Inhalt
1. Einleitung
2. Rahmen der Betrachtungen
2.1. Hexe und Hexerei - Eine Begriffsbestimmung
2.2. Epochenabgrenzung
3. Die Europäische Hexenverfolgung - Makroperspektive
3.1. Der Hexenhammer als ideologische Grundlage
3.2. Die zeitliche Dimension
3.3. Die räumliche Dimension
3.4. Erklärungsansätze
4. Zusammenfassung und Fazit
5. Literaturverzeichnis
2
1. Einleitung
In der vorliegenden Hausarbeit habe ich mich mit der Geschichte der europäischen Hexenverfolgung beschäftigt. In Kapitel 2.1. bin ich auf die Begriffsgeschichte der Kategorie Hexe eingegangen und habe versucht aufzuzeigen, dass in dieser Kategorie verschiedene Vorstellungen verbunden sind und der Begriff in seiner gesamten kumulativen Bandbreite erst im Hochmittelalter ent-standen ist. Desweiteren bin ich in Kapitel 2.2. auf die Epochenabgrenzung zwischen Mittelalter und früher Neuzeit eingegangen, da diese entscheidend für die Frage ist, in welche großzeitliche Periode die Hexenverfolgung einzuordnen ist. Das 3. Kapitel stellt dann das Hauptkapitel meiner Arbeit dar. Zunächst bin ich in Kapitel 3.1. auf den Hexenhammer eingegangen, da dieser das wohl in Deutschland bekannteste Traktat zur Hexenverfolgung ist und eines der ersten Sammelwerke ist, dass das Wissen über Hexen und Hexerei zusammenfasst. In Kapitel 3.2. und 3.3. habe ich dann jeweils kurz die Hexenverfolgung in ihrer zeitlichen und räumlichen Dimension nachgezeichnet, um dann in Kapitel 3.4. auf die Ursachen der Hexenverfolgung einzugehen. Die grundlegende Quellensammlung zum Thema Hexen stammt von Wolfgang Behringer 1 . Eine umfassende zusammenfassende Darstellung wurde von Brian P. Levack 2 verfasst. Weitere zitierte Aufsätze von H. C. Erik Midelfort 3 , Claude Lecouteux 4 , Wolfgang Behringer 5 und Hartmut Lehmann 6 stammen aus dem Sammelband Hexenverfolgung.
1 Hexen und Hexenprozesse in Deutschland; hg. v. Wolfgang Behringer; München, 4 2000
2 Levack, Brian P.; Hexenjagd. Die Geschichte der Hexenverfolgung in Europa; Aus dem Englischen
übersetzt von Ursula Scholz; München, 1995
3 Midelfort, H. C. Erik; Alte Fragen und neue Methoden in der Geschichte des Hexenwahns; in: Quellen
und Forschungen zur europäischen Ethnologie, Bd.15: Hexenverfolgung. Beiträge zur Forschung - unter
besonderer Berücksichtigung des südwestdeutschen Raumes; hg. v. Sönke Lorenz und Dieter R. Bauer;
Würzburg, 1995; S. 13-30
4 Lecouteux, Claude; Hexe und Hexerei als Sammelbegriff; in: siehe Anm. 3
5 Behringer, Wolfgang; Sozialgeschichte und Hexenverfolgung. Überlegungen auf der Grundlage einer
quantifizierenden Regionalstudie; in: siehe Anm. 3
6 Lehmann, Hartmut; Hintergrund und Ursachen des Höhepunktes der europäischen Hexenverfolgung in
den Jahrzehnten um 1600; in: siehe Anm. 3
3
Daneben habe ich noch einen zusammenfassenden Aufsatz von Franz Irsigler 7 verwendet, und für die Beschreibung der Epochenabgrenzung habe ich dazu noch auf das Handbuch von Emanuel Geiss 8 zurückgegriffen.
2. Rahmen der Betrachtungen
2.1. Hexe und Hexerei - Eine Begriffsbestimmung
Die Kategorie der Hexe als inhaltlicher Begriff, wie wir ihn heute kennen, ist erst im Laufe des 14. Jahrhunderts entstanden und ist als Wort selber bis zum 15. Jahrhundert kaum belegt 9 .
In der Zeit davor gab es allerdings auch schon Vorstellungen von Menschen mit übernatürlichen Kräften, allerdings keine spezifische Vorstellung einer Hexe. Stattdessen hatten die Menschen schon in der Antike Vorstellungen von Magie und Zauberei, die in verschiedenen Formen als legale nützliche weiße Magie oder als illegale schädliche schwarze Magie auftreten konnte. Man unterschied zum Beispiel die Zauberkünste dirae artes und magische Handlungen, die den Tod bewirken sollten maleficia 10 .
Die ersten Texte des Mittelalters, die von Zauberei und Magie sprechen, sind die Leges des 6. Jahrhunderts, deren Begrifflichkeit sich aus zwei Überlieferungssträngen festmachen lässt. Zum einen ist da die antike Vorstellung und zum anderen die germanische Tradition. Zauberei wird auch nicht als direkt strafbare Handlung angesehen, sondern nur die durch die Zauberei entstehenden Schäden. Aber auch schon im Frühmittelalter zeigen sich erste Ansätze der Gleichsetzung von Magie mit heidnischen Kulten 11 . Im Früh- und Hochmittelalter gab es zahlreiche Personengruppen, denen von der Kirche magische Fähigkeiten zugeschrieben wurden, so zum Beispiel
7 Irsigler, Franz; Hexenverfolgung vom 15. bis 17. Jahrhundert. Eine Einführung; in: Trierer Hexenpro-
zesse, Bd. 4: Methoden und Konzepte der historischen Hexenforschung; hg. v. Gunther Franz und Franz
Irsigler; Trier, 1998; S. 3-20
8
9 Lecouteux; S. 31
10 Lecouteux; S. 31 f.
11 Lecouteux; S. 32
4
Traumdeuter, Weissager, Kräuterkundige, Gaukler und Zauberer. Bemerkenswert ist jedoch, dass es im Germanischen nur männliche Bezeichnungen gab und Frauen mit magischen Fähigkeiten eine unbedeutende Rolle spielten 12 . Vorläufer des Hexenbegriffs entstanden dann ab dem 8. und vor allem im 10. Jahrhundert. So gibt es in Skandinavien die Begriffe tunridr und galdrakinn und ausgehend vom süddeutschen Raum hagazussa 13 .
Ab dem 13. Jahrhundert entstanden dann die Grundlagen für die Entstehung des frühneuzeitlichen Hexenbegriffs. Die Kirche verschärft Verordnungen gegen Ketzer, die nun auch öfter in Verbindung mit Magie und Zauberei gebracht werden. Das erste Gesetz zum Beispiel, das Zauberei bestraft, die Treuga Henrici, entsteht 1224 14 . Entscheidend ist hierbei vor allem die Gleichstellung von Zauberern mit Häretikern, wodurch die Grundlage für die Verfolgung durch die Kirche gelegt ist. Und außerdem wird die Verbindung von Zauberei und Magie mit Männern aufgelöst und verschiebt sich langsam hin zu Frauen 15 . Diese grundlegenden Veränderungen im Hoch- und Spätmittelalter bilden die Grundlage des Hexenbegriffs, der uns bis heute vertraut ist. Eine Hexe im frühneuzeitlichen Sinne wird zum einen mit der von ihr ausgeübten Unheil bringenden schwarzen Magie identifiziert. Diese Komponenten des Hexenbegriffs sind die schon seit der Antike bekannten maleficia, die schlechten Taten 16 . Zum anderen wird die Hexe allerdings wesentlich durch den Pakt mit dem Teufel gekennzeichnet, da Hexerei nur eine erworbene Fähigkeit ist, die den Frauen erst vom Teufel verliehen wird 17 .
Diese spezifische Verbindung der Vorstellung von Frauen, die eine schwarze Unheil bringende Magie praktizieren, in Verbindung mit der christlichen Vorstellung des Teufels als Antichrist ist das wesensbestimmende Merkmal des spät- 12 Lecouteux;S. 34
13 Lecouteux; S. 35
14 Lecouteux; S. 40
15 Lecouteux; S. 42
16 Levack; S. 14
17 Levack; S.17, 20 f.
5
mittelalterlichen und frühneuzeitlichen europäischen Hexenbegriffs. Dieses unterscheidet den europäischen Hexenbegriff auch von außereuropäischen He-xenvorstellungen unserer Tage.
2.2. Epochenabgrenzung
Bei einer Betrachtung der Geschichte der europäischen Hexenverfolgung ist es zwangsläufig notwendig, sich Gedanken über die Epochenabgrenzung zwischen Spätmittelalter und Früher Neuzeit zu machen, da die großen Hexenverfolgungen in genau dieser Zeit zwischen 1450 und 1750 stattfanden. Die Kategorisierung der Zeit zwischen ~500 n. Chr. bis ~1500 n. Chr. als Mittelalter und der Zeit nach 1500 als Neuzeit wurde durch den deutschen Humanisten Cristopherus Cellarius gegen Ende des 17. Jahrhunderts geprägt, der damit die aus seiner Sicht finstere Zeit zwischen Antike und seiner humanistischen Gegenwart beschreiben wollte 18 .
Diese wertende und zunächst willkürliche Teilung zwischen Antike, Mittelalter und Neuzeit muss man stets im Auge behalten, wenn vom finsteren Mittelalter gesprochen wird, da das Mittelalter auch heute noch von vielen Menschen verklärt als finsteres Zeitalter wahrgenommen wird, das vor allem durch Pest und Hexenverfolgungen charakterisiert ist.
So problematisch Epochenabgrenzungen auch sein mögen, und so schwer es auch ist, diese genau wissenschaftlich zu begründen, lassen sich doch einige strukturelle Veränderungen um das Jahr 1500 aufzeigen, die deutlich machen, dass sich Veränderungsprozesse in Europa abspielen. Ein wichtiges Datum ist die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus 1492 sowie die Entdeckung des Seeweges nach Indien 1498 und die daraus entstehende globale Expansion Europas. Aber auch vielfache nationalgeschichtliche Ereignisse, wie zum Beispiel für Deutschland die Aufstellung der 95 Thesen Luthers 1517, lassen sich für eine Epochenabgrenzung heranziehen, da die Ereignisse
18 Geiss; Epochen; S. 264
6
eine langfristige Auswirkung auf die Entwicklung der einzelnen Länder hatten 19 . Das spätmittelalterliche Europa ist darüber hinaus auch durch starke Krisen gekennzeichnet. Auf die kleine Eiszeit zu Beginn des 14. Jahrhunderts folgten Missernten und Hungersnöte in Europa und zwischen 1347 und 1351 war nahezu ganz Europa von der Pest betroffen. Auf kirchlicher Ebene musste der Papst zwischen 1309 und 1377 in Avignon residieren und nach der Rückkehr nach Rom standen sich zwischen 1378 und 1417 zwei Päpste in Rom und Avignon gegenüber, was zu vielfältigen Oppositionsbewegungen innerhalb der Kirche führte. Es entstanden die chiliastische Bewegung und die Ketzerbewegung, die versuchten, einen geistlichen Aufbruch von unten zu vollziehen und deren Mitglieder durch die Kirche vielfach verfolgt und hingerichtet wurden 20 . All diese Entwicklungen des Spätmittelalters bilden unter anderem die Grundlage für die Entstehung der Hexenverfolgungen der Frühen Neuzeit. Aber die großen Hexenverfolgungen fanden eindeutig in der Frühen Neuzeit statt.
19 Geiss; Epochen; S. 23 f.
20 Geiss; Epochen; S. 325 ff.
7
3. Die Europäische Hexenverfolgung - Makroperspektive
3.1. Der Hexenhammer als ideologische Grundlage
Zur geistigen Grundlage der Hexenverfolgung kann die päpstliche Bulle Summis desiderantes affectibus aus dem Jahr 1484 mit dem sie begleitenden Kommentar Malleus maleficarum (der so genannte Hexenhammer) gezählt werden. Der Hexenhammer wurde von den Dominikanern Heinrich Institoris (Kramer) und Jakob Sprenger 1487 veröffentlicht und erschien bis 1520 in dreizehn Auflagen 21 . Danach wurde er erst ab 1580 wieder aufgelegt, woran auch die wellenförmige Entwicklung der Hexenverfolgung abgelesen werden kann. 22 . Die Bulle wurde von Papst Innozenz VIII auf Drängen von Institoris und Sprenger veröffentlicht. Sie bestätigte deren inquisitorischen Auftrag und wurde von diesen später als Legitimationsplattform für den Hexenhammer genutzt 23 . So heißt es in der Bulle:
„Jüngst ist uns freilich nicht ohne außerordentliches Betrübnis zu Gehör gelangt, daß in etlichen Gegenden Deutschlands, und zwar in den Kirchenprovinzen, Städten, Ländern, Orten und Diözesen von Mainz, Köln, Trier, Salzburg und Bremen ziemlich viele Personen beiderlei Geschlechts, ihr eigenes [Seelen]heil mißachtend und vom christlichen Glauben abweichend, mit Inkubus- und Sukkubus-Dämonen Unzucht treiben [..]“ 24
In diesem Abschnitt zu Beginn der Bulle wird zum einen die regionale Beschränktheit der Bulle deutlich, die speziell auf das Verantwortungsgebiet von Institoris und Sprenger zugeschnitten ist. Und zum anderen wird deutlich, dass der Vorwurf der Hexerei nicht nur gegen Frauen gerichtet ist, sondern eindeutig von beiden Geschlechtern gesprochen wird.
21 Irsigler; Einführung; S. 4
22 Levack; S. 177
23 Levack; S. 63
24 Papst Innozenz VIII; Hexenbulle; S. 88
8
Darüber hinaus wird die für den Hexenbegriff bedeutende Verbindung von Magie mit Unglaube und Dämonen hergestellt. Direkt im Anschluss an die zuvor zitierte Stelle heißt es weiter „[…] und durch ihre Zaubersprüche, [Zauber]gesänge und Beschwörungen und durch andere gottlose, abergläubische wahrsagerische Frevel, Vergehen und Verbrechen die Geburten der Frauen und die Brut der Tiere, die Feldfrüchte, Weintrauben, Baumfrüchte, und noch dazu Männer, Frauen, Lasttiere, Kleinvieh, Haustiere sowie verschiedene andere Tiere, auch die Weinberge, Obstgärten, Wiesen, Weiden, Getreide und andere Früchte der Erde verderben, ersticken und zugrunde richten. Auch bringen sie es fertig, Männer, Frauen, Zugtiere, Lasttiere, Kleinvieh, Haustiere und [sonstige] Tiere mit furchtbaren sowohl innerlichen wie äußerlichen Schmerzen und Plagen heimzusuchen und zu quälen, ferner Männer an der Zeugung, Frauen an der Empfängnis, Männer bei den Ehefrauen und Frauen bei den Männern an den ehelichen Pflichten zu hindern. Überdies scheuen sie sich nicht, den Glauben, den sie durch die heilige Taufe angenommen haben, mit gotteslästerlichen Reden zu verleugnen und zahlreiche andere Ruchlosigkeiten, Ausschreitungen und Verbrechen, auf Anstiftung des Feindes des Menschengelschlechtes [des Teufels], zu begehen und zum Verderben ihrer Seele, zur Beleidigung der göttlichen Majestät wie auch zum schädlichen Beispiel und Ärgernis vieler Menschen zu vollbringen.“ 25
In diesem Abschnitt werden die Verbrechen, die den Hexen auch in späteren Prozessen neben dem Pakt mit dem Teufel immer wieder vorgeworfen wurden, deutlich. Hierbei geht es vor allem um die die malefici, die ein wichtiges Element im Konstrukt der Hexe ausmachen.
Zum Schluss der Bulle werden Institoris und Sprenger ermächtigt, die genannten Straftaten zu verfolgen und zu richten:
25 Papst Innozenz VIII; Hexenbulle; S. 88 f.
9
„[…] erlauben wir den genannten Inquisitoren, daß sie […] gegen alle Personen, […] das Inquisitorenamt in dieser Weise auszuüben und die Personen, die sie der erwähnten Vergehen schuldig finden, zurechtzuweisen, zu inhaftieren [und] an Leib und Vermögen zu bestrafen, wie sie es verdienen.“ 26
Der eigentliche Hexenhammer, dem die päpstliche Bulle als Vorwort angefügt wurde, ist dann 1487 erschienen. Hier heißt es zu Beginn:
„[…] wenn der Abend der Welt sich zum Ende neigt und die Übel der Menschen überhandnehmen, und er sich voller Wut bewusst ist, daß er [der Teufel], wie Johannes in der Apokalypse bezeugt, nur noch wenig Zeit hat. Deshalb hat er [der Teufel] auch eine ungewohnte ketzerische Verworfenheit im Acker des Herrn emporwachsen lassen: die Ketzerei, sage ich, der Hexen, bezeichnet durch das Geschlecht [der Frauen], wo man sie [die Ketzerei] vorzugsweise grassieren sieht. Zahllos sind die geplanten Anschläge [dieser Ketzerei], doch wird vor allem - es ist schrecklich auszudenken, es ist ein unsägliches Greuel in den Augen Gottes, es ist Gegenstand des Abscheus für alle Christenmenschenfolgendes im einzelnen auch ausgeführt. Sie [die Hexen] unterwerfen sich nämlich durch einen Vertrag mit dem Teufel und ein Bündnis mit dem Tod, der schrecklichsten Knechtschaft, um ihre verworfenen Begierden zu erfüllen. Darüber hinaus [gibt es] Dinge, die von ihnen [den
Hexen] mit Zulassung Gottes und mit Hilfe der Dämonen in den täglichen Trübsalen den Menschen, Haustieren und Erdfrüchten, angetan werden.“ 27
Wie im vorhergehenden Abschnitt und auch in der päpstlichen Bulle ausführlich beschrieben, geht es hier hauptsächlich um die malefici, die Schadenszaubersprüche.
26 Papst Innozenz VIII; Hexenbulle; S. 90
27 Hexenhammer; S. 92
10
Auffällig ist, dass im Hexenhammer der kumulative Hexenbegriff noch nicht voll ausgereift ist und der Hexensabbat noch nicht die Bedeutung im Konstrukt der Hexe hat, den er während der Hochzeit der Verfolgung im ausgehenden 16. Jahrhundert einnimmt. So heißt es lediglich:
„Die Art des Gelübdes ist zweifach: die eine feierlich, mit ebenso feierlichem Bekenntnis, die andere privat, die zu jeder Zeit und Stunde mit dem Dämonen geschehen kann.“ 28 Wenngleich der Hexenflug auch schon beschrieben wird: „Und wenn wir auch zwei sind, die wir diesen Traktat schreiben, so hat doch wenigstens einer von uns sehr häufig solche Leute gesehen und gefunden. Denn ein damaliger Scholar, […], pflegt zu erzählen, er sei einmal körperlich von Dämonen durch die Lüfte geführt und in ferne Gegenden getragen worden.“ 29
Der Hexenhammer betont aber auch erstmalig stark die Rolle der Frau und liefert die Begründung, warum vor allem die Frauen anfällig für Hexerei sind.
3.2. Die zeitliche Dimension
Bis zum Beginn des 15. Jahrhunderts kann man nicht von Hexenverfolgungen in dem Sinne sprechen, wie sie für die nächsten Jahrhunderte kennzeichnend ist, da sich vor allem erst das begriffliche Konzept der Hexe durchsetzen musste, dass sich erst im Laufe des 14. Jahrhunderts entwickelte. Nach dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts nahmen die Zahlen der Hexenprozesse langsam zu, wie auch die Anklagen wegen Ausübung des Satanskults. Gleichzeitig mit der Zunahme von Prozessen wurden in einem sich gegenseitig verstärkenden Prozess auch mehr Hexentraktate veröffentlicht. Allerdings kam es in dieser Zeit noch nicht zu großen Verfolgungswellen 30 .
In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts nahmen die Prozesse sogar tendenziell ab, was durch das Aufkommen des Humanismus und dessen Kritik an He-
28 Hexenhammer;S. 98
29 Hexenhammer; S. 99
30 Levack; S. 176 f.
11
xenverfolgungen, sowie die kirchliche Spaltung durch die Reformation erklärt werden kann. Dieser Trend kehrte sich in den Jahrzehnten von 1550 bis 1580 um. Die Zahl der Einzelverfahren stieg beträchtlich an und viele Intellektuelle versuchten, die Kritik des Humanismus an den Hexenprozessen zu widerlegen 31 .
Zwischen 1580 und 1675 wurde dann der Höhepunkt in der Geschichte der Hexenverfolgung erreicht und es kam zu großen Verfolgungswellen und Massenprozessen. Diese Hexenpanik hielt in einzelnen Regionen immer nur wenige Monate an und ebbte dann kontinuierlich ab. Nach 1650 gab es zwar noch bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts Hexenprozesse, allerdings in sehr viel geringerem Ausmaß mit abnehmender Tendenz, und die Zeit der Massenpaniken und -prozesse war vorbei 32 . Der letzte Hexenprozess in Deutschland fand zum Beispiel im Jahr 1793 statt 33 .
3.3. Die räumliche Dimension
In welchen geographischen Räumen spielte sich die Hexenverfolgung zu welcher Zeit ab und wo lagen die Zentren der Hexenverfolgung in Europa? Insgesamt gesehen sind die Hexenverfolgungen in den einzelnen Regionen Europas über gut 100 Jahre gestreckt. In den einzelnen Territorien erreicht sie jeweils ihren Höhepunkt und ebbt dann schnell wieder ab. So erleben die Schweiz und die Niederlande in den 1580er Jahren, Frankreich und Schottland in den 1590er Jahren, das Jura und viele deutsche Länder um die Jahrhundertwende, die deutschen Länder in der 1620/30er Jahren, England in den 1640er Jahren, Schottland in den 1660er Jahren und Schweden/Finnland in den 1660/70er Jahren ihren Höhepunkt. Lediglich Polen erreichte den Höhepunkt der Verfolgung erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts. 34 Dies alles sagt aber noch nichts über die quantitative Verteilung in den einzelnen Regionen aus.
31 Levack; S. 178 f.
32 Levack; S. 180
33 Geiss; Begriffe; S. 435
34 Levack; S. 180
12
Levack teilt Europa aufgrund des geographischen Zusammenhangs und gemeinsamer religiöser, gesetzlicher und politischer Charakteristika in fünf Großregionen auf. Diese Großregionen weisen zwar wiederum große regionale Schwankungen auf, doch eignen sie sich gut, einen gesamteuropäischen Überblick zu verschaffen. An erster Stelle nennt Levack Westeuropa, das Deutsch-land, Frankreich, die Schweiz und die Niederlande umfasst. In dieser Region fanden die ausgedehntesten Hexenjagden statt, und es sind zahlreiche Fälle von Massenhysterie dokumentiert. Levack spricht davon, dass bis zu 75% aller Hexenprozesse in Westeuropa stattfanden, wenn auch beachtet werden muss, dass in Westeuropa ca. die Hälfte der gesamteuropäischen Bevölkerung lebte. Das Gebiet Westeuropas war allerdings wiederum vielfach unterteilt, und die deutschsprachigen Länder bildeten die Kernregionen der Hexenverfolgung. 35 Eine weitere Großregion bildeten die Britischen Inseln und die britischen Besitzungen in Übersee. Hier haben die Hexenverfolgungen nie die Dimensionen angenommen, die sie z. B. in Deutschland erreichten, auch wenn es vereinzelte Massenhysterien gab. 36 Weiterhin sind die Skandinavischen Länder zu einer Großregion zusammenzufassen, in denen es eine höhere Dichte an Hexenprozessen gab, die jedoch auch hinter Westeuropa zurückblieben. 37 Über die vierte Großregion, bestehend aus dem Osten Mitteleuropas und Osteuropas, lassen sich keine verallgemeinernden Aussagen machen, da hier die Intensität regional sehr stark schwankte. Am stärksten war die Verfolgung in Polen ausgeprägt, die so intensiv ausgeprägt war wie in stark betroffenen deutschen Gebieten, jedoch erst sehr spät gegen Ende des 17. Jahrhunderts ihren Höhepunkt erreichte. 38
In Südeuropa, das vor allem durch die lang anhaltenden Inquisitionsprozesse geprägt war, hat es dagegen kaum Hexenprozesse gegeben. Die einzige Ausnahme bildeten hier einige italienischsprachige Alpenregionen. 39
35 Levack; S. 182 ff.
36 Levack; S. 188 ff.
37 Levack; 194 ff.
38 Levack; S. 201 ff.
39 Levack; S. 208 ff.
13
3.4. Erklärungsansätze
Wie lassen sich eigentlich die Hexenverfolgungen erklären und warum erreichte der Hexenwahn ausgerechnet um die Jahrhundertwende vom 16. zum 17. Jahrhundert seinen Höhepunkt? Diese Frage zu beantworten wurde von zahllosen Wissenschaftlern aus unterschiedlichsten Disziplinen versucht und es gibt, wie Levack anmerkt, keinen Konsens über diese Frage. Allein im 20. Jahrhundert sei die Hexenjagd auf die unterschiedlichsten Ursachen zurückgeführt worden. Levack nennt hier die Reformation, die Gegenreformation, die Inquisition, die Anwendung der Folter beim gerichtlichen Verhör, die Religionskriege, den religiösen Eifer des Klerus, das Entstehen des modernen Staates oder des Kapitalismus, den weit verbreiteten Genuss von Narkotika, Veränderungen der medizinischen Vorstellungen, soziale und kulturelle Konflikte, den Versuch, das Heidentum auszurotten, das Bedürfnis der herrschenden Klasse, die Massen zu unterhalten, die Ablehnung der Geburtenkontrolle, die Ausbreitung der Syphilis, und den Hass auf die Frauen 40 .
Auch Midelfort gesteht ein, dass jeder Historiker seine eigene Lieblingserklärung zur Entstehung der europäischen Hexenverfolgung habe. 41 Die Hexenverfolgung als Ausdruck eines finsteren Aberglaubens zu erklären, so wie es die Aufklärer des 18. Jahrhunderts getan haben, reicht nicht aus und führt eher zu historischen Überlegenheitsgefühlen, was nicht förderlich ist, die Geschichte der Hexenverfolgung zu verstehen 42 . Aber auch sozialhistorischquantifizierende Studien und volkskundlich-ethnologische Untersuchungen bringen einen der Warum-Frage nicht näher. 43 Genauso wenig wie monokausale Erklärungen, die stets nur Einzelfälle erklären können, aber keine gesamteuropäische Richtung vorgeben.
40 Levack; S. 12
41 Midelfort; S. 13
42 Lehmann; S. 372
43 Lehmann; S. 360
14
Levack sieht die Ursachen der Hexenverfolgung zunächst in der begrifflichen Herausbildung des Hexenbegriffs und den Veränderungen im Strafrecht. Als konkret auslösendes Moment sieht er darüber hinaus den religiösen Wandel und die sozialen Spannungen der Zeit. 44
Die sozialen Spannungen der Zeit sind die in der Literatur wohl meistgenannten Ursachen für die großen Hexenverfolgungen in den Jahrzehnten um 1600. Durch die Missernten kam es zu starken Preisanstiegen bei Lebensmitteln und damit zu Hungersnöten in weiten Teilen der Bevölkerung, wofür wiederum Schuldige gesucht und in Gestalt der Hexen auch gefunden wurden. 45 Irsigler zählt fünf Elemente auf, die aus seiner Sicht lokal gegeben sein mussten, damit eine Verfolgung entstehen konnte. Als erstes Element nennt auch er eine allgemeine Krisensituation, die sich aus den extrem kurzfristigen Klimaschwankungen speiste. Hier wird das Argument der Missernten mit dem großen Klimaumschwung verknüpft 46 , was auch den Kern der Argumentation Lehmanns ausmacht, der in der „Kleinen Eiszeit“ den besten Erklärungsansatz für die einsetzende große Verfolgungswelle zum Ende des 16. Jahrhunderts sieht. 47 Weiterhin nennt Irsigler eine weite Verbreitung des kumulativen Hexenbegriffs in seiner spezifischen Zusammensetzung aus malefici und Satanskult. Die Vorstellung der Eliten über die Machenschaften des Teufels verbinde sich mit den Vorstellungen der Bauern von malefici. 48 Auch meint er, dass ein Druck von unten bestehen müsse, also der Wunsch, aus der Dorfgemeinschaft heraus Hexen zu verfolgen, und dass dieser Wunsch von der Obrigkeit gefördert oder zumindest geduldet werde müsse. 49 Als letztes Element nennt Irsigler noch den Einfluss der Juristen, die zumindest für den Beginn und die Steigerung zu großen Verfolgerungswellen von entscheidender Bedeutung seien. 50
44 Levack; S. 13
45 Behringer; 1995; S. 325 ff.
46 Irsigler; S. 10
47 Lehmann; S. 361 ff.
48 Irsigler; S. 10 ff.
49 Irsigler; S. 14 ff.
50 Irsigler; S. 18 f.
15
Aber noch einmal zurück zum Argument der Klimaverschlechterung und der „Kleinen Eiszeit“, das besonders geeignet erscheint, die entstehenden Massenprozesse ab dem letzten Drittel des 16. Jahrhunderts und zu Beginn des 17. Jahrhunderts zu erklären. Ab dem letzten Drittel des Jahrhunderts lassen städtische Preislisten für Lebensmittel und weitere Aussagen in verschiedenen Quellentexten sinkende Durchschnittstemperaturen und sich verschlechternde klimatische Bedingungen vermuten. Beim Versuch, dies zu erklären, bot sich für die Zeitgenossen die Erklärung durch den Teufel an, der mit Helfershelfern auf der Erde, den Hexen, das Klima verschlechtere. Den Bauern auf dem Land waren auch Vorstellungen von Wetterzauber nicht unbekannt, die durch die konkreten Erfahrungen eines sich verändernden Klimas noch sinnvoller erschienen. 51 Dieser Punkt ist wiederum ein Beleg für die Verbindung der bäuerlichen Vorstellung von malefici mit den Vorstellungen des Teufels der Oberschicht zum kumulativen Hexenbegriff. Weiterhin könnte diese Verschlechterungen der Lebensverhältnisse wohl als Störung der von Gott geschaffenen Ordnung emp-funden worden sein, die einer Wiederherstellung durch die Verfolgung der Hexen bedürfe. Die Gegner der Hexenverfolgung, wie z. B. Johann Weyer wollten ebenfalls diese Ordnung wiederherstellen, allerdings gingen sie von der orthodoxen These aus, dass auch alles Unglück von Gott geschaffen und gewollt sei. 52 Diese orthodoxe Erklärung des strafenden Gottes war allerdings für Viele nicht ausreichend und dazu war der Glaube an den Teufel mit einem Heer von Hexen in allen Schichten weit verbreitet.
Aus diesen Überlegungen heraus stellt Lehmann wiederum Thesen zur Entstehung der großen Verfolgungswellen auf. Die Hexenverfolgung habe für die Verfolger den Vorteil, durch die Verfolgung beweisen zu können, christlich zu leben. Allerdings sei die Evidenz der Erklärung, dass Hexen schuld an Not und Elend seien, zeitlich deutlich begrenzt, woraus sich auch das starke Abflauen der Verfolgung in einzelnen Regionen erklären lässt, nachdem es seinen Höhepunkt erreichte.
51 Behringer; 2000; S. 180 ff.; Lehmann; S. 361
52 Lehmann; S. 362
16
Ab dem zweiten Drittel des 17. Jahrhunderts sei aber die Erinnerung an das frühere Klima verblasst gewesen, und somit kann die „Kleine Eiszeit“ auch nicht mehr als Erklärung für die späteren Verfolgungshöhepunkte herhalten. Allerdings hatte die Verfolgungsmaschinerie zu diesem Zeitpunkt schon eine beträchtliche Eigendynamik entwickelt. 53
Dies alles erklärt nun wiederum nicht, warum die Verfolgungen in den einzelnen Regionen Europas so unterschiedlich verlief. Levack sieht die Ursache hierfür in der dämonischen Theorie, die in den Regionen intensiver Hexenverfolgung sehr stark verbreitet war. In den Regionen, in denen der Hexenbegriff sich nur auf die malefici bezog, fehlte das dämonische Element, das sonst im Denken der Oberschicht eine starke Rolle gespielt hat. Als weitere Gründe zählt Levack das Strafprozessrecht verbunden mit der Folterpraxis auf, die in vielen Regionen verboten war, sowie den Grad der zentralen Kontrolle über die Gerichtsbarkeit. 54
53 Lehmann; S. 371
54 Levack; S. 215 f.
17
4. Zusammenfassung und Fazit
Die Geschichte der Hexenverfolgung umfasst zwar nur einen kleinen Zeitraum der europäischen Geschichte, ist aber von starkem Interesse in der Öffentlichkeit. Auch bietet sie sich an, um vielfältige Thesen und Schlussfolgerungen aufzustellen. Sie muss oft als Beleg für das finstere Mittelalter oder die Unterdrückung der Frau herhalten, oder sie wird als Beleg für deutsche Grausamkeit missbraucht. Um diese irreführenden Schlussfolgerungen widerlegen zu können, ist eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema, wie es seit vielen Jahren geschieht, unabdingbar. Die Hexenverfolgungen fanden nicht im Mittelalter, sondern in der Neuzeit zwischen dem Ende des 16 Jahrhunderts und Ende des 17. Jahrhunderts statt. Und sie fanden auch nicht durchgehend auf dem gesamten europäischen Territorium statt, sondern wellenförmig in unterschiedlichen Regionen. Und nach einer solchen Welle waren die Menschen in der betroffenen Region auch soweit desillusioniert, ihr Wohlergehen nicht mehr in der Verfolgung von Hexen zu suchen, da sie die ganze Grausamkeit hautnah erlebt haben.
Auch muss man versuchen, zu verstehen, welches unglückliche Zusammenspiel von Angst, sowohl vor der Bedrohung durch den Teufel als auch vor malefici, in den Menschen vorherrschte, vor dem Hintergrund vor einem unerklärlichen Phänomen wie der „Kleinen Eiszeit“. Dies soll die Hexenverfolgung in keiner Weise rechtfertigen, aber es macht vorstellbar, wie sich die Menschen in einer Region aus Angst in einen Hexenwahn hineinsteigern konnten, um kurze Zeit später desillusioniert regelrecht aufzuwachen.
Als Schlusswort möchte ich noch Midelfort zitieren, der in Bezug auf die 1995 aktuelle Diskussion um die Abrüstung der Supermächte Folgendes, wie ich meine, noch heute in anderen Kontexten Aktuelles, schreibt:
18
„Wenn man glaubt, daß die Welt vom endgültigen Untergang bedroht ist, liegt es nahe, Feinde als Erzfeinde und Untermenschen zu betrachten und vor lauter Angst- und Rachegefühlen sogar sämtliche menschlichen Grundwerte außer acht zu lassen. Die Geschichte des Hexenwahns vermag vielleicht auch zur Beleuchtung unserer Ängste und Sorgen beizutragen.“ 55
55 Midelfort; S. 30
19
5. Literaturverzeichnis Quellen
Innozenz VIII, Papst; Hexenbulle; Rom, 1484
Bulle „Summis desiderantes affectibus“. Bullarium privilegiorum ac diplomatum Romanorum pontificum amplissima collectio, Bd. 3 (1740), 191a-192b; zit. n. Hexen und Hexenprozesse in Deutschland; hg. v. Wolfgang Behringer; München, 4 2000; S. 88-91
Kramer/Institoris, Heinrich; “Der Hexenhammer”; Straßburg, 1486; zit. n. Hexen und Hexenprozesse in Deutschland; hg. v. Wolfgang Behringer; München,
4 2000; S. 92-101
Sekundärliteratur
Behringer, Wolfgang; Sozialgeschichte und Hexenverfolgung. Überlegungen auf der Grundlage einer quantifizierenden Regionalstudie; in: Quellen und Forschungen zur europäischen Ethnologie, Bd.15: Hexenverfolgung. Beiträge zur Forschung - unter besonderer Berücksichtigung des südwestdeutschen Raumes; hg. v. Sönke Lorenz und Dieter R. Bauer; Würzburg, 1995; S. 321-346 Geschichte Griffbereit. 6 Epochen. Die universelle Dimension der Weltgeschichte; hg. v. Imanuel Geiss, unter Mitarbeit von Gabriele Intemann und Michael Sommer; Gütersloh/ München, 2002
Hexen und Hexenprozesse in Deutschland; hg. v. Wolfgang Behringer; München, 4 2000
Irsigler, Franz; Hexenverfolgung vom 15. bis 17. Jahrhundert. Eine Einführung; in: Trierer Hexenprozesse, Bd. 4: Methoden und Konzepte der historischen He-xenforschung; hg. v. Gunther Franz und Franz Irsigler; Trier, 1998; S. 3-20
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Arbeit zitieren:
Dominik Johänntgen, 2004, Die europäische Hexenverfolgung in Mittelalter und früher Neuzeit, München, GRIN Verlag GmbH
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