1. Einleitung 2
2. Die Außenseiterthematik in den behandelten Werken. 3
2.1 Woyzeck. 3
2.2 Draußen vor der Tür. 4
2.3 Adam Geist 7
3. Vergleich. 9
3.1 Das Soldatentum - „Ich hätte gerne einen Trost“ 9
3.2 Kommunikation und Gewalt. 11
3.3 Das weibliche Gegenüber 13
4. Schluss 15
5. Literaturverzeichnis 16
1. Einleitung
Befragt man seine Mitmenschen, so gibt es niemanden, dem die Thematik des Außenseiters nicht bekannt wäre, denn jeder ist im Laufe seines Lebens schon Außenseitern in verschiedenen Formen begegnet oder gar selbst einmal einer gewesen.
Die Literatur thematisiert diese Thematik häufig in all ihren Facetten, denn die Problematik ist, wie gesagt, für jedermann zugänglich, lässt sich auf die unterschiedlichsten Arten behandeln, und es bestehen beinahe keine Grenzen, was die Lösungsmöglichkeiten angeht. Letzteres erübrigt sich allerdings, betrachtet man, wie Außenseiter in Dramen behandelt werden, denn der Ausgang ist natürlich stets tragisch. Dennoch ist der Spielraum auch hier groß, denn die Gründe für das Außenseitertum sind, wie gesagt, vielfältig, und so sind über die Jahrhunderte unterschiedliche Figuren und Umfelder entstanden, die zwar thematisch miteinander vergleichbar, aber doch aufgrund ihrer Entstehungszeit sehr unterschiedlich sind. Betrachtet werden soll die Thematik im Folgenden in drei Dramen: Georg Büchners „Woyzeck“ (1836), Wolfgang Borcherts „Draußen vor der Tür“ (1947) und Dea Lohers „Adam Geist“ (1998).
Das Außenseitertum der Hauptfiguren soll verglichen werden, und dafür wird zunächst jeder Außenseiter für sich betrachtet - er allein, mit seiner Geschichte, die ihn zu einem solchen macht, und wie er mit der Gesellschaft, in die er nicht hineinzupassen scheint, umgeht. Die Weiterentwicklung der Figur, sofern es denn eine gibt, und die Suche nach Möglichkeiten, sich anzupassen, oder nach Plätzen, an die er trotz allem hin passt, sollen beleuchtet werden, um dann später in einem weiteren Schritt des Vergleiches Unterschiede zu finden und Gemeinsamkeiten herauszustellen, die trotz der unterschiedlichen historischen Umstände vorhanden sind. Diese Umstände an sich werden allerdings nur ganz am Rande thematisiert, sofern sie wichtig für das Verständnis der Figuren oder auch der Intentionen des Autors sind, denn ein differenziertes Bild der Gesellschaft würde den Rahmen einer Hausarbeit sprengen und dazu die eigentliche Thematik in den Hintergrund rücken.
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2. Die Außenseiterthematik in den behandelten Werken
Warum ist ein Außenseiter ein Außenseiter? Wer oder was trägt Schuld an der Situation und mit welchen Mitteln versucht die Hauptfigur ihrer Rolle zu entkommen? Was hindert sie daran und was ist letztendlich übrig von einem Leben als Außenseiter?
Diese Fragen werden im Folgenden Drama für Drama erörtert und bilden den Grundstock für den später folgenden Vergleich. Auch, wenn sich hier teilweise sehr auffällige Parallelen ergeben, so soll doch erst einmal jede Figur für sich betrachtet werden, um die individuelle Entwicklung zum Außenseiter vorzustellen.
2.1 Woyzeck
Franz Woyzeck gilt nicht umsonst als der prototypische Außenseiter in der Literatur: Als „unterst Stuf von menschliche Geschlecht“ 1 findet er in der Gesellschaft keinen Halt und auch ein Zugang zu seinen Mitmenschen, sogar zu seiner Partnerin Marie, bleibt ihm weitestgehend verwehrt.
Gleich zu Beginn des Dramas gibt es eine Gesprächsszene mit dem Kameraden Andres, die jedoch mehr als Monolog Woyzecks erscheint, und sehr deutlich seine psychische Labilität, seinen Verfolgungswahn und seine Ängste zum Vorschein bringt. Einen wirklichen Gesprächspartner, um diese Ängste mitzuteilen, gibt es auch später nicht, und auch auf die Belehrungen und Vorwürfe von dem Doktor, für den er Versuchsperson ist, versucht Woyzeck zu reagieren, bringt jedoch zumeist nur Phrasen hervor: „Wenn einem die Natur kommt.“ 2 Selbst mit Marie, die ja eigentlich die Außenseiterrolle durch das gemeinsame, uneheliche Kind mit ihm teilt, kann keine rechte Kommunikation zustande kommen, denn auch sie kann kein Verständnis für seine Ängste aufbringen, sie fürchtet sich vielmehr davor. Selbst, als er beobachtet, dass „seine“ Marie mit dem Tambourmajor tanzt, sieht er sich nicht in der Lage, sie auf die Situation anzusprechen, ringt sogar später mit dem Major, als er ihn im Wirtshaus antrifft. Der körperlich unterlegene Woyzeck verliert und muss sich blutend und
1 Büchner, Woyzeck, S. 13, Z. 5f
2 Ebd., S. 21, Z. 12
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Arbeit zitieren:
Melanie Plohmann, 2008, Die Außenseiterthematik in "Woyzeck", "Draußen vor der Tür" und "Adam Geist" im Vergleich, München, GRIN Verlag GmbH
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