Gliederung:
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I. Fragestellung
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II. Empirischer Wandel des Krieges
III. Neorealistische Theorie nach Kenneth N. Waltz und der Ausbruch von
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Kriegen während des Kalten Krieges
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Der Ost-West Konflikt im Kontext der neorealistischen Theorie
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Beispiele für Stellvertreterkriege während des Ost-West Konflikts
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IV. Neorealismus nach Waltz und die neuen Kriege
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V. Literaturverzeichnis
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I. Fragestellung
Seit Ende der 1990er Jahre führt die politikwissenschaftliche Teildisziplin der Internationalen Beziehungen eine Diskussion um so genannte „neue Kriege“. Skizzieren Sie kurz den empirischen Wandel des Krieges seit dem Kalten Krieg. Zeigen Sie kurz anhand einer von Ihnen gewählten Theorie, wie während des Kalten Krieges der Ausbruch von Kriegen erklärt wurde. Kann diese Theorie auch etwas zur Erklärung der neuen Kriege beitragen? Erläutern Sie kurz Ihre Meinung.
II. Empirischer Wandel des Krieges
Die erste Aufgabenstellung beinhaltet den empirischen Wandel des Krieges seit dem Kalten Krieg. Da die gesamte Frage jedoch auf die alten und neuen Kriege bezogen wird, soll die vorliegende Arbeit etwas weiter in der Geschichte zurückgehen. Die alten Kriege (Erste Linie) sollen durch die ausschließliche Betrachtung des Kalten Krieges nicht aus ihrem gemeinsamen Kontext gerissen werden. Deshalb wird der folgende Teil bereits beim Dreißigjährigen Krieg im 17. Jahrhundert ansetzen und eine kurze Zusammenfassung zu den klassischen Kriegen und deren Führung insgesamt geben.
Mit dem Beginn des Dreißigjährigen Kriegs 1618 setzte auch die Zeit der Territorialkriege ein. Jahrhundertlang standen sich während des Krieges vorrangig Staaten mit dem Ziel gegenüber, ihr Einflussgebiet zu vergrößern und ihre Macht auszubauen. Mit dem Abschluss des Westfälischen Friedens 1648 ging Frankreich als einer der großen Gewinner aus dem Dreißigjährigen Krieg hervor. Durch die Herrschaft Ludwig XIV. setzte sich die Zentralisierung der Macht und der Verwaltung innerhalb Frankreichs durch. Er beanspruchte die absolute, unteilbare Souveränität und prägte den Leitsatz des Absolutismus L’état, c’est moi!“. Parallel zu diesen Entwicklungen bildeten sich Kriegsallianzen und stehende Heere. Berufssoldaten zogen nun in den Krieg und waren ausschließlich dem Regenten des Landes bzw. dem Oberbefehlshaber verpflichtet. Zwar war diese Variante der Kriegsführung weitaus kostenintensiver, doch die Mobilisierung der Streitkräfte konnte innerhalb kürzester Zeit geschehen und ihre regelmäßige und intensive Ausbildung versprach vermehrte Kriegserfolge. Infolgedessen nahm die Anwerbung von Söldnertruppen ab und damit verbunden auch die Plünderungen, Raubzüge und Massenhinrichtungen in der Zivilbevölkerung. Besonders im späteren 18. Jahrhundert, unter der Herrschaft Friedrich des Großen, entstand eine Vielzahl von stehenden Heeren.
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Mit dem Westfälischen Frieden und der Herausbildung des stehenden Heers gingen die Kabinettskriege einher. Sie waren durch eine zurückhaltende Kriegsführung und beschränkte Kriegsziele geprägt. Diese – bezüglich zu der üblichen Vorgehensweise – „humane“ Periode der Kriegsorganisation wurde durch die Epoche der Aufklärung begünstigt. Alte Denkweisen, Vorurteile und überholte Vorstellungen wurden durch Vernunft geleitete Entscheidungen ersetzt. Die Menschenrechte wurden im Zuge der Aufklärung und des Humanismus neu begründet. „Im festen Vertrauen auf die Kraft der menschlichen Vernunft wollte die Aufklärung die Menschheit aus den Ketten religiöser und staatlicher Bevormundung lösen.“ 1 Die Kabinettskriege, welche erst mit der Französischen Revolution 1789 ein Ende fanden, brachten auffallend wenige Opfer hervor. Mit dem Wandel durch die revolutionären Massenbewegungen in Frankreich trat während des ersten Koalitionskriegs (1792-1797) die Wehrpflicht in den Vordergrund. Die französische Nationalversammlung rief zur Bewegung des Volkes (Levée en masse) auf, wodurch erstmals demokratische Elemente auftauchten. Unter der anschließenden Regentschaft von Napoleon kam es zu jahrelangen Auszehrungsschlachten, die hohe Opferzahlen forderten. Die Wehrpflicht trug während dieser Ära zur Bildung von Massenheeren bei und Leibeigene wurden als Soldaten verpflichtet. Der Krieg erreichte damit eine neue Dimension. Dies zeigte sich vor allem in der Größe der Heere und den utopischen Kriegszielen eines Napoleon. Frankreich konnte schlussendlich durch die napoleonischen Befreiungskriege (1813-1815) in die Knie gezwungen werden. Dem Wiener Kongress 1815 folgte eine Periode, die vorerst Frieden als Ziel der Politik sah. Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war hingegen geprägt vom amerikanischen Bürgerkrieg und dem Zeitalter des Imperialismus. Der technische Fortschritt schaffte durch die industrielle Revolution die Voraussetzungen für die Ausdehnung des Krieges auf die gesamte Welt. Die europäischen Groß- und Mittelmächte sowie die Vereinigten Staaten von Amerika und Japan konnten mit Hilfe von besseren Waffen, stabileren Transportmöglichkeiten (Eisenbahn und Stahlschiff) und schnelleren Kommunikationswegen (Telegraphie) die Beherrschung fremder Gebiete durch eine geringe Anzahl von Menschen und die Nutzung und den Abtransport von Ressourcen ermöglichen. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges forderten die imperialistischen Kriege eine ständig steigende Anzahl an Todesopfern. Zwischen 1914 und 1989 entwickelte sich ein Wechselspiel von Dynamik und Festsetzung. Schlagwörter, wie technisierte Kriege, Bewegungs- und Stellungskriege, sowie Massenkriege kennzeichnen das
20. Jahrhundert. Der klassische Krieg entwickelte sich langsam zu einem Informationskrieg. Dieser fand seinen Höhepunkt im Kalten Krieg. Der Systemkonflikt, welcher durch
1 BpB (Hermann): Idee der Menschenrechte. Nachzulesen unter:
http://www.bpb.de/publikationen/1SFJ2B,3,0,Idee_der_Menschenrechte.html, besucht am 15.12.2007.
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Lisa Canitz, 2007, Alte Kriege - Neue Kriege, Munich, GRIN Publishing GmbH
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Zu: Die neuen Kriege von Herfried Münkler, 2002
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