Inhaltsverzeichnis
Verzeichnis der Namen und Abkürzungen. 3
Karte 5
Einleitung 6
1. Die Vorgeschichte bis zum Februar 1965 7
1.1. Die Planungen zur Eskalation. 7
1.2. Der Tonkin-Zwischenfall 8
1.3. Die Entscheidung zum Bombardement. 9
1.4. Auf dem Weg in die Eskalation. 10
2. Beginn von Rolling Thunder und allmähliche Steigerung von Februar 1965 bis
Fr ühsommer 1966 11
2.1. Vereinzelte Donnerschläge 11
2.2. Chance für Verhandlungen - die erste Bombenpause. 12
2.3. Der Verlauf von Rolling Thunder während des ersten Jahres. 13
2.4. Der „Dolch in den Rücken“ - die Rules of Engagement. 14
3. Zielwechsel und POL-Kampagne von 1966 bis Frühling 1967 15
3.1. Die Zerstörung der Ölvorräte 15
3.2. Vom Falken zur Taube - McNamaras Kehrtwende 16
3.3. SAMs und MiGs - die Nordvietnamesische Gegenwehr 17
4. Angriff auf die Industrie 1967 bis März 1968. 18
4.1. Das Bombardement erreicht seinen Höhepunkt 18
4.2. Die Generäle wollen mehr 18
4.3. Die Wende - Tet-Offensive und Belagerung von Khe Sanh 19
5. Das schrittweise Ende März 1968 bis November 1968 21
5.1. Die Einsätze südlich der bomb line 21
5.2. Die Bilanz von Rolling Thunder 21
Fazit 22
Bibliografie. 24
2
Verzeichnis der Namen und Abkürzungen
A: Attack - Angriffsflugzeug
AAA: („triple A“) Anti aircraft artillery - Flugabwehrkanone B: Bomber - (strategischer) Bomber Ball, George: Unterstaatssekretär im Außenministerium Bundy, McGeorge: Präsident Johnsons Sicherheitsberater Bundy, William Putnam: 1961-64 stellv. Staatssekretär für Ostasien und den Pazifikraum
CIA: Central Intelligence Agency - Auslandsgeheimdienst der USA CINCPAC: Commander in Chief, Pazific Command - Oberbefehlshaber des Pazifikkommandos
Clifford, Clark McAdams: 1968-69 Verteidigungsminister der USA Diem, Ngo Dinh: 1955-63 (†) Präsident Südvietnams Dong, Pham Van: Seit 1955 Premierminister Nordvietnams DRV: Demokratische Republik (Nord-)Vietnam F: Fighter - Jagdflugzeug
JCS: Joint Chiefs of Staff - Vereinigte Stabschefs der US-Streitkräfte Johnson, Lyndon Baines: 1963-69 Präsident der USA KC: Kerosene Carrier - Tankflugzeug Kennedy, John Fitzgerald: 1961-63 (†) Präsident der USA LOC: Line(s) of Communication - Nachschubweg(e) McNamara, Robert Strange: 1961-68 Verteidigungsminister der USA McNaughton, John: 1962-67 (†) Ministerialdirektor im Pentagon für Angelegenheiten der internationalen Sicherheit. 1964-67 Chef des Pentagon Planungsstabes für auswärtige Angelegenheiten. 1967 Marineminister MiG: Mikojan Gurewitsch - russischer Flugzeughersteller Nixon, Richard Milhous: 1969-74 Präsident der USA NVA: North Vietnamese Army OPLAN: Operations Plan Pathet Lao: Laotische Rebellenbewegung
POL: Petrol, Oil, Lubricants - Anlagen zur Betriebsstoffversorgung PT: Patrol (Boat) RT: Rolling Thunder
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Rostow, Walt: langjähriger Berater der US-Präsidenten, Wirtschaftswissenschaftler, Assistent für Angelegenheiten der nationalen Sicherheit Rusk, (David) Dean: 1961-69 Außenminister der USA SA(M): Surface-to-air-(missile) - Flugabwehrraktete Seaborn, James Blair: kanadischer Politiker; Mitglied der internationalen Kontrollkommission; diente den USA als Geheimgesandter in Hanoi Sharp, Ulysses S. Grant: Admiral; 1964-68 Chef der Pazifik-Streitkräfte der USA Taylor, Maxwell Davenport: 1962-64 Vorsitzender der Vereinigten Stabschefs; 1964-65 US-Botschafter in Südvietnam; 1965-69 Sonder-Berater des US-Präsidenten USS: United States Ship
VC: Viet Cong - kommunistische vietnamesische Guerillabewegung Westmoreland, William Childs: General; 1964-68 Chef des Military Assistance Command Vietnam
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Karte
(aus: Chinnery, Phil: Air War in Vietnam. London 1987, S.95.)
5
Einleitung
Wenige Jahre nachdem sich die Franzosen nach ihrer Niederlage bei Dien Bien Phu 1954 aus ihrer ehemaligen Kolonie Indochina zurückgezogen hatten und eine Teilung des Landes in Nord- und Südvietnam vollzogen worden war, rückte Südostasien immer mehr ins Blickfeld US-amerikanischer Außenpolitik. In Nordvietnam setzte sich rasch ein kommunistisches Regime durch, das durch seine Unterstützung für die ebenfalls kommunistischen Viet Cong (VC) Rebellen im Süden, Südvietnam zunehmend in Bedrängnis brachte. Bereits unter dem Präsidenten John F. Kennedy wurde bis Anfang der sechziger Jahre das US-Engagement zunächst durch Militärberater verstärkt, wobei der maßgebliche Grund für das Eingreifen der Amerikaner die Angst vor einer Ausbreitung des Kommunismus in ganz Südostasien war, falls Südvietnam fiele.
Nach dem Sturz der Regierung Ngo Dinh Diem im Jahr 1963 verschlechterte sich die Situation in Südvietnam kontinuierlich, woraufhin die USA ab 1964 direkt in den Krieg gegen den Viet Cong und Nordvietnam eintraten.
Parallel zur massiven Stationierung von Bodentruppen und deren Einsatz in Südvietnam begannen US Air Force und US Navy auf Befehl des Präsidenten Lyndon B. Johnson im Februar 1965 mit der kontinuierlichen strategischen Bombardierung Nordvietnams. Diese Aktion sollte dreieinhalb Jahre andauern und wurde bekannt unter dem Namen Operation Rolling Thunder.
Beendet wurde sie schrittweise bis November 1968. Während dieser Zeit gelang es Präsident Johnson nicht, die wohl eigentlich nicht beabsichtigte Eskalation des Krieges zu stoppen. Auch sein Nachfolger Richard Nixon sollte erst Jahre später das Ziel erreichen, die amerikanischen Truppen vollständig aus Vietnam abzuziehen, was allerdings den Fall Südvietnams und die Vereinigung beider Landesteile zu einem kommunistischen Staat zur Folge hatte. Vorliegende Arbeit wird sich der Operation Rolling Thunder, einem speziellem Teil der US-Intervention, widmen und den Verlauf der Operation darstellen. Dabei werden zwei Bereiche im Mittelpunkt stehen: Neben der Betrachtung des militärischen Verlaufs von Rolling Thunder, seiner Einsätze, Ziele, Auswirkungen und einer Einschätzung des Erfolgs wird parallel die politische Entwicklung, das Verhalten der verantwortlichen politischen und militärischen Entscheidungsträger, ihre Beweggründe, Argumente und Entscheidungen Gegenstand dieser Arbeit sein.
6
Dazu stehen neben der (ausschließlich englischsprachigen) Sekundärliteratur 1 auch Quellen zur Verfügung, insbesondere in Form der Pentagon Papers sowie einer Edition des Schriftverkehrs aller beteiligten Akteure 2 .
1. Die Vorgeschichte bis zum Februar 1965
1.1. Die Planungen zur Eskalation
Um die ersten Planungen der USA von Aktionen gegen Nordvietnam zu erfassen, sollte man sinnvollerweise im Jahr 1963 ansetzen. Auf Grund der sich stetig verschlechternden Situation in Südvietnam hatte es seit 1961 verdeckte Operationen gegeben, die sich auf den Krieg bis dahin nicht auswirkten. Während in Washington nun einige Politiker und Militärs nach offenen Attacken gegen den Norden riefen, beauftragten die Vereinigten Stabschefs (JCS) den kommandierenden General des Pazifikkommandos (CINCPAC) mit der Ausarbeitung eines Planes für verstärkte verdeckte Operationen. Dieser Operations Plan 34-A (OPLAN 34-A) wurde von den JCS im September gebilligt und von Präsident Johnson am 2. Januar 1964 genehmigt. Er sah U-2 Aufklärungsflüge, den Abwurf von Flugblättern, die Verbreitung von Radiosendungen sowie 20 Zerstörungsunternehmen innerhalb von zwölf Monaten vor 3 . Im März berichtete Verteidigungsminister Robert McNamara während einer Reise nach Südvietnam über die Situation vor Ort, wobei er auch die Ergebnisse einer Arbeitsgruppe zur Erhöhung des Drucks auf Nordvietnam in seinen Report einfließen ließ. Präsident Johnson genehmigte diesen als National Security Action Memorandum (NASAM) 288 4 , das unter anderem „eliminating North Vietnamese control and direction of the insurgency“ 5 vorsah. Für die JCS war dies der Startschuss für die Planungen einer Bombenoffensive gegen Nordvietnam. Bis April stellten sie eine Liste mit 94 herausragenden Zielen wie Brücken, Eisenbahnlinien, Kasernen, Depots, Flugplätzen und Kraftwerken zusammen, die in zwei bis drei Wochen zerstört werden sollten. Die Generäle setzten auf eine kurze, massive Aktion, die im Norden eine Schockwirkung auslösen und Verhandlungsbereitschaft erreichen sollte 6 .
1 Dabei ist zu berücksichtigen, dass diese zum Teil von Veteranen oder beteiligten Politikern stammt und dass die US-Geschichtsschreibung eine andere Sichtweise auf das Thema Krieg als Mittel der Politik hat.
2 Gemeint sind die beiden Werke The Pentagon Papers. As published by the New York Times und Lyndon B. Johnson’s Vietnam Papers, siehe Bibliografie.
3 Vgl.: Thompson, James C.: Rolling Thunder. Understanding Policy and Program Failure. Chapel Hill 1980, S. 15-17.
4 Vgl.: Gallucci, Robert L.: Neither Peace nor Honor. The Politics of American Military Policy in Viet-Nam (Studies of International Affairs No. 24). Baltimore, London 1975, S. 37.
5 Zit. nach: Clodfelter, Mark: The Limits of Air Power. The American Bombing of North Vietnam. New York, London 1989, S. 45.
6 Vgl.: Smith, John T.: Rolling Thunder. The American Strategic Bombing Campaign Against North Vietnam 1964 - 68. Walton on Thames 1994, S. 30 und S. 34f.
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Arbeit zitieren:
Daniel Christopher Völpel, 2002, Operation Rolling Thunder - Der strategische Luftkrieg gegen Nordvietnam 1965-68, München, GRIN Verlag GmbH
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