Inhaltsverzeichnis
1 Titelblatt
2 Inhaltsverzeichnis
3 Einleitung
3.1 Motivation
3.2 Erläuterung der Fragestellung
3.3 Anmerkungen zur Materiallage
4 Hauptteil
4.1 Globalisierung & McDonald’s
4.1.1 Globalisierungsbegriff
4.1.1.1 Allgemeine Beschreibung
4.1.1.2 Multi- und Transnationale Unternehmen
4.1.2 Wirtschaftliche Realität im Konzern
4.1.2.1 Die Anfänge
4.1.2.2 Globale Expansion
4.1.2.3 Vertriebssystem
4.1.3 Organisationsstrukturen
4.1.3.1 Lieferantenstruktur
4.1.3.2 McDonaldisierung
4.2 Regionale Auswirkungen
4.2.1 Personelle Aspekte
4.2.1.1 Intrabetriebliche Konditionen
4.2.1.2 Extrabetriebliche Konditionen
4.2.2 Substanzielle Aspekte
4.2.2.1 Nahrungsauffassung & Unternehmensphilosophie
4.2.2.2 Konsumfolgen
4.2.3 Ökologische Aspekte
4.2.3.1 Fleischaufzucht
4.2.3.2 Umweltproblematik
4.2.4 Mikroökonomische Aspekte
5 Schlussteil
5.1 Inhaltliches Resumé
5.2 Reflexion
6 Anhang
6.1 Graphiken, Statistiken, Tabellen & Bilder
6.2 Verwendete Abkürzungen
6.3 Übersetzungen
6.4 Glossar
6.5 Erklärung & Rechtlicher Hinweis
7 Quellenverzeichnis
7.1 Literaturverzeichnis
7.2 Multimediale Quellen
7 3 Internetquellen
3 Einleitung
3.1 Motivation
»A Pizza-Hut, a Pizza-Hut, Kentucky Fried Chicken and a Pizza-Hut, McDonald’s, McDonald’s, Kentucky Fried Chicken and a Pizza-Hut« 1
Gesungen von einer Gruppe deutlich übergewichtiger Kinder, hallten diese Worte durch das Wohnzimmer und riefen bei mir eine Mischung aus Belustigung und Nachdenklichkeit hervor, wie ich sie bisher nur von wenigen Filmen kannte. Im Prinzip war es Zufall, dass gerade dieser Film im Laufwerk des DVD-Players lag, hatte ich doch noch nie zuvor etwas von Morgan Spurlocks »SuperSizeMe« gehört, geschweige denn näher erfahren. Nur dem glücklichen Händchen meines Freundes Steffen und dem interessant klingenden Klappentext war es zu verdanken, dass ich mehr als gewillt gewesen war, den Film in der Videothek auszuleihen, ja ihn mir später sogar zu kaufen und noch einmal anzuschauen. Während ich beim ersten Mal Ansehen mehr von dem Film und seiner Umsetzung beeindruckt war, wurde mir erst das zweite Mal klar, worin genau die Aussage des Streifens lag. An dieser Stelle muss ich anmerken, dass sich der Film mehr den gesundheitlichen Folgen des Fast Foods zuwendet, als einer Betrachtung ökonomischer und kultureller Aspekte. Dennoch reichten die wenigen Informationen um mein Interesse zu wecken, welches mich rasch auf den Wikipedia-Artikel zu McDonald’s brachte. Hier stieß ich auf den Ordnungspunkt Globalisierung 2 , welcher augenblicklich meine Aufmerksamkeit weckte und mit ihr den Gedanken an die bevorstehende Facharbeit, in deren Rahmen eine Bearbeitung des Mythos’ McDonald’s sicherlich interessant wäre, ging es schließlich um einen der zwiespältigsten Aspekte unserer Kultur. Zugleich beschlich mich jedoch die Sorge, das Thema sei a) aufgrund fehlender Mannigfaltigkeit nur bedingt zur Thematik passend und darüber hinaus b) schwer zu recherchieren. Da ich zudem bereits ein Thema für die Facharbeit gewählt hatte, verwarf ich den Gedanken schnell wieder und gab kurz darauf auch die aufwändige Suche nach Informationen zu McDonald’s auf. Erst ein Gespräch mit meinem Vater, welchem ich nächstentags von meiner - ich nannte es noch „fixen Idee“ - erzählte, ließ mich neuen Mut fassen und mich erneut des Themas annehmen, von dessen Faszination im Bezug auf die Größe des Konzerns und den damit verbundenen Risiken ich mittlerweile gepackter bin denn je.
1 Aus: »The Fast Food Song« von den Fast Food Rockers, Better the Devil Records, 2003
2 Vgl. ►www.de.wikipedia.org/wiki/McDonalds
3.2 Erläuterung der Fragestellungen
»Elf Produkte je einen Euro, unverbindliche Preisempfehlung - jetzt nur bei McDonald’s und nur in teilnehmenden Restaurants« 3
Im Jahr 2002 gab McDonald’s ca. 16 Prozent seines Werbeetats für Rundfunkwerbung aus 4 - allein im deutschsprachigen Raum entspricht dies heutzutage etwa 16 Millionen Dollar bei einem Gesamtvolumen von mehr als 100 Millionen Dollar für Deutschland, Österreich und die Schweiz 5 .
Diese Zahlen lassen schon erahnen, welche Dimensionen McDonald’s als Global-Player mittlerweile angenommen hat. Dennoch habe ich dieses Zitat nicht gewählt, weil es in meine Facharbeit auf originelle Art und Weise einführen soll, sondern vielmehr weil es meiner Ansicht nach die Fragestellungen, zu deren Beantwortung diese Arbeit dienen soll, optimal verkörpert und symbolisiert.
…und nur in teilnehmenden Restaurants
Sobald ich einen Konzern im Kontext wirtschaftlicher Globalisierung betrachte, habe ich eine Weltkarte im Kopf und es stellt sich mir die Frage, inwiefern das betreffende Unternehmen der Bezeichnung Global-Player gerecht wird, bzw. auf welche Weise dies geschieht. Diese Fragestellung stellt daher einen der beiden Brennpunkte meiner Facharbeit dar 6 . Sie ist jedoch nicht als Zentrum der Untersuchung zu sehen, sondern allenfalls als Mittelpunkt der global-ökonomischen Betrachtung des Konzerns. Besondere Beachtung verdient meines Erachtens nach das im Zitat tangierte Franchise-Verfahren, welches eine besondere Art und Weise der Globalisierung darstellt.
…jetzt nur bei McDonalds…
Den zweiten Brennpunkt bildet die Frage nach der Besonderheit von McDonald’s im Vergleich zu anderen, konventionellen Schnellrestaurants. Hieraus ergibt sich im Rahmen einer globalen Perspektive die Frage, nach den Vor- und Nachteilen, welche die Erschließung einer Region durch McDonald’s mit sich bringt. Den Fokus bildet hierbei weniger die offensichtliche Seite eines Restaurantbesuchs, als vielmehr die Prozesse und Systeme, die dahinter stehen und sich wie folgt noch einmal subdividieren 7 .
…je einen Euro, unverbindliche Preisempfehlung…
Wie jedes Unternehmen ist auch McDonald’s stets darauf bedacht, maximalen Gewinn zu erzielen. Inwieweit sich dies hinter den Fassaden auswirkt, wird auch Gegenstand meiner Ausführungen sein. Ins Blickfeld rücken in diesem Fall zum einen die Organisationsstrukturen in Bezug auf innerbetriebliche Beziehungen, als auch zum anderen die Organisationsmechanismen, durch welche die für McDonald’s typischen Produkte gefertigt werden. Des Weiteren versuche ich die lokale Bedeutung einer Filiale, bzw. einer Filial-Gruppe im Bezug auf Marktdominanz und essens-kulturelle Verdrängung (lokaler) Spezialitäten zu fokussieren.
3 Aus: McDonald’s Radio-Werbung
4 Quelle: Studie des INRA-Institutes für Marktforschung in Media-News 2/2003
5 Quelle: Was wir für Sie tun können, Seite 10, Heye&Partner, München, Oktober 2005
6 vgl. auch ►Graphik 1
7 vgl. auch ►Graphik 2
Elf Produkte…
Weniger zentral, jedoch dennoch Bearbeitung findend wird der eingangs erwähnte gesundheitliche Aspekt der Produkte, die nach einer Ansiedlung von McDonald’s immerhin in dem Maße von den Bewohnern konsumiert werden, sodass es für das Unternehmen profitabel ist.
Von größerer Bedeutung ist dagegen, inwiefern sich eine Ansiedlung des Fast Food Riesen auf Umwelt und Natur auswirkt, und dieser Schäden zufügt.
3.3 Anmerkungen zur Materiallage
Obwohl ich verblüfft war, dass einige Bücher zum Thema McDonald’s in den Oldenburger Bibliotheken und Archiven zu finden waren, kann man dennoch keinesfalls von einer rosigen Materiallage sprechen. Die geliehenen und zum Teil auch gekauften Bücher beschäftigten sich vornehmlich mit der Geschichte des Unternehmens oder mit den gesundheitlichen Aspekten des Fast Foods allgemein. Hinzu kam, dass bis auf eine Ausnahme die Bücher in den Achtziger oder Neunziger Jahren verfasst wurden, sodass ich im Rahmen der Recherche oft auf das Internet zurückgreifen musste, welches - das muss ich ehrlicher Weise zugeben - durchaus aktuelle und interessante Informationen bereithielt. Diese waren jedoch oft nur schwer als solche auszumachen, da sie oft in hitzigen Diskussionen zur gesundheitlichen Verträglichkeit des Fast Foods versteckt waren und zudem noch, zwecks vertraulicher Quellenangaben, nachrecherchiert werden mussten.
4 Hauptteil
4.1 Globalisierung und McDonald’s 4.1.1 Globalisierungsbegriff 4.1.1.1 Allgemeine Beschreibung
Glaubt man dem Vizechef der Bundesbank, Ottmar Issing, so ist die Globalisierung nichts weiter als die Ausdehnung der »Dimension des Marktes auf die ganze Welt« 8 . Wenngleich dieser simple Beschreibungsversuch unweigerlich den Nagel auf den Kopf trifft, so berücksichtigt er jedoch nicht die verschiedensten Facetten, welche eine solche Entwicklung mit sich bringt. 1961 erhielt die Globalisierung Einzug in die Lexika dieser Erde 9 und gehört mittlerweile zu den 100 Wörtern des Jahrhunderts 10 . Seit nunmehr 40 Jahren diskutiert also die Menschheit über die Vor- und Nachteile der Globalisierung, welche sich mittlerweile nahezu täglich in den Nachrichten dieser Welt widerspiegeln.
8 Aus: Issing, Ottmar, in: Globalisierung ist nie gemütlich, in: FAZ vom 19.Mai 2001, Seite 15
9 Quelle: ►www.de.wikipedia.org/wiki/Globalisierung
10 Quelle: Schneider, Wolfgang: 100 Wörter des Jahrhunderts, Suhrkamp-Verlag, Frankfurt, 1999
Hierzulande dominieren sicherlich ablehnende Haltungen gegenüber der Globalisierung, wie es in den meisten anderen etablierten Wohlstandsstaaten der Fall ist. Obwohl stets betont wird, der Prozess der Globalisierung sei langfristig kein Nullnummernspiel 11 , sondern bürge vielmehr auch für die Industriestaaten wirtschaftlich-positive Aspekte, so sieht die momentane, mittelfristige Realität anders aus. Steigende strukturelle Arbeitslosigkeit und damit verbundene sozialpolitische Kürzungen, sorgen für ein recht negatives Image der sich in den letzten Jahren verstärkenden Globalisierung 12 . Die Gründe für diese Intensivierung liegen vornehmlich im technologischen Fortschritt der letzten beiden Jahrzehnte, welcher insbesondere Waren- und Kapitalflüsse anregte 13 . Bei aller Kritik des „sozialdarwinistischen Raubtierkapitalismus’“, wie die Globalisierung von ihren Gegnern gern umschrieben wird, finden die damit verbundenen Vorteile bezüglich der Qualität eines Produkts, bzw. dem Preis für diese Qualität, nur selten Beachtung, obwohl hiervon vornehmlich die erste Welt profitiert. Dritte-Welt- und Schwellenländer dagegen ziehen aus ihrer volkswirtschaftlichen Situation Profit und sind, wohlgemerkt wirtschaftlich, zu meist die Gewinner der Globalisierung 14 , sofern dessen Märkte für einen fairen Wettbewerb geöffnet werden.
Bei aller Diskussionsfreude besteht zu meist lediglich in dem Punkt Einigkeit, dass es sich bei dieser Tendenz um eine im Rahmen ökonomischer Prinzipien natürliche und in ihrer Existenz nicht beeinflussbare Entwicklung handelt, die es nicht zu verbieten, sondern zu verstehen und zu bewältigen gilt.
4.1.1.2 Multi- und Transnationale Unternehmen
Damit dies gelingt, bedarf es allerdings einer näheren Betrachtung des Phänomens Globalisierung und ihren Akteuren, den multinationalen Unternehmen (MNU).
Im Unterschied zu international tätigen Unternehmen, deren globale Tätigkeiten sich lediglich auf das Handeln mit anderen Staaten beschränken, grenzen sich multinationale Unternehmen insofern ab, als dass diese sich mittels Tochterfirmen und eigener Filialen 15 auf dem internationalen Markt etablieren und auf diesem Wege eine deutlich auf die Globalisierung ausgelegte Firmenpolitik betreiben 16 . Zur Zeit lassen sich so, Schätzungen der bpb zufolge, weltweit etwa 85.000 Firmen charakterisieren, welche mehr als 850.000 Tochtergesellschaften außerhalb ihres Heimatlandes betreiben 17 . Hierbei gilt natürlich, dass die Größe des Unternehmens, bzw. die Größe der Tochtergesellschaft, unmittelbar mit dem wirtschaftlichen und dadurch auch dem politischen Einfluss verbunden ist.
11 Hervorgehobene Wörter werden im Glossar näher erläutert
12 Vgl. ►Statistik 3
13 Vgl. ►Graphik 4
14 Vgl. ►Statistik 5
15 Im Folgenden Tochtergesellschaften genannt
16 Siehe auch ►Tabelle 6
17 Quelle: Koopmann, Georg und Franzmeyer, Fritz: Weltwirtschaft und internationale Arbeitsteilung, in: Informationen zur politischen Bildung - Globalisierung, Seite 19, bpb, Bonn, 2003
So werden beispielsweise von allen multi-nationalen Unternehmen zusammen mehr als 54 Millionen Menschen beschäftigt 18 und allein von den 100 größten Unternehmen 19 ein Drittel aller ausländischen Direktinvestitionen getätigt 20 . Hebt sich diese Macht eines Unternehmens deutlich von dem branchenüblichen Niveau ab, so wird von einem transnationalen Unternehmen (TNU) gesprochen. Als Beispiel hierfür lässt sich die Planung einer Ansiedlung des Einrichtungsriesen IKEA am Regionalstandort Oldenburg anführen. IKEA, mit einem Jahrsumsatz von 14,8 Milliarden Euro und weltweit 90.000 Mitarbeitern (beides 2005) 21 sicherlich als TNU zu erachten, brächte der Region direkt etwa 300 zusätzliche Arbeitsplätze 22 , sowie darüber hinaus ein deutliches Mehr an Steuereinnahmen. Infolgedessen unternimmt die Stadt immense Anstrengungen um dem Konzern eine Ansiedlung möglichst einfach zu gestalten und zog sogar den Neubau eines Autobahnzubringers in Erwägung 23 .
Während IKEA als Motiv für die Ansiedlung eine Erschließung des Nordwestens klar angibt, gestaltet sich die Motivsuche für eine Expansion anderer Unternehmen zeitweise als schwierig. Grundsätzlich lassen sich jedoch die Gründe für die globale Ausweitung unternehmerischer Aktivitäten im Kontext der MNU in vier Intentionen einteilen, welche jedoch nicht eindeutig einer Expansion zuzuordnen sind, sondern die Unternehmen vielmehr mehrere Vorteile zeitgleich genießen. Das heutzutage wohl am weitesten verbreitete und zugleich am meisten kritisierte Motiv einer Expansion stellt wohl das Efficiency-Seeking dar. Hierbei beruht die
Ausbreitung zumeist auf den variablen Produktionsfaktoren, wie Lohnkosten, Lohnzusatzkosten aber auch bürokratischen Widerständen, welche von Staat zu Staat variieren und dadurch oft zum entscheidenden Argument bei der Standortwahl werden. Mit dem Efficiency-Seeking eng verbunden, dennoch getrennt anzuführen ist das Asset-Seeking, bei dem das Hauptaugenmerk ebenfalls auf standortspezifischen Gesichtspunkten liegt, diese jedoch weniger ökonomischer als vielmehr Entwicklungs-strategischer Natur sind. Besonders in der heutigen Zeit, in der die Unternehmen immer mehr Geld in die Weiterentwicklung investieren, wird der Zugang zu lokalen Wissensquellen (wie z.B. Universitätsforschung und staatliche Entwicklung) zunehmend wichtiger und dadurch ebenfalls ein Kriterium für oder gegen die Auswahl eines Standortes.
Im Gegensatz zu den zwei vorherigen Strategien stehen die beiden folgenden Intentionen, welche sich vornehmlich auf die immobilen Produktionsfaktoren stützen. Das wohl am nächsten liegende Motiv einer Ausbreitung der unternehmerischen Aktivitäten ist das des Market-Seekings, welches in erster Linie eine Ausbreitung aufgrund neuer, noch nicht erschlossener Absatzmärkte fordert. Es bezieht sich auf das Wachstum eines Unternehmens und setzt einen begrenzten heimischen Markt voraus. Sobald dieser gesättigt ist, gilt es neue Märkte zu erschließen, um auf diesem Wege weiter wachsen zu können.
18 Quelle: Lemken, Thomas; Jungkeit, Renate und Welfens, Maria J.: Unternehmen in einer globalisierten Welt, Wuppertal-Institut, Wuppertal, September 2004
19 Vgl. ►Tabelle 7
20 Quelle: Sosath, Olaf: Globalisierung in Lateinamerika am Beispiel Argentiniens - Diplomarbeit im Fach Politikwissenschaften, Phillips-Universität Marburg, Marburg, Februar 2003
21 Quelle: Broschüre IKEA - Daten und Fakten, Der IKEA-Konzern 2004-2005, IKEA Services, 2005
22 Durchschnittlicher Wert. Eigene Berechnung auf Grundlage der oben angegebenen Broschüre
23 Vgl. verschiedene lokale Zeitungsberichte
Darüber hinaus können jedoch auch andere Faktoren ein Market-Seeking begünstigen, wie beispielsweise ein Umzug der Lieferanten oder der Kunden, was eventuelle geoökonomische Nachteile, wie Transportkosten und Zölle, mit sich bringt. Neben dem Market-Seeking steht jedoch noch ein weiterer wichtiger Expansionsgrund, welcher sich ebenfalls aus den ortsgebundenen Produktionsfaktoren ergibt, das Resource-Seeking, welches aus einem Mangel an physischen Gegebenheiten ergibt. Diese können sowohl geologischer Natur sein, wie zum Beispiel Klimazonen und Rohstoffquellen es sind, als auch sozialer Natur, wie beispielsweise Arbeit, welche in der Betriebswirtschaft stets als immobiler Faktor betrachtet wird.
4.1.2 Wirtschaftliche Realität im Konzern
4.1.2.1 Die Anfänge
Als Richard und Maurice McDonald 1948 ihr erstes Restaurant eröffneten, mögen sie vielleicht von der Innovation, die ihr Konzept mit sich brachte, gewusst haben, jedoch haben sie sicherlich nicht auch nur annähernd geahnt, wie sehr diese Idee die Esskultur der Welt beeinflussen würde.
Anders verhielt es sich hier mit Raymond Kroc 24 , zu der Zeit Generalvertreter für Multimixer, der u.a. auch die McDonald-Brüder zu seinen Kunden zählte. 1954, nachdem sie mittlerweile sieben weitere Restaurants betrieben und daher auch weitere Multimixer benötigten, stattete er ihnen einen Besuch ab, von dem er später sagen würde, dass er die beste Idee seines Lebens gewesen sei. Was Kroc hier vorfand, ließ sein Unternehmer-Herz höher schlagen: Ein bisher nie gesehenes Speedy System sorgte dafür, dass jedes der Restaurants stets gut gefüllt war.
Dabei war das Konzept denkbar simpel: Schon im Voraus zubereitetes Essen wurde ohne lange Wartezeit an die Kunden verkauft und genügend Parkplätze, sowie markante Reklame sorgten dafür, dass stets genug Kunden kamen. Kroc war derart von dieser Vision der Massenabfertigung und der Energie mit der diese umgesetzt wurde, überzeugt, dass er den McDonalds ein Konzept vorlegte, wie das Geschäft weiter auszuweiten war. Kurz darauf wurde er Haupteigentümer, hielt die Gebrüder jedoch am Umsatz beteiligt, bis er ihnen 1961 ihren restlichen Anteil für 2,7 Millionen Dollar abkaufte 25 . Dies war der Grundstein für die alleinige Herrschaft Krocs’ und die nun folgende globale Expansion, welche McDonald’s auf sein heutiges, wirtschaftliches und kulturelles Niveau gehoben hat.
4.1.2.2 Globale Expansion
Hollywood gilt als der wohl größte Exporteur von Kultur. Bedenkt man jedoch die Rolle der Unterhaltung und vergleicht diese in ihrer Essentialität mit jener, die das Essen für uns bedeutet, so kommt man zu dem Schluss, dass diese weitaus höher ist und große, in dieser Branche tätige Unternehmen, einen durchaus vergleichbaren Einfluss auf die kulturellen Gepflogenheiten eines Landes haben können. Grund oder vielmehr Grundlage dieses Einflusses ist eine weit gestreute Präsens des Unternehmens, die branchenabhängig unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. McDonald’s ist diesbezüglich dennoch in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich.
24 Siehe auch: ►Bild 7
25 Quelle: Rose, Ingo: 50 Klassiker Unternehmen - von den Fuggern bis zu McDonald’s dargestellt von Ingo Rose, Gerstenberg Verlag, Hildesheim, 2005
Die eben angesprochene Präsens ist in diesem Fall mit einer Allgegenwärtigkeit weitaus treffender beschrieben. Während die Discountkette ALDI, vielerseits in Deutschland als allgegenwärtig gesehen, zusammengezählt knapp 7600 Filialen betreibt 26 , kam McDonald’s zum Jahresabschluss 2004 bereits weltweit auf mehr als 31.560 Restaurants 27 . Sieht man sich dementsprechend die Entwicklung der vergangenen Jahre an 28 , so findet man Wachstumsraten von bis zu 9% jährlich 29 , was mehr als sechs Restauranteröffnungen täglich entspricht. Der Konzern ist mittlerweile in 121 der 192 von den Vereinten Nationen anerkannten Staaten unternehmerisch aktiv 30 , womit er sicherlich mit an der Weltspitze liegen dürfte. Der von Benjamin Barber geprägte Begriff der »McWorld« 31 beinhaltet jedoch nicht nur eine sich ausdehnende, sondern darüber hinaus auch eine sich vertiefende Expansion. So ist McDonald’s zum Beispiel mittlerweile nicht nur an Autobahnen und in Stadtzentren, sowie Bahnhöfen und Flughäfen zu finden, sondern seit einiger Zeit auch vereinzelt in amerikanischen Colleges 32 und in Krankenhäusern 33 . Lediglich unter dem Eiffelturm wurde es McDonald’s von der Stadt verwehrt eine Filiale zu eröffnen.
Statistisch gesehen, lebt die Hälfte aller US-Amerikaner keine drei Minuten vom nächsten McDonald’s Restaurant entfernt.
Sicherlich auch aufgrund dieser als Aufdringlichkeit empfundenen Präsens wurde McDonald’s in der Vergangenheit vereinzelt das Ziel antiamerikanischer und antikapitalistischer Demonstrationen, wie beispielsweise im Jahr 2000, als im Rahmen der Maidemonstrationen eine Londoner McDonald’s Filiale geplündert wurde und in dessen Folge sämtliche 50 Restaurants der Stadt für mehrere Tage geschlossen wurden 34 . Diese Ereignisse zeigen deutlich, welchen Stellenwert, bzw. Bekanntheitsgrad das Unternehmen in der Bevölkerung hat. Ebenso verdeutlicht dies eine Studie aus dem Jahr 1995, der zufolge McDonald’s bereits zu dem Zeitpunkt Coca Cola vom ersten Platz der bekanntesten Marken der Welt verdrängt hatte 35 und in Morgan Spurlocks Film »SuperSize Me« einzig und allein der Weihnachtsmann unter Kindern einen höheren Wiedererkennungswert hat als Ronald McDonald 36 . Fern ab jeder Bekanntheit ist jedoch, dass der Fast Food Gigant, der im Heimatmarkt der Vereinigten Staaten Marktanteile um die 43 % hält 37 , als weltweit erster Einzelhandelskonzern sich anschickte, den internationalen Markt zu erobern 38 . Der Grund für diesen Pionierschritt war jedoch mehr unfreiwilliger Natur, da das Unternehmen die Intention hatte weiterhin wachsen zu wollen, verschiedene Versuche einer Diversifikation jedoch fehlgeschlagen waren und der nationale Markt gesättigt zu sein schien.
26 Quelle: Manager Magazin, Ausgabe 2/2006, Seite 32
27 Quelle: Investor Fact Sheet 2005, Seite 2, McDonald’s Corporation, Februar 2005
28 Vgl. ►Statistik 8
29 Vgl. ►Statistik 9
30 Quelle: Grefe, Christiane: M…wie Milliarden Dollar, in DIE ZEIT, 43/2003, Frankfurt, 2003
31 Vgl. Barber, Benjamin R.: Jihad vs. McWorld, Corgi Adult, 2003
32 Quelle: Ritzer, George: Die McDonaldisierung der Gesellschaft; Seite 24, S. Fischer-Verlag, 1995
33 Vgl. ►Bild 10
34 Quelle: Schlosser, Eric: Fast Food Gesellschaft - Fette Gewinne, Faules System, Seite 345, Riemann-Verlag, 2002
35 Quelle: McDonald’s Wins Top Spot in global Brand Rating, Brand Strategy, 22. November 1996
36 Quelle: DVD: SuperSizeMe - Ein echt fetter Film von Morgan Spurlock, Paramount Pictures, 2005
37 Quelle: Presseheft zu SuperSize Me, Seite 6, Monopole Pathé Films, Zürich, 2004
38 Quelle: Love, John: Die McDonald’s Story - Anatomie eines Welterfolges, Seite 416, Heyne-Verlag, München, 1988
Dieses erzwungene Festhalten an bewährten Traditionen und Prinzipien, welche sich auch international nur in den seltensten Fällen lokalen Gegebenheiten angepasst haben, macht sicherlich den Erfolg und auch die Faszination der Expansion aus. One Taste worldwide - so eines der Grundprinzipien des Konzerns, an das sich bis heute strikt gehalten wurde. Nahezu überall auf der Welt bietet McDonald’s die selbe Produktpalette zum Verkauf an, Modifizierungen, wie die Einführung koscherer Restaurants 39 in bestimmten religiösen Kulturkreisen, bleiben die Ausnahme. Auch diese Strategie beruht auf negativen Erfahrungen der Vergangenheit, die gezeigt haben, dass eine Anpassung sich auch negativ auf Image und Umsatzzahlen auswirken kann. So waren in Deutschland beispielsweise sämtliche Restaurants nach der Markteinführung 1971 mit rustikalen, gasthaus-ähnlichen Holzvertäfelungen ausgestattet, bis sich das Unternehmen fünf Jahre später dazu entschloss, sich von der Masse abzuheben und die Einrichtung amerikanischer und innovativer zu gestalten 40 ein Merkmal, welches sich bis in die Gegenwart hinein gehalten hat. Überdies gibt es jedoch ein weiteres Charakteristika, welches als typisch für das heutige McDonald’s und dessen Expansion allgemein angesehen werden kann und zudem auch einen nicht zu unterschätzenden Anteil an dieser hatte - Das Franchising.
4.1.2.3 Vertriebssystem
Der Definition zufolge, ist ein Konzern die »Zusammenfassung von zwei oder mehr rechtlich selbstständigen und selbstständig bleibenden Unternehmen zu einer wirtschaftlichen Einheit unter einheitlicher Leitung« 41 . Geht man davon aus, dass diese Zusammenfassung über die allgemein als Fusionen bezeichneten Übernahmen hinausgeht, so ist McDonald’s als wohl größter Konzern der Welt anzusehen, sofern man die Anzahl der hierunter zusammengefassten Unternehmen als Basis nimmt. Wenngleich Ray Kroc als Vater des modernen Franchisings gelten mag, so war die McDonald’s Corporation nicht die erste aller Firmen, welche auf den Konzessionsverkauf aufbaute. Dennoch war sie es, die dieses bis dato neue System wirtschaftlicher Expansionspolitik weltweit publik gemacht hat, und der mittlerweile mehr als 12.000 Franchisegeber mit 800.000 Franchisenehmern nachgeeifert haben 42 .
Aus dem Französischen kommend und eigentlich das Gegenteil bedeutend, ist das Franchising zum wohl am globalsten ausgerichteten aller Vertriebssysteme geworden. Auch hier ist das Prinzip ebenso simpel wie effektiv. Ein als Franchisegeber fungierendes Unternehmen bietet die Erlaubnis, seine Geschäftidee regional nutzen zu dürfen, zum Kauf an. Des Weiteren sorgt es für eine entsprechende Vermarktung und stellt u.U. eine passende Immobilie zur Verfügung. Im Gegenzug zahlt der Franchisenehmer neben einer Einstiegsgebühr und der monatlichen Miete eine umsatzabhängige Service-Charge. Dieses Prinzip birgt sowohl für den Franchisegeber Vorteile, welcher ohne großen Kapitaleinsatz sein Produkt schnell und weiträumig vermarkten und somit an diesem verdienen kann, als auch für den Franchisenehmer, welcher das Image der bereits bekannten Marke nutzen kann und darüber hinaus von den zentral eingekauften Rohstoffen profitiert. Dennoch wird letzterer in seiner Eigenständigkeit durch die Vorgaben der Muttergesellschaft in seinem unternehmerischen Spielraum stark eingeschränkt, wodurch er nur rechtlich,
39 Tatsächlicher Name der Restaurants
40 Quelle: Love 1988, Seite 438
41 Aus: Brockhaus - Die Enzyklopädie: in 24 Bänden, Band 12, Seite 346, F.A. Brockhaus, Leipzig - Mannheim, 1997
42 Quelle: ►www.inhalt.monster.de/4544_de_p1.asp
nicht jedoch faktisch, als selbstständig anzusehen ist und somit zwar die finanziellen Nachteile, wie beispielsweise höhere Sozialabgaben, und Risiken einer Selbstständigkeit trägt, ohne jedoch freien Handlungsspielraum zu haben, da er stets der Kontrolle der Zentrale unterliegt. Dennoch ist ein solcher Schritt in die Selbstständigkeit aus unterschiedlichen Gründen mit einem geringeren finanziellen Risiko verbunden, als eine Unternehmensgründung konventioneller Art und Weise. Zum einen untersteht die jeweilige Filiale der Obhut der Zentrale, welche ein Interesse an deren Aufrechterhaltung und darüber hinaus die Kontrolle über innerbetriebliche Konkurrenz hat, zum anderen ist das grundsätzliche Risiko, eine bereits vom Markt angenommene Produktpalette und die dahinter stehenden bewährten Abläufe zu übernehmen, von Grund auf geringer.
So auch im Falle McDonald’s, in dem die Rate der wieder geschlossenen Restaurants seit Jahren im einstelligen Bereich ist 43 und so zurzeit mehr als 14.000 Lizenz-nehmer weltweit im Namen der McDonald’s Corporation Restaurants betreiben 44 .
Letztere hatte im Jahr 2004 ein Nettoeinkommen von 4,841 Milliarden US Dollar 45 , davon lediglich 36 Millionen Dollar durch Einstiegsgebühren, die Initial-Fees 46 . Die übrigen 4,8 Milliarden USD wurden demnach durch betriebsgebundene Zahlungen erwirtschaftet, welche sich, dem Franchise-Modell entsprechend, aus Umsatzbeteiligungen und Mieten zusammensetzen. Eigenen Angaben auf den Internetseiten zufolge, seien die Mieten standortabhängig, die Service-Fee läge jedoch bei konstanten 4% des Umsatzes und die Initial-Fee sei bei 45.000 USD anzusiedeln 47 . Teilt man jedoch die angegebenen 36,1 Millionen Dollar durch die Im Jahr 2004 weltweit zusätzlich eröffneten Restaurants, nämlich 432 Stück, ergibt sich allerdings ein Wert von mehr als 80.000 USD. Dies lässt nur den Schluss zu, dass im selben Jahr 370 Restaurants geschlossen wurden, was einem Anteil von 46% an den eröffneten Restaurants entspricht 48 und somit deutlich nicht mehr im einstelligen Bereich anzusiedeln ist, was die obere Angabe widerlegt.
Einen beachtlichen Teil seines Umsatzes macht die Corporation jedoch mit dem Vermieten von Restaurants an ihre Franchisenehmer. Ende des Jahres 2002 belief sich der Gesamtwert dieser Immobilien auf ca. 18,6 Milliarden Dollar, womit McDonald’s mit die meisten Immobilien der Welt besitzt 49 .
43 Quelle: Volk, Wolfgang: Das Franchise-Konzept dargestellt am Beispiel von McDonald’s und Burger King, Seite 2, Fachhochschule Aalen, 2003
44 Quelle: ►www.inhalt.monster.de/4544_de_p1.asp
45 Quelle: McDonald’s Corporation 2004 Financial Report, Seite 1, McDonald’s Corporation, 2005
46 Quelle: Ebenda, Seite 30
47 Quelle: ►www.mcdonalds.com/corp/franchise/ purchasingYourFranchise/newRestaurants.html
48 Vgl. ►Tabelle 12
49 Quelle: Grefe, Christiane: M…wie Milliarden Dollar, in DIE ZEIT 43/2003, Frankfurt, 2003
4.1.3 Organisationsstrukturen
4.1.3.1 Lieferantenstruktur
Jeden Tag versorgt McDonald’s rund 50 Millionen Menschen mit Essen 50 - dies entspricht etwa 0,8 % der Weltbevölkerung.
Damit diese Menschenmassen verköstigt werden können, bedarf es eines perfiden Logistiksystems, welches die Verbindung zwischen den dezentralen Lieferanten und den Restaurants schafft. Wie mittlerweile das Gros der international operierenden Unternehmen greift auch McDonald’s hier auf das Supply Chain Management, kurz SCM, zurück. Die Basis dieses logistischen Systems bilden neben der zentralen Lagerung sämtlicher, vom Restaurant benötigter Rohstoffe und Gebrauchsgüter in so genannten Distributionszentren, auch eine genaue Bedarfskalkulation um Überproduktionen zu vermeiden 51 . Auf Grundlage dieser Prognosen werden die jeweiligen Restaurants zumeist im 2-Tage-Zyklus vom Zentrallager aus beliefert. Im konkreten Fall McDonald’s, wird diese Aufgabe europaweit von der Alpha-Group mit Sitz in Duisburg durchgeführt 52 , welche Tochterfirmen in ganz Europa unterhält.
Wie jede Lieferantenbeziehung von McDonald’s basiert auch die Verbindung zur Alpha-Group auf einer so genannten Win-Win-Partnerschaft 53 . Firmenbiograph John F. Love zufolge, würden seit jeher Verträge lediglich mit dem Handschlag besiegelt, bei kleinen Lieferanten ebenso wie bei Milliardendeals 54 . Die Lieferanten wissen, dass McDonald’s Loyalität walten lässt und, sobald ein Lieferant gefunden ist, dieser nicht aufgrund besserer Angebote seitens der Konkurrenz wieder abgestoßen wird. Im Gegenzug erwartet McDonald’s dafür jedoch neben exzellenter Qualität auch großen Einsatz und Flexibilität im Bezug auf Nachfrage und Produktentwicklung. Ein Beispiel hierfür ist das des Kartoffellieferanten J.R. Simplot, welcher Anfang der 60er Jahre 400.000 USD vergeblich in die Weiterentwicklung der Pommes Frites investierte, jedoch nicht aufgab und McDonald’s stattdessen dazu bewog, die Produktion von Pommes Frites insgesamt auf Tiefkühlware zu spezialisieren, was ihn zu einem der größten Lieferanten und damit zum Multimilliardär machte. Im Gegensatz dazu standen zu der Zeit die großen Lebensmittelproduzenten, zu denen der Konzern nur vereinzelte Beziehungen unterhielt. Sie waren nicht gewillt, sich in ihrer Produktion voll und ganz auf McDonald’s einzustellen, was sich bis heute jedoch geändert hat. Wirft man einen Blick auf die Liste der Lieferanten für die deutschen McDonald’s Restaurants 55 , findet man ausschließlich namhafte Hersteller wie Kamps oder Jacobs Suchard 56 . Ein Grund hierfür ist sicherlich, dass einige der Unternehmen an einer Partnerschaft mit dem Fast Food Koloss gewachsen sind, zum anderen ist dies jedoch auch in werbestrategischen Maßnahmen begründet.
50 Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 9. Februar 2006, München, 2006
51 Vgl. ►Graphik 13
52 Vgl. ►Graphik 14
53 Quelle: Buchheim, Mathias: Netzwerksteuerung in einem Franchise-Unternehmen, Seite 11, McDonald’s Europe, Mai 2005
54 Quelle: Love, John F.: Die McDonald’s Story - Anatomie eines Welterfolges, Seite 326, Heyne-Verlag, München, 1988
55 Vgl. ►Tabelle 15
56 Quelle: Jahresbericht 04, Seite 11, McDonald’s Deutschland Inc., München, 2005
Darüber hinaus fällt jedoch noch zudem auf, dass alle der genannten Lieferanten deutsche Unternehmen sind, bzw. vom Kunden als solche gesehen werden. Ziel dieser weltweit von McDonald’s angewandten Politik ist ein Image, welches nicht dem des Amerikanismus entspricht, also globalisierungsgegenläufig ist. Anstatt sämtliche Produkte auf dem Weltmarkt einzukaufen und in die einzelnen Länder zu importieren, besinnt sich das Unternehmen stattdessen darauf, seine Zutaten regional bzw. national zu beziehen, wobei es bei deren Produktionsförderung als treibende Kraft eine zentrale Rolle spielt. Eric Schlosser, Fast Food Kritiker und Buchautor, brachte es folgendermaßen auf den Punkt: »Anstatt Lebensmittel zu importieren, importieren sie komplette Systeme der landwirtschaftlichen Erzeugung« 57 .
4.1.3.2 McDonaldisierung
Im Jahr 1993 erschien in Amerika ein Buch mit dem Titel »The McDonaldisation of Society« 58 . Sein Autor, der Soziologe George Ritzer, vertritt hierin die These, im Rahmen des stetigen Dranges nach Effizienz würde die Rationalisierung, als wesentliches Element der Globalisierung, Einzug in nahezu alle Gesellschaftsbereiche erhalten. Seiner Definition zufolge brächte sich diese Rationalisierung auf dreierlei Weise zum Ausdruck - sowohl durch Kontrolle, als auch damit eng verbunden, durch Vorhersagbarkeit und Berechnung. Ritzer begründet im Folgenden die Wahl des Titels seines Buches damit, dass sich jedes dieser Fragmente im System McDonald’s widerspiegle und der Konzern somit zum Musterbeispiel avanciere. In der Tat ist es ein weiteres Charakteristika, dass McDonald’s, wie kein anderes Restaurant vor ihm, seine Verkaufsstrategien genauestens plant. Ray Krocs wohl berühmtestes Zitat war: »Niemand nimmt das Hamburgergeschäft ernster als wir« 59 . Betrachtet man beispielsweise die unternehmensinternen Regularien zur Zubereitung eines Hamburgers, so offenbart sich einer der Gründe der weltweiten Uniformität der Produkte. Dieser Liste zufolge hat jede einzelne Hamburgerfrikadelle (Pattie) ein Gewicht von 45,36 Gramm und eine Größe von 984 Millimetern 60 . Diese wird mit exakt 0,66 Gramm Zwiebeln bestreut 61 und einem 44 Millimeter hohen, von Lasern ausgemessenen Brötchen (bun) bedeckt 62 . Wesentlich einfacher zu entdecken, jedoch nicht zwangsweise offensichtlicher sind sowohl die innere Bemalung der Pommestüten, sodass ein zusätzlicher Eindruck von Fülle entsteht, als auch die automatischen Getränkespender, welche stets dieselbe Menge Flüssigkeit in die Trinkbecher füllen ohne etwas zu verschütten. Die im Anschluss daran aufgesetzten Deckel tragen über das Verdecken der eingefüllten Menge hinaus zu einem Gefühl von Hast und Nebensächlichkeit bei, welches sich auch in der Unternehmensphilosophie verankert findet. Ein weiteres Merkmal dieses Grundsatzes ist in der praktischen und äußerlichen Gestaltung eines jeden Restaurants zu finden. Als Beispiel sind Stühle und Tische stets so konzipiert, dass der Gast kein Gefühl von Bequemlichkeit verspürt und dort nicht länger als nötig verweilt 63 . Des Weiteren hält sich das Gerücht, die farbliche, rot/gelbe Gestaltung der Filialen ziele nicht nur auf die
57 Quelle: Schlosser, Eric: Fast Food Gesellschaft - Fette Gewinne, Faules System, Seite 326, Riemann-Verlag, 2002
58 Erschienen bei Pine Forge Press, Newbury Park, 1993
59 Quelle: Dowideit, Martin: Neue Rezepte, in: DIE WELT vom 8. Februar 2006, Berlin, 2006
60 Quelle: Ritzer, George: Die McDonaldisierung der Gesellschaft, Seite 115, S. Fischer-Verlag, Frankfurt am Main, 1995
61 Quelle: Artikel Um die Gäste dreht sich alles, in: Was werden, Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg, 12. April 2004
62 Quelle: ►www.w-akten.de/dine.phtml
63 Quelle: Ritzer 1995, Seite 30
Signalwirkung, sondern vielmehr darauf ab, den Gast möglichst schnell wieder zum Verlassen des Restaurants zu bewegen 64 . Bisher konnte diese These nicht eindeutig widerlegt, sondern nur anhand einiger Gegenbeispiele angezweifelt werden. Als wenig anzweifelbar können dagegen die fest geplanten und fest vorgeschriebenen Serviceabläufe gesehen werden, welche ebenfalls Bestandteil eines 750 Seiten starken Handbuches sind 65 . Das Verkaufspersonal eines jeden Restaurants ist an diese Regularien gebunden, welche neben dem genauen Ablauf auch die Dauer einer Bestellung festlegen. So hat diese beispielsweise innerhalb 60 Sekunden zu erfolgen und beginnt standardmäßig mit einem Augenkontakt und einem Lächeln, welches in die nun folgende, ebenfalls in festgelegter Reihenfolge abzuwickelnde, Bestellung einleitet 66 .
4.2 Regionale Auswirkungen
4.2.1 Personelle Aspekte
4.2.1.1 Intrabetriebliche Konditionen
Die amerikanische Cultural Anthropology geht davon aus, dass die Bedeutungen von Kultur und Gesellschaft synonym sind und ihre Begriffe daher gleichermaßen verwendet werden dürfen. Es ist also offensichtlich, dass diese Werte allgemein eng miteinander verknüpft zu sein scheinen und sich über die Gesellschaft ein großes Stück der Kultur erschließen lässt. Unternehmen, ganz gleich in welcher Branche sie tätig sind, haben stets zweierlei Möglichkeiten direkt auf die Gesellschaft Einfluss auszuüben - einerseits sicherlich nach außen über die Kunden, jedoch auch ebenso innen herum über ihre Mitarbeiter.
Eines der wohl ebenfalls berühmtesten Zitate Ray Krocs war: »Von zwei Managern mit der selben Meinung, ist einer überflüssig« 67 . Offensichtlich drückt dieser Satz einen Wunsch nach Kritik aus den eigenen Reihen aus und impliziert somit ein gewisses Recht auf Mitbestimmung der Mitarbeiter, für welches Kroc einstand. Sieht man sich jedoch die heutige Situation der nunmehr 1,5 Millionen Mitarbeiter des Konzerns 68 an, so wird klar, dass sich diese Einstellung deutlich geändert hat. Zwar existiert im Mutterunternehmen seit geraumer Zeit ein Betriebsrat, dennoch ist eine solche Institution in einzelnen Filialen bzw. Restaurantzusammenschlüssen nur in den seltensten Fällen anzutreffen. An dieser Stelle werden die Folgen des Franchise-Systems für die einzelnen Mitarbeiter am deutlichsten. Sowohl Franchisenehmer, als auch Lizenzgeber sind stets bemüht, etwaige Versuche zur Einrichtung von Betriebsräten zu verhindern, mit Berufung auf die geringe Größe eines einzelnen, lokalen Franchiseunternehmens 69 .
64 Quelle: ►www.de.wikipedia.org/wiki/McDonalds, 26. Februar, 2006
65 Quelle: Schlosser, Eric: Fast Food Gesellschaft - Fette Gewinne, Faules System, Seite 103, Riemann-Verlag, München, 2003
66 Quelle: Hoefig, Simone: Die Unternehmenskultur von McDonald’s - Soll-Ist-Analyse an einem Regionalstandort, Seite 59, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Oldenburg, Juni 1996
67 Aus: Kroc, Ray: Grinding it out - The making of McDonald’s, Seite 222, Oak Brook, 1976
68 Quelle: Buchheim, Mathias: Netzwerksteuerung in einem Franchise-Unternehmen, Seite 4, McDonald’s Europe, Mai 2005
69 Quelle: ►www.aktive.verdi.de/kampagnen_organisieren/an_die_arbeit/kampagnen_fuer_ erfolgreiche_gewerkschaften
Dennoch gelingt in Einzelfällen die Instituierung einer solchen Einrichtung, jedoch stets nur auf lokaler Ebene, wie am Beispiel Hagen zu erkennen ist 70 . Sowohl Ver.Di, als auch die NGG bemängeln die bei McDonald’s vorherrschenden Arbeitsbedingungen, welche auch von den loyalsten Mitarbeitern als »nicht die besten« beschrieben werden 71 und von Maschinen und daher auch von Eintönigkeit dominiert sind. Diesem Bericht zufolge stünden sowohl der zeitliche und der emotionale, durch Kunden und hierarchisch höhere Mitarbeiter, ausgeübte Stress, als auch die Auferlegung schmutziger Arbeiten in keinem ausgewogenen Verhältnis zum gezahlten Lohn. Dieser ist auch zentraler Gegenstand einer Kritik, welche mittlerweile als McJobs bezeichnet wird.
Dieser Begriff wurde 1994 von Douglas Coupland geprägt 72 und zielt sowohl auf die Kritik der Niedriglöhne, als auch der hohen Fluktuation ab, welche in z.T. befristeten Teilzeitverträgen begründet liegt. McDonald’s, deren Mitarbeiter in den USA zu den Empfängern der zweit niedrigsten Einkommen gehören 73 , zahlte seinen Mitarbeitern in Deutschland im Jahr 1998 zwischen 5,48 Euro und 6,78 Euro pro Stunde 74 , womit der Lohn längst nicht so deutlich unter dem nationalen Durchschnittslohn lag, wie dies in den USA der Fall ist. Dies zeigt deutlich, dass der Grad der Abweichung stets von Land zu Land unterschiedlich ausfällt und von den jeweiligen politischen Rahmenbedingungen abhängt. Insgesamt ist jedoch anzumerken, dass eine klare negative Tendenz zu verzeichnen ist.
Ein weiterer Kritikpunkt der McJobs ist die hohe Fluktuation, welche auf einen Arbeitnehmer bezogen allgemein auch als Jobhopping bezeichnet wird. Abgesehen von dem hierdurch gewonnenen Erfahrungsreichtum birgt dieses Schema überwiegend Nachteile für die Angestellten. Die durchschnittliche Fluktuationsrate von McDonald’s liegt bei geschätzten 150 Prozent, was in den USA einen jährlichen Mitarbeiteraustausch von einer Million Beschäftigten ausmacht 75 . Für jeden Einzelnen bedeutet dieser stetige Wechsel deutliche Nachteile bei Neubewerbungen, da er auf eine mögliche Inkompetenz oder Unzuverlässigkeit hinweist, obwohl dies möglicherweise gar nicht der Fall ist. Des Weiteren bedeutet eine hohe Wechselrate, besonders in der heutigen Zeit, in welcher Arbeitsplätze knapp sind, eine zunehmend unsichere Existenzgrundlage, welche sich eventuell auch auf die Familienplanung auswirkt. Einer Umfrage in Oldenburger McDonald’s Filialen zufolge, zeige sich deutlich, dass das Gros der Belegschaft ihre Tätigkeit für das Unternehmen als nicht langfristige Anstellung betrachtet und mehr als die Hälfte von ihnen schon einmal an eine Kündigung gedacht hat 76 .
70 Vgl. Zeitschrift Einigkeit, Ausgabe 1/2004, Seite 7, Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, Hamburg, Januar 2004
71 Quelle: ►www.dooyoo.de/imbiss-fastfood-national/allgemeines-zu-mc-donald-s/799586/
72 Vgl. Coupland, Douglas: Generation X - Geschichten für eine immer schneller werdende Kultur, Aufbau-Verlag, Berlin/Weimar, 1994
73 Quelle: Schlosser, Eric: Fast Food Gesellschaft - Fette Gewinne, Faules System, Seite 16, Riemann-Verlag, München, 2003
74 Quelle: ►www.de.wikipedia.org/wiki/McDonalds
75 Quelle: Schlosser 2003, Seite 387
76 Vgl. Hoefig, Simone: Die Unternehmenskultur von McDonald’s - Soll-Ist-Analyse an einem Regionalstandort, Seiten 89/96, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Oldenburg, Juni 1996
4.2.1.2 Extrabetriebliche Konditionen
Während die direkte soziale Beeinflussung eines Unternehmens relativ leicht nachvollzogen werden kann, gestaltet sich eine Betrachtung indirekter Auswirkungen als weitaus schwieriger, da nur selten bedeutende Informationen aus diesem gewaltigen Apparat aus Produktion, Verarbeitung und Lieferung hinausdringen und etwaige Abhängigkeiten, meist wirtschaftlicher Art, nur schwerlich zu ermitteln sind. Ist dies jedoch dennoch der Fall, so sind es zumeist Kritiker, welche auf Missstände versuchen aufmerksam zu machen, sodass ein negativ geprägtes Bild der verflochtenen Dependenzen entsteht. Diese beziehen sich in den meisten Fällen auf die Arbeitsbedingungen, wie auch die zwei folgenden Beispiele es tun. Bei einem Konzern der Größe McDonald’s’ liegt es nahe, dass der Gewinn hauptsächlich über die Masse, bzw. Menge der verkauften Produkte erwirtschaftet wird, wodurch folglich einzelne Artikel lediglich sehr geringe Umsatzrenditen haben, welche bei dieser Sorte von Produkten nicht selten im einstelligen Centbereich liegen 77 . Dies gilt auch für die Rindfleischproduktion, einer Branche wenig namhafter Hersteller, welche dennoch an gesetzliche Vorschriften gebunden sind. In seinem Buch The Fast Food Nation kritisiert Eric Schlosser jedoch, inwiefern sich eine Lockerung dieser Regularien in Verbindung mit wirtschaftlichen Gegebenheiten und dem vom Kunden ausgeübten Druck auf die Arbeitsbedingungen solcher Betriebe auswirkt 78 . Als Beispiel führt er einen der größten Schlachthöfe des Landes an, welcher im Süden der USA gelegen, zumeist mittelamerikanische Einwanderer beschäftigt, welche in den Vereinigten Staaten auf ein besseres Leben hoffen und daher in Massen ins Land strömen. Diejenigen unter ihnen, welche eine Anstellung im Schlachthof haben und auf diesem Wege ihre Familie ernähren, nehmen daher auch die zunehmend schlechteren Arbeitsbedingungen des größten Arbeitgebers der Region in Kauf, welcher zugleich einer der Hauptlieferanten von McDonald’s ist. Im Zentrum der Kritik stehen die vielfältigen Verletzungsgefahren durch große, äußerst gefährliche Maschinen, welche in Verbindung mit dem zeitlichen Druck zur Todesfalle werden können oder durch die Benutzung primitiver, unpassender Arbeitsgeräte, welche langwierige, schleichende Krankheiten nach sich ziehen. Schlosser zufolge, ist das Reinigungspersonal dieser Fabriken besonders großen Gefahren ausgesetzt, da dieses zudem noch mit aggressiven Chemikalien umzugehen hat, welche ebenfalls mit schwersten Krankheiten und chronischen Leiden in Verbindung gebracht werden.
Darüber hinaus verdient McDonald’s jedoch nicht ausschließlich an der Nahrung, sondern ist zudem auch mit 1,2 Milliarden Spielsachen der weltweit größte Vertreiber von Kinderspielzeug 79 . Im Zusammenhang mit Beilagen zum Kindermenü Happy Meal, wurde im Jahre 2000 bekannt, dass der Lieferant des Konzerns, die Firma City Toys mit Sitz in China 80 , über die Firma Kai Long unter dem Motto »Von Kindern für Kinder« 81 Spielsachen produzieren ließ. Ein entsprechender Bericht brachte zutage unter welchen Bedingungen die noch minderjährigen Kinder 36,5 Stunden pro Woche zu arbeiten hatten und dass sie dafür mit weniger als 60 Prozent
77 Quelle: Schlosser, Eric: Fast Food Gesellschaft - Fette Gewinne, Faules System, Seite 247, Riemann-Verlag, München, 2003
78 Vgl. Schlosser 2003, Seiten 239-255
79 Quelle: ► www.de.wikipedia.org/wiki/McDonalds
80 Quelle: Zeitung kritischer Christen, Ausgabe 20/2000, Oberursel, 2000
81 Quelle: ►peacedancer.macbay.de/attac-FR/ glob_Stadtfuehrung/McDonalds-August03.rtf
des gültigen Mindestlohn bezahlt wurden 82 . Als Grund für diese Praktiken ist erneut die verhältnismäßig geringe Gewinnspanne pro Exemplar anzuführen, welche zwar einerseits über niedrige Endverbraucherpreise die Existenz des Unternehmens sichert, jedoch auf der anderen Seite zu den geschilderten Sparmaßnahmen führt, welche nicht nur Empörung hervorrufen, sondern darüber hinaus auch elementare Menschenrechte verletzen.
4.2.2 Substanzielle Aspekte
4.2.2.1 Nahrungsauffassung & Unternehmensphilosophie
Wörtlich übersetzt, bedeutet Fast Food soviel wie Schnelles Essen - und dies in dreierlei Hinsicht. Fast Food ist sowohl schnell und einfach zubereitet, als auch schnell verzehrt und macht darüber hinaus noch schnell satt. Dennoch findet Fast Food seinen reißenden Absatz nicht, weil es den Hunger seines Konsumenten schnell stillt, sondern vielmehr weil es besonders wohlschmeckend ist. In einem Interview gab Eric Schlosser, wohl härtester Kritiker des von McDonald’s am stärksten repräsentierten Fast Foods, seine Begründung hierfür Preis:
»It’s scientifically designed to taste good. They don’t just come up with the recipe for McNuggets in an hour and say: ‘Hey, let’s cook it’. They spend months and months, figuring out the exact proportion of the salt and the sugar and the fat« 83
Dennoch sind nicht nur Salz, Zucker und Fett für den typischen Geschmack verantwortlich, sondern vielmehr Geschmacksstoffe, welche sogar bis zu 90 Prozent des Geschmackes ausmachen können 84 . Die diese Stoffe produzierende Aromaindustrie ist mittlerweile zu einem Milliardengeschäft herangewachsen und produziert bei weitem nicht mehr nur für die Nahrungsmittelindustrie, sondern darüber hinaus für nahezu alle kosmetischen Produkte und Reinigungsmittel. Der folgende Vergleich Schlossers ist daher durchaus angebracht: »Die Chemie hinter dem Duft eines Rasierschaums ist im Grunde die gleiche wie die hinter dem Geschmack eines Fertiggerichts« 85 . Diese Feststellung ist wohl ebenso auf die Menge der verschiedenen verwendeten Substanzen auszuweiten. So enthält beispielsweise ein einziger Erdbeer-Milchshake zwischen 40 und 50 chemische Aromen, welche zusammen gemischt den typischen Geschmack liefern 86 . Des Weiteren spiegelt sich nicht nur in der Entwicklung die McDonald’s dominierende Planbarkeit wider, sondern ebenso in der Erprobung des Entwickelten. So betreibt das Unternehmen zum Beispiel eine Testküche in der Nähe von Frankfurt, in welcher neue Produkte quantitativ probiert um anschließend, falls erfolgreich bestanden, in den Markt eingeführt zu werden.
82 Quelle: Bericht Kein Kinderspiel in China, Seite 2, Gesellschaft für Schweizerisch Tibetische Freundschaft, Zürich, Dezember 2005
83 Aus Eric Schlosser - Author of “Fast Food Nation“, 41 Sekunden, Bonus DVD zu SuperSize Me - Ein echt fetter Film von Morgan Spurlock, Paramount Pictures, 2005
84 Quelle: Sambrook, Ruth: Do You smell what I smell - The Science of Smell and Taste, Institute of Food Research, Norwich, März 1999
85 Quelle: Schlosser, Eric: Fast Food Gesellschaft - Fette Gewinne, Faules System, Seite 176, Riemann-Verlag, München, 2003
86 Vgl. ►Tabelle 16
Allerdings wird das System McDonald’s nicht ausschließlich von Berechenbarkeit, Planung und Kontrolle dominiert, sondern ebenfalls von Pedanterie - Lieferungen werden bei geringsten Abweichungen nicht angenommen, das Personal ist zu stetiger Freundlichkeit angehalten und die Restaurants werden auch während des Betriebes gewischt. Dies Alles ist fest in den Prinzipien verankert und unter dem Slogan Qualität-Service-Sauberkeit, kurz QSS, zusammengefasst, welcher zugleich das oberste Gebot einer jeden Filiale darstellt.
Ebenfalls ziemlich hoch angesiedelt, jedoch mehr in der Zielgruppenorientierung des Unternehmens, sind Kinder. Sie haben eine besondere Stellung in der Philosophie, auf der Speisekarte und, mit Ronald McDonald, sogar in der Werbung. Vor allem die Happy Meals zielen besonders darauf ab, kleine Kinder zu werben, oft mit regelmäßig wechselndem Sammelspielzeug. Ein Beispiel hierfür war die Teenie Beanie Kampagne 87 im Jahre 1997, im Rahmen derer mehr als 100 Millionen Happy Meals wöchentlich verkauft wurden 88 . Dennoch gehen die Bemühungen, Kinder als Kunden für sich zu gewinnen, über das Verkaufen von Spielzeug hinaus und reichen über das Verschenken von Werbeartikeln bis hin zur Einrichtung von Playplaces in Restaurants 89 , welche stellenweise die einzigen Spielplätze der Umgebung sind 90 . Das Zusammenspiel all dieser Marketingmaßnahmen führt dazu, dass mittlerweile einer Umfrage zufolge mehr als 90 Prozent der amerikanischen Kinder unter 10 Jahren mindestens einmal monatlich ein McDonald’s Restaurant besuchen 91 . Nicht anhand von Umfragen ist jedoch heraus zu finden, inwiefern solche Kindheitserfahrungen Einfluss auf die Restaurantwahl im späteren Leben haben. Dennoch wird davon ausgegangen, dass Happy Meals und ähnliches solche Entscheidungen beeinflussen und den Besuch eines McDonald’s Restaurants als Erwachsener durchaus begünstigen 92 .
4.2.2.2 Konsumfolgen
»If you are stranded on a deserted island or if we get bombed with anthrax, and it’s the only food available that’s the only time you should eat fast food.« 93
Wenngleich das Spurlock-Experiment sich 30 Tage ausschließlich von Speisen aus dem Hause McDonald’s zu ernähren, etwas übertrieben und wenig realistisch sein mag, so zeigt es dennoch, welch drastische Folgen der Genuss dieser Nahrungsmittel haben kann. Ebenso kann das eingangs genannte Statement der Ernährungsexpertin Catherine Schilcher, Fast Food nur dann zu essen, wenn man ohnehin dem Tod geweiht ist, als hysterisch und theatralisch gesehen werden, aber auch diese Aussage trifft genau den Kern. Heutzutage lässt sich kaum noch leugnen, dass es sich bei Fast Food um keine gesunde Nahrung handelt. So sind sich beispielsweise 95 Prozent der
87 Vgl. ►Bild 17
88 Quelle: Schlosser, Eric: Fast Food Gesellschaft - Fette Gewinne, Faules System, Seite 72, Riemann-Verlag, München, 2003
89 Vgl. ►Bild 18
90 Quelle: DVD SuperSize Me - Ein echt fetter Film von Morgan Spurlock, 18 Minuten 18 Sekunden, Paramount Pictures, 2005
91 Quelle: Schlosser 2003, Seite 71
92 Quelle: Ordonez, Jennifer: Hamburger Joints Call Them Heavy Users - But Not to Their Faces, Wall Street Journal vom 12. Januar 2000, New York, 2000
93 Aus SuperSize Me, 1 Stunde 13 Minuten 8 Sekunden, Paramount Pictures, 2005
US-Amerikanischen Ernährungswissenschaftler einig, dass das Fast Food hauptverantwortlich für die nationale Fettsucht zu machen ist 94 . Gestützt wird diese These sowohl durch mehrere Studien, als auch durch Spurlocks Film SuperSize Me, welcher sowohl die physischen, als auch die mentalen Folgen übermäßigen Fast Food Genusses plastisch demonstriert.
Innerhalb von nur 30 Tagen hatte der Hauptdarsteller eine Gewichtszunahme von mehr als 12 Kilogramm zu verbuchen, was in etwa 15 Prozent seines ursprünglichen Gewichtes entspricht. Darüber hinaus waren seine Cholesterin und Leberwerte zwischenzeitlich soweit angestiegen, dass ihm die Ärzte eindringlich davon abrieten sein Vorhaben fortzusetzen. Nach einer bestimmten Zeit stellten sich massive Stimmungsschwankungen ein, die bis hin zu Depressionen führten, welche sich nur durch den Konsum von Fast Food eingrenzen ließen 95 .
Weiterhin bestätigt eine 15-jährige Langzeitstudie, die CARDIA-Studie, dass sich schon der wöchentliche Konsum von Fast Food äußerst begünstigend auf das Risiko auswirkt, an schwerer Übergewichtigkeit (Adipositas) zu erkranken 96 , einer Krankheit, deren Folgen allein in den Vereinigten Staaten jährlich 230.000 Menschen erliegen. Die WHO schätzt, dass heutzutage mehr als 30 Prozent der Bevölkerung in den Industrienationen übergewichtig ist und damit zwischen 5 und 10 Prozent der jährlich aufzuwendenden Gesundheitskosten verursachen 97 . Darüber hinaus zeigen die Ergebnisse der Studie, dass sich das Risiko einer Diabetes Erkrankung durch den häufigen Fast Food Konsum mehr als verdoppelt 98 .
Ein weiteres Problem, das der E.coli 0157:H7 Bakterien, sieht Eric Schlosser, welcher sein Augenmerk hierbei weniger auf substanzielle, als mehr auf externe Ursachen richtet. Dieser dem HIV-Virus durchaus ähnliche Erreger bedrohe vornehmlich junge und alte, sowie immunschwache Menschen und halte extremen Bedingungen stand. Schlosser zufolge findet er daher vor allem in der heutigen Viehhaltung und Viehverarbeitung ideale Bedingungen 99 .
4.2.3 Ökologische Aspekte
4.2.3.1 Fleischaufzucht
»Es überlebt Tiefkühltemperaturen und Hitze bis zu 71 Grad Celsius.« 100 Dieses weitere Zitat Eric Schlossers belegt, dass sich E.coli 0157:H7 den gesamten Prozess der Tierverarbeitung über halten kann - von den Ställen bis in die Kühlhäuser großer Fabriken, in denen jeweils bis zu 5.000 Rinder täglich ihren sicheren Tod finden. Wenngleich Hühner mittlerweile von Robotern erst enthauptet und im Anschluss daran computergesteuert verarbeitet werden, so verhindern in den letzten Minuten eines Rindes noch Menschen, dass keines der Tiere den Knockern entgeht, welche das Tier zunächst bewusstlos schlagen, bevor es bei lebendigem Leib kopfüber auf Schienen gehangen und ausgenommen wird.
94 Vgl. ►Graphik 19
95 Vgl. ►Graphik 20
96 Quelle: Zeitschrift CardioVasc, Ausgabe 4/2005, Seite 49, Urban&Vogel Verlag, München, 2005
97 Quelle: ►www.adipositas-online.com/
98 Quelle: ►www.trophosan.de/pages/de/home/154.htm
99 Vgl. Schlosser, Eric: Fast Food Gesellschaft - Fette Gewinne, Faules System, Seiten 277-314, Riemann-Verlag, München, 2003
100 Aus: Schlosser, Eric: Fast Food Gesellschaft - Fette Gewinne, Faules System, Seite 285, Riemann-Verlag, München, 2003
Jährlich finden etwa 1,3 Milliarden Rinder 101 auf diese Art und Weise sicherlich ein Stück weit Erlösung, nachdem sie, wie Howard Lyman es formulierte, »einzig und allein geboren und gezüchtet [wurden], um zu McDonald’s Produkten gemacht zu werden« 102 . Nicht allein in den Vereinigten Staaten, sondern mittlerweile auch hierzulande, finden sich gigantische Mastanlagen, so genannte Feedlots, in welchen mehr als 100.000 Rinder gleichzeitig von Computern überwacht ihr Dasein fristen. Um dieses Leben möglichst kurz zu halten und die Rinder schnellstmöglich, meist binnen 180 Tagen 103 , auf das entsprechende Gewicht zu mästen, werden von den Betreibern dieser Feedlots jährlich mehr als 195 Millionen Dollar 104 in die Entwicklung und Beschaffung von Beruhigungsmitteln und Wachstumshormonen investiert, welche neben Zementstaub und Antibiotika dem Futter der Tiere beigemischt werden. Letztere wirken zwar wachstumsfördernd, haben jedoch in erster Linie die Aufgabe, den Ausbruch von Krankheiten und Seuchen unter den Tieren zu verhindern, welche Zeit ihres Lebens auf derselben Stelle in ihren eigenen Exkrementen stehen. Hierzu bedarf es jährlich mehr als 12 Millionen Kilogramm Antibiotika, dem achtfachen dessen, was der Mensch für die Heilung seiner Krankheiten benötigt 105 . Abgesehen von den Lebensbedingungen der Tiere, birgt jedoch darüber hinaus auch deren Ernährung Risiken, welche mit den Medikamenten zu unterdrücken versucht werden. Sicherlich am wenigsten kalkulierbar sind hierbei die Krankheiten, die von den Millionen Hunde- und Katzenkadarvern ausgehen, welche durch die Betriebe von Tierheimen aufgekauft und an die Rinder verfüttert werden 106 . Eine weitere wichtige Rolle spielt jedoch auch die so genannte Corn Diet, welche zwar kostengünstig ist, jedoch nicht nur der Leber der Tiere schadet, sondern zudem der Umwelt weitaus größeren Schaden zufügt.
4.2.3.2 Umweltproblematik
Jedes Jahr verschlingt die Corn Diet mehr als 145 Millionen Tonnen an Getreide, um die Unmengen an Rindern zu ernähren, welche zusammengenommen jedoch vergleichsweise wenig, nämlich lediglich 21 Millionen Tonnen Fleisch produzieren 107 . Während die Tiere meist in den Ländern aufwachsen, in denen sie schließlich verarbeitet und verkauft werden, wird das Getreide für deren Fütterung, in den meisten Fällen Mais und Soja, oft in Ländern der Dritten Welt angebaut, welche hierdurch immensen ökologischen Schaden davontragen. Da auch die Tiernahrung in der selben Zeit produziert werden muss, in welcher es gilt die Rinder und Schweine zu züchten, steht auch dieser Produktionszweig unter besonderem Zeitdruck, in dessen Folge auch hier Wachstumshormone ihren Einsatz finden und gemeinsam mit dem Dünger den Pflanzen zugeführt werden. Doch auch in diesem Fall gehen diese Praktiken mit einigen Nebenwirkungen einher. Allein in Costa Rica, einem Land, in dem ein Großteil der Landwirtschaft mittlerweile von der US-Amerikanischen Fast Food Industrie abhängig ist, sind eben diese Präparate für die Kontamination von
101 Quelle: ►www.peacedancer.macbay.de/attac-FR/ glob_Stadtfuehrung/McDonalds-August03.rtf
102 Vgl. ►www.vegsource.com/lyman/lyman_mcdonald.htm
103 Quelle: Der Vegetarier, Ausgabe 6/88, Seiten 274f, Vegetarier Bund Deutschland, Hannover, 1988
104 Quelle: ►www.uni-bielefeld.de/OSK/EOS_WissEinrichtung/Veroeffentlichungen/0_Archiv /grau/probe/gr103_pr.htm
105 Quelle: ►www.organicconsumers.org/Toxic/mcdonalds_antibiotics.cfm
106 Quelle: Satchell, Mitchell und Hedges, Stephen J.: Cattle Feed Now Contains Things Like Chicken Manure And Dead Cats, U.S. News & World Report vom 1. September 1997, Washington, 1997
107 Quelle: Flugblatt What’s Wrong With McDonald’s?, McLibel Trial, London, 1986
schätzungsweise jährlich mehr als 680 Millionen Tonnen Boden verantwortlich. Dies entspricht dem 2.500 fachen der von Costa Rica selbst exportierten Menge Fleisch. Damit jedoch Getreide angebaut oder Vieh gehalten werden kann, ist es zunächst notwendig, neuen, noch fruchtbaren Raum, hierfür zu schaffen. Zu diesem Zweck werden in Costa Rica jedes Jahr 600 Millionen Quadratmeter Regenwald gerodetumgerechnet auf die gesamte Welt ist der Preis für ein einzelnes Hamburger-Pattie in etwa fünf Quadratmeter tropischen Regenwaldes, welcher nicht nur den Sauerstoffhaushalt der Erde kontrolliert, sondern darüber hinaus mehr als einer Milliarde Menschen sowie unzähligen Pflanzen- und Tierarten Schutz gebietet 108 . Angaben der Universität Bielefeld zufolge fielen über dies jedes Jahr weltweit weitere 815 Millionen Quadratmeter Wald der McDonald’s beliefernden Verpackungsindustrie zum Opfer, für deren Rodung ein Energiebedarf von mehr als 12,7 Millionen Tonnen Kohle nötig sei, was dem Bedarf mehrerer Millionenstädte entspräche 109 . Zusammen mit dem restlichen, weltweit entstehenden Verpackungs-müll, reicht die hierdurch gewonnene Menge an Papier aus, um täglich alle 102 Stockwerke des New Yorker Empire State Buildings mit Müllsäcken zu befüllen 110 . Zumindest in Deutschland zeichnet sich jedoch ab, dass McDonald’s sich in den letzten Jahren verstärkt um ein Image als ökologisch denkender Konzern bemüht. So werden beispielsweise jährlich entsprechende Statistiken veröffentlicht, deren Zweck darin besteht, dem Kunden ein Bild von Bemühung und Sorge seitens des Unternehmens zu vermitteln und ein Gefühl von Sorglosigkeit und Beruhigung seitens des Kunden zu suggerieren. So führte McDonald’s zum Beispiel kürzlich neue Systeme zur Stromgewinnung aus Wasserkraft und zur Benzingewinnung aus benutztem Frittierfett ein 111 , was jedoch im Gesamtsystem lediglich als sprichwörtlichen Tropfen auf den heißen Stein erachtet werden kann.
4.2.4 Mikroökonomische Aspekte
»Globalization is US« schrieb der Amerikaner Thomas Friedman. Fern ab der Eingangsfrage, was Globalisierung ist und wie sie von wem praktiziert wird, verdient ein weiterer Aspekt die Aufmerksamkeit - Wo findet Globalisierung statt und wie wirkt sich das aus?
Sicherlich bilden die Vereinigten Staaten, aller Globalisierung zum Trotz, das Kerngeschäft von McDonald’s und dennoch werden allein im deutschen Markt bemerkenswerte 15 Prozent der Gesamteinnahmen umgesetzt, obwohl der Anteil der Gäste-zahlen um ein Dreifaches geringer ist 112 . Da McDonald’s Deutschland im Kontrast zu Frankreich, Großbritannien oder sogar Spanien vergleichsweise niedrige Preise hat 113 , lässt dies zunächst den Schluss zu, dass die Bevölkerung hierzulande überdurchschnittlich viel Geld bei McDonald’s und, wie daher anzunehmen ist, auch für Fast Food allgemein ausgibt.
108 Quelle: Der Vegetarier, Ausgabe 6/88, Seiten 274f, Vegetarierbund Deutschland, Hannover, 1988
109 Quelle: ►www.uni-bielefeld.de/OSK/NEOS_WissEinrichtung/Veroeffentlichungen /0_Archiv/grau/probe/gr103_pr.htm
110 Vgl. ►Bild 21
111 Vgl. Jahresbericht 04, Seiten 14f, McDonald’s Deutschland Inc., München, 2005
112 Vgl. ►Tabelle 22
113 Quelle: Eigene Erfahrungen bei Reisen in entsprechende Länder im Dez.05, Jul.04 und Okt.05
Statistiken zufolge werden deutschlandweit von ca. 4,6 Milliarden Kunden jährlich rund 36 Milliarden Euro in der Gastronomie ausgegeben - im Durchschnitt somit etwa 8 Euro pro Besuch. Auf nationaler Ebene hat die Systemgastronomie einen Marktanteil von 39%, wovon etwa 50% auf das Fast Food Segment entfallen, an dem McDonald’s mit 2,8 Milliarden Euro Jahresumsatz rund 40% hält 114 . Allein in der Bundesrepublik hält McDonald’s somit 8 Prozent der gesamten Gastronomieeinnahmen - soviel wie kein anderes Restaurant 115 .
Ein Vergleich der Besucherzahlen demonstriert noch deutlicher, wie sehr sich der Fast Food Riese innerhalb der vergangenen 30 Jahre in den deutschen Markt integriert hat. Von den insgesamt 4,56 Milliarden Restaurantbesuchen entfällt ein knappes Drittel, nämlich 1,6 Milliarden, auf den Fast Food Sektor, an dem McDonald’s auch hier mit 752 Millionen Besuchern etwa die Hälfte hält 116 . All diese Zahlen zusammengenommen zeigen, dass ein Sechstel, also knappe 17 Prozent aller Gastronomiebesuche, in einem McDonald’s Restaurant getätigt werden.
Setzt man nun den Gesamtanteil gerechnet nach Umsatz und den Gesamtanteil gerechnet nach Gästen zueinander in Beziehung, so folgt, dass die Anfangsthese sich anscheinend nicht bestätigt hat, da offensichtlich mit vielen Restaurantbesuchen nur ein kleiner Teil des Umsatzes erwirtschaftet wird, sofern man dies anhand des Gesamtmarktes bestimmen kann. Allem Anschein nach bringen die Deutschen den Besuch eines McDonald’s Restaurants nur wenig mit einer ausgiebigen Mahlzeit in Verbindung, sondern stattdessen mit dem häufigen Stillen kurzzeitigen Hungers. Hier spiegelt sich auch die Fast Food Philosophie wieder, der zufolge das schnelle Stillen des Hungers im Vordergrund der Verköstigung steht.
Dieses Bewusstsein von Essen muss daher als Grund für die Diskrepanz in der internationalen Bilanz von McDonald’s gesehen werden. Zumindest für die genannten europäischen Industriestaaten lässt sich sagen, dass diese Auffassung von Nahrung im Vergleich zu Deutschland bei weitem nicht derart ausgeprägt ist, wie hierzulande. Aufgrund der hohen Preise auf der einen Seite, dem verglichen mit Deutschland jedoch relativ niedrigen Beitrag zum Gesamtumsatz, welcher sich aus der Tatsache ergibt, dass um auf maximal 100 Prozent zu kommen, nicht jeder größere Industriestaat einen solch großen Beitrag leisten kann wie Deutschland es tut, auf der anderen Seite, ist anzunehmen, dass der Besuch eines McDonald’s Restaurants in den entsprechenden Ländern weitaus weniger gewöhnlich ist, als im Land der Dichter und Denker.
Eine Umfrage des Institutes für Demoskopie ergab, dass im Durchschnitt 21 Prozent der unter 30-jährigen Deutschen das Fast Food der traditionell heimischen Küche und sogar der kulinarischen Küche vorziehen 117 . Diese Zahlen decken sich auch mit den Angaben McDonald’s’, welche die 16-24 Jährigen als zwei Drittel der Kunden ausweisen 118 . Ein kürzlich in der Nordwest Zeitung erschienener Bericht beklagt
114 Vgl. ►Graphik 23
115 Vgl. ►Graphik 24
116 Vgl. ►Graphik 25
117 Quelle: Allensbacher Berichte, Nr. 3/2003, Seite 3, Institut für Demoskopie, Allensbach, 2003
118 Quelle: Fiehler, Fritz: Burger-Krieg in den USA, in: Jungle World, Nr.3/1998, Berlin, 1998
jedoch, dass bereits 380.000 Kinder Schulden hätten und ein Viertel dieser auf Ausgaben für Fast Food zurückzuführen sei, womit diese an erster Stelle lägen 119 .
Nachdem das nachmittägliche Trinken von Kaffee und Essen von Keksen im Laufe der Jahre immer seltener wurde, belegt nun eine Studie der AOK, dass auch das gemeinsame Abendbrot eine zunehmende Seltenheit geworden ist. Mittlerweile äße, so die Studie, lediglich ein Drittel der Bevölkerung noch regelmäßig Abendbrot, wofür vornehmlich die Fast Food Kultur verantwortlich zu machen sei 120 . Ein Grund hierfür ist mit Sicherheit, dass Fast Food mittlerweile maßgeblich zur Entwicklung des Selbstständigkeits- und Unabhängigkeitsgefühls beiträgt und sich das eigenständige Ernähren durch diese günstige und schnelle Art der Verköstigung daher immer größerer Beliebtheit unter Jugendlichen erfreut.
5 Schlussteil
5.1 Inhaltliches Resumé
Zusammenfassend sind sowohl McDonald’s aber auch die Globalisierung weitaus umfassender zu beschreiben, als dies allgemein angenommen werden mag. Im Laufe der Zeit beschränkte sich das Bild der Globalisierung zunehmend auf die Abwanderung von Unternehmen an günstigere Standorte, was zu ihrem weitestgehend negativen Image führte. Hierbei wird jedoch häufig außer Acht gelassen, dass die Globalisierung als Folge des technologischen Fortschritts ein überaus natürlicher Vorgang im Rahmen ökonomischer Aktivitäten ist und zudem sowohl für Industrienationen ein großes Potential in Bezug auf sich entwickelnde Absatzmärkte bietet, was für eben jene Staaten die Chance wirtschaftlicher Entwicklung aufgrund von Direktinvestitionen beinhaltet. Getätigt werden diese von momentan ca. 85.000 multinationalen Unternehmen, so der Tenor, welche mittels Tochterunternehmen oder ausländischer Filialen versuchen, außerhalb des Heimatlandes versuchen Fuß zu fassen. Die Motive für solche Maßnahmen sind vielfältig und beruhen klassischerweise auf dem Suchen neuer Ressourcen oder neuer Möglichkeiten diese abzusetzen. Sie können jedoch auch produktiver Natur sein und ein Verlangen nach größerer Effizienz und damit verbunden eine Verlagerung der Produktionsstandorte beinhalten, womit sie anfällig für Kritik werden, unter anderem auch, da sie diese wirtschaftliche Macht zur politischen Einflussnahme nutzen könnten, so die Theorie. Weitaus praktischer ist dagegen der McDonald’s Konzern zu beschreiben, dessen weitreichende Facetten ebenfalls Gegenstand der Betrachtung sind. Gegründet von den Gebrüdern McDonald, fand die als Speedy System bekannt gewordene Idee hinter McDonald’s erst durch den Geschäftsmann Ray Kroc weltweite Verbreitung. Mittlerweile existieren in mehr als 120 Ländern über 31.000 Restaurants und die Tendenz steigt. McDonald’s ist mittlerweile die bekannteste Marke weltweit und steht dabei, so will es die Unternehmensphilosophie, überall auf der Welt für dasselbedieselbe Einrichtung, dieselben Produkte, denselben Geschmack.
119 Vgl. Nordwest Zeitung vom 23. Februar 2006, Seite 23, Oldenburg, 2006
120 Vgl. ►www.aok.de/bund/rd/89848.htm
Dennoch steht hinter jedem Restaurant längst nicht auch derselbe Eigentümer. So ging die weltweite Expansion McDonald’s’ einher mit der Verbreitung des Franchisings, der Berechtigung, das Konzept eines Unternehmens in all seinem Umfang gegen die Zahlung sowohl einmaliger, als auch fortlaufender Gebühren regional nutzen zu dürfen. Letztere können sich, so zum Beispiel bei McDonald’s der Fall, ebenfalls in Form von Mietzahlungen äußern, sodass der Franchisegeber zugleich als Vermieter fungiert, was den Mutterkonzern McDonald’s zu einem der weltweit größten Immobilienbesitzer macht. Die Tätigkeiten der Zentrale gehen jedoch weit über das Verwalten der Immobilien hinaus und betreffen neben dem kompletten Marketing auch das gesamte Liefersegment, in welchem der Konzern mittlerweile dazu übergegangen ist, vornehmlich Produkte namenhafter Hersteller zu verwenden, um auf diesem Weg ein hohes Maß an Qualität zu sichern. Abgewickelt werden sämtliche Lieferprozesse über das Supply Chain Management, in dessen Rahmen sämtliche Produkte von den Lieferanten in Zentrallager geliefert werden, von welchen aus im Anschluss daran die einzelnen Filialen beliefert werden.
Unüblich ist auch hierbei, dass keinerlei Verträge zwischen McDonald’s und seinen Lieferanten existieren, sondern vielmehr sämtliche Lieferungen auf einer Win-Win-Partnerschaft beruhen, welche jedoch von beidseitiger Loyalität geprägt ist. Ebenfalls außergewöhnlich, jedoch offensichtlich auch außergewöhnlich erfolgreich scheint ein Phänomen, welches George Ritzer die McDonaldisierung der Gesellschaft nennt und welche sich auf die komplette Rationalisierung bestimmter Abläufe bezieht. So dominiert beispielsweise vor allem die Kontrolle das Tagesgeschäft und reicht von der exakten Portionierung einzelner Zutaten bis hin zum penibel vorgegebenen Verhalten des Restaurantpersonals. Der hierdurch geförderte zunehmende Einsatz von Maschinen schlägt sich deutlich auf die internen Arbeitsbedingungen nieder, welche von Mitarbeitern als eintönig und stressig beschrieben werden, zumal es an einer betriebsrätlichen Organisierung im Gros der Filialen mangelt. Grund hierfür mag sicherlich die überaus hohe Fluktuationsrate sein, welche zu einem jährlichen Mitarbeiterdurchfluss von rund einer Million Beschäftigten führt. Wesentlich schwerer sind dagegen die Arbeitsbedingungen der McDonald’s beliefernden Industrie zu bewerten, da es hier meist an entsprechenden Informationen hapert. Generell zählen jedoch die Konditionen der Schlachthöfe oft zu den schlechtesten des Landes. Darüber hinaus existieren Berichte, denen zufolge der Konzern das Spielzeug seiner Happy Meals von Kindern anfertigen lässt, deren Arbeitsbedingungen noch deutlich schlechter sind, als die bisher erwähnten. Im Gegensatz dazu steht die Zielgruppenorientierung des Unternehmens, welche Kinder als Hauptkunden ausmacht. Ziel ist es auch bei ihnen, ein sich schnell einstellendes Sättigungsgefühl zu erreichen, welches mit besonders gut schmeckendem Essen erlangt werden soll. Ein Großteil dieses Geschmackes ist jedoch weniger auf natürliche Nahrung zurückzuführen, als vielmehr auf Geschmacksverstärker und chemische Aromastoffe. Studien und Experimente hingegen zeigen, wie sich regelmäßiger Fast Food Konsum auf den Körper auswirkt und in der Folge neben Fettsucht und schwerer Übergewichtigkeit auch die Zuckerkrankheit Diabetes verursachen kann. Des Weiteren trägt einigen Angaben zufolge, die Haltung der Tiere zu einem erhöhten Seuchenrisiko bei. Der Grund hierfür sei vor allem die Mästung von jährlich 1,3 Milliarden Rindern auf engstem Raum, welche zeitlebens stehen und daher durch Unmengen an Antibiotika am Leben gehalten werden. Dieses Leben dauert meist 180 Tage bis die Rinder unter anderem durch Zementstaub als Futterbeigabe auf das entsprechende Gewicht gemästet wurden. Sowohl der Anbau des hierfür notwendigen
Futters, als auch der stetige Bedarf an Verpackungen sorgen darüber hinaus dafür, dass jährlich große Mengen Wald, u.a. auch kostbarer Regen-wald, abgeholzt werden und überdies durch den Einsatz großer Mengen Dünger die Böden irreparabel geschädigt werden.
Bezüglich des Absatzes der McDonald’s Produkte lässt sich sagen, dass sich die Vereinigten Staaten als Kerngeschäft bis heute gehalten haben, der deutsche Markt mit 15 Prozent Anteil am Gesamtumsatz des Konzerns jedoch sicherlich nicht zu verachten ist. National hält McDonald’s in der Bundesrepublik einen Gästeanteil an der Gesamtgastronomie von rund 17 Prozent, woraus sich schließen lässt, dass die Fast Food Kultur im Allgemeinen einen hohen Stellenwert genießt, welcher im Vergleich zu anderen Staaten sogar überdurchschnittlich hoch ist.
5.2 Reflexion
»Vorbild wirtschaftlicher und kultureller Globalisierung«
Der Begriff des Vorbildes impliziert für mich eine gewisse Bewunderung, welcher es nachzueifern gilt. Während die Globalisierung heutzutage in der Öffentlichkeit ein allgemein negatives Image genießt, verursacht durch die Abwanderung vieler Unternehmen in so genannte Billiglohnländer, so lässt sich sagen, dass McDonald’s in seiner Form der Globalisierung diesem Anspruch eines positiven Beispiels durchaus gerecht wird. Dem weit verbreitet praktizierten Efficiency-Seeking steht der Burger-Riese mit seinem weltweit zunehmend seltener gewordenen Market-Seeking gegenüber. Mag dieses klassische Motiv globaler Expansion auch durchaus präsent sein und unter Einzelhandelsunternehmen auch als weit verbreitet gelten, so wird es jedoch von keinem anderen Unternehmen der Welt derart vertreten wie von McDonald’s. Der wohl größte Vorteil und zugleich auch die größte Abgrenzung zum mittlerweile normalen Globalisierungsbegriff, liegt wohl in der Tatsache, dass sich letzterer vorrangig auf eine, vom jeweiligen Staat abhängige, Verringerung der Lohn-und der Lohnzusatzkosten abzielt, während eine Expansion im Stile von McDonald’s aus den volkswirtschaftlichen Gegebenheiten eines Landes in dieser Hinsicht nur wenig Profit zieht und stattdessen relativ unabhängig davon Arbeitsplätze schafft und lediglich auf mikrogeographischer Ebene etwaige Standortvorteile sucht. Sicherlich richtet sich diese grob nach der wirtschaftlichen Verfassung eines Landes, jedoch geschieht dies stets über die Nachfrage, welche in dem jeweiligen Land besteht, womit diese Methode als relativ neutral erachtet werden kann. Auf der anderen Seite findet hierdurch der im Rahmen der Globalisierungsargumentation hoch gepriesene Vorteil einer Qualitätszu- bzw. einer Preisabnahme aufgrund des internationalisierten Wettbewerbs keine Verwirklichung, sondern findet lediglich aufgrund des starken Konkurrenzdrucks statt, welcher nur wenig länderspezifisch ist, da die Gastronomiebranche weltweit vertreten ist und die globale Expansion in diesem Punkt keinen Unterschied macht. Darüber hinaus ist jedoch ein weiterer Aspekt erwähnenswert, der des Resource-Seekings. Hierzu lässt sich sagen, dass dieses weder als primäres, noch überhaupt als Expansionsmotiv gesehen werden kann, da erst die Ansiedlung McDonald’s’ den Import land-wirtschaftlicher Systeme, wie Schlosser es nennt, zur Folge hatte. Ebenso lässt sich das Asset-Seeking ausschließen, da McDonald’s, wenn auch durch den nationalen Einkauf von Rohstoffen weitestgehend voneinander unabhängig, in den einzelnen Ländern stets dieselben Produkte und Systeme zu Grunde liegen, welche weltweit Anwendung finden.
Diese Unabhängigkeit auf internationaler Ebene beinhaltet darüber hinaus eine generelle technologische Unabhängigkeit, sodass die Expansion des Konzerns ausschließlich ihrem wirtschaftlichen Erfolg zuzuschreiben ist. Diese Expansion ist dennoch in gewissem Sinne untypisch, da durch das Franchising im Prinzip nichts Greifbares, sondern lediglich eine Idee, bzw. das bereits angesprochene System Verbreitung fand. Mikroökonomisch birgt dies jedoch für die einzelnen Länder deutliche Vorteile, da ein Großteil des auf diesem Wege erwirtschafteten Geldes das Land nicht verlässt, sondern als Kapital oder Investition im Land bleibt, wodurch wirtschaftlich gesprochen nur theoretisch eine Globalisierung stattfand, welche praktisch nur bedingt, nämlich im Bezug auf Organisation und wirtschaftliche Macht, jedoch weniger bezüglich des Kapitals als solche zu sehen ist.
Abgesehen von diesen durchweg wirtschaftlichen Vorteilen zu denen man höhere Steuereinnahmen und das Schaffen von Arbeitsplätzen in erster Linie zählt, wenngleich diese auch Einfluss auf die Gesellschaft und somit auf die Kultur eines Landes haben, so entbehrt eine Ansiedlung McDonald’s’ darüber hinaus jeglicher Art sozi-kultureller Vorteile, sondern wird vielmehr von Nachteilen geprägt.
»Eine Kultur beruht auf dem, was von den Menschen gefordert wird und nicht auf dem, was sie geliefert erhalten« sagte einst Antoine de Saint-Exupéry, beachtete dabei jedoch nicht, dass die Bedürfnisse der Menschen vielfältig sind und weit über bloß einen Bereich der Gesellschaft hinausgehen, weshalb ein Unternehmen nicht nur über seine Produkte, sondern auch über seine Strukturen Einfluss auf die Gesellschaft nimmt. Im Fall McDonald’s’ verdeutlicht sich dies beispielsweise beim stetigen Hang zur Planbarkeit, von der Speisekarte bis hin zum letzten Glühbirnchen, was sich Kritikern zufolge zunehmend in den Verhaltensweisen der Menschen wieder findet. Dies sei nur als ein Aspekt der allgemein als schlecht geltenden Arbeitsbedingungen anzuführen. Ein weiterer liegt sicherlich in der Tatsache, dass eine Beschäftigung bei McDonald’s, im Hinblick auf die Fluktuationsrate und die gezahlten Löhne, bei weitem nicht als solide Existenzgrundlage, weder für den Einzelnen, als auch für eine ganze Gesellschaft anzusehen ist, wodurch das Argument eines arbeits-politischen Vorteils zusätzlich an Gewicht verliert. Mit Blick auf einige Handelsdiscounter, welche in letzter Zeit regelmäßig im Zentrum ähnlicher Kritik standen wie McDonald’s es seit mehreren Jahren tut, besteht allerdings die begründete Gefahr, dass eben diese Arbeitsbedingungen in Richtung eines allgemeinen Standards tendieren, welcher im Gegensatz zu allen bisher durchgesetzten
arbeitnehmerrechtlichen Maßnahmen stünde. Als wesentlich gravierender und alarmierender sehe ich jedoch die Berichte über Kinderarbeit, welche von McDonald’s geduldet, eklatante Verstöße gegen internationale Konventionen und Menschenrechte darstellen und besonders im Zusammenhang mit Unternehmen der wirtschaftlichen Größe McDonald’s’ den allgemeinen Eindruck der Diskrepanz zwischen Arm und Reich zusätzlich verstärken. Ebenso weit weg wie die Kinderarbeit in China sind auch die kolossalen Umweltzerstörungen in Süd-amerika, welche langfristig eine ernst zu nehmende Gefahr für die gesamte Welt-bevökerung darstellen und bereits mittelfristig negativen Einfluss auf lokale Kultur-kreise nehmen. Ein ähnliches Maß an Respektlosigkeit spiegelt sich auch in der Behandlung und dem Bild der gemästeten Rinder wider, welche zunehmend als Gegenstände erachtet werden und deren Leben und Entwicklung als produktions-behindernder Nachteil gesehen wird, wodurch das Leben dieser Tiere als solches zunehmend würdeloser zu sein scheint.
Einen weitaus offensichtlicheren und daher auch häufiger diskutierten Aspekt stellt das von McDonald’s vertretene Verständnis von Nahrung dar. Den Kern dieser Auffassung bilden zwei Aspekte: Zum einen das schnell eintretende Sättigungsgefühl, zum anderen der gute Geschmack der Speisen. Die Kombination beider Gefühle ist allgemein als in höchstem Maße ungesund zu erachten, da dem Körper hierdurch auf zweierlei Weise ein Gefühl von Nahrhaftigkeit und Gesundheit suggeriert, obwohl dieses keinesfalls angebracht ist. Im Gegenteil dazu wirkt sich das Fast Food erwiesenermaßen negativ auf den gesamten Körper aus und wird daher als Hauptursache für die amerikanische Fettsuchtepidemie genannt, welche sich mittlerweile zur Volkskrankheit zu entwickeln scheint.
Dieser Umstand verdeutlicht sehr gut, welchen Stellenwert Fast Food und somit auch McDonald’s in den modernen Gesellschaften einnimmt und wie es ihnen innerhalb weniger Jahrzehnte gelang, sich über Jahrhunderte bewährte Reliquien verschiedenster Gesellschaften und Kulturen zu verdrängen und eine neue Ära der Gastronomie einzuläuten. Eine Ära, in der das Essengehen zum Tagesgeschäft wird und in der, so ironisch es klingen mag, eine der selbstverständlichsten und essenziellsten Bestandteile unserer Kultur zum Symbol für Eigenständigkeit, Selbstbestimmung und persönlicher Autonomie avanciert.
Abschließend ist McDonald’s somit im Rahmen der allgemeinen, ökonomischen Lehre als klassischer, wenngleich in seinen Ausmaßen, seinem Wesen und seinem Einfluss außergewöhnlicher Vertreter der Globalisierung zu beschreiben, dessen wirtschaftliche Eingliederung sicherlich Chancen bietet, wohingegen seine kulturelle Integration weitaus kritischer zu beschreiben ist, da ihre Folgen nicht bloß lokal zu spüren sind, sondern sich darüber hinaus weltweit auswirken und auch auf dieser Ebene in gewisser Weise als globalisiert gelten mögen.
6 Anhang
6.1 Graphiken, Statistiken, Tabellen & Bilder
Graphik 1
Zentrale Fragestellungen der Facharbeit und deren Einbettung in den Gesamtkontext, dargestellt anhand der Brennpunkte einer Ellipse Zeichnung: Perke Jacobs
Graphik 2
Struktureller Aufbau der Facharbeit, nähere Erläuterung des Brennpunktbegriffes und Abgrenzung/Überschneidung der Unterthemen Zeichnung: Perke Jacobs
Deutschland
Vereintes Königreich
US A
0 20 40 60 80 100
Statistik 3
Ergebnis einer Bürgerbefragung des German Marshall Fund bezüglich des Bildes der Globalisierung, Zeichnung: Perke Jacobs; Quelle: German Marshall Fund, Reconciling Trade and Poverty Reduction, Seite 13, 2004
1993 EU-Verträge und Errichtung des EU-Binnenmarktes
Mitte der 90er Jahre Das Internet wird kommerziell genutzt und erhält Einzug in die Privathaushalte
Graphik 4
Eigene Überlegungen bezüglich wichtiger Ereignisse der letzten Jahre, welche die Globalisierung begünstigten Zeichnung: Perke Jacobs; Quelle: Wikipedia, entsprechender Artikel (Zeitliche Einordnung)
300
250
200
150
100 1951 1961 1971 1981 1991 2001
Statistik 5
Entwicklung des Weltsozialproduktes von 1951 bis 2005, indiziert auf 1951=100
Zeichnung: Perke Jacobs; Quelle: eigene Berechnungen auf Basis von: WTO, World Trade Statistics 2005, Seite 31
Tabelle 6
Beispiele für die drei Typen international operierender Unternehmen anhand des Kraftfahrzeugssegments Zeichnung: Perke Jacobs; Quelle: Eigene Ideen
Unternehmen
Platz Platz
nach Marktkapitalisierung nach Umsatz
1 General Electric WalMart-Stores 1
2 Exxon Mobil British Petroleum 2
3 Microsoft Exxon Mobile 3
4 Citigroup Royal Dutch Shell 4
5 British Petroleum General Motors 5
6 WalMart-Stores DaimlerCrysler 6
7 Royal Dutch Shell Toyota Motor 7
8 Johnson & Johnson Ford Motor 8
9 Pfizer General Electric 9
10 Bank of America Total 10
11 HSBC Holdings Chevron Texaco 11
12 Vodafone ConocoPhillips 12
13 IBM AXA 13
14 Total Allianz 14
15 Intel Volkswagen 15
16 American International Group Citigroup 16
17 Altria Group ING Groep 17
18 Toyota Motor NTT 18
19 GlaxoSmithKline American International Group 19
20 Berkshire Hethaway IBM 20
21 Procter & Gamble Siemens 21
22 Saudi Basic Industries Carrefour 22
23 Novartis Hitatchi 23
24 Chevron Corporation Assicurazioni Generali 24
25 JPMorgan Chase Matsushita 25
26 sanofi-aventis McKesson 26
27 Cisco Systems Honda Motor 27
28 Nestlé Hewlett-Packard 28
29 ENI Nissan Motor 29
30 Wells Fargo Fortis 30
31 The Coca-Cola Company China Petroleum & Chemical 31
32 Royal Bank of Scottland Beckshire Hethaway 32
33 Verizon Communications ENI 33
34 Hoffmann-La-Roche Home Depot 34
35 UBS Aviva 35
36 Dell HSBC Holdings 36
37 Pepsico Deutsche Telekom 37
38 Telefónica Verizon Communications 38
39 Home Depot Samsung 39
40 Deutsche Telekom State Grid Corporation of China 40
41 BHP Billiton Peugeot 41
42 NTT DoCoMo Metro 42
43 Wachovia Nestlé 43
44 Time Warner United States Postal Service 44
45 SBC Communications BNP Paribas 45
46 Grupo Santander China National Petroleum 46
47 ConocoPhillips Sony 47
48 Comcast Cardinal Health 48
49 France Télécom Royal Ahold 49
50 NTT Altria Group 50
51 Amgen Pemex 51
52 Samsung Bank fo America 52
53 Abbott Laboratories Vodafone 53
54 Nokia Tesco 54
55 Merck & Co Münchener Rück 55
56 Siemens Nippon Life Insurance 56
57 Tyco International Fiat 57
58 Gasprom Royal Bank of Scottland 58
59 Unilever Zürich Financial Services 59
60 ING Group Crédit Agricole 60
Tabelle 7
Liste der 60 größten Unternehmen der Welt, gewichtet nach Marktkapitalisierung und nach Umsatz im März 2005
Zeichnung: Perke Jacobs Quelle: www de wikipedia org/wiki/Weltkonzern, 26 Februar 2006
Bild 7
Ray Kroc, Gründer von McDonald’s, bei der Präsentation seines Multimixers im Jahre 1951
Quelle: www.mcdonalds.se/pressbilder/jubileum/Ray Kroc Multi Mixer.jpg
32000 2004: 31.561
30000
28000
26000
1999 2000 2001 2002 2003 2004
Statistik 8
Entwicklung der weltweiten Anzahl an McDonald’s Filialen in den vergangenen 7 Jahren
Zeichnung: Perke Jacobs Quelle: Investor Fact Sheet 2005, Seite 2, McDonald’s Corporation, Februar 2005
10
8
6
4
Ø 3,75
2
0
2000 2001 2002 2003 2004
Statistik 9
Wachstumsrate der McDonald’s Filialen gegenüber dem Vorjahr, Angaben in Prozent
Zeichnung: Perke Jacobs Quelle: Eigene Berechnungen auf Basis von Statistik 8 und der dort angegebenen Quelle
Bild 10
Integration eines McDonald’s Restaurants in ein lokales Krankenhaus
Quelle: DV:D SuperSizeMe - Ein echt fetter Film von Morgan Spurlock, 3Minuten, 46 Sekunden, Paramount Pictures, 2005
Graphik 11
Grundprinzip des Franchiseverfahrens auf objektiver Basis, ohne Erfassung etwaiger Vor- und Nachteile Zeichnung: Perke Jacobs
Tabelle 12
Berechnung der so genannten Flop-Rate, dem Anteil der geschlossenen Restaurants an den Eröffnungen, 2004 Zeichnung: Perke Jacobs; Quelle: McDonald’s Corporation 2004 Financial Report, Seiten 1/30, McDonald’s Corporation, 2005
Graphik 13
Beispiel einer Bedarfsprognose (Forecast) eines Restaurants für Big Macs; erfasst werden die Daten mittels der Kassensysteme Quelle: Buchheim, Mathias: Globale Netzwerksteuerung in einem Franchise-Unternehmen, Seite 37, McDonald’s Europe, 2005
Graphik 14
Supply Chain Management bei McDonald’s, mit der Alpha Group als operierendem Logistikunternehmen
Quelle: Buchheim, Mathias: Globale Netzwerksteuerung in einem Franchise-Unternehmen, Seite 17, McDonald’s Europe, Mai 2005
Tabelle 15
Lieferanten der deutschen McDonald’s Restaurants geordnet nach Produkten
Zeichnung: Perke Jacobs; Quelle: Jahresbericht 04, Seite 11, McDonald’s Deutschland Inc., München, 2005
Bezeichnung Nummer Nummer Bezeichnung
1 2-Octinsäuremethylester 24 Gaultherolin
2 4-Methylacetophenon 25 Heliotropin
3 -Jonon 26 Heptansäureethylester
4 γ-Undecalacton 27 Hydroxyphenyl-2-butanon
28 Irisöl
5 Äthärisches Zitrusöl
29 Isobutylanthranilat
6 Ätherisches Kognacöl
30 Isobutylbutyrat
7 Allylphenylether
31 Lösungsmittel
8 Amylbutyrat
32 Maltol
9 Amylvalerianat
33 Methylanthranilat
10 Ananasäther
34 Methylcinnamat
11 Anysilformiat
35 Methylnaphtylketon
12 Benzoesäuremethylester
36 Milchsäureethylester
13 Benzylacetat
37 Minzöl
14 Benzylisobotyrat
38 Nerolin
15 Buttersäure
39 Nerylinsobutyrat
16 Cinnamyl-Isobutyrat
40 Phenethylalkohol
17 Cinnamylvelerianat
41 Pomeranzenblütenöl
18 Diacetyl
42 Rosenöl
19 Dipropylketon
43 Rumether
20 Essigsäureamylester
44 Veleriansäureethylester
21 Ethylmethylphenylglycidat
45 Vanillin
22 Ethylnitrat
46 Zimtsäureethylester
23 Ethylpropionat
Tabelle 16
Aromastoffe, enthalten in einem Erdbeer-Milchshake von Burger-King, McDonald’s dürfe jedoch ähnliche Ingredienzien nutzen
Quelle: Schlosser, Eric: Fast Food Gesellschaft - Fette Gewinne, Faules System, Seite 180, Riemann-Verlag, München, 2003
Zeichnung: Perke Jacobs
Bild 17
Teenie Beanie Spielzeug aus dem Jahre 1997, enthalten in einem Happy Meal
Quelle: www geocities com/starquest2025/images/ARCHES JPG
Bild 18
Typisches McDonald’s Restaurant mit angeschlossenem Spielplatz
Quelle: DVD SuperSize Me - Ein echt fetter Film von Morgan Spurlock, 18 Minuten 18 Sekunden, Paramount Pictures, 2005
Graphik 19
Anteil der Fast Food als verantwortlich für die Fettsuchtepidemie der Vereinigten Staaten machenden Ernährungsexperten Quelle: DVD SuperSize Me - Ein echt fetter Film von Morgan Spurlock, 1 Stunde 13 Minuten 39 Sekunden, Paramount Pictures, 2005
Graphik 20
Übersicht physischer und mentaler Folgen des Spurlock-Experimens
Quelle: DVD SuperSize Me - Ein echt fetter Film von Morgan Spurlock, 1 Stunde, 31 Minuten, 6 Sekunden, Paramount Pictures, 2005
Bild 21
Filmszene zur Verdeutlichung der Größe des Empire State Buildings
Quelle: Bonus DVD zu SuperSize Me - Ein echt fetter Film von Morgan Spurlock, 15 Sekunden, Paramount Pictures, 2005
4% 31.561 3 Restaurants 1.262 4%
1,5 Millionen 4 Mitarbeiter 47.000 3%
2 Milliarden Dollar 5 120 Millionen Dollar 7 Werbeausgaben 6%
Tabelle 22
Einordnung des Deutschen Marktes in den Gesamtmarkt von McDonald’s anhand einiger wirtschaftlicher Parameter, alle Angaben 2004
Zeichnung: Perke Jacobs; Quellen: 1 Investor Fact Sheet 2005, McDonald’s Corporation, Oak Brook, Januar 2005
2 Eigene Berechnung auf Grundlage von Süddeutsche Zeitung vom 6. Februar 2006, München, 2006
3 2004 Annual Report, Seite 1, McDonald’s Corporation, Oak Brook, 2005
4 Buchheim, Mathias: Netzwerksteuerung in einem Franchise-Unternehmen, Seite 4, McDonald’s Europe, Mai 2005
5 Grefe, Christiane: M…wie Milliarden Dollar, DIE ZEIT, Ausgabe 43/2003, Frankfurt, 2003
6 Jahresbericht 04, McDonald’s Deutschland Inc., München, 2005
7 Was wir für Sie tun können, Seite 10, Heye&Partner, München, Oktober 2005 Anmerkung: Den Geldbeträgen liegt der Euro-Umrechnungskurs vom 2. März 2006 zugrunde
Graphik 23
Anteil des Fast Food Segments und McDonald’s’ an der gesamtdeutschen Systemgastronomie, nach Umsatz Zeichnung: Perke Jacobs; Quellen: Allgemeine Hotel und Gaststätten Zeitung vom 4. November 2005, Stuttgart, 2005 Jahresbericht 04, McDonald’s Deutschland Inc., München, 2005
Restliche Gastronomie
Graphik 24
Anteile der Systemgastronomie und McDonald’s’ an der gesamtdeutschen Gastronomie, nach Umsatz Zeichnung: Perke Jacobs; Quellen: Allgemeine Hotel und Gaststätten Zeitung vom 4. November 2005, Stuttgart, 2005 Allgemeine Hotel und Gaststätten Zeitung vom 3. März 2006, Stuttgart, 2006 Jahresbericht 04, McDonald’s Deutschland Inc., München, 2005
Graphik 25
Anteil des Fast Food Sektors und McDonald’s’ an der gesamtdeutschen Gastronomie, nach Gästen Zeichnung: Perke Jacobs; Quellen: Allgemeine Hotel und Gaststätten Zeitung vom 4. November 2005, Stuttgart, 2005 Jahresbericht 04, McDonald’s Deutschland Inc., München, 2005
6.2 Verwendete Abkürzungen
AOK
Allgemeine Ortskrankenkasse
bpb
Bundeszentrale
für
politische Bildung
bzw.
beziehungsweise
ca.
circa
Dez.
Dezember
etc.
et cetera
evtl.
eventuell
FAZ
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Inc.
Incorporation
Jul.
Juli
NGG Gewerkschaft
Nahrung-Genuss-Gastronomie
Okt.
Oktober
u.a.
unter anderem, unter anderen
USA
United States
of
America
- Vereinigte Staaten von Amerika USD
US-Amerikanische Dollar
u.U.
unter Umständen
Ver.Di
Vereinte Dienstleister
Gewerkschaft vgl.
vergleiche
WHO
World Health Organisation
- Weltgesundheitsorganisation WTO
World Trade Organisation
- Welthandelsorganisation z.T.
zum Teil
6.3 Übersetzungen
Seite 17: »It’s scientifically designed to taste good. They don’t just come up with the recipe for McNuggets in an hour and say: ‘Hey, let’s cook it’. They spend months and months, figuring out the exact proportion of the salt and the sugar and the fat.«
»Es ist wissenschaftlich entworfen um gut zu schmecken. Die kommen nicht einfach nach einer Stunde mit dem Rezept für McNuggets an und sagen: ‚Hey, lass uns das mal kochen’. Sie verbringen Monat um Monat damit, den genauen Anteil an Salz und an Zucker und an Fett herauszufinden.«
Seite 18: »When you are stranded on a deserted island or if we get bombed with anthrax, and it’s the only food available that’s the only time you should eat fast food.«
»Wenn man auf einer einsamen Insel strandet oder wir mit Milzbrand-Erregern bebombt werden und es weit und breit nichts anderes zu essen gibt, dann ist dies die einzige Situation in der man Fast Food essen sollte.«
6.4 Glossar
Diversifikation
die, -en;
Fluktuation
die; -en;
Nullnummernspiel das; -e; 1 Verteilung einer festen Summe (in diesem Falle an Wohlstand), sodass ein Gewinn auf der einen Seite zugleich einen Verlust auf der anderen bedeutet
6.5 Erklärung & Rechtlicher Hinweis
Ich erkläre, dass ich diese Arbeit selbstständig und ohne fremde Hilfe verfasst und keine anderen, als die angegebenen Hilfsmittel verwendet habe.
Insbesondere versichere ich, dass ich alle wörtlichen und sinngemäßen Übernahmen aus anderen Werken als solche kenntlich gemacht habe.
Perke Jacobs
_____________________ _____________________ Oldenburg, den 16. März ´06 Ort / Datum Unterschrift des Schülers
Sowohl der Markenname McDonald’s und das dazu gehörige Logo , als auch die
Produktbezeichnung Happy Meal sind Eigentum der McDonald’s Corporation, Oak Brook und unterliegen geltenden Copyrightgesetzen. Ebenso ist der Markenname Burger King rechtlich geschützt und Eigentum der Burger King Corporation, Miami.
7 Quellenverzeichnis
7.1 Literaturverzeichnis
Bücher
BARBER, BENJAMIN R. Jihad vs. McWorld, Corgi Adult, London, 2003
COUPLAND, DOUGLAS
Generation X - Geschichten für eine immer schneller werdende Kultur, Aufbau-Verlag, Berlin/Weimar, 1994
HOEFIG, SIMONE
Die Unternehmenskultur von McDonald’s - Soll-Ist-Analyse an einem Regionalstandort, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Oldenburg, Juni 1996
KROC, RAY
Grinding it out - The making of McDonald’s, Oak Brook, 1976
LOVE, JOHN F.
Die McDonald’s Story - Anatomie eines Welterfolges, Heyne-Verlag, München, 1988
RITZER, GEORGE
Die McDonaldisierung der Gesellschaft, S. Fischer Verlag, Frankfurt, 1995
ROSE, INGO
50 Klassiker Unternehmen - Von den Fuggern bis zu McDonald’s dargestellt von Ingo Rose, Gerstenberg-Verlag, Hildesheim, 2005
SCHLOSSER, ERIC
Fast Food Gesellschaft - Fette Gewinne, Faules System, Riemann-Verlag, München, 2002
SCHNEIDER, WOLFGANG
100 Wörter des Jahrhunderts, Suhrkamp-Verlag, Frankfurt, 1999
SOSATH, OLAF
Globalisierung in Lateinamerika am Beispiel Argentinien - Diplomarbeit im Fach Politikwissenschaften, Phillips-Universität Marburg, Marburg, Februar 2003
VOLK, WOLFGANG
Das Franchise-Konzept dargestellt am Beispiel vom McDonald’s und Burger King, Fachhochschule Aalen, Aalen, 2003
Sammelbände
BROCKHAUS - Die Enzyklopädie: in 24 Bänden Band 12, F.A. Brockhaus, Leipzig - Mannheim, 1997
OEC. Ökonomie, Grundfragen wirtschaftlichen Handelns Westermann-Verlag, Braunschweig, 2005
Zeitschriften
ALLGEMEINE HOTEL- UND GASTSTÄTTEN-ZEITUNG Ausgabe vom 4. November 2005, Stuttgart, 2005
ALLGEMEINE HOTEL- UND GASTSTÄTTEN-ZEITUNG Ausgabe vom 3. März 2006, Stuttgart, 2006
BRAND-STRATEGY
Ausgabe November 1996, Centaur Holdings, London, 1996
CARDIOVASC
Ausgabe 4/2005, Urban&Vogel Verlag, München, 2005
DER VEGETARIER
Ausgabe 6/88, Vegetarierbund Deutschland, Hannover, 1988
DIE ZEIT Ausgabe 43/2003, Frankfurt, 2003
EINIGKEIT
Ausgabe 1/2004, Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, Hamburg, 2004
JUNGLE WORLD
Ausgabe 3/1998, Jungle World Verlags GmbH, Berlin, 1998
MEDIA-NEWS
Ausgabe 2/2003, Radio-Marketing-Service, November 2003
MANAGER-MAGAZIN
Ausgabe 2/2006, Manager Magazin Verlag, Hamburg, 2006
WAS WERDEN
Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg, 12. April 2004
Zeitungen
DIE WELT
Ausgabe vom 8. Februar 2006, Berlin, 2006
FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG Ausgabe vom 19.Mai 2001, Frankfurt, 2001
NORDWEST ZEITUNG
Ausgabe vom 23. Februar 2006, Oldenburg, 2006
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG Ausgabe vom 6. Februar 2006, München, 2006
U.S. NEWS & WORLD REPORT Ausgabe vom 1. September 1997, Washington, 1997
WALL STREET JOURNAL Ausgabe vom 12. Januar 2000, New York, 2000
ZEITUNG KRITISCHER CHRISTEN Ausgabe 20/2000, Oberursel, 2000
Broschüren
IKEA - DATEN UND FAKTEN, DER IKEA-KONZERN 2004-2005 IKEA Services, September 2005
INFORMATIONEN ZUR POLITISCHEN BILDUNG - GLOBALISIERUNG Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn, 2003
INVESTOR FACT SHEET 2005 McDonald’s Corporation, Februar 2005
JAHRESBERICHT 04
McDonald’s Deutschland Inc., München, 2005
MCDONALD’S CORPORATION 2004 FINANCIAL REPORT McDonald’s Corporation, 2005
PRESSE HEFT ZU SUPERSIZE ME Monopole Pathé Films, Zürich, 2004
UNTERNEHMEN IN EINER GLOBALISIERTEN WELT Wuppertal-Institut, Wuppertal, September 2004
WAS WIR FÜR SIE TUN KÖNNEN
Fullservice-Agentur Heye&Partner, München, Oktober 2005
Berichte
KEIN KINDERSPIEL IN CHINA
Gesellschaft für Schweizerisch Tibetische Freundschaft, Zürich, Dezember 2005
DO YOU SMELL WHAT I SMELL - THE SCIENCE OF SMELL AND TASTE Institute of Food Research, Norwich, März 1999
WHAT’S WRONG WITH MCDONALD’S? McLibel Trial, London, 1986
ALLENSBACHER BERICHTE
Nr.3/2003, Institut für Demoskopie, Allensbach, 2003
RECONCILING TRADE AND POVERTY REDUCTION German Marshall Fund of the United States, Washington, 2004
INTERNATIONAL TRADE STATISTICS 2005 Welthandelsoranisation WTO, Genua, 2005
7.2 Multimediales Quellenverzeichnis
FAST FOOD SONG
CD der Fast Food Rockers, Better the Devil Records, 2003
SUPERSIZE ME - EIN ECHT FETTER FILM VON MORGAN SPURLOCK DVD von Paramount Pictures, 2005
SUPERSIZE ME - EIN ECHT FETTER FILM VON MORGAN SPURLOCK BONUS DVD DVD von Paramount Pictures, 2005
NETZWERKSTEUERUNG IN EINEM FRANCHISE-UNTERNEHMEN PowerPoint Präsentation von McDonald’s Europe, Mai 2005
7.3 Internetquellen
1. Quelle
►www.de.wikipedia.org/wiki/McDonalds ►Auszug vom 8. März 2006
[…]
McDonald's wird von Kritikern regelmäßig als Beispiel für die negativen Folgen der Globalisierung und des Neoliberalismus angeführt. Entsprechende Entwicklungen werden regelmäßig unter dem Begriff „McDonaldisierung der Gesellschaft“ zusammengefasst. Insobesondere die aus Konzernsicht stets positiv dargestellte Standardisierung wird immer wieder als für die Globalisierung beispielhaft gesehen. Das Phänomem McDonald's gibt immer wieder Anlass zu den absonderlichsten Annahmen. So vertrat beispielsweise Tom Friedman die These, dass zwei Länder, in denen McDonald's vertreten sei, niemals einen Krieg miteinander beginnen würden. Diese „Regel“ wurde spätestens durch die amerikanische Bombardierung Serbiens, in dem McDonald's bereits seit 1988 vertreten war, gebrochen. Schon 1989 waren die USA in Panama einmarschiert, wo McDonald's bereits seit 1971 präsent ist (die zweite internationale Expansion nach Kanada). Auch der Kaschmir-Konflikt von 1999 kann als Gegenbeispiel genannt werden. In Indien gibt es McDonald's seit 1996, in Pakistan seit 1998 International wird der Konzern von Kritikern wie beispielsweise attac immer wieder als prägnantes Beispiel der negative Auswirkungen der Globalisierung und des Neoliberalismus angeführt. Ein multinationaler Konzern wie McDonald's bietet hier mehr Anknüpfungspunkte als ein kleineres regionales Unternehmen. Im Sommer 2000 wurde beispielsweise ein Bericht über die Praktiken in fünf Zulieferbetrieben von McDonald's, die „Happy Meals“-Figuren in China und Vietnam herstellen, von einer kritischen Konsumentengruppe in Hongkong veröffentlicht. Den betroffenen Subunternehmern wurde unter anderem vorgeworfen, dass sie Kinder beschäftigten. Außerdem fand man gefälschte Ausweise, die Arbeiter älter auswiesen, als sie waren. Die Entlohnung für acht Stunden Arbeit betrug nur rund 1,49 Euro bei einer normalen Arbeitszeit von 15 Stunden am Tag (von 7 bis 22 Uhr). McDonald's widersprach anfangs allen Vorwürfen und schickte Mitarbeiter in die Region, die die Vorgänge untersuchen sollten. Es wurde in der Folge nachgewiesen, dass mehr als 100 Kinder zwischen 12 und 13 Jahren zwölf Stunden am Tag arbeiten mussten. McDonald's erklärte sich daraufhin bereit, eine detaillierte Untersuchung einzuleiten. Diese ergab, dass es „Probleme mit Löhnen, Arbeitszeiten und Aufzeichnungen“ gegeben habe. Der Konzern setzte sich danach nicht dafür ein, die Arbeitsbedingungen in dieser Fabrik zu verbessern, sondern vergab alle Aufträge an andere Subunternehmer und trennte sich von den durch den Skandal betroffenen Firmen. Die Standardisierung der Produkte und Serviceleistungen des Konzerns reicht soweit, dass der Preis des von McDonald's verkauften Big-Mac-Hamburgers in der Vergangenheit vom Wirtschaftsmagazin The Economist als inoffizielle Messgröße für Kaufkraftvergleiche zwischen zwei Währungen, den Big-Mac-Index, benutzt wurde. Mittlerweile wird dieser Vergleich von Volkswirtschaftlern jedoch allgemein als unterhaltsam, aber weitestgehend irrelevant betrachtet.
[…]
2. Quelle
►www.de.wikipedia.org/wiki/Globalisierung ►Auszug vom 8. März 2006
[…]
Der aus der Ökonomie und Soziologie stammende Begriff Globalisierung, der 1961 erstmals in einem englischsprachigen Lexikon auftaucht, dringt nach 1990 in die öffentlichen Debatten. Eine andere, wenig gebräuchliche Bezeichnung ist Mondialisierung (nach dem im Französischen bevorzugten Begriff Mondialisation : Le monde heißt 'die Welt'). Einige bezeichnen den beschriebenen Prozess nicht als Globalisierung, sondern als Entnationalisierung oder Denationalisierung, um auszudrücken, dass der Nationalstaat im Zuge der Globalisierung immer mehr an Macht und Bedeutung verliert.
[…]
3. Quelle
►www.inhalt.monster.de/4544_de_p1.asp ►Auszug vom 8. März 2006
[…]
Bundesrepublik ist Entwicklungsland
Heute existieren laut Aschenbrenner weltweit mehr als 12.000 Franchise-Unternehmen mit 800.000 Franchise-Nehmern. Dabei liege die USA mit mehr als 5.000 Franchise-Systemen an der Spitze. Japan verfüge über rund 3.000. Aschenbrenner: "Insbesondere verglichen mit den USA ist die Bundesrepublik bei diesem Thema noch immer ein Entwicklungsland." Im Jahr 2003 gab es nach seinen Worten in Deutschland 830 Franchise-Geber, die mit 43.000 Partnern allerdings einen Umsatz von 25,4 Milliarden Euro erwirtschafteten.
[…]
4. Quelle
►www.inhalt.monster.de/4544_de_p1.asp ►Auszug vom 8. März 2006
[…]
McDonald's ist ganz zweit vorne
Denn aus den ersten Franchise-Versuchen vor mehr als 100 Jahren ist ein riesiger Markt entstanden. "1955 platzierte Ray Kroc Hackfleisch zwischen Brötchenhälften. Gleichzeitig bot er ein komplettes Restaurant-Design, professionelle Werbung und umfangreiche Schulungen an. Mit seinem Konzept McDonald's avancierte der Amerikaner zum Vater des modernen Franchising. Heute gehört die Fast-Food-Kette mit über 14.000 Betrieben zu den weltweit führenden Systemen", erläutert der Initiat-Chef.
[…]
5. Quelle
►www.mcdonalds.com/corp/franchise/ purchasingYourFranchise/newRestaurants.html ►Auszug vom 6. März 2006
[…]
Relatively few first time Owner/Operators obtain a new restaurant. The costs associated with new restaurants are as follows:
Initial Costs $45,000 Initial Fee paid to McDonald's
Equipment and Pre-Opening Costs
Typically these costs range from $494,750 to $1,030,500. The size of the restaurant facility, area of the country, pre-opening expenses, inventory, selection of kitchen equipment, signage, and style of decor and landscaping will affect new restaurant costs. These costs are paid to suppliers.
The new Owner/Operators must pay forty percent (40%) cash of the total costs of a new restaurant, and may finance the remainder from traditional sources. While McDonald's does not offer financing, McDonald's Owner/Operators enjoy the benefits of our established relationships with many national lending institutions. We believe our Owner/Operators enjoy the lowest lending rates in the industry.
Franchise Term 20 years
Ongoing Fees
Service fee: a monthly fee based on the restaurant's gross sales (currently a service fee of 4.0% of monthly sales) Rent: a monthly base rent or rent based on a percentage of monthly sales
[…]
6. Quelle ►www.w-akten.de/dine.phtml ►Auszug vom 12. März 2006
[…]
Hamburger heißen Hamburger, weil deutsche Seeleute aus Hamburg, die die Pioniere nach Amerika brachten, als Snack gerne Frikadellenbrötchen aßen, und diese auch in NY von deutschen Imbißbudenvorgängern verkauft wurden.
Die "Donatos"-Pizza-Restaurants sind eine McDonalds-Tochter. In den USA betreibt McD schon mehr als 200 Donatos-Pizzerias.
Die Rindfleischtaler von McDonald's heiß im Fachjargon "Patties". Die McDonald's Brötchen nennt man "buns" und sie sind maximal 44mm hoch. Der BigMäc wurde 1968 erfunden, genaugenommen ist er kein Hamburger, sondern ein Pittsburgher. Im Doppel-Whopper sind 226 g Fleisch (sagt Burger King). Kalbsbries ist die Thymusdrüse des jungen Rindes.
Sauerbraten war früher ein beliebter Griff in die Trickkiste vieler Metzger um so verdorbenes Fleisch zu kaschieren und doch noch verkaufen zu koennen. Aus dem gleichen Grund waren Pfeffer und Salz im Mittelalter so wichtig. Und in den Wein wurde oft Pfeffer gegeben, weil er so sauer war.
Im Jahre 1800 dauerte es drei Jahre ein Schwein auf 50 kg zu mästen. Im Jahre 2000 benötigt man nur noch 6 Monate für 110 kg.
Um 1 Kilogramm Rindfleisch zu erhalten werden ca. 7 Kilogramm Getreide benötigt. Ein Mastrind erzeugt in 24 Stunden ca. 20 kg Dung.
Die Milka-Kuh hieß Schwalbe. 1991 sollte sie dann geschlachtet werden, bekommt aber nun, wg. damals drohender Unruhen, das Gnadenbrot.
[…]
7. Quelle
►www.de.wikipedia.org/wiki/McDonalds ►Auszug vom 12. März 2006
[…]
Rot und Gelb - Der externe Auftritt des Unternehmens „M“-Schriftzug ohne Firmenfarbe in Freiburg (Martinstor)
Neben der Werbung ist vor allem das optische Erscheinungsbild der einzelnen Standorte für das Unternehmen enorm wichtig, da es schon von weitem einen hohen Wiedererkennungsgrad bietet und so spontane Entscheidungen zum Besuch derselben gefördert werden. McDonald’s passt sich daher auch den örtlichen Gegebenheit bestmöglich an, um sämtliche rechtlich vertretbaren externen Werbeeinrichtungen (Schilder, Werbetürme, etc.) einsetzen zu können. Welche Instrumente hierbei in welchem Umfang eingesetzt werden, bestimmen jeweils die Rahmenbedingungen am Einzelstandort.
McDonald's-Restaurants haben meist eine Farbgebung in Rot und Gelb. Eine moderne Legende besagt, dass die Firma berechnet hat, dass diese Farbkombination die Leute unbewusst dazu bringt, das Restaurant schnell wieder zu verlassen und so Platz für neue Kunden zu machen. Nichtsdestotrotz muss bemerkt werden, dass dieses Farbschema auch von einigen anderen erfolgreichen Konzernen verwendet wird, unter anderem vom Ölkonzern Shell. Insgesamt dürfte die deutliche Signalwirkung der beiden Farben entscheidend sein. Nicht überall geht diese Strategie auf, so ist das Schild über dem Filialeingang in der Innenstadt von Passau in Niederbayern kupferfarben statt gelb. Ähnlich die Beschriftung an einem Standort in Freiburg im Breisgau: dort verbot der Stadtrat, das übliche gelbe Firmenlogo außen am Stadttor anzubringen, da sonst das Stadtbild zerstört würde.
Auch international gibt es Variationen. Ein Kuriosum ist in Istanbul zu sehen: Im Stadion des SK Fenerbahce steht der einzige blau-gelbe McDonald's der Welt. Der Konzern verzichtete hier auf seine typischen Farben, da es die Vereinsfarben des Stadt- und Erzrivalen Galatasaray Istanbul sind. Im japanischen Kyōto musste sich McDonald's den Stadträten beugen und die Farbe rot durch einen bräunlichen Ton ersetzen, da die Stadträte in der traditionsreichen Stadt die üblichen und dort als besonders grell empfundenen Farben nicht zulassen wollten.
[…]
8. Quelle
►www.aktive.verdi.de/kampagnen_organisieren/an_die_arbeit/kampagnen_fuer_erfolgreiche_gewerkschaften ►Auszug vom 12. März 2006
[…]
Kampagnen in der Praxis McDonald's-Kampagne (2004)
Im ersten Halbjahr 2004 wurde in Heidelberg eine betriebliche Kampagne zur Einführung eines Betriebsrates bei McDonald's organisiert. Ausgangspunkt waren Klagen über Mobbing. Als diese sich häuften, bot die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) den KollegInnen (übrigens fast durchweg MigranntInnen unterschiedlicher Nationalität) an, sie bei einer Betriebsratswahl zu unterstützen. Nur so könne strukturell etwas gegen die zum Teil menschenunwürdigen und diskriminierenden Arbeitsbedingungen unternommen werden. Erfahrungsgemäß versucht McDonald's jedoch, Betriebsratswahlen zu verhindern und Initiativen dazu schon im Keim zu ersticken. Die Gewerkschaft beschloss deshalb, abgestimmt auf das juristische Vorgehen und in engem Kontakt mit Kampagnenberatern eine Kampagne durchzuführen. Eine ganze Reihe allmählich eskalierende und Druck erzeugende Aktionsideen bis hin zum Boykott wurden entwickelt und vorbereitet. Viel Aufmerksamkeit wurde darauf verwendet, die Aktionsformen so anzulegen, dass sie behutsam eskaliert werden können.
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9. Quelle
►www.dooyoo.de/imbiss-fastfood-national/allgemeines-zu-mc-donald-s/799586/ ►Auszug vom 12. März 2006
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Die Arbeitsbedingungen sind wirklich nicht die Besten, das muss ich bestätigen. Dafür, dass man nach Wahl des Schichtführers als Küchenarbeiter, Kassierer, Putzkraft oder Müllsortierer fungieren muss, und dafür dass McDonalds soviel Gewinn macht, ist die Bezahlung und der Nachtzuschlag nach meiner Ansicht viel zu gering. Der Befehlston mancher (nicht aller!) Mitarbeiter erzeugt oft den Eindruck, als herrsche in der Küche das Recht des Stärkeren. Das ständige Piepen der Grills und Friteusen sowie die anderen Signale sorgen für Stress und Hektik. An der Kasse wird man nicht selten von unfreundlichen Kunden attackiert, die glauben, sie seien bessere Menschen als McDonalds-Mitarbeiter. Am Drive hat man 90 Sekunden Zeit, um die Bestellung anzunehmen (?Ja was nehme ich denn jetzt??), die Speisen einzupacken (?Sorry, BicMäc dauert ne Minute!?), zu kassieren (?Zehn, zwanzig, ach ich habs doch nicht klein.?), und die Bestellung rauszugeben.
Wer aber einige Zeit bei McDonalds gearbeitet hat, der versteht es daher, unter Druck zu arbeiten, davon bin ich ganz fest überzeugt.
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10. Quelle
►www.de.wikipedia.org/wiki/McDonalds ►Auszug vom 12. März 2006
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Arbeitsbedingungen
Einen aufseheneregenden Einblick in die umstrittene Arbeits- und Hygienesituation in den Restaurants lieferte 1985 der Autor Günter Wallraff, der sich für die Arbeit an seinem Buch Ganz unten als Türke „Ali“ verkleidete und unter anderem für kurze Zeit bei McDonald's arbeitete. Er deckte mit der Veröffentlichung seines Buches katastrophale Verhältnisse auf. Besonders in der Folgezeit wurde in den Filialen peinlich genau auf Sauberkeit und Transparenz gegenüber den Kunden geachtet. Das Verhältnis zwischen dem Konzern und deutschen Gewerkschaften ist belastet. Seit Ende der 90er Jahren kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen der deutschen Geschäftsleitung und der Gewerkschaft Nahrung-Genuß-Gaststätten (NGG) um die Gründung von Betriebsräten in deutschen Mcdonald's-Restaurants. Hierbei verweist das Unternehmen regelmäßig darauf, dass es über einen Gesamtbetriebsrat verfügt und es sich bei seinen Lizenznehmern um selbstständige Unternehmer handelt. Obwohl es sich bei den durch Lizenznehmern geführten Standorten fast durchweg um selbstständige GmbHs handelt, weisen diese meistens ebenfalls keinen eigenen Betriebsrat auf. In der Vergangenheit warf die NGG dem Unternehmen immer wieder vor, die Bildung von Betriebsräten an einzelnen Standorten aktiv zu verhindern.
Der Großteil der Mitarbeiter in Deutschland ist ausländischer Herkunft und arbeitet nach einer ca. zweiwöchigen Anlernphase in einem sogenannten Rotationssystem, das heißt, sie übernehmen sämtliche im McDonald's anfallenden Tätigkeiten ohne weitere Spezialisierung. Der tarifliche Stundenlohn lag 1998 zwischen 10,72 und 13,27 Mark pro Stunde.
Das Unternehmen bildet seit einigen Jahren verstärkt aus. Die Vergütung für Auszubildende (Fachmann/-frau für Systemgastronomie) betrug im Jahr 2005 386 Euro im ersten, 446 Euro im zweiten, bzw. 507 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Wieviele der Auszubildenden letztlich übernommen wurden, veröffentlichte das Unternehmen nicht.
[…]
11. Quelle
►www.de.wikipedia.org/wiki/McDonalds ►Auszug vom 12. März 2006
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Happy Meals
Ein besonderes Produkt von McDonald's für Kinder sind so genannte „Happy Meals“. Diese Tüten beinhalten neben einem kompletten Menü auch Spielzeug mit beliebten Kindermotiven, die monatlich variieren. Die entsprechenden Produkte werden jeweils in einer Tüte gesammelt zum Mitnehmen angeboten. Häufig handelt es sich bei dem beigelegten Spielzeug um Serien, die Kinder potentiell zum Sammeln und damit zu weiteren Besuchen animieren. Im Jahr 2005 gab es zum Beispiel Figuren von Barbie, den Schlümpfen, Mickey Mouse und Tarzan. Durch die langangelegte Partnerschaft mit Disney ergeben sich regelmäßig attraktive Angebote, die mit den jeweils aktuellen Disney-Film-Produktionen abgestimmt sind. Bereits der Firmengründer betonte, kein Kind solle seine Restaurants ohne Geschenk ("freegifts") verlassen. Das ist auch heute noch das Ziel des Unternehmens. McDonald's avancierte im Lauf der letzten Jahrzehnte zum größten Spielwarenvertreiber der Welt (1,2 Milliarden Spielwaren pro Jahr). Happy Meals sind die Grundlage dieses Erfolgs und dienen zugleich der Kundenbindung dieser jüngsten Gäste. Seit Ende der 90er Jahre kommt es in den USA und in Westeuropa zu Kritik an McDonald's, weil seine Produktauswahl Fettleibigkeit bei Kindern fördern soll. Um dieser Kritik an der ursprünglichen Zusammensetzung aus Pommes, Softdrink und einem weiteren Produkt entgegenzuwirken, wurden Milch und Obst als mögliche Alternativen in das Happy Meal aufgenommen und beworben. Zahlen, wie gut diese Alternativen ankommen, werden nicht veröffentlicht.
[…]
12. Quelle
►www.peacedancer.macbay.de/attac-FR/ glob_Stadtfuehrung/McDonalds-August03.rtf ►Auszug vom 12. März 2006
[…]
c) die Arbeitsbedingungen: „McJobs“
[Flugblatt: "Kann man mit gutem Gewissen bei McDonalds essen?"]
- McDonalds macht Werbung wie diese, preist sein McDonalds-Kinderhilfswerk an & sammelt gemeinsam mit Unicef Spenden. Wirbt also massiv mit seiner Kinderfreundlichkeit und sozialem Engagement. Unter diesem Gesichtspunkt ist folgender Fall besonders interessant:
- Nicht nur als direkter Angsteller schlecht (Diskriminierung, wenig Rechte, geringe Sicherheitsbestimmungen...) sondern auch bei den Zulieferbetrieben z.B.:
[HappyMeal-Tüte mit Spielzeug]
- Bericht von "McDonald's-Spielzeugfabrik" in Hong Kong, Sommer 2000(1):
- Dort arbeiteten über 100 Kinder zwischen 12 und 13 Jahren z.T. mit gefälschten Ausweisen. Getreu dem Motto "Von Kindern für Kinder" arbeiteten sie z.T. 7 Tage die Woche. Für einen 8 Stundentag bekamen sie 1,50€, doch die Regelarbeitstag war von 7-22Uhr, also 15 Stunden. Dies entspricht fast, aber nicht ganz den 3,05€ für ein Happy Meal.
[…]
13. Quelle ►www.adipositas-online.com/ ►Auszug vom 12. März 2006
[…]
WELTWEITES PROBLEM
Übergewicht erobert alle Länder, Adipositas ist ein weltweites Problem: die schwere Last des Wohlstands. Erstmals leben so viele dicke Menschen auf der Erde wie dünne: 1,1 Milliarden hungern jeden Tag - ihnen stehen 1,1 Milliarden Übergewichtige gegenüber, Tendenz steigend. Die Welt Gesundheitsorganisation WHO bezeichnet Adipositas als das größte chronische Gesundheitsproblem. In einigen westlichen Industrienationen sind mehr als 30 Prozent der Menschen übergewichtig. Je nach Nation verursachen Adipositas und die Folgeerkrankungen fünf bis zehn Prozent der Gesamtkosten des Gesundheitswesens. In den USA werden etwa 280.000 Todesfälle pro Jahr auf die Adipositas mit ihren Folgeerkrankungen zurückgeführt. Übergewicht ist damit die Todesursache Nummer zwei, nach dem Rauchen.
[…]
14. Quelle
►www.trophosan.de/pages/de/home/154.htm ►Auszug vom 12. März 2006
[…]
Nach Auswertung aller Daten aus der Langzeit- beobachtung zeigte sich, dass regelmäßiger Fast-Food-Konsum tatsächlich mit einem Gewichts- anstieg und der Zunahme von Insulinresistenz verbunden war: Personen, die zu Beginn der Studie und in den nachfolgenden 15 Jahren häufig (= öfter als zweimal pro Woche) ein Fast-Food-Restaurant aufgesucht hatten, nahmen im Vergleich zum Durchschnitt aller Teilnehmer 4-5 kg mehr an Gewicht zu. Ebenso stieg das Ausmaß der Insulinresistenz in dieser Gruppe um mehr als das Doppelte an (104 Prozent).
[…]
15. Quelle
►www.peacedancer.macbay.de/attac-FR/ glob_Stadtfuehrung/McDonalds-August03.rtf ►Auszug vom 12. März 2006
[…]
b) Das Problem mit dem Fleisch:
Bild: 1 BigMac-Schachtel 10 weiteren Schachteln gegenüberstellen] 1,3 Milliarden Rinder werden weltweit für die Fleischgewinnung gemästet => 1/2 der weltweiten Getreideernte wird als Viehfutter verwendet(=600 Mio t) (1),
- weil für die Produktion 1 Kalorie Rindfleisch 10 Futter-Kalorien Getreide gebraucht werden.(7)
- Klima: Fast 90% der Treibhausgase in der Landwirtschaft entstehen durch die Produktion tierlicher Nahrungsmittel. D.h. die 1,3 Milliarden Rinder auf dieser Welt produzieren in Ihren Mägen soviel Methangas, dass sie das Treibhauspotential eines durchschnittlichen PKWs haben! (1)
[…]
16. Quelle
►www.vegsource.com/lyman/lyman_mcdonald.htm ►Auszug vom 12. März 2006
[…]
In what way are McDonald's responsible for torture and murder?
THE menu at McDonald's is based on meat. They sell millions of burgers every day in 35 countries throughout the world. This means the constant slaughter, day by day, of animals born and bred solely to be turned into McDonald's products.
Some of them - especially chickens and pigs - spend their lives in the entirely artificial conditions of huge factory farms, with no access to air or sunshine and no freedom of movement. Their deaths are bloody and barbaric.
[…]
17. Quelle
►www.uni-bielefeld.de/OSK/NEOS_WissEinrichtung/Veroeffentlichungen/0_Archiv/grau/probe/gr103_pr.htm ►Auszug vom 12. März 2006
[…]
DAS »UNSICHTBARE THEATER« AM BEISPIEL EINER AKTION IN EINER FAST-FOOD-GASTSTÄTTE, NÄMLICH MCDONALDS IN BIELEFELD.
Ziel der Aktion war es, die Gäste des Fast-Food-Restaurants McDONALDs mit Argumenten zu konfrontieren, die sowohl die eigene Gesundheitsgefährdung als auch die immensen Auswirkungen der Entwicklung dieses Imperiums auf die Umwelt zeigen. Dies sollte über die Hintergründe aufklären und möglicherweise Bewußtseins- und Verhaltensänderungen bei den Gästen bewirken. Dabei ist es notwendig, sorgfältig zu recherchieren und die Argumente - wenn nötig - auch zu belegen.
Unser Katalog von Argumenten (Insbesondere aus Pater 1989; Grefe u.a. 1987) waren: 1. Große Waldgebiete in Mittel- und Südamerika werden abgeholzt, um Anbauflächen für Soja zu erhalten. Die Menschen werden aus diesen Anbaugebieten verdrängt. Um ihnen Wohnmöglichkeiten zu geben, werden weiter große Waldflächen abgeholzt. Soja dient als Futtermittel für die amerikanischen wie europäischen Rinder. Die Vernichtung des Regenwaldes hat weltweite Konsequenzen für das Klima. 2. Die Tiere auf den großen Rinderfarmen werden mit Hormonen, Antibiotika und Tranquilizer geimpft. Die Farmer kontrollieren bei jedem Tier über einen Computer Wachstum, Mast, Schlachtung und konsumierbare Fleischportionen. In den USA ist sogar ein Supertier gekreuzt worden. Es hat 2 Rippen mehr als normale Rinder. Wachstumsfördernde Chemikalien sind dabei gängige Futter-beimischungen. Der Umsatz der entsprechenden US-Firmen beträgt pro Jahr 195 Millionen Dollar. Dabei wird das menschliche Wachstumshormon Somatostatin in Schweine verpflanzt. Manche Wachstumshormone, z.B. das DES, gelten als krebsfördernd bei Menschen. Bei anderen wird es vermutet. Zudem wird durch Zementstaub in Getreide die Gewichtszunahme der Rinder beschleunigt, dazu die Kosten gesenkt.
3. Auch in Deutschland gibt es im schwäbischen Raum einen »Fleischwolf«, durch den 100000 Rinder gedreht werden. Kraftfutter ist mit Mais und Sojaschrot angereichert. Der Mais braucht viel Stickstoffdünger und schädigt in Zusammenhang mit Erosionen den Boden. Das Soja ist mit DDT »gewürzt«. Und trotz Verboten floriert ein Schwarzmarkt mit Östrogenhormonen. Der Mais kräftigt das Fleisch der Rinder, aber das Fleisch wird heller und wäßriger. Es ist kaum noch konservierbar, weil die ph-Werte nicht mehr stimmen. Manche Sorten Fleisch sind nur noch im gekochten Zustand zu verarbeiten.
4. Für die Verpackung werden pro Jahr 315 Quadratmeilen Wald abgeholzt. Der Stromverbrauch entspricht der Energie von 12,7 Millionen Tonne Kohle, was z.B. 1970 dem Jahresverbrauch der Millionenstädte Boston, Washington und San Francisco entsprach.
[…]
18. Quelle
►www.organicconsumers.org/Toxic/mcdonalds_antibiotics.cf ►Auszug vom 12. März 2006
[…]
BERKELEY - On June 19, the fast-food titan McDonald's announced it would ask its meat suppliers to stop using antibiotics to promote growth, and to cut back on antibiotics used in animals for other purposes. Close to 25 million pounds of antibiotics are fed every year to livestock almost eight times the amount given to humans to treat disease according to the Union of Concerned Scientists. The unregulated, widespread use of antibiotics in animals has led to bacteria that are resistant to older drugs such as penicillin and tetracycline, making them less effective in treating sick humans.
McDonald's move was hailed by consumer, environmental, and animal-health advocates alike as a step toward healthier meat production. The NewsCenter asked Michael Pollan, the Knight Professor of Journalism at UC Berkeley's Graduate School of Journalism, whether he agreed. A renowned science journalist and author of the best-selling book "The Botany of Desire: A Plant's-Eye View of the World,"
[…]
19. Quelle ►www.aok.de/bund/rd/89848.htm ►Auszug vom 12. März 2006
[…]
Abendbrot hat Tradition
Mittags kam meist eine dampfende, oft deftige Mahlzeit auf den Tisch. Gegen Ende des Tages ging es dagegen wesentlich weniger üppig zu. So stand in der Regel Brot mit Wurst und Käse, das so genannte Abendbrot, in südlicheren Gefilden auch Brotzeit genannt, auf dem Speiseplan. Das traditionelle, schnell zubereitete Abendbrot galt aber nicht nur der Nahrungsaufnahme, vielmehr wurde auch ein geselliges Zusammensein mit diesem Brauch verbunden. Die Ereignisse des Tages wurden im Kreise der Familie ausgetauscht und besprochen. Ein wichtiger Aspekt, der in den vergangenen Jahren vielfach verloren gegangen ist. Das gemeinsame Einnehmen der Mahlzeiten gehört längst nicht mehr in jedem Haushalt zum Ritual. Auch wenn noch rund zwei Drittel der Deutschen am liebgewonnen Abendbrot festhalten, ist es teilweise schon von Fertiggerichten und Fast-Food verdrängt worden.
[…]
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Perke Jacobs, 2006, McDonald's als Global-Player - Vorbild wirtschaftlicher und kultureller Globalisierung, München, GRIN Verlag GmbH
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