Gliederung
1. Einleitung 3
2. Die „Kosten-Nutzen-Analyse“ von Gewalt 4
2.1. Die veränderte Entstehung von Konflikten
2.2. Volkskrieg kontra „Atomkrieg“
2.3. Die „Kleinen Kriege“ des 21. Jahrhunderts
3. Die verschiedenen Wege zum Frieden 7
3.1. Gewaltfreiheit - von unten und oben initiiert
3.2. Liebe als stärkste Waffe gegen Gewalt - Ghandis „Satyagraha“
3.3. Der erzwungene Frieden
4. Kooperations- statt Zwangsmacht. 12
4.1. Der liberale Internationalismus
4.2. Neue Möglichkeiten der Friedenssicherung
5. Zusammenfassung. 14
6. Literaturnachweise und Quellen 16
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1. Einleitung
„Die Menschheit muss dem Krieg ein Ende setzen, oder der Krieg setzt der Menschheit ein Ende“ (zitiert nach planet-wissen.de,2008), sagte US-Präsident John F. Kennedy einst. Strittig bleibt bislang, wie das gehen soll, dieses „Frieden schaffen ohne Waffen“. Krieg und Frieden sind Schlüsselbegriffe in der Politikwissenschaft. Während die Entstehung von Kriegen und Gewalt mittlerweile gut dokumentiert ist (Gründe sind etwa Gebietsansprüche, Rohstoffe, ethnische, religiöse und ideologische Gegensätze), ist die Friedensforschung noch lange nicht so weit, um Patentrezepte anbieten zu können. Denn die zentrale Frage lautet, wie Frieden in einer gewalthaltigen Umgebung generiert werden kann. Ein Blick auf das Langzeit-Konfliktbarometer enthüllt, dass globale Konflikte seit dem Jahr 1945 von unter 100 auf im Jahr 2007 328 angestiegen sind. Besonders die gefürchteten „Kleinen Kriege“, also Bürgerkriege mit geringer Intensität, haben sich dabei vervielfacht (vgl. hiik.de,2008:1). Das belegt, dass die Welt seit dem Fall des Eisernen Vorhangs nicht sicherer geworden ist. Zu vermuten ist, dass die wirtschaftliche, politische und kulturelle Globalisierung vielerorts für einen Anstieg von Gewalt und Unsicherheit gesorgt hat. Der New Yorker Publizist Jonathan Schell behauptet nun, dass angesichts dessen nur die Politik der Gewaltfreiheit dazu geeignet sei, um Gewalt endgültig in ihre Schranken zu weisen. Solche Worte erstaunen, da der Autor sich bereits im Vorwort seines Werkes „Die Politik des Friedens“ beeilt zu sagen, dass er sich nicht als Pazifist sehe. Schell stellt sich damit bewusst nicht auf die Seite der Friedensbewegung, die in vielfältigen Ausprägungen, Gruppen und Grüppchen Slogans wie etwa „Bundeswehr raus aus Afghanistan!“ schmettern. Der Autor glaubt, dass Frieden weniger durch Einstellungen zu erreichen ist, sondern Taten. Seine Überlegungen gehen dahin, Gewalt zu ächten und Kriege abzuschaffen. Dieser Gedanke ist nicht neu, doch Schells Vorschläge, dies in die Praxis umzusetzen, muten originell an. Nicht Institutionen wie den Vereinten Nationen (VN) soll die Friedenssicherung allein überlassen wollen, sondern letztlich sei jeder Bürger auf dieser Welt für seinen Teil dafür verantwortlich, dass Frieden und damit Freiheit herrsche und dass Kooperation statt Zwang vorherrschen. Diese Arbeit untersucht anhand von Schells Argumentation, was Frieden ist, wie er erreicht werden kann und welche neuen Methoden es gibt, ihn nicht nur zu konservieren, sondern ihn vielmehr immer wieder aufs Neue zu schaffen.
2. Die „Kosten-Nutzen-Analyse“ von Gewalt
2.1. Die veränderte Entstehung von Konflikten
„Krieg bezeichnet einen organisierten, mit Waffen gewaltsam ausgetragenen Konflikt zwischen Staaten bzw. zwischen sozialen Gruppen der Bevölkerung eines Staates“ (Schubert/Klein,2006:178). Kriege können nach Ursachen, Zielen, Formen, Waffengattungen und Grad der Ausdehnung klassifiziert werden (vgl. ebd.). Gewalt erzeugt damit Macht, einen unterlegenen Gegner auch gegen Widerstand zu etwas zu zwingen, was er sonst nicht tun würde. Das ist sinngemäß die Quintessenz, die Max Weber vor über 100 Jahren schon in seinen Machttheorien entdeckt hatte.
Lange Zeit blieb das Handwerk des Kriegs gleich. Wenn Territorialstaaten in einen Konflikt miteinander gerieten und sich die Herrscher nicht einigen konnten, kam es oft zum Schlagabtausch. Stehende Heere stießen „Mann gegen Mann“ aufeinander und lieferten sich eine Schlacht nach vorgegebenem Muster. Dieses „Kriegsystem“ ist über Jahrhunderte kaum modernisiert worden. Die Theorie des Kriegsystems ist umfassend in „Vom Kriege“ dargestellt, dem Buch von Carl von Clausewitz. Der vor rund 200 Jahren lebende preußische Militärreformer, den auch Schell bei der Beschreibung des Kriegssystems zitiert, vergleicht den Krieg als Wettkampf zweier Ringer. Demnach ist Krieg funktional und dient lediglich als Vertreter eines bestimmten politischen Zwecks. Krieg als Selbstzweck von Gewalt ist per definitionem nach Clausewitz ausgeschlossen. Solange die Clausewitzschen Grundsätze Gültigkeit hatten, gehörte der Krieg untrennbar zur Politik und war „deren Fortsetzung mit anderen Mitteln“ (ebd.). Jenes traditionelle Kriegssystem löste sich Ende des 19. Jahrhunderts zunehmend auf. In den barbarischen Stellungskämpfen des Ersten Weltkriegs, der wiederum Ergebnis des langjährigen imperialistischen Säbelgerassels der europäischen Kolonialmächte war, „triumphierte die Logik des Krieges über die Logik der Politik“ (Schell,2003:35). Errungenschaften wie das Maschinengewehr oder Giftgas hatten die Kriegsführung auf beispiellose Weise verändert. Es wurden nie gekannte Schäden an Mensch und Umwelt verursacht. Der „Paß-dich-an-oder-stirb-Charakter“ (Schell,2003:41) hatte sich auf das Kriegssystem fatal ausgewirkt. Mit dem industriellen Töten erreichte man immer neue Eskalationsstufen, die den Krieg eine unheilvolle Eigendynamik ermöglichten. Die Politik war Spielball eines aggressiven Militarismus geworden,
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der sich in Form immer noch todbringenderer Waffen und größerer Armeen reproduzierte. Im Fahrwasser des Ersten Weltkriegs konnte daher auch kein Frieden entstehen: „Aus seinen Schützengräben rollte die bolschewistische fünfundsiebzigjährige Terrorherrschaft, das Rote Rad, [...] genauso wie sein gezacktes Gegenstück, das Hakenkreuz der Nationalsozialisten“ (Schell,2003:17). Die Entfesselung der totalen Gewalt stand im krassen Gegensatz zu Clausewitz’ Bemühungen, die Grenzen des Kriegs klar abzustecken. Die Gewalt kulminierte schließlich in den sinnentleerten Gemetzeln und KZ-Todesfabriken des Zweiten Weltkriegs, der eine schier unfassbare Anzahl von Toten forderte - 70 Millionen Opfer waren zu beklagen (vgl. Schell,2003:55).
2.2. Volkskrieg kontra „Atomkrieg“
Der nächste Schritt in der Evolution menschlicher Destruktivität war nach dem Zweiten Weltkrieg die Atombombe, laut Schell das Ende des globalen Kriegssystems. Hier wurde erstmals ein Maximum an Zerstörungskraft erreicht, das herkömmliche Kriege zwischen den Supermächten unmöglich machte. US-Präsident Truman sagt 1952: „Einen Atomkrieg zu beginnen ist für jeden vernünftigen Menschen undenkbar“ (Schell,2003:57). Damit, folgert Schell, fand eine „Verlagerung der militärischen Konflikte von der realen auf die fiktive Ebene“ statt (Schell,2003:61). Es galt jahrzehntelang das Motto: Wer als erster schießt, stirbt als zweiter. Ein einseitiger Sieg ist mit Atomwaffen unmöglich geworden, die gegenseitige Vernichtung hingegen absolut sicher. In der Dritten Welt entwickelte sich im Schatten der nuklearen Bedrohung derweil der asymmetrisch geführte „Volkskrieg“, der konventionell und wieder mit ganz primitiven Waffen geführt wurde. Hochgerüstete staatliche Armeen standen hier Aufständischen mit zunächst geringen militärischen Fähigkeiten gegenüber. Beispiele dafür sind der Kampf der chinesischen Kommunisten unter ihrem Führer Mao sowie die Befreiungsbewegungen in Vietnam oder Algerien. Sie handelten gemäß der Formel RK = G + P (RevolutionsKrieg = Guerillakrieg + Politisches Handeln) (vgl. Schell,2003:97). Die Revolutionäre „entdeckten mitten in der Schlacht die Macht der Politik“ (Schell,2003:111). Sie leisteten politische Überzeugungsarbeit und brachten die vielfach unterdrückte Zivilbevölkerung oft so auf ihre Seite. Damit konnten sie ihre Unterlegenheit aufwiegen und sogar letztlich zur Überlegenheit steigern.
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Arbeit zitieren:
Christian Minaty, 2008, Mit Gewaltfreiheit gegen Gewalt?, München, GRIN Verlag GmbH
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Brecht, Bertolt - Maßnahmen gegen die Gewalt
Referat / Aufsatz (Schule), 3 Seiten
Brecht, Bertolt - Maßnahmen gegen die Gewalt
Referat / Aufsatz (Schule), 6 Seiten
Brecht, Bert - Maßnahmen gegen die Gewalt #
Referat / Aufsatz (Schule), 6 Seiten
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