Inhaltsverzeichnis
1. Langzeiteffekte von Frühförderung am Beispiel sprachlicher Entwicklung. 3
1.1 Bedeutung der Faktoren “Maternal Responsiveness“, “Joint Attention“ und “Attention
Focussing “ 3
1.2. Beschreibung experimenteller Designs zur Forschung mit diesen Faktoren 4
2. Kurzzeiteffekte von Frühförderung. 5
2.1 Fragestellungen 5
2.2 Experimentelle Forschungen zu Kurzzeiteffekten 6
3. Conclusio 6
Literaturangaben : 7
1. Langzeiteffekte von Frühförderung am Beispiel sprachlicher Entwicklung
Setzt man sich mit Effekten von (Früh-) förderung auseinander, macht es Sinn, zu Beginn die Unterscheidung zwischen Kurzzeit- und Langzeiteffekten zu treffen.
Während Studien zu Kurzzeiteffekten vom Design oftmals auf Trainingssituationen ausgerichtet sind und eine zentrale Fragestellung hier zu sein scheint, ob sich Kurzzeiteffekte zeitlich vorziehen lassen, betrifft ein Schwerpunkt der Langzeitforschung den sprachlichen Bereich. 1. 1 Bedeutung der Faktoren “Maternal Responsiveness“, “Joint Attention“ und “Attention
Focussing“
Was die Langzeiteffekte frühkindlicher Förderung angeht, kann die Entwicklungspsychologie auf eine Fülle von Experimenten zur Forschung mit Kleinkindern zurückgreifen. Als Faktoren besonderen Gewichtes haben sich hier “Maternal Responsiveness“, “Joint Attention“ und das “Attention Focussing“ erwiesen.
Von zentraler Bedeutung scheint also zu sein, ob die Mutter ein positiv-responsives Verhalten im Umgang mit dem Kleinkind zeigt. Studien von z. B. Bornstein, Tamis-LeMonda und Baumwell haben die Ausprägungen von mütterlicher Responsivität gemessen und experimentell variiert und konnten so nachweisen, dass etwa Kinder, deren Mütter sich gegenteilig verhielten (hohe Werte in “maternal control“ hatten) ihre sprachlichen Kompetenzen langsamer entwickelten. Burge und Hammen 1 fanden heraus, dass Mütter mit interrumptivem oder vorgebendem Verhalten gegenüber dem Kind (an einer Stichprobe mit minderjährigen, bzw. depressiven Müttern) dazu führte, dass die Kleinkinder im Alter von neun Monaten durchweg geringere linguistische Fähigkeiten zeigten, als Kinder einer Vergleichsgruppe mit responsiven Müttern. Weiterhin beeinflussen das gemeinsame Betrachten bzw. Beobachten eines Reizes mit dem Kind und das gezielte Hinlenken auf eine Betrachtungs- oder Lernsituation die sprachliche Entwklung des Kleinkindes. Letzteres konnten Tamis-LeMonda et al. 1989/90 experimentell replizieren, indem sie Mütter von Babies, die ein einer off-task Bedingung waren, aufmerksamkeitssuchendendes Verhalten instruierten. Tatsächlich zeigte sich, dass Kinder aus aufmerksamkeitsfördernden Dyaden ein größeres, rezeptives Vokabular entwickeln und ab dem zweiten Lebensjahr mehr symbolisches (und somit komplexeres) Spielverhalten zeigen.
Fest steht, dass die Faktoren “Maternal Responsiveness“, “Joint Attention“ und “Attention Focussing“ valente und wichtige Komponenten elterlichen Verhaltens darstellen Inwiefern aber dürfen zwischen diesen Faktoren kausale Zusammenhänge angenommen werden?
1 Vgl.: Burge & Hammen, 1991
Und wie prognostisch valide können mit Hilfe dieser Einflussgrößen Wahrscheinlichkeiten berechnet werden für zukünftig eintretende Ereignisse? 1. 2. Beschreibung experimenteller Designs zur Forschung mit diesen Faktoren
Bedeutende Foschungen zur prognostischen Validität im Bereich des Spracherwerbs und der Sprachentwicklung bei Kleinkindern kommen unter anderem vom Forschertrio Baumwell, Tamis-LeMonda und Bornstein. In einer Studie aus dem Jahre 1997 wurden die Mutter-Kind Interaktionen während des Spiels im Alter von 9 und 13 Monaten beobachtet. Besondere Berücksichtigung bei der Beobachtung fanden hier genannte Faktoren des mütterlich-responsiven Verhaltens sowie die “todder attention“ (Aufmerksamkeit des Kleinkindes), “focus shifts“ (Wechseln des Aufmerksamkeitsschwerpunktes) und “misses“ (Anzahl der Male, die die Mutter unangemessen oder gar nicht auf gezeigtes Kleinkindverhalten reagiert). Untersucht wurde nun ein möglicher Zusammenhang zwischen diesen Faktoren und der steigenden Sprachkompetenz des Kleinkindes. Weitere Ziele dieser Studie waren die Extraktion weiterer gehaltvoller Faktoren mütterlichen Verhaltens, die Demonstration von Altersstabilität dieser Faktoren und eben das Auffinden möglicher Aussagen über die Prognostizität.
Methodisch problematisch erscheint hier die überaus selektive Stichprobe von N = 40 weißfarbigen Mutter-Kind-Dyaden aus US-Ballungsräumen. Neben dem Ausschluss neurologischer oder sensorischer Auffälligkeiten handelte es sich bei den VP ausschließlich um Erstgeborene (zur Vermeidung eventueller Trainingseffekte) aus einer relativ homogenen Mittelklasseschicht. Die Dyaden wurden zu Hause besucht und sollten nach einer Eingewöhnungsphase 10 Minuten lang mit einem Spielzeug spielen. Die Szenen wurden auf Videobändern aufgezeichnet und anschließend von speziell trainierten Codern ausgewertet.
Es ergab sich ein Cohen's Kappa als Maß der Beobachterübereinstimmung von K = .77 für das Verhalten des Kindes und K = .73 für das mütterliche Verhalten.
Bewertet wurde ebenfalls, ob die Mutter neue Signale und Wörter des Kindes versteht. Dies wurde mittels des Language & Gesture Inventory getestet. Hierbei wurde zwischen “flexible words“ und “restricted words“ unterschieden; bei “flexiblen“ Wörtern wird der Wortsinn auch kontextunabhängig verstanden. Somit beinhaltet das Verstehen von s. g. flexiblen Wörtern mehr, als bloßes performatives Verstehen.
In den Ergebnissen zeigte sich, dass Mütter mit hohen Werten in verbaler Sensitivität mehr auf das Verhalten ihrer Kinder achteten, deren Aufmerksamkeit länger aufrecht erhalten konnten und die Signale der Kinder seltener übersahen. Analog hierzu zeigte sich, dass Mütter mit hohen Werten auf
Arbeit zitieren:
Johannes Lebourg, 2008, Kurz- und Langzeiteffekte der Frühförderung, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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