Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung 1
1. Die artikulatorische Phonetik 2
1.1. DIE ATMUNG 2
1.2. DIE STIMMBILDUNG 3
1.3. DIE ARTIKULATION 4
2. Stimmbelastungen bei Lehrern und deren Auswirkungen 4
2.1. EINE STUDIE DER UNIVERSITÄT LEIPZIG ZUR STIMMTAUGLICHKEIT BEI LEHRERN 4
2.2. DIE STIMMBELASTUNG BEI LEHRERN 5
2.2.1. Die Stimmbelastung durch den Stressfaktor 5
2.2.2. Die Stimmbelastung durch Lärm 5
3. Stimmstörungen 5
3.1. FORMEN DER STIMMSTÖRUNGEN 6
3.1.1. Organische Stimmstörungen 6
3.1.2. Funktionelle Stimmstörungen 6
4. Stimmtherapie funktioneller Stimmstörungen 7
4.1. STIMMTHERAPIE FUNKTIONELLER STIMMSTÖRUNGEN DURCH ATEMÜBUNGEN 8
4.1.1. Atemwahrnehmung 8
4.1.2. Erschließung des Atemraums 9
4.2. STIMMTHERAPIE FUNKTIONELLER STIMMSTÖRUNGEN DURCH STIMMÜBUNGEN 9
4.2.1. Stimmübungen bei hyperfunktioneller Dysphonie 10
4.2.2. Stimmübungen bei hypofunktioneller Dysphonie 10
4.3. STIMMTHERAPIE FUNKTIONELLER STIMMSTÖRUNGEN DURCH ARTIKULATIONSÜBUNGEN 10
4.3.1 Gähnübungen zur Weitung 10
4.3.2 Lockerungsübung der Lippen, Zunge und des Kiefers 11
4.3.3 Silbenübung 11
5. Schlussfolgerung 12
6. Literaturverzeichnis 13
Die Behandlung von funktionellen Stimmstörungen Seite 1
0. Einleitung
Für Lehrerinnen und Lehrer ist die Stimme das wichtigste Instrument im Klassenraum, denn die Wirkung des Unterrichts ist nicht nur von der nonverbalen Kommunikation, sondern auch von Ton und Klang der Stimme abhängig. In diesem Zusammenhang erscheint es logisch, dass die Qualität des Unterrichts abnimmt, sobald Pädagogen unter Stimmstörungen leiden.
Wer dagegen seine Stimme pflegt und gezielt einsetzt, erlangt die Aufmerksamkeit der Schüler. Mehr noch, eine belastbare Stimme stärkt die Überzeugungskraft, die Durchsetzungskraft und die Souveränität der Lehrerinnen und Lehrer. Die Realität zeigt hingegen ein anderes Bild. Gerade Lehramtsanwärterinnen undanwärter sind am häufigsten von diesen stimmlichen Problemen betroffen. Ihre Stimme muss sich erst auf das tägliche Unterrichten einstellen und Lärm sowie Störgeräuschen entgegentreten. Sie wird daher besonders in dieser Phase stark belastet. Engegefühl im Hals, Heiserkeit, Räusperzwang, Schmerzen und zeitweiliger Stimmverlust sind dabei keine Seltenheit. Deswegen kann das Lehren zum Krampf werden. Auf Grund dieser Tatsachen wird sich in dieser Hausarbeit dem Thema Stimmstörungen bei Lehrern zugewandt und der Fragestellung nachgegangen, wie funktionelle Stimmstörungen bei Lehrern behandelt werden können. Zunächst wird sich der artikulatorischen Phonetik gewidmet und beschreiben, wie Atmung, Stimmbildung und Artikulation zusammenwirken, und wie wichtig diese beim Sprechen sind. Im Anschluss daran wird eine Studie der Universität Leipzig zu Stimmbelastungen bei Lehrern vorgestellt. Diese Untersuchung soll als Grundlage dafür dienen, das Wirken einzelner Faktoren auf die Stimme darzustellen. Auf Grund dieser Belastungen können Stimmstörungen die Folge sein, deren Formen nachfolgend aufgezeigt werden. Schließlich werden Übungen zur Behandlung funktioneller Stimmstörungen präsentiert. Abschließend werden die wesentlichen Punkte zusammengefasst und Ratschläge für die Hygiene der Stimme gegeben.
Potsdam, den 08.09.2008
Die Behandlung von funktionellen Stimmstörungen Seite 2
1. Die artikulatorische Phonetik
Die artikulatorische Phonetik ist ein Gegenstandsbereich der Phonetik zu der auch die Teilbereiche der akustischen und der auditiven Phonetik gehören. Sie umfasst physiologische Aspekte. Das bedeutet ferner, dass „Sprechlaute aus der Sicht des Sprechers analysiert und dementsprechend angegeben wird, welche Organe auf welche Weise wirksam werden, um sie zu erzeugen“ (Hansen (1989), S. 13). Die artikulatorische Phonetik gliedert sich in drei Phasen der Lautproduktion: Atmung, Phonation (Stimmbildung) und Artikulation (vgl. Ramers (2001), S. 12).
1.1. DIE ATMUNG
Die primäre Aufgabe der Atmung ist es mit Hilfe der Atmungsorgane dem Organismus unter wechselnden Bedingungen den lebensnotwendigen Sauerstoff zur Verfügung zu stellen und das Kohlenstoffdioxid abzutransportieren (vgl. Faller (2004), S. 370). Die Erzeugung von Sprechlauten über den Atmungstrakt und den oberen Teil des Ernährungstrakts beschreibt ferner die Sekundärfunktion der Atmung (vgl. Hansen (1989), S. 15). Die Lunge ist dabei als Lieferant der zum Sprechen notwendigen Atemluft zu sehen. Die essentielle Voraussetzung für das Sprechen ist demnach die Atmung. Der Zustrom und Abstrom der Luft wird durch Druckunterschiede im Brustkorb verursacht, die durch die Ein- und Auswärtsbewegung der Rippen sowie durch das Heben und Senken des Zwerchfells entstehen (vgl. Hansen (1989), S. 15). Unterschieden werden dabei zwei Arten des Stroms. Zum einen handelt es sich hierbei um den Respirationsstrom, der ausschließlich dem Gasaustausch dient. Zum anderen wird von einem Phonationsstrom gebrochen, wenn der Luftstrom zur Lautbildung verwendet wird. Die Lautbildung vollzieht sich in der Regel in der Phase der Ausatmung. Bei der Ausatmung hebt sich der Zwerchfellmuskel und der Brustkorb senkt sich. Dadurch wird das Volumen in der Lunge verkleinert und es entsteht ein Überdruck (vgl. Ramers (2001), S.13). Auf Grund dieses Überdrucks wird aus der Lunge der Phonationsstrom über die Bronchien in die Luftröhre (trachea) gepresst. Über die Atmungsorgane, Kehlkopf (larynx) und Ansatzrohr (superglottaler Raum), die an der Lautbildung und Artikulation unmittelbar teilnehmen, strömt die verbrauchte Luft in Form von Kohlenstoffdioxid nach draußen. In Abhängigkeit der Druckstärke dieses Stroms ändert sich die Lautstärke und Betonung des Sprechers (vgl. Hansen (1989), S. 15).
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1.2. DIE PHONATION (STIMMBILDUNG)
Der Kehlkopf ist für die Stimmbildung zuständig. Neben dieser Sekundärfunktion sichert er die unteren Luftwege vor Eindringen von Flüssigkeiten und Speisen durch Verschluss
einem Bandgewebe (3) bekleidet werden. Zwischen den Stimmlippen befindet sich die Stimmritze (glottis), die sich bei Kontraktion der Muskelgruppen entweder nähert bzw. schließt oder öffnet bzw. entfernt. Die Fläche der Stimmritze ist deshalb von der Grundstellung der Stellknorpel und der Stimmlippen abhängig. Bei Ruheatmung ist die
ein Gemisch aus Klängen und Rohschallwellen. Über die Stimmlippen werden darüber hinaus auch Tonhöhe, Lautstärke und Lautdauer geregelt.
1.3. DIE ARTIKULATION
Die dritte Phase der Lautproduktion bezieht sich auf alle Stellungen und Bewegungen der Artikulationsorgane oberhalb der Glottis im so genannten Ansatzrohr. Es bezeichnet einen Raum, der sich in drei Hohlräume gliedert: Rachenhöhle (Pharynx), Mundhöhle und Nasenhöhle. Diese Räume sind resonanzfähig, sie tragen demnach die Schwingungen des vom Kehlkopf ausströmenden Rohschalls. Diese Klänge werden durch den Einsatz der verschiedenen Sprechwerkzeuge oder Artikulatoren modifiziert (vgl. Hansen (1989), S. 18).
Arbeit zitieren:
Eike Bergemann, 2007, Stimmstörungen bei Lehrern, München, GRIN Verlag GmbH
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