Inhaltsverzeichnis Das Prinzip des exemplarischen Lernens i
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 1
2 DAS FACHDIDAKTISCHE PRINZIP DES EXEMPLARISCHEN LERNENS 2
2.1 ELEMENTARIA UND FUNDAMENTALIA 2
2.2 MERKMALE EINES GEEIGNETEN FALLS 4
3 DIE FALLANALYSE ALS METHODE DES EXEMPLARISCHEN UNTERRICHTS 5
3.1 TYPOLOGIE DER FÄLLE 6
3.2 DIE FALLANALYSE IM POLITISCHEN UNTERRICHT 7
3.3 SOZIALES UND POLITISCHES LERNEN 7
4 DIE FALLSTUDIE IM POLITISCHEN UNTERRICHT 9
4.1 DIE FÜNF PHASEN DER FALLSTUDIE 9
4.2 KRITERIEN ZUR AUSWAHL VON FÄLLEN 10
5 FAZIT 11
LITERATURVERZEICHNIS 13
Das Prinzip des exemplarischen Lernens in der Politischen Fachdidaktik 1
1 Einleitung
In der sich heute immer stärker herausbildenden Wissens- und Kommunikationsgesellschaft vergrößert sich das Informationsangebot laufend, und sowohl die klassischen als auch insbesondere die modernen Medien bieten unzählig viele Optionen der Wissenserweiterung. Durch diese quantitative wie auch qualitative Wissensexplosion 1 und der damit einhergehenden Komplexität aktueller Probleme verringert sich in der Bevölkerung zunehmend die Fähigkeit zur Orientierung und zum Verständnis, was unweigerlich Ratlosigkeit in vielen Lebensbereichen und fehlerhaftes Handeln aufgrund von mangelndem oder falschem Wissen nach sich zieht.
Die Motivation der Didaktik ist es Wissen zu definieren und zu filtern, welches von allgemeiner und existentieller Wichtigkeit und daher für die Lehre unabdingbar ist: Mit Hilfe von selektierten, exemplarischen Lehrgegenständen wird folglich die Erschließung allgemeiner Problematiken geboten. In der Didaktik der Politischen Bildung verkörpern dies größtenteils tagesaktuelle Fragen und Konflikte, an denen die Jugendlichen eigenes Interesse zeigen. Auf Schulebene wird beim exemplarischen Lernen bevorzugt die Methode der Fallanalyse angewandt, da diese zu fundamentalen und transferfähigen Erkenntnissen bei den Lernenden und damit zum Wiedererkennen der Problematik in einem neuen Fall führt. Das exemplarische Lernen beinhaltet zwar weniger Lehrstoff als der sogenannte oberflächlich behandelnde Gelegenheitsunterricht, nimmt jedoch dafür mehr Zeit in Anspruch um eine nachhaltig gründliche Bearbeitung der ausgewählten Unterrichtsgegenstände, sowie die Fähigkeit der SchülerInnen zur selbständigen Analyse von gesellschaftlichen Konflikten und begründeten Meinungsbildung zu gewährleisten. Der Kern des exemplarischen Lernens kann mit der Parole „Lernen des Lernens“ treffend beschrieben werden. 2
In dieser Hausarbeit wird zuerst das fachdidaktische Prinzip des exemplarischen Lernens dargestellt, gefolgt von der Methode, mit welcher das Prinzip vermittelt wird, nämlich der Fallanalyse. Anschließend wird eine konkrete Planung innerhalb einer fiktiven Lerngruppe anhand des Verfahrens der Fallstudie ge-
1 Vgl. Grammes 2005: 93.
2 Vgl. ebd. Grammes 2005: 93-97.
Das Prinzip des exemplarischen Lernens in der Politischen Fachdidaktik 2
zeigt. Zuletzt folgt ein zusammenfassendes Fazit, welches außer einer diese Arbeit betreffende Reflexion die Chancen und Probleme sowie das bisher Erreichte und den Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des exemplarischen Lernens samt seiner Methoden beleuchtet.
2 Das fachdidaktische Prinzip des exemplarischen Lernens
Durch die riesige Wissensansammlung in unserer Gesellschaft ist es die notwendig gewordene Aufgabe der Didaktik, „eine quantitative didaktische Reduktion und qualitative Strukturierung“ 3 dieser Wissensflut vorzunehmen. D.h., dass die Didaktik als Wissenschaft zur Ermittlung des lehrnotwendigen Wissens fungiert und dieses versucht zu legitimieren. Hierbei ist auch gleich die Kernproblematik der Fachdidaktik zu erkennen: Wie lässt sich die Selektion des Wissenswerten für Lehrplan und Unterricht begründen und rechtfertigen? Der Begriff des exemplarischen Lernens trägt das Ziel in sich einen Beitrag zur Allgemeinbildung zu leisten, indem bei den jeweiligen Lehrgegenständen „am Besonderen etwas Allgemeines erschlossen wird“ 4 . Der Verlauf dieses Fall-Prinzips stellt sich als Prozess vom konkreten hin zum abstrakten Ereignis dar und ermöglicht das Erkennen von allgemeinen Problemen und Regeln, welche anschließend auf vielerlei Fälle bezogen werden können. In der Praxis Politischer Bildung unterscheidet sich der exemplarische Unterricht, dessen Merkmal in erster Linie die Bearbeitung von tagesaktuellen Fragen, Affären, Skandalen und Konflikten darstellt, vom Gelegenheitsunterricht, der durch fachfremden Unterricht mit Mangel an nachhaltigem Lernen und Anwenden und bloßes Anhäufen von Wissen charakterisiert ist. Um die selbstständige Erschließung politischer Konflikte bei den SchülerInnen steigern zu können, müssen diese verschiedene Kategorien bearbeiten.
2.1 Elementaria und Fundamentalia
Die jeweiligen Kategorien bilden während des Lernprozesses ein Netz von Vorstellungen, die so genannten key concepts. Sie bilden das Fundament für eine eigenständige, begründete Urteilsbildung. Wesentliche politische Kategorien sind 3 S. Grammes 2005: 93.
4 S. ebd. Grammes 2005: 94.
Das Prinzip des exemplarischen Lernens in der Politischen Fachdidaktik 3
etwa Konflikt, Macht, Interesse, Öffentlichkeit, Recht, Ideologie, Geschichtlichkeit oder Menschenwürde. Als ökonomische Kategorien gelten z. B. Konkurrenz, Preis, Markt etc. 5 Außerdem gibt es den sich selbsterklärenden Begriff der „epochaltypische[n] Schlüsselprobleme“ 6 , bei denen es für den exemplarischen Unterricht essentiell ist ihre Strukturen zu erkennen. Beispiele hierfür sind „die Umweltkrise, die Friedensfrage, soziale Ungleichheit, Gefahren und Chancen der technologischen Entwicklung, etc.“ 7 . 8 Eine weitere Frage, neben dem Problem der Auswahl der Unterrichtsinhalte, ist die nach der Art und Weise wie die Lehrenden jenes Wissen in einer bestimmten Lernumgebung präsentieren können. Die Wahl der Lernumgebung soll die Lernenden optimal das neue Wissen aufbauen und konstruieren lassen können. Hierfür ist in besonderem Maße das genetische Lernen als reformpädagogisches Prinzip geeignet. Bei dieser Theorie soll Wissen nicht lediglich vom Lehrenden vorgetragen werden, sondern für die einzelnen SchülerInnen unmittelbar erfahrbar sein. Durch dieses Prinzip der genetischen Didaktik ist es den SchülerInnen möglich die Wissenschaft und ihre Wirkungsweise selbst zu entdecken und das Entstehen eines Sachverhalts nachzuvollziehen und zu rekonstruieren und eröffnet damit gleichzeitig die Aussicht auf neue Fragen, die aus der Situation entstehen könnten. 9 Die SchülerInnen sollen lernen zu lernen. 10
5 Vgl. Grammes 2005: 94-97.
6 S. ebd. Grammes 2005: 97.
7 S. Herdegen 2007: 58.
8 Vgl. ebd. Herdegen 2007: 58.
9 Vgl. Grammes 2005: 94-96.
10 Vgl. ebd. Grammes 2005: 97.
Quote paper:
Vivien Baldwin, 2007, Das Prinzip des exemplarischen Lernens in der Politischen Didaktik, Munich, GRIN Publishing GmbH
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