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Inhaltsverzeichnis
1 Jugend und Subkultur 3
2 Die Halbstarken 5
3 Äußeres Erscheinen der Bewegung 6
3.1 Aussehen und Vorbilder 6
3.2 Krawalle und Merkmale der Banden 7
4 Ursachen und Reaktionen 10
4.1 Provokation in der „heilen Welt“ 10
4.2 Liberale und konservative Standpunkte 11
5 Analogie zur übrigen Gesellschaft 13
6 Grenzen zu anderen Jugendkulturen der 50er Jahre 15
7 Jugend heute 17
8 Literaturverzeichnis 18
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1 Jugend und Subkultur
Den Begriff „Jugend“ verbinden wir nicht nur mit einer Altersphase, den jeder Einzelne durchläuft, sondern er steht v. a. für ein Ideal, das wohl fast jeder für erstrebenswert hält. Die Lebensphase der Jugend ist etwa von 13-25 Jahren einzugrenzen, wobei jedoch gerade das Ende dieser Altersphase schwer zu definieren ist, da Erwachsensein heute nicht mehr zwangsläufig durch die ökonomische Selbstständigkeit der Jugendlichen bestimmbar ist, sondern in erster Linie durch eine persönliche und soziale Identität. Weiterhin ist ein wichtiges Merkmal der Jugend die Bildung von Subkulturen. Nach Robert R. Bell versteht man darunter Teilkulturen, also „relativ kohärente Systeme, die innerhalb des Gesamtsystems unserer nationalen Kultur eine Welt für sich darstellen. Solche Subkulturen entwickeln strukturelle und funktionale Einheiten, die ihre Mitglieder in einem gewissen Grade von der übrigen Gesellschaft unterscheiden.“ 1 Diese Jugendgruppen sind offen und nicht von Erwachsenen pädagogisch betreut oder kontrolliert. Sie sind eine Konsequenz, die sich aus unzureichend gewordenen Gesellschafts- und Erziehungsstrukturen erklären lässt und durch die Sozialisierungsdefizite von Familie, Schule und Ausbildung orientieren sich die Jugendlichen in altershomogenen Gruppen. Die Jugendlichen bleiben jedoch in Bezug auf die Ausbildung in die Gesamtgesellschaft eingegliedert, im Rahmen ihrer Freizeit unternehmen sie etwas mit Freunden und schaffen eigene Symbole (z. B. Musik und Kleidung). Die subkulturellen Ausprägungen betreffen jedoch nicht die gesamte Existenz der Mitglieder der „peer-group“, sondern nur bestimmte Verhaltensweisen. Die jugendlichen Teilkulturen erfahren immer wieder Einbrüche von gesamtgesellschaftlichen Institutionen (z. B. Schule) und äußere Einflüsse durch andere Personen (z. B. Eltern, Vorgesetzte), so dass sie als nicht raumzeitlich geschlossen angesehen werden können. Insgesamt kann man sagen, dass Subkulturen einer Entwicklungsphase entsprechen, die zeitlich beschränkt ist und nach deren Durchlaufen die Jugendlichen im Idealfall in die Erwachsenenwelt hineinreifen. 2
1 Baacke, Dieter: Jugend und Subkultur, München 1972, S. 153.
2 Baacke 1972, S. 153-56.
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Ziel dieser Arbeit wird es sein, eine Subkultur, nämlich die der Halbstarken in den 1950er Jahren, darzustellen. Ich möchte zuerst auf ihr äußeres Erscheinungsbild eingehen, wobei v. a. ihr Freizeitverhalten, ihre Organisation, ihre Symbole und Vorbilder eine zentrale Rolle spielen werden. Weiterhin möchte ich zeigen, welche gesellschaftlichen Ursachen halbstarke Verhaltensweisen hervorgerufen haben und wie die Öffentlichkeit darauf reagiert hat. Zum Schluss werde ich Unterschiede zu anderen, relativ zeitgleichen, Jugendkulturen (Existentialisten und Teenager) aufzeigen, die Halbstarkenbewegung aber auch mit der übrigen, „normalen“ Bevölkerung der Wirtschaftswunderzeit vergleichen.
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2 Die Halbstarken
Vor allem in den Jahren 1956/57 fielen die sogenannten Gruppen von Halbstarken in der BRD durch Großkrawalle auf und lenkten damit das öffentliche Interesse auf ihre Subkultur. Das Wort „halbstark“ setzte sich daraufhin im gesamten deutschsprachigen Raum als Kennzeichnung der damit verbundenen Erscheinung durch. Deswegen wird das Halbstarkenphänomen nach Günther Kaiser auch als Spielart des Rowdytums, der randalierenden Jugend, verstanden. Der Begriff „halbstark“ ist jedoch mehrdeutig und beschränkt sich nicht im negativen Sinn auf jugendliche Straffällige, sondern steht andererseits relativ neutral auch als Synonym für „halbwüchsig“ oder „halberwachsen“. 3
Nichtsdestotrotz überwiegt bei der Vokabel „halbstark“ der abschätzige Unterton und sie wird teilweise mit einem Schimpfwort gleichgesetzt. Eine 18jährige Berufsschülerin sagte damals dazu: „`Wenn sie über Halbstarke sprechen, so tun sie das, als würden sie über Aussätzige reden.´“ 4 Die Halbstarken unter sich hingegen sagten nicht gegenseitig Halbstarker zueinander. Werner Krabbe, ein ehemaliger „Mini“-Halbstarker (da er noch zu jung war für ein Motorrad, konnte er sich nur mit einem Moped präsentieren) relativiert die negative Konnotation des Begriffes: „Das Wort war erst negativ gemeint, war aber kein schlimmes Schimpfwort. Es war nur ein Ausdruck, dass der Halbstarke unfertig war, unausgegoren, ein Mensch, der erst fertig werden muss. Später ist der Begriff so in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen, dass das Negative wegfiel.“ 5
3 Kaiser, Günther: Randalierende Jugend. Eine soziologische und kriminologische Studie über die sogenannten „Halbstarken“, Heidelberg 1959, S. 13.
4 Brand, Volker: Jugendkulturen und jugendliches Protestpotential. Sozialgeschichtliche Untersuchung des Jugendprotestes von der Jugendbewegung zu Beginn des Jahrhunderts bis zu den Jugendkulturen der gegenwärtigen Risikogesellschaft, Frankfurt am Main 1993 (Europäische Hochschulschriften, Reihe XI Pädagogik, Bd. 552), S. 124.
5 Sträter, Winfried: „Das konnte ein Erwachsener nicht mit ruhigen Augen beobachten“. Die Halbstarken, in: Berliner Geschichts Werkstatt e. V. (Hg.): Vom Lagerfeuer zur Musikbox. Jugendkulturen 1900-1960, Berlin 1985, S. 151.
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3 Äußeres Erscheinen der Bewegung
3.1 Aussehen und Vorbilder
Das äußere Erscheinungsbild halbstarker Jugendlicher wurde durch die amerikanische Massenkultur entscheidend geprägt. Die Jeans galt als Erkennungszeichen und außerdem bestimmten Petticoats, Lederjacken, Stiefel und Schnürsenkel-Schlipse die Kleidung. Die Elvis-Tolle bzw. Ente (Kopfhaar nach hinten zusammengekämmt und in der Mitte mit einem Kammstrich runtergezogen) wurde mit viel Pomade, z. B. mit „Brisk“ frisiert. 6 Der Kleidungsstil orientierte sich oft an amerikanischen Schauspielern wie James Dean in dem Film „…denn sie wissen nicht was sie tun“ und die Frisur, wie der Name schon hindeutet, an die von Elvis Presley.
Musiker wie Bill Haley, Chuck Berry oder Little Richard waren die Idole in Sachen Musik. Während und nach deren Konzerten kam es regelmäßig zu Ausschreitungen. Der Rock´n´Roll setzte unterdrückte Aggressionen und Emotionen der Halbstarken frei. Er verkörperte den Protest gegen die Erwachsenen und deren Bevormundung, Überanpassung und
leistungsorientiertes, langweiliges Leben. 7 Wenn Elvis Presley beim Singen mit weitgespreizten Beinen schlotterte, die Augenlider senkte, aus dem Mundwinkel lächelte und mit den Hüften zuckte, 8 war das außerdem ein klarer Angriff auf eines der größten Tabus der 50er Jahre, der Sexualität. Die anzüglichen Tanzbewegungen zu der Musik wurden von den Jugendlichen übernommen. Dieses körperbetonte Tanzen mit seinen unübersehbaren sexuellen Komponenten und die damit oft verbundene Ekstase überschritt das Maß an Toleranz der Erwachsenen und diese reagierten mit rassistischen Äußerungen wie „Negermusik“ und „rituelle Stammestänze“. Auch wenn die traditionellen Geschlechterrollen beim Rock´n´Roll beibehalten wurden, da der Mann das
6 u. a. bei Krüger, Heinz-Hermann: „Es war wie ein Rausch, wenn alle Gas gaben.“, in: Deutscher Werkbund e.V. und Württembergischer Kunstverein Stuttgart (Hg.): Schock und Schöpfung. Jugendästhetik im 20. Jahrhundert, Darmstadt und Neuwied 1986, S. 273f.
7 Luger, Kurt: Die konsumierte Rebellion. Geschichte der Jugendkulturen 1945-1990, Wien 1991 (Neue Aspekte in Kultur- und Kommunikationswissenschaft, hg. von Michael Martischnig und Kurt Luger, Bd. 1), S. 117 und 121.
8 Baacke, Dieter: Jugend und Jugendkulturen. Darstellung und Deutung, Weinheim/München 1987 (Jugendforschung. Im Auftrag des Forschungsschwerpunktes Jugendforschung der Fakultät für Pädagogik der Universität Bielefeld, hg. von Dieter Baacke u. a.), S. 43.
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Mädchen weiterhin zum Tanz aufforderte, war die starke Expressivität zuviel für die prüde Wohlanständigkeit des Adenauer-Deutschlands. 9 Für die Halbstarken waren folgende Medien besonders wichtig: sie lasen Comics und Zeitschriften, wobei „Bravo“, mit dem Untertitel „Zeitschrift für junge Herzen“, zum publizistischen Organ des Jugendkultur- und Konsummarktes wurde. 10 Ansonsten gingen die Jugendlichen gern ins Kino. Während die Eltern vor dem neuerworbenen Heimkino-Fernseher saßen, schauten ihre Kinder lieber Filme mit dem jähzornigen Marlon Brando oder dem ewig unverstandenen James Dean an, die ein Identifikationspotential für die Jugendlichen darstellten.
Was im Hinblick auf die Einordnung der Halbstarken zur Subkultur wichtig ist und sie von vorangegangenen Jugendbewegungen unterscheidet ist, dass sie sich stilistisch ganz stark an der neuen jugendbezogenen Musik-, Film und Modeindustrie orientierten. 11 Die Erwachsenen hingegen konnten damit wenig anfangen, sie forderten aufgrund der regelmäßigen Randalen nach Konzerten oder Filmvorführungen, das Verbot dieser Veranstaltungen und sogar das Spielen von der „provokanten und unkultivierten“ Rockmusik im Radio, so dass die Jugendlichen z. T nur über ausländische Kanäle wie Radio Luxemburg ihre Musik hören konnten. 12
3.2 Krawalle und Merkmale der Banden
Wie schon erwähnt kam es Mitte bis Ende der 50er Jahre zu extremen Jugendausschreitungen in praktisch allen Großstädten Deutschlands, besonders in Berlin. Die Vorfälle ereigneten sich v. a. auf öffentlichen Straßen, in Vergnügungsparks, Kinos, Parkanlagen oder Jazz- und Rock´n´Roll Konzerte. 13 Dabei handelte es sich meistens um Ruhestörung, Sachbeschädigung, Körperverletzung, Beleidigung und Übertretungen der Straßenverkehrsordnung. Diese Delikte waren nach Kaiser eine reine Angriffs-
9 Krüger1986, S. 274.
10 von Wensierski, Hans-Jürgen: „Die Anderen nannten uns Halbstarke“ - Jugendsubkultur in den 50er Jahren, in: Krüger, Heinz-Hermann (Hg.): „Die Elvis-Tolle, die hatte ich mir unauffällig wachsen lassen“. Lebensgeschichte und jugendliche Alltagskultur in den 50er Jahren, Leverkusen 1985, S. 126.
11 Krüger 1986, S. 274.
12 Luger 1991, S. 113.
13 Ohder, Claudius: Gewalt durch Gruppen Jugendlicher. Eine empirische Untersuchung am Beispiel Berlins, Berlin (ohne Jahresangabe) (Reihe: Verwaltung, Recht und Gesellschaft, hrsg. von der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege, Bd. 1), S. 19f.
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und Schädigungskriminalität und keine Nutzkriminalität, die von den Halbstarken ausging. D. h. die Übertretungen wurden nicht mit einem bestimmten Ziel verbunden, sondern um ihrer selbst willen begangen. Die Antriebe für die Aggressionen waren Machtwillen, Tätigkeits-, Erlebnis- und Geltungsbedürfnis. 14
Die Krawalle fanden meist spontan und situationsbezogen statt und gingen nicht von Einzeltätern, sondern nur von Gruppen von Halbstarken aus (im Durchschnitt 12 Teilnehmer, bei Großkrawallen konnten es auch mehrere Hundert sein 15 ). Diese Gruppen wurden zwar häufig als Banden tituliert, aufgrund ihres geringen Organisationsgrades und des losen
Zusammenschlusses ist diese Bezeichnung jedoch eher irreführend. Sie bestanden aus vorwiegend männlichen Jugendlichen zwischen 16 und 20 und es herrschte eine hierarchische Gliederung 16 : „Schriftlich festgelegte Satzungen hatten wir nicht. Aber natürlich war da ´ne Ordnung. Da war zuerst der Bandenführer, der Häuptling, der hatte immer recht.“ 17 Die innere Struktur der Halbstarkengruppen beruhte auf der Überlegenheit körperlicher Stärke der Wortführer, aber auch auf gegenseitiger Solidarität. Diese Elemente übernahmen die Jugendlichen aus ihrem bekannten Familien- und Arbeitsumfeld, dem Arbeitermilieu, aus dem die meisten Halbstarken stammten. Viele der Jugendlichen waren zusammen in derselben Wohngegend aufgewachsen und kannten sich von der Schule oder aus der Arbeit. Sie trafen sich meistens auf der Straße und benannten ihre: „Cliquen (…) nach Straßenzügen (…). Da gab´s in der Exerzierstraße ´ne Exerzierbande, die Gottschedbande in der Gottschedstraße.“ 18 Die eigenen Quartiere wurden auch gegenüber anderen halbstarken Cliquen verteidigt: „Jeder Straßenzug hatte so eine Bande. Und keiner durfte dann eben zu nahe kommen. Das war denen ihr Revier, denen ihr Territorium.“ 19
Wenn die Halbstarken sich nach dem Feierabend trafen, hingen sie meistens zusammen auf der Straße rum, da öffentliche Freizeiteinrichtungen in
14 Kaiser 1959, S. 35-40.
15 Kaiser 1959, S. 77f.
16 Wensierski 1985, S. 120.
17 Krüger 1986, S. 272.
18 Sträter 1985, S. 159.
19 Krüger 1986, S. 272.
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den 50er Jahren so gut wie nicht vorhanden waren. 20 Sie unterhielten sich, hörten Rock´n´Roll Platten, gingen ins Kino und fuhren mit ihren Mopeds und Motorrädern durch die Stadt. Die Jugendlichen wollten in der Freizeit ihre Freiheit und waren deswegen selten Mitglieder in Vereinen oder Parteien, weil sie sich dort eingeschränkt fühlen: „Die Überschrift „Flucht in die Bande“ trifft den Kern der Frage: Es handelt sich um Resignation. Die Bande ist die letzte und schlechteste Möglichkeit frei zu bleiben; und das wollen wir (…) Wir wollen uns aber nicht in christlichen oder politischen Organisationen, in studentischen Verbindungen oder Sportvereinen an die Zügel nehmen lassen. Das wäre so schön bequem, wir wären harmlos beschäftigt, einfach neutralisiert und hätten keine ätzende Wirkung mehr (…) Wenn aber in harmlosen Äußerlichkeiten wie Haartracht und Kleidung keine Freiheit besteht, so darf man von Gedankenfreiheit nicht einmal träumen.“ 21 . So viel Reflexion wie dieser Leserbrief eines 19jährigen wiesen die meisten Halbstarken jedoch nicht auf, sie waren eher unpolitisch. „Von den Halbstarken selber ist, wie gesagt, nie richtig formuliert worden, was sie eigentlich wollten, was sie ausdrücken wollten und wohin sie wollten. Der Rock´n´Roll hat das irgendwie formuliert, aber auch bloß im Unterbewussten. Da stand überhaupt kein politischer Anspruch dahinter, den hatten die einfach nicht. Ich kann mich an keine politische Diskussion erinnern.“ 22
20 Wensierski 1985, S. 118.
21 Kaiser 1959, S. 117.
22 Sträter 1985, S. 163.
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4 Ursachen und Reaktionen
4.1 Provokation in der „heilen Welt“
Wie es zu den Randalen durch Jugendliche gekommen ist, wurde besonders in Folge der Großkrawalle 1956/57 viel in der Öffentlichkeit spekuliert. Zeitungen und Zeitschriften berichteten in ausführlichen Artikeln, Radio und Fernsehen informierten zusätzlich, zwei wissenschaftliche Studien und sogar der Bundestag beschäftigten sich mit dem Halbstarkenphänomen und diskutierten über dessen Ursachen.
Erklärungen können vielleicht am besten durch die Nachkriegssituation in Deutschland gegeben werden. Nach den Trümmerjahren war der Wiederaufbau gelungen und das Wirtschaftswunder bestimmte das Leben der Menschen. 23 Fortan war die herrschende Mittelschicht damit beschäftigt, im Beruf vorwärts zukommen und sich die ersten Gegenstände des Massenkonsums zu leisten: Geräte für den Haushalt, Motoroller oder Auto, natürlich ein Fernseher und als erstrebenswerteste Ziele, der Bau eines Eigenheims oder ein Urlaub im Süden. Arbeit avancierte zum Lebensinhalt und die alten protestantischen Tugenden wie Pünktlichkeit, Sauberkeit und Ordnung galten unangefochten. Braves Verhalten und Autorität kennzeichneten das bieder-kleinbürgerliche Klima dieser Zeit. 24 Kein Wunder, wenn die Halbstarken durch ihr Aussehen und Verhalten gegen diese Aufstiegs-, Leistungs- und Konsummentalität der Erwachsenenwelt rebellierten und aus der konformistischen Enge und den restaurativen Normen auszubrechen versuchten und viel lieber Spaß haben wollten. 25 Letztendlich kann man das Halbstarkenphänomen wohl am besten als Aufbegehren und Protest, wenn auch weitgehend unreflektiert und aggressiv, gegen die „heile Welt“ der 50er Jahre verstehen. Ein Jugendlicher sagte dazu: „…Was uns gestunken hat, war einfach diese stinklangweilige öde Umwelt und das Verlogene, das wir damals so empfunden haben, dass die Leute alles mögliche geredet haben, und das, was sie gemacht haben, war was ganz anderes. Also, es war unsere
23 Paetzold, Ulrich: Die Deutschen Jugendbewegungen dieses Jahrhunderts - eine psychologische Analyse ihrer Inhalte anhand des Liedgutes, Dissertation Universität Bamberg 1988, S. 65.
24 Sträter 1985, S. 138ff.
25 Brand 1993, S. 123f.
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Wahrnehmung der Erwachsenen, so´n Stück Doppelmoral, und auch ´ne beschränkte, öde, langweilige Welt, die uns darauf gebracht hat, zu suchen, wo man mehr so ´ne abenteuerliche Welt hat, ´ne Action-Welt.“ 26 Weder in der Familie, noch im Beruf wurden ihre Bedürfnisse befriedigt. Die Ausbildung wurde als stupide wahrgenommen und die Lehrlinge entfremdeten sich zusehendst davon: „Wir mussten tagelang Drähte gerade hämmern, und wenn der Draht gerade war, haben wir ihn dem Vorarbeiter gezeigt. Der hat ihn dann wieder krumm gemacht, und dann haben wir ihn wieder gerade gebogen. Das ging tagelang so.“ 27 Auch die EMNID-Untersuchung zur Situation der deutschen Jugend von 1956 kam zu dem Ergebnis, dass immerhin 16% der Jugendlichen, also über eine Million, niemanden besitzen, dem sie sich anvertrauen können oder möchten. 28 Dies bestätigt auch ein ehemaliger Halbstarker: „Mutter und Vater arbeiteten fürn Kühlschrank, fürn VW. Und dann: Wenn ich ein Problem habe, die haben für mich ja keine Zeit.“ 29
4.2 Liberale und konservative Standpunkte
In Bezug auf die Reaktionen in der Presse und die zeitgenössische wissenschaftliche Betrachtung sind zwei entgegengesetzte Standpunkte festzustellen, ein liberaler und ein konservativer Standpunkt. Die Vertreter der ablehnenden Haltung gegenüber den Halbstarken erkannten in deren Aktivitäten v. a. ein Symptom gestiegener Jugendkriminalität, die auf dem Zerfall bürgerlicher Werte beruhten. Als Ursachen für das Halbstarkenphänomen sahen sie folgende Punkte: 1. Das Aufweichen der Funktionen innerhalb des öffentlichen Erziehungswesens (v. a. Schule) und die immer größer werdende Bildungspolitik und -bürokratie. 2. Die Eltern einer Familie, oft Doppelverdiener, die aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung oft keine Zeit mehr hatten, sich um die Kinder zu kümmern. 3. Das Entstehen einer kommerziellen Massenkultur (Comics, Filme und Musik) als Auslöser für das Treiben der Halbstarken. Die Jugendlichen reagierten auf diese Veränderungen mit Aggressionen, die letztlich auch auf einem genetisch
27 Krüger 1986, S. 272.
28 Fröhner, Rolf: Wie stark sind die Halbstarken? Beruf und Berufsnot, politische, kulturelle und seelische Probleme der deutschen Jugend im Bundesgebiet und Westberlin, Bielefeld 1956, S. 18.
29 Sträter 1985, S. 164.
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bedingten Phasenwechsel in ihrer Entwicklung beruhten. Als pädagogische Maßnahmen wurden v. a. solche restriktiven erzieherischen Maßnahmen vorgeschlagen, die auf die Zurückhaltung und Selbstbeherrschung der Jugendlichen abzielten. 30 Repressive Reaktionen, wie das Anlegen einer „zentralen Jugendkartei“ von der Polizei oder die Intensivierung von Kontrollen, standen im Vordergrund. Allerdings wurde auch empfohlen, die Mittel für Jugendarbeit und den Ausbau von Freizeitangeboten aufzustocken. Die Anzeichen eines tiefer liegenden gesellschaftlichen Konflikts, einerseits die geforderte Disziplin, Anpassung und Leistung und andererseits das Lebensgefühl der Halbstarken, das den Vorstellungen und Werten ihrer Eltern gegenüberstand, wurde von den Vertretern der „harten Linie“ jedoch nicht wirklich erkannt und diskutiert. Die Antworten auf das Halbstarkenproblem gingen aus diesem Grund auch an den tatsächlichen Ursachen vorbei. 31 Die Vertreter der liberalen Position störten sich schon an dem Begriff „Halbstarker“, der für sie irreführend und geschmacklos war. Sie wehrten sich gegen den Vergleich Halbstarker mit Kriminellen. Sie erkannten, indem sie die scheinheilige Ideologie der Erwachsenen und die schlechten Aufstiegschancen für Jugendliche anprangerten, eher die Ursachen für halbstarkes Treiben als die konservativen Wortführer. Mit ihrem Verhalten drückten die Jugendlichen, die ein gesteigertes Freiheitsbewusstsein besaßen, Protest und Widerstand gegen die gesellschaftlichen Autoritäten aus. Weitere Ursachen sahen die Repräsentanten der liberalen Haltung 1. in den zerrütteten Familien und der Wohnungsknappheit als unmittelbare Nachkriegsfolgen, 2. in der durchorganisierten und domestizierten Welt, in der den Jugendlichen kein Raum für Selbstverwirklichung bleibe und 3. in den Normen- und Rollenwidersprüchen, in denen sich die Jugendlichen befinden (zu Hause wurde er noch als Kind betrachtet, im Arbeitsleben wurden jedoch schon die Leistung und das Verhalten eines Erwachsenen erwartet). Aus diesen Gründen forderten die Vertreter des liberalen Standpunktes, auch wenn sie ein gesundes Maß an Misstrauen nicht vermissen ließen, in erster Linie Verständnis für das Verhalten der Halbstarken und außerdem ausreichend finanzielle Mittel für sozialpädagogische Reformen. 32
30 Wensierski 1985, S. 109-111.
31 Ohder, S. 26-29.
32 Wensierski 1985, S. 107-113.
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5 Analogie zur übrigen Gesellschaft
Wie ich dargelegt habe kann man das Verhalten Halbstarker als oppositionellen Lebensstil einer Subkultur betrachten, die gegen die Enge der „heilen Welt“ der Adenauer-Ära rebellierte. Es stellt sich jedoch die Frage, ob die Halbstarken wirklich so sehr im Gegensatz zu ihrem Umfeld standen wie angenommen oder ob nicht vielleicht doch die Analogie zur übrigen Gesellschaft überwog, wenn man beachtet, dass aus den meisten ehemaligen Halbstarken ganz normale, angepasste Bürger geworden sind. Ein Ehemaliger sagte dazu: „Aus den Halbstarken sind - soweit ich sie kenne - arge Spießer geworden, richtig beängstigend schlimme Spießer. Das Gros der Leute heiratete irgendwann, setzte Kinder in die Welt und hat einen arg konservativen Denkansatz…“ 33 Bestimmte Einstellungen der Halbstarken bestätigen diese These. Sie strebten, genauso wie die Erwachsenen, nach materiellen Besitztümern und stellten Konsum nicht in Frage. Ein Beispiel dafür: „Also, ich glaube, für uns Halbstarke spielte bloß ´ne Rolle, wie wir am schnellsten an die recht teuren Artikel rankamen, die uns als Halbstarke profilierte, Maschine, James-Dean-Jacke usw. So ´n Leder-Cowboy-Stiefel war schon ´ne Sache. Ein normaler Schuh kostete zwischen 20 und 30 Mark. Original amerikanische Boots kosteten in den wenigen Western-Shops, die wir auch schon hatten, um 180 Mark. (…) Das war auf jeden Fall wichtiger als jeder geistige Überbau: so zu sein und so auszusehen wie die anderen Halbstarken.“ 34 Auch in Sachen Rollenverteilung und Moralvorstellungen unterschieden sie sich wenig von der übrigen Bevölkerung. An dem herrschenden Verhältnis zwischen Jungen und Mädchen rührten sie genauso wenig wie an dem Tabu der Sexualität, auch wenn diese zumindest beim Tanzen stärker in den Vordergrund trat. „Die Mädchen mussten damals ihre Rolle vertreten, die haben sich dabei gar nicht was Böses gedacht, das war halt ihre Rolle, sich da rauszuhalten. Und wenn da welche mitgelaufen waren, war es so: Das waren nicht die Feinsten.“ 35 „Sexualität, die war ganz stümperisch vorhanden. (…) also dieses Gepettinge, das nannte man Petting, kam aus Amerika, das war total >in<, wurde Licht
33 Sträter 1985, S. 165.
34 Sträter 1985, S. 165.
35 Sträter 1985, S. 154.
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ausgemacht, dann wurde rumgeknutscht und rumgefummelt, bis zu´ner bestimmten Grenze. Ich weiß noch, unter uns Mädchen haben wir uns immer gesagt, bis dahin darf er und nicht weiter - so ungefähr, also das war die Form von Sexualität, die möglich war.“ 36 Halbstarker Widerstand blieb jedoch auf den Feierabend beschränkt, ansonsten waren sie ordentliche Lehrlinge oder brave Schüler. 37 Wie ich schon erwähnt habe, war Politik kein Thema für die Jugendlichen. Ein weiterer Punkt, in dem sie sich nicht von dem Erwachsenenstandpunkt abwichen, die sich lieber ins Private zurückzogen und die Anderen die Politik machen ließen.
Vielleicht ist es übertrieben die Halbstarken als Teil einer angepassten Jugend zu sehen, da man dann die außerordentlichen Provokationen und Aggressionen übersehen würde, die sie an den Tag legten. Es ist jedoch immerhin bemerkenswert, wie viel Ähnlichkeiten diese Subkultur mit der übrigen Gesellschaft aufweist, von der sie sich durch ihr Protestverhalten abzugrenzen versuchte.
36 Sträter 1985, S. 154.
37 Wensierski 1985, S. 121.
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6 Grenzen zu anderen Jugendkulturen der 50er Jahre
Die Halbstarken waren nicht die einzige jugendliche Subkultur in den 50er Jahren. Existentialisten und Teenager bildeten die zwei anderen wichtigen Jugendszenen dieser Zeit. Ich möchte diese beiden Jugendbewegungen kurz skizzieren und den Halbstarken gegenüberstellen, um ein genaueres Bild von den Halbstarken zu bekommen.
Die Existentialisten, oder auch „Exis“ genannt, waren ziemlich genau das Gegenteil zu den Halbstarken. Schon durch ihre Äußeres unterschieden sie sich: sie trugen bevorzugt schwarze Kleidung, trugen ihre Haare kurz, in dem sogenannten Cäsar-Schnitt und gaben sich zwar, genauso wie die Halbstarken, extrem „cool“, jedoch eher auf eine intellektuelle Art und Weise. Dies spiegelt sich auch in ihren Interessen wieder. Sie hingen in Jazzkellern und Espressobars rum, wo sie Jazzmusik hörten und über Literatur sprachen, v. a. Sartre und amerikanische Beat-Autoren. Sartre bestimmte auch ihre Gespräche: sie beschäftigten sich mit Begriffen wie Freiheit, Tod, Existenzangst und der Absurdität des Daseins. Kein Wunder also, dass die Bezeichnung ihrer Subkultur sich nach ihrem Vorbild, dem bedeutendsten Existentialisten richtete. Auch von ihrer sozialen Herkunft unterscheiden sie sich von den Halbstarken. Waren diese vorwiegend aus dem Arbeitermilieu, so stammen die Existentialisten hauptsächlich aus der bürgerlichen Mittelschicht und sind Gymnasiasten und Kunststudenten. Sie wollen sich genauso wie die Halbstarken von den Spießbürgern der Wirtschaftswunderrepublik abgrenzen, bilden aber auch zu den Halbstarken sozusagen eine Gegenkultur. 38 Der Teenager-Typ hingegen war keine Gegenbewegung zu den Halbstarken, sondern eher deren Folgeerscheinung, die kommerzielle Antwort eines Modelljugendlichen. Die Halbstarken wurden unfreiwillig zum Trendsetter für den Teenager, der bestimmte Elemente von ihnen übernahm. Einen Petticoat konnte man plötzlich in jedem Warenhaus kaufen und Rock´n´Roll neben Walzer und Foxtrott in jeder Tanzschule lernen. Die Konsum- und
38 Krüger, Heinz-Hermann: Viel Lärm um Nichts? Jugendliche Existentialisten in den 50er Jahren. Spurensuche, in: Deutscher Werkbund e.V. und Württembergischer Kunstverein Stuttgart (Hg.): Schock und Schöpfung. Jugendästhetik im 20. Jahrhundert, Darmstadt und Neuwied 1986, S. 263ff.
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Vergnügungsindustrie hatte die Halbstarken vereinnahmt, kommerzialisiert und damit gesellschaftsfähig gemacht. Die Teenager waren also eine etwas gemäßigtere Ausgabe, eine geglättete Modevariante der rebellischen Halbstarken. Jugendlicher Protest war fortan käuflich zu erwerben. 39 Wo man die Grenze zwischen Teenager und Halbstarker ziehen kann, verdeutlicht dieses Zitat: „Die Scheidelinie zwischen den Kulturen war säuberlich gezogen: für Halbstarke waren Bill Haley und Elvis Presley, für Teenager Conny Froboess und Peter Kraus. Für Halbstarke war „Außer Rand und Band“, für Teenager „Wenn die Conny mit dem Peter“. Für Halbstarke waren Lederjacke (männlich) und hautenger Pulli (weiblich), für Teenager der Peter Kraus-Coll und der Conny Teen. Für Halbstarke waren Spielhalle und Rummelplatz, für Teenager Eisdiele und Tanzcafé. Nicht die Warenform der Objekte (Film, Musik, Kleidung) an sich macht den Unterschied zwischen Halbstarker und Teenager als vielmehr ihre Verwendung und Verwendbarkeit als Bedeutungsträger. An die Stelle des unheilverkündenden Etwas der spitzen Schuhe mit den Eisenbeschlägen: die Mokassins als Leisetreter.“ 40 Das Ende der Halbstarken wurde einerseits durch deren Kommerzialisierung und damit Integration eingeläutet, andererseits durch die Kriminalisierung der nicht verwertbaren Elemente. Nur wenige Mitglieder retteten sich mit ihren Motorrädern und Lederjacken in die 60er Jahre hinüber und schafften sich eine neue subkulturelle Identität als „Rocker“. 41
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Lindner, Rolf: Teenager - Ein amerikanischer Traum, in: Deutscher Werkbund e.V. und Württembergischer Kunstverein Stuttgart (Hg.): Schock und Schöpfung. Jugendästhetik im 20. Jahrhundert, Darmstadt und Neuwied 1986, S. 278-83.
40 Lindner 1986, S. 283.
41 Wensierski, 1985, S. 128.
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7 Jugend heute
Seit ca. den 70er Jahren lässt sich ein Trend zur Ausdifferenzierung jugendlicher Subkulturen feststellen. Es kommt zu den verschiedensten Stilausprägungen, denen Jugendliche folgen. Viele Jugendszenen orientieren sich dabei an diversen Musikrichtungen wie z. B. Punk, Grunge, Hip Hop oder Rave. Heute herrscht, meiner Meinung nach, eine solche Vielfalt an verschiedenen Subkulturen, dass es schwer fällt sie auseinander zu halten, v.a. da die Grenzen oft fließend sind und sich die Jugendszenen teilweise miteinander vermischen.
So kann man heute einerseits von einer Entstrukturierung, Individualisierung und Destandardisierung der Lebensphase Jugend sprechen. Traditionelle Orientierungsmuster lösen sich auf. Die kulturelle Autonomie der Jugendlichen, also ihre Lebensformen und Lebensstile, wird in Bezug auf die Erwachsenen größer. Die Unterschiede zwischen den Altersphasen Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter verlieren zunehmend an Bedeutung. V. a. der Übergang ins Erwachsenenalter gliedert sich relativ unzusammenhängend in einzelne Teilübergänge. Jugend hat sich zum eigenständigen Lebensabschnitt entwickelt, wobei die Bildungs- und Ausbildungszeit im Mittelpunkt steht. Zunehmend wichtig ist der Erwerb von Laufbahnen und Titel, allein schon wegen der lebensgeschichtlichen Ausdehnung des Schulbesuchs. Durch die Bildungsreform der 60er und 70er Jahre lässt sich andererseits aber auch ein Prozess der Verallgemeinerung und Homogenisierung der Jugendphase erkennen. 42
42 Grunert, Cathleen/Krüger, Heinz-Hermann: Zum Wandel von Jugendbiographien im 20. Jahrhundert, in: Sander, Uwe/Vollbrecht Ralf (Hg.): Jugend im 20. Jahrhundert. Sichtweiten - Orientierungen - Risiken, Neuwied/Berlin 2000, S. 199-204.
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8 Literaturverzeichnis
Baacke, Dieter: Jugend und Jugendkulturen. Darstellung und Deutung, Weinheim/München 1987 (Jugendforschung. Im Auftrag des Forschungsschwerpunktes Jugendforschung der Fakultät für Pädagogik der Universität Bielefeld, hg. von Dieter Baacke u. a.). Baacke, Dieter: Jugend und Subkultur, München 1972. Brand, Volker: Jugendkulturen und jugendliches Protestpotential. Sozialgeschichtliche Untersuchung des Jugendprotestes von der Jugendbewegung zu Beginn des Jahrhunderts bis zu den Jugendkulturen der gegenwärtigen Risikogesellschaft, Frankfurt am Main 1993 (Europäische Hochschulschriften, Reihe XI Pädagogik, Bd. 552).
Fröhner, Rolf: Wie stark sind die Halbstarken? Beruf und Berufsnot, politische, kulturelle und seelische Probleme der deutschen Jugend im Bundesgebiet und Westberlin, Bielefeld 1956.
Grunert, Cathleen/Krüger, Heinz-Hermann: Zum Wandel von Jugendbiographien im 20. Jahrhundert, in: Sander, Uwe/Vollbrecht Ralf (Hg.): Jugend im 20. Jahrhundert. Sichtweiten - Orientierungen - Risiken, Neuwied/Berlin 2000.
Ohder, Claudius: Gewalt durch Gruppen Jugendlicher. Eine empirische Untersuchung am Beispiel Berlins, Berlin (ohne Jahresangabe) (Reihe: Verwaltung, Recht und Gesellschaft, hrsg. von der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege, Bd. 1). Kaiser, Günther: Randalierende Jugend. Eine soziologische und kriminologische Studie über die sogenannten „Halbstarken“, Heidelberg 1959. Krüger, Heinz-Hermann: „Es war wie ein Rausch, wenn alle Gas gaben.“, in: Deutscher Werkbund e.V. und Württembergischer Kunstverein Stuttgart (Hg.): Schock und Schöpfung. Jugendästhetik im 20. Jahrhundert, Darmstadt und Neuwied 1986, S. 269-274.
Krüger, Heinz-Hermann: Viel Lärm um Nichts? Jugendliche Existentialisten in den 50er Jahren. Spurensuche, in: Deutscher Werkbund e.V. und Württembergischer Kunstverein Stuttgart (Hg.): Schock und Schöpfung. Jugendästhetik im 20. Jahrhundert, Darmstadt und Neuwied 1986, S. 263-268.
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Arbeit zitieren:
Rita Bartl, 2003, Die Halbstarken - Jugend und Subkultur, München, GRIN Verlag GmbH
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