Fachbereichsarbeit Lisa Scharnreitner - 2 - VORWORT:
Ich habe mich schon sehr früh für Mysteriöses interessiert und fand es immer sehr spannend, mich mit solchen und ähnlichen Dingen zu befassen. Meine erste Begeisterung dafür hegte ich, als ich begann, mir stets „X- Faktor- Das Unfassbare“ im Fernsehen anzusehen. Darin werden nachgestellte mysteriöse Ereignisse, die Menschen tatsächlich erlebt haben, gezeigt. Mittlerweile habe ich jede Folge gesehen und finde es immer wieder spannend, welch unerklärbaren Dinge, die über unser Denken hinausgehen, es auf der Welt gibt. Mein Interesse galt vor allem den Geistern, was dann mit „Glas` l rucken“, einem „Spiel“, mit dem man, wie es scheint, mit Geistern in Kontakt treten kann, immer größer wurde. Mit der Zeit befasste ich mich auch immer mehr mit dem Thema Tod und dem Leben danach, und als wir dann in der Schule schon von der Matura zu sprechen begannen, überlegte ich mir, in Religion zu maturieren und über dieses Thema eine Fachbereichsarbeit zu schreiben. Ganz sicher war ich mir allerdings noch nicht. Ist es ein Vorteil, eine Fachbereichsarbeit zu schreiben? Will ich mich wirklich fast ein Jahr mit dem Thema Tod befassen? Finde ich genug Material, um über dieses Thema zu schreiben?
Trotz all diesen Frage ließ mich die Idee nicht mehr los und ich suchte im Internet Bücher zum Thema „Leben nach dem Tod“. Die ersten, die mir ins Auge stachen, waren die von der Schweizer Ärztin Dr. Elisabeth Kübler- Ross. Sie schien bekannt zu sein, von ihr gehört hatte ich aber noch nicht. Also bestellte ich mir ihr Buch „Sehnsucht nach Hause“ und beim Lesen wurde mir klar, dass das genau das war, was mich wirklich interessierte. Ich war begeistert von der Ärztin und Autorin des Buches und war mir sicher, diese Fachbereichsarbeit schreiben zu wollen. Mein Interesse für dieses Thema wurde immer größer, ich las und schrieb über Dr. Elisabeth Kübler- Ross, Nahtoderlebnisse, Sterbehilfe, Medien und verschiedene Religionen, für die der Tod eine unterschiedliche Bedeutung hat. Anfangs boten sich mir Schwierigkeiten, ich wusste nicht, wie ich die Arbeit anfangen sollte, worüber ich genau schreiben wollte. Mit der Zeit fiel es mir aber immer leichter und ich bin he ute sehr stolz darauf, diese Fachbereichsarbeit geschrieben und die Angst vor dem Tod verloren zu haben.
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INHALTSVERZEICHNIS
1. Der Tod als Wegbegleiter in der heutigen Zeit
4
1.1 Der Tod als Tabuthema in der heutigen Gesellschaft 4
1.2 Das Umgehen mit dem Tod aus religiöser Sicht 6
1.2.1 Der Tod in den verschiedenen Kulturen 6
1.2.2 Der Umgang mit der Trauer 8
1.2.3 Der Tod im Christentum 11
1.2.4 Die Bestattung 14
1.2.5 Die Bedeutung des Todes in anderen Religionen 17
1.3 Die Hospizbewegung als moderne Wegbegleiterin für Sterbende und ihre
Angehörigen 21
1.3.1 Die verschiedenen Arten der Sterbehilfe 21
1.3.2 Sterbehilfe allgemein 22
1.3.3 Hospizbewegung in Österreich 26
2. Grenzen zwischen Leben und Tod ?
29
2.1 Nahtoderlebnisse 29
2.1.1 Was sind Nahtoderlebnisse? 29
2.1.2 Erzählungen von Betroffenen 32
2.2 Elisabeth Kübler- Ross - Eine Wegbereiterin der modernen Sterbeforschung 36
2.2.1 Das Leben von Elisabeth Kübler- Ross 36
2.2.2 Ihre Einstellung zum Tod 42
2.3 Die Rolle des Mediums als Verbindung zwischen Verstorbenen und
Hinterbliebenen 46
2.3.1 Was ist ein Medium? 46
2.3.2 Paul Meek und andere erfolgreiche Medien 48
3. Eine abschließende Auswertung und subjektive Weiterverarbeitung von
Theorien und Thesen zum Grenzbereich Leben- Tod
52
3.1 Eine persönliche Auseinandersetzung und eigene Erfahrungen mit der
Gesamtthematik 52
3.2 Zusammenfassende Erkenntnisse 54
Nachwort 57
Literaturverzeichnis 58
Abbildungsverzeichnis 60
Arbeitsprotokoll 61
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1. DER TOD ALS WEGBEGLEITER IN DER HEUTIGEN ZEIT
1.1 Der Tod als Tabuthema in der heutigen Gesellschaft
Ganz am Anfang möchte ich auf den Tod als das wohl größte und auch wichtigste Tabuthema
in unserer Gesellschaft eingehen, denn dieses Thema ist etwas, das einen aufschrecken lässt, von dem man nichts Gutes erwartet und dem man lieber aus dem Weg gehen möchte.
Grundsätzlich ist ein Tabuthema etwas, worüber man nicht sprechen will, obwohl es darüber sehr viel zu sagen gäbe. Jedem von uns ist auch im Unterbewusstein klar, dass man darüber nachdenken sollte. Womöglich sehen wir den Tod nur deshalb als etwas Schreckliches und Grauenvolles und auch als eine Bestrafung an, weil wir Menschen nicht darüber sprechen, und gerade deshalb haben wir auch so große Angst davor. Wir werden trotzdem stets mit der Tatsache des Sterbens konfrontiert, vor allem durch das Fernsehen und Zeitungen, wobei wir sehen und lesen, welche grausamen Dinge auf der Welt geschehen. Aber wir setzen uns mit dem Thema Tod nicht ausreichend auseinander. Wenn wir dies versuchen würden, und auch langsam damit beginnen würden, den Tod anders zu sehen, nämlich als etwas, das einfach zum Leben dazu gehört, vielleicht auch als etwas Positives, dann würden bald alle daran glauben und die Trauer beim Verlust eines geliebten Menschen würde vielleicht nicht mehr so tief sein. Denn die meisten von uns Menschen haben das gleiche Bild vom Tod, und weil wir darüber schweigen, ist es uns gar nicht möglich, ihn anders zu sehen. Wenn wir das akzeptieren würden, wäre der Verlust eines Menschen nicht mehr so schwer zu ertragen wie wir glauben. Natürlich ist es nicht leicht, loszulassen, es ist schwer, die Gewissheit zu haben, die Stimme eines Menschen nie mehr zu hören, ihn nicht mehr sehen oder körperlich spüren zu können. Das heißt aber keineswegs, dass er nicht da ist.
„Der Tod ist ganz einfach das Heraustreten aus dem physischen Körper, und zwar in gleicher Weise, wie ein Schmetterling aus seinem Kokon heraustritt“. 1
Genauso sollten wir alle das Sterben sehen. Wir alle sollten verstehen, dass nur der Körper sterben kann, niemals aber die Seele. Trotzdem aber ist es für uns etwas Grausames zu sterben. Viele ereilt der Tod gewaltsam, oft müssen Menschen einen qualvollen Tod erleiden.
1 Kübler- Ross, Elisabeth Dr.: Über den Tod und das Leben danach. Güllesheim ³² 2004, Deckblatt
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Tod Schmerzen haben, heißt das nicht, dass der Tod selbst etwas Schmerzhaftes ist.
Genau das glauben wir aber, und wir werden nie anders darüber denken, solange das Thema Tod in unserer Gesellschaft ein Tabu bleibt.
Gibt es ein Leben danach? Oft stellen wir uns diese Frage, das aber nur in unseren Gedanken. Wir spekulieren darüber, wir denken darüber nach und haben Angst, dass es nach dem Tod einfach vorbei sein könnte, dass wir einfach nicht mehr da sind und mit der Zeit in Vergessenheit geraten. Aber wir sprechen nicht darüber. Wir sprechen nicht darüber, was nachher sein könnte, was danach passiert. Wenn wir nun damit anfangen würden, Kindern von Anfang an beizubringen, dass der Tod nichts Schlimmes ist, dass der Tod nicht so schrecklich ist, wie alle sagen und dass man keine Angst davor zu haben braucht, dann würde die nächste Generation schon anders über den Tod denken als wir. Kindern wird von Generation zu Generation immer wieder erzählt, dass sie in die Hölle kommen, wenn sie etwas anstellen. Wie soll es jemandem dann möglich sein , ein positives Bild vom Tod zu haben, wenn uns von klein auf eingebläut wird, dass wir nach dem Tod bestraft werden?
Wir vergessen mit der Zeit, was im Leben wirklich zählt, was im Leben wichtig ist. Ständig soll es uns gut gehen, und trotzdem sind wir immer wieder unzufrieden. Wenn dann zum Beispiel ein Angehöriger ums Leben kommt, suchen wir die Schuld bei Gott und fragen uns, was wir denn verbrochen haben, dass gerade uns so etwas passiert und dass er uns so grausam bestraft. Aber man muss das Leben so akzeptieren, wie es kommt, auch wenn es einmal nicht so schön ist. Wenn wir nicht manchmal traurig wären, würden wir nicht wissen, was es bedeutet, glücklich zu sein. Wir sollten den Tod akzeptieren und ihn nicht als etwas Grausames sehen, und sobald wir das befolgen, wird er auch kein Tabuthema mehr sein, denn über positive Dinge spricht man schließlich gern. „Sterben ist nur ein Umziehen in ein schöneres Haus“ 1 . Wenn die Gesellschaft beginnen würde, den Tod als keine Bedrohung zu sehen, sondern genau so wie zum Beispiel Dr. Elisabeth Kübler- Ross es tut, nämlich als etwas Wunderschönes, würden wir bestimmt ein friedlicheres, glücklicheres und zufriedeneres Leben führen können.
1 Kübler- Ross, Elisabeth Dr.: Über den Tod und das Leben danach. Gülleshe im ³² 2004, Deckblatt
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zuzuwenden. So wird der Tod gefürchtet und es wird auch ignoriert, dass er heute wie gestern stets existent ist beziehungsweise war. Wir machen uns Gedanken darüber, vermeiden aber den Dialog über das Thema Tod. Mit dem Glauben „Warum sollte gerade mir so etwas passieren“ gehen wir oft blind durch das Leben und vergessen, jeden Tag zu genießen, denn auf die Art, auf die wir jetzt leben, leben wir vielleicht nur einmal, was nicht bedeutet, dass es nach dem Tod vorbei sein wird. Man müsste sich vorstellen, dass es möglich wäre, völlig problemlos über den Tod zu sprechen. Somit könnte man mit dem Gesprächspartner überlegen, was denn geschehen würde, wenn ein Freund, Verwandter oder Bekannter plötzlich nicht mehr da sein würde. Würden wir mehr darüber sprechen, wäre sicher vieles im Leben einfacher für uns.
1.2 Das Umgehen mit dem Tod aus religiöser Sicht
1.2.1 Der Tod in den verschiedenen Kulturen
Ich möchte nun bewusst auf das Verhalten einiger Kulturen dieser Welt eingehen, da der Tod in jeder von ihnen etwas anderes bedeutet und in jeder Kultur eine wichtige und ausschlaggebende Rolle spielt.
In vielen Kulturen dieser Welt ist die Vorstellung, dass der Mensch nach seinem Tod auf eine andere Art und Weise weiter existiert, weit verbreitet. In den verschiedenen Kulturkreisen gibt es allerdings ganz unterschiedliche Jenseitsvorstellungen. Jede Kultur geht auf eine gewisse Weise mit dem Tod um. Die Frage bleibt aber, was nach dem Tod passiert.
1 Schwikart, Georg: Tod und Trauer in den Weltreligionen. Gütersloh (Originalausgabe) 1999, S. 13
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bestraft für alles Schlechte, das wir in unserem Leben getan haben? Oder werden wir wiedergeboren? All diese Fragen stellen sich nicht nur uns, wenn wir über das Sterben nachdenken, sondern auch all den Menschen überall auf der Welt. Beantwortet werden sie von Kultur zu Kultur verschieden.
Immer mehr Anhänger findet die Theorie, dass das Leben ein sich immer wiederholender Zyklus sei. Der Mensch wird geboren, lebt, stirbt und wird dann wieder geboren. So geht es immer weiter, allerdings muss der Mensch bestimmte Leistungen erbringen, um aus diesem Kreislauf auch aussteigen zu können. Diese Theorie vertreten vor allem asiatische Philosophien. In keiner Kultur allerdings ist man sich aber einig, ab wann der Tod wirklich eintritt. Heutzutage sagt man, dass der Mensch tot sei, sobald das Gehirn nicht mehr funktionstüchtig ist. Vor vielen Jahren aber, als die Medizin noch nicht so weit fortgeschritten war, wurde der Mensch als Toter angesehen, wenn das Herz aufgehört hatte zu schlagen. 1
In Ägypten spielten vor allem Gottheiten eine wichtige Rolle. So gab es auch einen Totengott mit dem Namen Osiris. Sehr wichtig war auch die Bestattung. Im alten Pharaonenreich wurden die Toten in Einzelgräbern bestattet, später allerdings wurden auch mehrere Personen in ein Grab gelegt. In den meisten Fällen war der Blick des Toten nach Osten gerichtet. Aber auch in Ägypten unterschieden sich die Methoden, wie ein Toter begraben werden soll. In Oberägypten zum Beispiel bevorzugte man die sogenannte linksseitige Hockerstellung. Anfangs gab es noch keine Beigaben, später aber wurden Dinge wie Schmuck in das Grab gelegt. Die Ägypter sahen den Tod nicht unbedingt als etwas Negatives an. Gott war für sie der, der sowohl Leben als auch Tod erschaffen hat. Somit galt für sie das Leben vor und nach dem Tod als eine Einheit und den Tod sahen sie stets als ein immer währendes Geheimnis, etwas, das es im Grunde in allen Kulturen auch heute noch ist. Die häufigsten Grabbeigaben waren Tongefäße. Es gibt bestimmt einige, die beim dem Wort „Ägypten“ an Mumien und Mumifizierung denken und das zu Recht! Seit der 5. Dynastie begann man damit, den Leichnam einzubalsamieren, daraus folgte dann die Mumifizierung. Damit wollten die Ägypter erreichen, dass man die Abhängigkeit der Seele vom menschlichen Körper erhält, nämlich auch über den Tod hinaus. Um das Grab vor Plünderungen zu schützen gab es Totenkammern, die sich tief unter der Erde befanden. Der Leichnam lag in einer Steintruhe, einem Sarkophag, der erst später weiterentwickelt wurde. Auch dort wurden von den
1 vgl.: Schwikart, Georg: Tod und Trauer in den Weltreligionen. Gütersloh (Originalausgabe) 1999
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Gräber waren in Ägypten die Königsgräber, allerdings wurden auch Königsfriedhöfe angelegt und natürlich Pyramiden gebaut. Die Könige wurden stets ihrem Status entsprechend begraben, aber auch für fürstliche Tote gab es Besonderheiten. So gab es zu Beginn der Mykene- Kultur Schachtgräber. In Ägypten hat der Tod auf jeden Fall eine spezielle Bedeutung, vor allem da besonders das Altreich von der Thematik Tod und Bestattung geprägt war. Somit könnte man sagen, dass die Ägypter dem Tod mehr Beachtung schenken als wir, auf jeden Fall war das vor vielen, vielen Jahren noch so. 2
Wie schon erwähnt hat jede Kultur eine eigene Art, mit dem Tod umzugehen und ihn zu akzeptieren. Im alten Mesopotamien zum Beispiel hatte der älteste Sohn einer Familie die Verantwortung über den Toten. Zwar sagte man im Zweitstromland, dass die Seele auf eine gewisse Art und Weise weiterexistiert, an ein ewiges Leben nach dem Tod glaubte man aber kaum.
In Indonesien wiederum glaubte man daran, dass die Seele des Menschen während des Todes von den Fesseln des Körpers befreit wird und es zu einer Wiedergeburt kommt. 1
Man könnte nun zahlreiche weitere Kulturen aufzählen, in denen es verschiedenste Rituale und Bräuche gibt, die mit dem Tod und auch der Bestattung zu tun haben. Grundsätzlich muss aber festgestellt werden, dass letztendlich jeder für sich alleine stirbt. Jeder muss den letzten Weg für sich alleine gehen. Natürlich hängt es dann von der Kultur und vor allem dem Glauben und der Religion ab, was mit dem Leichnam geschieht, wie die Angehörigen mit dem Tod eines nahestehenden Menschen umgehen und ob sie daran glauben, dass man diese Person wiedersehen wird. Aber wie man stirbt und was man beim Tod fühlt, das bleibt unser Schicksal. In der heutigen Zeit beginnen die Grenzen zwischen den Kulturen, Ländern und Religionen aufzubrechen und das Verständnis unter den Mitmenschen füreinander wird größer. Einem Sterbenden kann man sicher helfen, wenn man ihm mit dem Wissen über seine Religion und seinen Kulturkreis entgegenkommt und ihn in diese Richtung hin begleitet. Ob das Leben nach dem Tod kulturabhängig ist, bleibt fraglich, vor allem aber sind Kultur und Religion im Leben wichtig.
2 vgl.: Zeiger, Josef Dr.: Kulturhistorische Studie über den Tod. Grieskirchen
1 vgl.: Zeiger, Josef Dr.: Kulturhistorische Studie über den Tod. Grieskirchen
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Land der Erde man sich befindet. 2
1.2.2 Der Umgang mit der Trauer
Was man mit dem Tod sofort in Verbindung bringt, ist die Trauer, mit der sich jeder von uns im Leben befassen muss. Wie man aber mit ihr umgeht, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Man klagt und weint, andere verdrängen den Verlust und wollen nicht, dass der Name des Verstorbenen erwähnt wird. Es gibt Menschen, die der Tod eines geliebten Menschen so sehr zerstört, dass sie das Haus lange nicht mehr verlassen, nicht mehr zur Arbeit gehen, das Zimmer verdunkeln und sich sogar Schmerzen zufügen. Während manche eine derartige Tragödie verdrängen oder gar ignorieren, klagen und weinen die anderen und denken jede Minute an das Geschehene. In Europa ist seit dem 16. Jahrhundert Schwarz die Farbe der Trauer, in Japan ist es Weiß, auf Bali zum Beispiel trägt man bunte Kleider, was wieder auf die Vielfältigkeit hinweist, die sich beim Umgang mit dem Tod zeigt.
„Wir wissen nichts vom Leben, wie könnten wir etwas vom Tod wissen!“ ( Konfuzius) 1
Wie jemand mit dem Tod eines geliebten Menschen umgeht, hängt vor allem davon ab, ob es ihm möglich war, sich noch zu verabschieden. Wenn der Tod absehbar ist, harren oft Gläubige bei dem Sterbenden aus, begleiten ihn bis zum Tod und ermutigen ihn, sich seine Schuld einzugestehen, die er im Leben auf sich geladen hat. Die Hinterbliebenen beten für ihn, dass er in „gute“ Orte im Jenseits kommt oder eine positive Wiedergeburt erleben darf. 2
Viele Menschen hoffen, dass sie ein langes Leben führen können, dass sie alt werden. Oft aber wird man plötzlich durch einen Unfall aus dem Leben gerissen oder schafft es nicht, eine schwere Krankheit zu besiegen. Andere wieder fallen Mördern zum Opfer oder töten sich aus unterschiedlichen Gründen selber. Die Angehörigen gehen sehr differenziert mit der
2 vgl.: http://www.kathedralforum.de
3 http://www.doriswolf.de
1 Schwikart, Georg: Tod und Trauer in den Weltreligionen. Gütersloh (Ori ginalausgabe) 1999, S. 25
2 vgl.: Schwikart, Georg: Tod und Trauer in den Weltreligionen. Gütersloh (Originalausgabe) 1999
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an Gott glauben und daran, dass die Seele in den Himmel kommt, denken die anderen vielleicht, dass wir in einem anderen Körper wiedergeboren werden. Wenn eine Familie ein Familienmitglied verliert, zerstört das die gesamte Familienstruktur. Manchmal werden überall Fotos des Verstorbenen aufgehängt, es wird über ihn gesprochen. Andere Familien aber packen sofort seine Sachen in Kisten, um nicht mehr an die Tragödie erinnert zu werden. Wie auch immer mit der Trauer umgegangen wird, jeder muss seinen eigenen Weg finden, um damit fertig zu werden. Man kann von niemanden vorgeschrieben bekommen, wie man mit einem Verlust eines geliebten Menschen umzugehen hat. Für viele, vor allem für Jugendliche und Kinder, ist es hilfreich, mit Freunden zu sprechen, die vielleicht einmal ähnliches erlebt haben und sich in die Situation des Betroffenen gut hineinversetzen können. Jemanden zu haben, mit dem man über solche Probleme sprechen kann is t auf jeden Fall sehr wichtig. 3 Immer mehr Therapeuten unterziehen sich einer in diese Richtung zielenden Ausbildung und können so große Hilfe bei der Trauerarbeit sein. Man denke dabei nur an die Katastrophe in Kaprun im Jahr 2000!
Um den Kreis zu schließen: Was uns das Trauern sehr schwer macht ist, dass das Thema Tod ein stetiges Tabuthema in der heutigen Gesellschaft ist. Viele versuchen zu verdrängen, dass es den Tod gibt, und dass es immer möglich sein kann, dass der Alltag plötzlich von Trauer geprägt ist. Jedem von uns muss bewusst sein, dass er plötzlich mit solch einer schwierigen Situation konfrontiert werden könnte. Um dabei wieder ein seelisches und körperliches Gleichgewicht zu finden, erklärt die Diplompsychologin und Psychotherapeutin Dr. Doris Wolf vier Phasen der Trauerarbeit:
1. Wenn man erfährt, dass ein nahestehender Angehöriger oder guter Freund verstorben ist, verdrängen wir es. Wir stehen unter Schock und befinden uns in einer Art Trance und versuchen zu verleugnen, was geschehen ist.
2. Die zweite Phase ist die schwierigste. Wir beginnen zu verstehen, was geschehen ist und werden uns darüber bewusst, dass der, den wir verloren haben, nie wieder vor einem stehen wird. Wir können nicht mehr essen oder stopfen alles in uns hinein. Das Leben außerhalb zieht wie ein Film an einem vorüber und wir wollen uns nicht helfen
3 vgl.: http://www.trauernde-kinder.de
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mehr verlassen. Die Gefühle, die wir dann haben, sind Verzweiflung und Wut.
3. Langsam kann man sich wieder an Dingen oder Erlebnissen erfreuen und wir schaffen es, uns wieder zu konzentrieren. Zwar treten Stimmungsschwankungen auf, aber man kann sich wieder langsam neu orientieren und zum Alltag zurückfinden.
4. In die Gefühlswelt kehrt wieder Freude ein. Das Ereignis vergessen kann man nicht, genauso wenig die Vergangenheit ganz hinter sich lassen, aber wir blicken mit meist positiver Einstellung in die Zukunft und haben eine neue Lebensaufgabe.
Der ganze Prozess dieser vier Phasen kann Jahre dauern, allerdings ist das von Mensch zu Mensch verschieden. Eine gute Möglichkeit, um leichter mit einem schweren Verlust fertig zu werden, ist die Gefühle einem Tagebuch anzuvertrauen. Es gibt aber auch in vielen Städten Selbsthilfegruppen, in denen man mit Gleichgesinnten über das Erlebnis und den Verlust sprechen kann, ohne sich schämen zu müssen, seine Gefühle zu zeigen. Man sollte sich nicht gehen lassen und versuchen, mit Freunden oder Familienmitgliedern zu sprechen. 1
Die Trauerbewältigung ist wie eine Bergbesteigung. Sie müssen unten im Tal beginnen und sich langsam nach oben emporarbeiten, bis Sie wieder eine neue Lebensperspektive für sich erkennen können. 2
Laut Dozent Dr. Wolfgang Holzschuh hilft den Trauernden die Beerdigung des Verstorbenen, denn dabei wird ihnen der Übergang deutlich. Wenn der Angehörige am Grab steht und der Sarg abgesenkt wird, wird ihm bewusst, dass er sich nun von diesem Menschen trennen muss. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist die Flutkatastrophe in Südostasien. Die Menschen, deren
Angehörige vermisst bleiben und daher nicht im herkömmlichen Sinn bestattet werden können, vermissen dieses Abschiednehmen schmerzlich. Die Trauerbewältigung an sich hat sich im Gegensatz zu früher verändert, da heute viele Leute isolierter trauern. Wie man den Tod sieht und wie man damit umgeht, bleibt jedem selbst überlassen, dafür aber gibt es auch mehr Freiheit für jeden einzelnen Trauernden, wie er trauern möchte und wie er mit dem Tod eines Verwandten oder Bekannten umgeht. Es gibt Möglichkeiten, wie jemandem die Trennung besser bewusst wird. Durch professionelle Trauerbegleitung ist es möglich, den
1 vgl. : http://www.psychotipps.com/Trauerbewaeltigung
2 http://www.psychotipps.com/Trauerbewaeltigung
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diese „Trauerarbeit“ sehr wichtig. Das Wort bedeutet so viel wie „Neu- Einlassen“ in ein Leben ohne den Verstorbenen. 1
Es gibt keine Regel oder Formel dafür, wie mit dem Tod umgegangen wird, oder wie lange man braucht, um den Tod eines geliebten Menschen zu verkraften. Was aber oft sehr traurig ist, ist, dass manche Menschen nie mit der Vergangenheit abschließen können. Sie trauern ihr Leben lang, sie durchleben den Schmerz die ganze Zeit und sehen nicht in die Zukunft. Für sie ist es unvorstellbar, eines Tages wieder lachen zu können. Aber genau hier sind wir wie der beim Tod als unüberbrückbares Tabuthema angelangt. Wieder stellt sich die Frage, ob es ein Leben nach dem Tod gibt, und vor allem, ob wir unsere lieben Verstorbenen wiedersehen werden. Wichtig ist, dass man trotz allem die Freuden im Leben nicht vergessen darf und daran denken sollte, dass der Tote sicher nicht gewollt hätte, dass man seinetwegen kein normales und glückliches Leben mehr führen will. Man muss sich nur vorstellen, wie es wäre, wenn man selbst sterben würde und mitbekommen würde, wie schle cht es der Familie und den Freunden geht. Man würde ihnen nur wünschen, dass es ihnen wieder gut geht. In genau dieser Situation sollten wir an unsere Verstorbenen denken und für sie lächeln. Man darf nie vergessen: es ist besser, etwas zu verlieren, als es nie besessen zu haben.
1.2.3 Tod im Christentum
Da ich katholisch bin, möchte ich nun auf die Verbindung Christentum - Tod eingehen. Was die Bedeutung des Todes im Christentum hauptsächlich geprägt hat, ist die Kreuzigung und Auferstehung Jesu. Gerade deshalb fragt man sich wohl bei einem gläubigen Christen, weshalb er das Leben nach dem Tod noch in Frage stellt. Heute werden etwa 1,75 Milliarden Menschen als Christen geschätzt. Menschen, die an den einen Gott glauben, und an seinen Sohn, Jesus Christus, der vor etwa 2000 Jahren in Israel lebte, der ein Mensch aus Fleisch und Blut war und sterblich wie wir alle. Jesus Christus, der von der Liebe Gottes zu allen Menschen predigte, der verurteilt wurde, gekreuzigt und von den Toten auferstanden ist. Darüber geben die Evangelien Zeugnis, die auf mündlicher Überlieferung beruhen und Jahrzehnte später von Autoren niedergeschrieben wurden, welche Jesus nicht persönlich gekannt haben. Diese Evangelien bilden den Hauptteil des Neuen Testaments. Zum Christentum zählen die Katholiken, die Orthodoxen und die Protestanten, allen jedoch ist das Bekenntnis gemeinsam, dass Jesus der Gesandte Gottes ist. Paulus zum Beispiel sah den
1 vgl.: Tod und Trauer in der heutigen Zeit. In: SN 4.10.04, S. IV
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Leid und den Tod. Der Tod ist der Ausdruck für Gottes Zorn. Fast zwei Jahrtausende nach Paulus ist das „Geheimnis des Todes“ wichtiges Gesprächsthema des 2. Vatikanischen Konzils. Der Mensch sehnt sich nach Unsterblichkeit, daher ist er immer noch entsetzt über die Vorstellung, dass mit dem Tod plötzlich alles ausgelöscht ist. Wofür wir heute beten, was wir jeden Sonntag und zu Ostern feiern, ist die Vergewisserung, dass wir den Tod überwinden können, da Jesus uns den Weg frei gemacht hat, das zu schaffen. Nicht eindeutig geht aus den Evangelien hervor, dass Jesus innerhalb des Judentums zu den Pharisäern gehörte. Er ging von einer selbstverständlichen Auferstehung der Toten aus. Die Sadduzäer, eine eher politische Gruppe im biblischen Judentum, führten mit Jesus eine Diskussion und wollte ihm eine Fangfrage in Bezug auf das Sterben stellen. Sie erzählten von einer Frau, die nach dem Tod ihres Mannes erst seinen ältesten Bruder heiratete, nach dessen Tod alle anderen. Was sie nun von Jesus wissen wollten war, wessen Frau sie im Himmel sein werde? Müsste sie sich dann für einen entscheiden? Wie wäre also eine Auferstehung in solch einer Situation möglich? Jesus allerdings wies sie zurecht: 1
Ihr irrt euch, ihr kennt weder die Schrift, noch die Macht Gottes. Wenn n ämlich die Menschen von den Toten auferstehen, werden sie nicht mehr heiraten, sondern sie werden sein wie die Engel im Himmel. Daß aber die Toten auferstehen, habt ihr das nicht im Buch Mose gelesen, in der Geschichte vom Dornbusch, in der Gott zu Mose spricht: Ich bin der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs? Er ist doch nicht ein Gott von Toten, sondern von Lebenden. Ihr irrt euch sehr. (Mk 12, 24-27) 2
Für die Jünger war es kaum zu verstehen, warum Jesus einen so schmerzhaften Tod am Kreu z durch die römische Besatzung erleiden musste, hingerichtet wie ein Verbrecher. Doch Jesus Christus ist auferstanden und ihnen wiedererschienen. Durch diese Erscheinung wurde den Jüngern vermittelt, dass Jesus den Tod überwunden hatte. Diese Möglichkeit d es Weiterlebens sollte für alle Anhänger gelten, nicht nur für die Jünger. Jesus hatte den schlimmsten Feind des Menschen- den Tod- überwunden. Was wir Christen glauben ist, dass Gott seinen Sohn von den Toten auferweckt hatte. Im ersten Korintherbrief, de n Paulus zwischen 53 und 55 n. Chr. in Ephesus verfasste, finden wir das älteste schriftliche Zeugnis dieser Hoffnung. Übereinstimmend liest man in den Evangelien von Zeugen und Zeugnissen, dass es eine Auferstehung gibt. Ein leeres Grab, der weggerollte Stein, der Engel, die
1 vgl.: Schwikart, Georg: Tod und Trauer in den Weltreligionen. Gütersloh (Originalausgabe) 1999
2 Schwikart, Georg: Tod und Trauer in den Weltreligionen. Gütersloh (Originalausgabe) 1999, S. 56- 57
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jene, die Gutes tun, die Obdachlosen ein Dach über den Kopf geben, die Hungernde nähren und anderen Hilfesuchenden beistehen, in den Himmel aufgenommen werden und ins Paradies gelangen.
Dr. Elisabeth Kübler- Ross war zwar gläubige Christin, widersprach aber dem Glauben, dass Jesus alle bösen Menschen bestrafen würde: „Pfarrer tun mehr Schlechtes als Gutes. Statt bedingungslose Liebe zu leben und als Vorbild zu dienen, damit die Kinder das früh lernen, versuchen sie mit Angst und Schuld, die Kirchen zu füllen, die Leute abhängig zu machen. Dann muss Jesus herhalten. Ja, Jesus wird euch schon bestrafen. Blödsinn. Nehmen Sie die Nahtoderfahrungen. Niemand wurde von Jesus bestraft. Alle erhielten bedingungslose Liebe. Niemand bekam Schläge, so wie wir früher als kleine Kinder. Jesus muss immer herhalten. Das ist alles überhaupt nicht wahr. Das macht mich richtig…“ 1
In der Heiligen Schrift soll das Wort „Himmel“ bedeuten: das Leben bei Gott in einer anderen Dimension. Genau dorthin kommen wir unserem Glauben zufolge, wenn wir als gute Menschen sterben. Die Verdammten jedoch kommen in die Hölle, das wird uns in den Kirchen gelehrt und das ist auch, was wir an unsere Kinder weitergeben. Die Vorstellungen von Folterkammern unter der Leitung des Teufels stammen allerdings erst aus dem Mittelalter. Geblieben ist von all den Theorien und dem Glauben der Menschen, damals und heute, folgendes: nach dem Tod erleben wir ewige Gottesanschauung oder ewige Verdammnis. Durch gute Taten könne man sich das Paradies verdienen, daran glaubte die katholische Kirche im Mittelalter, was Martin Luther aber bestritt. Er betonte, dass es die Seligkeit „sola gratia“ (nur aus Gnade) gäbe. Egal ob es nun einen Himmel gibt, eine Hölle und einen Himmel oder nur einen Himmel, Sterbende müssen von uns begleitet werden. Es entwickelten sich auch in diesem Bereich diverse Bräuche in den verschiedenen Religionen. Ein sterbender Christ etwa, ein alter Mensch im Altersheim zum Beispiel, oder auch ein sterbendes, schwer krankes Kind, betet gemeinsam mit einem Pfarrer im Beisein der Familie. Es werden Gebete gesprochen, die der Patient auswendig kennt, das Vater Unser gebetet, oder auch Lieder g esungen. Für den Sterbenden bietet sich auch die Möglichkeit, sich auszusprechen und ein letztes Mal zu beichten und seine Sünden zu bekennen. Dafür wird er meist mit dem Pfarrer alleingelassen. Was der Priester spendet, ist die Krankensalbung, was
1 Film: Haupt, Stefan: Dem Tod ins Gesicht sehen
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Öl gesalbt und dabei wird folgendes gesprochen:
Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen, er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes. 1
Dann werden die Hände gesalbt. Dazu wird gebetet:
Der Herr, der dich von Sünden befreit, rette dich, in seiner Gnade richte er dich auf. 2
Der Pfarrer segnet den Sterbenden, nach dessen Tod knien sich die Anwesenden nieder und beten gemeinsam das Vater Unser. Wie auch immer sich ein Christ von einem Christen verabschiedet, ob das in einem Krankenhaus geschieht oder zuhause, wichtig ist der Glaube. Im Grunde ist es sehr fraglich, warum manche Christen bezweifeln, dass es ein Leben nach dem Tod gibt, denn schließlich glauben wir ja alle an die Auferstehung Christi! Er war es, der den Menschen die Vergebung der Sünden und die Auferstehung nach dem Tod als allgemein gültige Lebensweisheiten mitgegeben hat. Auch die Bibel lehrt uns das. Die große Fra ge nach dem Leben nach dem Tod, dem Tod selbst und dem Sinn des Lebens geht weiter. Man kann nicht wirklich verallgemeinern, was jeder Mensch für sich allein denkt, aber trotzdem gibt es viel zu viele Menschen, die dem Leben nach dem Tod skeptisch gegenübe rstehen, während es anderen eher egal ist, solange sie nur ein langes und glückliches Leben führen dürfen. 3
1.2.4 Die Bestattung
Unter Bestattung versteht man die Abfolge, die eintritt, wenn ein Mensch verstirbt. Dazu gehören das Aufbewahren, das Waschen und Herrichten eines Toten, also Schminken,
Abb. 3
1 Schwikart, Georg: Tod und Trauer in den Weltreligionen. Gütersloh (Originalausgabe) 1999, S. 65
2 Schwikart, Georg: Tod und Trauer in den Weltreligionen. Gütersloh (Originalausgabe) 19 99, S. 65
3 vgl.: Schwikart, Georg: Tod und Trauer in den Weltreligionen. Gütersloh (Originalausgabe) 1999
4 http://www.matheboard.de/lexikon/Bestattung
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wichtigste Ritual, ist die Bestattung. Nach dem Tod eines Menschen gibt es weltweit natürlich viele verschieden Rituale um sich vom Toten zu verabschieden. In jeder Religion wird jedoch immer ehrfürchtig damit umgegangen. Die Bestattung ist von Religion zu Religion verschieden und hängt auch von der Geographie des Landes oder dem sozialen Status des Verstobenen ab. Und auch davon, was sich Hinterbliebene finanziell leisten können!
Ein unbestatteter Toter befindet sich nach allgemeiner Auffassung in einem unbefriedigendem Zwischenstadium. 1
Es ist sehr wichtig, einen Verstorbenen angemessen zu bestatten. Wie das geschieht , hängt vor allem vom Jenseitsglauben der Religion ab, der der Tote oder seine Angehörigen angehören. Leichenverbrennung wurde von der katholischen Kirche zum Beispiel früher verboten und wurde in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts erlaubt. Die Einä scherung eines Christen war erst im 20. Jahrhundert möglich, wobei es diese Art der Bestattung bei den Protestanten bereits ein Jahrhundert früher gab. In Südrussland soll es allerdings schon vor 5.000 Jahren Verbrennungen von Leichen gegeben haben. Es gib t aber auch Kulturen, in denen die Verbrennung als Fluch und nicht als Segen aufgefasst wird. Auch Christen wurden vor Jahren als Hexen oder Ketzer verbrannt.
Das wohl am längsten existierende und älteste Ritual ist die Beerdigung. Sie gab es, wie Archäologen bestätigen, bereits etwa 50.000 vor Christus. Heutzutage gibt es auch die Möglichkeit des Einfrierens, wodurch sich vor allem Wissenschaftler einen Fortschritt erwarten, da es möglich sein soll, nach Jahren wieder in das irdische Leben zurückzukehren . 2
Im Grunde ist die Bestattung von Toten eine Aufgabe des Staates. Die Leichen müssen nach dem Tod untersucht werden und werden meist in gekühlten Räumen aufbewahrt. Es gibt den sogenannten „Friedhofszwang“, das heißt, die Bestattung muss auf einem Fried hof erfolgen, welcher von der Gemeinde, Stadt oder Religionsgemeinschaft betrieben werden muss. Es ist allerdings auch möglich, wenn man einen Antrag stellt, den Körper durch die Feuerbestattung verbrennen zu lassen (erlaubt seit dem 2. Vatikanischen Konzil 1964- 1966 / siehe Vorseite). Obwohl diese Art der Bestattung heute nicht mehr verboten wird, werden die meisten
1 Schwikart, Georg: Tod und Trauer in den Weltreligionen. Gütersloh (Originalausgabe) 1999, S. 19
2 vgl.: Schwikart, Georg: Tod und Trauer in den Weltreligionen. Gütersloh (Originalausgabe) 1999
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Bestattung mithilfe eines Bestattungsunternehmens. Die Pflege des Grabes kann gegen Bezahlung von der Friedhofsgärtnerei übernommen werden, oft sind aber die Angehörigen selbst dafür zuständig.
Die Beerdigung gab es bereits bei den Neandertalern, wie Archäologen entdeckten. Bis heute haben sich auf der ganzen Welt sehr viele Arten der Bestattung entwickelt:
• Erdbestattung: Traditionelle Erdbestattung in einem Sarg
• Feuerbestattung: Einäscherung eines Verstorbenen
• Seebestattung: Die Seeurne mit der Asche wird dem Meer übergeben
• Baumbestattung: Der „Friedwald“ bietet eine geeignete Ruhestätte, wenn man
nicht auf einem Friedhof begraben werden möchte.
• Luftbestattung: Die Asche wird mit einem Heißluftballon über ein Waldgebiet in
Frankreich gebracht und ausgestreut.
• Weltraumbestattung: Ein kleiner Teil der Asche kann normalerweise jährlich von
einer Rakete ins All gebracht werden, was mit dem Rest der Asche geschieht, entscheiden die Angehörigen.
• Flugbestattung: Die Asche wird mit einem Helikopter über der Nordsee
ausgestreut.
Diamantbestattung:
1. Reinigung - Der Kohlenstoff (Grundstoff um Diamanten herstellen zu können) wird im Labor von der entnommenen Asche getrennt.
2. Diamantpresse - Der Kohlenstoff wird nun für ca. 8 Wochen (bei 0,25 Karat, je größer der Diamant werden soll umso länger dauert dieses Verfahren) in einer Diamantpresse hohem Druck, sowie konstant hoher Temperatur ausgesetzt. In dieser Zeit entstehen Diamantkristalle, woraus der Rohdiamant entsteht. 3. Schleifen - Der Rohdiamant wird nun zu der von den Hinterbliebenen festgelegten Form geschliffen.
Fachbereichsarbeit Lisa Scharnreitner - 18 -
5. Gemological Labor' (GIA) zertifiziert und mittels Laser mit einer Identifikationsnummer versehen. 1
Naturbestattungen: Die Asche kann auf einer Almwiese eingebracht oder an den Wurzeln einer Baumgruppe eingearbeitet werden. 2
In diesen immer weiter entwickelten Formen der Bestattung zeigt sich, dass das, was früher in der Familie getätigt wurde, sich heute zu einer Gesellschaftsbranche entwickelt. Die Bestattung ist heute, und es ist schwer zu sagen ob das negativ oder positiv ist, zu einem Dienstleistungsunternehmen geworden. Somit gewinnen auch die Kosten der Bestattung zunehmend an Bedeutung. Dazu gehören nämlich nicht nur musikalische Umrahmung, Dekoration, Blumenschmuck, Trauerkleidung und Trauerschmaus, sondern auch etliche andere Gebühren, wie zum Beispiel Grabnutzungsgebühren. Die Art einer Bestattung ist allerdings kulturabhängig. So folgten etwa in Kolumbien/ Südamerika Frauen wie auch Sklaven ihrem Herrn in den Tod nach. Auch hie r gab es Schachtgräber. 1
Abb. 4
Im Christentum findet man auf Friedhöfen oft schlichte Reihengräber vor. Diese sind Zeichen zeitbedingter Interpretation des Todes und der Ausdruck finanzieller Kraft. Meistens findet man bei Christen kirchliche Friedhöfe vor, die Friedhöfe befinden sich manchmal auch unmittelbar neben der Kirche. Das Grab wird häufig mit Blumen geschmückt und regelmäßig gepflegt, diese Aufgabe übernehmen meist Familienmitglieder und Angehörige. Oft spricht man ein stilles Gebet und zündet Kerzen an. Der Besuch des Grabes ist vor allem für die
1 http://www.spandau-bestattungen.de/
2 vgl.: http://www.spandau-bestattungen.de/
1 vgl.: Zeiger, Josef Dr.: Kulturhistorische Studie über den Tod. Grieskirchen
Fachbereichsarbeit Lisa Scharnreitner - 19 -
Gräber sind von Religion zu Religion und von Kultur zu Kultur verschieden. 2
1.2.5 Die Bedeutung des Todes in anderen Religionen
Da das Sterben nicht nur bei Christen eine große, ausschlaggebende Rolle spielt, möchte ich auf die Bedeutung des Todes in anderen Religionen wie Judentum, Buddhismus, Islam und Hinduismus konkret eingehen. Ob Christ oder Hindu, jeder kann einen Unfalltod sterben oder ermordet werden. Egal wann, wo und wie, wir müssen alle sterben. Die Bedeutung des Todes variiert in den oben genannten Religionen jedoch stark.
Ein Jude fragt sich wie fast jeder andere, was der Tod ist. Für ihn ist klar, dass man jeden Tag sterben kann und dass es immer und überall so weit sein kann. Dessen sind sich Juden stets bewusst! In ihrem Glauben und ihrer Religion ist Gott der Herr über Leben und Tod. Man soll das Leben genießen, sich vor allem auch über seine Sünden bewusst sein und sich geistig wie auch praktisch auf den Tod vorbereiten. So ist es üblich, dass sich jeder Jude eine Totenhemd bereithält, welches der Bräutigam zur Hochzeit von seiner Braut geschenkt bekommt. Für manche mag das vielleicht makaber klingen, für einen gläubigen Juden aber ist das sehr wichtig, genauso wie ein Testament zu machen und ein Grab zu kaufen. Über das Leben nach dem Tod ist man sich jedoch im Judentum nicht einig. So manche Frage über diese Thematik ist auch in der Hebräischen Bibel nicht eindeutig beantwortet, genauso konkurrieren so manchen theologische Entwürfe in Bezug auf das Leben nach dem Tod. Es gibt Erzählungen, in denen es heißt, dass einem in der Todesstunde der Engel Sammael erscheint, der kein guter, sondern ein böser Engel ist und das Königreich des Bösen regiert. Eigentlich keine schöne Vorstellung.
Diese wie andere derartige Geschichten entstanden durch Gläubige, die zu erklären versuchten, warum jemand jung sterben muss. Allzu viel möchte der fromme Jude nicht über den Tod nachdenken, da Gott vor allem im Hier und Jetzt seinen Segen geben soll. Die Entwicklung des Auferstehungsglaubens ging langsam. Bei den alten Israeliten befasste man sich kaum mit der Frage, was nach dem Tod kommt. Sie übten keinen Totenkult aus und auch das Grab spielte keine allzu große Rolle. Leichen wurden schlicht beerdigt. Ein damals einschneidendes Ereignis, das dieses Vertrauen auf den diesseitigen Ausgleich erschütterte, war die Verschleppung nach Babylonien durch den König Nebukadnezzar. Der Glaube an ein
2 vgl.: Schwikart, Georg: Tod und Trauer in den Weltreligionen. Gütersloh (Originalausgabe) 1999
Fachbereichsarbeit Lisa Scharnreitner - 20 -
Jude in Trauer soll nicht arbeiten, sondern ist aufgefordert sich barfuss auf den Boden zu setzen. Die Trauerzeit beginnt nach der Beerdigung. Im Trauerhaus werden die Spiegel verhängt, der Trauernde verzichtet auf Sexualität und den Genuss von Wein und Fleisch. Man verzichtet auch darauf die Haare zu schneiden und sich zu rasieren, um seiner Trauer Ausdruck zu verleihen.
Bei Buddhisten sieht das Ganze schon wieder anders aus. Man könnte sagen, was für Christen Jesus ist, ist im Buddhismus Buddha. Buddha war ein vor ca. 2500 Jahren lebender Prinz in Indien. Anfangs war er ein verwöhnter junger Mann, mit 29 Jahren zog er in die „Hauslosigkeit“. Er fastete streng, meditierte, gewann dann mit der Zeit Erkenntnis und wurde zum Buddha, dem Erleuchteten. Er vermittelte den Menschen seine Lehre des „mittleren Weges“. Dabei spielt unter anderem Selbstquälerei eine große Rolle. Jene Lehre heißt „Dharma“, was zum Gesetz von Ursache und Wirkung führt, nämlich dem „Karma“. Diese bedingt, dass der Mensch nach dem Tod noch einmal leben muss. „Dieser Prozess („Samsara“ genannt) wiederholt sich so oft, bis sein Karma jenen Zustand erreicht hat, der es ihm ermöglicht, Erleuchtung zu erlangen und so zum Besten der Lebewesen zu arbeiten, oder ins „Nirwana“ einzugehen: dem „Verlöschen“, „Verwehen“.“ 1 Manche verehren den einen Buddha und die vielen Buddhas wie Götter, das heißt, sie beten sie an, bitten um Hilfe und Beistand. Die Buddhisten beschäftigen sich nicht wenig mit dem Thema Tod. Er wird von ihnen in zwei Sichtweisen gesehen.
Einerseits ist er etwas sehr Schlimmes, noch schlimmer a ls Leiden und Krankheit, andererseits ist er selbstverständlich. Um mit dem Tod besser umzugehen, ist die Meditation im Buddhismus sehr wichtig. Buddhisten glauben an eine Wiedergeburt. Der Kreislauf der Wiedergeburten heißt „Samsara“. Ins Nirwana dürfen nicht alle Lebewesen eingehen, das ist nur Menschen möglich. Im buddhistischen Glauben kann ein Mensch durch negatives Karma ein Tier werden, ein Tier durch positives Karma allerdings eine besser Wiedergeburt erlangen. Den Leichnam sehen Buddhisten als ein e leere Hülle an. Trauernde leiden zwar, wenn ein Angehöriger oder guter Freund stirbt, trotzdem sehen Buddhisten selbst keinen Grund zur Trauer, wenn der Verstorbene im Tod eine Chance auf eine bessere Wiedergeburt hat. Buddha selbst starb im Liegen. In Bangkok ist dieser liegende Buddha aus Gold und
1 Schwikart, Georg: Tod und Trauer in den Weltreligionen. Gütersloh (Originalausgabe) 1999, S. 77
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fasziniert und begeistert.
Abb.5
Für Muslime im Islam ist Gott „Allah“. Für sie ist er barmherzig und allwissend. Ihr Prophet ist Mohammed , zu Lebzeiten war er Kaufmann, geboren wurde er 570 und er lebte in Mekka. Muslime verehren aber auch Noah, Jesus und Mose. Wenn nun jemand stirbt, glaubt der Muslim daran, dass alles nur zu seinem Besten ist, Gott hat nur genommen, was ihm gehört und will nichts Böses. Wenn Allah also jemandem das Leben schenkt, darf er es auch wieder nehmen. Nach dem Tod eines Muslims erscheint ihm, so glauben die Muslime, der Todesengel Izrail, dieser trennt Körper und Seele voneinander. Die Seele führt er zu einem Zwischengericht im Himmel, wo darüber entschieden wird, ob der Verstorbene ein Recht auf das Paradies hat. Das hat er, wenn er gottesfürchtig lebte. Tat dieser Mensch in seinem Leben jedoch Schlechtes, droht ihm ewige Verdammnis. Egal wie über ihn entschieden wird, die Seele kehrt zurück in den Körper. Im Grab kommt es wiederum zu einem Zwischengericht, in welchem ihm eine Sch riftrolle um den Hals gehängt wird. Darauf stehen die guten wie auch schlechten Taten seines Lebens. Daraus wird im Jüngsten Gericht vorgelesen. Im Grab muss der Tote zuvor vier Fragen beantworten:
Fachbereichsarbeit Lisa Scharnreitner - 22 -
(…) 1
Bei richtig genannten Antworten darf die Seele ins Paradies. Dafür sind zwei Engel zuständig, Mubashar („Frohe Botschaft“) und Bashir („Verkünder der Frohen Botschaft“). Sobald auch nur eine Antwort falsch ist, wird der Verstorbene bzw. dessen Seele von den Engeln Munkar („das Verwerfliche“) und Nakir („das Negative“) im Grab gepeinigt und geschlagen. Alle Seelen, ob gut oder schlecht, kommen vor ein Endgericht. Gott fällt das Urteil. Der „Araf“ ist der Ort, in den jene Seelen kommen, die gleich viele gute und schlechte Taten vollbrachten. Sie können auf das Paradies hoffen. Die schlechten Seelen kommen in die Hölle, die guten ins Paradies. Ungläubige müssen ewig in der Hölle verharren und leiden, Sünder, die zwar gläubig waren, aber Schlechtes im Leben taten, werden eines Tages erlöst. Im Paradies ist das Geschenk für die gute Seele die Freundschaft Gottes.
Hindus findet man großteils in Indien, da der Hinduismus die Religion Indiens ist. „Hindu“ heißt „ein Inder“. Es gibt hier keine Gründergestalt wie Mohammed oder Buddha. Die Lehrer aber, die es gab, beriefen sich auf die Heiligen Schriften der „Veden“. Im Hinduismus wird nicht ein Gott angebetet, sondern mehrere. Manche Inder aber sehen alle Götter als einen Gott an. „Dharma“ meint grundsätzlich, dass der Mensch ein Teil eines geordneten Ganzen ist, und er ist mit allen Menschen verbunden. Ein Hindu wählt sich einen Gott, den er verehrt und achtet. Man betet diesen an, opfert ihm zum Beispiel Blumen und Obst und dient ihm durch Meditation und Nächstenliebe. Am wichtigsten sind die Götter Vischnu, Brahma und Shiwa, ihnen gebührt allgemeine Achtung. Vischnu ist der Erhalter, Brahma der Schö pfer und Shiwa der Gott der Zerstörung. Wie in den anderen Religionen ist der Tod auch bei den Hindus ein Geheimnis. Allerdings ist er ein notwendiger Schritt in Richtung „Mokscha“, der Erlösung aus dem Kreislauf der Wiedergeburten. Wer dieses Ziel nicht e rreicht hat, wird wiedergeboren, den anderen wird Freiheit von Leiden und Sterblichkeit geschenkt. Im Hinduismus heißt es, dass der Körper aus den fünf Elementen Feuer, Wasser, Wind, Erde und Raum besteht, im Tod löst sich der Körper dann auf. Der Leib der Gedanken und Gefühle ist der „feine Körper“, welcher sich im Sterben von allem Weltlich- körperlichen eines Menschen trennt. Er erlischt ein paar Tage nach der Verbrennung des Körpers. Hindus erklären den Vorgang des Todes wie folgt:
1 Schwikart, Georg: Tod und Trauer in den Weltreligionen. Gütersloh (Originalausgabe) 1999, S. 105 - 106
Fachbereichsarbeit Lisa Scharnreitner - 23 -
Wie abgetragenen Körper ab und geht in andere, neue ein. 1
Ein Hindu glaubt daran, dass es einen freien Teil des Menschen gibt, der den Tod überdauert. Dieser Teil heißt „Atman“, es bedeutet „Hauch“ oder „Seele“. Das Atman ist umgeben von fünf Hüllen: dem physischen Leib, Vitalität und Geist und schließlich Intellekt und Seligkeit. Die beiden letzteren bilden den „feinen Körper“. Was nach dem Tod geschieht, hängt davon ab, was der Mensch im Leben getan hat. Das „Karma“ spielt auch im Hinduismus eine große Rolle. Das Atman gelangt nach dem Tod zu dem, was ihm wichtig war und was der Mensch einst verehrte. Aber die Jenseitsvorstellungen sind bei Hindus sehr verschieden, genauso wie die Vielschichtigkeit der Glaubenstraditionen in dieser Religion. Bei den Hindus ist es Brauch, die Leichen zu verbrennen, danach übergibt man die Asche der Natur, bei den Hindus gibt es also selten Friedhöfe. Die hinduistischen Philosophen aber sind sich darüber einig, dass, egal was einen im Jenseits erwartet, am Ende „Mokscha“ steht. 2
1.3 Die Hospizbewegung als moderne Wegbegleiterin für Sterbende
und ihre Angehörigen
1.3.1 Die verschiedenen Arten der Sterbehilfe
Oft sehen sich Menschen mit einer fast noch schwie rigeren Situation konfrontiert als der, einen Menschen zu verlieren. Am wohl schwersten ist es, die Entscheidung treffen zu müssen, ob ein Angehöriger, der nur noch qualvoll auf seinen Tod warten kann, sterben soll. Was früher undenkbar war, gehört heute in einigen Ländern der Welt zur Routine. Alte, kranke Menschen, die nicht mehr für sich selbst sorgen können, nur noch in einem Krankenbett auf den Tod warten und sich sogar nichts sehnlicher wünschen, als endlich befreit zu sein von ihren Qualen und nicht mehr am Leben bleiben zu müssen, können mit der Einwilligung eines Angehörigen ihr Leben beenden. Das ist auf verschiedene Weise möglich, denn man unterscheidet zwischen aktiver, indirekter und passiver Sterbehilfe.
°Aktive Sterbehilfe ist die direkte, aktive Tötung eines Menschen. Sie ist strafbar, auch wenn sie auf Verlangen des Betroffenen geschieht. Der assistierte Suizid - die Beihilfe zum Selbstmord - liegt vor, wenn der Betroffene selbst letztverantwortlich entscheidet und handelt.
1 Schwikart, Georg: Tod und Trauer in den Weltreligionen. Gütersloh (Originalausgabe) 1999, S. 129
2 vgl.: Schwikart, Georg: Tod und Trauer in den Weltreligionen. Gütersloh (Originalausgabe) 1999
Fachbereichsarbeit Lisa Scharnreitner - 24 -
Schmerzmitteln, eine Überdosis an Narkosemitteln oder er erhält eine Kaliuminjektion. Die aktive Sterbehilfe ist zwar nicht in allen Ländern, aber in den meisten immer strafbar.
°Indirekte Sterbehilfe ist die bewusste Inkaufnahme einer Lebensverkürzung durch eine notwendige, zum Beispiel schmerzlindernde Behandlung. Sie wird also geleistet, wenn Todkranken ärztlich verordnete schmerzlindernde Medikamente gegeben werden, die als unbeabsichtigte, aber unvermeidbare Nebenfolge den Tod beschleunigen können. Der Tod wird in Kauf genommen, ist aber nicht das Ziel. In rechtlicher Hinsicht problematisch ist, dass der Arzt hier bedingt vorsätzlich handelt. Indirekte Sterbehilfe ist jedoch fast nie strafbar.
°Passive Sterbehilfe ist ein einseitiger Behandlungsabbruch durch das Unterlassen lebensverlängernder Maßnahmen, zum Beispiel das Ausschalten eines Beatmungsgerätes oder durch Nichtüberweisung auf eine Intensivstation. Die passive Sterbehilfe is t rechtlich erlaubt, setzt aber die Zustimmung des Patienten voraus. Der Patient wird nicht mehr beatmet oder die Flüssigkeitszufuhr wird eingestellt und ihm werden keine weiteren Medikamente mehr verabreicht. Die passive Sterbehilfe ist manchmal strafbar. 1
1.3.2 Sterbehilfe allgemein
Jeder von uns könnte plötzlich in eine der oben erörterten Situationen gelangen, entweder als Patient oder als Angehöriger. Die Meinungen über die Sterbehilfe sind geteilt. Es gibt einerseits sehr viele Argumente dafür, aber es sprechen auch einige dagegen. Jeder Mensch sollte selbst über seinen eigenen Tod entscheiden können. Kein Arzt und kein Gesetz dürfen jemandem dieses Recht nehmen. Viele Menschen haben oft auch keine Chance mehr, sich vor ihrem Tod von den Angehörigen zu verabschieden. Aktive Sterbehilfe kann daher Endpunkt eines bewusst gestalteten Abschiedes vom Leben und von den Angehörigen sein. Wenn man sich als ein kranker, leidender Mensch, der keinerlei Tätigkeiten mehr selbstständig machen kann, entscheiden kann zwischen monate- oder jahrelangem Leiden und Dahindämmern oder dem Tod, der einen endlich von den Schmerzen befreit, der die Seele endlich aus dem bereits zu nichts mehr fähigen Körper holt, würde sich wohl jeder für Letzteres entscheiden. Gegen seinen eigenen Willen sollte keiner mehr leiden müssen. Somit hat die Sterbehilfe weder etwas mit Mord noch etwas mit Selbstmord zu tun. Trotzdem muss man immer wieder darauf achten, wer tatsächlich so sehr leidet, dass er mit deren Hilfe aus dem Leben gehen da rf, oder
1 vgl. : http://www.orthopedia-shop.de
Fachbereichsarbeit Lisa Scharnreitner - 25 -
obwohl er noch eine Chance hätte zu überleben. Daher stellt sich natürlich die Frage, wer tatsächlich das Recht auf Sterbehilfe hat. Ich möchte hier noch einmal auf das Kapitel „Der Tod als Tabuthema in der heutigen Gesellschaft“ zurückgreifen, denn wenn der Tod kein Tabuthema wäre, hätten wir wohl auch keine so großen Probleme mit der Frage, ob es diese Bewegungen geben darf oder nicht. Würden wir offener über den Tod sprechen und auch über das Leben danach, gäbe es womöglich nicht so viele Gegner der Sterbehilfe, die mit treffenden Argumenten antreten. Viele Menschen meinen ganz einfach: Leid, Krankheit und Schmerzen gehören zum Leben. Genauso pochen sie darauf, dass die Willensfreiheit des unheilbar Kranken und schwer Leidenden eine Illusion ist. Diese wollen den Angehörigen und Pflegern nicht weiter zur Last fallen und können den Druck, der dadurch auf ihnen lastet, nicht weiter ertragen und drängen nur daher zur Sterbehilfe.
Angeführt wird auch immer wieder das sogenannte „Sterbeprozess- Argument“, das besagt, dass Ärzte mit Erfahrungen in der Begleitung Sterbender berichten, dass der Wunsch nach aktiver Sterbehilfe meist nur zu Beginn eines Leidens geäußert wird. Eigentlich ist er „nur“ ein Hilferuf nach Schmerzlinderung und menschlicher Begleitung. Bei diesem Thema ist natürlich vor allem die Kirche kritisch. Sie ist genau wie Juristen oder viele Politiker gegen die aktive Sterbehilfe. 1
In Österreich kam bisher das Thema Sterbehilfe kaum zur Diskussion. Nur acht Prozent der Allgemeinmediziner und drei Prozent der Seelsorger sind der Auffassung, dass aktive Sterbehilfe unter gesetzlich festgelegten Voraussetzungen möglich sein sollte. 73 Prozent der Ärzte und 80 Prozent der Seelsorger sind dagegen der Meinung, eine bessere medizinischpflegerische Betreuung Sterbender könnte den Wunsch nach aktiver Sterbehilfe zurückdrängen. Das geht aus einer Studie hervor, die als Gemeinschaftsprojekt des Instituts für Caritaswissenschaft und des Instituts für Dogmatik und Fundamentaltheologie der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz präsentiert wurde. 2
1 vgl.: http://www.hospiz-weinsberg.de
2 vgl.: http://www.dioezese-linz.at
Fachbereichsarbeit Lisa Scharnreitner - 26 -
„Doch euthanasiert werden, d ie ihre Einwilligung nicht gegeben haben: Kinder, behinderte Menschen, Demenzkranke oder Menschen im Wachkoma.“ (Andreas Heller, Universität Klagenfurt) 3
Diese Aussage ist schlichtweg erschütternd. Aber die Frage ist natürlich, wie man als Angehöriger in einem solchen Fall handeln soll. Wenn Menschen einfach nicht fähig sind, eine derartige Entscheidung zu treffen, vielleicht auch so krank sind, dass sie gar nicht wissen, wer sie überhaupt sind, dann liegt es an den Angehörigen die richtige Entscheidung zu treffen, und da ergibt sich natürlich die Frage, ob sie dieses Recht haben. Im Grunde sollte man als gläubiger Christ sagen, dass die Entscheidung, wann wir sterben, allein in Gottes Hand liegt. Wir wissen jedoch nicht, was Gottes Wille ist. Zwar hat jeder von uns das Recht des freien Willens, manchmal kann es aber auch sein, dass Gott durch einen anderen Menschen zu uns spricht. Wenn sich also jemand dafür entscheidet, dass ein Angehöriger, der in einem Krankenbett liegt, völlig unfähig zu gehen, stehen oder zu sprechen, der nur noch da liegen und auf den Tod warten kann, endlich von seinen Qualen befreit werden soll, woher können wir dann wissen, dass nicht Gott bei dieser Entscheidung seine Hände im Spiel hat? Es gibt also im Groben gesagt zwei Möglichkeiten, wie wir unseren religiösen Glauben mit der Frage der Sterbehilfe verbinden können:
Entweder, wir sagen, dass es als gläubiger Christ absolut undenkbar und falsch ist, jemanden durch Sterbehilfe das Leben zu nehmen, da es im Grunde gleichzusetzen is t mit einem Mord. Oder wir glauben, dass Gott uns bei einer derartigen Entscheidung beiseite steht und uns sogar beeinflusst, uns vielleicht auch indirekt dazu bringt, eine solche Entscheidung zu treffen, und uns somit das Recht gibt, jemanden durch Sterbehilfe zu „töten“.
Letztendlich bleibt die Entscheidung meist bei dem Patienten, sofern er noch fähig ist, klar zu denken und seine Ansichten auszudrücken und seine Meinung zu sagen. Es sollte ihm auf jeden Fall zumutbar sein, zu entscheiden, ob er in seinem Bett auf den Tod warten, oder ihn lieber schnell herbeiholen will. Was aber ist mit denen, die das nicht mehr können? Und das ist wohl die schwierigste Frage überhaupt. Denn vor allem Kinder, aber auch geistig Behinderte können nicht darüber entscheid en, ob sie sterben oder leben wollen.
3 Helmberger, Doris: „Der Missbrauch liegt auf der Hand“. In: Die Furche 15.4.04, S. 3
Fachbereichsarbeit Lisa Scharnreitner - 27 -
hat der Mensch kein Recht zu entscheiden, ob jemand lebt oder stirbt, diese Entscheidung liegt nur bei Gott. Aber darf die Kirche wirklich so etwas behaupten? Die Kirche vertritt einerseits die Ansicht, dass das Leben von Gott gegeben ist und jedes Leben heilig sei und nur Gott über Leben und Tod entscheiden darf. Hier muss man aber die Kirche kritisieren, die unschuldige Menschen als Hexen verbrannt hat, die Andersgläubige verfolgen und töten ließ, die Menschen als Ketzer verfolgen und verbrennen ließ, nur weil sie nicht der gleichen Meinung wie die heilige Kirche waren. Die Zahl derer, die durch die Kirche ihr Leben lassen mussten, wird wohl nie erfasst werden können, so unüberschaubar ist sie! Man denke nur an die Kreuzzüge, die Missionarisierung und die unzähligen Glaubenskriege im Mittelalter. 1
Welcher Meinung die Kirche wirklich ist, hängt hauptsächlich davon ab, in welchen Ort oder Land sie sich befindet. In Belgien gilt bereits seit zwei Jahren das Gesetz zur Sterbehilfe. Dieses soll nun sogar auf Kinder ausgeweitert werden. Während in den immer häufigeren Diskussionen die einen den Tod für todkranke Kinder als Befreiung sehen, dementieren die anderen das und verurteilen die Sterbehilfe als Missbrauch. In Belgien aber reicht sogar psychisches Leiden, um den Arzt um das Sterben zu bitten. Bis 2003 machten ca. 260 Menschen davon Gebrauch und nun sollen in Zukunft zu dieser Za hl auch Kinder dazukommen, denn auch sie sollen das Recht haben, sich von ihrem grausamen Leiden befreien zu lassen. Einer von mehreren Gründen, der gegen dieses Recht für Kinder spricht, ist, dass die Kinder selten selbst entscheiden können, ob sie sterben wollen oder nicht, denn auch wenn es ihr Recht ist, das zu tun, würden es die verzweifelt Eltern sein, die diese Entscheidung treffen. In Holland zum Beispiel dürfen Jugendliche ab sechzehn Jahren selbst entscheiden, ob sie Sterbehilfe haben wollen, wenn sie jünger sind, entscheiden die Ärzte. Allerdings darf dann Sterbehilfe nur angewendet werden, wenn bei dem Kind keine Chance auf Heilung besteht. Traurigerweise zeigt das Recht der Sterbehilfe für Kinder in Holland auch, dass es nicht immer schön ist, Sterbehilfe anzuwenden, denn jedes Jahr werden in diesem Land zwischen zwanzig und hundert Babys getötet. Ganz egal, um welches Land es sich handelt, diese Thematik wird wohl immer umstritten bleiben. 1
1 vgl.: http://www.selbstmord.co.at/sterbehilfe
1 vgl. : http://www.janus-online.de
Fachbereichsarbeit Lisa Scharnreitner - 28 -
1.3.3 Hospizbewegung in Österreich
Abb.6
Ein Hospiz ist eine Einrichtung zur Pflege und Betreuung Sterbender. Bis in die Achtziger Jahre hinein war der Hospizgedanke in Österreich noch unbekannt. Heute sind bereit s viele Hospizinitiativen gegründet. Bis zum Jahre 2005 soll es zu einem Ausbau auf 400 Hospizbetten kommen, was laut Krankenanstaltenplan vorgesehen ist. Es wird zunehmend zum öffentlichen Anliegen, die Bedingungen für Menschen in der letzten Lebensphase zu verbessern. Somit werden immer mehr Geldmittel zur Verfügung gestellt und auch bei einer Pflegeausbildung ist Hospizarbeit bereits einbezogen. Hospize sind bereits seit dem Beginn des Christentums beschrieben. „Hospiz“ leitet sich ab vom Lateinischen un d bedeutet „Gastfreundschaft“. So existierten in Europa einige frühmittelalterliche Hospize, welche dafür da waren, den Kranken Schutz und Fürsorge zu geben. Mit dem Ende der Kreuzzüge verschwanden sie aber in dieser Form und wurden immer mehr von Spitäler n abgelöst. Auch die Schweizerin Dr. Elisabeth Kübler- Ross beeinflusste die Entstehung von Hospizen in Europa, vor allem mit ihrem Buch „On Death and Dying“. Allerdings stand die weltweit bekannte Ärztin auch am Anfang der amerikanischen Hospizbewegung. U nd die Diskussionen über Hospize wurden immer lauter. 1
In Österreich sterben nahezu zwei Drittel der Bevölkerung in Anstalten (…). In Kleingemeinden mit sehr hoher Agrarquote liegt der Anteil bei 44%, in Wien dagegen bei 77%. 2
Vor etwa 25 Jahren gab es kaum engagierte Personen aus verschiedenen Berufsfeldern, die sich für die Hospizidee begeisterten und versuchten, sie ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Vor allem jene, die in Pflege- oder Altenheimen tätig waren, schenkten der Hospizidee ihre Aufmerksamkeit. In Graz wurden Fortbildungen von Mitarbeitern des
1 vgl.: Höfler, Anne Elisabeth: Die Geschichte der Hospizbewegung in Österreich. 2001
2 Höfler, Anne Elisabeth: Die Geschichte der Hospizbewegung in Österreich. 2001, S. 12
Fachbereichsarbeit Lisa Scharnreitner - 29 -
den sterbenden, schwer kranken Menschen zu helfen. Vor allem Krankenschwestern litten sehr darunter, das Leiden der Patienten stets mitansehen zu müssen. Damals war Sterbehilfe aber noch ein sehr tabuisiertes Thema. Dr. Paul Becker, der auch schon gemeinsam mit Dr. Elisabeth Kübler- Ross ein Seminar abhielt, führte in Österreich zahlreiche Veranstaltungen und Seminare zu diesem Thema durch. 1979 wurde eine Tagung mit der Steirischen Ärztekammer abgehalten, um endlich über das Tabuthema Tod zu diskutieren. 1982 besuchte Isabella Benning ein Seminar von Dr. Elisabeth Kübler- Ross und war danach so begeistert, dass sie entschlossen war , ein Hospiz zu gründen. Mit ihren Vorträgen schaffte sie es dann, eine kleine Gruppe zu bilden, welche die Arbeitsgemeinschaft Haus des Friedens ins Leben rief. Das Ziel war, ein Hospiz zu errichten. Die Mitarbeiter kümmerten sich um Bedürftige und wurden finanziert durch Mitgliedsbeiträge oder Spenden. Trotzdem wurde allen schnell klar, dass sich der Wunsch noch nicht in die Tat umsetzen ließ. Es wurde Kontakt mit der Caritas aufgenommen. Der Caritasdirektor der Erzdiözese Wien wollte jedoch nichts von einem Hospiz wissen: „Der Wiener will nichts vom Sterben wissen.“ 3
Langsam entstand in den Achtziger Jahren auch bei Professionellen Kritik gegenüber der schlechten Kommunikation mit Patienten in ihrer letzten Lebensphase und Mängeln in den Bereichen der Schmerztherapie. Damals gab es einige Menschen, die sich dafür engagierten, den sterbenden, schwer kranken, alten Patienten zu helfen. Was aber hat sie dazu gebracht, so viel Zeit zu investieren für ein Thema, das in der Gesellschaft so stark tabuisiert war und immer noch ist? Die Motive dieser ersten Generation lassen sich unterscheiden:
• Die Engagierten waren oft selbst betroffen von Erfahrungen, in denen sie mit so einer
schwierigen Situation konfrontiert waren. Sie erfuhren am eigenen Leib die Hilflosigkeit, einem Sterbenden zusehen zu müssen, wie er leidet und nur noch auf seinen Tod warten kann.
• Anstöße gaben Filme oder Bücher von Dr. Elisabeth Kübler- Ross oder Cecily
Saunders wie auch Seminare oder Vorträge.
• Auch Ärzte/innen und Pflegepersonal engagierten sich, da sie stets mit Sterbenden zu
tun hatten und traurige Erfahrungen mit der bitteren Wahrheit machen mussten. So
3 Höfler, Anne Elisabeth: Die Geschichte der Hospizbewegung in Österreich. 2001, S. 17
Fachbereichsarbeit Lisa Scharnreitner - 30 -
Badezimmer geschoben.
Leider gab es für Interessierte keine Möglichkeit der Ausbildung der Palliativmedizin. Somit mussten sie sich im Ausland fortbilden. 1993 dann begannen in Graz, Salzburg, Innsbruck und auch in Batschuns interdisziplinäre Lehrgänge. Dabei gab es vor all em Gespräche über die Gründung von Hospizvereinen. Diese Schulungsmaßnahmen gab es drei Jahre später auch in Oberösterreich. 2001 eröffnete in Wien das erste Tageshospiz, es wurde im Oktober als Initiative des Mobilen Caritas Hospizes im Senioren- und Pflegeheim St. Barbara der Caritas der ED Wien eröffnet. Im Frühjahr zuvor kam es zum Umbau eines Pfarrhofes in ein Pflegehospiz. Die ärztliche Betreuung übernahmen dort Hausärzte.
Sehr interessant ist die Frage, wie die Kirche zur Sterbebegleitung steht. Es gibt viele Menschen, die sich für die Verwirklichung von Hospizen einsetzen, eine große Rolle allerdings spielen vor allem kirchliche Institutionen und die Meinung der Kirche. Es engagieren sich also vor allem Caritasverbände, einzelne Orden, kirchliche Bildungshäuser und auch das Diakoniewerk für die Ausbreitung des Hospizgedankens. Grund dafür ist vor allem der Gedanke der „Nächstenliebe“. Schwerkranken zu helfen, Sterbenden sowie auch deren Angehörigen beizustehen, ist von Anfang an christliche Tradition. Lokale Hospizgründungen der Neunziger Jahre sind von Pfarren ausgegangen. Die Projektentwicklung für den Aufbau des ersten Mobilen Hospiz- Teams ermöglichte die Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis. Bei der Errichtung von stationären Einrichtungen in österreichischen Städten wie Wien, Linz, Ried und Innsbruck fungieren aber neben der Caritas Socialis Ordensgemeinschaften als Träger. Ein Zeichen setzte Papst Johannes Paul ||, der 1998 das CS- Hospiz Rennweg besuchte. 1
Mit der Zeit kam es immer öfter zu Hospizinitiativen in den österreichischen Bundesländern. 1994 kam es in Vorarlberg zum Aufbau der Hospizbewegung. Interessierte gründeten in Tirol 1992 die „Tiroler Hospiz- Gemeinschaft/ Verein der Caritas für Sterbebegleitung und Lebensbeistand“. 1998 dann wurde ein „Stationäres Hospiz im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Innsbruck“ eingerichtet. Auch in Salzburg kam es durch die Caritas zur Gründung der Hospizbewegung. 2000 wurde in Österreich das erste Modell eines Tageshospizes eröffnet. Auch in Oberösterreich gibt es bereits Hospize. So wurde zum Beispiel im Jahre 1998 das „Hospiz St. Vinzenz, Palliativstation am Krankenhaus der
1 vgl.: Höfler, Anne Elisabeth: Die Geschichte der Hospizbewegung in Österreich. 2001
Fachbereichsarbeit Lisa Scharnreitner - 31 -
Niederösterreich gibt es zahlreiche autonome Hospizinitiativen wie auch Hospizvereine. Die erste Initiative gab es 1993 in Baden, Mödling und St. Pölten. Im Burgenland wurde der Verein Hospizbewegung 1996 gegründet, das Hauptaufgabengebiet neben Bildungsmaßnahmen ist die ambulante Tätigkeit. In der Steiermark kam es 1993 zu einem Hospizverein. Hier gibt es vor allem eine Zusammenarbeit mit politischen Parteien im Land. Im Sommer 1998 startete das Pilotprojekt „Stationäre Palliativbetreuung“. Die Hospizbewegung Kärnten wurde im Jahre 1997 gegründet. Neben vorhandenen medizinischen und sozialen Diensten stehen auch ambulante Hospizdienste zur Verfügung. 1
2. GRENZEN ZWISCHEN LEBEN UND TOD?
2.1 Nahtoderlebnisse
Abb.7
2.1.1 Was sind Nahtoderlebnisse?
Ich komme nun auf eine der interessantesten Erscheinungen in Verbindung mit dem Tod zu sprechen: das Nahtoderlebnis. Man hat einen Unfall, wird in die Notaufnahme eingeliefert und das Herz hört auf zu schlagen. Die Ärzte stürmen ins Zimmer und machen Wiederbelebungsversuche, aber die Seele befindet sich plötzlich nicht mehr im Körper. Irgendetwas passiert. Man ist plötzlich woanders, sieht die Ärzte und sich selbst. Man kann
1 vgl.: Höfler, Anne Elisabeth: Die Geschichte der Hospizbewegung in Österreich. 2001
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zurückgeholt, mit Schmerzen zurückgerufen aus dem Koma, und nur langsam erinnert man sich an das, was während des Herzstillstandes geschehen ist. Etwas Unvorstellbares, etwas Unwirkliches- aber es war doch real.
So beschreiben Menschen, die ein Nahtoderlebnis hatten, das Erlebte.
Auf diese Art und Weise kann man ein Nahtoderlebnis darstellen. So wird es von Patienten geschildert, die durch eine Herzmassage nach dem Eintritt des Todes wieder von den Ärzten ins Leben zurückgeholt wurden. Patienten, von denen es sehr viele gibt, denen aber leider nicht immer geglaubt wird.
Was aber genau passiert mit diesen Menschen? Die Berichte sind fast immer identisch. Ein sehr helles Licht am Ende eines langen Tunnels, ein überwältigendes Gefühl von Frieden und Liebe, ein Wiedersehen mit verstorbenen Verwandten und ein kurzer Rückblick auf das eigene Leben. So beschreiben viele ihr Nahtoderlebnis. Alle diese Dinge werden von den Patienten sehr klar wahrgenommen, nicht etwa wie in einem Traum. Es gibt einige Elemente, die in den Erzählungen von Menschen, die ein Nahtoderlebnis hatten, mit unterschiedlicher Häufigkeit zu finden sind:
1. Die „Seele“ oder der „Geist“ tritt aus dem Körper heraus und kann alles von außen betrachten: sich selbst, den Raum, in dem er sich befindet und die Ärzte, die um sein Leben kämpfen. Somit ist der Patient dann auch oft imstande, Gespräche der Ärzte wiederzugeben.
2. Das Gleiten durch einen Tunnel, an dessen Ende ein unvorstellbar helles und schönes Licht zu sehen ist. Hierbei gibt es allerdings eine Kulturabhängigkeit, denn in anderen Kulturen werden anstatt einem Tunnel auch Brücken oder Türen wahrgenommen. 3. Es kommt zu einem Rückblick auf wichtige Ereignisse im Leben des Patienten. Dabei sieht man parallel oder sequenziell, aber trotzdem ist immer alles klar und keineswegs verwirrend oder verschwommen.
4. Wunderschöne Landschaften, das helle Licht und bereits verstorbene Verwandte oder Freunde werden wahrgenommen, wobei diese Wiederbegegnung immer als ein wunderbares Erlebnis beschrieben wird. 1
1 vgl. : http://www.medical-tribune.de/GMS/bericht/lebensgefahr
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Erlebnisse als Halluzinationen abtun. Einerseits ist das auch berechtigt, denn einen Beweis für ein Leben nach dem Tod gibt es nicht und wird wohl auch nie zu finden sein. Andererseits aber ist es möglich, dass Menschen, die wiederbelebt wurden und ein Erlebnis wie im Einstiegsteil beschreiben, die Gespräche von den Ärzten, nachdem sie sich wieder erholt haben, genau wiedergeben können. Es gelingt ihnen manchmal auch zu beschreiben, wie der Raum in der Intensivstation aussah oder wie die Anordnung der Messbestecke war. Warum können uns Menschen, die eine Nahtoderfahrung gemacht haben, so vieles erzählen, was sie eigentlich gar nicht wissen können? Genügend Menschen glauben nicht daran, dass es nach dem Tod noch weitergeht, trotzdem sollten wir denen, die den „Tod“ überlebt haben, Glauben schenken. Sie sehen nicht direkt, wie es nach dem Tod weitergeht, aber sie sehen den Übergang vom Leben in den Tod. Allerdings wird es niemals möglich sein, Beweise für ein Leben nach dem Tod zu finden. Beweise dafür, dass die Patienten mit Nahtoderfahrungen dem Tod tatsächlich ganz nahe waren. Wir können uns nur auf Indizien stützen. Aber trotz der Argumente von Skeptikern, dass Nahtoderlebnisse nur Einbildung sind, sind immer wieder Berichte über Nahtoderfahrungen zu finden, die uns vielleicht doch beweisen könnten, dass unser Geist unseren Körper verlässt und nach dem Tod in einer schöneren Welt weiter existiert.
Es gibt auch einige Menschen, die ein Nahtoderlebnis hatten, jedoch darüber sch weigen. Schuld daran ist unter anderem auch das medizinische Personal, welches versucht, diese Patienten als verrückt darzustellen. In den USA ist man schon viel eher mit Nahtoderfahrungen vertraut als bei uns in Europa, wo man sich kaum mit solchen Dingen auseinandersetzt. In den USA soll es Berichten zufolge ca. 10 Millionen Menschen mit Nahtoderfahrungen geben. Jeder Fünfte etwa erinnert sich erst nach Tagen oder Wochen an sein Erlebnis, welches er mit dem Tod gemacht hat. Trotz einiger Untersuchungen üb er Nahtoderlebnisse sind sie leider bisher viel zu wenig erforscht worden. Zu wenig Geld steht für derartige Forschungen zur Verfügung, da sich die heutige Gesellschaft viel mehr mit anderen Dingen auseinandersetzt als mit dem Tod. Den Bemühungen von Medie n oder Ärzten wie Dr. Elisabeth Kübler- Ross wird zu wenig Achtung und Bewunderung und vor allem Glauben geschenkt. 1
1 vgl.: http://memopolis.uni-regensburg.de
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öffentlich darüber gesprochen. Grund dafür ist, dass zu dieser Zeit die Medizin einen großen Fortschritt gemacht hat und es den Ärzten immer öfter gelang, klinisch tote Menschen wieder ins Leben zurückzuholen. Nahtoderlebnisse gibt es allerdings nicht nur bei uns in Europa und in unserer Kultur. So ein Geschehnis kann jedem Menschen auf der Welt passieren. Wie es geschieht und was der Mensch dabei erlebt, hängt von seinem Kulturkreis und seiner Religion ab, dass es aber überhaupt geschieht hat nichts mit der Kultur zu tun. Bei einem Nahtoderlebnis handelt es sich eindeutig um ein allgemein- menschliches Phänomen. Auch bei Naturvölkern treten somit Erfahrungen mit dem Jenseits und Nahtoderlebnisse auf. Beeinflusst ist unser Glaube vor allem durch die Berufungserlebnisse von Jesus Christus, Mose und Mohammed. Vieles deutet darauf hin, dass jene drei Religionsstifter tatsächlich Transzendenz- Erfahrungen machten. 2
Wer auch immer solche Erfahrungen gemacht hat, eindeutige Beweise wird es nie geben, dass es ein Leben nach dem Tod gibt, trotzdem kann man all die Erfahrungen von so vielen Menschen weltweit nicht als Halluzinationen abtun. Niemand sollte die Augen verschließen vor den Dingen, die wir nicht beweisen können, die nicht zu ertasten sind. Die Erzählungen von einfachen Menschen, die Nahtoderlebnisse hatten, sollten ernst genommen werden, denn die Parallelen zwischen den Erzählungen verschiedenster Menschen deuten darauf hin, dass es nach dem Tod noch nicht vorbei ist.
2.1.2 Erzählungen von Betroffenen
Um Nahtoderfahrungen zu demonstrieren, möchte ich einige wahre Geschichten von Menschen erzählen, die ein derartiges Erlebnis hatten.
Arthur Ford, gestorben 1970, war ein anerkannter Psychologe in den USA und hielt in seinem Leben ungefähr 8.000 Sitzungen ab. Er war ein Medium, kommunizierte mit Verstor benen und hatte selbst ein Nahtoderlebnis. Arthur Ford war ein schwer kranker Mann. Sein Zustand wurde immer schlechter und eines Tages gaben ihm die Ärzte keine Chance mehr und teilten den Verwandten mit, dass Ford die kommende Nacht nicht überleben werde . Er hörte den Arzt mit der Krankenschwester sprechen, kurz darauf schwebte er plötzlich über seinem
2 vgl.: http://www.nahtod.de
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Bewusstsein und befand sich plötzlich in einem Tal, das in wundervolles Licht getaucht war. Dort erlebte er einen herzlichen Empfang wie noch nie zuvor. Viele Freunde und Verwandte waren da, die bereits vor ihm verstorben waren. Er erkannte sie jedoch nicht an ihrem Äußerem, sondern an ihren Persönlichkeitsmerkmalen. Sie schienen alle sehr glücklich zu sein. Ford verlor dann jegliches Zeitgefühl und befand sich vor einem blendend weißen Gebäude. Darin traf man eine wichtige Entscheidung über ihn, nämlich, ob er bereits alle seine ihm vorbestimmten Pflichten im Leben erfüllt hatte. Und man entschied sich, dass Ford wieder in seinen menschlichen Körper zurückkehren muss. Er wurde durch eine Tür gedrängt und gestoßen, aber er hatte sich dagegen sehr gewehrt, da er dort bleiben wollte. 1
"Wie ein bockiges Kind stemmte ich meine Füße gegen den Türrahmen und schlug wild um mich. Plötzlich fühlte ich, wie ich durch den leeren Raum stürzte. Ich öffnete die Augen und blickte in das Gesicht einer Krankenschwester. Ich hatte mehr als zwei Wochen im Koma gelegen" 2
Wie diese Erzählung von Arthur Ford existieren sehr viele Berichte von Menschen, die eine ähnliche Erfahrung gemacht haben. Die meisten, die bereits klinisch tot waren, haben sozusagen unter der Herzmassage eine Nahtoderfahrung gemacht.
So geschah es einer einfachen Hausfrau aus Indiana, um deren Leben die Ärzte vierzig Minuten kämpften. Währenddessen verließ ihr Geist ihren Körper. Sie schwebte sozusagen durch den Raum, durch die Körper der Ärzte und Krankenschwestern hindurch und sie war imstande, deren Gespräche und Gedanken zu hören und wahrzunehmen. Die Frau wurde für tot erklärt und zugedeckt. Als ihre Leiche dann zum Leichenschauhaus gebracht wurde, bemerkte jemand, dass sie sich noch bewegte. Sie wurde wieder gesund und konnte einen schmutzigen Witz, den ein Arzt erzählt hatte, während sie die Frau ins Leben zurückholen wollten, wiedergeben. Somit gab es einen Beweis, dass sie alles mitangehört hatte, was gesprochen wurde, während sie klinisch tot war. Dieses Erlebnis erzählte die Frau der Schweizer Ärztin Dr. Elisabeth Kübler- Ross und achtzig Medizin- und Theologiestudenten. Sie selbst hatte große Angst, verrückt zu sein, Dr. Elisabeth Kübler- Ross bestätigte ihr aber, dass mit ihr ganz sicher alles in Ordnung sei. Auch die Studenten hegten Zweifel, die
1 vgl.: http://www.jenseitswissen.com/nahtod_ford.htm
2 http://www.jenseitswissen.com/nahtod_ford.htm
Fachbereichsarbeit Lisa Scharnreitner - 36 -
tatsächlich dieses Nahtoderlebnis gehabt hatte. 1
„Wenn ich eine Hundepfeife blasen würde, wäre keiner von Ihnen in der Lage, sie zu hören, aber jeder Hund würde sofort angelaufen kommen. Wollen Sie deshalb behaupten, dass der Ton nicht existiert? Natürlich nicht.“ 2
Millionen von Menschen erleben heutzutage Nahtoderfahrungen. Aber schon um etwa 500 v. Chr. wussten die alten Griechen zum Beispiel genauso viel über Nahtoderlebnisse wie wir. So gibt es auch eine Erzählung von dem Griechen Parmenides, zu dem eine Göttin sprach, als er eine Nahtoderfahrung machte. Sie forderte ihn auf, wenn er ins Leben zurückkehren würde sollte er die Menschen ermahnen, nicht etwas zu glauben, nur weil ein e Göttin es gesagt hat. 3
Eine absolut erstaunliche Geschichte erzählt Dr. Elisabeth Kübler- Ross in einem ihrer Bücher. Es geht um einen ungefähr zwei Jahre alten Jungen, der heute bereits ein junger Mann ist und vielen sterbenden Menschen hilft. Er zählt wohl zu den jüngsten Menschen, die eine Nahtoderfahrung gemacht haben. Damals war er ein ganz normales und gesundes Kleinkind, als die Mutter mit ihm wegen Unpässlichkeit zum Arzt musste. Der Junge erlitt einen anaphylaktischen Schock und starb. Nach 45 Minuten etwa schaffte es die Mutter endlich, den Vater aufzutreiben und ihn zu dem toten Jungen zu bringen. Als dieser aber das Zimmer betrat, in dem sein toter Sohn lag, öffnete der Junge plötzlich die Augen. „Mami, ich war tot. Es war wunderschön. Ich habe Jesus und Maria gesehen.“
Der kleine Peter wurde wieder zurückgeschickt, denn Maria hatte ihm gesagt, so erzählte er, er solle zurückkehren um seine Mutter vor dem Feuer zu bewahren. Für die Eltern war es natürlich ein Geschenk Gottes und ein Wunder, dass der Junge wieder am Leben war. Das Feuer, von dem das Kind sprach, ließ der Mutter allerdings keine Ruhe. Somit suchte sie Dr. Elisabeth Kübler- Ross auf, um sie um Rat zu bitten. Sie vermutete, dass Maria hat den kleinen Peter zurückgeschickt hatte, um sie davor zu bewahren, Sünden zu begehen. Dr. Elisabeth Kübler- Ross hatte aber eine andere Erklärung für das Feuer. Maria hatte den Jungen zurückgeschickt, um seine Mutter vor der Hölle zu bewahren, nicht aber vor der sogenannten Hölle, in die wir angeblich kommen, wenn wir sterben und viel gesündigt haben,
1 vgl.: Kübler- Ross, Elisabeth Dr: Sehnsucht nach Hause. Güllesheim (4. Ausgabe) 2003
2 Kübler- Ross, Elisabeth Dr: Sehnsucht nach Hause. Güllesheim (4. Ausgabe) 2003, S. 42 - 43
3 vgl.: http://www.gral.de
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aufgewacht wäre. 1
Oft heißt es auch, dass Menschen, die eine Behinderung haben, sich während einem Nahtoderlebnis völlig gesund fühlen.
Da wurde z. B. der Fall einer von Geburt an blinden Patientin geschildert, die während sie "starb", genau beobachtete, was um sie herum geschah. Sie konnte die von den Ärzten benutzten medizinischen Geräte, die anwesenden Personen, ihre Kleidung usw. beschreiben. 2
Ein weiteres Beispiel ist die Erzählung eines Mannes, der einem südamerikanischen Volk namens Mapuche angehört, welches bewusst an ein Leben nach dem Tod glaubt. Jener Mann war tagelang todkrank und wird folgenderma ßen zitiert:
"Ich bin lebendig und bin zum Vulkan gegangen. Ich habe all die toten Leute gesehen, die darin zurückgehalten wurden. Ich war bei meinem Sohn und meinen Großeltern. Sie sind alle beisammen und sehr glücklich. Sie warten auf mich, aber es ist noch nicht die Zeit dazu." 3
Die Geschichte wiederum beweist, dass es weltweit bei allen Völkern möglich ist, eine derartige Erfahrung zu machen.
Ein anderer Bericht handelt von einer Frau, die ihr Nahtoderlebnis folgendermaßen beschreibt:
„Ja, ich wurde operiert, und am nächsten Tag auf einmal wird`s mir ganz komisch, und da habe ich um Hilfe geschrien. Und dann weiß ich gar nichts mehr. Zuerst ist gar nichts gewesen. Und dann denk’ ich: ‘Was mach’ ich unter der Decke?’ Also es war, als wenn ich unter der Decke schwebte. Ich sah mich selbst unten im Bett liegen. Ich denk’, hoppla, ist das komisch. Und dann seh’ ich, wie der Arzt kam, und dann kam noch einmal der Professor von der inneren Abteilung, den ich noch nie gesehen habe, und die Schwestern und di e Ärzte. Die haben mich dann gar nicht aus dem Zimmer rausgefahren, sondern haben da irgendetwas gemacht. Das konnte ich aber nicht sehen ...
1 vgl.: Kübler- Ross, Elisabeth Dr.: Sehnsucht nach Hause. Güllesheim (4. Ausgabe) 2003
2 http://www.epm-production.de/unsterblich/
3 http://www.nahtod.de
Fachbereichsarbeit Lisa Scharnreitner - 38 -
Und oben raus. Und auf einmal stehe ich auf einer grünen Wiese. Und da ist so ein wunderschöner Bach dazwischen. Auch auf der anderen Seite geht die Wiese weiter ... Und dann seh’ ich mich so um - da steht ja meine Mutter! Wieso steht die da? Die ist doch schon lange tot. Und dann winkt die mich mit der Hand weg. Das macht sie ganz langsam, drei, vier Mal. Dann
Abb.8
Trotz derartiger Berichte gibt es immer wieder Skeptiker. So erklären sich manche Wissenschaftler Nahtoderlebnisse durch Sauerstoffmangel im Gehirn, dadurch kommt es zu Halluzinationen. Einer Untersuchung und Befragung von Patienten, die klinisch tot waren, zufolge, gab es bei denen, die von Nahtoderlebnissen berichten, laut den Ärzten keinerlei Sauerstoffmangel im Gehirn. Und wenn es so wäre, wäre der Mensch nicht fähig, ein Erlebnis im klinisch toten Zustand im Gehirn zu speichern. 2
Es gab auch schon Menschen, die schwerst verletzt nach einem Autounfall das Kennzeichen des anderen Fahrers wiedergeben konnten. So sollten sich die Kritiker fragen, wie es möglich ist, ein vor dem Eintritt des Todes unbekanntes Autonummernschild lesen zu können, wenn man keine Hirnwellen mehr hat.
1 http://www.das-weisse-pferd.com
2 vgl.: http://www.info3.de
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Elisabeth Kübler- Ross beschreibt den Fall eines zwölfjährigen Mädchens, das bereits tot war und von den Ärzten wieder ins Leben zurückgeholt wurde. Dort, wo es währenddessen war, war es so wunderschön, dass es gar nicht mehr zurück nachhause wollte. Das Mädchen vertraute sich seinem Vater an und erzählte ihm von dem Bruder, den es dort erblickt und der es liebevoll in die Arme geschlossen hatte. Es hatte jedoch keinen Bruder! Plötzlich brach der Vater in Tränen aus und erzählte ihm, dass der Bruder drei Monate vor der Geburt des Mädchens gestorben war, nur hatten sie ihm nie etwas davon erzählt. 1 Die Frage „Gibt es ein Leben nach dem Tod?“ werden wir erst dann beantworten können, wenn wir selbst tot sind. Wir sollten unserem Glauben vertrauen, und in diesem Fall den Menschen, die uns wenigstens erzählen können, was während des Überganges vom Leben in den Tod mit ihnen geschehen ist.
2.2 Elisabeth Kübler- Ross - Eine Wegbereiterin der modernen
Sterbeforschung
08.07.1926- 24.08.2004
2.2.1 Das Leben von Dr. Elisabeth Kübler- Ross
Eine der interessantesten und bewundernswertesten Frauen, die sich fast ihr Leben lang mit dem Tod befasste, war die Schweizerin Dr. Elisabeth Kübler- Ross. Am 08. Juli 1926 wurde Dr. Kübler- Ross als Drillingsschwester in Zürich geboren. Sie studierte dort an der Universität und schloss ihr Medizinstudium ab, ging dann nach New York in ein Spital, wo sie erstmals mit der traurigen Tatsache konfrontiert wurde, wie schlecht sterbende Patienten
1 vgl.: Kübler- Ross, Elisabeth Dr.: Über den Tod und das Leben danach. Güllesheim ³² 2004
Fachbereichsarbeit Lisa Scharnreitner - 40 -
nicht für nötig hielten. Sie setzte sich zu den Sterbenden und hörte sich an, was sie zu sagen hatten. Sie begleitete sie bis zu ihrem Tod. Mit diesen Erfahrungen begannen Dr. Elisabeth Kübler Ross´ Forschungen über das Leben nach dem Tod. Sie schrieb Bücher und hielt Vorlesungen und mit ihrem Buch „Über Tod und Sterben“ (1969) erhielt sie erstmals Aufmerksamkeit. Sie wurde zu einer weltberühmten Autorin, ihre Bücher wurden in 25 verschiedene Sprachen übersetzt, sie selbst erhielt über 20 Ehrendoktortitel. 1995 erlitt sie jedoch mehrere Schlaganfälle, durch welche sie fast gelähmt ans Bett gefesselt war und nun selber dem Tod gegenüberstand. Im Alter von 78 Jahren ging sie dann dorthin, wo auch alle ihre Patienten hingegangen sind, wo jeder hingehen wird, und wovor sie keine Angst hatte. 1
Dr. Elisabeth Kübler- Ross war nicht unbedingt religiös und stand Nahtoderfahrungen oder Ähnlichem eher skeptisch gegenüber. Sie hat sich nicht allzu viel mit Gott oder mit ihrem Glauben beschäftigt. Doch dann änderte sich etwas in ihrem Leben. Man könnte sagen, begonnen hat alles damit, dass es einem Arzt namens Robert Monroe am Monroe Institut in Virginia möglich war, eine außerkörperliche Erfahrung künstlich durch die Ein wirkung von Klang herbeizuführen. Mit einer Gruppe ebenso skeptischer Wissenschaftler nahm sie an diesem Experiment teil. Jeder der fünf oder sechs Leute wurde an ein Wasserbett angeschlossen. Dazu wurden ihnen Ohrenstöpsel gegeben, durch welche sie uniden tifizierbare Klänge wahrnehmen konnten. Monroe forderte sie auf zu fokussieren, und Dr. Elisabeth Kübler- Ross verließ ihren Körper. Sie schwebte an der Decke und versuchte dann, auf eigene Faust weiterzumachen. Monroe jedoch ermahnte sie. Nach zwei Stunde n etwa wurde das Experiment ein weiteres Mal durchgeführt. Dieses Mal wollte Dr. Elisabeth Kübler - Ross ihre eigenen Grenzen überschreiten, was keine allzu gute Idee war. Ihr Vorhaben war, sich diesmal schneller zu bewegen als das Licht, was ihr auch gelang, wie sie es selbst sagt.
Als Dr. Elisabeth Kübler- Ross allerdings in ihren menschlichen Körper zurückkehrte, hatte sie keinerlei Erinnerung mehr daran, was sie erlebt hatte. Ihr fiel jedoch auf: Ausgelöst durch eine Geschwulst hatten sie zuvor schwere Unterleibsschmerzen geplagt, die waren jedoch nach dem Experiment verschwunden, genau wie ihre Bandscheibenprobleme. Auch den anderen Wissenschaftlern war ihre Veränderung aufgefallen und sie fragten sie um ihre Erfahrungen. Dr. Elisabeth Kübler- Ross erinnerte sich aber an nichts, was sie während des Experiments erlebt hatte. Sie erzählten ihr, dass ein weißes Licht von ihr ausgegangen sei und
1 vgl.: http://www.elisabethkublerross.com/German/
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Finger auf die Stirn legen würde, würde das helfen, sich wieder zu erinnern, aber nichts geschah. Es wurde spät und Dr. Elisabeth Kübler- Ross bekam eine Unterkunft in einem kleinen Privatquartier in den Bergen. Den ganzen Abend lang plagte sie ein unangenehmes Gefühl. In ihrem Zimmer hatte sie das Empfinden, dass sie nicht allein war. Nicht einmal ausziehen konnte sie sich, geschweige denn sich duschen, so sehr fühlte sie sich von jemandem beobachtet. Sie hatte eine leichte Ahnung davon, dass etwas nicht stimmte, wusste aber nicht genau, was in der folgenden Nacht mit ihr passieren würde. Sie glaubte keineswegs an Schutzengel oder derartige Wesen, sie hatte absolut keine Erklärung für ihr eigenartiges Gefühl, beobachtet zu werden. Sie vermied es, einzuschlafen, was sie allerdings nur bis zwei Uhr früh durchhalten konnte. Sie wusste, dass sie bei diesem Experiment zu weit gegangen war. Es folgte der schlimmste Alptraum, den man sich vorstellen kann. Dr. Elisabeth Kübler -Ross durchlitt buchstäblich den Tod ihrer Patienten. Sie verspürte plötzlich unendliche Schmerzen. Stundenlang fühlte sie sich, als würde sie in den Wehen liegen. Das einzige, was sie sich wünschte, war eine Schulter zum Anlehen, oder eine Hand, die sie halten konnte während diesen unerklärlich schmerzhaften Stunden. Zusätzlich hörte sie eine laute, grollende, männliche Stimme, die ihre sagte, Hilfe würde ihr nicht gewährt werden. Die nicht an Religion interessierte Dr. Elisabeth Kübler- Ross wurde ärgerlich.
„…..Doch in diesem Moment wurde ich zu einer gläubigen Christin, und dieser Glaube kam aus dem tiefen, inneren Wissen, dass Gott einem Menschen nie mehr auflädt, als er tragen kann.“ 1
Mit diesen Gedanken bat sie Gott darum, ihr alle Last aufzutragen, die ihr möglich war, zu tragen. Und von einem Moment auf den anderen waren ihre Schmerzen fort. Sie konnte kaum fassen, was gerade passiert war, als plötzlich ihr Körper heftig zu vibrieren begann. Alles rund um sie herum war in Bewegung und vor ihren Augen konnte Dr. Elisabeth Kübler - Ross eine wunderschöne Lotusblüte sehen. Die Ärztin selbst bewegte sich hin zu einem wundervollen Licht. Trotz der unsäglichen Schmerzen kurz zuvor empfand sie nun das Gefühl einer wunderschönen Wiedergeburt. In diesem Moment wurde ihr klar, dass alle Menschen von diesem Licht kommen und wieder dahin zurückkehren werden. Irgendwie nahm ihr Gedächtnis die Worte „Shanti Nilaya“ auf, aber zu diesem Zeitpunkt konnte sie noch nichts damit anfangen. Viel zu sehr war sie noch damit beschäftigt, was gerade eben passiert war.
1 Kübler- Ross, Elisabeth Dr.: Sehnsucht nach Hause. Güllesheim (4. Ausgabe) 2003, S. 18
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veränderte sich ihr Leben. Zwar führte sie zuhause bei ihrer Familie wieder ein alltägliches Familienleben, in ihrem Inneren hatte sich aber etwas verändert, obwohl sie sich nicht 100%ig sicher war, was genau in jener Nacht geschehen war. Einige Wochen nach ihrem eindrucksvollen Erlebnis hielt sie einen Vortrag in Berkeley, wo sie den Menschen, die den gesamten Saal füllten, von diesem Ereignis erzählte. Außerdem fragte sie, ob nicht jemand von ihnen wissen würde, was „Shanti Nilaya“ heißt. Eine Gruppe buddhistischer Mönche, die bei dem Vortrag anwesend waren, erklärten Dr. Kübler- Ross, dass diese Worte „Haus des Friedens“ heißen würden. „Es ist der Ort, von dem wir kommen und zu dem wir nach Beendigung aller unserer Inkarnationen zurückkehren, aber erst, wenn wir alle Lektionen gelernt haben.“ 1 Das Wichtigste und Schönste, was Dr. Elisabeth Kübler- Ross bei diesem Erlebnis erfahren durfte, war das Gefühl dieser bedingungslosen Liebe, welc he wir uns hier in unserem Leben gar nicht vorstellen können. Die Liebe ist so groß, dass man nur noch in diesem wundervollen Licht bleiben will. Dr. Kübler- Ross wollte laut eigener Beschreibung keineswegs mehr zurück in unsere Welt, dachte nicht einmal an ihre geliebten Kinder, die sie zurücklassen würde, wenn sie sterben würde. Sie dachte nur daran, mit diesem Licht und dieser Liebe vollkommen eins zu sein und damit zu verschmelzen. 2
Gerade auch wegen diesem Ereignis befasste sich Dr. Elisabeth Kübler- Ross immer eingehender mit Sterbenden. Vor allem aber arbeitete sie mit Menschen, die nichts über sich wussten, denen es schwer fiel, ihre eigene Identität zu finden. Grund dafür war auch, dass ihr das selber ein Problem bereitete, da sie und ihre Schwestern oft einfach nur als „Die Drillinge“ bezeichnet wurden. Man hatte die Geschwister nie wirklich als einzelne Mädchen gesehen.
Im Grunde erlebten die drei mit ihrem sechs Jahre älteren Bruder eine behütete Kindheit. Sie zogen 1930 in ein Haus in Meilen, was Elisabeth einen Schritt näher zu ihrer Zukunft bringen sollte, da ihr Vater in der Nähe Hüttenwirt einer Hütte war, die dem Neuen Skiclub Zürich gehörte. Dort lernte sie einige Leute kennen, die dem Internationalen Friedensdienst angehörten, was sie dazu inspirierte, selbst zu helfen. Sie schloss sich freiwilligen Hilfsorganisationen an und reiste mit ihren erst 19 Jahren nach Belgien, Schweden und Italien. Das wohl Grausamste, was sie zu dieser Zeit gesehen hatte, war etwas, das ihren weiteren Lebensweg wiederum beeinflusste und sie nie wieder losließ.
1 Kübler- Ross, Elisabeth Dr.: Sehnsucht nach Hause. Güllesheim (4. Ausgabe) 2003, S. 26
2 vgl.: Kübler- Ross, Elisabeth: Sehnsucht nach Hause. Güllesheim (4. Ausgabe) 2003
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„Ich habe dort Majdanek gesehen, ein Konzentrationslager wo 960'000 Kinder umgebracht wurden. Und wissen Sie, Sie können ein Buch lesen über Anne Frank, und Sie können sogar weinen, wenn Sie es lesen, aber etwas glauben und etwas wissen, ist ein großer Unterschied. Wenn man in diesen Konzentrationslagern steht, wenn man die Gaskammern noch riecht, wenn man Wagenladungen voller Kinderschuhe sieht, von ermordeten Kindern, und ganze Wagenladungen voll Frauenhaar, dann erlebt man etwas, das einen das ganze Leben berührt und verändert. Da beginnt man sich Fragen zu stellen: Warum studiert man Medizin? Man stellt sich Fragen: Wie kann ein Mann und eine Frau Tausende von kleinen unschuldigen Kindern umbringen und am selben Tag machen sie sich Sorgen, weil ihr eigenes Kind zu Hause vielleicht Masern hat?“ 3
Für die junge Elisabeth Kübler- Ross gab es nur noch eines: sie wollte Ärztin werden. Sie machte die Abendmatura, studierte Medizin in Zürich und heiratete 1958 den amerikanischen Arzt Emanuel Ross, dem ihre Familie anfangs nicht wirklich vertraute. Er war aber ein guter Mann und sie entschloss sich, mit ihm in die USA zu gehen. Der Anfang aber war schwer. Ihr neues Leben, fernab von zuhause, brachte Schwierigkeiten mit sich. Sie erlitt zwei Fehlgeburten und fand nur mit Mühe Arbeit. Dr. Kübler- Ross nahm dann eine Stelle in der psychiatrischen Abteilung des Manhatten State Hospitals in New York an und sah dort etwas, das in ihrem weiteren Leben eine große Rolle spielen würde. Sie war erschüttert über die Art und Weise, wie dort mit Sterbende umgegangen wurde. Man kümmerte sich kaum um sie, hörte ihnen nicht zu und ließ sie auch nicht nachhause gehen um bei ihren Familien sterben zu dürfen. Nach einer Fachausbildung für Psychiatrie wurde Elisabeths Sohn Kenneth geboren, 1963 ihre Tochter Barbara. Zwei Jahre später zog die Familie wiederum um nach Chicago, wo sie Arbeit am renommierten Billings Hospital fand. In diesem Krankenhaus begann Dr. Elisabeth Kübler- Ross, sich mit Sterbenden zu beschäftigen. Auf eigene Faust besuchte sie todkranke Patienten, sprach mit ihnen und begleitete sie in ihrer letzten Lebensphase, auf ihrem letzten Weg bis in den Tod hinein. In dieser Zeit begann sie auch, erste Vorlesungen und Seminare abzuhalten. Doch berühmt wurde Dr. Elisabeth Kübler- Ross erst mit ihrem Buch „On Death And Dying“.
3 http://www.kuebler-ross.de/hintergrund.html
Fachbereichsarbeit Lisa Scharnreitner - 44 -
In
Leugnen: „Nicht ich, das kann unmöglich mir passieren.“ Zorn: „Warum ausgerechnet ich?“ Verhandeln: Hadern mit Gott Depression: Das Spiel ist aus Akzeptanz: Es ist gut so 1
Dr. Elisabeth Kübler- Ross setzte sich sehr dafür ein, dass sterbende Patienten, vor allem Kinder, bei ihren Familien zuhause ihre letzten Tage, Wochen oder Monate verbringen dürfen. Für die Ärzte war das aber fast lächerlich. Kinder, die Weihnachten nachhause wollten, für so etwas hatten sie kein Verständnis. Sie könnten sich ja erkälten, was für diese schwerkranken Kinder den Tod bedeuten könnte. Überleben würden sie ihre Krankheit aber sowieso nicht, egal ob erkältet oder nicht, das wusste Dr. Elisabeth Kübler - Ross. Daher kam es nicht selten vor, dass sie die Kinder für eine Nacht „kidnappte“, um sie am Heiligen Abend von einem von ihr bezahlten Krankenauto nachhause bringen zu lassen. 1
Dr. Elisabeth Kübler Ross` Ehemann konnte es nicht mehr ertragen, dass sie so oft von zuhause weg war. Unter anderem reiste sie für ein Monat nach Neuseeland und Australien. Daher stellte er sie vor die Wahl: Familie oder Arbeit. Und für sie war sofort klar, wo ihr Platz war. Sie verließ ihre Familie und zog nach Kalifornien, wo sie für kurze Zeit in die Hände einer Sekte geriet. Später kam die Scheidung von ihrem Ehemann und 1984 zog sie nach Virginia, wo sie eine Farm mit Weideland ersteigerte. In dieser Zeit tauchte eine neue, schwere Infektionskrankheit auf- AIDS. Dr. Kübler- Ross wusste, sie muss helfen. Ihr Entschluss stand schnell fest: Sie wollte ein Hospiz für aidskranke Kinder aufbauen. In der Bevölkerung gab es allerdings Widerstand und man war dagegen, dass über dieses Hospiz gesprochen wurde. Es gab zwar weltweite Unterstützung, jedoch konnte diese Einrichtung nicht realisiert werden. Dass dieser Wunsch nicht erfüllt werden konnte, war eine herbe Enttäuschung für die Ärztin, jedoch kein Grund, sich vertreiben zu lassen. Sie blieb in Virginia, wo sie auf ihrer Farm alle möglichen Tiere hielt, unter anderem auch Lamas. Ihr e beiden Schwestern, Eva Bacher- Kübler und Erika Faust- Kübler, unterstützten sie stets. Im
1 http://www.kuebler-ross.de/hintergrund.html
1 vgl.: Kübler- Ross, Elisabeth Dr.: Sehnsucht nach Hause. Güllesheim (4. Ausgabe) 2003
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ab, vermutlich war es Brandstiftung. Ihr gesamter Besitz befand sich da rin, ihre Manuskripte waren verbrannt, genauso wie die Manuskripte und Schriften vieler Autoren, die sich mit ihrem Fachgebiet beschäftigten. Ihr Sohn Kenneth holte sie zu sich nach Arizona, wo sie eine Weile blieb. Nach einiger Zeit trafen sie mehrere Hirnschläge, dann erlitt sie einen schweren Schlaganfall und war halbseitig gelähmt. Während dieser schweren Zeit lernte sie Joseph kennen, welchen sie später ihren „Heiler“ nannte. Er hatte sie eine wichtige Komponente gelehrt: Selbstliebe. Am 8. Juli 2001 feierten die Drillingsschwestern Elisabeth, Eva und Erika ihren letzten gemeinsamen Geburtstag, den 75. Nur wenige Monate später starb Erika und am 24. August 2004 dann Dr. Elisabeth Kübler- Ross . 2
In ihrem und mit ihrem Leben hat sie meiner Meinung nach ein großes und wichtiges Zeichen gesetzt: Sie hat gezeigt, dass wir nicht nur an das glauben dürfen, was wir sehen und anfassen können, sondern dass auch das existiert, was nicht bewiesen werden kann. Vor Dingen wie dem Tod dürfen wir die Augen nicht verschließen, vor allem auch nicht vor den Sterbenden, denn:
„(…) die besten Lehrer dieser Welt sind sterbende Patienten.“ 3
2.2.2 Ihre Einstellung zum Tod
„Wenn ich mit diesem Leben fertig bin, werde ich auf die höchste mir mögliche Ebene gehen, und ich glaube nicht, dass ich freiwillig auf diese Erde zurückkommen werde. Dort werde ich allen meinen geistigen Freunden und Schutzengeln begegnen, mit Jesus auf den Sternen tanzen, und mit meinem Mann, allen meinen Patienten, meinen Großeltern und Eltern ein Wiedersehen feiern. Dort gibt es nur Frieden, Harmonie und Verständnis. So werden Sie, meine lieben Leserinnen und Leser, verstehen, wenn ich sage: „Ich sehne mich danach, nach Hause zurückzugehen.““ 1
Jene These über den Tod und das Leben danach versuchte die Schweizer Ärztin Dr. Elisabeth Kübler- Ross allen Menschen klarzumachen, die ihre Vorlesungen besuchten, ihre Bücher lesen oder an ihren Workshops teilnahmen, aber auch allen anderen, die nicht daran glauben, was sie, wie sie selbst sagt, wusste. Für sie ist es nicht mehr eine Frage des Glaubens, sondern
2 vgl.: Film: Haupt, Stefan: Dem Tod ins Gesicht sehen
3 Kübler- Ross, Elisabeth Dr.: Über den Tod und das Leben danach. Güllesheim ³² 2004, S. 27
1 Kübler- Ross, Elisabeth Dr.: Sehnsucht nach Hause. Güllesheim (4. Ausgabe) 2003, S. 56- 57
Fachbereichsarbeit Lisa Scharnreitner - 46 -
dass ein Leben nach dem Tod existiert, dass es den Tod im Grunde gar nicht gibt und dass es nach unserem Tod genau so sein wird, wie es uns Menschen berichten, die Nahtoderfahrungen machten.
Nach der Meinung von Dr. Elisabeth Kübler- Ross erlebt jeder den Übergang vom Leben in den Tod gleich, vollkommen unabhängig davon, ob es sich um den Tod eines Christen, Hindu, Moslem, Ureinwohner Australiens oder eines Ungläubigen handelt. Somit kann man den Tod als das gleiche Geschehen wie die Geburt erahnen. Wenn das eine ein so wundervolles Ereignis ist, warum müssen wir dann den Tod als etwas so Schreckliches sehen? Dr. Elisabeth Kübler- Ross spricht keineswegs davon, dass sie an ein Leben nach dem Tod glaubt, an dieses Weiterleben und dieses wundervolle Ereignis, sondern dass sie weiß, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Wie schon erwähnt sieht sie das Sterben wie das Heraustreten eines Schmetterlings aus einem Kokon. Und dies ist eine wundervolle Erklärung, wenn man sich vorstellt, dass unser Körper tatsächlich nur dieser Kokon ist, denn dann haben wir eine bildliche Vorstellung davon, wie schön es wird, wenn wir sozusa gen aus diesem Kokon heraustreten und ein Schmetterling werden. Egal ob man durch Mord, Selbstmord, eine Krankheit oder einen Unfall stirbt, es geschieht jedem das Gleiche und jeder wird als wunderschöner Schmetterling herausflattern und in einer schöneren Welt weiterexistieren.
Die Schweizer Ärztin ist weiters davon überzeugt, dass es ein Geschenk gibt, das uns allen von Gott gegeben wurde, und das ist der freie Wille. So können wir vieles ohne den Einfluss Gottes bestimmen. Damit hat man auch die Wahl, Energien positiv oder negativ zu nutzen. Was auch immer mit uns beim Tod geschieht, wir werden alles mit einer neuen, uns bisher unbekannten Wahrnehmung aufnehmen, in einer Zeit, in der wir keine Atmung, keinen Puls und keine messbaren Hirnwellen mehr haben.
Eine Möglichkeit um den Tod nach Dr. Elisabeth Kübler- Ross zu definieren wäre, dass man das Erdenleben als eine Schule bezeichnet, in der man Prüfungen bestehen muss und man bestimmte Dinge lernen muss. Sobald man diese Schule geschafft hat, darf man nach Hause gehen, in diesem Fall ist das dort, wo wir hinkommen, wenn wir gestorben sind, wir dürfen also zurückkehren. Wenn sich Menschen fragen, warum kleine Kinder oder junge Leute schon sterben müssen, ist Dr. Elisabeth Kübler- Ross` Antwort ganz einfach: diese haben sehr
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verschieden. Wovor sich wohl jeder von uns fürchtet ist, am Bett eines Sterbenden sitzen zu müssen und ihm beim Sterben zusehen zu müssen. Die Schweize r Ärztin sieht das aber als Geschenk. Dabei kann man ganz herrliche und liebe Dinge erleben. In einer derartigen Situation können uns die Sterbenden selbst lernen, wie man mit dem Tod umgehen kann. 1
Abb.10
In einer ihrer Vorlesungen sagte Dr. Elisabeth Kübler- Ross einmal etwas, was sehr wichtig ist, vor allem für jene, von denen ein Angehöriger, Bekannter oder guter Freund im Koma liegt: Auch dann ist es nicht zu spät, sich für etwas zu entschuldigen, zu sagen „Ich hab dich lieb“ oder sich zu verabschieden, falls man mit Sicherheit weiß, dass der Betroffene bald sterben wird. Der Patient bekommt auch in einem sehr tiefen Koma alles mit , was einem gesagt wird, auf jeden Fall nimmt das Unterbewusstsein das auf. Und am allerwichtigsten ist, dass man weiß, dass es auch nach dem Tod eines Angehörigen nie zu spät ist, ihm etwas zu sagen, denn auch dann hört er es und nimmt es wahr.
Verstorbene, die im Leben blind waren, können wieder sehen, die, die taub waren, können wieder hören und die Menschen, die im Rollstuhl saßen, können wieder gehen. So erging es einer Patientin von Dr. Elisabeth Kübler- Ross, die an Multipler Sklerose litt und nicht mehr gehen konnte. Sie hatte ein Nahtoderlebnis und erzählte dann der Ärztin fröhlich, dass sie währenddessen wieder hatte tanzen können. Dr. Elisabeth Kübler- Ross weiß - wie bereits erwähnt - von der Existenz von Schutzengeln, die uns alle stets begleiten. Besonders Kinder sind sich bewusst, dass sie auf diese Art und Weise begleitet werden, sie sprechen auch mit ihnen und nennen sie vielleicht auch ihre „Spielgefährten“. Wenn das Kind dann älter wird, sind es meistens die Eltern, die ihm diesen „imagin ären“ Freund ausreden. Nun hat es richtige Freunde und diesen imaginären „Spielgefährten“ längst vergessen. So erlebte Dr. Elisabeth Kübler- Ross auch eine Patientin, die ihrem damaligen „Spielgefährten“ am
1 vgl.: Kübler- Ross, Elisabeth Dr.: Sehnsucht nach Hause. Güllesheim (4. Ausgabe) 2003
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immer begleitet hatte und für sie sichtbar gewesen war. Die Schweizer Ärztin selber durfte in einem Nahtoderlebnis als Schweizerin einen Alpenpass mit Alpenblumen überqueren. 1
Die ihr wichtigsten Thesen, so etwa ihre Einstellung zum Tod, versuchte Dr. Elisabeth Kübler- Ross immer wieder auf verschiedenste Art und Weise aufzuzeigen. Für sie war, wie schon festgestellt, die bedingungslose Liebe das Allerwichtigste im Leben. „Richtig leben heißt im eigentlichen Sinne lieben lernen.“ 2 Unter Liebe versteht sie aber nicht nur, dass man sich gern hat, dass man sich verliebt und sich das auch zeigt, sondern sie versteht darunter das Leben wie auch den Tod, die in ihren Augen ein und dasselbe sind. Vor allem auch glaubt sie nicht an Zufälle. Es gibt etwas, wovon Dr. Elisabeth Kübler- Ross in ihren Büchern schreibt oder worüber sie in ihren Vorlesungen spricht, das kaum einer von uns versteht oder je verstehen wird, weil es einfach zu schwierig ist, um verstanden zu werden: Alles, wirklich alles, was einem im Leben wiederfährt, ist ein Geschenk, keine Strafe. Damit meint sie auch Schicksalsschläge, Krankheiten, den Verlust eines oder mehrerer geliebter Menschen und Leidenserfahrungen. Laut der Ärztin sind das Erfahrungen, die uns helfen, zu wachsen und zu reifen.
Das ist einerseits schwer zu verstehen, da es verständlicherweise grausam ist, mit einem derartigen Schicksal fertig zu werden, andererseits könnte man sich schon mit dem Gedanken anfreunden, dass es nichts Grausames und Schlechtes im Leben gibt. Wenn wir daran glauben würden, müssten wir uns um nichts mehr Sorgen machen und keine Angst mehr haben. Es ist im Grunde tatsächlich so, dass die meisten Menschen nach einem schweren Schicksalsschlag reifen und wachsen, da sie zum Beispiel plötzlich Verantwortung übernehmen müssen und es schaffen, eine Situation zu meistern, von der sie vorher nie geglaubt hätten, das zu können. Und es ist schier unmöglich, zu wachsen, wenn es einem ständig gut geht, wenn man nie im Leben auch nur ein winziges Problem hat. Den Zuhörern einer Vorlesung nennt Dr. Elisabeth Kübler- Ross ein Beispiel von einer Frau, die sich in einer ihrer Arbeitsgruppen befand. Diese junge Frau war Mutter zweier Kinder und alleinerziehend. Was ihr sehr zu schaffen machte, war ihr zweites Kind, welches geisteskrank war und nicht einmal imstande dazu war, die Frau als seine Mutter wahrzunehmen. Das war ein sehr schwerer Schlag für sie, und allmählich begann sie die Schuld Gott zu geben und ihn sogar zu beschimpfen. Doch mit der Zeit begann
1 vgl.: Kübler- Ross, Elisabeth Dr.: Über den Tod und das Leben danach. Güllesheim ³² 2004
2 Kübler- Ross, Elisabeth Dr.: Über den Tod und das Leben danach. Güllesheim ³² 2004, S. 23
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sie fand eine Antwort darauf, welche sie in einem von ihr verfassten Gedicht zum Ausdruck brachte, obwohl sie keine Dichterin war. In dem Gedicht identifiziert sie sich mit ihrem Kind, welches zu seiner Patentante spricht. Man kann darin sehr genau erkennen, dass so ein Kind lieben kann. Es kann es vielleicht nicht zeigen, kann es nicht in Worten ausdrücken oder „Mama“ sagen, aber es kann lieben, und daher kann man auch das Kind lieben. Es kann vielleicht nicht von den Augen anderer so gesehen werden, aber ihm wird die Ewigkeit gehören, da es nur das Gute und das Gutsein kennt.
Auch an diesem Beispiel erkennt man wiederum die Bedeutung der Liebe. Und zum Abschluss nochmals die entscheidende Frage: Worum geht es nun bei Dr. Elisabeth Kübler- Ross tatsächlich? Um Leben und Tod, die für sie EINS sind. Für sie ist der Tod wie ein Wintermantel, den man im Frühling ablegen muss, da er schon zu abgetragen ist. Sie kennt keine Angst vorm Sterben, denn nicht einer ihrer Patienten, der ein Nahtoderlebnis hatte, fürchtet sich seither davor. 2
2.3 Die Rolle des Mediums als Verbindung zwischen Verstorbenen
und Hinterbliebenen
2.3.1 Was ist ein Medium?
Fakt ist, dass es Menschen gibt, die tatsächlich mit Geistern und Verstorbenen in Kontakt treten können. Mit diesen werde ich mich in diesem Kapitel konkret befassen . Im Grunde ist ein Medium nicht schwer zu beschreiben. Ein Medium hat übersinnliche Wahrnehmungen und kann somit die Lücke zwischen Lebenden und Toten schließen. Das Medium kann sich zum Beispiel selbst in Trance versetzen, kann dabei seinen Körper verlassen, sodass ein Geist in diesen Körper eindringen und sprechen kann. Dies geschieht beim sogenannten medialen Sprechen. 1
1 Kübler- Ross, Elisabeth Dr.: Über den Tod und das Leben danach. Güllesheim ³² 2004, S. 31
2 vgl.: Kübler- Ross, Elisabeth Dr.: Über den Tod und das Leben danach. Güllesheim ³² 2004
1 vgl.: http://www.mystikwelten.de/g_beschwoerung.html
Fachbereichsarbeit Lisa Scharnreitner - 50 -
nicht um eine Begabung wie zum Beispiel gut singen zu können, sondern um eine mediale Begabung. Sie haben die Fähigkeit, Geister wahrzunehmen, sie zu sehen und mit ihnen kommunizieren zu können. Es besteht eine Verbindung zur Parapsychologie. Im Okkultismus heißt es, dass jeder Mensch eine mediale Begabung hat. Es gibt verschiedene Arten von Medien. So arbeiten manche als Trance- Medien, andere als Engel- Medien. Manche können hellsehen oder haben telekinetische Fähigkeiten.
Im Allgemeinen kommt das Wort „Medium“ aus dem Lateinischen und heißt über setzt „Mitte(lpunkt)“, es ist ein Übermittler oder Träger von Etwas oder Jemandem. Im Okkultismus und der Esoterik ist ein Medium eine Person, die Nachrichten von Verstorbenen bzw. Geistern empfangen kann. Dabei befindet es sich in einem veränderten Bewusstseinszustand. Oft hält man sogenannte Sèancen ab, bei denen man mit Toten in Verbindung tritt und den anwesenden Angehörigen deren Botschaft übermittelt. Wenn sich das Medium in einem Trance- Zustand befindet, kann das dazu führen, dass es sich danach an nichts mehr erinnern kann. Währenddessen jedoch nimmt das Medium die Gestik und Mimik des Verstorbenen auf und kann zu den Angehörigen sprechen. Medien treten in zahlreichen Kulturen Afrikas und Eurasiens auf. Manche behaupten von Medien, sie seien Betrüge r und Scharlatane, andere glauben fest daran, dass es unmöglich ist, etwas Derartiges zu inszenieren und dass alles nur gelogen ist. 2
Der Blickwinkel der Betrachtungsweise kann verschieden sein, es gibt jedoch Medien wie Paul Meek, die die breite Masse - manchmal auch via TV - von einem Leben nach dem Tod und der Kommunikation mit Geistern überzeugen konnten. Es existieren tatsächlich Bilder und Fotos von Geistern und bereits Verstorbenen, die tatsächlich echt und real aussehen. Trotzdem bleibt die Frage: gibt es Geister wirklich oder ist alles nur ein Betrug?
2 vgl. : http://www.ilexikon.com
Fachbereichsarbeit Lisa Scharnreitner - 51 -Abb.11
Ein interessantes Foto von Marek W. aus Vancouver, aufgenommen in Österreich 1999.
Sein Bericht:
“Vor einigen Tagen bin ich von einer Europareise zurückgekehrt. Unter anderem habe ich auch mehrere alte Schlösser in Öster reich
besucht, deren Räumlichkeiten ich dann auch fotografiert habe. Nachdem ich nun meine entwickelten Urlaubsfotos zurück bekommen
habe, entdeckte ich DAS hier! Ich versichere, dass sich während der Aufnahme niemand außer mir vorne in dem Raum befand, nu r eine
Gruppe von anderen Touristen hinter meinem Rücken. Die Gestalt auf dem Foto habe ich nie zuvor gesehen und mir ist völlig unerklärlich,
Abb.12 Abb.13 Es hat den Anschein,
als ob der Herr ein Art Medium ist und daher mit dem Geist in Kontakt getreten ist. 1
1 http://www.gespensterweb.de
Fachbereichsarbeit Lisa Scharnreitner - 52 -
Diese Foto wurde von renommierten Institutionen untersucht und auf seine Echtheit überprüft. Es besteht hier kein Fall von Foto- Montage. Von Experten wird dieses Bild also für echt gehalten. 2
2.3.2 Paul Meek und andere erfolgreiche Medien
Eines der zahlreichen bekannten Medien ist wie schon erwähnt Paul Meek. Dieser Mann zählt zu den bekanntesten und erfolgreichsten Medien überhaupt und ist einer von denen, die mit ihrer Arbeit Gänsehaut erzeugen können. Paul Meek ist ein britisches Medium und erkannte schon als Kind seine Fähigkeiten für Übernatürliches . Seine ersten Begegnungen mit Wesen aus der anderen Welt machte Paul Meek im Kindesalter bei morgendlichen Schulandachten. Damals sah er Engel, die sich in einem strahlenden Licht zeigten. Für ihn war es aber nichts Ungewöhnlich, da er dachte, dass jedes Kind diese Engel sehen würde. Nach und nach hatte Meek weitere ähnliche Begegnungen, er traf zum Beispiel eine weiß gekleidete Dame und einen prachtvollen Indianer. Und eine Erfahrung wird ihm immer in Erinnerung bleiben, nämlich sein Nahtoderlebnis als Kind.
Damals erkrankte Paul Meek an einer Gehirnhautentzündung. Als ihn die Ärzte und Schwestern auf dem Krankenbett durch die Gänge des Krankenhauses schoben, verließ er plötzlich seinen Körper und sah ein wunderschönes Licht vor sich. Überall sah er friedliche und fröhliche Gesichter, während er unter sich seinen zerbrechlichen Körper erkennen konnte, umgeben von den Krankenschwestern, Ärzten und den weinenden Eltern. Doch er wurde wieder zurückgeschickt, befand sich schnell wieder in seinem Körper und erholte sich nach einiger Zeit wieder von der schweren Krankheit. Immer wieder wurde er von seinen Freunden, die nicht aus dieser Welt waren, besucht. Und mit der Zeit bemerkte Paul Meek, dass nur er diese Wesen wahrnahm und dass nur er diese Freunde hatte, denn die anderen konnten jene nicht sehen.
Er erlebte als Kind wie auch als Jugendlicher einige Dinge, die sich nicht erklären lassen. Er besuchte eine Spiritualist Church, wo Heiler kranke Menschen nur mit Händeauflegen heilen konnten. Dort lernte er in einem Gottesdienst ein weibliches Medium kennen, das mit Wesen aus der anderen Welt kommunizierte. Die Frau wandte sich auch Paul zu und sagte ihm, dass er einmal Musik studieren würde und das „geborene Medium“ sei. Außerdem erwähnte sie,
1 http://www.wfg-gk.de/ mystik10.html
2 vgl.: http://www.gespensterweb.de
Fachbereichsarbeit Lisa Scharnreitner - 53 -
Indianer, der Paul im Krankenhaus immer wieder erschienen war. Außerde m sagte sie, sie würde seinen Großvater sehen. Er erschien Paul in der folgenden Nacht. Das waren beeindruckende Erlebnisse, aber eines wusste Paul: Er wollte bestimmt kein Medium werden, sondern Priester und Opernsänger. Die Musik war schon damals etwas, das ihm größte Freude bereitete. So kam es tatsächlich zu einem Musikstudium in London, und er wurde als Opernsänger am Covent- Garden London und bei den Bayreuther Wagner- Festspielen angestellt. Später wurde er doch ein Medium, ein sehr erfolgreiches so gar. Auf Grund einer langen Ausbildung und durch seine überragende hellseherische Begabung zählt er heute zu den begabtesten britischen Medien.
Paul Meek sieht seine Fähigkeiten als Geschenk Gottes, welches er heute in seinem Beruf einsetzt. Er hat bereits als Heiler gearbeitet, sich mit Trance befasst und auch Psychometry angewendet. Das Medium hält dabei einen Gegenstand in der Hand. Durch dessen Vibrationen erhält man Informationen über den Inhaber. Mit der Arbeit als Heiler hat Paul Meek heute nichts mehr zu tun, da er diese Aufgabe lieber anderen überlassen möchte. Er arbeitet jedoch immer mit Trance, das aber nur privat oder zu Lehrzwecken. Als Medium tritt Paul Meek oft in Kirchen in London und Umgebung auf. Seine Arbeit liegt darin, die Botschaften von Verstorbenen aufzunehmen und sie an die Zuhörer weiterzugeben. Auch heute noch kommuniziert er mit Verstorbenen. Er möchte den Menschen bewusste machen , dass sie immer bei uns sind und weiter mit uns in Liebe verbunden bleiben. „Nichts ist so natürlich, als dass wir mit ihnen kommunizieren!“ 1
Einmal erwähnte Paul Meek auch, wie man einem Kind den Tod der Großmutter erklären könnte. Dem Kind sollte gesagt werden, dass es sich in einem Haus im Erdgeschoss befinde und die Großmutter nun im ersten Stock des Hauses sei. Sie könne immer ins Erdgeschoss blicken, um das Kind zu beschützen, und eines Tages werde es selbst im ersten Stock bei der Großmutter sein. Aber auch Erwachsenen muss manchmal gesagt werden, wie man mit dem Tod umgehen soll. Paul Meek versucht sein Publikum von der Anwesenheit von Geistern und Verstorbenen zu überzeugen und zu beweisen, dass sie existieren. Immer wieder konnte Paul Meek in seinen Sitzungen Tatsachen über Verstorbene sagen, die er vorher nicht wissen konnte. So teilte er einer Frau, die um ihren toten Vater trauerte, die Todesursache, den
1 Meek, Paul: Der Himmel ist nur einen Schritt entfernt. München (7. Auflage) 2003, S. 95
1 Meek, Paul: Der Himmel ist nur einen Schritt entfernt. München (7. Auflage) 2003, S. 134
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erfahren zu haben. Er schaffte es, dass sich Verwandte wieder vertragen konnten, obwohl einer von ihnen bereits verstorben war, denn Paul Meek kann als Medium mit Verstorbenen kommunizieren und sie sehen, und er beschreibt sie stets als glücklich. Er sieh t es als sehr wichtig an, dass man nicht zerstritten auseinander geht, denn Verzeihung ist eines der wichtigsten Dinge im Leben. Sehr interessant ist, was Paul Meek bei Frauen aufgefallen ist, die schon einmal eine Fehlgeburt hatten. Dieses Schicksal erklä rt er, indem er sagt, dass eine Seele, die sich entschließt, in einem weiblichen Körper zu leben, plötzlich doch als Mann leben möchte. Wenn es also nach der Ausbildung der Geschlechtsteile zu einer Fehl- oder Totgeburt kommt, bringen nach den Beobachtunge n von Paul Meek die betroffenen Frauen danach ein Kind zur Welt, das genau das andere Geschlecht hat, doch die Seele bleibt die gleiche. Paul Meek glänzt mit seinen Fähigkeiten nicht nur bei öffentlichen Sitzungen, sondern auch im Fernsehen. Er hat es über die Grenzen Englands hinausgeschafft und man könnte ihn als eine spirituelle Telefonzentrale zwischen den Verstorbenen und den
Hinterbliebenen bezeichnen. Heute lebt Paul Meek in München und arbeitet weiterhin als Medium, Einzelsitzungen sind leider nicht möglich. 2
Abb.14 Abb.15
Natürlich ist Paul Meek nicht das einzige erfolgreiche Medium.
James Van Praagh zum Beispiel ist ebenfalls sehr erfolgreich und auch seine Begabung liegt darin, mit dem Geist von Verstorbenen zu kommunizieren. Er wurde in New York geboren und interessierte sich schon als Kind für die Thematik Tod. Nach einiger Zeit machte er Gebrauch von dieser Gabe und schrieb Bücher wie „Jenseitsbotschaften“ und „Jenseitswelten“, in welchen er Trost und Zuversicht schenkt. James Van Praagh hält
2 vgl.: Meek, Paul: Der Himmel ist nur einen Schritt entfernt. München (7. Aufl age) 2003
Fachbereichsarbeit Lisa Scharnreitner - 55 -
nach dem Tod preisgibt und vermittelt. 1
Zu anderen Medien, die sich mit dem Schreiben von Büchern einen Namen gemacht haben, sind Dr. Varda Hasselmann und Karina Traxinger zu zählen. Dr. Varda Hasselmann wollte ursprünglich eine Universitätskarriere machen, machte dann aber ihre mediale Begabung zum Beruf. Sie hält Vorträge, arbeitet als Trance- Medium und schrieb gemeinsam mit ihrem Energiepartner Frank Schmolke die Bücher „Welten der Seele“ und „Archetypen der Seele“. Karina Traxinger wurde unter anderem berühmt durch ihr Buch „Das Jenseits blinkt Dir zu. Erfahrungen eines Mediums und das Werkzeug zum Medialen.“ 2
Es gibt sehr viele Medien in unserer Welt, die auf jeden Fall unsere Bewunderung verdient haben. Vor allem sollte man ihnen Glauben schenken und ihre Arbeit ernst nehmen.
3. Eine abschließende Auswertung und subjektive Weiterverarbeitung von Theorien und Thesen zum Grenzbereich Leben- Tod
3.1 Eine persönliche Auseinandersetzung und eigene Erfahrungen mit der Gesamtthematik
Wie schon im Einleitungsteil gesagt: Ich hätte diese Fachbereichsarbeit vielleicht nicht geschrieben, wenn ich nicht schon selbst Erfahrungen mit übernatürlichen und unerklärlichen Dingen gemacht hätte. Es gibt Erlebnisse, über die ich berichten möchte. Die grundsätzliche Frage ist, ob sie aus einem einfach erklärlichen Grund passiert sind, oder ob sie tatsächlich etwas mit Übernatürlichem zu tun haben.
Soweit ich mich erinnern kann, machte ich meine erste derartige Erfahrung bei einer Freundin, als sie mir erzählte, sie hätte von einem Mädchen gehört, das mit einem verstorbenen Verwandten schriftlich kommunizieren könne. Wir waren damals ungefähr neun Jahre alt und wurden neugierig. Wir entschlossen uns, das selbst auszuprobieren. Wir setzt en uns in einen Raum und schrieben an einen verstorbenen Verwandten. Dann gingen wir hinaus in der Hoffnung, dass die Person bzw. der Geist zurückschreiben würde. Nach ungefähr zehn
1 vgl.: http://www.sat1.de/shows/vera
2 vgl.: http://www.amazon.de
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machten das eigentlich nur aus Spaß. Aber uns fiel trotzdem etwas auf: auf dem Papier meiner Freundin, auf dem sie an einen alten Mann, der mit ihr verwandt gewesen war, geschrieben hatte, befanden sich einig schwarze, schmutzige Fingerabdrücke. Wir nahmen ein anderes weißes Papier und drückten unsere Finger darauf, um zu testen, ob sie vielleicht von uns kamen. Aber unsere Hände waren sauber. Das Papier war auch vorher sauber gewesen, bevor wir es verwendetet hatten. Wir fragten die Familie meiner Freundin, aber keiner von ihnen war während unserer Abwesenheit in dem Raum gewesen und hatte den Zettel berührt. Dann erinnerte sich meine Freundin daran, dass dieser Verwandte oft schmutzige Hände gehabt hatte, da er gelegentlich Fahrräder reparierte. Ich will nicht sagen, dass das ein großartiges übernatürliches Ereignis war, vielleicht hatten wir uns das alles nur eingebildet…
Bei der Party zu meinem 14. Geburtstag fingen einige Freundinnen und ich mit dem „Glas` l rucken“ an. In den folgenden Jahren interessierte ich mich immer mehr für dieses „Spiel“ und manchmal saßen wir stundenlang da um es immer wieder zu versuchen. Wir schrieben auf einen großen Zettel in die Mitte JA und NEIN, rundherum das ABC und die Zahlen von null bis neun. In die Mitte stellten wir ein umgedrehtes kleines Glas, legten dann alle ganz sanft den Zeigefinger darauf, zündeten rund um uns ein paar Kerzen an und riefen einen Geist. Vieles war dabei für uns tatsächlich unerklärlich und mysteriös. So stellten wir manchmal Fragen, die wir selbst nicht beantworten konnten, deren Antworten wir aber später nachprüfen konnten. So etwa lautete eine Frage: Wie viele Lampen befinden sich in diesem Raum? Ich weiß noch, dass wir diese Frage bei mir zuhause in der Küche stellten, in welcher sich einige Lämpchen an der Decke befinden, von deren Anzahl ich wirklich keine Ahnung hatte. Das Glas bewegte sich bei uns immer sehr schnell, manchmal so schnell, dass wir kaum noch folgen konnten.
Es war richtig anstrengend, die Antwort mitzulesen. Das Glas antwortete bei dieser Frage mit einer Zahl. Wir zählten daraufhin die Lampen und Lämpchen nach, und die Antwort stimmte. Wir wollten uns selbst beweisen, dass die Antworten nicht aus unserem Unterbewusstsein kamen und wir vielleicht das Glas selbst bewegt hatten. Immerhin meinen diejenigen, die nicht an „Glas` l rucken“ glauben, dass das Glas unbewusst bewegt wird und die Antworten aus dem Unterbewusstsein kommen. Mit unseren Experimenten bewiesen wir aber eindeutig das Gegenteil. Man kann auch nicht davon ausgehen, dass sich eine aus unserer Runde einen Scherz erlaubt hat und das Glas geschoben hat. Immerhin hätte wohl keiner Lust, das sechs Stunden lang durchzuziehen, denn so lange saßen wir manchmal dabei. Einmal gingen wir
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aus Holz, welches drei Tischbeine hatte, zwei aus Holz und eines war ein kleiner Bleistift. Wenn dieses also zu rücken begann und wir eine Frage stellten, fuhr es teilweise nicht zu den Buchstaben, sondern so über das Papier, dass am Ende ein Wort dastand. Wir fragten zum Beispiel nach dem Namen meines Lieblingsschauspielers. Das Tischchen begann wie verrückt und sinnlos umherzufahren, denn es bewegte sich nicht zu den Buchstaben hin, sondern Richtung Mitte. Als es plötzlich stehen blieb, rückten wir es ein Stück zur Seite, und tatsächlich stand da der Name meines Lieblingsschauspielers, geschrieben mit dem Bleistift des Tischfußes!
Das Furchteinflössendste war, wenn wir fragten, wo sich denn der Geist, mit dem wir gerade kommunizierten, gerade befindet. Mit einer großen Geschwindigkeit bewegte sich dann das Glas vom Papier herunter, über den Tisch oder den Boden und fuhr zwischen zwei Personen unserer Gruppe durch. Man kann schon sagen, dass es ein eigenartiges Gefühl ist zu erfahren, dass neben einem ein Geist stehen könnte. Oft kamen zu diesen Erlebnissen auch noch heftig und plötzlich flackernde Kerzen dazu, ein Räuspern aus einem anderem Zimmer, in dem sich niemand befand, oder laute Geräusche…
In Bezug auf Geister habe ich wirklich schon einiges erlebt. Aber auch Erzählungen von Freunden lassen mich immer wieder erschaudern. So geschah es einmal, dass mich eine Freundin anrief und mir erzählte, sie hätte in der Nacht einen Engel oder einen Geist gesehen, vor dem sie aber keineswegs Angst gehabt hatte. Ich frage mich immer wieder, warum so viele glauben, dass Erlebnisse wie diese reine Einbildung sind.
Ich selber glaube ganz fest daran, dass wir auf einer anderen Ebene weiterleben werden, dass wir nach dem Tod „nachhause“ gehen, unsere Verwandten und Freunde wiedersehen werden und es uns besser gehen wird als hier. Ich bewundere Persönlichkeiten wie Dr. Elisabeth Kübler- Ross, die es geschafft hat, manche Menschen von einem Leben nach dem Tod zu überzeugen. Ich finde es auch schade, dass viele unter uns den Medien keinen Glauben schenken. Es kann nicht sein, dass zahllose Personen unter Halluzinationen leiden, verrückt sind oder betrügen, um Geld zu verdienen. Genauso frage ich mich oft, warum wir nicht offen über den Tod sprechen können. Warum schaffen wir es nicht, zu sagen: „Hey, was soll ich eigentlich machen, wenn du nicht mehr da bist? Darf ich dann trotzdem noch glücklich sein?“ Natürlich ist es unglaublich traurig, wenn jemand stirbt, den man liebt, und es ist bestimmt
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Namen des Buches von Paul Meek habe ich ins Herz geschlossen, da es nicht nur der Titel eines Buches ist, sondern meiner Meinung nach auch sehr vieles aussagt:
Der Himmel ist nur einen Schritt entfernt.
3.2 Zusammenfassende Erkenntnisse
Am Ende dieser Fachbereichsarbeit versuche ich noch zusammenzufassen, zu welchen Erkenntnissen ein Verfasser oder Leser dieser Fachbereichsarbeit gelangen könnte. Dezidiert festgestellt werden sollte, dass alle Informationen über Dr. Elisabeth Kübler - Ross, Paul Meek oder auch über Nahtoderlebnisse auf Tatsachen beruhen. Auf jeden Fall lässt sich aus all dem schließen, dass es sehr viel Mysteriöses in unserer Welt gibt, was sich einfach mit unserem Wissen nicht erklären lässt. Daran wird sich auch in nächster Zeit nichts ändern. Der Tod ist das größte Geheimnis für uns Menschen, das einzige Geheimnis, das uns seit dem Beginn unserer Existenz begleitet. Dennoch werden wir immer wieder damit konfrontiert, vermehrt im Fernsehen, oft auch in der Realität. Auch durch die Religion werden wir immer wieder an diese Thematik erinnert. Im Christentum etwa geht es stets um die Auferstehung und auch um die Gnade Gottes. Doch auch in jeder anderen Religion spielt der Tod eine wichtige Rolle, obwohl überall anders damit umgegangen wird. Weiters steht fest, dass sich fast jeder von uns einmal mit der Trauerbewältigung beschäftigen muss.
Wichtig ist: Die Trauer ist etwas, das uns reifen lässt. Das ist sowohl die Meinung von zahlreiche Psychologen als auch die von Dr. Elisabeth Kübler- Ross. Jedem von uns kann es passieren , dass man eines Tages alt, schwer krank und zerbrechlich im Krankenhaus oder in einem Hospiz liegt und auf den Tod wartet. Eine Sterbebegleitung kann in diesem Fall nützlich sein. Hospize sind die wohl wichtigsten Einrichtungen dafür. Die Sterbehilfe wiederum ist und bleibt umstritten und hat sowohl ihre positiven als auch ne gativen Seiten. Die Frage, wer das Recht hat, über den Tod zu entscheiden, ist nicht lösbar. Kann man das selber, können Angehörige entscheiden, die ihren Verwandten einfach nicht mehr leiden sehen können, entscheiden die Ärzte, oder kann nur Gott die Entscheidung treffen? Betrachtet man die Thematik Tod, befasst man sich aber nicht nur mit der Trauer und der Frage, wie man sterben wird, sondern auch mit den mysteriösen Dingen im Leben, die sich kein Physiker oder Chemiker erklären kann. Dazu gehören Nahtoderlebnisse oder Geistererscheinungen. Wenn das Herz mancher Menschen nicht mehr schlägt und die Ärzte
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Menschen etwas Unerklärliches. Manchmal sehen wir aber Verst orbene auch in der realen Welt, Medien können mit ihnen sogar in Kontakt treten und mit ihnen kommunizieren.
Klar geworden ist: So sehr sich engagierte Personen auch bemühen, ein Leben nach dem Tod zu beweisen, den Mitmenschen klarzumachen, dass es nach dem Tod weitergeht, wie es zum Beispiel Dr. Elisabeth Kübler- Ross versucht hat, muss man sich eingestehen, dass ein Beweis nie möglich sein wird. Die Haltung dem Tod gegenüber bleibt gespalten. Während sich die einen den ganzen Tag damit beschäftigen, sic h Sorgen zu machen und Angst vor dem Sterben zu haben, gehen andere problemlos und locker durchs Leben, da sie alles, was geschieht, als etwas ansehen, das sowieso nicht aufzuhalten ist. Grundsätzlich fürchten wir alle den Tod, obwohl niemand von uns weiß, wie und was er wirklich ist.
Abschließend möchte ich feststellen, dass es meiner Meinung nach einfach zu viele Hinweise auf ein Leben nach dem Tod gibt, als dass man daran vorbeigehen könnte.
Ich glaube an die Unsterblichkeit der Seele. Die Wissenschaft hat uns
bewiesen, dass nichts sich in nichts auflöst. Also können sich auch
das Leben und die Seele nicht in nichts auflösen und sind daher
unsterblich.
(Wernher von Braun, deutsch-amerikanischer Raketenforscher [1912 - 1977]) 1
1 http://www.martin-wuppertal.de/zitate/zitat13.html
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NACHWORT:
Das ewige Geheimnis des Lebens ist der Tod. Das war immer so, ist heute so und wird ziemlich sicher auch immer so bleiben. Trotzdem gibt es vie le Medien, die uns versichern, mit Toten und Geistern kommunizieren zu können. Dr. Elisabeth Kübler- Ross hat sich bis zu ihrem Tod mit dem Leben danach befasst und freute sich am Ende ihres Lebens auf das Sterben. Es gibt so viele unerforschte Dinge, die man nicht beweisen kann, die aber trotzdem da sind. Und was immer da sein wird, ist der Tod. Er ist unser ständiger Begleiter und jeder muss sich auf seine eigene Art und Weise damit auseinandersetzen, spätestens dann, wenn er selber dem Tod ins Auge schaut. Es gibt Einrichtungen wie Hospize, die uns das Sterben erleichtern. Dennoch werden Sterbehilfe und Hospizbewegungen noch lange ein sehr umstrittenes Thema bleiben.
Die Einstellung zum Tod und dem Leben nach dem Tod ist nicht nur von Mensch zu Mensch, sondern auch von Religion zu Religion verschieden. Während die einen an eine Wiedergeburt glauben, glauben die anderen an die Auferstehung.
Fachbereichsarbeit Lisa Scharnreitner - 61 -
stichfeste Antwort erhalten. Ich für meinen Teil muss sagen, dass ich so viel Angst vorm Leben habe, dass ich gar keine Zeit mehr dafür habe, mich vorm Tod zu fürchten.
LITERATURVERZEICHNIS:
Bücher:
Höfler, Anne Elisabeth: Die Geschichte der Hospizbewegung in Österreich. 2001
Kübler- Ross, Elisabeth Dr.: Sehnsucht nach Hause. Güllesheim (4. Ausgabe) 2003
Kübler- Ross, Elisabeth Dr.: Über den Tod und das Leben danach. Güllesheim ³² 2004
Meek, Paul: Der Himmel ist nur einen Schritt entfernt. München (7. Auflage) 2003
Schwikart, Georg: Tod und Trauer in den Weltreligionen. Gütersloh (Originalausgabe) 1999
Zeiger, Josef Dr.: Kulturhistorische Studie über den Tod. Grieskirchen
Zeitungen:
Helmberger, Doris: „Der Missbrauch liegt auf der Hand“. In: Die Furche 15.4.04
Tod und Trauer in der heutigen Zeit. In: SN 4.10.04
Internet:
http://memopolis.uni-regensburg.de
http://www.amazon.de
http://www.das-weisse-pferd.com
http://www.dioezese-linz.at
Fachbereichsarbeit Lisa Scharnreitner - 62 -
http://www.elisabethkublerross.com/German/
http://www.epm-production.de/unsterblich/
http://www.gespensterweb.de
http://www.gral.de
http://www.hospiz-weinsberg.de
http://www.ilexikon.com
http://www.info3.de
http://www.janus-online.de
http://www.jenseitswissen.com/nahtod_ford.htm
http://www.kathedralforum.de
http://www.kuebler-ross.de/hintergrund.html
http://www.martin-wuppertal.de/zitate/zitat13.html
http://www.matheboard.de/lexikon/Bestattung
http://www.medical-tribune.de/GMS/bericht/lebensgefahr
http://www.mystikwelten.de/g_beschwoerung.html
http://www.nahtod.de
http://www.orthopedia-shop.de
http://www.psychotipps.com/Trauerbewaeltigung
http://www.sat1.de/shows/vera
http://www.selbstmord.co.at/sterbehilfe
http://www.spandau-bestattungen.de/
http://www.trauernde-kinder.de
http://www.wfg-gk.de/mystik10.html
Fachbereichsarbeit Lisa Scharnreitner - 63 -
Film:
Film: Haupt, Stefan: Dem Tod ins Gesicht sehen
ABBILDUNGSVERZEICHNIS:
Abb.1: http://www.google.de
Abb.2: http://www.predigten.uni-goettingen.de/ archiv-5/oste.
Abb.3: http://www.lehmann-floristik.de/ prod1.html
Abb.4: http://www.wenings.de/HTML/Lageplan-Friedhof.html
Abb.5: http://www.biander.de/ / main Reise Thailand BK2.htm
Abb.6: http://www.hospiz.at/oben dach.htm
Abb.7: http://www.mdr.de/doku/ 1048375.html
Abb.8: http://www.marinemaler-moeller.de/ motive.html
Abb.9: http://www.growthhouse.org/ books/kubler1.htm
Abb.10: http://www.volkskino.com/ filme/2004 2/Kuebler.html
Abb.11: http://www.gespensterweb.de
Abb.12: http://www.wfg-gk.de/ mystik10.html
Abb.13: http://www.gespensterweb.de
Abb.14: http://members.vol.at/ hs/info.htm
Abb.15: http://www.sat1.de/shows/vera
Abb 16: http://home arcor de/ / G 20X/page 05 htm
Fachbereichsarbeit Lisa Scharnreitner - 64 - ARBEITSPROTOKOLL:
Juli 2004: Erste Gespräche mit Herrn Prof. Brandstetter über Themen und erste Vorschläge für möglichen Inhalt der Fachbereichsarbeit.
August 2004: Erste Ausarbeitung des Titels und des Inhaltsverzeichnisses.
August- September: Bestellen und Lesen der nötigen Bücher. Erste Quellensuche im Internet und in Zeitungen.
September- Oktober: Beginn mit dem Schreiben der Fachbereichsarbeit. Aufbau der Arbeit und grobe Fertigstellung der ersten Kapitel.
10. Oktober 2004: Abgabe des Kapitels „Nahtoderlebnisse“.
Oktober- Dezember: Schreiben der Fachbereichsarbeit. Informationen aus Büchern und
Internet für diverse Kapitel suchen und erste Fertigstellungen mancher
Kapitel.
3. Dezember 2004: Abgabe des Kapitels „Elisabeth Kübler- Ross- Eine Wegbereiterin der
modernen Sterbeforschung“
14. Dezember 2004: Besprechung der abgegebenen Kapiteln und Änderungsvorschläge von
Herrn Prof. Brandstetter.
2.- 5. Jänner 2005: Fertigstellung der letzten Kapiteln. Durchlesen der Arbeit und
Änderungen vornehmen sowie Fehler ausbessern.
5.- 7. Jänner 2005: Fertigstellen der gesamten Fachbereichsarbeit durch Zitieren, Schreiben
des Vor- und Nachwortes, des Literaturverzeichnisses und letzte
fehlende Ergänzungen machen.
6. Februar 2005: Letztes Kontrolllesen der Fachbereichsarbeit.
8. Februar 2005: Abgabe der Fachbereichsarbeit.
Arbeit zitieren:
Lisa Scharnreitner, 2005, Leben Und Tod als Grenzbereich, München, GRIN Verlag GmbH
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