INHALT
INHALTSVERZEICHNIS
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EINLEITUNG 3
THEORIE
1. Der Metaphernbegriff 5
1.1 Metapher und Modell 6
2. Fachsprachen 7
2.1 Definitionen 7
2.2 Gliederungen 8
2.2.1 Horizontale Gliederung 8
2.2.2 Vertikale Gliederung 9
2.2.3 Gliederung nach Verwendungsarten 10
2.3 Eigenschaften 11
2.3.1 Lexik 12
2.3.2 Grammatik 15
2.3.3 Textualität 17
3. Computerfachsprachen 19
3.1 Geschichte 19
3.2 Einordnung 20
3.3 Textsorten 21
3.4 Eigenschaften 21
4. Metaphorik in Fachsprachen 22
4.1 Metaphorik in Wissenschaft und Fachsprachen 22
4.2 Vorkommnis und Eigenschaften von Metaphern 24
in Fachsprachen
4.3 Funktionen von Metaphern in Fachsprachen 25
5. Metaphorik in den Computerfachsprachen 26
5.1 Metaphern und Metaphernfelder im Bereich 28
der Computerfachsprachen
INHALT
ANALYSE
1. Fragestellung 30
2. Das Korpus 33
2.1 Die Webpräsenzen 33
2.1.1 heise.de 33
2.1.2 microsoft.de 35
2.2 Die Texte 38
2.2.1 Die Texte in Zahlen 38
2.2.2 Gliederung und Beschreibung 39
der Texte
3. Hypothesen 43
4. Untersuchungsaufbau 46
5. Auswertung und Ergebnisse 49
FAZIT 72
ABK ÜRZUNGSVERZEICHNIS 76
TABELLENVERZEICHNIS 77
ABBILDUNGSVERZEICHNIS 78
LITERATURVERZEICHNIS
1. Primärliteratur 79
2. Sekundärliteratur 80
ANHANG (ab "2. Tabellen und Korpus" siehe Appendix-Ordner)
1. Erklärung 84
2. Tabellen und Korpus
2.1 Korpus
2.2 Excel-Tabelle mit Gesamtanzahl
der Metaphern im Korpus
2.3 Excel-Tabelle mit Metaphernauswahl
2.4 Nummernzuordnungen für die Excel-Tabellen
EINLEITUNG
Die vorliegende Arbeit wird sich mit dem Thema Metaphorik in Fachsprachen beschäftigen und zu diesem Zwecke eine empirische Analyse von zwei Internet-Portalen durchführen.
Der thematische Schwerpunkt liegt bei der Metaphorik in den Computerfachsprachen. In diesem Sinne wurden für die Untersuchung zwei Internet-Portale ausgewählt, die sich mit Computern, und damit ist evidenterweise mehr gemeint als das Gerät an sich, beschäftigen.
Die Analyse des Korpus, das aus einer Sammlung von verschiedensten Texten der Internet-Portale besteht, soll zunächst für die Texte des Korpus und, bei entsprechend aussagekräftigen Ergebnissen, für die Metaphorik in den Computerfachsprachen allgemein einige Aussagen treffen.
Von besonderem Interesse ist dabei das Verhältnis von metaphorischen und nicht-metaphorischen Fachausdrücken, das Verhältnis von lexikalisierten und nichtlexikalisierten Metaphern, das Verhältnis von systematischen und isolierten Metaphern, das Vorkommnis verschiedener Metaphernfelder und das Verhältnis von deutschen und englischen Metaphern.
Der empirischen Analyse vorangestellt ist ein Theorieteil, der die Grundlagen für die Untersuchung zur Verfügung stellen soll.
Der Theorieteil wird zunächst den Metaphernbegriff für die anschließende Ausarbeitung klären. Im Anschluss daran folgen ein Kapitel zu Fachsprachen und eines zu Computerfachsprachen. Der Abschnitt zu Fachsprachen wird die gängigen Definitionen von Fachsprachen vorstellen, die in der Forschung herausgearbeiteten Gliederungsvorschläge erläutern und auf die Eigenschaften von Fachsprachen eingehen. Hiernach wird im Kapitel zu den Computerfachsprachen auf ihre Geschichte eingegangen, sie werden eingeordnet und gegliedert, bevor die Arbeit Näheres zu Textsorten und Eigenschaften behandeln wird. Der Abschnitt zu Metaphorik in Fachsprachen wird gefolgt vom Kapitel zur Me-taphorik in den Computerfachsprachen, welches den theoretischen Teil der Arbeit abschließt. Das Kapitel zu Metaphorik in Fachsprachen wird Forschungsergebnisse zu Metaphorik in Wissenschaft und Fachsprachen zusammenfassen, das Vor-
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kommnis und die Eigenschaften von Metaphern in Fachsprachen näher erläutern und sich mit den Funktionen von Metaphern in Fachsprachen beschäftigen. In dem Abschnitt zu Metaphorik in den Computerfachsprachen wird unter anderem auf Metaphern und Metaphernfelder in den Computerfachsprachen eingegangen. In der Darstellung der empirischen Analyse werden zunächst die Fragen erläutert, die an das Korpus gestellt werden, bevor das Korpus selbst vorgestellt wird. Hier werden die Webpräsenzen und die von den Seiten entnommenen Texte vorgestellt. Ein weiteres Kapitel wird Hypothesen zu dem erstellten Fragenkatalog aufstellen. Dem Abschnitt der Arbeit, der den Aufbau und Ablauf der Untersuchung erörtert, folgt der Hauptteil der Ausarbeitung, die Darstellung der Ergebnisse der empirischen Analyse und deren Auswertung. Dieser Teil wird jeweils, mit der Erläuterung und Darstellung der Resultate, die aufgestellten Fragen beantworten und die Hypothesen gegebenenfalls falsi- oder verifizieren. Im Fazit werden die Ergebnisse der Analyse zusammengefasst und im Hinblick auf die Computerfachsprachen im Allgemeinen interpretiert.
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1. Der Metaphernbegriff
Dieses Kapitel kann und wird keine umfassende Abhandlung zu Metaphorik und Metapherntheorien enthalten, sondern nur Begriffsklärung und -festlegung soweit betreiben, als das Umfang und Gegenstand des Metaphern- bzw. Metaphorikbegriffs für die anknüpfenden Abschnitte der Arbeit definiert sind. Um den Metaphernbegriff für die folgende empirische Analyse so offen wie möglich zu halten, wird an dieser Stelle lediglich festgelegt, dass Metaphorik all jenen Sprachgebrauch umfasst, der bei der Verwendung von Worten mit einer nachvollziehbaren Differenz zwischen eigentlichem Inhalt und jeweils gemeintem Inhalt arbeitet. Des Weiteren wird festgelegt, dass sich der eigentliche Inhalt der Worte aus deren jeweiliger ursprünglicher Bedeutung laut Herkunftswörterbuch 1,2 , bzw. bei Metaphern in abweichendem kontextuellem Gebrauch, aus ihrer prototypischen Verwendung 3 , konstituiert. Dieser Metaphernbegriff schließt Metonymien, Personifikationen und Katachresen mit ein. Auch sog. tote Metaphern werden als Metaphern gezählt, da gerade in der sprachlichen Erfassung des Computerbereichs zwar viele Metaphern bereits lexikalisiert sind, aber noch häufig als Metaphern wahrgenommen werden 4 .
Da im Bereich der Fachsprachen der Computerwissenschaften viele Metaphernfelder und Modelle existieren, wird folgender Abschnitt einen kurzen Überblick zum Begriff der Metapher im Zusammenhang mit Modellen geben.
1 Der Begriff „Maus“ bezeichnet nach ursprünglicher Bedeutung ein Tier. Im jeweils gemeinten Inhalt kann die „Maus“ auch ein Gerät bezeichnen, das auf dem Tisch bewegt wird, um den Cursor auf dem Bildschirm zu bewegen.
2 Benutzte Nachschlagewerke: Duden. Das Herkunftswörterbuch; Duden. Informatik; Duden. Das Fremdwörterbuch.
3 Im Ausdruck „Der Computer arbeitet“ steht die prototypische Verwendung des Verbs „arbeiten“ im Zusammenhang mit Menschen, im Gegensatz zu hier gemeintem Inhalt, der „arbeiten“, im Kontext des Computerbereichs, als einen prozessualen Vorgang im Computer versteht.
4 siehe Bsp. „Maus“, oder auch „Menü“ und „Netz“.
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1.1 Metapher und Modell
Die Theorie von Modellen, bzw. metaphorischen Konzepten wurde von Lakoff und Johnson (1980) erarbeitet. 5 Nach dieser Theorie sind menschliches Handeln, Verstehensprozesse und die Sprache in einzelne Konzepte gegliedert. Metaphern sind dabei in metaphorischen Konzepten zu verstehen, auch wenn die Metapher ohne konzeptuelle Anbindung nicht zu verstehen wäre. Wenn eine Metapher in einem Metaphernfeld steht, müssen die Verbindungen zwischen dem bildspendenden Bereich und dem bildempfangenden Bereich nicht bei jeder einzelnen Verwendung neu hergestellt werden, sondern sie sind „...latent präsent...“ 6 . Ein Beispiel für ein Modell wäre: Computer ist Mensch. Aus diesem Metaphernmodell/-konzept heraus würden etwa folgende metaphorische Aussagen auch für Menschen verständlich werden, die ohne das Modelldenken die Metapher nicht verstehen könnten: Der Computer hat einen Virus oder Der Computer kämpft, sowie Der Computer stolpert. Ein Laie weiß nicht, was es genau heißt, wenn ein Computer einen Virus hat. Er weiß jedoch, was es für einen Menschen heißt, einen Virus zu haben und kann dieses mit Hilfe des Modells, des metaphorischen Konzepts, auf den Bereich des Computers übertragen.
5 Vgl. Lakoff, George; Johnson, Mark: Metaphors we live by. Univ. of Chicago Pr. Chicago 1980.
6 Stocker, Christa: Funktionen und Leistungen von Metaphernfeldern in der populärwissenschaftlichen Wissensvermittlung. In: Niederhauser, Jürg; Adamzik, Kerstin (Hrsg.): Wissenschaftssprache und Umgangssprache im Kontakt. Lang Verlag. Frankfurt a.M. 1999. S. 169.
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2. Fachsprachen
2.1 Definitionen
Der Terminus Fachsprache ist bis heute nicht eindeutig definiert. Die Schwierigkeit dieser Festlegung resultiert aus der Tatsache, dass der Begriff Fachsprache entgegengesetzt zum ebenso nicht eindeutig definierten Begriff der Gemeinsprache gebraucht wird. Weiterhin ist es fraglich, ob unter Fachsprache ein einheitliches oder ein mehrheitliches 7 Sprachsystem zu verstehen ist. In großen Teilen der heutigen Fachsprachenliteratur „...wird davon ausgegangen, dass innerhalb der Einzelsprache Deutsch schon allein aufgrund der unterschiedlichen fachlichen Kommunikationsbereiche auch verschiedene Fachsprachen bestehen...“ 8 , wenn auch einzelsprachliche Gemeinsamkeiten innerhalb deutscher, sowie mit Fachsprachen anderer Einzelsprachen, bestehen. Deswegen ist es heute weitgehender Konsens, die Pluralform Fachsprachen zu verwenden.
Eine Auffassung von Fachsprachen ist die von jenen als einer, neben der Standardsprache stehenden, sprachlichen Varietät. Daran angebunden, mit dem Fokus auf den sozialen Aspekten der Varietäten, existiert eine Bestimmung von Fachsprachen als Gruppensprachen.
Neben der varietätenlinguistischen Definition gibt es Konzeptionen, die Fachsprachen als eine unfixierte Zahl von sachgebundenen Sprachen als Subsysteme der Gemein- oder Standardsprache, begreifen. Außerdem existieren Entwürfe von Fachsprachen als Funktionalstil.
Diese grundlegenden Definitionen von Fachsprache sind zunächst einer systemlinguistischen Betrachtungsweise zuzuordnen, sind aber sowohl im Rahmen eines pragmalinguistischen wie auch eines kognitionslinguistischen Modells im Laufe der Zeit übernommen und dementsprechend novelliert worden. Fachsprachen sind in jedem Fall sprachliche Erscheinungen mit der Funktion einer möglichst exakten und ökonomischen schriftlichen oder mündlichen Fachkommunikation, meist innerhalb beruflicher Sachbereiche und Tätigkeitsfelder.
7 einheitlich = die (eine) Fachsprache; mehrheitlich = mehrere Fachsprachen.
8 Roelcke, Thorsten: Fachsprachen. 2., durchg. Auflage. Erich Schmidt Verlag. Berlin 2005. S. 18.
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Charakteristische Merkmale von Fachsprachen finden sich im Fachwortschatz, in der Wortbildung, in der Syntax, sowie auf der Textebene. Der Unterpunkt 2.5 wird sich noch eingehender mit diesen Merkmalen beschäftigen.
2.2 Gliederungen
Die existierende Anzahl an Fachsprachen, die Fluck (1996) etwa mit der geschätzten Anzahl von 300 bestehenden Fachbereichen gleichsetzt 9 , werden nach Fächern und deren Fachbereichen, sowie nach Abstraktionsebenen der fachsprachlichen Kommunikation gegliedert. Bei der Einteilung nach Fächern handelt es sich um die sog. horizontale Gliederung oder horizontale Schichtung. Die Einteilung nach Abstraktionsebenen wird als die sog. vertikale Gliederung oder vertikale Schichtung 10 bezeichnet. Außerdem werden auf Grund von Einteilung in unterschiedliche Verwendungsarten von Fachsprache, verschiedene Fachtextsorten unterschieden, die dementsprechend, sowohl in verschiedenen Fächern und Fachbereichen, wie auch auf unterschiedlichen Abstraktionsebenen, existieren. An dieser Stelle wird zwischen fachsprachlichen Varietäten, mit denen die Abstraktionsebenen von Fachsprachen innerhalb verschiedener Fachbereiche gemeint sind, und fachsprachlichen Textsorten, womit die Einteilung von Textsorten nach Verwendungsarten im Fachbereich oder in der Abstraktionsebene gemeint ist, unterschieden.
2.2.1 Horizontale Gliederungen
Die bekannteste und anerkannteste horizontale Gliederung ist die der Einteilung in die drei Bereiche Wissenschaft, Technik und Institution. Die Wissenschaftssprache zeichnet sich durch die Beschäftigung mit Bildung von Theorien und deren sprachlicher Aufnahme und Vermittlung aus. Unter Techniksprache ist die Fachsprache zu verstehen, die über Gerätschaften und ihren Einsatz spricht. Institutionensprachen schließlich kommunizieren innerhalb von Organisationen mit festgelegten Strukturen und Zwecken.
9 Vgl. Fluck, Hans-R.: Fachsprachen. 5. überarb. und erw. Auflage. A. Franke Verlag. Tübingen u.a. 1996. S. 16.
10 Die Bezeichnungen horizontale und vertikale Schichtung von Fluck (1996) werden von Roelcke (2005) durch die Bezeichnung horizontale und vertikale Gliederung ersetzt.
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Zusätzlich zu dieser Gliederung in drei Sektoren gibt es noch weitere horizontale Gliederungsansätze, die diese Aufteilung weiter differenzieren, ergänzen oder verallgemeinern. Eine differenzierende Gliederung ist die zwischen Natur- und Geisteswissenschaften und somit die Einteilung in Theorie- und Praxissprache. Als weitere Aufteilung der Technik- und Institutionensprache kann die Einteilung in Fachsprachen des Produktions-, des Fertigungs- und des Dienstleistungssektors gezählt werden. Kalverkämper (1988) stellt eine fünfteilige Gliederung der Fachsprachen auf. Demnach werden Fachsprachen in Wissenschafts-, Technik-, Institutionen-, Wirtschafts- und Konsumtionssprache aufgeteilt. 11 Eine recht allgemeine Einteilung von Fachsprachen ist die in die Sprache des Handwerks und die Sprache der Wissenschaft. In dem Handbuch „Fachsprachen“ 12 , welches eine umfangreiche Erfassung deutscher Fachsprachen in horizontaler Gliederung enthält, wird folgende Gliederung vorgenommen:
- Fachsprachen der Urproduktion und des Handwerks
- Technische Fachsprachen und Fachsprachen angewandter Wissenschaften
- Wissenschaftliche Fachsprachen und Institutionensprachen
2.2.2 Vertikale Gliederungen
Bei der vertikalen Gliederung wird davon ausgegangen, dass es, innerhalb des jeweiligen Fachs Kommunikationsbereiche gibt, die sich nach Gegenständen und Sachverhalten unterscheiden. Handelt es sich eher um Allgemeines, Gegenstände oder Sachverhalte betreffend, wird von einer höheren fachlichen und sprachlichen Abstraktionsebene gesprochen, bei einer niedrigen Abstraktionsebene stehen speziellere Gegenstände oder Sachverhalte im Mittelpunkt. Fachlich gesehen kann man auch sagen, dass es sich bei einer höheren Abstraktionsebene eher um Theorie, und bei einer niedrigeren Abstraktionsebene eher um Praxis handelt.
11 Vgl. Kalverkämper, Hartwig: Die Fachwelt in der allgemeinen einsprachigen Lexikographie (deutsch-englisch-französisch-italienisch). In: Fachsprache 10. Wien 1988. S. 98 ff.
12 Hoffmann, Lothar u.a.: Fachsprachen/ Languages for Special Purposes. Ein internationales Handbuch zur Fachsprachenforschung und Terminologiewissenschaft/ An International Handbook of Special-Language and Terminology Research. 1. Halbband. Verlag de Gruyter. Berlin/ New York 1998.
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Ischreyt hat Mitte der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts eine der bekanntesten vertikalen Fachsprachengliederungen aufgestellt. Bei ihm stellt die oberste Abstraktionsebene die Wissenschaftssprache dar, auf der nächst niedrigeren Ebene setzt er die fachliche Umgangssprache an und auf niedrigster Abstraktionsebene befindet sich die Werkstattsprache. 13 Eine weitere bekannte vertikale Einteilung ist die von Hoffmann (1985) vorgenommene. Er unterscheidet „...fünf Abstraktionsstufen mit jeweils eigenen semiotischen und kommunikativen Erscheinungen.“ 14 . Höchste Abstraktionsstufe ist hier die „Sprache der theoretischen Grundlagenwissenschaften“, zweithöchste Stufe ist die „Sprache der experimentellen Wissenschaften“, es folgt die „Sprache der angewandten Wissenschaften und der Technik“. Auf vierter Stufe steht die „Sprache der materiellen Produktion“ und auf niedrigster Abstraktionsstufe schließlich steht die „Sprache der Konsumtion“. 15 Ischreyt und Hoffmann haben die sprachlichen, semiotischen und kommunikativen Eigenschaften der Fachsprachen jeweiligen Abstraktionsebenen zugeordnet. V. Hahn (1983) legt eine Gliederung vor, bei der kommunikative Abstraktionsebenen, Distanzen und Handlungsweisen die Kriterien der Gliederung sind. Er unterteilt in Wissenschaft, Technologie, Vermittlung und Nutzung, wobei diesen Ebenen dann kommunikative Eigenschaften, wie z.B. Kommunikationsdistanz, oder kommunikative Handlungsweisen zugeordnet werden. 16
2.2.3 Gliederung nach Verwendungsarten
Im Zuge der Gliederung nach Verwendungsarten treten die Fachtextsorten, nach ihrer fachsprachlichen Verwendung, in den kommunikativen Verhältnissen der jeweiligen Fachkommunikation auf. In diesem Gliederungsansatz werden soziologische und psychologische, sowie semiotische und kommunikationswissenschaftliche Aspekte genauer betrachtet.
Ein Gliederungsvorschlag stammt von Möhn und Pelka (1984), welcher sich als Vorschlag für eine fächerübergreifende und systematische Textsortengliederung beschreiben lässt. Demnach teilen sich die Fachtextsorten nach deskriptiver, in-
13 Vgl.Ischreyt, Heinz: Studien zum Verhältnis von Sprache und Technik. Düsseldorf 1965. und v. Hahn, Walther: Fachsprachen. In: Althaus, H.-P. (Hrsg.): Lexikon der Germanistischen Linguistik. 2., vollst. neu bearb. u. erw. Aufl. Niemeyer Verlag. Tübingen 1980.
14 Roelcke, Thorsten: Fachsprachen. 2., durchg. Auflage. Erich Schmidt Verlag. Berlin 2005. S. 39
15 Vgl. Hoffmann, Lothar: Kommunikationsmittel Fachsprache. Eine Einführung. Zweite, völlig neu bearb. Auflage. Gunter Narr Verlag. Tübingen 1985. S. 64-70.
16 Vgl. v. Hahn, Walther: Fachkommunikation. Entwicklung, linguistische Konzepte, betriebliche Beispiele. De Gruyter Verlag. Berlin 1983.
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struktiver und direktiver Funktion auf. Diesen drei Funktionen sind Grundttypen von Texten zugeordnet. Der deskriptiven Funktion ist der informative Grundtyp, wie z.B. eine Rezension, zugeordnet, der instruktiven Funktion der instruktive Grundtyp, wie z.B. eine Anleitung, und der direktiven Funktion der direktive Grundtyp, wie z. B. eine Anordnung. 17 Im Gegensatz zu dieser fächerübergreifend systematischen Gliederung hat Gläser eine fächerübergreifende, historische Text-sortengliederung aufgestellt. Zu den Kriterien ihrer Klassifizierung zählen Inter-und Intrafachlichkeit, vertikale Ebenen (Konsumtion, Fachtextsorten der fachexternen Kommunikation, Fachtextsorten der fachinternen Kommunikation) und Kommunikationsmedien. Göpferich (1995) hat eine fachbezogene, systematisch-historische Textsortengliederung aufgestellt. Sie unterscheidet auf erster Ebene juristisch-normative Texte, fortschrittsorientiert-aktualisierende Texte, didaktischinstruktive Texte, sowie wissenszusammenstellende Texte. Auf einer zweiten Ebene werden die didaktisch-instruktiven Texte in theoretisch und praktisch unterteilt, bevor die theoretischen Teile dieser Sparte, zusammen mit den anderen Sparten der ersten Ebene, auf einer dritten Ebene, nach Art und Weise ihrer Informationspräsentation, nochmals unterteilt werden. 18 Im Handbuch „Fachsprachen“ 19 werden die Textsorten in wissenschaftliche Textsorten, technische Textsorten und institutionensprachliche Textsorten eingeteilt.
2.3 Eigenschaften
Innerhalb der Forschungsliteratur haben sich die Eigenschaften Deutlichkeit, Verständlichkeit, Ökonomie, Anonymität und Identitätsstiftung als besonders kennzeichnend für Fachsprachen herausgestellt.
Deutlichkeit bedeutet im Zusammenhang mit Fachsprachen, dass die Darstellungsfunktion, im Sinne eines „...möglichst adäquaten Bezug[s] zu den fachlichen
17 Vgl. Möhn, Dieter; Pelka, Roland: Fachsprachen. Eine Einführung. Max Niemeyer Verlag. Tübingen 1984.
18 Göpferich, Susanne: Textsorten in Naturwissenschaften und Technik. Pragmatische Typologie -Kontrastierung - Translation. Gunter Narr Verlag. Tübingen 1995.
19 Hoffmann, Lothar u.a.: Fachsprachen/ Languages for Special Purposes. Ein internationales Handbuch zur Fachsprachenforschung und Terminologiewissenschaft/ An International Handbook of Special-Language and Terminology Research. 1. Halbband. Verlag de Gruyter. Berlin/ New York 1998.
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Gegenständen und Sachverhalten, sowie Abläufen und Verfahren...“ 20 , in besonderem Maße erfüllt wird. Auch im Hinblick auf die Verständlichkeit wird, mit speziellem Schwerpunkt auf die für den Rezipienten, an eine Stützung der Darstellungsfunktion gedacht. Demnach wird durch das Kriterium der Verständlichkeit eine gute Vermittlung fachlicher Kenntnisse gewährleistet. Auch das Charakteristikum der Ökonomie steht mit der Darstellungsfunktion im Zusammenhang. Hier liegt der Fokus auf dem bestehenden sprachlichen Aufwand, der bei der Fachkommunikation betrieben wird. Die Eigenschaft der Anonymität, die sich in der Zurücknahme des Fachtextproduzenten äußert, dient ebenso der Förderung der Darstellungsfunktion insofern, als dass die Verbindung zu den beschriebenen Gegenständen oder Sachverhalten nicht durch die sprachliche Existenz eines Schreibers im Text erschwert wird. Die Eigenschaft der Identitätsstiftung hat einerseits die Funktion der Identifizierung innerhalb der Fachgruppe und der Zuordnung einer Person von Außenstehenden zu einer Gruppe. Andererseits erfüllt sie die Funktion der Stärkung der Darstellungsfunktion, da Identifikation kommunikative Bedingungen schafft, „...die für den sprachlichen Bezug auf den betreffenden Kenntnisbereich relevant werden.“ 21 .
Neben diesen funktionalen Eigenschaften gibt es eine Vielzahl an charakteristischen Merkmalen in Lexik, Grammatik und auf der Textebene.
2.3.1 Lexik
Nach Roelcke (1996) sieht eine systematisch-pragmatische Definition von Fach-wort und Fachwortschatz wie folgt aus:
„Ein Fachwort ist hiernach die kleinste bedeutungstragende und zugleich frei verwendbare sprachliche Einheit eines fachlichen Sprachsystems, die innerhalb der Kommunikation eines bestimmten menschlichen Tätigkeitsbereichs im Rahmen geäußerter Texte gebraucht wird. Und ein Fachwortschatz ist die Menge solcher kleinster bedeutungstragender und zugleich frei verwendbarer sprachlicher Einheiten eines fachlichen Sprachsystems, die innerhalb der Kommunikation eines bestimmten menschlichen Tätigkeitsbereichs im Rahmen geäußerter Texte gebraucht werden.“ 22
Die Gliederung dieses so definierten Fachsprachwortschatzes stellt sich wie folgt dar: Der intrafachliche Fachsprachwortschatz besteht aus den Wörtern, die alleinig der betreffenden Fachsprache angehören, während sich der interfachliche Fachsprachwortschatz aus solchen Wörtern zusammensetzt, die sowohl in der
20 Roelcke, Thorsten: Fachsprachen. 2., durchg. Auflage. Erich Schmidt Verlag. Berlin 2005. S. 28 f.
21 Ebd. S. 31.
22 Ebd. S. 51 f.
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betreffenden, als auch in anderen Fachsprachen, vorkommen. Im extrafachlichen Fachsprachwortschatz finden sich die Wörter, die anderen Fachsprachen angehören, aber trotzdem in der Fachkommunikation des jeweiligen Faches benutzt werden. Die letzte Kategorie, welche Wörter enthält, die allgemein und fachlich nicht im Besonderen geprägt sind, bildet der nichtfachliche Sprachwortschatz. Diese Gliederung des Fachsprachwortschatzes führt zu einer Gliederung des Fachtextwortschatzes in ebenfalls vier Gruppen, die sich allerdings, im Gegensatz zu den gleichberechtigt nebeneinander stehenden Einheiten der Fachsprachwortschatzgliederung, intensional und extensional überschneiden. Die erste Gruppe dieser Gliederung bildet den gesamten Fachtextwortschatz, der aus allen fach- und allgemeinsprachlichen Wörtern, die in den Fachtexten vorkommen, besteht. In der zweiten Gruppe findet eine Einschränkung auf alle fachsprachlichen Wörter statt. Es handelt sich hier also um den fächerbezogenen Fachtextwortschatz. Die Gruppe des fachbezogenen Fachtextwortschatzes im weiteren Sinne bilden die Wörter, die nicht als extrafachlich einzustufen sind, während die Kategorie des fachbezogenen Fachtextwortschatzes im engeren Sinne schließlich die Menge der geäußerten intrafachlichen Fachsprachwörter umfasst.
Bei der Definition von Fachwörtern wird meistens zwischen zwei verschiedenen Typen von Definitionen unterschieden. Zum einen gibt es die Nominaldefinition, welche die Festlegung einer sprachlichen Bedeutung beinhaltet, und zum anderen existiert die Realdefinition, welche die Festlegung eines übereinzelsprachlichen Begriffs meint. Erstere Definition entspringt aus der idealistischen Sprachauffassung, während zweiter Definition eine realistische Sprachauffassung zu Grunde liegt.
Neben dieser grundsätzlichen Unterscheidung der beiden Typen, Nominal- und Realdefinitionen, sind weitere Definitionen zu nennen. Zunächst gibt es die aristotelische Wortdefinition, die Wörter durch die Spezifierung in Definiendum (sprachlicher Ausdruck, dessen fachliche Bedeutung festgelegt werden soll), De-finitor (Verbindungsglied zwischen Definiendum und Definiens) und Definiens (Darstellung des sprachlichen Ausdrucks) auseinanderlegt, wobei das Definiens sich wiederum aufteilt in die Angabe der Gattung und die Angabe der artspezifischen Merkmale. Eine, diese Aufteilung weiterführende Definition, ist die explikative Bestimmung, bestehend aus Denfiniendum, Definitor und Definiens, wobei das Definiens hierbei, anders als bei der ursprünglichen Erklärung, aus einer losen
13
Reihe von Merkmalsangaben besteht. Bei einer weiteren, der exemplarischen Definition, besteht das Definiens aus der Angabe von besonders charakteristischen Beispielen. In der genetischen oder operationalen Definition besteht es aus der Angabe der Verfahren, mit denen der betreffende Gegenstand hergestellt oder ermittelt wird. Die induktive Definition von Fachwörtern ist die Festlegung einer Menge von unendlich vielen Gegenständen durch die Angabe eines Basisinventars und einer Reihe von Kombinationsregeln, während die Synonymdefinition die Angabe eines oder mehrerer gleichbedeutender Wörter beinhaltet. Bei der wortassoziativen Definition wird der Definiens durch die Angabe von wie auch immer bedeutungsverwandten Wörtern dargestellt, derweil die kontextuelle Definition Fachwörter auseinanderlegt, die durch keine der anderen Definitionen erklärt werden können.
Neben diesen metasprachlichen und kontextuellen Festlegungen von Bedeutung von Fachwörtern, gibt es noch andere Eigenschaften, welche die Fachkommunikation bezüglich ihrer Deutlichkeit, Verständlichkeit und Ökonomie stützen sollen. Es handelt sich hierbei um die Exaktheit, Ein- und Eineindeutigkeit, sowie die Autonomie von Fachwörtern.
Exaktheit beinhaltet, dass „...ein möglichst adäquater Bezug fachsprachlicher Ausdrücke zu den Gegenständen, Sachverhalten und Vorgängen des betreffenden menschlichen Tätigkeitsbereiches...“ 23 hergestellt werden soll, wobei diese Exaktheit, besonders im Sinne einer traditionellen Fachsprachenforschung, keine Ausnahme in Form von Vagheit zulassen soll. Dieser Exaktheitsforderung stehen zwei Sachverhalte gegenüber. Zum einen ist das die, aus dem systemlinguistischen Inventarmodell heraus begründetete, „...relative Exaktheit von Fachwörtern innerhalb definitorischer Wortschatzsysteme sowie zum anderen die pragmalinguistische Konzeption kontextueller Exaktheit im Rahmen fachsprachlicher Kommunikation überhaupt...“ 24 . So ist in der Forschung eine Erklärung systematischer Vagheit bei kontextueller Exaktheit entstanden, welche aus dem kognitionslinguistischen Funktionsmodell heraus durch die Assoziativität des menschlichen Denkens begründet wird. Bei den Begriffen von Eindeutigkeit und Eineindeutigkeit von Fachwörtern geht es um das Verhältnis von fachlichen Ausdrücken und Bedeutungen. Laut systemlinguistischen Inventarmodell muss ein Wort genau einer
23 Roelcke, Thorsten: Fachsprachen. 2., durchg. Auflage. Erich Schmidt Verlag. Berlin 2005. S. 61.
24 Ebd. S. 62.
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Bedeutung entsprechen, laut pragmalinguistischem Kommunikationsmodell sind Polysemien und Synonymien möglich. Polysemien und Synonymien sind innerhalb techniksprachlicher Systeme so häufig vorhanden, dass man von einer systematischen Mehrdeutigkeit bei kontextueller Eineindeutigkeit sprechen kann. Auch hier ist wieder die Assoziativität des menschlichen Denkens, neben den weiteren Gründen des steigenden Benennungsbedarfs, der Konzeptions- oder Meinungsvielfalt und den fachsprachlichen Interferenzen, die Begründung. Die Autonomie von Fachwörtern konstituiert sich, nach systemlinguistischem Ansatz, durch die Fachwortunabhängigkeit von Kontext und Kotext fachsprachlicher Äußerungen, im Hinblick auf Exaktheit und Eineindeutigkeit. Die jüngere Fachspra-chenforschung jedoch hebt die Kontextabhängigkeit von Fachwörtern hervor, wiederum mit der kognitionslinguistischen Erklärung vor dem Hintergrund der Assoziativität des menschlichen Denkens.
In den Bereich der lexikalischen Eigenschaften gehört weiterhin auch die Meta-phorik in Fachsprachen. Da es im Verlauf dieser Betrachtung noch ein eigenes Kapitel zu diesem Thema gibt, wird es an dieser Stelle nicht näher behandelt.
2.3.2 Grammatik
Die Fachsprachengrammatik weist kaum Unterschiede zur Grammatik der Gemeinsprache, im Bezug auf Beschaffenheit und Struktur, auf. Die Unterschiede lassen sich lediglich im Bezug auf die Anzahl des Vorkommens verschiedener grammatischer Muster feststellen. Im Rahmen einer sprachtypologischen Interpretation von Fachsprachen, lässt sich, nach der Aufteilung in Morphologie und Syntax, im Bereich der Morphologie, die Einteilung in synthetischen und analytischen Sprachbau 25 , vornehmen. In der deutschen Fachsprache überwiegen die synthetischen Konstruktionen.
Im Bereich der Wortbildungs- und Flexionsmorphologie, sowie im Bereich der Syntax finden sich diverse grammatische Merkmale, die den Funktionen innerhalb der fachlichen Kommunikation dienen. Zu diesen Funktionen zählen abermals Deutlichkeit, Verständlichkeit, Ökonomie und Anonymität. Im Bereich der Wortbildungsmorphologie ist ein grammatisches Merkmal die erhöhte Ausschöpfung bestimmter Wortbildungsmöglichkeiten. Gründe hierfür sind
25 Mit synthetischem Sprachbau ist die einfach gebildete Kennzeichnung von grammatischen Ka-tegorien, anhand von Einwortkonstruktionen, gemeint, mit analytischem Sprachbau die umschreibende Kennzeichnung mit Hilfe von Mehrwortkonstruktionen.
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die Produktivität der deutschen Sprache im Bereich der Wortbildung und die Abdeckung des erhöhten Benennungsbedarfs in den Fächern. Häufig wird auf die Wortbildungsmöglichkeiten durch Komposition, Derivation, Kürzung und Konversion zurückgegriffen. Kompositionen haben die Funktion eines Strebens nach möglichst hoher Deutlichkeit und sprachlicher Ökonomie, die Derivation dient der Syntheseausprägung, Wortkürzungen bewirken Ausdrucksökonomie und Konversionen stützen die Anonymisierung. Im Rahmen dieser Gegebenheiten erfreuen sich Substantive und Adjektive in Fachsprachen besonderer Beliebtheit, Vollverben werden eher zurückgestellt, Nominalisierung und Funktionsverbgefüge werden bevorzugt, Modalpartikel werden gemieden und Pronomina erscheinen oftmals in anaphorischer Verwendung.
Im Bereich der Flexionsmorphologie ist eine Vermeidung der ersten Person Singular festzustellen, welche einer Objektivierung und Allgemeingültigkeit dient. Im Modalbereich herrscht der Indikativ vor, der Imperativ kommt im Rahmen von Gebrauchs- oder Aufbauanweisungen vor. Zur Wiedergabe von Äußerungen wird der Konjunktiv genutzt. Vorherrschendes Tempus in Fachsprachen ist das Präsenz, das Genus Verbi Aktiv kommt im Gegensatz zum Passiv häufiger vor, Passivkonstruktionen und Reflexivkonstruktionen kommen allerdings in erhöhter Anzahl vor, ebenso wie infinite Verbformen. All diese Eigenschaften der Konjugation tragen zu einer Anonymisierung von fachsprachlichen Äußerungen bei. Im Bereich der Deklination kommt das Streben nach Deutlichkeit und Ausdrucksökonomie durch den Gebrauch von attributiven Genitiven und Genitivreihungen zum Ausdruck. Der Nominativ tritt häufig auf, Dativ und Akkusativ dagegen seltener. Spezifische Pluralkennzeichnungen, wie z.B. Gase oder Salze, die in der Gemeinsprache nicht üblich sind, dienen der Deutlichkeit. Im Gebiet der Satzarten haben Aussagesätze die Funktion der Gewichtung der Darstellungsfunktion und der Anonymität, Nebensätze, zumeist Konditional-, Final- oder kontrastbezeichnende Sätze, dienen einer erhöhten Explizitheit sowie der Optimierung von Darstellung und Verständlichkeit. Relativsätze und Attributreihungen stützen eine erhöhte fachsprachliche Deutlichkeit. Nominalisierungen und Funktionsverbgefüge in fachsprachlicher Syntax erhöhen die Anonymität und kennzeichnen Aspektualisierungen und Modalitäten. Die so entstehende höhere Satzkomplexität in Anzahl und Verbindung von Teilsätzen, sowie dem Ausbau einzelner Satzglieder, dient der Deutlichkeit. Diese Funktion und auch die Expli-
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Ursula Pötter, 2007, Metaphorik in Fachsprache(n), München, GRIN Verlag GmbH
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