Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
1 Vorwort 4
2 Das narrative Interview als wichtiges Verfahren Qualitativer Sozialforschung S.4-5
2. 1 Der Ablauf eines narrativen Interviews 5-6
2. 2 Das themenzentrierte Interview 6
3 Die Transkription 7-8
II. Thematischer Hintergrund
4 Neid als Tabuthema 9
4.1 Was ist Neid? 9-10
4.2 Neid und Eifersucht - Eine Abgrenzung 10-11
4.3 Neid als Motivationsantrieb 11
4.3.1 Destruktiver Neid 12
4.3.2 Konstruktiver Neid 12
4.4 Neid - Ein Tabuthema in Gesellschaft? 12-14
5 Der situative Kontext einer „alleinerziehenden“ Person 14-15
III. Analysen
6 Die problematische Gruppendynamik 16-17
6.1 Das Forschungstagebuch 17-18
7 Eine inhaltliche Zusammenfassung des Interviews 18-19
8 Analyse des Interviews mit Lisa S. 19-23
9 Selbstreflektionen der Interviewerin 23-24
10 Beziehungsanalyse: Eine Beziehung geprägt von Sympathie 24-27
IV. Fazit
11 Die zentrale Bedeutung der Betrachtung des Forschenden 28
V. Anhang
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12 Forschungstagebuch 29-44
12.1 Erstes konstituierendes Treffen 29-30
12.2 Diskussion über mögliche Interviewpartner 30-31
12.3 Auseinandersetzung mit dem Thema „Neid“
und Planung der Akquirierung einer alleinerziehenden Person. 31-33
12.4 Suche nach Kriterien für das Interview
und die zu interviewende Person 33-35
12.5 Akquirierung einer alleinerziehenden Person und Problem
der Arbeitsgruppe S.35-38
12.6 Auflösung der Gruppe und Vorbereitung des Interviews 38-40
12.7 Terminvereinbarung mit Lisa S. 41
12.8 Entwicklung eines Leitfadens und Vorüberlegungen der Interviewerin 41-42
12.9 Postskriptum und Supervision 43-44
13 Aushang in den Kitas 45
14 Interview I 46
14.1 Das gesprächsanalytische Transkriptionssystem 47-48
14.2 Das Ranking 49
15 Literaturliste 50-51
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I. Einleitung
1 Vorwort
Diese Einzelfallstudie beschäftigt sich inhaltlich mit dem Thema „Neid bei Alleinerziehenden“. Doch des Weiteren umfasst diese Ausarbeitung weitaus mehr. Betrachtet wird auch die wissenschaftliche Vorgehensweise, die vollständig an dem Datenerhebungsverfahren des „themenzentrierten Interviews“ ausgerichtet ist. Daher erhält diese Arbeit als wichtige Komponente besonders die Reflektion der methodischen Vorgehensweise. Der Blickpunkt ist daher auf zwei zentrale Felder gerichtet: das Interview und seine inhaltliche Auswertung sowie die Betrachtung der Perspektive der Forschenden. Neben definitorischen und sachlichen Inhalten, findet sich daher im Anhang ein aufschlussreiches Forschungstagebuch. Dieses protokolliert den Forschungsverlauf von ersten vagen Gedanken bis hin zur Planungsphase des Interviews und dessen anschließende Analyse. Von großer Bedeutung sind daher die Untersuchung der Konfliktpunkte der Gruppenmitglieder untereinander sowie die Beleuchtung der Zweifel und Ängste der Forschenden selbst.
So ist das Forschungsziel, eine Neidgeschichte in Erfahrung zu bringen, zugleich auch Forschungsgegenstand.
In Bezug auf den inhaltlichen Teil kommen wir daher zu der Annahme, dass die Befragte die Schwangerschaft und das gemeinsame Kind mit ihrem Ex-Partner dazu nutzen wollte, um eine Legitimierung zur Einforderung ihres Wunsches nach einer geschlossenen Einheit erlangen zu können.
In der Analyse des Gesprächs und der Selbstreflektion der Interviewerin wird klar, dass im Bereich der qualitativen Forschung die Empathie und daraus entstehende Beziehungen zwischen Forscher und Befragten von zentraler Bedeutung für die Erhebung von verwertbarem Datenmaterial ist.
2 Das narrative Interview als wichtiges Verfahren Qualitativer Sozialforschung
Die Stärken qualitativer Sozialforschung auszunutzen heißt fernab der Daten ein tiefenhermeneutisches Verständnis für Zusammenhänge zu entwickeln. Um Hintergründe, Ursprünge und tiefliegende Problemstellungen erkennen zu können, bedarf es Forschungsmethoden, die sich mit dem Individuum auseinandersetzen. Quantitative Datenerhebungen dagegen dienen als Hinweis dafür, an welchen Stellen die eigentlichen Phänomene zu suchen sind (vgl. Heinze 1995: 9). Das narrative Interview folgt vor allem
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einer sogenannten „abduktiven Forschungslogik“ (vgl. Heinze 2001: 167), die im Kontrast zur induktiven und deduktiven Forschungslogik steht.
Als Datenerhebungs- und Interpretationsverfahren dient das narrative Interview zum Verständnis dieser tiefer liegenden Konflikte. Wie das Wort „narrativ“ impliziert steht das Erzählen bzw. die Erzählung im Vordergrund. Zentrales Merkmal des narrativen Interviews ist daher auch die „maximale Reichweite“(vgl. Heinze 1995: 68). Der Person soll Raum gegeben werden, sich möglichst frei und offen zu äußern. Es soll ein Erzählfluss entstehen, der bei positiver Entwicklung des Gesprächsverlaufs eine Vielfalt an Meinungen, Motivationen, Informationen und Einstellungen wiederspiegelt (vgl. ebd.). Zudem soll durch gezieltes Nachfragen eine „Tiefe“ beleuchtet werden. Durch die „Detaillierung“ im Rahmen bestimmter Erzählabschnitte ist es Ziel des narrativen Interviews, latente Sinneszusammenhänge aufzudecken (vgl. Heinze 1995: 69). Ausgangspunkt eines narrativen Interviews ist ein vom Interviewer erzählungsgenerierender Stimulus, der eine Stegreiferzählung (vgl. Heinze 2001: 168) bei der befragten Person auslösen soll. Dem Interviewten wird genügend Zeit gelassen über das angesprochene Thema zu soufflieren und seine subjektive Meinung zu äußern, weshalb man oftmals auch von einem erzählenden Interview spricht. Eine Besonderheit hierbei ist, dass möglichst nur erzählt werden soll, nicht aber bewertet oder argumentiert. Der Interviewer verbleibt in einer anregend-passiven Haltung (vg. Lamnek : 69).
2.1 Der Ablauf eines narrativen Interviews
Maßgeblich beim narrativen Interview sind drei unterschiedliche Phasen. Die erste Phase kann als „Einleitungsphase“ bezeichnet werden. Der Forscher erläutert sein Vorgehen, das beinhaltet, warum das Gespräch aufgezeichnet wird. Wichtig ist hierbei die Versicherung der Anonymisierung der Daten und eine grober Überblick über das Thema und den Umfang des Interviews. Diese Phase endet mit der vorab auserwählten Eingangsfrage (vgl. Lamnek: 71). So führt die Stimulusfrage in die zweite Phase, die „Erzählphase“. Der Interviewer zieht sich in seine passive Rolle zurück. Er bestätigt lediglich durch verbale oder non-verbale zustimmende Äußerungen Interesse an den Erzählungen und regt den Interviewten dadurch zum Fortführen der Erzählung an. In dieser Phase soll so ein fließendes Erzählen erzeugt werden, das der interviewten Person den Raum lässt, sich offen zu äußern und das Geschilderte ein Stück weit selbst zu reflektieren (vgl. Lamnek: 71).
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Das narrative Interview ist kein Frage-Antwort-Spiel, wie es beim standardisiertem Interview der Fall ist, sondern von dem Befragten wird auch das Zustandekommen der Antworten hinterfragt. Der Interviewte referiert nicht nur zu dem befragten Themenkomplex, sondern stellt ihn auch in einen situationalen Kontext, und zwar indem er einige Aspekte erwähnt, andere hingegen nicht, dies wird „Relevanzfestlegung“ und „Kondensierung“ genannt (vgl. S. 2003: 63).
In der dritten Phase, der „Nachfragephase“, gilt es Widersprüche und Unklarheiten seitens des Forschers aufzuklären (vgl. Lamnek: 71). Durch gezieltes Ansetzen an bestimmte Erzählmomente soll hier die „Tiefe“ des Interviews entstehen. Allgemein kann man zwischen zwei Formen des Nachfragens unterscheiden. So gibt es zum Einen das „immanente Nachfragen“, das sich direkt auf das vorher Erzählte bezieht und das „exmanente Nachfragen“, das sich auf Probleme oder Sachverhalte bezieht, die zwar wichtig sind, aber noch nicht angesprochen wurden.
Auch nach dem Abschalten des Aufnahmegeräts können noch themenrelevante Äußerungen seitens des Interviewten kommen, deshalb sollte man in diesem Fall noch weitere Notizen machen bzw. ein Gedächtnisprotokoll (bzw. Postskriptum) anfertigen (vgl. S. 2003: 63).
2.2 Das themenzentrierte Interview
Begründet wurde die Themenzentrierung in Gruppendiskussionsverfahren von Leithäuser und Volmerg (vgl. Schorn 2000: 1), die diese als „Methode zur Professionalisierung der Selbstreflexion im Forschungsprozess“(Heinze 1995: 172) konzipierten. Hierbei wird im Besonderen die Perspektive des Gesprächsleitenden, des Forschers beleuchtet. Es geht um eine Ausgewogenheit von Nähe und Distanz und um die begleitenden Gegenübertragungsprozesse, die latent immer vorhanden sind (vgl. Heinze 1995: 170). So kann die Selbstreflexion als Erkenntnismethode genutzt werden und gibt die Möglichkeit zur Selbstkritik, Selbstveränderung und die Selbsttherapie (vgl. Leithäuser/ Volmerg 1987: 171).
Wie Ariane Schorn beschreibt, gilt es den Forscher aus seiner Abstinenz zu befreien und ihn dynamisch am Gesprächsverlauf teilnehmen zu lassen. Diese stärkere Involvierung bedingt die Selbstreflexion. So ist das stärkste Kriterium zur Abgrenzung zum „problemzentrierten Interview“, dass das themenzentrierte Interview besonders darauf abzielt, „abgewehrte und latente Sinngehalte zu entschlüsseln“(Schorn 2000: 2). In diesem Zusammenhang ist es unerlässlich auch das Beziehungsgeschehen zu reflektieren (vgl. ebd.: 3).
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3 Die Transkription
Durch die Transkription des Gesprächs wird versucht, eine Übertragung des akustischen Mediums, der Tonaufnahme, zum graphischen Medium, dem fertigen Transkript zu gewährleisten. Ziel des Transkriptes ist es, eine höchst mögliche Wirklichkeitsnähe zu erzeugen. Dennoch sollte der Charakter des Gesprächs sowie forschungsrelevante Auffälligkeiten und vor allem der Inhalt immer unter dem Aspekt der höchst möglichen Abbildung der Gesprächswirklichkeit transkribiert werden. Sinn dieser Aufarbeitung ist das zugrunde legen der Daten in Hinblick auf die spätere Analyse und Interpretation. Neben den aufgezeichneten Daten, die das Gespräch selbst liefert, sind auf dem Deckblatt der Transkription Stammdaten zur befragten Person zu finden. Da das Gespräch im situativen Kontext einer Alleinerziehenden Person stattgefunden hat, wurden folgende Stammdaten erhoben:
Geschlecht, Alter, Wohnort, Nationalität, Erlernter Beruf, Schulabschluss, Aktuelle Tätigkeit, Anzahl der Kinder, Alter des Kindes, Familienstand, Dauer des Status Alleinerziehend, Wohnstatus, Einkommen.
Diese Ausprägungen stellen erste Rohdaten zur Analyse bereit. Unter den Bemerkungen sind dem Transkript nicht zu entnehmende, aber dennoch zu beachtende Informationen enthalten. Sie bieten kurze Angaben zu dem Gesprächsmoment und Besonderheiten der befragten Person, aber auch des Interviewers.
Die Transkription soll schließlich Einblicke darüber liefern, an welchen Stellen die Interviewten zum Beispiel nachdenken mussten (durch Pausen) oder sehr überzeugt von ihren Aussagen waren (durch Akzentuierung, Lautstärke). Diese Auffälligkeiten geben Auskunft über Gefühlszustände und auch über eventuelle Gedankengänge, die sich im „Inneren“ abspielen. Nicht ausschließlich, aber mit Hilfe dieser durch den Transkribenten vorgenommenen Selektion, können letzt endlich latente Sinnzusammenhänge noch detaillierter erfasst werden.
Die Selektion ist ein grundlegendes Merkmal der Transkription. So wird zwar nicht, wie bei einem Musikstück, jede einzelne Tonänderung aufgezeichnet, aber trotzdem müssen Interjektionen, Sprechgeschwindigkeiten, Pausen, Lautstärke usw. Beachtung finden. Da Aufmerksamkeit und Sensibilität bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt sind, wird die Transkription derselben Aufnahme in geringem Maße immer, je nach Transkribent, unterschiedlich sein.
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Bei dem vorliegenden Interview wurde daher das Transkriptionssystem (GAT) nach Selting angewendet, soweit dies sinnvoll erscheint. „Umfassendheit, Präzision und Repräsentation formbezogener Parameter“ zeichnen dieses System aus (vgl. Deppermann 1999: 41). Das Transkript bedient sich daher aus den Stilmitteln des Basis- und des Feintranskripts. Welche Abkürzungen und Stilmittel verwendet werden, ist der Legende (s. Anhang) zu entnehmen. Eine Kontrolle sichert, dass grobe Fehler vermieden werden und größere Einheitlichkeit hergestellt wird. Durch diesen Kontrollprozess wird trotz des offenen, unstandardisierten Verfahrens relative Inter-Transkripter-Reliabilität gewährleistet. Alle diese Faktoren sollen absichern, dass eine hohe Güte des Datenmaterials hergestellt wird.
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II. Thematischer Hintergrund
4 Neid als Tabuthema
Neid, welcher zu den elementaren Gefühlsregungen des menschlichen Innenlebens gehört, ist trotz seiner allgemeinen Bekanntheit und Gegenwärtigkeit ein Tabuthema. Jeder Mensch neidet. Diejenigen, welche sich dieses negativen Gefühls bewusst sind, stehen in ihrem Inneren vor einer Hürde die es zu überwinden gilt, wenn es darum geht Neid zu artikulieren. Trotz einer sich wandelnden Gesellschaft, in welcher ohne große Umschweife das innerste der menschlichen Psyche und Empfindungen an die Öffentlichkeit getragen und diskutiert wird, welche sämtliche Hemmungen ablegt und mit (fast) allen Tabus bricht, ist des Gefühl des Neids eine Sparte im Seelenleben des Menschen, welches unangetastet bleibt. Diesem, einem jeden bekannten Gefühl, gilt es nun hier ein wenig mehr auf den Grund zu gehen.
Zunächst werde ich eine Definition des Neidgefühls geben. Dies impliziert eine Abgrenzung zu dem Gefühl der Eifersucht, da diese beiden Leidenschaften enge beieinander liegen und es für die weitere Ausarbeitung unausweichlich ist, eine klare Trennung vorzunehmen. Mit Neid werden im allgemeinen Verständnis negative Assoziationen verbunden. Es wird jedoch ausser Acht gelassen, dass Neid durchaus positive Funktionen haben kann. Nämlich immer dann, wenn das Neidgefühl in dem Individuum einen Motivationsschub auslöst. In einem weiteren Schritt gilt es dies darzustellen und näher zu erläutern. Abschließend gilt es der Frage nachzugehen, wo die Gründe dafür liegen könnten, dass das Gefühl des Neids in unserer Gesellschaft als ein Tabuthema gilt. Denn gerade dieses, doch jedem wohl bekannte Gefühl, wird totgeschwiegen und bleibt in der gesellschaftlichen und öffentlichen Debatte unausgesprochen. Dabei wird dessen Bedeutung und Einfluss völlig verkannt.
4.1 Was ist Neid?
Neid ist ein Gefühl welches auf Grund von Minderwertigkeit und Selbstunsicherheit entsteht (vgl. Kutter 2002: S.53). Es ist ein Benachteiligungsverdacht und stellt sich dann ein, wenn ein Mangel empfunden wird (vgl. Ziesemer 1999: S. 55). Das Fehlende wird bei jemand anderen gesehen und es entsteht der Wunsch dies besitzen zu wollen. Das Beneidete wird so zu einer überwertigen Idee.
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„Neid als ein gerichtetes, missgünstiges Gefühl gegenüber einzelnen oder Gruppen wegen eines Wertes (Eigentum, persönliche Eigenschaften, Erfolg), dessen Besitz dem Neider nicht gegeben ist“ Brockhaus (vgl. ebenda).
Neid ist ubiquitär und seine nicht selten zerstörerischen Ausmaße sind in der Lage, das gesamten Seelenleben des Menschen in Besitz zu nehmen (vgl. Kutter 1994: S.67). Die Grundlage für den Umgang mit dem Neidgefühl wird in der Familie und Erziehung gelegt. Zudem hat der Umgang der Eltern mit dem Kind eine nicht zu unterschätzende Bedeutung inne.
„Die Art, wie in der Familie mit Neid umgegangen wird, bleibt Grundlage dafür, wie man später mit dem eigenen und dem Neid anderer fertig wird“ (vgl. Ziesemer 1999: S.64).
4.2 Neid und Eifersucht - eine Abgrenzung
Oftmals wird im Alltag keine genaue Abgrenzung zwischen Neidgefühlen und Eifersucht vorgenommen. Obwohl sie in der Gefühlswelt nah beieinander liegen, bestehen erhebliche Unterschiede zwischen diesen beiden Leidenschaften.
Wie im obigen Abschnitt beschrieben entsteht das Neidgefühl, wenn ein heiß begehrtes Objekt bei jemand anderen wahrgenommen wird.
Eifersucht kommt beim Individuum dann auf, wenn es sich bedroht fühlt, etwas, was scheinbar in seinem Besitz steht, zu verlieren bzw. wenn es ihm streitig gemacht wird (vgl. Rost 1994: S. 41). Dieses Gefühl kann den Einzelnen nun dazu motivieren dem entgegen zu wirken und dem drohenden Verlust abzuwenden bzw. ihm vorzubeugen (vgl. ebd.). Da Líebe und Hass nah beieinander liegen ist es durchaus möglich, dass, durch Eifersucht bedingt, sich die Liebe wandelt (vgl. Kutter 1994: S. 67-86). Dies kann sich in Hass auf den Partner äußern. Das Verhalten findet seinen Ausdruck in Unterdrückung und Quälerei der einst geliebten Person (vgl. ebd.).
Es ist jedoch auch möglich, dass sich die Eifersucht in Selbsthass umschlägt. Dies liegt in tiefen Zweifeln begründet - Zweifel an sich selbst oder aber am Partner (vgl. ebd.). Argwohn und Misstrauen verstärken diesen Gefühlszustand hinzukommend (vgl. ebd.). Eifersucht ist eine Enttäuschung des eigenen Ideals. Die gekränkte Selbstachtung ist der verborgene Grund der Eifersucht. Hass und Rachegefühle sind dem hinzukommend lähmende Erscheinungen (vgl. ebd.).
Der Hauptunterschied zwischen Neid und Eifersucht liegt in ihren Auslösern und ihren Funktionen (vgl. Rost 1994: S.41).
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Arbeit zitieren:
Jennifer Dreher, 2006, Der versteckte Neid einer Alleinerziehenden, München, GRIN Verlag GmbH
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