgeschneiderte Lösungen für potentielle Sponsoren werden sicherlich den gewünschten Erfolg bringen.
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2002, Sponsoring - Wege für Zusatzfinanzierung, München, GRIN Verlag GmbH
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Motive, Ziele und Aspekte des Kultursponsoring
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