Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Hauptteil
1. Problemzonen der Revolution
1.1 Ausgangslage 1
1.2 Unvereinbarkeiten der Beteiligten 2
1.3 Die Provisorische Zentralgewalt 2
1.4 Mächtegleichgewicht in Europa 3
2. Die Krisenzone Schleswig-Holstein
2.1 Ausgangslage 4
2.2 Der Bundeskrieg 5
2.3 Das Kräfteringen um Schleswig-Holstein 6
3. Verlauf des Septemberaufstands
3.1 Die Abstimmung über das Waffenstillstandsabkommen 7
3.2 Die Folgen des Beschlusses zu Malmö 8
3.3 Der Aufstand 9
3.4 Die Auswirkungen des Aufstandes 11
Schluss
Literaturverzeichnis S 13
Im September 1848 löste die Abstimmung über ein Waffenstillstandsabkommen, dass die Auseinandersetzung um Schelswig-Holstein beenden sollte, in Frankfurt einen spontanen Aufstand aus. Dieser Aufstand, in dem sich die Frustration über die Entscheidung entlud, erfolgte aufgrund einer unglücklichen Verkettung von Problemzonen der Revolution, deren tatsächliche Brinsanz sich in dieser Krise offenbarte. Um diese Problemzonen und deren Bedeutung für den Septemberaufstand zu verstehen, müssen diese im einzelnen aufgezeigt und gedeuted werden. Dabei ist insbesondere zu fragen inwieweit sie miteinander verknüpft waren und zum Aufstand führten.
So wird sich zeigen, dass diese Problemzonen in der Septemberkrise erstmals der Öffentlichkeit bewußt wurden und sich das deutsche Volk als außenpolitisch blamiert und innenpolitisch ruiniert ansah. Diese herbe Enttäuschung, die nach so langem Kämpfen und neugewonnenem Nationalstolz erfolgte, erklärt die heftige Reaktion des Volkes auf diese Entscheidung. Diese Offenlegung der Probleme dieses Staates im Werden sind meines Erachtens ein eindringliches Zeichen für das bevorstehende Scheitern der Revolution. Deutschland hatte sich selbst eine Bewährungsprobe geschaffen, an der sie aufgrund ihrer Selbstüberschätzung letztendlich scheitern musste, da der Staat noch nicht gefestigt genug war.
1. Problemzonen der Revolution 1.1 Ausganglage
Die Zeit von Mai bis November 1848 war gekennzeichnet von dem Versuch die konservativen Kräfte zu stabilisieren und die revolutionären Kräfte zurückzudrängen um die Revolution zu zähmen. In einer Reihe von Konfrontationen wurden nach und nach die Regierung und die öffentliche Politik in die konservative Richtung gedrängt. Nichtsdestotrotz war es dem radikalen Lager möglich, sich zu reorganisieren und nach neuen Möglichkeiten zu suchen. 1 Diese Monate waren aber nicht nur durch eine zunehmende politische Polarisierung, sondern auch durch eine allgemeine Anspannung und Aufregung gekennzeichnet. Es kam zu einer Reihe von gewaltätigen Konflikten, die ihren Höhepunkt in dem Frankfurter Septemberaufstand fanden. 2
1 vgl. Sperber, European Revolutions, S.195.
2 vgl. Wettengel, Die Revolution im Rhein-Main-Raum, S. 253.
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1.2 Unvereinbarkeiten der Beteiligten
Ein entscheidener Faktor für die Revolution in Deutschland, der einen großen Unterschied zu den Machtverschiebungen in England, den Vereinigten Staaten und Frankreich darstellte, war, dass diese Machtverschiebungen stattfanden, bevor die Arbeiterklasse zu einem eigenem bedeutendem politischen Faktor wurde. Ein Zeichen hierfür und für die brodelnden antikapitalistischen Kräfte war der vier Jahre vor der Revolution 1848 stattgefundene Aufstand der schelsischen Weber. 3 In der Revolution 1848 waren es die Volksmassen, die in Bewegung gerieten, die zu einem wichtigen politischen Faktor wurden. Während die Oberschicht und deren Sprecher sich die nationale Einheit und die politische Weltgeltung eines mächtigen Deutschen Reiches zum Ziel gesetzt hatten, waren die tatsächlichen Kämpfer auf den Barrikaden die Arbeiter und Handwerker. Diese verfolgten vor allem wirtschaftliche und soziale Ziele. Sie erhofften sich durch die Revolution die Beseitigung ihrer materiellen Notlage und die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen. Die Revolution konnte also nur erfolgreich sein, wenn diese Gruppen ihre Unvereinbarkeiten überwinden würden. 4 Im Septemberaufstand war es denn auch diese Gruppe, die aus Frustration darüber, dass sie ihre Interessen nicht genügend vertreten sah auf die Barrikaden ging.
1.3. Die Provisorische Zentralgewalt
Eine weitere Problemzone der Revolution war die Frage ob, das zukünftige Deutschland auch die Deutschen des Habsburger Reiches miteinbeziehen sollte oder nicht. Es wurde beschlossen, insbesondere durch die Initiative von Heinrich von Gagern, diese Frage in den Hintergrund zu stellen, um weit dringlicheren Fragen den Vorzug zu geben. Denn zuerst mussten Grundrechte und eine Verfassung für das zukünftige Deutschland geschaffen werden, bevor man sich über dessen Grenzen Gedanken machen konnte. 5 Die Frankfurter Paulskirche stand nun also vor der Aufgabe für den ,,Staat im Werden“ eine Verfassung zu schaffen und benötigte deshalb eine handlungsfähige Exekutive, um die Revolution zu sichern und die Reform durchzusetzen. Als Lösung erschien die Schaffung einer provisorischen Zentralgewalt, welche am 28. Juni beschlossen wurde. Man wollte eine quasi monarchische Leitfigur auf einem parlamentarischen demokratischen Fundament schaffen. Man konnte sich hierbei auf den Erzherzog Johann von Österreich als Reichsverweser einigen. 6
3 vgl. Grab, Revolution, S. 15.
4 Grab, Revolution, S. 14.
5 vgl. Sperber, The European Revolutions, S. 212f.
6 vgl. Nipperdey, Deutsche Geschichte 1800 - 1866, S. 613f.
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Allerdings gab es keinen genau formulierten Kompetenzbereich, da bei dieser provisorischen Zentralgewalt keine Grenzen bestimmt waren und „die Mittel zu ihrer wirksamen Ausübung nirgends angewiesen und das Verhältnis weder zur Nationalversammlung noch zu den Fürsten festgestellt war.“ 7 Sie hatte zwar die Autorität der Paulskirche und auch der Konsens des Volkes stand hinter der neuen Reichsgewalt, aber sie hatte keine reale Macht. Ihr fehlte es an Geld, einer funktionierenden Bürokratie und natürlich auch an einem Heer. 8 Die Krise im September offenbarte unter anderem auch diese Schwäche der Regierung und brachte die Frage nach der Autorität der provisorischen Zentralgewalt auf. Doch nicht nur die provisorische Zentralgewalt wurde hinterfragt, man begann auch das Vertrauen und den Glauben an die Nationalversammlung an sich zu verlieren.
1.4 Das Mächtegleichgewicht in Europa
Eine weitere Problemzone der Revolution war, dass die „1815 beschlossene europäische Friedensordung auf der Zersplitterung des mitteleuropäischen Kerns beruhte.“ 9 Die Gründung eines deutschen Nationalstaates musste also die Interessen der europäischen Großmächte berühren. Diese außenpolitischen Voraussetzungen dürfen allerdings nicht überbewertet werden, da weder England noch Frankreich noch Rußland dem neuen Nationalstaat feindlich gegenüberstanden. Es waren vielmehr die nationalen Forderungen, die in Deutschland erhoben wurden, die die Interessen der Großmächte verletzten. Insbesondere in Posen, Böhmen, Oberitalien, Limburg und Schleswig-Holstein zeigte sich, dass nicht-deutsche Nationalbewegungen mit deutschen Nationalbewegungen konkurierten und dadurch die Großmächte herausgefordert wurden. Inbesondere der Konflikt um Schleswig-Holstein war einer der gefährlichsten, an dem sich dann auch der Septemberaufstand entzünden sollte. 10 Eben diese außenpolitische Problemzone, die die Frage nach der Positionierung des deutschen Nationalstaates in das europäische Mächtesystem stellte, war von außergewöhnlicher Brisanz, da sie das Gleichgewicht der europäischen Mächte in Frage stellte. Die deutsche Revolution war Teil einer gemeineuropäischen Bewegung gewesen, die sich gegen die auf dem Wiener Kongreß von 1814/15 geschaffene Ordnung richtete. Dort wurden die nationalen Bestrebungen zugunsten der Großmächte Österreich, Preußen und Russland unterdrückt. 11
7 Schlosser, Johann Erzherzog von Österreich, S. 300.
8 vgl. Nipperdey, Deutsche Geschichte 1800 - 1866, S. 614f.
9 Langewiesche, Europa zwischen Restauration und Revolution, S.96.
10 vgl. Langewiesche, Europa zwischen Restauration und Revolution, S.96f.
11 vgl. Hein, Die Revolution von 1848/49, S.78f.
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Die Revolution erschütterte, indem sie diese Ordung in Frage stellte, das Gleichgewicht der europäischen Mächte. In keiner Krisenzone trat diese Spannung besser zu Tage, als in der Auseinandersetzung zwischen Deutschland und Dänemark um die nationale Zugehörigkeit der Herzogtümer Schleswig und Holstein, die nicht nur zu einem zwischenstaatlichen Krieg eskalierte, sondern auch zu einer nationaldeutschen Erhebung führte. 12
2. Krisenzone Schleswig-Holstein
2.1 Ausgangslage
Die schleswig-holsteinische Frage erregte schon seit 1846 die Gemüter. Holstein war in Personalunion mit dem dänischen König Friedrich VII. verbunden. 13 Allerdings erhob auch Deutschland Ansprüche auf die beiden Herzogtümer und die Durchsetzung dieses Anspruchs auf Holstein wie auch auf Schleswig, wurde für die Paulskirche ,,zum Präzedenzfall für die erstrebte Errichtung eines deutschen Nationalstaates.“ 14 Begründet wurde der Zugehörigkeitsanspruch mit dem Argument, dass Schleswig trotz seiner dänisch sprechenden Minderheit sprachnational zu Deutschland gehöre. Dass Holstein auch schon seit 1815 zum deutschen Bund gehörte, wurde als historisches Argument geltend gemacht. Ebenso, dass Schleswig und Holstein seit dem Ripener Vertrag von 1460 untrennbar miteinander verbunden waren. Die Realisierung der so begründeten Zugehörigkeit der beiden Elbherzogtümer, wurde als Grundlage und Symbol für die deutsche Staatengründung empfunden. 15
Im Januar 1848 spitzte sich die ohnehin schon prekäre Lage weiter zu, da es zu einem Wechsel auf dem dänischen Thron kam. Es wurden Beratungen über eine Verfassung für den gesamten dänischen Staat aufgenommen, die auch Schleswig miteinbeziehen sollten, da es seit dem 15. Jahrhundert in Personalunion an Dänemark gebunden war und nun eingegliedert werden sollte. Holstein, da es zum Deutschen Bund gehörte, sollte eine selbstständige Verfassung erhalten. Am 24. März bildeten daraufhin die Deutschen in diesen Herzogtümern eine eigene provisorische Landesregierung. In dieser lehnten sie sich offen gegen die dänische Herrschaft auf, indem sie die Unteilbarkeit der beiden Herzogtümer betonten. Sie forderten ebenfalls erfolgreich, dass nicht nur Holstein, sondern auch Schleswig zu den Wahlen zur Frankfurter Nationalversammlung zugelassen werden sollte. 16
12 vgl. Hein, Die Revolution von 1848/49, S.78f.
13 vgl. Ribhegge, Das Parlament als Nation, 83 - 86.
14 Wollstein, Mitteleuropa und Großdeutschland, S. 238.
15 vgl. Wollstein, Mitteleuropa und Großdeutschland, S. 238f.
16 vgl. Hein, Die Revolution von 1848/49, S. 79f.
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Dadurch wurde Schleswig praktisch durch den Deutschen Bund annektiert und die Reichszentralgewalt wurde zum neuen Regierungsoberhaupt. Auf die am 21.03.1848 zur Durchführung des Annexionsgesetzes in Schleswig einmarschierten dänischen Truppen, reagierte die Kieler Landesregierung, indem sie Preußen um militärische Hilfe bat. 17
2.2 Der Bundeskrieg
„Nach der Gründung der provisorischen Zentralgewalt, der Bildung der Reichsregierung und der Auflösung der Bundesversammlung war der Einsatz Preußens in Dänemark automatisch zu einer Reichsangelegenheit geworden.“ 18 Da das Vorrücken der preußischen Einheiten am 12. April ausdrücklich durch den Bundestag gebilligt und am 9. Juni auch von der Frankfurter Nationalversammlung bekräftigt wurde, wurde die Auseinandersetzung zum Bundeskrieg erklärt und damit zu einer nationalen Auseinandersetzung. 19 Die deutschen Truppen, die unter dem Oberbefehl des preußischen Generals Wrangel standen, versuchten dann auch durch ihr Einfallen in Schleswig und Jütland die deutschen Interessen zu sichern, was auf begeisterte Zustimmung der Nationalversammlung traf. 20 Denn ein Erfolg in dieser Frage wurde als Ausdruck der angestrebten Machtfülle für den neuen Staat betrachtet. Weshalb der Landsieg der Truppen über Dänemark im Frühjahr 1848 eine euphorische Begeisterung auslöste. 21 Während aber Preußen unter Zuhilfenahme von deutschen Bundestruppen und Freiwilligenverbänden auf dem Land siegreich war, demonstrierte Dänemark auf See seine Überlegenheit durch eine effektive Flottenblockade der deutschen Häfen. Aus diesem Grunde wurde in der Öffentlichkeit immer lauter nach einer eigenen Flotte gefordert. Diese war in den Augen der nationalen Bewegung von einem Symbol für den freiheitlichen Nationalstaat zu einem machtpolitischen Instrument geworden, weshalb die Debatte um die Flotte die Träume von imperialer Macht weiter anfachte. Dadurch und durch die allgemeine nationale Mobilmachung deutscher Truppen waren die Erwartungen der Öffentlichkeit an die Vetretung der nationalen Ansprüche äußerst hoch. 22
17 vgl. Hein, Die Revolution von 1848/49, S. 79f.
18 Ribhegge, Das Parlament als Nation, S. 84.
19 Vgl. Hein, Die Revolution von 1848/49, S. 80.
20 vgl. Ribhegge, Das Parlament als Nation, S. 83f.
21 vgl. Wollstein, Mitteleuropa und Grodeutschland, S. 239.
22 vgl. Taylor, Deutschland und die europäischen Mächte, S. 199-203.
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2.3 Kräfteringen um Schleswig-Holstein
Weshalb es auch nicht verwunderlich ist, dass sich wegen dieser und der militärisch und politischen besonderen Brinsanz bald auch die europäische Großmächte in den Konflikt einschalteten. Die beiden Elbherzogtümer waren Dänemark durch ein internationales Abkommen im 18Jh. zugesichert worden, da Großbritannien, Russland und Frankreich darauf bestanden hatten, dass keine Großmacht den Zugang zur Ostsee beherrschen sollte. Im 19Jh. nahm die Bedeutung des Ostseehandels zwar aufgrund verschiedener wirtschaftlicher Entwicklungen ab, doch für die Mächte blieb die Frage dennoch von besonderer Bedeutung. Bei dieser Frage untätig zu bleiben hätte bedeutet den nationalen Forderungen Deutschlands nachzugeben und seine Einigung voranzutreiben, an der aber keiner der Großmächte gelegen war, da sie das Mächtegleichgewicht in Gefahr gebracht hätte. Die Frage nach den beiden Herzogtümern wurde also zu einer internationalen Frage. Da die Großmächte befürchteten, dass ihre Interessen gefährdet waren und begannen sie in den Konflikt einzugreifen. 23 Russland stellte sich dabei auf die Seite Dänemarks und versuchte dadurch, dass es Truppen an der preußischen Grenze aufmarschieren ließ, Preußen zum Rückzug zu zwingen. England legte einen Vermittlungsvorschlag vor, der beinhaltete, dass Nordschleswig, wegen der vertretenen dänischen Minderheit zu Dänemark fallen sollte und der größere Teil des Herzogtums an den Deutschen Bund unter Vorherrschaft eines deutschen Fürsten fallen sollte. Allerdings zeigten sich beide Seiten wegen der aufgeheizten nationalen Emotionen nicht mit diesem Kompromiß einverstanden. Bis Preußen schließlich dem internationalen Druck nachgab, seine Truppen zurückzog und in Verhandlungen mit der dänischen Regierung trat. 24
23 vgl. Taylor, Deutschland und die europäischen Mächte, S. 199-203.
24 vgl. Hein, Die Revolution von 1848/49, S. 81.
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3. Verlauf des Septemberaufstandes
3.1 Die Abstimmung über das Waffenstillstandsabkommen
Diese Verhandlungen endeten mit dem am 26. August in Malmö beschlossenen Waffenstillstand. Dieser beinhaltete, dass sich die dänischen und preußischen Truppen zurückziehen sollten und die beiden Herzogtümer vorübergehend von einer gemeinsamen preußisch-dänischen Komission verwaltet werden sollten. Bei diesem Waffenstillstand wurden die national-deutschen Interessen allerdings komplett ausgeklammert. Die Frankfurter Zentralgewalt wurde schlichtweg missachtet, ebenso wie die national-deutschen Erwartungen. 25
Die Erwartung, dass Preußen in Malmö neben einem akzeptablen Waffenstillstand, der den national-deutschen Vorstellungen entsprechen würde, auch noch die Dänische Anerkennung der Frankfurter Zentralgewalt erzwingen würde, wurde herbe enttäuscht. Bis nach der Ratifizierung und dem Austausch der Urkunden hatte Preußen die Paulskirche noch nicht einmal informiert, denn die Vereinbarungen entsprachen nicht den national-deutschen Forderungen. Noch dazu hatte Preußen den Vertrag in seinem Namen und im Namen des Deutschen Bundes abgeschlossen, obwohl dieser nach der Auflösung des Bundestages am 28. Juni und der Übertragung der Kompetenzen an die neuen Reichsbehörden zu existieren aufgehört hatte. Dies wurde als Affront gegenüber der deutschen Regierung empfunden und stoß folglich auf heftigen Widerstand. 26
Am 5. September wurde deshalb durch eine Mehrheit von 238 Stimmen zu 221 Stimmen beschlossen das Malmöer-Abkommen abzulehnen. Hierbei hatte eine Koalition von der Linken und der Casino Partei die Mehrheit. Deren Vorsteher war Christoph Dahlmann, der ein eifriger Vorkämpfer in der Schleswig-Holstein Frage gewesen ist. Nach der Niederlage trat das alte Reichskabinett unter von Leinigen zurück. Der nun mit der Regierungsbildung beauftragte Dahlmann scheiterte allerings an eben dieser Aufgabe. Diese neue Mehrheit war sich nämlich nur in der Ablehnungshaltung gegenüber dem Vertrag von Malmö einig.
Bei einer erneuten Abstimmung am 16. September widersprach sich das Parlament in seiner Entscheidung, indem gegen den Antrag der Linken, den Bundeskrieg gegen Dänemark fortzusetzen gestimmt wurde. Es wurde beschlossen das Waffenstillstandsabkommen nun doch zu billigen. 27
25 vgl. Taylor, Deutschland und die europäische Mächte, S. 202.
26 vgl. Wollstein, Mitteleuropa und Großdeutschland, S. 60 - 64.
27 vgl. Hein, Die Revolution von 1848/49, S.82f.
7
Bei dieser Entscheidung war die Fraktion der Linken für den Bundeskrieg. Sie bestand aus dem linken Zentrum (Würtemberger Hof), der gemäßigten Linken (Westendhall), der Linken (Deutscher Hof) und der extremen Linken (Donnersberg). Die Fraktion der Rechten, der Unanbhängigen und der Casino Partei stimmte für den Waffenstillstand. Bei der drei Tage andauernden Debatte vom 14. bis zum 16. September argumentierte die Linke hauptsächlich nationalistisch und idealistisch, wobei sie insbesondere die deutsche Ehre betonte, die es zu retten galt. Die Rechte allerdings bat in ihrer Argumentation um mehr Besonnenheit, da die Regierungsverhältnisse zu unsicher waren, denn Dahlmanns Versuch der Regierungsumbildung war ja gescheitert. Deutschland sei zudem nicht fähig einen Krieg ohne Preußen zu führen, da es ohne ein Heer oder eine Flotte machtlos war. Ein weiteres Argument der Fraktion war, dass eine Vergrößerung um Schleswig die europäischen Mächte auf den Plan rufen würde. Aus diesem Grund musste auch eine Ausweitung des Krieges in Betracht gezogen werden, was ein zu großes Risiko bedeutet hätte. Denn es war zu einem Zeitpunkt an dem Deutschland im Begriff war sich eine Verfassung zu geben. 28
3.2 Folgen des Beschlusses zu Malmö
Das Frankfurter Parlament, das ganz aus seiner Machtvollkommenheit heraus das neue Deutschland hatte aufbauen wollen, hatte sich selbst widersprochen und damit einen großen Teil seines Ansehens opfern müssen. Preußen hatte in Malmö vor den europäischen Großmächten zurückweichen müssen und damit die Ehre Deutschlands verraten, was von der Mehrheit der Nationalversammlung gebilligt wurde, da man auf Preußen angewiesen war. 29 Das Annehmen des Waffenstillstands zeigte also der Bevölkerung eindringlich die Machtlosigkeit des Parlaments und dessen Abhängigkeit von der preußischen Regierung, die an Schleswig-Holstein zum Verräter wurde. 30 Nicht nur das Parlament sondern auch die provisorische Zentralgewalt waren für einen Konflikt mit solch außenpolitischer, innenpolitischer und nationaler Brinsanz nicht genügend ausgestattet. Die Zentralgewalt war, wie ihr Name schon sagt, nur provisorisch, denn sie hatte keine verfassungsrechtliche Ausgestaltung, keine Machtmittel und eine nur ungenau definierte Rechtsstellung. Durch diese unselbständige Position war sie nicht in der Lage in die bestehende innen- und außenpolitische Lage einzugreifen. Stattdessen musste sie sich einerseits dem Wohlwollen der Großmächte und andererseits den jeweiligen Parteiströmungen beugen. 31
28 vgl. Ribhegge, Das Parlament als Nation, S. 85 - 90.
29 vgl. Veit, Geschichte der deutschen Revolution, S. 157.
30 vgl. Wettengel, Die Revolution im Rhein-Main-Raum, S.270.
31 vgl. Heikaus, Die ersten Monate der provisorischen Zentralgewalt, S. 375f.
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Nicht nur Innenpolitisch wurden der Nationalversammlung und der Frankfurter Zentralgewalt ihre Grenzen aufgezeigt, denn auch außenpolitisch definierten die europäischen Großmächte den nationalpolitischen Aktionsraum. Militärisch demonstrierte Dänemark durch seine erfolgreiche Seeblockade seine Überlegenheit gegenüber der deutschen Nation. Durch die Krise in Schleswig-Holstein wurden folglich dem deutschen Nationalstaat schmerzhaft seine Schwächen in der Außenpolitik, Militärpolitik und in der Innenpolitik bewusst gemacht. 32 Diese Krise verdeutlichte also eindringlich, dass der junge Staat bei seinen nationalen Bestrebungen und Zielen zu früh zu hoch gegriffen hatte und deshalb kläglich gescheitert war.
3.3 Der Aufstand
Daraufhin trafen sich noch am Abend des 16.09.1848 die Delegierten des Montagskränzchens, des demokratisch-republikanischen Vereins, des demokratischen und des Arbeitervereins im Nürnberger Hof um zu beraten, wie man nun weiter vorgehen solle. Es wurde eine Volksversammlung für den folgenden Tag auf der Pfingstweide beschlossen. Dabei wurde in Erwägung gezogen es einfach ohne das Parlament zu versuchen, da dieses durch die Annahme des Waffenstillstandes die „Ehre des Deutschen Volkes“ verraten hatte. Der Beschluss von Malmö wurde von diesen als Komplott gedeutet, um Truppen zur Unterdrückung demokratischer Tendenzen in Deutschland zur Verfügung zu haben und um gleichzeitig Russland als Bündnispartner zu gewinnen. Die Republikaner, die die Mehrheit auf der Versammlung bildeten, fürchteten, dass wenn an diesem Punkt nicht eingeschritten werden würde, die Nationalversammlung zunehmend reaktionär werden würde. 33 Auf der Volksversammlung, die mit wohl mehr als 10.000 Teilnehmern auf der Pfingsweide stattfand, wurde beschlossen, dass die Linke aus der Nationalversammlung austreten solle um sich eigenständig zu konstitutionieren. Am Abend dieses Tages wurde diese Entscheidung von der Mehrheit der Linken allerdings wieder verworfen, da befürchtet wurde, dass sie zu einem revolutionären Aufstand führen würde. 34 In der aufgebrachten Bevölkerung, insbesondere unter den Frankfurter Arbeitern und Handwerkern, wurde dies mit Enttäuschung und Erbitterung zur Kenntnis genommen. Denn jene Abgeordneten, denen man die Interessensvertretung anvertraut hatte, hatten sie wiederrum enttäuscht. 35
32 vgl. Langewiesche, OGL, S. 96f.
33 vgl. Wettengel, Die Revolution im Rhein-Main-Raum, S.270f.
34 vgl. Hildebrandt, Die Paulskirche, 152f.
35 vgl. Hildebrandt, Die Paulskirche, 152f.
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Viele begannen zu glauben, dass die Regierung in ihrer ersten Bewährungsprobe aus Mangel an politischer Vorraussicht und politischem Mut versagt hatte. In dieser allgemeinen Aufregung begann man nun ernsthaft an dem Parlament und an seiner Arbeit zu zweifeln, was sich in spontanen Aufständen entlud. 36 Das Volk wollte sich nun auf seine eigene Kraft verlassen und wenn nötig sogar gegen die linken Abgeordneten vorgehen, weshalb der Beschluss gefasst wurde, am Vormittag des 18.09.1884 eine bewaffnete Volksversammlung auf dem Roßmarkt abzuhalten. Da sich die Bürgerwehr bereits am 16. September als unzuverlässig erwiesen hatte, hatte das Parlament bereits am Vortag preußische und österreichische Bundestruppen aus Mainz rekrutiert. 37 Als es allerdings bei einer Sitzung der Nationalversammlung zu einem Tumult vor den Türen der Paulskirche kam, griffen die Truppen ein, wobei einige Verwundungen und Festnahmen stattfanden. Dieses Ereignis war erneuter Zündstoff für den bereits brodelnden Preußenhass und Aufruhr in der Menge, denn es waren Männer aus gerade jenem Staat, der Verrat an der schleswig-holsteinischen Sache geübt hatte und nun gingen diese gegen unbewaffnete Bürger vor. 38 Es begann ein Barrikadenkampf zwischen revolutionären Arbeitern, Bauern und Handwerkern und dem preußischen und österreichischen Militär. Die meisten Barrikaden befanden sich hierbei auf der Zeil, zwischen Haupt- und Konstablerwache, der Fahrgasse, dem Mainkai und der Linie Römerberg - Neue Kräme. Die beiden Abgeordneten der Rechten, Lichnowsky und der Preuße Auerswald, wurden bei einem Erkundungsritt vor die Tore der Stadt im Verlaufe der Auseinandersetzungen mit den sich sammelnden Revolutionären tödlich verwundet. Der Reichsverweser hatte sich aus der Stadt auf sein Landhaus in Bockenheim zurückgezogen. 39 Der Tod des angesehenen preußischen Generals Hans von Auerswald, der an den Befreiungskriegen teilgenommen hatte und des wegen seiner Fähigkeiten und seinem Draufgängertums geschätzen Fürst Felix von Lichnowsky, wurde für den Aufstand von Bedeutung. Denn diese Tat machte eine Zusammenarbeit mit den nun völlig diskreditierten revolutionären Kräften zu einem Ding der Unmöglichkeit. 40 Heckscher, der nach Bad Soden gegangen war, musste sich aufgrund der allgemeinen Erbitterung gegen ihn in Höchst verhaften lassen, da er um sein Leben fürchten musste. 41
36 vgl. Veit, Geschichte der deutschen Revolution, S. 158.
37 Vgl. Wettengel, Die Revolution von 1848/49 im Rhein - Main - Raum, S. 271f.
38 vgl. Veit, Geschichte der deutschen Revolution, S. 160f.
39 vgl. Hildebrandt, Die Paulskirche, S. 154f.
40 vgl. Wollstein, Mitteleuropa und Großdeutschland, S. 88.
41 vgl. Veit, Geschichte der deutschen Revolution, S. 160.
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Der Aufstand wurde allerings bald niedergeschlagen, da die Handwerker, Tagelöhner und Gesellen spontan und planlos vorgegangen waren. Sie hatten es versäumt wichtige militärische Zufahrtswege zu sperren und aus den Dörfer Unterstützung zu holen. 42 Gegen Mitternacht war der Aufstand bereits niedergeschlagen. Sowohl die Linke wie auch die Rechte distanzierte sich von dem Aufstand, da dieser nur von blinder Wut getragen wurde, die nichts mit Politik zu tun hatte. 43
3.4 Auswirkungen des Aufstandes
„Von nun an ging es für die Demokraten im Grunde nur noch um die Wahrung der Märzerrungenschaften, eine revolutionäre Veränderung von Staat und Gesellschaft war im Rhein - Main - Raum mit dem Septemberaufstand gescheitert.“ 44 Die vereinzelten Versuche aus Gießen, Wiesbaden oder Höchst Freischarenchöre zu organisieren, waren bereits in den Ansätzen gescheitert. Die provisorische Zentralgewalt schaffte eine Behörde, die die politisch-polizeilichen Kompetenzen bündeln sollte. Vereine und Versammlungen wurden verboten und später nur unter strenger Beobachtung wieder zugelassen. 45 In Frankfurt wurde der Belagerungszustand verhängt, der bis Ende Oktober andauerte. 46 Die Regierung beschränkte sich nun zunehmend darauf, die Reichsverfassung fertig zu stellen und die Einigung mit Preußen und den übrigen Mächten wurde hintangestellt. Das Parlament hatte seine Glaubwürdigkeit verloren. 47
Es waren die reaktionären Kräfte die ihren Nutzen aus der Septemberkrise zogen und von nun an das Geschäft der Konterrevolution betrieben, da ein „allmählicher Prozeß einer sukzessive erfolgenden Einschränkung politischer Rechte und eine graduelle Zunahme von Repressionen“ einsetzte. 48
42 vgl. Wettengel, Die Revolution von 1848/49 im Rhein - Main - Raum, S. 272.
43 Vgl. Hildebrandt, Die Paulskirche, S. 157f.
44 Wettengel, Die Revolution von 1848/49 im Rhein - Main - Raum, S. 273. 45vgl. Wettengel, Die Revolution von 1848/49 im Rhein - Main - Raum, S. 274.
46 vgl. Hildebrandt, Die Paulskirche, S. 158.
47 vgl. Wollstein, Mitteleuropa und Großdeutschland, S. 89f.
48 vgl. Wettengel, Die Revolution von 1848/49 im Rhein - Main - Raum, S. 274.
11
Die Septemberkrise ist meines Erachtens im Zusammenhang mit dem Scheitern der Revolution zu sehen. Verschiedene Faktoren beziehungsweise Problemzonen, die auch für das Scheitern der Revolution verantwortlich waren, traten in dieser Krise zutage. Die Septemberkrise fiel in eine Zeit der Anspannung, Aufregung und Hysterie hinein. Die Kämpfer auf den Barrikaden mussten sich damit abfinden, dass Interessensvertreter in endlosen Diskussionen über die Verfassung, die Grenzen und die Grundrechte verstrickt waren und sie auf die Verbesserung ihrer eigenen Lage zu warten hatten bis diese Diskussionen ein Ende hatten. Bis dahin herrschte noch Chaos. Allen gemeinsam waren dennoch die Träume von einem einigen Deutschland als Großmacht. Als diese wiederum enttäuscht wurden, gingen sie auf die Barrikaden, diesmal gegen die selbstgeschaffene Regierung. Diese hatte sich als machtlos offenbart. Sie hatte, da sie nur provisorisch war, keine Kompetenzen, kein Heer, kein Geld, keine Bürokratie, keine Rechtsform und somit keine wirkliche Autorität und unterlag deshalb den miteinander streitenden Parteiströmungen. Doch wie sich im Konflikt um Schleswig-Holstein zeigte, wurde sie auch von Außen bestimmt. Der von Elan und Träumen von imperialer Macht getragene Nationalstolz musste unweigerlich darunter leiden. Die nationalen und imperialen Ansprüche auf die Herzogtümer wurden von den europäischen Großmächten einfach missachtet, ebenso wie die Nationalversammlung an sich, da diese das 1815 geschaffene Gleichgewicht gefährdete. Als diese Missachtung nun auch noch von der eigenen Regierung akzeptiert wurde, musste dies auf heftigsten Widerstand stoßen. Doch leider gab es keine andere Wahl, denn die Forderungen nach außenpolitischer Geltung und Anerkennung hatten keinerlei Bezug zur Realität, denn viel zu viele Fragen waren noch ungeklärt. Der Staat im Werden hatte sich bei seinen nationalen Träumen zu schnell und zu weit aus dem Fenster gelehnt und sich dadurch selbst eine Bewährungsprobe geschaffen, die er gar nicht bestehen konnte. Der Konflikt um Schlesig-Holstein wurde somit meines Erachtens zur Schicksalsfrage der Revolution. In diesem offenbarte sich das ganze Ausmaß der Probleme des neuen Staates und enttäuschte, erbitterte und desillusionierte dadurch eben jene, die die Revolution vorangetrieben hatten. Diese zogen sich deshalb nach der Krise immer weiter zuürck, versuchten aber noch die Märzerrungenschaften zu sichern und machten Platz für die Reaktion. Das Ergebnis war eine Mischung aus revolutionären und reaktionären Kräften, die nun gleich stark waren, da die revolutionären durch die Septemberkrise geschwächt waren. Von Bedeutung wird diese Entwicklung für die Reichsverfassungskampagne und somit für das Ende und Scheitern der Revolution. Meines Erachtens markiert die Septemberkrise deshalb den Anfang vom Ende der Revolution.
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Literaturverzeichnis
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Hildebrandt, G.: Die Paulskirche. Parlament in der Revolution 1848/49, Berlin 1986 Langewiesche, D.: Europa zwischen Restauration und Revolution 1815-1849, in: OGL Band 13, München² 1989
Nipperdey, T.: Deutsche Geschichte 1800 - 1866. Bürgerwelt und der starke Staat, München⁵ 1991
Ribhegge, W.: Das Parlament als Nation. Die Frankfurter Nationalversammlung 1848/49, Düsseldorf 1998
Schlosser, A.: Johann Erzherzog von Österreich, in: ADB, Band 14, Berlin² 1969 Sperber, J.: The European Revolutions, 1848-1851, in: New Approaches to Eurpean History, Cambridge 1994
Taylor, A.J.P.: Deutschland und die europäischen Mächte, in: Die deutsche Revolution von 1848/49 (Wege der Forschung Band CLXIV), hrsg.: D. Langewiesche, Darmstadt 1983.
Veit, V.: Geschichte der deutschen Revolution von 1848-1849. Zweiter Band. Bis zum Ende der Volksbewegung von 1849, Weinheim - Berlin 1998.
Wettengel, M.: Die Revolution von 1848/49 im Rhein-Main-Raum, Wiesbaden 1989. Wollstein, G.: Mitteleuropa und Großdeutschland - Visionen der Revolution 1848/49. Nationale Ziele in der deutschen Revolution, in: Die deutsche Revolution von 1848/49 (Wege der Forschung Band CLXIV), Darmstadt 1983.
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Adele Lehotsky, 2007, Der Septemberaufstand 1848, München, GRIN Verlag GmbH
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Revolution und Reform
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