Inhaltsverzeichnis
1 E I N L E I T U N G 3
2. KAISERPROKLAMATION UND DER WEG DIOKLETIANS ZUR AL-
LEINHERRSCHAFT
2.1 Diokletians Position vor der Kaiserproklamation 4
2.2 Der Mord an seinem Konkurrenten im Osten des Reiches 5
2.3 Der Kampf gegen Carinus um die Alleinherrschaft 6
3. DIE ERSTEN INNENPOLITISCHEN HANDLUNGEN ZUR 7
KONSOLIDIERUNG DER MACHT
4. DIE ERNENNUNG MAXIMIANS ZUM AUGUSTUS UND DIE
JUPITER -HERKULES IDEOLOGIE
4.1 Maximian wird der zweite Augustus-Bildung einer Dyarchie 9
4.2 Die Jupiter-Herkules Ideologie: Bildung einer „domus divina“ 10
5. FAZIT 12
6. QUELLEN UND LITERATURVERZEICHNIS 13
2
1. Einleitung
“When Diocletian, who invented crimes and plotted evils, destroyed everything, he could not even keep his hands from God. [2] He turned the world upside down with his greed and cowardice. For he appointed three men to share in his reign, divided the world into quarters, and multiplied the armies…“
(Laktanz) 1
[26] In fact all these men came from Illyricum; although they knew too little refinement, however, because they were sufficiently versed in the miseries of the countryside and military service, they were the best men for the state….[28] The harmony of these man made it absolutely clear that character and good military experience, such as had been set as a precedent for them by Aurelian and Probus, is almost
enough for virtue. (Aurelius Victor) 2
Die zwanzig Jahre dauernde Herrschaft Diokletians wird, wie obigen Quellenausschnitte deutlich zeigen, in den literarischen Quellen kontrovers abgehandelt. Die frühchristlichen Schreiber Laktanz und Eusebius kritisieren Diokletian, während heidnische Schreiber wie Aurelius Victor und Eutropius sich sehr positiv über seine Herrschaft äußern.
Der von seinem christlichen Glauben geprägte Laktanz greift nachdrücklich Diokletian und seine Herrschaftsform an. Als Zeitgenosse, der zur Zeit Diokletians Lehrer und Rhetoriker in Nikomedien gewesen ist, 3 gibt er jedoch sehr wichtige Hinweise über die Herrschaft der Dyarchen und Tetrarchen. Alle Herrscher werden kurz, jedoch viel zu einseitig, charakterisiert. 4 Vor allem Diokletian wird wegen seiner Teilung der Macht kritisiert, um ihn als einen unfähigen Kaiser darzustellen. Auch wenn an den Inhalt seiner Quellen kritisch herangegangen werden soll, so ist dieser doch von großer Bedeutung, denn Laktanz war der einzige christliche Geschichtsschreiber, dessen Schriften die grundlegenden Veränderungen im Staate ansprechen.
Eher überblick gebend geht der Geschichtsschreiber Aurelius Victor ans Werk. Es ist wichtig zu erwähnen, dass er erst ca. 361 nach Christus, also lange nach Diokletians Tod über dessen Herrschaft berichtet. 5 Beeinflusst von seiner Zeit und den negativen Entwicklungen im römischen Reich, glorifiziert er zu parteiisch die Herrschaft des Diokletian und seiner Mitregenten. 6
1 Vgl. Laktanz in Rees (2004), S. 105.
2 Vgl. Aurelius Victor in Rees (2004), S. 94.
3 Vgl. Rees (2004), S. 5.
4 Vgl. Laktanz in Rees (2004), S. 106f.
5 Vgl. Rees (2004), S. 3.
6 S. Aurelius Victor: Liber De Caesaribus. Übersetzt und herausgegeben von Kirsten Groß-Albenhausen
und Manfred Fuhrmann. Zürich 1997.
3
Für diese Arbeit habe ich ebenfalls Münzen und bildliche Darstellungen als Quellen herangezogen, was sich als sehr hilfreich erwiesen hat, denn wie schon oben angedeutet, gibt es sehr wenige zeitgenössische Schriften aus der betreffenden Zeit. Die vorliegende Hausarbeit soll mit Hilfe ausgewählter Sekundärliteratur und Quellen die Rolle Diokletians in der Entstehungszeit der Dyarchie deutlich machen. Sie soll vor allem zeigen, dass Diokletian nichts dem Zufall überließ, sondern sorgsam seine Herrschaft und die Position seines Kollegen geplant hat. Bei der Bildung der Dyarchie werden grundlegenden Maßnahmen für die spätere Entstehung der Tetrarchie ergriffen. Dabei halte ich es für wichtig, Diokletians Weg zur Alleinherrschaft darzustellen, da sich darin die Entschlossenheit seines Handelns widerspiegelt, mit der er später versucht, Stabilität in das römische Reich zurückzubringen. Um dieses Ziel zu erreichen etabliert Diokletian, nachdem er Maximian zum Augusus ernannt hatte, eine theologische Grundlage der Herrschaft, die ich folgend näher erläutern möchte.
2. Kaiserproklamation und der Weg Diokletians zur Alleinherrschaft
2.1 Diokletians Position vor der Kaiserproklamation
C. Valerius Diocletianus (geb. 245, gest. 311)
7
wurde am 20. November 284 in Nikomedien zum Kaiser (Augustus) ausgerufen.
8
Ähnlich wie seine Vorgänger stammte er aus einfachen Verhältnissen, wobei detaillierte Informationen über seine Herkunft leider fehlen. Sicher bezeugt ist, dass er aus der Donauprovinz Dalmatien stammte, ins Heer eintrat und eine bemerkenswerte militärische Karriere machte. Er wurde zum
dux
ernannt, erhielt damit ein eigenes Kommando über einen Truppenteil und stieg so in den Ritterstand, den zweiten Stand in der römischen Sozialordnung hinter dem Senato-renstand, auf. Schließlich wurde er Kommandant einer kaiserlichen Gardetruppe, der
protectores,
und gelangte so in die unmittelbare Nähe des Herrschers.
9
Die Stellung Diokletians war anfänglich äußerst prekär. Zweifellos stellte sein Herrschaftsantritt nur ein weiteres Beispiel für die im 3. Jahrhundert so zahlreichen Usurpationen dar, auch wenn er von den Truppenkommandeuren einhellig zum
Augustus
erhoben wurde. Der rechtmäßige Kaiser war Carinus, Sohn des Carus, welcher vor dem Tod seines Vaters zum Mitregenten (Caesar) erhoben worden war. Nach dem Tode des Carus hatten die Truppen seinen jüngeren Sohn Numerianus zu seinem Nachfolger er-
7 Vgl.Kienast ( 3 2004)
8 Vgl. Kolb (1987), S. 10.
9 Vgl. Seyfarth (1974), S.362.
4
Arbeit zitieren:
Bachelor Damir Hajric, 2005, Die Rolle Diokletians in der Dyarchie, München, GRIN Verlag GmbH
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Die Ernennung Maximians zum Caesar und zum Augustus
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