INSTITUT FÜR BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHE PRODUKTIONS-
UND INVESTITIONSFORSCHUNG
Industrielles Management und Unternehmensrechnung
Georg-August-Universität Göttingen
Seminar
Strategisches bzw. Operatives Controlling
Risikocontrolling
02.September 2002
Simone Peinemann
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis II
1. Einleitung 1
2. Begriffliche und konzeptionelle Grundlagen 1
2.1 KonTraG 1
2.2 Entwicklung des Risikomanagements 2
2.3 Risiko-Begriff 3
2.4 Risikomanagement-Begriff 4
2.5 Risikocontrolling-Begriff 4
3. Risikomanagement-Prozess 4
3.1 Risikoidentifikation 5
3.2 Risikoanalyse 6
3.3 Risikosteuerung 7
3.4 Risikoüberwachung 8
3.5 Prozessüberwachung 8
3.6 Zusammenfassung 9
3.7 Einordnung des Risikocontrolling in den Risikomanagement-Prozess 9
3.8 Regelkreise des Risikocontrolling 10
4.Organisatorische Anbindung 11
4.1 Eingliederung des Risikomanagements 11
4.2 Implementierung des Risikocontrollings 13
4.2.1 Integrationskonzept 13
4.2.2 Separationskonzept 14
4.2.3 Zusammenfassung 14
5. Wertorientierte Unternehmensführung 15
5.1 Balanced Scorecard 15
5.2 Balanced Scorecard Plus 16
5.3 Balanced Chance and Risk-Card 16
5.4 Risikoklassen in der BCR-Card 18
5.5 Zusammenfassung 18
6. Beispiel der Metallgesellschaft AG 19
6.1 Risikomanagement der mg ag 19
6.2 Organisation des Risikomanagements der mg ag 20
6.3 Risikocontrolling der mg ag 20
6.4 Zusammenfassung 22
7. Fazit 22
Literaturverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Risikointerdependenzen am Beispiel primärer Leistungssysteme 2
Abbildung 2: Risk-Map mit unterschiedlichen Risiken 7
Abbildung 3: Risikomanagement-Prozess und Risikoposition 9
Abbildung 4: Einbindung des Risikocontrollings in den Risikomanagement-Prozess 10
Abbildung 5: Regelkreise des Risikocontrollings 11
Abbildung 6: Aufbau einer Risikomanagement-Organisation 12
Abkürzungsverzeichnis
BCR-Card: Balanced Chance and Risk-Card
BSC: Balanced Scorecard
BSC-Plus: Balanced Scorecard Plus
DCF: Discounted Cash Flow
EVA: Economic Value Added
KonTraG: Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich
MERCIR: Metallgesellschaft Risiko Controlling und Reporting
mg ag: mg technologies ag
MVA: Market Value Added
PEST: Political, Economic, Social, Technological
RAAC: Risk Assessment and Advisory Committee
RMC: Risikomanagement-Committee
RMC-System: Risikomanagement-Committee-System
SWOT: Strengths, Weaknesses, Opportunities, Threats
1. Einleitung
„A life without adventure is likely to be unsatisfying, but a life in which adventure is allowed to take whatever from it will is likely to be short.” (Bertrand Russel)
Bezieht man diesen Satz auf eine Unternehmung, so stellt man fest, dass es immer Gefahren und Risiken geben wird, die die Existenz der Unternehmung gefährden. Schließt man alle Risiken aus, hat man als Unternehmer keine Chancen, folglich bleibt einem nur der steinige Weg mit Risiken. Anhand dieser Arbeit soll ein mögliches System zur Glättung des risikoreichen Weges einer Unternehmung aufgezeigt werden.
2. Begriffliche und konzeptionelle Grundlagen
2.1 KonTraG
Am 27.04.1998 trat das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) in Kraft. Seine Notwendigkeit begründet sich auf den fehlerhaften Führungs- und Überwachungssystemen, sowie den mangelhaften Kontroll- und Informationsmechanismen deutscher Unternehmen.1 Diese Defizite hatten zu spektakulären Unternehmenskrisen und –zusammenbrüchen geführt. Aus diesen Krisen und Zusammenbrüchen wurde ersichtlich, dass ein „konsequenter Umgang mit unternehmerischen Risiken unabdingbar ist, um die langfristige Existenzsicherung gewährleisten zu können.“2 Somit trat das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich mit der Erwartung zur Verbesserung der Führungs- und Überwachungssysteme in Kraft. Es verpflichtet die Vorstände ein Risikomanagement-System einzurichten. Der entsprechende Gesetzestext, § 91 Abs.2 AktG, lautet: „Die Vorstände haben geeignete Maßnahmen zu treffen, insbesondere ein internes Überwachungssystem einzurichten, damit dem Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen früh erkannt werden.“ Man kann der Überschrift des KonTraG „Organisation: Buchführung“ entnehmen, dass laut § 76 AktG, die Implementierung eines Risikomanagement-Systems zu den allgemeinen Leitungsaufgaben gehören
und somit dem Vorstand obliegen.3 Der Gesetzgeber lässt den Unternehmen einen erheblichen Spielraum, in instrumenteller und institutioneller Hinsicht, bei der Gestaltung ihres Risikomanagement-Systems. Die Unternehmen orientieren sich an betriebswirtschaftlichen Aspekten, um ihre individuellen Systeme zu errichten. In § 91 Abs. 2 AktG, lässt der Gesetzgeber die Notwendigkeit eines Frühwarnsystems erkennen, 4 und die Verpflichtung im Lagebericht auf Risiken der zukünftigen Entwicklungen einzugehen.5
2.2 Risikomanagement Früher und Heute
Die systematische Analyse und Bewältigung von Risiken einer Unternehmung kann man allgemein als Risikomanagement bezeichnen. Der Begriff des Risikomanagements wird in der Theorie und Praxis nicht einheitlich verwendet. Anfang der 60er Jahre wurde der Begriff vor allem durch Mehr und Hedges in den USA entwickelt. In dieser Anfangsphase bezog sich das Konzept auf die Optimierung des betrieblichen Versicherungsschutzes. Von daher waren nur die Risiken, die Verlustgefahren, aber keine Gewinnschancen beinhalteten, angesprochen. Allmählich entwickelte sich der Risikomanagement-Begriff weiter, so dass auch die unternehmerischen Risiken erfasst wurden. Mit den unternehmerischen Risiken sind nicht nur Verlustmöglichkeiten, sondern auch eventuelle Gewinnchancen beachtet. In der heutigen Zeit lautet die Aufgabenstellung des Risikomanagements: „Erarbeitung von Strategien zur Begrenzung des Risikos unter gleichzeitiger Optimierung des Ertrags.“6
[...]
1 Vgl. Freidank, C.-C. (2001); S.597
2 Vgl. Reichmann, T. (2001); S.600
3 Vgl. Reichmann, T. (2001); S.601-602
4 Vgl. Burger, A. / Buchhart, A. (2002); S.8
5 Vgl. Reichmann, T. (2001); S.602
6 Hornung, K./Reichmann, T./Diederichs, M. (1999); S.318
7 Reichmann, T. (2001); S.605
Arbeit zitieren:
Simone Peinemann, 2002, Risikocontrolling, München, GRIN Verlag GmbH
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