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Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 1
2 ERGEBNISSE DER SHELL JUGENDSTUDIE 2006 (S. 104-130) 2
3 FAZIT 8
4 LITERATURVERZEICHNIS 12
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1 Einleitung
Die Motivation der Shell Jugendstudie ist es Veränderungen bezüglich des Handelns und Bewusstseins von Jugendlichen in Deutschland in verschiedenen Lebensbereichen festzuhalten und zu untersuchen. Hierbei werden kontinuierlich Jugendliche befragt, die Ergebnisse der Befragungen dargestellt und ausgewertet. Im Allgemeinen stellt die Jugendforschung einen wichtigen Teilbereich dar, der auf gesamtgesellschaftliche Veränderungen hinweisen kann. Die folgende Ausarbeitung befasst sich mit jugendspezifischen Formen politischen und sozialen Engagements auf Grundlage der 15. Shell Jugendstudie, erschienen im Jahre 2006, und bezieht im Fazit außerdem Aspekte der Vorlesung „Individuum und Gesellschaft“ von Rainer Fabian im Sommersemester 2007 an der Universität Oldenburg mit ein. Der von mir behandelte Bereich von Einstellungen, Engagement und Bewältigungsproblemen Jugendlicher in der 15. Shell Jugendstudie befasst sich mit der Fragestellung, welches Verhältnis Jugendliche zu Demokratie und zu den prägenden gesellschaftlichen Strukturen einnehmen. Dabei stehen weniger politische Meinungen oder politisches Geschehen als vielmehr die grundsätzliche Einstellung von Jugendlichen zur unmittelbaren gesellschaftlichen Realität, in der sie sich direkt und aktiv beteiligen können im Vordergrund.
In der Shell Jugendstudie wird u. a. die Frage thematisiert, ob eine politische Distanz der deutschen Jugendlichen auch gleichzeitig eine umfassende Distanz zur Demokratie bedeutet, sowie die Frage, inwieweit die Jugendlichen in die Gesellschaft integriert sind und ob überhaupt eine Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung - in welcher Form auch immer - besteht. Außerdem wird gefragt, welches Verhältnis Jugendliche zur Demokratie und zu den prägenden gesellschaftlichen Strukturen einnehmen, welche grundsätzliche Haltung Jugendliche gegenüber der gesellschaftlichen Wirklichkeit in Deutschland haben, wie ihr Bezug auf Politik im engeren Sinne ist und in welcher Form sich Jugendliche ggf. auch aktiv in die Gesellschaft einbringen.
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2 Ergebnisse der Shell Jugendstudie 2006 (S. 104-130)
Im Nachkriegsdeutschland, sowie auch noch Jahrzehnte später hat es immer wieder Bewegungen gegeben, die insbesondere von Jugendlichen angetrieben wurden. Hier ist z.B. die 68er-Revolution zu nennen, anhand derer erkennbar ist, dass die junge Generation tatsächlich in der Lage ist, eine Gesellschaft in bestimmte Richtungen zu beeinflussen bzw. zu verändern. Seit einigen Jahren setzt sich jedoch bei den Jugendlichen eine immer stärkere Entpolitisierung durch, die nur noch selten durch die Repolitisierung kleinerer Gruppen unterbrochen wird. Diese findet aber jenseits der Parteien statt, z.B. bei anderen Organisationen wie der AntiFa oder ähnlichen politisch engagierten Gruppierungen. Heute herrscht bei den Jugendlichen die so genannte Politikverdrossenheit, nämlich die wachsende Distanz von Jugendlichen zum politischen Geschehen und zu Politikern, vor. Während das politische Interesse unter Jugendlichen seit Mitte der 90er Jahre kontinuierlich gesunken ist, war es im Jahrzehnt zuvor noch üblich, als junger Mensch politisches Interesse zu zeigen. Dieser Trend hat im Jahr 2002 seinen Tiefpunkt von lediglich 34% aller Jugendlichen erreicht, die sich als politisch interessiert bezeichnen. Bis 2006 hat sich hierbei keine signifikante Änderung verzeichnen lassen. Als Beispiel für das geringe politische Interesse seien folgende Zahlen aus der Befragung angeführt: 5% der Jugendlichen behaupten stark politisch interessiert zu sein, 30% bezeichnen sich als interessiert, ganze 40% als wenig und sogar 24% als gar nicht interessiert. Darüber hinaus ist auffällig, dass es besser gebildeten Jugendlichen vorbehalten ist, insbesondere dann, wenn sie aus einem politisch interessierten Elternhaus kommen, sich als politisch interessiert zu charakterisieren. Daran lässt sich erkennen, welchen Einfluss die soziale Herkunft auf das politische Interesse hat. Hierzu sei außerdem untermauernd angemerkt, dass ganze 68% der studierenden Jugendlichen angeben politisch interessiert zu sein. Zudem scheint das politische Interesse bei Jugendlichen schulformspezifisch und möglicherweise sogar -abhängig zu sein, da sich die Gymnasiasten mit 39% deutlich von Hauptschülern und Realschülern mit jeweils 14% artikuliertem politischen Interesse abheben. Laut der Shell Jugendstudie identifizieren sich eher Jugendliche aus intellektuelleren Milieus mit Formen der Politik und politisches Interesse werde von besser gebildeten und politisch interessierten Eltern auf ihre Kinder sozial vererbt. Außerdem lassen sich Unterschiede zwischen dem geäußerten politischen Interesse bei beiden Geschlechtern feststellen: Männliche Jugendliche dominieren bei einem Anteil von 40% im Vergleich zu 30% bei den weiblichen Jugendlichen. Diese Diskrepanz
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verringert sich allerdings immer weiter. Aus Sicht der Jugendlichen ist Politik also demnach immer noch eher ein „Männerthema“.
Auch in Bezug auf die religiöse Orientierung lassen sich bei den gläubigen Jugendlichen erwähnenswerte Auffälligkeiten feststellen. Das politische Interesse bei Jugendlichen, die an einen Gott glauben, ist geringer ausgeprägt als bei Jugendlichen, die an eine andere überirdische Macht glauben. In dieser Hinsicht unterstreicht die Shell Studie, dass politisch interessierte Jugendliche nicht den Durchschnitt, sondern eine abweichende Gruppe innerhalb der Jugend repräsentieren. Zur „links-rechts“-Positionierung der Jugendlichen und ihrem Verhältnis zu den Parteien geht aus der Shell Jugendstudie hervor, dass die deutsche Jugend sich nach eigener Einschätzung nach wie vor geringfügig linkslastiger als die gesamte deutsche Bevölkerung, die sich auch leicht links von der Mitte ansiedelt, sieht. Überdurchschnittlich häufig sind Jugendliche ohne politische Positionierung Schüler aus der Haupt- und Realschule, Personen mit geringerem Politikinteresse bzw. im Allgemeinen etwas mehr Jugendliche aus den alten Bundesländern, wobei 16% der Jugendlichen aus den alten Bundesländern politisch unpositioniert sind, im Vergleich zu 8% der Jugendlichen aus den neuen Bundesländern. Den parteipolitischen Extrema schreiben sich nur eine Minderheit der Jugendlichen zu. Hier konstituieren sich die linken Jugendlichen (Einstufung 0-2 auf einer Skala von 0-10 von links nach rechts gehend) mit einem Anteil von 13% in den neuen Bundesländern etwas höher im Gegensatz zu 9% in den alten Bundesländern. Das nach eigenem Bekenntnis rechte Spektrum (Einstufung 8-10 auf einer Skala von 0-10 von links nach rechts gehend) ist in den alten Bundesländern und neuen Bundesländern mit jeweils 4% gleich stark vertreten. Eine weitere Fragestellung in der Shell Jugendstudie beschäftigt sich mit der Meinung der Jugendlichen, welche Partei die Probleme in Deutschland am ehesten lösen könne. 41% der Jugendlichen geben hierzu an, dass keine der Parteien hierzu in der Lage sei, während weitere 6% hierzu keine Angabe machen. Die CDU/CSU kann insgesamt 20% von ihrer Politik überzeugen, zur SPD tendieren etwa 18%, nur 6% trauen dies den Grünen zu, von der FDP sowie der PDS bzw. Linkspartei erhoffen sich 3% eine umfassende Lösung und ein ganzes Prozent vertraut hierbei den rechtsradikalen Parteien. Diese Resultate bestätigen den Trend der auch bei der vorangegangenen Bundestagswahl 2005 vorgeherrscht und die Konstituierung der großen Koalition von CDU/CSU und SPD zur Folge gehabt hat. Zu den Ergebnissen der Umfrage ist jedoch anzumerken, dass junge Menschen noch keine starke Bindung zu einer bestimmten Partei aufgebaut haben, was
Arbeit zitieren:
Vivien Baldwin, 2007, Jugendspezifische Formen politischen und sozialen Engagements, München, GRIN Verlag GmbH
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