Inhaltsverzeichnis.............................................................................................................................................2
Abbildungsverzeichnis. 3
1. Einleitung und Fragestellung. 4
2. Macht im soziologischen Diskurs. 5
2.1 Definitionen des Begriffs Macht. 6
2.1.1 Max Weber. 6
2.1.2 Heinrich Popitz. 7
2.1.3 Sofsky / Paris. 8
2.2 Differenzierungen des Machtsbegriffs. 9
2.2.1 Grundformen der Macht. 9
2.2.2 Dimensionen der Macht. 11
3. Der Gruppenbegriff im soziologischen Diskurs. 14
3.1 Definition Gruppe. 15
3.2 Typisierung von Gruppen. 16
3.3 Phasen der Gruppenentwicklung nach Wellhöfer. 17
4. Macht und Gruppe. 20
4.1 Macht und Einfluss. 20
4.2 Hierarchiebildung in Gruppen. 22
4.3 Umgang mit Macht. 24
5. Fazit. 25
Literaturverzeichnis. 26
2
Abbildungsverzeichnis
Abb.2.1 : Die Vier Dimensionen der Macht. 13
Abb.3.1 : Typen von Gruppen. 17
3
1. Einleitung und Fragestellung
Diese Arbeit beschäftigt sich mit Macht und ihren Auswirkungen auf Gruppen. Es soll eine Brücke zwischen den in soziologischen Schriften häufig nur getrennt betrachteten Begriffen „Macht“ und „Gruppe“ geschlagen werden. Zunächst findet in Anlehnung an Max Weber, Heinrich Popitz, Wolfgang Sofsky und Rainer Paris eine Einführung in einen der vieldeutigsten Begriffe der Sozialwissenschaften, „Macht“ statt. Im Anschluss wird der Begriff „Gruppe“, als Ort des sozialen Handelns näher erläutert. Auf dieser theoretischen Basis werden Zusammenhänge zwischen diesen beiden Begriffen aufgezeigt und diskutiert. Es soll der interessanten Frage nachgegangen werden, ob und welchen Nutzen Machtprozesse für die Mitglieder und den Arbeitsprozess einer Gruppe haben können. Wie kommt es zu Machtbildung und zur Entstehung von Hierarchien, obgleich alle Mitglieder zu Beginn der Gruppenentstehung denselben Status haben? Auch wird geklärt, welche Machtprobleme in verschiedensten Gruppen bestehen und wie diese von den Teilnehmern erlebt und bewertet werden. Eine Analyse von der Existenz, den Ausdrucksweisen und Dynamiken von Macht in einer Gruppe, soll zu praktischen Handlungsanleitungen führen, die den Partizipierenden den Umgang mit Macht und ihren Auswirkungen erleichtern.
2. Macht im soziologischen Diskurs
„Macht hat Legitimität nur im Dienst der Vernunft. Allein von hier be-
Indiesen Worten spiegelt sich das Alltagsverständnis von Macht bei einem Großteil der Menschen wieder. Das Wort Macht hat ein negatives Image und ist emotionsgeladen. Begriffe wie Machtausübung, Machtmensch, Machtbesessenheit oder Ohnmacht werden negativ attribuiert. Fehlende positive Benennungen in der deutschen Sprache belegen diese Annahme. Die Verwendung des Begriffs Macht ist tief in unserer Alltagssprache verankert, es ist so, „[...] daß jedermann sie benutzt und offensichtlich eine genaue Vorstellung davon hat, was [...] gemeint ist oder bezeichnet wird.“ 2 Es scheint aufgrund eines klaren Alltagsverständnisses von Macht, wie Imbusch feststellt so zu sein, dass „eine Verständigung über [...] [die] inhaltlichen Aspekte vorraussetzungslos möglich [...]“ 3 ist. Bei einem ersten Hineindenken in die Begrifflichkeit könnte sie zunächst einmal als ein Gefühl bezeichnet werden, „[...] weil Macht eben nichts Gegenständliches, unmittelbar sichtbares, sondern weithin unsichtbare Eigenschaft sozialer Beziehungen ist.“ 4 Dies macht deutlich, dass Macht methodisch kein einfach quantifizierbarer Begriff ist, der leicht zu erfassen, in seinem Ausmaß vergleichbar und einheitlich zu bewerten wäre, ganz im Gegenteil. Macht ist in keiner Einheit messbar, ihr Wesen resultiert teilweise aus der subjektiven Wahrnehmung des Menschen. Macht ist relativ und lässt sich nicht absolut beurteilen. Diese Feststellungen haben die Schwierigkeit zur Folge, den komplexen Machtbegriff nicht in zwei Sätzen definieren zu können. Es kollidieren Wissenschafts- und Alltagsverständnis miteinander. Zudem „[...] existiert auch ein unscharfer Wortgebrauch, der Macht nur ungenügend von ähnlichen oder verwandten Phänomenen (etwa Autorität, Einfluss, Zwang, Gewalt etc.) abgrenzt.“ 5 Der Bedarf an inhaltlicher Aufklärung ist hoch.
1 Karl Jaspers, Philosoph, 1883-1969
2 Imbusch 1998, S. 9
3 Imbusch 1998, S. 9
4 Imbusch 1998, S. 9
5 Imbusch in: Schäfers/Korte 2002, S. 162
2.1 Definition des Begriffs Macht
Um sich mit Macht aus objektiver Sicht auseinander zusetzten, ist eine Begriffsannäherung mit Hilfe einer gezielten Auswahl theoretischer Ansätze sinnvoll.
2.1.1 Max Weber
In der einschlägigen Literatur zu dem Phänomen Macht gibt es zahlreiche Erklärungsansätze in denen man sich schnell verlieren kann. Da Macht allgegenwärtig und in aller Munde ist scheint sie dies sehr attraktiv für eine wissenschaftliche Auseinandersetzung zu machen, wovon zahlreiche Machtstudien aus verschiedensten wissenschaftlichen Bereichen zeugen. Als einer der ersten unter den bedeutenden, klassischen Soziologen hat Max Weber den Machtbegriff definiert. In seinem Werk „Wirtschaft und Gesellschaft“, postuliert er den Begriff Macht als „[...] jede Chance innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht.“ 6 Macht ist somit ein soziales Grundphänomen, keine Eigenschaft, und jeder Mensch kann in Anhängigkeit von seinen Chancen Macht erhalten. Diese Annahme impliziert zugleich, dass sich Macht nicht auf einen bestimmten mächtigen Personenkreis beschränkt, sondern jeder Mensch potenziell mächtig ist. Macht stellt somit „[...] eine allgemeine menschliche Möglichkeit [...]“ 7 dar. Darüber hinaus zeigt sich in Webers Worten, dass Macht keine einseitige, sondern eine zweiseitig gerichtete Beziehung zwischen Personen oder Gruppen ist. Webers Worte drücken zudem eine Kontextunabhängigkeit von Macht aus, worauf nachfolgend bei den Überlegungen zu Popitz Bezug genommen werden wird. Über diese Definition hinaus konstatiert Weber, dass Macht „soziologisch amorph“ 8 ist. Doch was bedeutet dies? Zu dieser Schlussfolgerung kommt er, da „Alle denkbaren Qualitäten eines Menschen und alle denkbaren Konstellationen [...] jemand in die Lage versetzen [können], seinen Willen in einer gegebenen Situation durchzusetzen.“ 9 Dieser Zuschreibung von Gestaltlosigkeit von Macht ist Recht zu geben, da es unzählige Machtquellen gibt und die Dimensionen von Macht nicht klar trennbar sind. Aber gänzlich unbrauchbar für Analysen ist er nicht, unter der Vorraussetzung einer differenzierten Beschreibung.
6 Weber 1980, S. 28
7 Imbusch in: Schäfers/Korte 2002, S. 162
8 Weber 1980, S. 28
9 Weber 1980, S. 28 f.
Amann stellt in seiner Interpretation Webers fest, dass es zunächst einmal jemanden geben muss der die Absicht (ein Handlungsziel) hat und zudem die Fähigkeit besitzt sich im Klaren über die Möglichkeiten der Umsetzung zu sein, um seinen Willen gegenüber anderen durchzusetzen. Er betrachtet somit die Ursache von Machtausübung als eine individuelle Disposition, die in Abhängigkeit von der Ausprägung zu Machthandeln führt. 10 Er bezeichnet Macht als „[...] virtuelle Kategorie [...]“ 11 . Daraus schließt er, dass Macht eine relativ flüchtige und wenig beständige Beziehung ist. 12 Es sei angemerkt, dass neben Webers Definition noch eine Reihe weiterer Theoretisierungen von Macht existieren, die teilweise hieran anknüpfen. Auf diese wird im Rahmen dieser Arbeit jedoch nicht weiter eingegangen werden..
2.1.2 Heinrich Popitz
Weitreichender als Max Weber hat sich Heinrich Popitz mit dem Phänomen der Macht ausei-nandergesetzt. Seine Überlegungen baut er auf drei Prämissen auf, die den Gedanken, „[...] daß Macht als universelles Element menschlicher Vergesellschaftung zu verstehen sei.“ 13 , als Vorraussetzung gemeinsam haben.
Popitz postuliert die „Omnipräsenz von Macht“ 14 . Dies meint: Macht ist allgegenwärtig, in jeder sozialen Beziehungen, ist Phänomen jeder Kultur, sie ist „[...] universales Element menschlicher Vergesellschaftung [...]“. 15 Er stellt sich die Frage nach einem machtfreien Raum. Dies verneint er. Er kommt in Anlehnung an Webers Definitionen zu dem Schluss dass dieser nicht existieren kann, da Macht mit jeder Art von Beziehung vereinbar ist, sie ist kontextunabhängig. 16 Es gibt unendlich viele soziale Konstellationen und Situationen, die es je-manden ermöglichen die eigenen Interessen auch gegen den Willen anderer durchzusetzen, ob nun in breiten Teilen der Gesellschaft oder in kleinen Gruppen. Schlussfolgernd bedeutet dies, dass sich Menschen der Macht und ihren Prozessen nicht verwehren können da sie dauerhaft präsent sind. Sie dürfen daher auch nicht verleugnet werden.
Vielmehr sollte mit Hilfe von Erkenntnissen eine Beeinflussung stattfinden, wobei sich die Frage stellt, inwieweit diese Einflussnahme möglich ist?
10 Vgl. Witte in: Frey/Irle 2002, S. 225
11 Amann 1987, S. 185
12 Vgl. Amann 1987, S. 185
13 Popitz 1992, S. 3
14 Popitz 1992, S.15
15 Popitz 1992, S. 21
16 Vgl. Popitz 1992, S. 17
Arbeit zitieren:
Stefanie Bode, 2007, Macht und ihre Auswirkungen auf Gruppen, München, GRIN Verlag GmbH
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