Vorwort
Die Absicht sich mit dem Thema „MCS“ zu befassen, entstand erstens aus einem Interesse heraus, daß sich bei einem steigenden Umweltbewußtsein der allgemeinen Bevölkerung gleichzeitig eine ansteigende Zahl von häufig uncharakteristischen und komplexen Gesundheitsstörungen, wie der steigenden Zahl an verschiedensten Allergien u.s.w. mit Umweltbelastungen in Verbindung gebracht werden, und zweitens einem mir bekannten Fall von Holschutzmittelsyndrom, der das beschriebene Thema meiner Meinung nach ebenfalls in eine enge Verbindung bringt.
Kirsten Hermes
2
Inhaltsangabe
1.0. Definition von MCS 4
1.1 Definitionskriterien für das Vorliegen von MCS. 5
2.0 Symptome und klinische Befunde. 6
2.1 Psychische Symptome und resultierende Problematik. 7
3.0 Theorien zur Ätiologie von MCS. 8
3.1 Expositionsquellen 8
3.2 Auslösende Noxen 9
3.3 Epidemiologie 9
4.0 Management von MCS. 10
5.0 Zusammenfassung und Schlußfolgerung 11
Literaturverzeichnis. 13
3
Einleitung
In den USA werden Menschen, die unter Chemikalienunverträglichkeit leiden, häufig „Canaries“, Kanarienvögel genannt.
Früher war es in den Bergwerken üblich, diese Vögel mit Untertage zu nehmen, zur Warnung vor Grubengas.
Wenn der Kanarienvogel von der Stange fiel, war es höchste Zeit nach oben an die frische Luft zu gelangen... ( aus: Jakob B. Berkson: „A Canary`s Tale“)
1.0. Definition von MCS
Multiple-Chemical-Sensitivity, „MCS“ 1 , die vielfache Chemikalienunverträglichkeit, wird definiert als „eine durch Exposition gegenüber üblichen Umwelteinflüssen ausgelöste Reaktion, die bereits bei signifikant niedrigeren als jenen Expositionen auftritt, und die bei der Allgemeinbevölkerung bemerkbare Krankheitssymptome auslösen; diese niedrigen Expositionen werden von der überwiegenden Mehrheit der Individuen gut toleriert“ (Schreiben des Umweltbundesamtes zit. in: GUTH 1997,1). MCS wird als „ätiologisch und pathogenetisch weitgehend unklares Beschwerdebild/ klinisches Phänomen/ Syndrom multipler Gesundheitsbeeinträchtigungen aufgefaßt. Die Symptome 2 werden durch verschiedene Noxen 3 ausgelöst, in Dosierungen und Stoffen, die von Toxikologie, Immunologie und Allergologie bisher als unschädlich betrachtet wurden. Der Schweregrad der Erkrankung ist sehr unterschiedlich und reicht von Befindlichkeitsstörungen bis hin zu lebensbedrohenden Zuständen“ (UMWELTRAT 1999, 30-32).
1 Im folgenden Text ohne Anführungszeichen dargestellt.
2 a.a.O.
3 a.a.O.
4
In Deutschland ist MCS als klinische Entität im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten nicht anerkannt (vgl. ebd).
Um 1940 beschrieb der amerikanische Arzt Randolph erstmalig MCS als eigenständige Krankheit, die durch Exposition gegenüber Nahrungsmitteln und Chemikalien hervorgerufen wird. In den sechziger Jahren entwickelte er dieses Konzept weiter. Entsprechend dem von Randolph entwickelten MCS - Modells treten aufgrund fehlender Adaptionsmöglichkeiten des Organismus multiple Symptome in mehreren Organsystemen auf. Nach einer Sensibilisierung hat dies eine Reaktion auf Niedrigstkonzentrationen zur Folge. Dieser Theorie zufolge können die Symptome bei Exposition gegenüber Chemikalien oder bei Abbruch der Exposition nach erfolgter Adaptionsaktion auftreten.(vgl. GUTH 1997, 1) Der Begriff „Multiple-Chemical-Sensitivity“ (MCS) wurde von dem amerikanischen Neurophysiologen Cullen 1987 eingeführt und ist unter vielen Ärzten, klinischen Ökologen und Massenmedien mit benutztem Synonym bekannt und weit verbreitet. Andere Begriffsdefinitionen reflektieren spezielle Symptome oder Krankheitsmechanismen bei Vorliegen von MCS als: „TILT“ (toxicant induced loss of tolerance), „Enviromental Illness, Chemical AIDS, 20 th century disease, Total allergy syndrome, Sick building syndrome, Chemophobia, Immune Dysregulation und IEI (Ideopathic Enviromental Intolerances),“ (MAGILL 1998, 2). Auf diesen Begriff einigte man sich auf der WHO-Tagung vom 28.02.1996 in Berlin (vgl. PRESSEERKLÄRUNG 1996, 2). Die Begründung der Experten lautete, daß unter „>...@ MCS ein ungeklärtes Beschwerdebild verstanden werde, bei dem bereits kleinste Mengen verschiedenartiger chem. Substanzen bei einer kleinen Zahl von Personen vielfache Symptome hervorrufen, und daß auch andere Ursachen für gleichartige oder ähnliche Beschwerdebilder vermutet werden >...@“ (vgl. ebd.) Als Konsequenz einigte man sich darauf, künftig als zutreffendere und umfassendere Beschreibung den Begriff der „Ideopathischen, d. h. ohne erkennbare Ursache entstandenenen, umweltbezogenen Unverträglichkeiten („IEI“), zu verwenden.
1.1 Definitionskriterien für das Vorliegen von MCS
Der nachfolgende Kriterienkatalog nach Cullen stellt eine Operationalisierung der von ihm aufgestellten Definition dar. Dieser wird von Experten weitgehend akzeptiert und beschränkt sich auf eine Abgrenzung zu anderen individuellen Symptomen und Krankheitsmechanismen.
5
Arbeit zitieren:
Dipl. Gesundheitswirtin Kirsten Hermes, 2001, Multiple-Chemical-Sensitivity (MCS) - Vielfache Chemikalienunverträglichkeit, München, GRIN Verlag GmbH
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