Inhalt
1. Vorwort 4
2. Die Unruhen in Frankreich 5
2.1. Ablauf der Ereignisse. 5
2.2. Hintergründe 7
3. Soziale Gemeinwesenarbeit 10
3.1. Definition: Soziale Gemeinwesenarbeit 10
3.2. Gründe der Anwendung Sozialer Gemeinwesenarbeit 10
4. Soziale Konflikte 12
4.1. mangelhafte Befriedigung materieller Bedürfnisse 12
4.2. mangelhafte Befriedigung psychischer Bedürfnisse. 12
4.3. mangelhafte Sozialisationsbedingungen. 12
4.4. Konflikte durch abweichendes Verhalten. 13
5. Paris: Eine Aufgabe für die Soziale Gemeinwesenarbeit? 14
5.1. Welche Aufgaben müsste Soziale Gemeinwesenarbeit erfüllen? 14
5.2. Welche Aufgaben wurden erfüllt? 14
5.3. Welche Aufgaben wurden versäumt? 15
6. Hätte mehr Soziale Gemeinwesenarbeit die Krawalle verhindern können? 17
7. Hat sich durch die Unruhen etwas verändert? 18
8. Sind ähnliche Krawalle in Deutschland denkbar? 19
9. Resümee. 21
10. Quellenverzeichnis. 23
Abbildungen: 24
3
1. Vorwort
„„Dort draußen“, in den Banlieues, standen auch am letzten Oktoberwochenende dieses Jahres* einige Autos in Flammen (in der Nacht von Freitag auf Samstag knapp 280, (…) schrieb Le Monde). Eine Tatsache von keiner allzu dringlichen Berichtenswürdigkeit, brennen doch in Frankreich Tag für Tag durchschnittlich 70 bis 100 Autos.“ 1 Dieser Artikel hat mich überrascht. Bis ich durch Zufall auf ihn stieß, war ich der festen Überzeugung, die Unruhen in Paris hätten damals ein Ende gefunden. Tatsächlich habe ich nirgends einen Bericht entdeckt, aus dem hervorgeht, ob die Krawalle jemals aufgehört haben oder ob sie bis heute andauern. Fakt ist: Bis Sarkozy zu Frankreichs Präsident gewählt wird, sind sie vergleichsweise stark zurückgegangen, weswegen die Presse das Interesse an ihnen verloren hat.
Nachdem ich durch den oben stehenden Artikel jedoch wieder auf das Thema aufmerksam wurde, interessierte mich, wie es zu solch massiven Ausschreitungen überhaupt kommen kann. Was sind die Ursachen? Und warum werden diese nicht beseitigt? Ist Vergleichbares auch in Deutschland denkbar? Wer kann das verhindern? Die Politik? Die Polizei? Die Soziale Arbeit? Solche und ähnliche Fragen tauchen auch in den Medien immer wieder auf. Um sie so weit als möglich zu beantworten, habe ich mich deshalb entschlossen, mich im Rahmen dieser Arbeit mit ihnen auseinanderzusetzen; insbesondere so weit sie die Soziale Arbeit im Allgemeinen und die Soziale Gemeinwesenarbeit im Speziellen betreffen. Um zu zufrieden stellenden Antworten zu kommen, ist es wichtig, sich die Geschehnisse nochmals genau in Erinnerung zu rufen. Dies erweist sich jedoch nicht immer als einfach, da unterschiedliche Quellen sich uneins über den genauen Hergang der Ereignisse sind. Ich werde mich in dieser Arbeit an die mehrheitlich vertretene Schilderung der Ereignisse halten.
Des Weiteren ist es wichtig sich über die Bedeutung, Methoden und Möglichkeiten der Sozialen Gemeinwesenarbeit klar zu werden und danach zu prüfen, inwiefern sie für oben genannte Probleme Lösungspotenzial aufweist.
* 2006
1 www.neon.de. 4. Mai 2007.
4
2. Die Unruhen in Frankreich
2.1. Ablauf der Ereignisse
Der Auslöser der Unruhen in Frankreich im November 2005 ist der Tod zweier Jugendlicher am 27. Oktober 2005. Zehn Jugendliche haben sich nachmittags in Clichy-sous-Bois zum gemeinsamen Fußballspiel getroffen, als die Polizei hinzukommt, um ihre Ausweise zu überprüfen. Da sich nicht alle ausweisen können, rennen sie davon. Die Polizei verfolgt sie. Bei dem Versuch dreier Jugendlicher, über ein Transformatorhäuschen zu flüchten, sterben zwei von ihnen, der dritte wird schwer verletzt. 1
Wenig später werden die ersten Internetforen zum Thema eröffnet; Freunde trauern, T-Shirts mit der Aufschrift „mort pour rien“ (Gestorben für nichts) werden gedruckt und auf einer Demonstration vor dem französischen Innenministerium getragen. 2
Nach publik werden des Unglücks werden die Jugendlichen in Clichy-sous-Bois und anderen „Problem-Vororten“ aggressiv. Es kommt zu ersten Ausschreitungen. Zusätzlich verschärft wird die Lage durch die öffentliche Bezichtigung Sarkozys, die Jugendlichen hätten Baumaterial gestohlen. Nachdem sich dies als Irrtum entpuppt und gleichzeitig bekannt wird, dass die Polizei die Jugendlichen auf dem Gelände zwar bemerkt, sich aber wegen der drohenden Lebensgefahr nicht weiter um sie gekümmert hat, veranlasst Sarkozy eine Ermittlung wegen unterlassener Hilfeleistung gegen Unbekannt. 3
Doch die Jugendlichen in Clichy-sous-Bois können durch diesen Schritt Sarkozys nicht mehr beschwichtigt werden. In den Nächten werden Autos angezündet. Die Krawalle weiten sich rasch auch auf andere Pariser Vororte mit hohem Migrationsanteil aus. Erneut gießt Sarkozy Öl ins Feuer, mit der Bemerkung, dass man dieses Gesindel „wegkärchern“ müsse. 4 Nach dieser Aussage eskaliert die Situation endgültig. Außer Autos werden auch Mülleimer angezündet, eine Sporthalle und die Autohalle eines Renault-Händlers werden komplett niedergebrannt, ein Einkaufszentrum wird stark beschädigt, die Verkäuferinnen tätlich angegriffen.
1 Vgl. www.germany.indymedia.org. 12. April 2007.
2 Vgl. www.mortpourrien.skyblog.com. 09. April 2007.
3 Vgl. www.wikipedia.org. 06. März 2007.
4 Vgl. www.stern.de. 30. März 2007 a.
5
Selbst eine Polizeistation versuchen die jugendlichen Randalierer in Brand zu stecken. Polizei und Feuerwehr kommen oftmals nicht rechtzeitig zum Ort des Geschehens durch, da sie mit Steinen beworfen werden. 1
Besonders schlimm sind die Ausschreitungen in der Nacht des 30. Oktober 2005, nachdem ein Polizist eine Tränengas-Granate in einen Gebetsraum, mit 200 Männern, in einem Einkaufszentrum wirft. Nach Aussagen der Polizei hat der Polizist die Granate in Richtung einiger Jugendlicher in dem Einkaufszentrum geworfen, außerdem sei der Gebetsraum, der sich in einer Lagerhalle befindet, von außen nicht als solcher zu erkennen. 2
Die Krawalle dauern noch den gesamten November an. Viele Jugendlichen filmen ihre Taten und stellen sie ins Internet, wo sie sich gegenseitig loben, aber vereinzelt auch tadeln. Während sich die Krawalle auch auf andere Städte Frankreichs ausbreiten, versuchen islamische Würdenträger, die Eltern und teilweise auch Freunde der verstorbenen Jugendlichen, zur Ruhe aufzurufen. Gleichwohl sind die Krawalle nicht mehr zu bremsen und so ruft die Regierung Frankreichs am 08. November 2005 den Ausnahmezustand aus und verhängt Ausgangssperren. Ab Mitte November gehen die Gewalttaten tatsächlich zurück, trotzdem wird der Ausnahmezustand am 16. November 2005 um drei Monate, bis zum Februar 2006 verlängert. Demonstrationen gegen eine Verlängerung des Ausnahmezustandes bleiben erfolglos. 3
Die Ausgangssperre wird zwar einerseits als Beleidigung aufgefasst - Jugendliche aus den Vororten fühlen sich noch mehr ausgegrenzt und von der Gesellschaft segregiertandererseits lässt sich beobachten, dass die Anzahl der pro Nacht zerstörten Autos mit Verhängung der Ausgangssperre tatsächlich stark gesunken ist.
Um die Auswirkungen des Ausnahmezustandes und des harten Durchgreifens der Polizei auf die Krawalle deutlich zu machen, soll die umseitige Tabelle einen Überblick über Daten, Anzahl der angezündeten Autos und Festnahmen von Jugendlichen geben:
1 Vgl. www.zeit.de. 08. März 2007; www.stern.de. 30. März 2007 b.
2 Vgl. www.wikipedia.org. 06. März 2007.
3 Vgl. www.wikipedia.org. 06. März 2007; www.migration-info.de. 12. April 2007;
www.faz.net. 12. April 2007; www.menzy.skyblog.com 09. April 2007.
6
Trotz des Rückgangs der Ausschreitungen, sind die Zukunftsprognosen nicht besonders gut: Der Bürgermeisters des Pariser Vorortes Chanteloup-les-Vignes ist überzeugt: „Ein Funke reicht aus, damit alles wieder explodiert.“ 1
2.2. Hintergründe
Straßenschlachten sind in Frankreich keineswegs ein neues Thema. Schon seit den 80er und 90er Jahren werden immer wieder Autos angezündet. 2 Neu ist nur das Ausmaß. Was der Auslöser für die enorme Menge von angezündeten Autos ist, wurde bereits unter 2.1. erläutert, doch warum werden überhaupt Autos angezündet? Der Politologe Johannes M. Becker versucht dies folgendermaßen zu beantworten: „Frankreich hat eine Jugendarbeitslosigkeit von etwa 50 Prozent. Die Jugendlichen haben weder eine Ausbildungs- noch eine Arbeitsstelle. Dann läuft ein Beschäftigungsprogramm aus, das Jugendlichen die Chance bot, sich am Arbeitsmarkt zu etablieren. Dazu leben vor allem die Kinder der Einwanderer unter teilweise sehr schlechten Bedingungen.“ 3
Dass diese vielen verarmten (Migranten-)Familien in den Vororten leben ist wie folgt bedingt:
1 www.europenews.blogg.de. 12. April 2007.
2 Vgl. www.stern.de 30. März 2007 c.
3 www.stern.de 30. März 2007 c.
7
Einst waren Siedlungen wie Clichy-sous-Bois eine Gegend für eher Reiche, die Bevölkerung überwiegend weiß. Ursprünglich waren diese Vororte so konzipiert, dass sich die sozialen Schichten gut durchmischen sollten. Zu diesem Zweck blieb nur die Hälfte der Wohnungen in staatlicher Hand, die andere Hälfte wurde als Eigentumswohnungen erbaut. Doch dann wurde der Ausbau der Infrastruktur lange Zeit vernachlässigt. Heute sind die Verkehrsanbindungen schlecht, es fehlt an Schulen und die Häuser sind oft in sehr schlechtem Zustand. Das liegt daran, dass die Besitzer der Wohnungen Clichy-sous-Bois’ weit weg wohnen, oft sogar in der Schweiz und sich nicht um die Instandhaltung der Wohnungen kümmern. Die Folgen liegen auf der Hand: wer es sich leisten kann, sprich wer Arbeit hat, zieht in eine bessere Gegend. Zurück bleibt, wer keine andere Wahl hat und hinzu zieht, wer sich die Mieten in Paris nicht mehr leisten kann. Für die besser situierten Familien, die weggezogen sind, kommen arme Familien nach, meist Migranten, da Clichysous-Bois nahe am großen Flughafen liegt, über den sie das Land erreichen. Zehn Millionen drängen sich nun schon in den Vororten der Hauptstadt, etwa eine Million von ihnen sind aus dem Pariser Zentrum hinzugezogen, die Meisten von ihnen wurden von der in Frankreich herrschenden Massenarbeitslosigkeit an den Rand von Paris getrieben. Die Lage in den Vororten ist kritisch. Gab es 1982 noch 22 so genannte „zones sensibles“, waren es im Jahre 2002 schon 1500. 1
Möglichkeiten, aus der Armut auszubrechen gibt es kaum. Das (von Johannes M. Becker auf Seite 7 dieser Arbeit angesprochene) Beschäftigungsprogramm, das unter der Linksregierung in den 90er Jahren aufgebaut wurde, existiert nicht mehr. Damals hatte die Regierung Ausbildungs- und Arbeitsplätze mit 80 % des Mindestlohns subventioniert und das bis zu 5 Jahre lang. Seit dieses Programm eingestellt ist, liegt die durchschnittliche Jugendarbeitslosigkeit in Frankreich bei 30%, in den Vororten deutlich höher. 2 Chancen auf einen Arbeitsplatz gibt es nicht. Vor allem nicht, wenn man schwarz ist: „ Jean-Francois Amadieu, Professor an der Universite de Paris I, verschickte im vergangenen Jahr Testbewerbungen fiktiver Kandidaten: Bei gleicher Qualifikation und Adresse wurde ein weißer Franzose in 75 Prozent der Anfragen zu einem Gespräch eingeladen, während dies
1 Vgl. www.uni-kassel.de. 30. März 2007 a; www.zeit.de. 08. März 2007;
www.uni-kassel.de. 30. März 2007 b.
2 Vgl. www.uni-kassel.de 30. März 2007 b; www.migrations-info.de. 12. April 2007.
8
bei einem maghrebinischen Kandidaten nur zu 14 Prozent der Fall war. Somit hat ein Weißer auf dem Arbeitsmarkt fünfmal höhere Erfolgschancen als ein Einwanderer.“ 1 Ein weiterer Nachteil für Migranten ist, dass sie kein Wahlrecht haben, so lange sie keinen französischen Pass besitzen. Aufgrund dessen, haben sie kaum Möglichkeit, ihre Interessen politisch zu vertreten. 2
Es lässt sich festhalten: In den Pariser Vororten herrscht große Unzufriedenheit, über die Ungleichheit zwischen den Vorstädtern - insbesondere den dort lebenden Migranten - und der restlichen Bevölkerung Frankreichs. Der Soziologe Wieviorka formuliert: „Wenn Sie eine Schule betreten, steht da „Liberté, Egalité, Fraternité“. Wenn ein Jugendlicher in Clichy in seine Schule kommt, weiß er, die liberté wird er haben, aber Gleichheit und Brüderlichkeit?“ 3
Um in den „zones sensibles“ die Ordnung einigermaßen zu erhalten, wird verstärkt Polizei eingesetzt. Die Strafvollzugsexpertin Maryse Esterle-Hedibel sieht das jedoch kritisch: „Die jungen Leute haben es in diesen schwierigen Vierteln hundert Mal mehr mit einem Polizisten als mit einem Lehrer zu tun.“ 4 Erschwerend hinzu kommt, dass die lokale Polizei hier durch die so genannte CRS (Compagnies Republicaines de Securité) ersetzt wurde, die die Jugend in den Vororten nicht so gut kennt und als Folge dessen oft auch nicht sensibel genug auf diese reagiert. 5
Die Jugendlichen empfinden die Maßnahmen dieser Polizei oft als willkürlich und als zu streng. Gepaart mit der gefühlten Perspektivlosigkeit entsteht eine Wut, die sich im Anzünden von Autos und Beschädigen von staatlichen Gebäuden entlädt. 6
1 www.faz.net. 09. April 2007 a.
2 Vgl. www.uni-kassel.de. 30. März 2007 a.
3 www.roteblogs.de. 08. März 2007.
4 www.stern.de. 30. März 2007 a.
5 Vgl. www.uni-kassel.de. 30. März 2007 b.
6 Vgl. www.ostblog.de. 12. März 2007.
9
3. Soziale Gemeinwesenarbeit
3.1. Definition: Soziale Gemeinwesenarbeit
In der Fachliteratur wird Soziale Gemeinwesenarbeit (Soz. GWA) im Allgemeinen als eine der drei Methoden Sozialer Arbeit (SozArb) verstanden, wobei sie sich im Wesentlichen dadurch von Sozialer Einzel- und Gruppenarbeit abgrenzt, dass sie nicht ein oder mehrere Individuen in den Mittelpunkt stellt, sondern sich an ganze Stadtteile bzw. Gemeinden richtet. Dies schließt jedoch vom Grundsatz her nicht aus, dass die Soz. GWA Einzel- und Gruppenarbeit in ihre Projekte integriert, wenn sie dies als notwendig erachtet. Sie wird deshalb von einigen Autoren nicht nur als Methode sondern als methodenübergreifendes Prinzip bezeichnet.
Soz. GWA verfolgt zwei grundlegend verschiedene Ansätze: Sie ist einerseits bemüht, von oben, auf politischer oder städteplanerischer Ebene zu agieren, andererseits arbeitet sie auch aus dem Gemeinwesen heraus, mit den Menschen, die in diesem Gemeinwesen leben, gemeinsam an Lösungen. 1
Bei beiden Ansätzen ist es unabdingbar, dass die Soz. GWA die Missstände bzw. Probleme des jeweiligen Gemeinwesens in der ganzen gesellschaftlichen Dimension erkennt, erklären und vor allem bearbeiten kann. Dafür muss sie eine ganzheitliche Betrachtungsweise einnehmen, das heißt sie muss nicht nur die Probleme der im Gemeinwesen lebenden Individuen erkennen, sondern auch wissen, wie es zu Ungleichheiten kam und welche Nebeneffekte es hat, wenn man diese Ungleichheiten (erfolgreich) bekämpft. Zentral bei der Soz. GWA ist, wie in allen Bereichen der SozArb, der Anspruch möglichst wenig für die Klienten zu machen und diese stattdessen dazu zu befähigen, ihre Lebensverhältnisse selbstständig verändern und verbessern zu können. 2
3.2. Gründe der Anwendung Sozialer Gemeinwesenarbeit
Vereinfacht lässt sich sagen, dass Soz. GWA dann angewandt wird, wenn soziale Konflikte vorausgesehen werden oder wenn diese bereits bestehen. Konfliktpotenzial besteht unter
1 Vgl. Müller 2005, S. 337
2 Vgl. Oelschlägel 1997, zitiert in: Keppeler 2006, S.1
10
anderem dann, wenn bestimmte Personen oder Personengruppen soziale Bedürfnisse empfinden, die sie nicht befriedigen können. Ob Soz. GWA eingreift, hängt vor allem davon ab, ob die Bedürfnisse in der Gesellschaft als relevant anerkannt sind und ob sie durch höhere Instanzen zu befriedigen wären. 1 Ist dies der Fall, rechtfertigt sich das Eingreifen der Soz. GWA folgendermaßen: „Mit der zunehmenden Erkenntnis, daß soziale Probleme weitgehend gesellschaftlich verursacht sind, wuchs das Interesse an Formen kollektiver Konfliktbearbeitung: also an Methoden, durch die übergreifende Probleme, die ganze Stadtviertel oder Bevölkerungskreise betreffen, gelöst werden können. Speziell als eine solche Methode versteht sich „Gemeinwesenarbeit“(…).“ 2
1 Vgl. Höbel / Seibert 1973, S. 12
2 Höbel / Seibert 1973, S. 11
11
4. Soziale Konflikte
Die in 3.2. angesprochenen sozialen Konflikte lassen sich nach Höbel und Seibert in vier Gruppen unterteilen; als Beispiele werden nur die Bedürfnisse genannt, die bei den Bewohnern von Frankreichs Vororten nicht befriedigt werden können.
4.1. mangelhafte Befriedigung materieller Bedürfnisse
Unter mangelhafter Befriedigung materieller Bedürfnisse versteht man beispielsweise: finanzielle Not, mangelhafte Infrastruktur (zu wenig Schulen, Spielplätze, etc.), und nicht ausreichende Pflege und Versorgung für Kranke (zu wenig Ärzte, Krankenhäuser, ambulante Pflegedienste, etc.). 1
4.2. mangelhafte Befriedigung psychischer Bedürfnisse
Zur mangelhaften Befriedigung psychischer Bedürfnisse zählen unter Anderen: Erziehungsprobleme (z.B. weil die Kinder in einer den Erziehungsberechtigten völlig fremden Kultur aufwachsen, weswegen die Eltern die Bedürfnisse der Kinder nicht verstehen können), Probleme der Freizeitgestaltung (da viele Freizeitaktivitäten ohne Geld auch gar nicht möglich sind), Konflikte am Arbeitsplatz oder in der Schule (durch Mobbing oder Ungleichbehandlung), Minderwertigkeitsgefühle und Resignation. 2
4.3. mangelhafte Sozialisationsbedingungen
„Sozialisationsmängel können sein: mangelnde geistige Anregungen und soziale Kontaktmöglichkeiten bei Kindern, fehlende Spiel- und Entfaltungsmöglichkeiten in engen Großstadtwohnungen, ungenügende Lernbedingungen in Schulen und Kindertagesstätten, (…) schwerwiegende familiäre Konflikte, Einschränkung der mitmenschlichen Beziehungen durch erzwungene soziale Isolierung.“ 3
1 Vgl. Höbel / Seibert 1973, S. 15
2 Vgl. Höbel / Seibert 1973, S. 15
3 Höbel / Seibert 1973, S. 16
12
4.4. Konflikte durch abweichendes Verhalten
Als Konflikt wird abweichendes Verhalten erst dann definiert, wenn sich, am abweichenden
Verhalten nicht beteiligte Personen, von ebendiesem Verhalten beeinflusst fühlen. 1
1 Vgl. Höbel / Seibert 1973, 16
13
5. Paris: Eine Aufgabe für die Soziale Gemeinwesenarbeit?
Durch die beiden vorangehenden Kapitel ist deutlich geworden, dass bei den Unruhen um Paris einige Voraussetzungen für den Einsatz von Soz. GWA gegeben sind. Leider wird sie nicht flächendeckend und nicht im nötigen Umfang eingesetzt.
5.1. Welche Aufgaben müsste Soziale Gemeinwesenarbeit erfüllen?
Nach Ross muss Soz. GWA für erfolgreiche Konfliktlösung folgende Phasen durchlaufen: „Das Feststellen und Bewußtmachen von Bedürfnissen und Zielen, die festgestellten Bedürfnisse und Ziele zu ordnen und in eine Rangordnung zu bringen (Priorität),
das Entwickeln der Bereitschaft, ans Werk zu gehen, das Ausfindigmachen von Hilfsquellen (internen und externen), der Übergang zur Aktion, zum Handeln.“ 1
Doch wie können solche Aktionen aussehen? Nach Höbel und Seibert kämen hierfür in Frage: (Re-) Integration der Symptomträger, materielle und /oder persönliche Hilfen, Hilfestellung zur Selbstorganisation und Emanzipation und schließlich die Bearbeitung der Ursachen von Konflikten. 2
5.2. Welche Aufgaben wurden erfüllt?
Die von Ross (s.o.) ausgeführten Aufgaben sozialer Arbeit wurden teilweise erfüllt. Beispielsweise unternimmt die Solidaritätsvereinigung für ArbeitsmigrantInnen „Asti“ einen Versuch der Integration. „Asti“ versucht, die Chancen von Migrantenkindern wenigstens ein Stück weit an die der französischen Kinder anzugleichen. In diesem Rahmen bietet „Asti“ Hausaufgabenbetreuung an, denn bei sich zu Hause haben die Kinder meist zu wenig Platz und Ruhe, um konzentriert arbeiten zu können. Monique Legrand, die Leiterin von „Asti“ betont: „Es geht um die Zukunft dieser Kinder, die in der Hoffnung auf bessere Berufschancen die Schule auch wirklich abschliessen wollen.“ 3
1 Ross 1968, zitiert in: Boer / Utermann 1970, S.43
2 Vgl. Höbel / Seibert 1973, S. 18
3 www.uni-kassel.de. 30. März 2007 a.
14
Die Vereinigung „AC le feu“ beschäftigt sich mit der Ursachenforschung des Konflikts: „Seit sechs Monaten sind die Mitglieder der Vereinigung in ganz Frankreich unterwegs, besuchten 120 Städte und sammelten rund 20000 Aussagen in einem „Cahier des doléances“. In diesen Beschwerdeheften konnten die TeilnehmerInnen ihre Erfahrungen und Forderungen zum Beispiel zu den Themen Einwanderung, Umwelt oder „Praktiken der Polizei“ formulieren.“ 1
Vereinigungen wie diese beiden gibt es vereinzelt in den Vororten von Paris. Doch leider sind es zu wenige, um Großes zu bewegen und sie werden - wenn überhaupt - nur mäßig staatlich gefördert. 2
Von staatlicher Seite aus, geht man das Problem anders an. Auf der einen Seite steht die Polizei, die in den Problembezirken vermehrt vor Ort ist, was einerseits zwar die Situation entschärft, andererseits aber zur absoluten Isolation der „Symptomträger“ führt. Auf der anderen Seite stehen die staatlichen Mittel. Das Arbeitslosengeld und die Mittel, die in die Verbesserung der Infrastruktur fließen. Vom Grundgedanken her vorbildlich, doch leider relativ erfolglos. Bürgermeister Claude Dilain stellt ratlos fest: „Wir haben die Häuser renoviert, öffentliche Einrichtungen und Schulen gebaut, Vereine und Gruppen unterstützt. Aber selbst wenn wir hier alles mit Marmor auslegen - gegen die soziale Ausgrenzung der Immigranten und ihrer Kinder sind wir machtlos.“ 3
5.3. Welche Aufgaben wurden versäumt?
Stellt man sich die Frage, welche Aufgaben die Soz. GWA in Frankreich versäumt, kommt man erstaunlicherweise zu dem Ergebnis, dass eigentlich nichts wirklich versäumt wird. In allen Punkten wird etwas unternommen; Allerdings, in allen Punkten „etwas“ und in keinem tatsächlich genug.
Materielle Hilfen werden in Frankreich in Form von Arbeitslosengeld gewährt. Dass man damit nicht in einem besseren Viertel leben kann, ist verständlich, doch dergleichen kann man von keinem Staat verlangen. Was allerdings denkbar wäre, wäre das Beschäftigungsprogramm, das schon einmal existierte, wieder einzuführen, um vor allem den Jugendlichen eine Chance zu geben, der Arbeitslosigkeit zu entfliehen.
1 www.uni-kassel.de. 30. März 2007 a.
2 Vgl. www.uni-kassel.de. 30. März 2007 a.
3 www.zeit.de. 08. März 2007.
15
Persönliche Hilfen, wie sie „Asti“ gewährt, existieren zu vereinzelt und hängen ausschließlich vom Engagement einzelner Bürger ab. Vom Staat ist dergleichen weder vorgesehen, noch wird es ausreichend subventioniert.
Das Selbe gilt für Hilfestellung zur Selbstorganisation: „AC le feu“ tut sein Möglichstes, die MigrantInnen zu organisieren, sie zusammen zu führen und mit ihnen gemeinsam nach den Ursachen der Konflikte zu suchen. Auch sie werden zu wenig staatlich unterstützt, ähnliche Gruppen gibt es kaum und obendrein werden ihre Ergebnisse fatalerweise ignoriert. Tatsächlich ist der Staat sehr engagiert, bei dem Versuch, die Versäumnisse der letzten Jahrzehnte beim Ausbau der Infrastruktur aufzuholen. Doch wie der Bürgermeister Claude Dilain (s.o.) feststellte: Es ist zu spät. Egal wie sehr die Vororte jetzt aufrüsten, sie sind und bleiben von der Gesellschaft ausgegrenzt.
Was dringend stattfinden muss, ist die Integration der MigrantInnen, in die französische Gemeinschaft. Und erst wenn nicht nur die vorhandene theoretische, sondern auch die faktische Chancengleichheit und erlebbare Brüderlichkeit, zwischen MigrantInnen und Franzosen besteht, kann die Integration der MigrantInnen als abgeschlossen betrachtet werden.
16
6. Hätte mehr Soziale Gemeinwesenarbeit die Krawalle
verhindern können?
Laut Sozialwissenschaftler Wilhelm Heitmeyer lässt sich Gewalt hauptsächlich auf drei der unter 5.1. genannten Ursachen zurückführen: auf individuelle Desintegration, Segegration und auf die demografische Verschiebung von Mehrheiten und Minderheiten in Lebensräumen, so dass z.B. Menschen mit Integrationsproblemen plötzlich die Mehrheit der Lebensraumbewohner ausmachen. 1
Setzt man die Richtigkeit dieser Annahme voraus, so lässt sich schlussfolgern, dass Soz. GWA die Krawalle komplett hätte verhindern können, wenn sie in der Lage gewesen wäre, eben diese drei Ursachen zu beheben.
Es besteht die Möglichkeit, dass Soz. GWA es geschafft hätte, wenn sie vom Staat genügend subventioniert worden wäre und sie es erreicht hätte, dass in der französischen Gesellschaft ein Umdenken stattfindet. Aber es ist eben nur eine Möglichkeit.
1 Vgl. www.zeit.de. 12. April 2007.
17
7. Hat sich durch die Unruhen etwas verändert?
An der Lage der in den Vororten lebenden Jugendlichen hat sich tatsächlich kaum etwas verbessert. Im Gegenteil, die Situation hat sich eher noch verschärft: Statistiken belegen, dass im Jahr 2006 in jedem vierten Regierungsbezirk die Gewalttaten gegen Personen (vor allem Polizisten), sogar noch um mindestens zehn Prozent gestiegen sind. 1
Die Gewalt ist also nicht zurückgegangen, doch auch die Versprechungen der Politik, wie z.B. Senkung der Schülerzahl auf 15 pro Klasse in allen sozialen Brennpunkten, Schaffung von neuen Arbeitsplätzen und die Einführung eines Zivildienstes 2 wurden nicht umgesetzt. Die Einzige bemerkbare Veränderung ist, „dass die Mittel für Sozialinitiativen, für Stadtteilgruppen, die die Regierung vor zwei Jahren gestrichen hatte, wieder fliessen.“ 3
Der Einzelne bemerkt davon allerdings wenig. Der 23-jährige Abdel Khader sagt: es ist „alles beim Alten, Arbeitslosigkeit, Polizeischikanen, Beschaffungskriminalität...“ 4
1 Vgl. www.europnews.blogg.de. 12. März 2007.
2 Vgl. www.uni-kassel.de. 30. März 2007 b.
3 www.ostblog.de. 12. März 2007.
4 www.sueddeutsche.de. 12. April 2007.
18
8. Sind ähnliche Krawalle in Deutschland denkbar?
Noch während den Unruhen rund um Paris wird in der Fachwelt diskutiert, ob Vergleichbares in Deutschland möglich wäre. Zu einem Konsens kommt man jedoch nicht. Einerseits sind hierzulande vergleichbare Strukturen gegeben. Es gibt einen hohen Migrationsanteil in der Bevölkerung. Und wie in Frankreich besteht eben auch in Deutschland zwischen Migranten und Deutschen faktisch keine Chancengleichheit. Aber anders als in Frankreich, wird Chancengleichheit auch gar nicht erst suggeriert. Schon im Schulsystem haben Kinder, die nicht gut Deutsch sprechen kaum eine Chance. Der Marburger Bildungs- und Protestforscher Lars Schmitt meint, dass „aufgrund dieser Bildungsunterschiede sowie der Tatsache, dass Migrantenkinder in Deutschland nicht über einen deutschen Pass verfügen, (.) derartiger Protest in Deutschland kurz- und mittelfristig nicht zu erwarten sei. Dies spräche aber gerade nicht für die deutschen Integrationsverhältnisse, sondern offenbare lediglich die Tatsache, dass in Frankreich nicht zuletzt aufgrund dieser höheren Anspruchs-Wirklichkeits-Diskrepanz die Voraussetzungen dafür, dass Unmut empfunden wird und sich auf diese Art Luft macht, eher gegeben seien.“ 1
Doch manche Migranten haben einen deutschen Pass, wie z.B. die Spätaussiedler aus Russland. Sie unterliegen - ähnlich den Jugendlichen in Frankreich - einer Diskrepanz zwischen Ansprüchen und Wirklichkeit, denn auch sie leben am Rand der Gesellschaft, auch sie haben schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und obendrein sprechen sie oft nur wenig Deutsch, obwohl sie (rein rechtlich) deutsche Staatsbürger sind. 2
Die Integration von Migranten in Deutschland ist, laut Bayerns Innenminister Günther Beckstein, weit weniger erfolgreich verlaufen, als erhofft. In diesem Zusammenhang weist er auf die vielen ausländischen Kinder hin, die deutsche Schulen ohne Abschluss verlassen und auf die vergleichsweise hohe Arbeitslosigkeit unter türkischen Jugendlichen. 3
Der Sozialpsychologe Ulrich Wagner hingegen sieht keine Gefahr für Deutschland, denn „hinter einer Bewegung [müsse] eine gewisse Masse, eine gewisse Zusammenballung an
1 www.uni-kassel.de. 30. März 2007 b.
2 Vgl. www.uni-kassel.de. 30. März 2007 b.
3 www.faz.net. 12. April 2007.
19
Konfliktpotential stehen; (.) hier könne man sich Verhältnisse wie in den Pariser (…) Vororten in Deutschland derzeit nicht vorstellen.“ 1
Das könnte unter Anderem daran liegen, dass die Migranten in Deutschland nicht so geballt aufeinander wohnen, wie in den Pariser Vororten. Doch auch, wenn Viertel mit hohem Migrationsanteil in Deutschland räumlich nicht so klar abgegrenzt sind, wie in Frankreich, so ist laut Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble doch die Tendenz vorhanden, dass diese Viertel sich auch aus eigenem Antrieb immer mehr von der restlichen Gesellschaft abgrenzen. Um dem erfolgreich entgegenzuwirken, ist es seiner Meinung nach unabdingbar, dass Migrantenkinder die deutsche Sprache erlernen. Des Weiteren müssen sie eine gute Schulbildung erfahren und damit eine größere Chance auf einen Ausbildungs- und später Arbeitsplatz bekommen.
„Schäuble ist überzeugt, daß die deutschen Sicherheitsbehörden gegen mögliche Gewaltexzesse wie in Frankreich gewappnet sind. Dennoch sei Vorbeugen die „eigentliche Aufgabe“, so Schäuble, „denn wenn die Polizei eingreifen muß, ist es schon zu spät“.“ 2
1 www.uni-kassel.de. 30. März 2007 b.
2 www.faz.net. 09. April 2007 b.
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9. Resümee
„Karl Heinz Götze zur Gesamt-Perspektive des Geschehens: „Das ist kein französisches Problem, das ist das Problem aller entwickelten kapitalistischen Länder. Und niemand weiß etwas dagegen außer Sozialismus, der sich im Weltmaßstab gerade nachhaltig historisch blamiert hat. So sind alle ratlos. Die einen rufen „dem Gesetz muss Geltung verschafft werden“, die anderen rufen „Sozialarbeit“, die dritten „Verantwortung“; es gibt viele gute Programme, selbst vom zuständigen Minister. Und alle, wenn sie nicht ganz dumm sind, wissen doch, dass es nicht reicht.““ 1
Dem möchte ich nur teilweise zustimmen. Ich habe versucht mit meiner Arbeit aufzuzeigen, wo die Ursachen der Unruhen lagen. Diese könnten meines Erachtens nach durch Soziale Arbeit behoben werden. Allerdings natürlich nur dann, wenn sie ausreichend finanziert wird. Und genau da liegt das Problem. Nicht nur Frankreich, auch Deutschland muss sparen und so wird viel zu wenig in integrative und sonstige soziale Maßnahmen investiert. Wohin das führen kann, haben die Ereignisse hinreichend demonstriert. Meine Hoffnung ist, dass die Politik in Deutschland früh genug erkennt, dass präventive Maßnahmen unabdingbar sind. Diese sind zwar teuer, dürften für den Staat aber immer noch billiger sein, als die Polizei- und Wiederaufbaukosten es für die französische Regierung waren. Was also kann und muss getan werden?
Auf der Ebene der Sozialplanung kann Soziale Arbeit verhindern, dass durch fehlende Infrastruktur wie z.B. Schulen unterschiedliche Bedingungen für junge Menschen geschaffen werden.
Außerdem muss Soziale Stadtteilarbeit in Problembezirken verstärkt erfolgen. Dabei müssen die Probleme und Interessen von Randgruppen in Erfahrung gebracht werden. Im nächsten Schritt, müssen die Sozialarbeiter versuchen, diese Interessen in der Politik z. B. durch Lobbyarbeit durchzusetzen.
Die Soziale Arbeit in der Migration kann ebenfalls ihren Beitrag leisten, indem sie versucht, Migranten besser in unsere Gesellschaft zu integrieren. Das kann z. B. so aussehen dass Sozialarbeiter kostengünstig oder -neutral Deutsch lehren. Oder aber versuchen Migranten unsere Kultur näher zu bringen.
1 www.uni-kassel.de. 30. März 2007 b.
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In meiner Praxisstelle gibt es beispielsweise einmal jährlich einen türkisch-deutschen Seniorennachmittag, an dem Senioren beider Nationalitäten Geschichten und Leckereien aus ihrer Heimat vorstellen und so miteinander ins Gespräch über die eigene und die fremde Kultur kommen.
Hätte Soz. GWA die Unruhen rund um Paris verhindern können? Vermutlich. Aber nur, wenn sie schon vor Jahren begonnen hätte und wenn die Sozialpolitik ebenfalls sehr viel ausgeprägter gehandelt hätte.
Wenn man diesen Gedanken zu Ende verfolgt, heißt das aber für Deutschland, dass genau jetzt der Zeitpunkt zum Handeln ist, jetzt, bevor es auch hier zu spät ist für präventive Maßnahmen.
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10. Quellenverzeichnis
Boer, Jo / Utermann, Kurt: Gemeinwesenarbeit, Stuttgart 1970
Höbel, Brigitte / Seibert, Ulrich: Bürgerinitiativen und Gemeinwesenarbeit, München
1973
Müller, C. Wolfgang: Gemeinwesenarbeit. In: Kreft, Dieter / Mielenz, Ingrid (Hrsg.):
Wörterbuch Soziale Arbeit. Aufgaben, Praxisfelder, Begriffe und Methoden der Sozialarbeit
und Sozialpädagogik, Weinheim / München 2005, Seite 337.
Keppeler, Siegfried: Materialien zur Vorlesung GEMEINWESENARBEIT,
Stuttgart 2006
Online-Quellen:
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Michelle Tränkle, 2007, Soziale Gemeinwesenarbeit und die brennenden Autos von Paris, München, GRIN Verlag GmbH
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Referat (Ausarbeitung), 11 Seiten
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Hausarbeit, 22 Seiten
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