II
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis III
1 Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Vorgehensweise. 1
1.3 Abgrenzung und Begriffsbestimmung Mittelstand 2
2 Ratingkriterien 3
2.1 Definition Rating 3
2.2 Externes Rating. 3
2.3 Internes Rating. 5
2.4 Branchenrating. 6
3 Die neuen Eigenkapitalanforderungen für Banken (Basler Akkord II) 7
3.1 Geschichte der Basler Eigenkapitalanforderungen - von Basel I zu Basel II. 7
3.2 Ziele von Basel II. 10
3.3 Bestandteile des Basler Akkords - Die drei Säulen der neuen
Eigenkapitalanforderung 11
3.3.1 Aufbau des Basel II Abkommens 11
3.3.2 Säule Eins - Mindestkapitalanforderungen. 12
3.3.2.1 Kreditrisiko 12
3.3.2.2 Operationelles Risiko 14
3.3.3 Säule Zwei - Aufsichtliches Prüfungsverfahren 15
3.3.4 Säule Drei - Marktdisziplin. 16
4 Die Konsequenzen der Basler Beschlüsse auf die Finanzierung
mittelst ändischer Unternehmen 17
4.1 Aktuelle Finanzierungssituation im Mittelstand 17
4.2 Auswirkungen auf die Konditionsgestaltung 18
4.3 Auswirkungen auf das Kreditvergabeverhalten 19
4.4 Maßnahmen zur Verbesserung des Ratings in mittelständischen
Unternehmen 20
4.5 Finanzierungsalternativen im Mittelstand. 22
5 Fazit 23
Literaturverzeichnis IV
Ehrenw örtliche Erklärung VIII
III
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Definition der Ratingsymbole am Beispiel der
Ratingagentur Standard Poor´s
Abbildung 2: Ausgewählte Branchenratings
Abbildung 3: Gewichtungsfaktoren unterschiedlicher Kreditnehmer.
Abbildung 4: Zeitplan zur Umsetzung des Basler Akkords II
Abbildung 5: Die drei Säulen des neuen Basler Akkords.
Abbildung 6: Risikogewichtung und Eigenkapitalhinterlegung für
Kredite an Unternehmen im Standardansatz
Abbildung 7: Kreditzinsänderung in Abhängigkeit vom Rating
Die Auswirkungen der neuen Eigenkapitalverordnung
Seite 1 für Banken (Basel II) auf den Mittelstand
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
Die aktuellen Entwürfe des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht (s. 3.1) haben in Deutschland Diskussionen über dessen finanzielle Auswirkungen auf den Mit-telstand hervorgerufen. Ausgangspunkt der neuen Entwürfe sind u.a. die gestiegenen Unternehmensinsolvenzen und die damit verbundenen Kreditausfälle der Kreditinstitute. 1 Angesichts dieser Entwicklungen werden durch das Konsultationspapier Anstrengungen unternommen, um die Stabilität der Finanzmärkte besser abzusichern. Die Weiterentwicklung der neuen Basler Eigenkapitalvereinbarung, kurz Basel II, soll dabei dem gestiegenen Risikogehalt der Kreditinstitute Rechnung tragen und einen wesentlichen Beitrag zu einer stabilen Zukunftsfähigkeit des internationalen Finanzsystems leisten. 2 Bereits in Basel I wurde festgelegt, dass die Banken die von ihnen vergebenen Kredite mit Eigenkapital hinterlegen müssen. In Zukunft soll sich diese Eigenkapitalhinterlegung stärker an den individuellen Risiken der vergebenen Kredite orientieren. Da es einen direkten Zusammenhang zwischen Eigenkapitalhinterlegung und Fremdkapitalzins gibt, erwarten viele Mittelständler, dass sie nach der Umsetzung des Basel II Abkommens mit einer Kreditzinserhöhung konfrontiert werden. Aufgrund ihrer finanziellen Situation befürchten sie, dass es so zu erheblichen Liquiditätsengpässen kommen wird. 3 Zur Information sei noch angeführt, dass die endgültige Fassung von Basel II z. Zt. noch nicht feststeht, so dass in dieser Arbeit nur auf die bis dato vorliegenden Informationen eingegangen wird. (Zeitplan s. 3.1)
1.2 Vorgehensweise
Zielsetzung dieser Arbeit ist es, den neuen Basler Akkord hinsichtlich dessen Auswirkungen auf den Mittelstand kritisch zu betrachten. Im zweiten Kapitel der Arbeit wird zunächst auf den Begriff Rating sowie seine verschiedenen Gestaltungs-formen eingegangen. Im dritten Kapitel soll die Entwicklung von Basel I zu Basel II sowie dessen Aufbau und Ziel vorgestellt werden. In dem darauf folgenden Kapitel wird die Finanzierungssituation des Mittelstandes konkret geschildert.
1 vgl. Keiner (2001), S. 49 ff.
2 vgl. Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (2001a), S. 6 f.
3 vgl. Keiner (2001), S. 59, 92 f.
Die Auswirkungen der neuen Eigenkapitalverordnung
Seite 2 für Banken (Basel II) auf den Mittelstand
Darauf aufbauend werden die Auswirkungen von Basel II auf die Finanzierungssituation des Mittelstandes näher beleuchtet. Zudem sollen alternative Finanzierungsmöglichkeiten für den Mittelstand in Betracht gezogen werden. Mit einem Ausblick wird die Arbeit abgerundet.
1.3 Abgrenzung und Begriffsbestimmung Mittelstand
Eine einheitliche Definition mittelständischer Unternehmen lässt sich in der Literatur nicht verzeichnen. Um mittelständische Unternehmen zu charakterisieren, hat sich jedoch die Abgrenzung in quantitative und qualitative Merkmale durchgesetzt. Die qualitative Abgrenzung mittelständischer Unternehmen von Großunternehmen bezieht sich auf bestimmte Eigenschaften wie z.B. rechtliche Selbstständigkeit (Ausschluss einer Konzernabhängigkeit), wirtschaftliche Selbstständigkeit (Einheit von Kapitalbereitstellung und Unternehmensführung in einer Person) oder fehlende Emissionsfähigkeit (fehlende Unternehmensgröße). 4 Da die exakte Erfassung der qualitativen Merkmale äußerst schwierig ist, bietet sich für die Zuordnung eher eine quantitative Abgrenzung an. Zu den quantitativen Kriterien zählen z.B. Anzahl der Mitarbeiter, Umsatzgröße oder die Bilanzsumme. Nach Ansicht des Instituts für Mittelstandsforschung zählen Unternehmen mit maximal 500 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von mindestens 125.000 und höchstens 50 Mio. zum Mit-telstand. 5 Unter diesen Vorraussetzungen umfasst der deutsche Mittelstand ca. 1,1 Mio. Unternehmen mit insgesamt 20 Mio. Beschäftigen. Die hierbei vorherrschenden Rechtsformen bilden mit ca. 56% die Einzelunternehmung, mit 28% die GmbH und mit weiteren 16% die KG bzw. die OHG. Das Institut hat für das Jahr 1996 errechnet, dass 53% der Bruttowertschöpfung aller Unternehmen durch den Mit-telstand erfolgt und dieser 45,4% aller Bruttoinvestitionen tätigt. Zudem hängen von ihm rund 70% aller Arbeitsplätze sowie 80% der Ausbildungsplätze ab. 6 Diese Zahlen belegen, dass der Mittelstand einen äußerst wichtigen Wirtschaftsfaktor repräsentiert.
4 vgl. Schüler, Thorsten (2002); S. 40 f
5 vgl. Bundesministerium für Wirtschaft / Institut für Mittelstandsforschung (1997), S. 15
6 vgl. Heinke (2001), in: Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen (4/2001), S. 175
Die Auswirkungen der neuen Eigenkapitalverordnung
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2 Ratingkriterien
2.1 Definition Rating
Der Begriff Rating stammt ursprünglich aus dem angloamerikanischen Sprachraum. Er trat dort Mitte des neunzehnten Jahrhunderts im Zusammenhang mit der Bonitätseinstufung von Schuldnern erstmals auf. 7 Die Ratingagentur Standard & Poor´s versteht unter Rating eine unabhängige Meinung. „Es drückt die zukünftige Fähigkeit und den Willen eines Emittenten aus, seinen finanziellen Verpflichtungen pünktlich und vollständig nachzukommen“. 8 Das Ergebnis des Ratings wird in Form eines Symbols ausgedrückt (s. 2.2). Ratings können dabei sowohl von unabhängigen Agenturen (externes Rating) als auch von Kreditinstituten (internes Rating) im Rahmen ihrer Kreditwürdigkeitsprüfungen vorgenommen werden. In den Ratingprozess fließen neben den quantitativen Beurteilungsparametern wie z.B. der Jahresabschlussanalyse oder innerbetriebswirtschaftliche Auswertungen auch qualitative Kriterien wie z.B. Managementqualität oder die Markt- und Wettbewerbsperspektiven ein. 9 Für das Ergebnis des Unternehmesratings interessieren sich nicht nur Kreditgeber und Management, sondern u.a. auch Anteilseigner. Anhand des Ergebnisses können sie Qualität und Risiko ihrer Beteiligung abschätzen. Die Ratingobejekte sind jedoch nicht ausschließlich auf Unternehmen beschränkt. Es können so z.B. auch Aktien, Branchen oder ganze Länder geratet werden.
2.2 Externes Rating
Externe Ratings werden meistens von sogenannten Ratingagenturen vorgenommen. Die bekanntesten Ratingagenturen Moody´s und Standard & Poor´s (S&P) hatten ihren Ursprung um die Jahrhundertwende in den USA. 10 Beide sind international tätig und erstellen in erster Linie Unternehmensratings für Kapitalgesellschaften und Kapitalmärkte.
7 vgl. Lanfermann (1998), S. 5
8 Bissinger (2002), in: Der Betriebswirt 2/2002, S. 10
9 vgl. Keiner (2001), S. 16
10 vgl. Lanfermann, Bettina (1998), S. 17
Die Auswirkungen der neuen Eigenkapitalverordnung
Seite 4 für Banken (Basel II) auf den Mittelstand
Derzeit führen sie in ihrem Kundenstamm über 8.000 geratete Gesellschaften und haben somit viel Erfahrung bei der Ermittlung von Ratings. Bedingt durch ihre Erfahrung liefern sie stabile und aussagefähige Daten über die Zukunftsfähigkeit von Branchen und Unternehmen. 11 Das Ergebnis der Bewertung eines Ratingobjektes, z.B. ein Unternehmensrating, wird durch ein Ratingsymbol dargestellt, die sogenannte Ratingklasse. (Abbildung 1).
Abbildung 1: Definition der Ratingsymbole am Beispiel der Ratingagentur
Standard & Poor´s 12
Auf den Finanzmärkten sind die Ergebnisse der Bonitätseinschätzung für Großkonzerne von zentraler Bedeutung. Große Kreditinstitute richten sich bei der Gestaltung der Zinskonditionen nach dem Rating des Kreditnehmers.
11 vgl. Everling (2001), S. 177
12 vgl. Gleißner (2002), S. 16
Arbeit zitieren:
Claus Warncke, 2002, Die Auswirkungen der neuen Eigenkapitalverordnung für Banken (Basel II) auf den Mittelstand, München, GRIN Verlag GmbH
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