Ästhetische Erziehung im Sportunterricht
Inhaltsverzeichnis
1. Erläuterung des Ästhetikbegriffes 3
1.1 Der Ästhetikbegriff im Wandel 3
1.2 Auf welchen Ästhetikbegriff beziehe ich mich? 4
2. Die Bildungsziele im Sportunterricht 5
2.1 Die heutige Bedeutung des Sportunterrichts 5
2.2 Die pädagogischen Perspektiven 5
2.3 „Körpererfahrung“ und „Gestaltung“ 6
3. Auf welche Widerstände und Probleme stößt die ästhetische Bildung im
Sportunterricht 7
3.1 Situation und Entwicklung der Gesellschaft 8
3.2 Übertragung der gesellschaftlichen Situation auf die Schule und auf den
Sportunterricht 8
3.3 „Ästhetisierung des Alltags“ 10
3.4 Denken/Möglichkeiten/Fähigkeiten der Sportlehrer als Widerstand 10
3.5 Entwicklung der ästhetischen Bildung in der Literatur 11
4. Die Chancen der ästhetischen Erziehung im Sportunterricht 12
4.1 Die Lerninhalte der ästhetischen Erziehung 12
5. Die Umsetzung der ästhetischen Bildung in der Schule 14
5.1 Differenzierung 15
5.2 Umsetzung 15
Literaturverzeichnis 18
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1. Erläuterung des Ästhetikbegriffes
1.1 Der Ästhetikbegriff im Wandel
Der Begriff Ästhetik stammt von dem griechischen Wort „aisthesis“ ab und bedeutet sinnliche Wahrnehmung. Diese ursprüngliche Bedeutung des Ästhetikbegriffes, die Lehre von sinnlichen Wahrnehmungen in Kunst, Philosophie und Wissenschaft wurde jedoch bis heute vielfach in den Hintergrund gerückt.
In der Antike wurde der Ästhetikbegriff durch die Denktraditionen von Sokrates, Platon und Aristoteles geprägt.
Bei Sokrates geht es um das „schön Scheinende“ und das „schön Seiende“. „Letzteres meint die transzendierten Wertvorstellungen vom guten Leben oder von der guten Natur.“ (Lehrmaterial Prof. Dr. Laging).
Bei Platon steht die „Abbildung der Wirklichkeit“ (Lehrmaterial Prof. Dr. Laging) im Mittelpunkt, die auch als Mimesis beschrieben wird. Mimesis bedeutet nach aristotelischer Auffassung, „...eine nachempfindene körperlich-sinnliche Handlung zur Aufführung des Körperlichen in sozialen Situationen mit deutlicher Identifikation zu nachempfundenen Sache/Welt“ (Lehrmaterial Prof. Dr. Laging).
Im Mittelalter wird der Ästhetikbegriff auch von der platonischen Vorstellung geprägt. In der Renaissance wandelt sich der Ästhetikbegriff dahin, dass die Beurteilung des Schönen subjektiven Charakters ist. Die „Wahrnehmung als Erkenntnisweise“ tritt in den Vordergrund. „Es geht um die subjektive Erkenntnisleistung durch leiblich-sinnliche
Weltauseinandersetzung.“ (Lehrmaterial Prof. Dr. Laging). In dieser Zeit hat sich dementsprechend das Verständnis des Ästhetikbegriffes wieder seiner eigentlichen Bedeutung angenähert, das heißt, dass sich die Idee von der Lehre des Schönen (Abbildung der Wirklichkeit), „zur sinnlichen Wahrnehmung und Erkenntnis durch das Subjekt selbst als aktiv Wahrnehmenden gewandelt hat“ (Lehrmaterial Prof. Dr. Laging). Demnach entscheiden nicht mehr Begriffe wie zum Beispiel „schön“ und „hässlich“ über den ästhetischen Wert eines Objekts, sondern die Art und Weise der Sinnlichkeit.
Wie bereits beschrieben, steht „Im (sic) Mittelpunkt der antiken Ästhetikdiskussion ... die Interpretation des Schönen ...“ (Franke & Bannmüller, 2004, S.18). Dieses Verständnis des Ästhetikbegriffs ist auch heute immer noch weit verbreitet, denn zum Beispiel in der Alltagssprache wird „ästhetisch“ im Gegensatz zu seiner eigentlichen Bedeutung mit
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Adjektiven wie schön, geschmackvoll oder ansprechend gleichgesetzt. Im Vordergrund dieses Verständnisses des Ästhetikbegriffs steht die äußerliche Wahrnehmung von Objekten und ihre Einteilung und Bewertung in „schön“ und „hässlich“.
1.2 Auf welchen Ästhetikbegriff beziehe ich mich?
Ich beziehe mich in meinen weiteren Ausführungen auf die ursprüngliche Bedeutung des Ästhetikbegriffes, also Ästhetik als sinnliche Wahrnehmung. Das Ästhetische im Sport und ästhetische Erfahrungen im Sport, bedeuten, „dass ein Mensch sinnlich wahrnimmt und erkennt und sinnlichen Wahrnehmungen inne wird.“(Röthig, 1996, S.). Ursula Fritsch nimmt in ihrem Beitrag „Ästhetische Erziehung“ zwei wichtige Eigenschaften für die ästhetische Bildung im Sport auf. Zum einen ist das die „Aiesthesie“; also „die sinngetragene Wahrnehmung, soweit sie in uns Empfindungen und Gefühle entstehen lässt“ (Fritsch 2001, S. 286) und zum anderen die „Poiesis“, das „sinngetragene Gestalten, Schaffen, Hervorbringen.“ (Fritsch 2001, S. 287). Die ästhetische Bildung bringt folglich mit sich, dass man bewusster erlebt und seine Gefühle und Empfindungen durch Symbole zu verdeutlichen lernt. Diese Symbolsprache, in Bildern, Tanz und oder auch Musik ermöglicht, dass man Gefühle, Erfahrungen und Empfindungen plötzlich anders, einfacher oder auch deutlicher darstellen kann. (vgl. Fritsch, S. 287).
Das Ziel der ästhetischen Bildung im Sportunterricht ist „...Wahrnehmungsbildung im Sinne einer Eindrucks- und Ausdrucksschulung, die den ganzen Menschen meint.“ (www.grundschulverband.de). Die Förderung der „(...) emotionalen, sensorischen, kognitiven und körperlichen (leiblichen) Fähigkeiten“ (www.grundschulverband.de) sollen dem Kind oder Jugendlichen die Möglichkeit geben, „eine begründetete Position für sich selbst, zu anderen Menschen und zur Welt zu finden.“ (www.grundschulverband.de). Elektra Portmann beschreibt diesen Vorgang der sinnlichen Wahrnehmung als das „im Körper“- und „in der Bewegung“-Sein, dass im Gegensatz zum Nachdenken über den Körper und die Bewegung, im wahrsten Sinne des Wortes ästhetisch, also sinnlich ist. Das heißt, die SuS müssen lernen, im Moment der Bewegung nicht über die Bewegung nachzudenken, sondern es wird an die Bewegung an sich „gedacht“ was so viel bedeutet wie sie einfach ohne große Gedanken durchzuführen (vgl. Portmann, 1996, S.6).
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2. Die Bildungsziele im Sportunterricht
Nach der Klärung des Ästhetikbegriffes ist es wichtig, ihn in Bezug zur Schule und besonders zum Schulsport zu setzen. Denn auch hier hat sich einiges verändert. So spricht Jürgen Funke im Jahre 1980 in seinem Artikel „Körpererfahrung“ davon, dass die Kenntnis über die Bedeutung des Lernens mit dem Körper und durch den Körper weiter und tiefer geworden ist und dass sich die Fachdidaktik darauf einzustellen hat. „Die neue Orientierung auf das absichtsvolle, bewusste [sic] Vermitteln von Körpererfahrungen ist die Antwort, die die Fachdidaktik des Sports in dieser Lage geben muß [sic].“ (Funke, 1980, S.13)
Betrachtet man den aktuellen Lehrplan Sport des hessischen Kultesministeriums, so scheint diese „neue“ Orientierung zumindest in der Theorie teilweise schon umgesetzt zu sein.
2.1 Die heutige Bedeutung des Sportunterrichts
Zunächst möchte ich kurz auf die Bedeutung des Sportunterrichts eingehen, die ihm zum heutigen Zeitpunkt zugemessen wird. Und zwar soll er sich besonders dadurch auszeichnen, dass er allen Schülerinnen und Schülern in der Vermittlung körper- und bewegungsbezogener Fertigkeiten, Fähigkeiten, Kenntnisse und Einsichten zum verantwortlichen Umgang mit dem eigenen Körper verhilft und sie zum lebenslangen Sporttreiben anregt und ermutigt. Neben der Wahrnehmung von bewegungsbezogenen Qualifikationsaufgaben, soll es im Sportunterricht auch um Erziehungsaufgaben gehen. Die pädagogischen Intentionen wirken sich zum einen durch die „Erziehung im Sport“ und zum anderen durch die „Erziehung durch Sport“ aus. Der Sportunterricht soll demnach einen fach- und stufenspezifischen Beitrag zur Werteerziehung und zum Erwerb von Schlüsselqualifikationen leisten (vgl. Lehrplan Sport des Hessischen Kultusministeriums, S.3).
2.2 Die pädagogischen Perspektiven
Die so genannten „pädagogischen Perspektiven“ Leistung, Körpererfahrung, Kooperation, Wagnis, Gesundheit und Gestaltung haben sich mittlerweile als feste Bestandteile des Sportunterrichtes etabliert und werden in Bewegung, Spiel und Sport angesprochen. Sie verdeutlichen den Bedeutungswandel des Sports, der lange nur durch einheitliche Strukturen,
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Maren Hampel, 2006, Ästhetische Erziehung im Sportunterricht, Munich, GRIN Publishing GmbH
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