INHALT
Abbildungsverzeichnis 3
1. Einleitung. 4
2. Die Surrealistische Bewegung. 5
Vorläufer und Wegbereiter 5
Historische Kulisse. 6
Dada (ismus) als Reaktion auf den Ersten Weltkrieg. 7
Der Surrealismus: Entstehung und Bedeutung 7
3. Zur Person Max Ernst. 9
4. Ernsts Beitrag zum Surrealismus 12
Bildnerische Techniken 12
Bildthemen 14
5. Resümee 15
Literaturverzeichnis 20
2
Abbildungsverzeichnis
Seite
Giovanni Battista Piranesi Capriccio mit Nero-Grab 17
Johann Heinrich Füssli Der Nachtmahr
Francisco Goya Caprichos, Blatt 19, Alle werden stürzen
Philipp Otto Runge Der Morgen
Max Ernst 18 Elefant Celebes
1. Einleitung
Der Surrealismus steht neben dem Kubismus und dem Expressionismus als eine der drei großen Säulen in der Moderne. Vorbereitend hat es surrealistische Elemente in der Kunst bereits vor Entstehen des Surrealismus gegeben, zu finden in der Romantik und durchgängig in den Kunststilen der klassischen Moderne.
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Surrealistischen Bewegung zwischen den beiden Weltkriegen in der Malerei, dargestellt am Beispiel von Max Ernst als einen ihrer wichtigsten Vertreter.
Zunächst werde ich in Kapitel 2 die Geschichte der Surrealistischen Bewegung beleuchten, indem ich auf Vorläufer und Wegbereiter aus der Bildenden Kunst und der Literatur eingehe. Hierbei wird insbesondere auf gesellschaftspolitische Umstände eingegangen, um vor dem Hintergrund der sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts vollziehenden Ereignisse die Entstehungsgeschichte des Surrealismus adäquat zu klären. Ziel soll es sein, eine Definition von Surrealismus zu finden.
Nach einer kurzen Biografie Max Ernsts in Kapitel 3 diskutiert das Folgekapitel dessen Beziehung zum und seine Bedeutung für den Surrealismus sowie Ernsts Beitrag zur Bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts. Anhand ausgewählter Arbeiten seines graphischen Werks werde ich die Entwicklung verschiedener Techniken sowie den Einfluss der Psychoanalyse Freuds auf seine Bildthemen erläutern.
Abschließend wird eine kurze Zusammenfassung der erarbeiteten Ergebnisse gegeben.
4
2. Die Surrealistische Bewegung
Vorläufer und Wegbereiter
Die Wurzeln des Surrealismus sind begründet auf die Romantik, auf die Kritik Nietzsches an den Leitkategorien des Denkens und schließlich auf die Psychoanalyse Sigmund Freuds.
In der Bildenden Kunst wendet sich bereits Giovanni Battista Piranesi Ende des 18. Jahrhundert der fiktionalen Kunst, fern von Wahrnehmbaren, Systemen und Regeln zu (s. Abb. 1). 1
Inspirationsquellen wie Traum- und Rauschzustände werden im 19. Jahrhundert von Künstlern wie Johann Heinrich Füssli, William Blake, Philipp Otto Runge, Jean-François Millet, Sir Joshua Reynolds, Jacques-Louis David, Francisco Goya und Caspar David Friedrich (s. hierzu Abb. 2-4) weiter in ihren Gemälden erprobt. 2 Surrealistische
Ansätze zeigen sich verstärkt immer wieder in der Romantik und in der klassischen Moderne.
Parallel zur Kunst leistet vor allem das Werk Nietzsches neben Hegel, Schopenhauer, Stirner und Baudelaire einen wesentlichen literarischen Beitrag zu dem aufkommenden revolutionären Denken und dem „neuen Bewusstsein“. Nietzsche entlarvt Metaphysik, Wissenschaft, Religion, Moral und Kunst als Scheinwelten, die seiner Ansicht nach als Wahrheiten verkauft werden. Seine Schriften beeinflussen allerdings die Kunst seiner Zeit nicht, sondern gewinnen erst später an Bedeutung und dienen als Erbe vor allem den Surrealisten. 3 Zu nachfolgenden, auf die Surrealisten Einfluss nehmenden Schriftsteller zählen u.a. Walpole, Radcliffe, Lewis, Bertrand, Nerval, Lautréamont, Rimbaud und der Marquis de Sade, die Traum und Irrationales in ihren Büchern wirken lassen. 4
Als wichtigste Erbschaft für die Surrealisten gilt aber vor allem die Psychoanalyse Sigmund Freuds. Seine Schriften über die menschliche Psyche, basierend auf einer anderen Logik als die der Rationalität, werden versucht in Kunst und Literatur, z.T.
1 Vgl. Hofmann, W. (1998), S. 135.
2 Vgl. Hofmann, W. (1998), S. 24.
3 Vgl. Metken, G. (1983), S.9, S.13.
5
wörtlich, umzusetzen. Maurice Nadeau verweist in seinem Buch Die Geschichte des Surrealismus auf den Nachlass Freuds, aus dem sich die Surrealisten bedienen: „Allem Anschein nach hat Freud den Zugang zu einem Gelaß voller Geheimnisse erschlossen.“ 5
Historische Kulisse
Die Zeit Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts ist geprägt von kulturellen, ökonomischen und politischen Umbrüchen. In der Kunst wird ein freier Kunstmarkt ohne Lenkung durch Auftraggeber wie Kirche und Adel gefordert. Die Kritik an eine bürgerliche Gesellschaft wird laut, eine Jugendbewegung gegen gesellschaftlich etablierte Werte setzt ein. Politische Parteien entstehen, die Frauenbewegung kämpft für die Abschaffung archaischen Rollenverständnisses, 6 soziale Reformen werden eingeleitet. Die fortschreitende Industrialisierung bringt ein gesteigertes Tempo mit sich, dem die kulturelle und geistige Entwicklung nachsteht. Der Verkehr nimmt mit der Erfindung der Automobile zu, Bewegungsapparate wie Fliessbänder werden entwickelt, die Elektrizität gewinnt immer mehr an Bedeutung und die Kommunikation wird durch das Telefon und -fax beschleunigt. Die Entwicklung der Eisenbahn bringt einen neuen, auf die Zeit ausgerichteten Alltag mit sich. Das Anwachsen der Städte setzt mit der Landflucht ein, was die sozialen Probleme verschärft, große Bevölkerungsteile leben in Armut. Im Gegensatz dazu genießt das mittlere Bürgertum eine verbesserte Lebensqualität; Freizeitgestaltung, Sport und Reisen gewinnen an Bedeutung. 7
Innerhalb weniger Jahrzehnte jedoch verliert Europa seine mit der Industrialisierung einhergegangene beherrschende Stellung mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Die rasanten Fortschritte und Veränderungen des 19. Jahrhunderts haben ungeheure Spannungen und mehrfach ernste Krisen zwischen den europäischen Mächten erzeugt. Bereits vor Beginn des Krieges gibt es soziale und internationale Auseinandersetzungen: 1830 Juli-Revolution in Paris, 1848 revolutionäre Erhebungen in fast ganz
4 Vgl. Spies, W. (2002), S. 15.
5 S. Nadeau, M. (2002), S. 31.
6 Vgl. Aldebert, J. (1998), S. 312f.
7 Vgl. Aldebert, J. (1998), S. 286ff.
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Arbeit zitieren:
Yvonne Dannull, 2004, Max Ernst und der Surrealismus, München, GRIN Verlag GmbH
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