Verzeichnis:
1. Einleitung 3
2. Die Beeinflussung des Sports durch die Gesellschaft 4
3. Charakteristika der heutigen Gesellschaft 5
4. Reaktionen des Menschen auf die Gesellschaft von heute 9
5. Charakteristika der traditionellen Sportarten 11
6. Gründe für den Mitgliederschwund der traditionellen Sportarten 12
6.1 Der demographische Ansatz nach Wopp 12
6.2 Der Wertewandel als Erklärungsansatz 13
7. Entwicklungstendenzen anhand der Trendsportarten 14
8. Schlussbetrachtung 18
Literaturverzeichnis: 19
2
1. Einleitung
Walking, Jogging, Inlineskating, Beachvolleyball, Streetball, Aquafit, Tae-Bo, Spinning, Bungee-Jumping, Wakeboarding und Freeclimbing. Was haben alle diese Sportarten gemein? Sie alle liegen im Trend und sie alle erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Doch was macht sie so populär? Ist es der unkomplizierte Zugang zum Walking, Jogging und Inlineskating, der breite Massen anspricht? Ist es die ereignisreichere Gestaltung des Beachvolleyballs und Streetballs, welche diese Sportarten attraktiver als ihre traditionellen Vorbilder macht? Ist es der Wunsch fit und gesund zu sein, der bei Aquafit-, Tae-Bo- und Spinningkursen die Teilnehmerzahl steigen lässt? Ist es der Reiz der Gefahr, der immer mehr Menschen zu extremen Sportarten wie Bungee-Jumping, Wakeboarding und Freeclimbing motiviert? Sicher steckt in all dem Genannten ein Stück Wahrheit. Doch welche Bedürfnisse muss eine Sportart befriedigen um zum Trend zu werden? Aus welchen Gründen steigt das Interesse an Erlebnis, Gesundheit und Risiko in unserer Gesellschaft? Aus welchen Gründen sinkt das Interesse an den traditionellen Sportarten wie Turnen und Leichtathletik?
In dieser Arbeit soll gezeigt werden, dass sich der Sport ändert, weil sich die Anforderungen der Menschen an den Sport ändern. Weiterhin soll bewiesen werden, dass die Ursachen für die sich verändernden Anforderungen an den Sport in der sich entwickelnden Gesellschaft zu suchen sind.
Dies soll erreicht werden, indem sich der Anfang dieser Arbeit mit der heutigen Gesellschaft beschäftigt und die markantesten Charakteristika dieser herausarbeitet. Darauf aufbauend werden die sich durch den gesellschaftlichen Wandel verändernden Bedürfnisse der Menschen behandelt. Anknüpfend an die heutigen Anforderungen an den Sport wird dann eine Beschreibung der Charakteristika traditioneller Sportarten angestrebt, um so Gründe für den kontinuierliche Mitgliederschwund anführen zu können. Das abschließende Kapitel beschäftigt sich mit Trendsportarten. Hier wird als Erklärung für deren Popularität speziell noch einmal darauf eingegangen werden, welche Kriterien die sich im Trend befindenden Sportarten erfüllen und wie diese die Bedürfnisse des modernen Menschen befriedigen.
3
Da die Beeinflussung des Sports durch die Gesellschaft eine Voraussetzung für die Bearbeitung des ganzen Themenkomplexes darstellt, beschäftigt sich das folgende Kapitel jedoch zuerst einmal mit dem Anführen von Beweisen für diesen Umstand.
2. Die Beeinflussung des Sports durch die Gesellschaft
Um die Beeinflussung des Sports durch die Gesellschaft zu demonstrieren, werden im Folgenden zwei verschiedene Wege gegangen. Ein Blick in die zu diesem Thema umfangreich vorhandene Literatur sowie eine grobe geschichtliche Betrachtung der Entwicklung des Sports soll den zu beweisenden Sachverhalt klären. Sieland schreibt in ihrer Dissertation über Trendsportarten in der Schule: „Teilt man die Auffassung, dass unsere Zeit, die Zeit der Postmoderne ist, so kann der gesellschaftliche Teilbereich Sport keine Ausnahme bilden. Auch an ihm müssen postmoderne Veränderungen erkennbar sein.“ 1 Bette teilt diese Ansicht, indem er die momentanen Entwicklungen im Sport auf die personalen Wirkungen und Ambivalenzen der sich durchsetzenden Moderne zurückführt. 2 Weiterhin kann durch den Verweis auf den von Henning Eichberg und Wilhelm Hopf herausgegebenen Diskussionsband, „Die Veränderung des Sports ist gesellschaftlich“ 3 , veranschaulicht werden, mit welchem Umfang diese Fragestellung schon behandelt worden ist und zu welchem einmütigen Ergebnis die Überlegungen führten. Die geschichtliche Betrachtung kommt zum gleichen Ergebnis. Es finden sich in der Geschichte des Sports unzählige Fälle, in denen sich dieser reaktionär an der Gesellschaft orientierte. Der im Spätmittelalter praktizierte Prügelringkampf, das Schlagfechten, das Steinheben und der Baumstammwurf waren sportliche Formen, die der „... agrarischen und frühstädtischen Kraft- und Agonalkultur“ entsprachen. 4 Mit den Anfängen der Neuzeit veränderte sich die Gesellschaft und in konsequenter Weise auch der Sport. Regelrechtes Verhalten stand
1 Sieland (2002), 18.
2 Vgl. Bette (2004), 10f.
3 siehe Literaturverzeichnis
4
im Zentrum von höfischem Tanz, Figurenreiten, zierlichem Stoßfechten und Voltigieren. 5 Die Regeln, nach denen sich der Einzelne zu richten hatte, bildeten hier die „... nach Ständen segmentierte spätaristokratische Gesellschaft...“ 6 ab. Auch heute können Beispiele gefunden werden, die zeigen in wie fern der moderne Sport von der Gesellschaft beeinflusst wird. Diese werden jedoch zu einem späteren Zeitpunkt angeführt.
3. Charakteristika der heutigen Gesellschaft
Um überprüfen zu können in wie fern der Sport und dessen Entwicklung von der Gesellschaft beeinflusst werden, ist es notwendig, die Gesellschaft und die sie bestimmenden Faktoren näher zu betrachten und zu bestimmen. Die auf den Umfang bezogene Begrenzung dieser Arbeit, lässt eine dem Anspruch der Vollständigkeit genügende Beschreibung jedoch nicht zu. Es ist hier völlig ausreichend, den Blick auf die den Sport beeinflussenden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu richten.
Vergleicht man die heutige Gesellschaft mit einer früheren, wie zum Beispiel mit der oben bereits genannten Gesellschaft des Mittelalters, ist wohl einer der auffälligsten Unterschiede die Freiheit des Individuums. Während im Mittelalter der Stand einer Person durch deren Geburt festgeschrieben wurde und die Standesgrenzen unpassierbar waren, hat heutzutage jeder, zumindest auf dem Papier, die freie Entscheidung. Doch mit der gesteigerten Freiheit steigt auch der Anspruch an das Individuum, sich selbst zu definieren. „Dem Individuum droht der soziale Zwang, ein eigenes Lebensprojekt entwerfen zu müssen.“ 7 Während der Sohn eines Gerbers im Mittelalter immer auch Gerber werden würde und er sich der Frage welche Ausrichtung er seinem Leben geben soll nicht stellen musste, haben Jugendliche heute, bei entsprechendem Schulabschluss, eine Unzahl verschiedener Möglichkeiten was die Gestaltung ihres Lebens betrifft. Mit
4 Hopf (1990), 35.
5 Ebd. 38.
6 Dunning (1990), 48.
5
der Freiheit kommt somit die Frage nach der richtigen Nutzung dieser auf. Dazu Schulze: „Je mehr man haben, machen, sein kann, desto besser scheint es einem zu gehen. Allerdings gibt es viele Anzeichen dafür, dass mit der Vereinfachung des Weges zu immer mehr potentiellen Zielen die Schwierigkeit, ein sinnvolles Leben zu führen, zunimmt.“ 8 Nicht immer gelingt es dem Individuum die Frage nach dem Lebenssinn zufrieden stellend zu beantworten. An Einfluss verlierende Instanzen wie Kirche, Tradition, Beruf und Familie können keine konkreten und verbindlichen Entscheidungshilfen bei der Identitätsbestimmung mehr geben. „Die Entscheidung, wer man ist, hängt somit immer weniger von der Definitionsmacht überindividueller Instanzen ab.“ 9 Mangel an Selbstklarheit, Sinngewissheit, innerer Harmonie und sicherem Individualitätsempfinden können die Folgen sein. 10 Der Versuch der Löschung dieser Identitätsnot wird später als eine der Erklärungsmuster für die Popularität von Trendsportarten sein.
Das gerade angesprochene Verlangen nach einem sinnerfüllten Leben, ist die Ursache eines weiteren Charakteristikums unserer Zeit. Das Erlebnis stiftet Sinn. Die Suche nach dem Erlebnis ist nach Schulze eines der bestimmenden Lebensmaximen des modernen Subjekts. 11 Diese Entwicklung ist damit zu begründen, dass der Alltag das Verlangen nach Erlebnissen nicht mehr befriedigen kann. Opaschowski spricht von einer „... Gesellschaft der Sicherheiten, Absicherungen und Versicherungen“. 12 Die relative Sicherheit, die durch Sozialsysteme und Möglichkeiten der persönlichen Absicherung gewährleistet ist, macht das Leben kalkulierbar und somit spannungsarm. Das Risiko im Leben des Einzelnen sinkt beträchtlich. Dieses Phänomen gepaart mit der Durchstrukturierung des Alltags durch vorgegebene Arbeitszeiten und Inhalte führt zur „... schleichenden Zeitkrankheit des 21. Jahrhunderts“ 13 , der Langeweile. Die Zukunft ist berechenbar und scheint vorgezeichnet zu sein. Mit Katastrophen wird man meist nur passiv in den Medien konfrontiert. Das Leben an sich wird ereignisloser. Die politische Stabilität, die zumindest in Europa gewährleistet ist, sorgt für weitere Entspannung und lässt Erzählungen der älteren Generation über den Krieg und dessen Folgen als
7 Neumann (1999), 101.
8 Schulze (1992), 33.
9 Bette (2004), 51.
10 Vgl. Aufmuth (1989), 128.
11 Schulze (1992), 22.
12 Opaschowski (2000), 9.
6
unaktuell erscheinen. Da Langeweile Unbehagen auslöst, suchen Menschen nach Wegen diese Langeweile zu bekämpfen. Weiterhin führen wirtschaftliche Veränderungen, wie die zunehmende Mechanisierung dazu, dass den Menschen die schwere körperliche Arbeit abgenommen wird. Das somit ungenutzte Energiepotential verbleibt zur Disposition. Opaschowski beschreibt diesen Zustand wie folgt: „Heute verlassen viele Arbeitnehmer das Betriebstor körperlich unausgelastet, erlebnishungrig, risikofreudig und angriffslustig. Dieses Defizit muss dann irgendwie ‚abgearbeitet’ werden.“ 14 Langeweile und Energieüberschuss sind jedoch nicht die einzigen Folgen der durchorganisierten, mechanisierten Gesellschaft. Eine weitere Konsequenz ist die Passivität des Individuums. Von einzelnen Menschen wird erwartet, dass diese sich anpassen und in die vorgegeben Strukturen integrieren. Neumann beschreibt diesen Sachverhalt als „... Disziplinierung des Menschen“ 15 . Bette weißt darauf hin, dass die die Gesellschaft regelnden Organisationen nur deshalb funktionieren, da der Mensch als austauschbar betrachtet wird. Dies sei der Fall, so Bette, da der Umkehrschluss dazu führen würde, dass das System auf einzelnen Menschen beruht, bei deren Wegfall die eigentliche Aufgabe der Organisation nicht mehr erfüllt werden könnte. Diese Austauschbarkeit führt zu Gefühlen der Unwichtigkeit und Ohnmacht. 16 Ohnmacht wird auch durch die zunehmende Komplexität der Gesellschaft vermittelt. Die inflationäre Entwicklung des Wissens überfordert den Menschen. Die Verwissenschaftlichung führt zur ständigen Infragestellung des als bisher etabliert geltenden Wissens. Die sich dadurch laufend verändernde und entwickelnde Wissensproduktion führt zu dem Bedürfnis nach Konstanz und Eindeutigkeit. Das Individuum vermag es nicht, mit der sich rasant entwickelnden Wissensvermehrung stand zu halten und wird gezwungen sich in wenigen Gebieten zu spezialisieren und sich dadurch von anderen abhängig zu machen. Das Bewusstsein, das „Handlungsinterdependenzen“ 17 bestehen, die das eigene ‚freie’ Handeln der Begrenzung unterziehen, führt zum Gefühl der Unfreiheit und Abhängigkeit. Des Weiteren sind Funktionsweisen abstrakter Systeme wie das der Börse dem Laien unverständlich. Die Unverständlichkeit über die die Gesellschaft steuernden Prozesse
13 Ebd. 19.
14 Ebd. 26.
15 Neumann (1999), 98.
16 Vgl. Bette (2004), 26.
17 Ebd. 27.
7
führt wiederum zu dem beschriebenen Gefühl der Ohnmacht. Doch auch die Medien steuern ihren Anteil zur Verunsicherung des Subjekts bei. „Nachrichtensendungen informieren nicht nur über das, was in der Welt passiert, sie machen gleichzeitig auch deutlich, wie wenig man mitbeeinflussen und –steuern kann. Zuschauer, Hörer und Leser gewinnen das Bild, dass das gesellschaftlich relevante Handeln immer woanders stattfindet, sie aber selbst daran nicht beteiligt sind.“ 18 Weiterhin sind sie dafür verantwortlich, dass Primärerfahrungen immer häufiger durch Sekundär – und Tertiärerfahrungen ersetzt werden. „In einer vornehmlich durch Sprache, Schrift, Bild und Film geprägten Gesellschaft erscheint die Realität vornehmlich als gehörte, erzählte, gelesene oder auf dem Bildschirm gesehene Realität.“ 19 Diese suggerierte Realität, die fast ausschließlich mit Extremen arbeitet, ist nicht eine der Wirklichkeit entsprechende. Die Wirkung, die die Medien dennoch ausüben beschreibt Opaschowski: „Wir neigen immer mehr zu Extremen, weil wir täglich mit Extremen konfrontiert werden.“ 20 Extremes gewöhnt, reagiert der Mensch nur noch auf „... massive[re] Reizanstürme mit echten Empfindungen“ 21 . Subtile Reize werden nicht mehr wahrgenommen. Die Sinne des Menschen jedoch bedürfen dem ständigen Training um voll funktionstüchtig zu bleiben. 22 Der volle Einsatz all unserer Sinne ist in einer auf den schnellen und unkomplizierten Konsum von Reizen bedachten Welt nicht mehr der Fall. Eine letzte den Sport beeinflussende gesellschaftliche Entwicklung muss der Vollständigkeit wegen hier noch angefügt werden.. Deutschland wird immer älter. Die Geburtenraten sinken während medizinische Neuerungen die Lebenserwartungen kontinuierlich steigern. Die Folge ist eine zunehmende Vergreisung der Gesellschaft, die auch auf den Sport nicht ohne Konsequenzen bleiben wird. Die konkreten Auswirkungen der demographischen Entwicklung auf den Sport sollen jedoch in einem späteren Kapitel zur Sprache kommen.
18 Ebd. 27.
19 Ebd. 77.
20 Opaschowski (2000), 18.
21 Ebd. 85.
22 Vgl. ebd. 16.
8
4. Reaktionen des Menschen auf die Gesellschaft von heute
Nach der Erarbeitung der für den Sport und dessen Entwicklung wichtigen gesellschaftlichen Veränderungen, werden nun, wie in der Einleitung begründet, die Auswirkungen auf das Individuum untersucht.
Wie verhält sich der Mensch gegenüber den im vorhergehenden Kapitel beschriebenen Veränderungen? Die freie Entscheidung über die Lebensgestaltung birgt wie schon angesprochen die Gefahr der potentiellen Fehlentscheidung in sich. Die Folge dieser Unsicherheit führt nach Beck zu einer „... Besessenheit vom Ziel der Selbstver- wirklichung“ 23 . Die eigene Glücklichkeit wird immer wieder angezweifelt. Die Konsequenz daraus ist die häufige Beantwortung der Frage nach dem Sinn des Lebens mit einem möglichst intensiven Leben bzw. Erleben. Der kritischen Auseinandersetzung mit dem eigenen Lebensglück voran geschaltet ist die schwierige Aufgabe der eigenen Identitätsbestimmung. Die Definition des Selbst funktioniert durch die Abgrenzung zu anderen. Die Abhebung von der breiten Masse, der Wunsch nach Individualität wird durch Außeralltäglichkeit realisiert. Dieses Bedürfnis treibt die Menschen zu immer extremeren Distinktionshandlungen. Auf den Sport bezogen erklärt Bette die Schwierigkeiten, die sich dem Einzelnen in der modernen Gesellschaft stellen, versucht dieser sich als Individuum darzustellen: „Wo viele antreten, besondere Leistungen zu erbringen, um sich von anderen abzusetzen, werden Menschen geradezu genötigt, jene Bereiche aufzusuchen, die andere Leistungsindividualisten noch nicht besetzt haben und in denen sich Rekorde noch erzielen lassen.“ 24
So wie die Langeweile ein Zeitphänomen der heutigen Gesellschaft darstellt, ist die Flucht vor dieser ein Charakteristikum des modernen Menschen. Unterforderung oder Anforderungslosigkeit können hier als Ursachen benannt werden. Immer neue Herausforderungen werden gesucht, um der Alltagsroutine und der damit verbunden Langeweile zu entkommen. Unalltägliche Erlebnisse helfen dabei diesem Ziel näher zu kommen. Um dieses Verlangen nach Spannung, Aufregung und Unterhaltung zu
23 Beck (1986), 156.
9
befriedigen, bemüht sich eine ganze Industrie, deren Ziel es ist, das Erlebnis konsumierbar zu machen. Opaschowski attestiert den Menschen, dass sie „... ein bestimmtes Aufregungs-, Spannung-, und Konfliktniveau brauchen, ja ein elementares Bedürfnis nach erregenden Erlebnissen (z.B. Schrei in der Achterbahn) haben“ 25 . „Hier kann sogar die Angst“, wie Bette argumentiert, „... als Startmechanismus zur Zerstreuung von Langeweile und Leere dienen. [...] Im Zeitalter weitgehend durchgesetzter Sicherheitserwartungen verliert die Angst damit die Funktion, ein Gegenüber des Spaßerlebens zu sein.“ 26 Das Risiko wird bewusst gesucht. So erklärt sich das intentionale Hineinbegeben mancher Menschen in riskante Situationen oft mit der Suche nach dem Erlebnis und somit in letzter Konsequenz mit der Flucht vor der Langeweile. Ein weiterer Grund für den Erlebnisboom ist in der Reizarmut der heutigen Gesellschaft zu suchen. Da in einer hoch industrialisierten, hoch technisierten und stark geregelten Welt Sinne nicht mehr in vollem Umfang beansprucht und Erlebnisse häufig nur passiv erlebt werden, entwickelt sich ein „... Bedarf an sinnlich orientierten Eigenerfahrungen“ 27 . Mit Eigenerfahrungen ist hier ein aktiv erfahrenes Erlebnis, das der direkten Beeinflussbarkeit des Individuums unterliegt, gemeint. Im Gegensatz zu den schon erwähnten ‚Handlungsinterdependenzen’ ist man hier nicht Beobachter sondern Akteur des Geschehens und gestaltet die Welt in diesem Moment aktiv und ganzheitlich mit. 28 Abschließend ist hier noch auf die Reaktion der Menschen auf die im vorherigen Kapitel angesprochene Komplexität und Undurchsichtigkeit der Steuerungsprozesse der heutigen Gesellschaft einzugehen. Die zunehmende Vernetzung der Welt führt zur Unfähigkeit des Individuums die sich ausbreitenden, gegenseitigen Abhängigkeiten noch nachvollziehen zu können. Das Individuum sehnt sich deshalb nach Eindeutigkeit und Unmittelbarkeit der eigenen Aktion. Die für unsere Zeit charakteristischen unzählbaren Möglichkeiten, die dem Menschen offen stehen, führen dazu dass das Bedürfnis nach Verbindlichkeit und Authentizität zunimmt. 29
24 Bette (2004), 60.
25 Opaschowski (2000), 41.
26 Bette (2004), 19.
27 Ebd. 80.
28 Vgl. ebd. 28.
29 Vgl. Schildmacher (1998), 14f.
10
5. Charakteristika der traditionellen Sportarten
Um im Weiteren die Möglichkeit zu haben, die Gründe für den Schwund der Mitgliederzahlen in den traditionellen Vereinen verstehen zu können, müssen zu Beginn dieses Kapitels deren Charakteristika herausgearbeitet werden. So kann unter Einbeziehung der gesellschaftlichen Entwicklung und der sich ändernden Bedürfnisse der Menschen eine Erklärung für die Schwierigkeiten in der Mitgliedergewinnung der Vereine gefunden werden.
1980 versuchte sich der deutsche Sportbund an einer Definition des Sports. Man legte hierzu in einem Katalog Kriterien fest, welche eine Sportart, um vom DSB anerkannt und aufgenommen zu werden, erfüllen muss. Zusammenfassend kann man diese Sportdefinition auf die folgenden Punkte reduzieren: Ein eindeutiges Leistungsziel muss verfolgt werden; ein eindeutiges Regelwerk muss vorhanden sein; der Sport ist als Wettkampf organisierbar und basiert auf Leistungsvergleich; der Sport ist durch eine spezifische Wertestruktur gekennzeichnet; der Sport hat bestimmte Erwartungen an den Sportler bezüglich dessen Charakter, Lebensstils und dessen äußere Erscheinung; der Sportler muss sich den Regeln und Werten des Sports verbindlich fühlen. 30 Über diese Definition hinausgehend, gibt es noch weitere Punkte, die den traditionellen Sport charakterisieren. Um die Ausübung des gerade beschriebenen Sports möglich zu machen, bedarf es der Vereine. Sie erfüllen die infrastrukturellen Voraussetzungen indem sie Sportanlagen und -gerät bereitstellen und machen das Sporttreiben in einem geregelten Rahmen möglich. Voraussetzung für dieses Sporttreiben ist die Mitgliedschaft in diesem. Die Nutzung der Infrastruktur ist somit an die Vereinsbindung gekoppelt. Die angesprochenen Regeln stellen sicher, dass sich das Vereinsmitglied während des Sporttreibens in einer bestimmten, festgelegten Weise verhält. Der Sportler wird im traditionellen Vereinssport in seinem Handeln beschränkt und sozial kontrolliert. Sportliches Handeln ist standardisiert und somit berechenbar und vorhersagbar. 31
30 Vgl. Heinemann (1989), 13f.
31 Vgl. Schwier (2005), 6.
11
6. Gründe für den Mitgliederschwund der traditionellen Sportarten
6.1 Der demographische Ansatz nach Wopp
„Der Anteil von Sportvereinsmitgliedern geht kontinuierlich und rapide zurück – von 29 Prozent (1990) auf 21 Prozent (2000).“ 32 Was sind die Gründe für den rasanten Abwärtstrend? Im Folgenden soll gezeigt werden, dass die Trends der heutigen Gesellschaft nicht mit dem gerade beschriebenen traditionellen Vereinssport vereinbar sind. Dr. Christian Wopp weist bei einer Fachtagung der Grünen im April 2004 in seinem Vortrag: Trends im Sport, Entwicklungen und Perspektiven darauf hin, dass sich der Sport auf Grund der demographischen Entwicklung stark verändern wird. Er betont hierbei die Zunahme von älteren Menschen in der Bevölkerung, wie auch die abnehmende Zahl von Kindern, den steigenden Anteil von sporttreibenden Frauen und die steigende Anzahl von Migranten. Bezug nehmend auf die sich ändernde Bevölkerungsstruktur sieht er die größten Wachstumsraten im Fitness-, Wellness- und Gesundheitssport, wie auch im Risiko- und Teamsport mit kleinen Mannschaften. 33 Die Gründe für die zunehmende Popularität des Fitnesssports sieht er im Aufkommen ästhetischer Ansprüche, welches er durch die Aufwertung des Aussehnens in den vergangenen Jahren erklärt. Der Gesundheitssport, der durch gewerbliche Anbieter erfolgreich besetzt wurde, so Wopp, erfreut sich großer Popularität durch seine Attraktivität für die zunehmende Zahl der älteren Menschen. Für traditionelle Sportarten sieht er eine Überlebenschance in der Modernisierung dieser. Geringere Spielerzahlen und veränderte Inszenierungsformen sind hierbei mögliche Wege. Gründe für die Zunahme der praktizierenden Risikosportler sind Wopp zufolge in der größer werdende Zahl der Alltagsflüchtlinge zu suchen. 34
32 Opaschowski (2000), 67.
33 Vgl. Wopp (2004), 12.
34 Vgl. ebd. 12f.
12
6.2 Der Wertewandel als Erklärungsansatz
Ein anderer Ansatzpunkt macht den Zeitgeist für die sinkende Popularität von Sportarten wie Leichtathletik, Geräteturnen, Schwimmen, Fußball, Handball und Tennis verantwortlich. Opaschowski spricht von einem grundlegenden Struktur- und Wertewandel des Sportsystems, dessen Konsequenz eine neue Form des Sporterlebens ist, in dessen Mittelpunkt das persönliche Wohlbefinden steht. 35 Diese neue Form des Sporterlebens geht einher mit einer Entinstitutionalisierung und einer zwanglosen Vereinsmitgliedschaft, welche durch kommerzielle Anbieter ermöglicht wird. 36 Neumann nennt die Erlebnisorientierung als neues Charakteristikum des modernen Menschen und somit auch des modernen Sports und weißt auf den Einfluss der Werbeindustrie im Verbreiten dieses Trends hin. Auch spricht er die Freizeitindustrie an, die mit dem Sport in Bezug auf das Erlebnis konkurriert. 37 Traditionelle Sportarten aber eigenen sich nicht in gleichem Maße als Event organisiert zu werden. 38 Während Beachvolleyball mit Musik, viel Sonne und schön anzusehenden Körpern in Szene gesetzt wird, konzentriert sich die traditionelle Variante des Hallenvolleyballs mehr auf den Sport selbst als auf die Präsentation dieses. Doch das Sporterlebnis muss konsumentenfreundlich gestaltet sein, um auf dem Erlebnismarkt konkurrenzfähig zu bleiben. Dies trifft nicht nur auf den Zuschauer zu. Auch der Sportler selbst wird zum Konsumenten. Die mit dem Angebot von Schnupperkursen und eingeschränkten Mitgliedschaften mögliche Ungebundenheit und die Freiheit die ganze Palette des Sportangebots austesten zu können, führen zu einer zunehmenden Abneigung sich längerfristig an einen Verein zu binden. „Aus den ehemals organisierten und gebundenen Sporttreibenden sind frei vagabundierende Sporthopper geworden, die ganz individualistisch nach Lust und Laune agieren und probieren.“ 39
35
Vgl. Opaschowski (2000), 57.
36 Vgl. ebd. 57 37 Vgl. Neumann (1999), 3.
38 Vgl. Schwier (2005), 13.
39 Opaschowski (2001), l 9.
13
Des Weiteren liegen auch Sportarten im Trend, zu deren Ausübung kein Verein von Nöten ist. Joggen, Skateboarden und Inliner fahren bedürfen nur des Sportgeräts bzw. der Ausrüstung. Zuletzt wird nun noch auf die als den Vereinssport charakterisierende Standardisierung eingegangen. Es wurde gesagt, dass diese Standardisierung zu einer Einschränkung des Sportlers führt. Vor diesem Hintergrund nennt Schwier das Bedürfnis nach „Entautomatisierung“ 40 als einen Grund für viele Sportler, sich von konventionellen Organisationsformen abzuspalten. Eine Erklärung dieses Richtungswechsels zu mehr Freiheit und Autonomie des Sportlers, der seine Regeln selbst erstellt und sich bewusst gegen die vorhandenen Konventionen abgrenzt, wird im folgenden Kapitel gegeben.
7. Entwicklungstendenzen anhand der Trendsportarten
Zu Beginn dieser Arbeit wurde versucht die heutige Gesellschaft und deren markanteste Veränderungen zu beschreiben. Darauf aufbauend wurden die Menschen, die in dieser Gesellschaft leben näher betrachtet. Die beiden letzten Kapitel beschäftigten sich mit dem Vereinssport und dessen Charakteristika sowie mit der Thematisierung von Entwicklungstendenzen, die sich vom traditionellen Vereinssport wegbewegen. Es wurden demographische Entwicklungen wie auch ein sich ändernder Zeitgeist als Ursachen für die Entfernung vom Vereinssport genannt. Der durch den Zeitgeist ausgelöste Wertewandel wurde bisher lediglich durch seine Konsequenzen für den Vereinssport beschrieben. Nicht jedoch wurde er aus der Perspektive neuer, sich entwickelnde Sportarten betrachtet. Darauf soll im Folgenden eingegangen werden. Hierbei wird versucht, die schon beschriebenen Reaktionen der Menschen auf die heutige Gesellschaft mit den Entwicklungen und Tendenzen im modernen Sport in Verbindung zu bringen, um so die gegenseitige Abhängigkeit und Beeinflussung der Systeme Sport und Gesellschaft zu demonstrieren. Einen Hinweis auf diese Beeinflussung liefert das kontinuierlich größer werdende Spektrum der Sportarten in
40 Schwier (2005), 6.
14
Verbindung mit der „...radikalen Pluralität“ 41 , die Welsch dem Postmoderne als grundlegendes Kennzeichen zuschreibt. Hier lässt sich eine Parallelität der Entwicklung der Systeme Gesellschaft und Sport erkennen. Umso mehr sich die Menschen versuchen zu individualisieren, umso mehr Sportarten scheint es zu geben, die es diesen Menschen möglich machen , sich über den Sport von anderen abzugrenzen und zu definieren. Diese Selbstdefinition spiegelt sich in einer Entwicklung wieder, in der der Sport für mehr als nur körperliche Betätigung genutzt wird. Jugendliche machen ihn zu ihrer Lebenseinstellung. So sind viele im Trend liegenden Sportarten an einen bestimmten ‚Lifestyle’ gebunden. Diese Art zu leben beinhaltet in den meisten Fällen einen bestimmten Kleidungsstil, eine bestimmte Ausdrucksweise und bestimmte Gesten. Der Trendsport bietet den Jugendlichen die Möglichkeit, sich über diesen zu individualisieren, sich von anderen abzugrenzen und kann somit eine Erleichterung in der schwierigen Aufgabe der Selbstdefinition darstellen. 42 Die Frage wer man ist, kann mit dem Verweis darauf was man nicht ist, beantwortet werden. Diese Tendenz zur Abgrenzung spiegelt sich auch in der Ablehnung der tradierten Regeln des Vereinssports wieder. Im Trend liegende Sportarten sind auch gerade deshalb beliebt, da sie mit den Konventionen brechen und ihre eigenen Regeln erstellen. So geht es in vielen neu aufkommenden und an Popularität gewinnenden Sportarten nicht um das dem traditionellen Sport inhärente Prinzip von Sieg und Niederlage, sondern eher um die eigene Person und den eigenen Stil. Man arbeitet in Sportarten wie dem Skateboarden nicht primär daran andere zu besiegen, sondern mehr an der Perfektion des eigenen Könnens. „Freestyler machen es sich zum Ziel, in körperlicher und stilistischer Hinsicht ständig an die eigenen Grenzen zu gehen und sich so zu steigern.“ 43 Das Etablierte, Alltägliche, Regelnde und Einschränkende wird abgelehnt und das Individuelle, Freie, Flexible und Ungebundene wird gesucht. Das Individuum entscheidet wie es Sport treiben will und nicht eine Organisation. Heinemann sagt dazu: „Je mehr Dispositionsfreiheit dem Einzelnen zur Verfügung steht, desto mehr steht – auch im Sport – der Wunsch nach einer Thematisierung der eigenen Bedürfnisse, der Verwirklichung eigener Vorstellungen, nach individueller Interessenverfolgung, Freiheit von Bindung und Verpflichtung, nach Spontaneität und Selbstentfaltung im
41 Sieland (2002), 16.
42 Vgl. ebd. 19.
43 Großegger (2004), 12.
15
Vordergrund.“ 44 Doch dies ist nicht das einzige Feld, in dem der Sport auf gesellschaftliche Veränderungen reagiert und sich so hin gehend entwickelt, dass er Bedürfnisse des modernen Menschen zu integrieren im Stande ist. Ein weiteres Beispiel wäre hier die sportliche Entwicklung angesichts der angesprochenen Reizarmut mit der der moderne Mensch in der heutigen Gesellschaft zu kämpfen hat. Kompensation verschaffen sich viele Menschen durch den Sport. Sie praktizieren Sportarten, die die verdrängten Sinne wieder beleben und den Körper als Einheit wahrnehmen und nutzen. 45 Sie suchen die „... Welt der Eigenerfahrung“ 46 . Riskante Unternehmungen wie zum Beispiel das Extremklettern fordern dem Individuum den Einsatz aller Sinne ab, was in einer Welt der Sekundär – und Tertiärerfahrungen eine Ausnahme darstellt. Diese besondere Anforderung erklärt den Reiz und den Aufschwung der Extremsportarten in den Industrienationen. Auch kann in diesem Zusammenhang auf die Komplexität der Gesellschaft und die erwähnten Handlungsinterdependenzen verwiesen werden. Im Extremsport handelt man im Hier und Jetzt und jede Handlung hat eine unmittelbare, eindeutige Reaktion zur Folge. Diese Eindeutigkeit suchen viele Menschen, da sie sie in der Gesellschaft vermissen. So erklärt sich auch der Trend zurück zur Natur. Sportarten wie Surfen, Wandern, Klettern, Joggen oder Walken stellen eine Nähe zu den Elementen her, die sich bei den traditionellen Sportarten oft nicht findet. Die Natur setzt dem Menschen Grenzen und schreibt ihm eindeutig vor wie er sich zu verhalten hat bzw. verhalten kann. 47 Die Natur steht für Verlässlichkeit und Dauerhaftigkeit, Werte, die in der heutigen Gesellschaft schwer zu finden sind und gerade aus diesem Grund gesucht werden. Der Boom der Natursportarten ist jedoch auch mit dem schon angesprochenen Phänomen der Langeweile zu erklären. Die Natur bietet Erlebnisse. Abseits der Bürogebäude, verstopften Straßen und überfüllten Supermärkte kann man noch Abenteuer erleben, während der Alltag dabei zurück bleibt. Auch der Trend zum Risikosport kann durch das Verlangen nach Abenteuer und Erlebnissen erklärt werden. Die Frage warum immer mehr Menschen den Kick suchen und zu Adrenalinjunkies werden, ist mit dieser Langweile des Alltags zu erklären. „In einer Gesellschaft der Sicherheiten, nimmt der Reiz des Risikos zu.“ 48 Dies zeigt sich
45 Vgl. Bette (2004), 125.
46 Ebd. 78.
47 Vgl. ebd. 100.
48 Opaschowski (2000), 9.
16
vor allem im Entstehen von Sportarten wie Extrembergsteigen, Bungee-Jumping, Fallschirmspringen, House Running, Paragliding und vielen mehr. Auch bedient sich mancher dieser Extremsportarten, der die Frage seiner Daseinberechtigung nicht beantworten kann. „Unter Einsatz des eigenen Lebens suchen diese Sportler die Auseinandersetzung mit zum Teil lebensgefährlichen Aufgaben, um sich so der Sinnhaftigkeit ihres eigenen Lebens zu versichern.“ 49
49 Sieland (2002), 22.
17
8. Schlussbetrachtung
Der heutige Sport ist integraler Bestandteil unserer Gesellschaft. Er unterhält allein in Deutschland Millionen von Menschen, die sich durch die Spannung der Wettkämpfe oder die Ästhetik der Bewegungsformen die Zeit vertreiben. Er wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus und hilft, gerade im Schulsport, den Charakter zu formen. Durch seine Beliebtheit stellen sich unter anderen die Freizeit-, Kleidungs- und Werbeindustrie auf ihn ein. Für manche Menschen dient der Sport zum Zeitvertreib für manche ist er Lebenssinn. Sport ist aus unserer Gesellschaft nicht wegzudenken und mit ihr untrennbar verbunden. Wenn Sport also einen so hohen Stellenwert für den Menschen und somit für die Gesellschaft besitzt, ist die Frage nach den für die Veränderung des Sports verantwortlichen Entwicklungen eine zentrale. Diese zu beantworten, hat sich diese Arbeit zur Aufgabe gemacht. Es wurde gezeigt, was die heutige Gesellschaft charakterisiert, wie sie den Menschen und dessen Bedürfnisse prägt und wie dieser ausgehend davon Anforderungen an den Sport stellt. Es konnte veranschaulicht werden, dass diese Anforderungen des modernen Menschen, mit den Konventionen und Organisationsformen des traditionellen Sports in großen Teilen nicht vereinbar sind. Dies wurde anhand der Analyse der Trendsportarten noch deutlicher. Die Menschen auf der Suche nach Natur, Erlebnis, Gesundheit, Flexibilität, Lifestyle und Individualität, um nur einige der angesprochenen Bedürfnisse des heutigen Menschen zu nennen, werden zu Nordic-Walkern, Fitnessclubbesuchern, Skateboardfahrern oder Extem- sportlern, nicht aber zu neuen Mitgliedern des Turn- oder Leichtathletikvereins.
18
Literaturverzeichnis:
Aufmuth, Ulrich; Sport und Risiko. Das Beispiel des Extrembergsteigens, in: Knut Heinrich; Klaus Heinemann (Hg.); Der nicht-sportliche Sport, Schorndorf 1989.
Beck, Ulrich; Risikogesellschaft, Frankfurt am Main 1986.
Bette, Karl-Heinrich; X-treme. Zur Soziologie des Abenteuer- und Risikosports, Bielefeld 2004.
Dunning, Eric; The „civilizing process“ and the developement of modern football, in: Henning Eichberg; Wilhelm Hopf (Hg.); Die Veränderung des Sports ist gesellschaftlich, Münster 1990.
Heinemann, Klaus; Der „nicht-sportliche“ Sport, in: Knut Heinrich; Klaus Heinemann (Hg.); Der nicht-sportliche Sport, Schorndorf 1989.
Hopf, Wilhelm; Strukturen des Ballspiels und Strukturen der Gesellschaft. Zur Kritik linearer Fortschrittshypothesen, in: Henning Eichberg; Wilhelm Hopf (Hg.); Die Veränderung des Sports ist gesellschaftlich, Münster 1990.
Neumann, Peter; Das Wagnis im Sport, Schorndorf 1999.
Opaschowski, Horst W.; Xtrem. Der kalkulierte Wahnsinn, Hamburg 2000.
Schildmacher, A.; Trends und Moden im Sport, in: dvs-Informationen 13 (1998) 2, 14-
19.
Schulze, Gerhard; Die Erlebnis-Gesellschaft, Frankfurt am Main1992.
19
Internetquellen:
Großegger, Beate; trend-facts. Aktuelle Jugendkulturphänomene und ihre
Konsequenzen für die Jugendarbeit, 2004:
http://www.bmsg.gv.at/cms/site/attachments/1/7/5/CH0078/CMS1120471484646/jugen
Schwier, Jürgen; Entwicklungstendenzen der Sportkultur. Zur Popularisierung innovativer Bewegungsformen, 2005:
http://www.uni-giessen.de/~g51039/vorlesungXIII.htm
Sieland, Petra; Trendsportarten in der Schule – Situationsanalyse, empirische Studie und hochschuldidaktische Konsequenzen, 2002: http://geb.uni- giessen.de/geb/volltexte/2003/1075/
Wopp, Christian; Trends im Sport. Entwicklungen und Perspektiven, in: Die Grünen: Opas Sportverein am Ende?, 2004:
http://www.gruene.landtag.nrw.de/archiv/archiv2004/broschueren/pdf/0406- Opas_Sportverein.pdf
20
Arbeit zitieren:
Christian Weckenmann, 2005, Sport im Wandel, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Das Spiel "Takeshi" im Sportunterricht einer Berufsschule
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Unterrichtsentwurf, 24 Seiten
Sprachwissenschaft / Sprachforschung (fachübergreifend)
Seminararbeit, 15 Seiten
Einstellungen Teil I - Struktur, Messung, Funktion
Psychologie - Allgemeine Psychologie
Skript, 7 Seiten
Wie können Schülerinnen und Schüler der Sek. II bei Sportspielen motiv...
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Zwischenprüfungsarbeit, 29 Seiten
Freytag, Gustav - Soll und Haben - Wirtschaft und Gesellschaft
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hauptseminararbeit, 22 Seiten
Erlebnispädagogische Ansätze und die Integration in den Schulsportunte...
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Hauptseminararbeit, 21 Seiten
Zehren von der Substanz: Der Weg der DDR in die Krise von 1989/90
Politik - Politische Systeme - Historisches
Hauptseminararbeit, 31 Seiten
Zum Leistungsfaktor der sportlichen Taktik und Methoden der Ausbildung...
Sport - Sportarten: Theorie und Praxis
Hauptseminararbeit, 51 Seiten
Verhaltenseinflüsse auf den Zivilisationsprozess bei Norbert Elias
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit, 11 Seiten
Liebeskonzeption in Hartmann von Aues Iwein und ihr Verhältnis zur Wir...
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Seminararbeit, 17 Seiten
Basketball: Von der Enstehung und Entwicklung zu einer der populärsten...
Sport - Sportarten: Theorie und Praxis
Hausarbeit, 35 Seiten
Anforderungen, Probleme und Möglichkeiten schulischer Leistungsmessung...
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Hausarbeit, 13 Seiten
Christian Weckenmann hat den Text Sport im Wandel veröffentlicht
Christian Weckenmann hat einen neuen Text hochgeladen
Bildungsjournal Frühe Kindheit: Ethik, Religion & Philosophie
Matthias Hugoth, Monika Benedix
Die Fundgrube für den Ethik- und Religions-Unterricht
Almut Löbbecke, Gabriele Teubner-Nicolai
An Unholy Alliance: The Sacred and Modern Sports
Michael C. Braswell, Robert J. Higgs, Joseph L. Price
The Sacred Origin and Nature of Sports and Culture
Ghazi bin Muhammad, H. R. Muhammad, Ghazi
0 Kommentare