Geschichte : USA Kantonsschule Obwalden
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
Grundlagen 3
Riss in der britischen Gesellschaft 3
Steuern. 4
Wichtiges Ereignis: Boston Tea-Act. 4
Reaktion der Krone 5
Bildung der Unabhängigkeitsbewegung 5
Politische Veränderungen in den Kolonien. 6
Eigenarbeit : Wie hätte der Unabhängigkeitskrieg verhindert werden können? 7
Quellen 8
Bibliographie. 8
Internet 8
Roger Wallimann, Jeremias Wieland -2-
Geschichte: USA Kantonsschule Obwalden
Einleitung
Wir möchten in dieser Arbeit die politische Situation um die Zeit des Unabhängigkeitskrieges erläutern. Unser Ziel ist es, Ursachen und deren direkten und indirekten Auswirkungen auf den Kriegsausbruch zu nennen. Die Arbeit soll zeigen, warum es zum Krieg kam. Wir versuchen auch einen möglichen Ausweg aufzuzeigen, der beide Parteien gleichermassen befriedigt und so den Krieg verhindert hätte.
Grundlagen
Entscheidend für die Entstehung der Spannungen zwischen England und den nordamerikanischen Kolonien war der Trend zur intensiveren Anbindung der Kolonien an das Mutterland. Dieser Trend begann am Ende des 17. Jahrhunderts. In den Kolonien hatten sich aber schon Formen von Selbstverwaltung und Selbstregierung gebildet. Dies machte es England nicht einfacher, die Kolonien von Übersee zu regieren. Doch Grossbritannien hatte durch den Siebenjährigen Krieg hohe Schulden, die sich auf etwa 130 Millionen Pfund Sterling beliefen. Grossbritannien musste ausserdem in Amerika grosse Summen im militärischen und zivilen Bereich investieren. Die Regierung Grossbritanniens wollte nun aber, da sie schon Geld in die Kolonien steckte, auch die Wirtschaftskraft nutzbar machen. Das heisst, sie erhöhten die Steuern für Luxusprodukte wie Tee. Da begann der Konflikt, da die Kolonisten sich vom merkantilistischen System befreien und politische Gleichberechtigung wollten.
Ein Beispiel, das die wirtschaftliche Macht der Kolonien verdeutlicht: „In den „alten“ Kolonien Nordamerikas lebten bereits 2,25 Millionen Menschen (gegenüber 6,5 Millionen im Mutterland), die Eisenproduktion war höher als in England und Wales, ein Drittel der britischen Schiffe wurde hier gebaut, die Fischereiflotte zählte bereits über tausend Schiffe.“ 1
Riss in der britischen Gesellschaft
Der Riss in der britischen Gesellschaft und der Zerfall der Macht der Krone wurde bereits mit dem Eindringen des Calvinismus und Purianismus in die britische Gesellschaft eingeläutet. Einerseits die repressive Politik, die 1620 zur Übersiedlung der Pilgerväter nach Amerika führte und andererseits die Restauration der Kronengewalt im Jahre 1660 führten zu einer verstärkten Trennung zwischen den Kolonien und dem Mutterland. Dieser Trend wurde durch die Wiedererrichtung der Parlamentsherrschaft 1688 nochmals verstärkt.
1 Die Geschichte der USA: Kolonialzeit und Unabhängigkeitskrieg, www.buehler-hd.de/gnet/neuzeit/usa/usa2.pdf, S.8
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Steuern
Ein weiterer Konfliktpunkt zwischen den Kolonien und dem Mutterland waren die Steuern. In der britischen Verfassung steht, dass das Parlament nur Steuern für die Bevölkerungsgruppen erlassen kann, die im Parlament vertreten sind (no taxation without representation, James Otis). Das waren die amerikanischen Kolonien aber nicht. Die Kolonien durften im eigenen Land für eigene Zwecke Steuern erheben. Sie mussten aber auch durch die üblichen Import- und Exportsteuern an das Mutterland Abgaben leisten. Genau da setzte das britische Parlament an. Es erhöhte die Steuern für Importwaren. Namentlich war dies vor allem der Zucker (Sugar-Act). Das Mutterland stationierte starke Truppenverbände in Amerika und wälzte diese Kosten auf die Kolonien ab. Eine weitere Massnahme war die Verschärfung der Zollaufsicht. Diese sollte den blühenden Warenschmuggel verhindern. 1765 wurden in den Kolonien selbst hergestellte Druckererzeugnisse, dies betraf Zeitungen, offizielle Papiere und Urkunden, massiv besteuert (Stamp-Act). Die amerikanische Wirtschaft wurde so gemassregelt, dass Produkte die das Mutterland auch produzierte, nicht aus den Kolonien exportiert werden durften. Den amerikanischen Händlern wurde der Überseehandel verboten. Dies alles löste einen ziemlichen Unmut in der Bevölkerung der Kolonien aus. Sie mussten hohe Steuern zahlen, ob sie wollten, oder nicht. Die britischen Kolonien boykottierten nun einfach die britischen Importe. Dadurch konnte das Mutterland keinen Gewinn mehr aus der Wirtschaftskraft Amerika machen. 1766 musste das Parlament klein beigeben und es hob die Gesetze wieder auf. Als einzige wichtige Steuer blieb die Teesteuer übrig.
Wichtiges Ereignis: Boston Tea-Act
Im Mai 1773 griff Britannien seiner East-India-Company unter die Arme. Diese war wirtschaftlich schon ziemlich am Boden. So beschloss das Mutterland, dass die Company, deren Ware der Tee war, ihre Ware zollfrei in die amerikanischen Kolonien liefern kann. Dadurch erhielt die Company ein Monopol, das sie wieder aufrichten sollte. Das provozierte wiederum die Kolonisten, hatten sie doch vor knapp 7 Jahren ihre Stellung zu solchen Hirngespinsten mit einem Boykott ziemlich stark aufgezeigt. Am meisten störte die Kolonisten aber nicht die Zollfreiheit, sondern das Monopol auf den Teehandel. Dieser Unmut entlud sich nun im Boston Tea-Act. „Ursprünglich hatte der Gouverneur von Massachusetts geplant, die Teeladung von drei Seglern der Handelsgesellschaft im Rahmen des Boykotts kostenlos unter die Leute zu verteilen. Ein junger Heißsporn namens John Adams kam ihm jedoch am Abend jenes Tages zuvor. Zusammen mit 60 Männern in Indianerkostümen kaperte er die Schiffe und ließ die Ladung in den Hafen schmeißen, um damit ein Zeichen zu setzen. Dieser Vorfall sollte unter dem Namen „Boston Tea Party“ in die Geschichte eingehen…“ 2 . Von den Auseinandersetzungen um die Tee-Einfuhren wurde der Bostoner Vorfall im
2 Der Unabhänigkeitskrieg, „Teegesellschaft“ im Bostoner Hafen,
www.123recht.net/article.asp?a=9356&f=unterhaltung_das~recht~in~der~geschichte_unabhaengigkeit&p=1
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Dezember 1773 am berühmtesten. Ähnliche Vorfälle gab es aber auch in New York und Annapolis.
Reaktion der Krone
Die britische Regierung griff mit aller Stärke durch. So löste sie kurzerhand die Regierung des Staates Massachusetts auf. Der Bostoner Hafen wurde gesperrt. Verhaftete Gewalttäter wurden auf direktem Wege nach England gebracht. Ausserdem wurden weitere Truppen in die Kolonien zitiert. Durch den Quebec-Act wurde Kanada gestärkt All dies Massnahmen wurden Coerice Acts genannt. Dies alles konnte aber nicht die Unruhen in den Kolonien bremsen.
Bildung der Unabhängigkeitsbewegung
Die Kolonisten beriefen den ersten Kontinentalkongress in Philadelphia ein. Dort hielten sich die Royalisten, also die Mutterland-Sympathisanten, und die Radikalen etwa die Waage. Der britische General Gage wollte nun aber ein Munitionslager der Milizen in Massachusetts stürmen. So kam es zum ersten Aufeinandertreffen der Kolonisten und den Truppen der britischen Krone in Lexington und Concord. Dies war am 18. April 1775. Die Truppen der Siedler wurden von George Washington, einem Abgeordneten des Kongresses von Virginia, geleitet. An seiner Seite war der preussische Offizier Friedrich Willhelm von Steuben, der ihn beriet und die Siedler trainierte. Die Siedler waren siegreich. Sie belagerten dann Boston bis sie es eingenommen hatten. Die Truppen aus Amerika gewannen einige kleinere Schlachten. Doch sie waren zahlenmässig und technisch den britischen Truppen unterlegen. Die Engländer holten sich noch Verstärkung durch hessische und braunschweigsche Soldaten. Dazu kam noch, dass sie sich gegen die Indianer wehren mussten, die eine nicht unbeachtliche Zahl an Streitkräften hatten. Kritik kam vor allem aus den eigenen Reihen. Die englandtreuen Siedler wollten einen Kampf zwischen dem Mutterland und seinen Kolonien unbedingt verhindern. Den Kolonisten wurde bewusst, dass sie langfristig keine Chance hatten. Sie beschränkten sich nun auf einen Guerilla Krieg. So traten sie nur noch punktuell auf und versuchten den Europäern den Nachschub abzuscheiden.
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Politische Veränderungen in den Kolonien
Durch die vielen Auseinandersetzungen mit dem Mutterland wurde die Revolutionsbewegung stärker. Unabhängigkeit war aber noch lange Zeit eine Idee, die nicht zu verwirklichen schien. So hielt selbst George Washington eine Loslösung von der britischen Krone im Oktober 1774 für undenkbar. Selbst am 6. Juli 1775 schrieb der Kongress in einer Resolution „nicht die Unabhängigkeit von England anzustreben“. Der richtige Umschwung begann erst mit den Radikalen, die in einzelnen Kolonien an die Macht kamen. Diese trieben die Unabhängigkeitsbewegung nun auf der politischen Ebene an. „So wies erstmals am 12. April der Provinzialkongress von North Carolina seine Delegierten im Kontinentalkongress an, die Unabhängigkeitsbestrebungen zu unterstützen.“ 3 Nicht der Kontinentalkongress sondern die Einzelstaaten und deren Bestrebungen nach Unabhängigkeit lösten also die Unabhängigkeitsbewegung auf der politischen Ebene aus. Massachusetts war der erste Staat, der sich eine neue Verfassung gab und damit die Unabhängigkeit von Grossbritannien klar festhielt. New Hampshire und New Jersey folgten mit eigenen neuen Verfassungen, doch der Grundgedanke, nämlich die Unabhängigkeit von England, war in allen Verfassungen vorhanden. Nach und nach kamen immer mehr Staaten mit ihren „unabhängigen“ Verfassungen hinzu. Einzig Rhode Island, das schon lange sehr autonom von der Krone war, behielt seine Verfassung von 1663. Nach dieser Verfassung durften nur die freien Siedler und deren älteste Söhne wählen gehen. Diese Verfassung hielt sich bis zur Dorr-Rebellion im Jahre 1843. Die Staaten setzten an den Anfang ihrer Verfassungen die Bills of Rights. Am bekanntesten wurde die Bill of Right des Staates Virginie vom 12.6.1776. Der erste Artikel lautete: „That all men are by nature equally free and independent and have certain inherent rights, ... namely the enjoy of liefe and liberty, with the means of acquiring and possessing property and pursuing and obtaining happiness and safety. (Alle Menschen sind von Natur aus in gleicher Weise frei und unabhängig und besitzen bestimmte angeborene Rechte, … und zwar den Genuss des Lebens und der Freiheit, die Mittel zum Erwerb und Besitz von Eigentum und das Erstreben und Erlangen von Glück und Sicherheit.“ 4 Auch die Unabhängigkeitserklärung greift den Begriff der certain inherent Rights, die „bestimmten angeborenen Rechte“. Dies waren das Leben, die Freiheit und das Streben nach Glück. Am 4. Juli 1776 verabschiedete der Kontinentalkongress, also 13 Staaten Nordamerikas, die Unabhängigkeitserklärung (Declaration of Independence) und erklärten damit die Loslösung vom Britischen Empire und die Souveränität der „Vereinigten Staaten von Amerika“. Verfasser der Unabhängigkeitserklärung war der spätere dritte Präsident und indirekter Gründer der demokratischen Partei, Thomas Jefferson. Nach der Unabhängigkeitserklärung begann sich das Blatt der Vereinigten Staaten zu wenden. Mit einem Sieg bei Saratoga im Jahr 1777 gingen die Amerikaner in die Offensive. Unterstützung erhielten sie von den Franzosen in Form finanzieller Mittel, Nachschub und Truppen, die dem Feldzug für die Unabhängigkeit Vorschub leistete. 1781 fiel mit Yorktown die letzte englische Bastion auf dem amerikanischen
3 Die Geschichte der USA: Kolonialzeit und Unabhängigkeitskrieg, www.buehler-hd.de/gnet/neuzeit/usa/usa2.pdf, S.11
4 Die Geschichte der USA: Kolonialzeit und Unabhängigkeitskrieg, www.buehler-hd.de/gnet/neuzeit/usa/usa2.pdf, S.11
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Kontinent. Der Krieg ging bekanntermassen zugunsten der amerikanischen Siedler aus. Es muss aber gesagt sein, dass der Aufstand der Kolonisten gegen die britische Krone nicht der Kampf einer ausgebeuteten und unterdrückten Gruppe oder einer ganzen Bevölkerung gegen ihr Mutterland war, sondern dass schon der Verdacht einer Beschränkung der amerikanischen Freiheiten genügte, um diese entscheidenden Reaktionen der Siedler hervorzurufen. Die Amerikaner sahen einfach ihre Freiheiten bedroht. Sie wurden nicht extrem ausgebeutet, waren aber der Meinung, dass sie, wenn sie sich nicht wehren, schnell zum Opfer werden könnten.
Eigenarbeit: Wie hätte der Unabhängigkeitskrieg verhindert
werden können?
Die Grundlagen und deren Folgen haben wir nun erörtert. Die Frage stellt sich nun aber, ob sich ein Krieg nicht hätte verhindern lassen können. England hatte ja ziemliche Geldprobleme. Dadurch wollte die Krone die Wirtschaftskraft ihrer Kolonien in Amerika nutzen. Dies wiederum wollten die Siedler nicht, da sie nicht im Parlament vertreten waren. Da setzt unser Vorschlag an: England hätte die amerikanischen Kolonien die Vertretung im Parlament gewähren sollen. Dadurch hätten die Kolonisten kein Argument gegen die Steuern mehr gehabt. Es stellt sich dann eine weitere Frage: Wären denn die Steuern im Parlament mit amerikanischer Vertretung angenommen worden? Dies kann man heute nicht mehr schlüssig beantworten. Unsere Meinung ist, dass England zu wenig kooperativ war. Es setzte einfach über den Kopf der Siedler hinweg neue Steuern durch. Als sich dann noch die Kolonisten gegen die verstärkten Truppen und Zollbestimmungen des Mutterlandes wehren mussten, war es geschehen. Die Siedler wollten Unabhängigkeit. Wir sind der Meinung, dass diese Entwicklung zwar zwangsläufig passieren musste, man hätte sie aber weniger kriegerisch auf der diplomatischen Ebene austragen können. Es ist heute einfach zu sagen, England hätte den Kolonien die Unabhängigkeit einfach so geben können. Zu dieser Zeit lastete ein riesiger finanzieller Druck auf England. Wir glauben aber, dass England sicher keinen grossen Krieg anzetteln wollte, da klar war, dass sie den verlieren würden. Bis sie wieder Nachschub an Truppen liefern konnten, verging ja einige Zeit. Ausserdem kannten die Siedler ihr Gebiet natürlich viel besser und konnten so auf eine Guerilla-Taktik setzten. Unser Fazit: Den Krieg hätte man verhindern können, die Unabhängigkeit aber nicht.
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Quellen
Bibliographie
• Horst Dippel, Die Amerikanische Revolution 1763-1787, Neue Historische
Bibliothek, Edition Suhrkamp
• Udo Sautter, Lexikon der amerikanischen Geschichte, Beck’sche Reihe
• Hans-Christoph Schröder, Die Revolutionen Englands im 17. Jahrhundert,
Neue Historische Bibliothek, Edition Suhrkamp
Internet
• de.encarta.msn.com/encyclopedia_761569964_2/Unabhängigkeitskrieg_Norda
merikanischer.html, 28.08.2004
• www.123recht.net/article.asp?a=9356&f=unterhaltung_das~recht~in~der~gesc
hichte_unabhaengigkeit&p=1, 28.08.2004
• www.buehler-hd.de/gnet/neuzeit/usa/usa2.pdf, 28.08.2004
• www.zum.de/Faecher/G/BW/abbl/usa/eskal.htm, 28.08.2004
• www.spessart-gymnasium.de/projekt_usa/USA.htm, 28.08.2004
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Arbeit zitieren:
Roger Wallimann, 2004, Die politische Situation zu Beginn des Unabhängigkeitskrieges, München, GRIN Verlag GmbH
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