Inhaltsverzeichnis
1 -Einleitung
2-Der deutsche Satz
3-Stellungsmöglichkeiten im Satz
4-Satzgliedstellung in den verschiedenen Feldern
4.1. Das Vorfeld
4.2. Das Nachfeld
4.3. Das Mittelfeld
5 -Schlussfolgerungen
6 -Literaturverzeichnis
1-EINLEITUNG
Der Schwerpunkt dieser kleinen Hausarbeit ist, eine Zusammenfassung zu machen, wie die verschiedenen Satzglieder im deutschen Satz gestellt werden können. Dazu werden wir den Duden und die Grammatik von Helbig/Buscha benutzen. Die in den Grammatiken umgefassten Konsiderationen werden verglichen, um einen Überblick darüber zu geben, was zwei der wichtigsten Grammatiken des Deutschen über das Thema zu sagen haben. Dabei werden wir am Ende eine echt komplette Vorstellung des Themas haben können. Nach diesem, werden wir die Aufgabe in verschiedenen Abschnitten verteilen und zwar, werden wir erstens erklären, wie der deutsche Satz im allgemeinen funktioniert (die Theorie der Vor-, Mittel- und Nachstellung der Satzglieder); danach werden wir eine weite Úbersicht úber die Stellung der einzelnen Satzglieder im Satz nach der früher kommentierten Theorie darstellen und am Ende werden wir unsere eigenen Schlussfolgerungen machen. 2-DER DEUTSCHE SATZ
Die Satzgliedstellung ist in der deutschen Sprache besonders schwierig, weil sie von syntaktischen, morphologischen und kommunikativen Bedingungen abhängt. 1 Die Stellung des finiten und des nicht-finiten Verbs oder der übrigen Prädikatsteile ist vielleicht strikter im Deutschen als in anderen Sprachen und zwar sind drei Stellungen für das finite Verb möglich:
Die nicht-finiten Verbteile und alle übrigen Prädikatsteile kommen immer am Ende des Satzes vor. Man muss jedoch nicht nur syntaktische Kriterien, sondern auch morphologische und vielleicht am wichtigsten im Deutschen, kommunikative oder intentionale Kriterien.
1 Helbig/Buscha, S. 564.
2 Wenn nicht anders gesagt, sind die Beispiele meine.
Die Morphologie zeichnet aus, welche Wortklassen die verschiedenen Satzglieder repräsentieren können.
Nach den kommunikativen Kriterien muss man analysieren, welche der Kommunikationswert der einzelnen Satzglieder ist. Es existiert eine alte grammatische Theorie, die dieses Phänomen erklärt: die Thema/Rhema Theorie. Im Grunde wird alles als Thema bezeichnet, was schon bekannt und sicher für das Verständnis der Aussage ist; während alles als Rhema bezeichnet wird, was neu oder am wichtigsten ist, um die Aussage zu verstehen. Die Tendenz (oder Regel) der deutschen Sprache ist also, die syntaktisch und inhaltlich enger zum finiten Verb gehörenden Elemente am Ende des Satzes zu stellen, denn das Rhema muss nach dem Thema stehen, z.B:
Die Konstruktion * Maria hat ein Geschenk ihrer Schwester gegeben wäre also nicht möglich. Man kann aber doch das Rhema bei besonderer Betonung in erste Stellung stellen, z.B:
Ihrer Schwester hat Maria ein Geschenk gegeben. Schließlich muss man immer darauf achten, dass bei neutraler Satzgliedstellung die syntaktischen und morphologischen Kriterien einzuhalten sind, aber auch, dass der Sprecher durch die Hervorhebung bestimmter Satzglieder die Satzgliedstellung modifizieren kann. 3 3-STELLUNGSMÖGLICHKEITEN IM SATZ
Was wir bisher dargestellt haben genügt noch nicht, um die Komplexität des deutschen Satzes zu beschreiben. Dazu werden wir die im Duden entwickelte Theorie der Satzklammer und Stellungsfelder vorstellen. 4 Diese Theorie wird auch von Helbig/Buscha erklärt, also ziehen wir diese Grammatik auch in Erwägung.
3 Helbig/Buscha, S. 564.
4 Duden, S. 817 & ff.
Wie oben gesagt wurde, gibt es drei Stellungsmöglichkeiten für das finite Verb im Satz. Sätze mit dem Verb an zweiter Stelle werden Kernsätze genannt; 5 Sätze, die das Finitum 6 an erster Stelle haben, nennt man Stirnsätze; Sätze, in denen das Finitum an letzter Stelle steht, werden als Spannsätze bezeichnet. Nach dem Duden bilden das Finitum und die nicht-finite Prädikatsteile eine Klammer, in welcher die Satzglieder eigeschlossen sind. Außerhalb dieser Klammer bleibt im Kernsatz das Satzglied, das die erste Stellung hat. Hier spricht man beim Duden von einer Satzklammer. 7 Mit diesen Klammerteilen verteilt man also den Satz in den sogenannten Stellungsfelder. 8 Das Schema ist folgendes:
Kernsatz: Ich ha[be Deutsch gel]ernt. Stirnsatz: Ha[st du Deutsch gel]ernt?
Spannsatz: (Ich habe gehört), da[ss du Deutsch gelernt ha]st. Das erste Feld (das vor dem ersten Klammerteil) nennt man Vorfeld. Das zweite (das zwischen den Klammerteilen) wird Mittelfeld genannt. Manchmal kann man einige Teile des Satzes aus der Klammer stellen. Man nennt das Feld hinter der zweiten Klammer Nachfeld.
Diese Besonderheit (d.h. die Klammerteiltheorie) kann als ein Grundprinzip des deutschen Satzes betrachtet werden. Trotzdem ist es nicht immer klar, wann wir von einem Klammerteil sprechen können. Als erster Klammerteil gelten die finiten Verben (bei Kernsätzen) oder die Konjunktionen (bei Spannsätzen) aber, was gilt als letzter Klammerteil? Nach Helbig/Buscha können als letzte Klammerteile nicht nur die infiniten Verbformen oder die trennbaren Verbteile, sondern auch andere Wortklassen vorkommen, nämlich 9
5 Duden, S. 814.
6 So wird das finite Verb beim Duden genannt.
7 Verbaler Rahmen, nach Helbig/Buscha.
8 Diese Terminologie ist auch beim Duden zu finden.
9 Helbig/Buscha, S. 567.
Wenn in einem Satz mehrere dieser obengenannten Gliedern erscheinen, dann kommen sie in einer bestimmten und festen Reihenfolge vor, aber darauf kommen wir gleich zurück.
4-SATZGLIEDSTELLUNG IN DEN VERSCHIEDENEN FELDERN
Es gibt also drei verschiedene mögliche Stellungen im Satz: Vor-, Mittel- und Nachfeld.
4.1. Das Vorfeld oder erste Position im Satz kann aber nur ein Satzglied enthalten. Grundsätzlich kann jades Satzglied außer dem Prädikat im Vorfeld stehen: 4.1.1. Wenn das Subjekt in erster Position steht, spricht man von Grundstellung, z.B: Pablo ist heute zur Schule nicht gegangen. Wenn ein anderes Satzglied im Vorfeld steht, spricht man von Gegenstellung oder Inversion, z.B: Heute ist Pablo zur Schule nicht gegangen. 4.1.2. Nach dem Duden kann auch im Vorfeld neben einem Satzglied noch eine nebengeordnete Konjunktion wie “denn” oder “und” stehen. Sie sind Verbindungswörter zwischen Sätzen und keine Satzglieder. Sie haben also keinen Einfluss auf die Wortstellung. 10
4.1.3. Ein Nebensatz kann auch im Vorfeld erscheinen, z.B: Als wir zusammen waren, (da) sang die Nachtigall. 11
4.1.4. “Es” kann auch im Vorfeld vorkommen, aber nur als Platzhalter. Wenn noch ein Satzglied ins Vorfeld gestellt wird, fällt es weg, z.B:
10 Beispiele dazu sind beim Duden zu finden, S. 819.
Dein Bruder ist zu Hause.
4.1.5. Wörter wie “nicht”, “(so)gar”, “eben”, “halt”, “schon”, das Reflexivpronomen der echten reflexiven Verben, sowie die Modalwörter “nämlich” und “wirklich” stehen normalerweise nicht im Vorfeld. Es ist gewöhnlich, dass der Sprecher (wie schon gesagt) die bereits bekannte Information, oder diese, die ihm/ihr nicht so wichtig für die Kommunikation ist, im Vorfeld stellt (das wurde Thema genannt). Die wichtigste Information kommt normalerweise im Mittelfeld (am Ende des Satztes) vor. Aber, wie gesagt, kann man wegen intentionaler bzw. kommunikativer Kriterien, irgendwelches Satzglied an erste Stelle stellen. Diese Stellung wird beim Duden Ausdrucksstellung genannt. 12 4.2. Das Nachfeld. Diese Stellung nennt der Duden Ausklammerung. 13 In der
deutschen Gegenwartssprache 14 können bestimmte Teile des Satzes ins Nachfeld gestellt werden. Das ist auf keinen Fall notwendig, aber man klammert sie aus stilistischen Gründen oder wegen der Länge einiger Elemente (wie Nebensätze) aus. Nach Helbig/Buscha unterscheidet man also zwischen zwei Typen von Ausrahmung, und zwar
Der erste Typ ist neutral, grammatikalisiert; der zweite ist stilistisch. Dem ersten Typ gehören folgende Fälle:
11 Vgl. Eichendorff. “Der Spinnerin Nachtlied.”
12 Beispiele dazu befinden sich beim Duden, S. 820.
13 Ausrahmung bei Helbig/Buscha, S. 568.
Für die stilistische Ausrahmung gelten fast alle präpositionalen Gruppen, z.B: Morgen soll ich meinen Dienst antreten in diesem Hause. 15 Zum Schluss muss man sagen, dass nie oder nur selten stehen im Nachfeld Nomen aus Funktionsverbgefügen, Gleichsetzungsgliedern, Adverbialien und Adjektivgruppen (d.h. den sogenannten Satzadjektiven). Auch nie werden Subjekte oder reine Objekte (ohne Präposition) ausgeklammert.
4.3. Das Mittelfeld. Im Mittelfeld können fast alle Satzglieder stehen. Das Mittelfeld
wird von der Satzklammer gebildet, deswegen ist die Stellung der verschiedenen Satzglieder so wichtig, besonders in Bezug auf die Thema- Rhematheorie. Die morphologischen Bedingungen spielen eine sehr wichtige Rolle, da man den Informationswert an der Form erkennt: 16
Am Anfang des Mittelfelds steht alles, was pronominal ist. Im mittleren Teil des Mittelfelds stehen die definiten Satzglider. Im hinteren Teil stehen die infiniten Satzglieder.
Je wichtiger die Information eines Satzgliedes, desto weiterhin steht es im Mittelfeld. Man muss zwei verschiedene Gruppen von Satzgliedern in Betracht ziehen:
GRUPPE 1. Umstandsergänzungen, Gleichsetzungskasus, Präpositionalobjekte, Genitivobjekte, prädikative Adjektivsgruppen. Diese Satzglieder tendieren, am Ende vorzukommen, wenn sie sich im Mittelfeld befinden. Beispiele dazu sind:
Wenn diese Satzglieder durch ein Pronomen ersetzt werden, ist die Tendenz, weiter nach vorne zu treten, z.B: Susanne kümmert sich darum deit dem Tod ihrer Mutter aufopfernd.
14 Helbig/Buscha, S.568.
15 Zitiert aus dem Duden, S.821.
16 Über diesen Punkt werden wir nicht viel sagen, aber man kann dazu S. 570-572 vergleichen.
Alle Präpositionalobjekte 2. Grades können vor oder nach ihrem Bezugswort vorkommen.
GRUPPE 2. Es wird vom Subjekt und den Objekten gebildet. Wenn sie im Mittelfeld vorkommen, ist ihre Tendenz, vor den Satzgliedern der ersten Gruppe zu stehen. Es gibt verschiedene Reihenfolgemöglichkeiten, wenn sich eine oder mehrere satzglieder im Mittelfeld trefen. In dem Fall muss man erstend darauf achten, ob sie Nomen oder Pronomen sind: 17
1. Wenn die Stelle des Akkusativobjektes nicht pronominal besetzt ist, gilt folgendes: a. Die Sequenz ist Subjekt-Dativobjekt-Akkusativobjekt. Wenn es nur zwei
b. Wenn das Subjekt ein Pronomen ist, steht es immer als erstes der
c. Wenn sowohl das Subjekt als auch das Dativobjekt pronominal sind, gilt
2. Wenn die Stelle des Akkusativobjektes pronominal besetzt ist, gilt folgendes: a. Die Sequenz ist immer Subjekt-Akkusativobjekt-Dativobjekt
b. Die Sequenz ist die g leiche, auch wenn das Dativobjekt nicht ein Pronomen ist, z. B: Gestern hat er es Peter geschenkt. c. Wenn hingegen das Subjekt kein Pronomen ist, steht es normalerweise
17 Beispiele dazu befinden sich beim Duden, S. 822; vgl. auch Helbig/Buscha, S. 569 & ff.
d. Wenn nur das Akkusativobjekt pronominal ist, steht es normalerweise vor
Einige adverbiale Bestimmungen bilden eine dritte Gruppe. Sie bestimmen Kategorien wie “Raum”, “Zeit”, “Art und Weise” und “Grund”. Sie werden aber oft ins Vorfeld gestellt, z.B: Gestern war Peter zu Hause. Heute ist er zur Schule gegangen.
Wenn sie im Mittelfeld stehen, kommen sie vor dem Satzgliedern der ersten Gruppe vor: Peter war gestern zu Hause. Er ist heute zur Schule gegangen. Ihre häufigste Reihenfolge ist, normalerweise: Temporal-, Kausal-, Modal- und Lokalangabe, z.B: Wir sind am Wochenende wegen des schlechten Wetters gemütlich zu Hause geblieben. 18 5- Schlussfolgerungen:
In der vorliegenden Hausarbeit haben wir im allgemeinen beobachtet, wie komplex der deutsche Satz sein kann. Nicht nur muss man auf grammatische Kriterien achten, sondern auch (und diese sind vielleicht in diesem Fall am wichtigsten) kommunikative Kriterien beobachten.
Das Prädikat ist das wichtigste Satzglied, und das gilt nicht nur für das Deutsche. Es ist das Grundsatzglied, worum sich alle anderen Satzglieder bewegen. Deshalb ist die in der Grammatiken entwickelte Theorie der Satzklammer oder des verbalen Rahmens so richtig.
Schlieβlich wollte ich sagen, dass ich beim Verfassen des Themas viel Spaβ gehabt habe, denn ich habe viel darüber gelernt.
18 Aus Corcoll, S. 311.
6-Literaturverzeichnis
-Corcoll, B. & R: Programm. Alemán para hispanohablantes. Herder. Barcelona, 1994.
-Duden: Grammatik der deutschen Gegenwartssprache. Dudenverlag. Mannheim, Leipzig. Wien, Zürich, 1998.
Die schriftliche Arbeit. Ein Leitfaden zum Schreiben von Fach-, Seminar-und Abschlussarbeiten in der Schule und beim Studium, usw. Dudenverlag. Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich, 2000.
-Eggelte, B: Die im Unterricht “Deutsche Grammatik II” bearbeiteten Photokopien. -Helbig, G. & J. Buscha: Deutsche Grammatik. Ein Handbuch für den Ausländerunterricht. Langenscheidt. Leipzig, Berlin, München, 1998.
Arbeit zitieren:
Enrique del Cerro Calderón, 2003, Satzgliedstellung im Vor-, Mittel und Nachfeld, München, GRIN Verlag GmbH
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