Evaluierung eines e-Learning Systems im Open-Source Bereich
Stichworte:
e-Learning, Lernplattform, e-Learning Systeme, Evaluierung, Scoringmodell, Umfrage, Web-Based-Training ( WBT), Computer-Based-Training ( CBT), Lecture recording, Online-Kurs, Hochschulszenarien, Mikrostruktureller Mehrwert, Makrostruktureller Mehrwert, Mehrwertdimensionen, Open-Source, “Ilias“, „Claroline“, „Mimerdesk“, „StudIP“
Zusammenfassung:
Die Entwicklung der jüngsten Zeit zeigen klare Veränderungen im Bildungswesen durch e-Learning auf. Elektronisch gestütztes Lernen führt zu einem Paradigmenwechsel in der Aus-und Weiterbildung. In der Diplomarbeit wird eine Empfehlung eines e-Learning Systems zur Einführung an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Halle / Wittenberg ausgesprochen. Es werden Hochschulszenarien für den Einsatz von e-Learning Systemen und die Anfor derungen an ein optimales e-Learning System für die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät diskutiert.
Evaluation of an E-Learning System in the Opensource Sector
Keywords:
e-learning, learning platform, e-learning system, evaluation, scoring card, opinion poll, web based training (WBT), computer based training (CBT), lecture recording, online coursing, scenario of the university, micro structural value-added, macro structural value-added, dimension of value-added, open source, „Ilias“, „Claroline“, „Mimerdesk“, „StudIP“
Abstract:
Recent developments have been showing obvious changes in education due to e-learning. Electronically supported learning leads to traditional education paradigms being changed in both, training and further education. The present thesis paper outlines recommendations in terms of a potential introduction of an e-learning system at the Department of Economics of Martin-Luther-University Halle / Wittenberg. In other words, concerning the Department of Economics, will investigate on t he usage of e-learning systems in various settings and the demands set from an optimal approach.
2
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 11
1.1 Problemspektrum 11
1.2 Zielstellung 18
1.3 Abgrenzung. 19
1.4 Aufbau der Arbeit 19
2 Grundbegriffe und Ausprägungen von e-Learning. 22
2.1 Begriffsvielfalt des e-Learning. 22
2.2 Definition des Begriffs e-Learning 22
2.3 Ausprägung der e-Learning Formen. 26
2.4 E-Learning im Distance-Learning Betrieb 29
2.5 E-Learning im Blended-Learning Betrieb 29
2.6 Chancen, Risiken und Grenzen von e-Learning 30
3 Ausgewählte Hochschulszenarien. 32
3.1 Szenarien des Blended-Learning für das Studium. 32
3.1.1 Grundstudium. 34
3.1.1.1 Vorlesungsszenarien im Grundstudium 34
3.1.1.2 Übungsszenarien / Tutorienszenarien im Grundstudium 41
3.1.2 Hauptstudium 42
3.1.2.1 Vorlesungsszenarien im Hauptstudium 42
3.1.2.2 Übungsszenarien im Hauptstudium 42
3.1.2.3 Seminarszenarien im Hauptstudium 42
3.2 Szenarien des Distance-Learning für die Weiterbildung 43
3.2.1 Weiterbildungskurse 45
3.2.2 Workshops 46
3
Inhaltsverzeichnis
4 Evaluierung eines e-Learning Systems im Open-Source Bereich. 47
4.1 Methodik der Softwareauswahl. 47
4.2 Auswahlprojekte für e-Learning Systeme 48
4.3 Problemlösungskonzept. 50
4.4 Scoringmodell 54
4.5 Umfrage zum e-Learning. 57
5 Ergebnisse der Evaluierung von e-Learning Systemen im
Open -Source Bereich. 62
5.1 Ergebnisse der Vorauswahl. 62
5.2 Bewertung der favorisierten e-Learning Systeme 62
5.2.1 Zusammenfassung 63
5.2.2 Klassifizierung der Beschreibung 71
5.2.3 Beschreibung StudIP 72
5.2.4 Beschreibung Ilias 75
5.2.5 Beschreibung Mimerdesk. 77
5.2.6 Beschreibung Claroline 79
5.3 Zuordnung der e-Learning Systeme zu den Anforderungen. 80
6 Vorstellung des optimalen e-Learning Systems für die Universität
Halle -Wittenberg. 83
7 Schlußbetrachtung / Ausblick 91
8 Literaturverzeichnis 99
Anhang A: Glossar 109
Anhang B: Abkürzungsverzeichnis 125
Anhang C: Umfrage. 126
Anhang C1: Fragen der Umfrage. 126
Anhang C2: Umfrageergebnisse 135
4
Inhaltsverzeichnis
Anhang :D K.O.-Kriterien und Scoringmodell. 151
Anhang D1: K.O.-Kriterien. 151
Anhand D2: Scoringmodell. 152
Anhang E: Screenshots der e-Learning Systeme 159
Anhang E1:StudIP 158
Anhang E2:Mimerdesk. 161
Anhang E3:Ilias 172
Anhang E4:Claroline 173
Anhang F: Produktbeschreibung „Lecturnity“ von I-MC 179
Anhang G: Softwareauswahl nach Stahlknecht 181
Anhang H: Konstruktivismus, Interaktivität, Mehrwerte 183
1) Konstruktivismus und Interaktivität. 183
2) Der Mehrwert „Neuer Medien“ für Lehre und Bildung 184
a. Der „makrostrukturelle Mehrwert“ 185
b. Der „mikrostrukturelle Mehrwert“ 189
c. Die Dimension des „Mehrwertes“ 190
Anhang I: Umsetzungstechnik 193
Anhang J: Leistungsfähigkeit der e-Learning Systeme 196
Anhang K: Autorensoftware. 197
a. „Authorware“ 197
b. „Toolbook“ 197
c. „Director“ 198
5
Inhaltsverzeichnis
d. „Flash“ 199
Anhang L: Anforderungen und Abdeckung durch die
Lernumgebungen 201
Anhang M: Erklärung 204
6
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Einflußfaktoren auf e-Learning
Abbildung 2: Lern-Domänen.
Abbildung 3: Einstufung der e-Learning Formen
Abbildung 4: Szenario 1 der "Alma mater virtualis"
Abbildung 5: Mehrwert-Dimensionen neuer Medien.
Abbildung 6: Dimensionen der Vorlesung
Abbildung 7: Dimension der Vorlesung mit hoher Distanz
Abbildung 8: Dimension der Vorlesung mit hoher Distanz und hoher Multimedialität.
Abbildung 9: Dimension der Vorlesung mit hoher Multimedialität, hoher Interaktivität und
hoher Distanz
Abbildung 10: Szenario der Weiterbildung der "Alma mater virtualis"
Abbildung 11: Mehrwert-Dimensionen neuer Medien
Abbildung 12: Eigenes Vorgehensmodell zur Evaluierung der e-Learning Systeme.
Abbildung 14: Leistungsfähigkeit von "StudIP"
Abbildung 15: Leistungsfähigkeit von „Ilias“
Abbildung 16: Leistungsfähigkeit von „Mimerdesk“
Abbildung 17: Leistungsfähigkeit von „Ilias“
Abbildung 18: Interesse für e-Learning
Abbildung 19: Erfahrungen im Umgang mit e-Learning
Abbildung 20: Universitätsbetrieb vs. virtueller Lernbetrieb
Abbildung 21: Suchfunktion
Abbildung 22: Newsticker.
Abbildung 23: Kalenderwerkzeug / Terminplaner
Abbildung 24: Online-Hilfe
Abbildung 25: FAQ's
Abbildung 26: Virtuelles Klassenzimmer
Abbildung 27: Newsboard / Diskussionsforum
Abbildung 28: File Sharing.
Abbildung 29: Videokonferenz
Abbildung 30: Audiokonferenz.
Abbildung 31: E-Mail
Abbildung 32: Chat.
Abbildung 33: Shared Whiteboard
Abbildung 34: Application Sharing
Abbildung 35: Lehrmaterial upload / download
Abbildung 36: Dateiverwaltung /-sortierung
7
Inhaltsverzeichnis
Abbildung 37: Prüfungssystem / Lernkontrolle
Abbildung 38: Automatische Bewertung der Prüfung.
Abbildung 39: Lernfortschrittsverfolgung.
Abbildung 40: Auswahl der Lehrgebiete.
Abbildung 41: Newsticker / Update zu den Lehrgebieten.
Abbildung 42: Verwaltung des eigenen Profils.
Abbildung 43: Erfahrung mit e-Learning oder Collaboration-Tools
Abbildung 44: Nutzen des Fragebogens.
Abbildung 45: Favorisierte e-Learning Systeme
Abbildung 46: StudIP Begrüßungsseite
Abbildung 47: StudIP Startseite
Abbildung 48: StudIP Startseite 2
Abbildung 49: StudIP Terminkalender
Abbildung 50: StudIP Stundenplan
Abbildung 51: Mimerdesk Startseite-Desktop.
Abbildung 52: Mimerdesk Startseite-News.
Abbildung 53: Mimerdesk Gruppe-Links
Abbildung 54: Mimerdesk Gruppe-Info.
Abbildung 55: Mimerdesk Gruppe-News
Abbildung 56: Mimerdesk Gruppe-Kalender
Abbildung 57: Mimerdesk Gruppe-Dateien
Abbildung 58: Mimerdesk Gruppe-Abstimmung.
Abbildung 59: Mimerdesk Gruppe-Dateien
Abbildung 60: Mimerdesk Gruppe-Foren
Abbildung 61: Mimerdesk Gruppe-Gruppe bearbeiten.
Abbildung 62: Mimerdesk Gruppe-Foren
Abbildung 63: Mimerdesk Kommunikation-Info.
Abbildung 64: Mimerdesk Persönlich-Aufgaben.
Abbildung 65: Mimerdesk Ressourcen-Benutzer Profile
Abbildung 66: Mimerdesk Persönlich-Kalender.
Abbildung 67: Mimerdesk Persönlich-Kontakte
Abbildung 68: Mimerdesk Projekte-Gruppen verwalten
Abbildung 69: Mimerdesk Ressourcen-Info.
Abbildung 70: Mimerdesk Tools-Benutzer
Abbildung 71: Ilias Kursübersicht.
Abbildung 72: Claroline-Startseite
Abbildung 73: Claroline-Kursübersicht
8
Inhaltsverzeichnis
Abbildung 74: Claroline-Startmenü.
Abbildung 75: Claroline-Dokumente
Abbildung 76: Claroline-Studentendokumente
Abbildung 77: Claroline-Ankündigung.
Abbildung 78: Claroline-Foren
Abbildung 79: Claroline-Links
Abbildung 80: Claroline-Video.
Abbildung 81: Claroline-Benutzer.
Abbildung 82: Claroline-Übung
Abbildung 83: Produktionsphasen von "Lecturnity"
Abbildung 84: Grundmodell der "Alma Mater Virtualis "
Abbildung 85: Szenario 1 der "Alma mater virtualis"
Abbildung 86: Szenario 2 der "Alma mater virtualis"
Abbildung 87: Szenario 3 der "Alma mater virtualis“
Abbildung 88: Mehrwert-Dimensionen neuer Medien
Abbildung 89: Leistungsfähigkeit der untersuchten e-Learning Systeme
Abbildung 90: Leistungsfähigkeit der untersuchten e-Learning Systeme (2)
(Netzdarstellung)
9
Inhaltsverzeichnis
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Rahmenbedingungen an der Universität. 17
Tabelle 2: Anforderungen an e-Learning Systeme 24
Tabelle 3: Morphologisches Schema zu den Dimensionen von e-Learning. 26
Tabelle 4: Einordnung der Lernformen nach der Johnson Raum-Zeit-Matrix 28
Tabelle 5: Chancen, Risiken, Grenzen des e-Learning 31
Tabelle 6: Priorität der Merkmale 56
Tabelle 7: Bewertung der Merkmale (Merkmalsausprägung) 56
Tabelle 8: Überblick über die e Learning-Tools 67
Tabelle 9: Zusammenfassung der Ergebnisse des Scoringmodells 68
Tabelle 10: Beweggründe, Mittel und Werkzeuge für e-Learning Ansätze an der Fakultät 82
Tabelle 11: Zusammenfassung der Funktionen eines optimalen e-Learning Systems 90
Tabelle 12: Abgeleitet Anforderungen aus Hochschulszenarien 92
Tabelle 13: Einsatzmöglichkeiten der evaluierten Systeme 94
Tabelle 14: (Status Quo) Derzeitiger Stand der Nutzung von Lernumgebungen an der
Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät 95
Tabelle 15: Studiengang an der Martin-Luther-Universität Halle /Wittenberg 148
Tabelle 16: K.O.-Kriterien. 151
Tabelle 17: Scoringmodell. 157
Tabelle 18: Umsetzungstechniken und deren Eigenschaften. 195
Tabelle 19: Anforderungen und ihre Abdeckung durch die Lernumgebungen. 204
10
1 Einleitung
Das Problemspektrum klärt, warum e-Learning für die Gesellschaft, die Universitäten und die Unternehmen in Deutschland so wichtig ist, und warum jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, dieses Gebiet der Wissenschaft voranzutreiben. Mit den Unterkapiteln Zielstellung, Abgrenzung und Aufbau der Arbeit wird das Spektrum der Diplomarbeit definiert.
Im Rahmen dieser Diplomarbeit wurde eine Informations- und Literaturrecherche zum Thema e-Learning durchgeführt. Wird der Begriff „e-Learning“ in eine Suchmaschine im Internet eingegeben, so enthält das Ergebnis bis zu 50.000 Treffer. Im Gegenzug ergibt eine Literaturrecherche, die sich im Kern mit dem Thema e-Learning beschäftigt, nur ca. 40 Bücher im deutschsprachigen Raum. Der Autor dieser Diplomarbeit hat im Jahre 2000 zum Thema „e- Learning“ bereitseine Seminararbeit verfaßt. Damals betrug die Anzahl der Treffer in den Suchmaschinen ca. 5000 und es gab nur eine handvoll Bücher. Was zeigt dies? Zum einen bescheinigt es dem Bereich e-Learning ein rapides Wachstum, zum anderen zeigt es e-Learning als immer noch relativ neues Gebiet der Wissenschaft, welches Gegenstand dieser Diplomarbeit ist.
1.1 Problemspektrum
Die technologischen Innovationen im Bereich der neuen Medien haben unseren Alltag stark verändert. Waren bis vor einiger Zeit noch der Preisvergleich von Konsumgütern in spezialisierten Suchmaschinen, die Abwicklung von Bankgeschäften oder das Versenden von e-Mails Computerexperten vorbehalten, so sind diese Arten der Informationsbeschaffung heutzutage zur Selbstverständlichkeit geworden, zumindest für die neue Generation 1 . Mit einer Vielzahl neuer Lernformen und -szenarien eröffnet e-Learning der universitären Ausbildung, aber auch in der betrieblichen Weiterbildung völlig neue Dimensionen. Es stellt sich natürlich die Frage, warum e-Learning so wichtig ist? Die Antwort hierauf ist einfach. In unserer wissensbasierten, modernen Informationsgesellschaft wird die Bildung der Menschen immer mehr zu einem entscheidenden Faktor für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft 2, 3 .
1 Klett, Michael: Zum Wandel der Informations- und Kommunikationsstrukturen durch die neuen Medien und zu den Chancen des E-Learning. In: Scheffer, Ute / Hesse, Friedrich W. (Hrsg.): E-Learning - Die Revolution des Lernens
gewinnbringend einsetzen. 1. Auflage, Stuttgart: Klett-Cotta 2002, S. 11f.
2 Palmer, Christoph-E: E-Learning - die Revolution des Lernens gewinnbringend einsetzen. In: Scheffer, Ute / Hesse, Friedrich W. (Hrsg.): E-Learning - Die Revolution des Lernens gewinnbringend einsetzen. Stuttgart: Klett-Cotta
2002. S.13 f.
3 Buch, Tanja / Cordes, Stefan, Maaß, Peter / Rieger, Matthias: ILSO: ein E-Learning-Projekt in der Soziologie. In: Jantke, Klaus P. (Hrsg.): Von e-Learning bis e-Payment: Das Internet als sicherer Marktplatz . 1. Auflage, Berlin:
Akademische Verlagsgesellschaft Aka GmbH, S. 449f..
11
In dieser Gesellschaft ist das Wissen nicht mehr ausschließlich eine persönliche Qualifikation, sondern einer der wichtigsten Produktionsfaktoren. Das Wissen wird integraler Teil des industriellen Prozesses. Dies geschieht durch die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien. Sie erlauben ein Arbeiten ohne Medienbrüche. Die wichtigsten Tätigkeiten geschehen nun am Computer und in digitalen Netzwerken: Lernen, Informieren, Planen, Konzipieren, Konstruieren, Simulieren, Umsetzen, Steuern, Kontrollieren, Kommunizieren. Die Netzwerke ermöglichen eine globale Verfügbarkeit und einen Zugriff ohne Zeitverzögerung. Die einmalige persönliche Qualifikation wird abgelöst durch den Prozeß lebenslangen Lernens 4,5 .
Für die Wirtschaft entfaltet sich die industrielle Produktion als wissensbasierte und permanente Innovation. Die weltweite Wirtschaft, der Übergang zur Dienstleistungsgesellschaft, immer kürzer werdende Produktlebenszyklen und die ständige Innovation von Produkten und Prozessen zeigen die sich dynamisch ändernden Rahmenbedingungen. Um diesen Anforderungen genügen zu können, müssen neue Strategien im Umgang mit Informationen, Kommunikation und Wissen entwickelt werden. Für die Gegenwart und die Zukunft gilt: “Wissen muß nicht nur auf der Ebene der Schule und Hochschule, sondern auch im späteren Leben, also auf allen Ebenen erworben werden und kontinuierlich erneuert werden“ 6 . In unserer heutigen Zeit erleben wir eine regelrechte Wissensexplosion und einen immer schneller werdenden Wissensverfall. Innerhalb von 5 Jahren verdoppelt sich z.B. in den technischen- und ingenieurwissenschaftlichen Fachgebieten das Wissen. Im Gegenzug sind Informationen in diesen Bereichen nach einem halben Jahr obsolet. Das Wissen wird in unserer Zeit mehr denn je, als wertvoller Rohstoff betrachtet. Mit Hilfe von Wissensmanagement versuchen die involvierten Personen diesen wertvollen Rohstoff optimal zu nutzen und bereitzustellen. Damit wird e-Learning zum „integralen Motor moderner Aus- und Weiterbildung“ 7 .
Die Entwicklung hat elementare Folgen für das Lernen und die berufliche Qualifizierung: Es entstehen neue Anforderungen, die ohne hochentwickelte Lernkonzepte, die durch die neuen
4 Bentlage, Ulrike / Glotz, Peter / Hamm, Ingrid / Hummel, Johannes (Hrsg.): E-Learning - Märkte, Geschäftsmodelle, Perspektiven. 1. Auflage, Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung 2002, S.7ff.
5 Feuerhelm, Dirk / Bonn, Matthias / Abeck, Sebastian: Die Werkzeugarchitektur zur Unterstützung von Autoren und Dozenten in der internet-basierten Aus- und Weiterbildung. In: Jantke, Klaus P. (Hrsg.): Von e-Learning bis
e-Payment: Das Internet als sicherer Marktplatz . 1. Auflage, Berlin: Akademische Verlagsgesellschaft Aka GmbH,
S.291.
6 Palmer, Christoph-E.: E-Learning - die Revolution…, a.a.O., S. 12f.
7 Ebenda S. 13f.
12
Medien gestützt werden, schwerlich zu bewältigen sind. Die folgenden Punkte sollen an dieser Stelle eine Zusammenfassung über die Anforderungen der Informationsgesellschaft geben 8 :
1) Ausweitung der Wissensproduktion
2) Globalisierung und Mobilität 3) Wissen wird immer mehr zur strategischen Ressource 4) Rascher Wandel und zunehmende Komplexität 5) Hoher Zeit- und Kostendruck 6) Anstieg des Qualifizierungsniveaus 7) Notwendigkeit zum lebenslangem Lernen 8) Zunehmende Durchdringung.
Wird der Blick auf die Nutzung von Computern und Internet für die Vermittlung von Bildungsinhalten gerichtet, so ist schnell klar, daß diese Art der Wissensvermittlung weit mehr als die einfache Bereitstellung von Informationen umschließt 9 . Dazu gehören vor allem eine klarstrukturierte und zielgruppengerechte Auswahl der Lerninhalte und eine mediendidaktisch fundierte Aufbereitung der Lehrinhalte 10 . Hierzu bedarf es durchdachter Konzepte die den Nutzer nicht überfordern, ihm Spaß am Lernen bereiten und den gewünschten Lernerfolg garantieren. Es muß die Freizügigkeit des Mediums genutzt werden, ohne sich in seiner Weitläufigkeit zu verlieren. Das Lernen am Computer, die Nutzung von virtuellen Lernräumen und die Kommunikation mit Teletutoren und die neuen Interaktionsmöglichkeiten zwischen den Nutzern stellen veränderte Anforderungen an Professoren, Mitarbeiter und Studenten dar 11 . Die soziale Interaktion folgt in diesem Umfeld anderen Gesetzmäßigkeiten, die erkannt und genutzt werden müssen 12 .
Der steigende Bedarf an Wissen erfordert e ffiziente technische Systeme und innovative didaktische Methoden für den gezielten Wissensaustausch. Der konsequente Einsatz von e-Learning ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil und für Unternehmen und teilweise auch für die Universität kostengünstiger als herkömmliche Lernformen.
8 Lang, Norbert: Lernen in der Informationsgesellschaft. In: Scheffer, Ute / Hesse, Friedrich W. (Hrsg.): E-Learning -Die Revolution des Lernens gewinnbringend einsetzen. 1. Auflage, Stuttgart: Klett-Cotta 2002, S. 24 f.
9 Klett, Michael: Zum Wandel…, a.a.O., S.11 ff.
10 Pfretzschner, Romy / Hoppe, Thomas: Netzbasiertes Lernen und Arbeiten in virtuellen Gemeinschaften. In: Jantke, Klaus P. (Hrsg.): Von e-Learning bis e -Payment: Das Internet als sicherer Marktplatz . 1. Auflage, Berlin:
Akademische Verlagsgesellschaft Aka GmbH, S. 218f..
11 Schade, Gabriele: Digitale Lernsysteme ZEdu&Train. In: Jantke, Klaus P. (Hrsg.): Von e-Learning bis e-Payment: Das Internet als sicherer Marktplatz . 1. Auflage, Berlin: Akademische Verlagsgesellschaft Aka GmbH, S. 479f..
12 Klett, Michael: Zum Wandel…, a.a.O., S.12.
13
Der Trend führt derzeit zu einer steigenden Nachfrage. Der Markt für elektronisches Lernen boomt 13 . Das Marktforschungsinstituts IDC geht davon aus, daß Unternehmen in Europa im Jahre 2004 ca. 4 Milliarden Euro für e-Learnin g ausgeben werden. Deutschland ist das Bildungsland Nummer „eins“ in Europa. Wie eine aktuelle Studie zur Verbreitung neuer Medien in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung zeigt, nutzen derzeit fast 90% der deutschen TOP-Unternehmen e-Learning. Allerdings relativiert sich das Ergebnis dieser Studie, wenn man bedenkt daß:
• 93% Computer Based Training (CBT),
• 67% arbeiten mit Schulungsvideos,
• 25% nutzen internetbasiertes Web Based Training(WBT),
• 20% bringen Business TV zur Anwendung und
• 19% virtuelle Klassenzimmer für ihre interne Weiterbildung einsetzen 14 .
An dieser Stelle wird das breite Spektrum elektronischer Lernformen und deren spezifische Ausprägung im Unternehmensumfeld aufgezeigt. In erster Linie stehen bei den Diskussionen um e-Learning-technische und mediale Punkte im Vordergrund. Jedoch vergessen die meisten Autoren und Tutoren dabei, daß nicht der Einsatz der neuen Medien, wie Audio, Video, Grafiken, Animationen usw. zum Erfolg von Qualifizierungsmaßnahmen führen, sondern vielmehr die methodische Gestaltung. Die neuen Medien ermöglichen neue Lern- und Arbeitsformen, welche in innovative methodische Konzepte eingebettet werden müssen. Jedoch gibt es hierzu bis heute noch keine endgültigen Vorgehensmodelle oder Konzepte, lediglich einzelne Ansätze, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Phänomen e-Learning befassen. Die folgende Abbildung 1 zeigt die Einflußfaktoren auf das e-Learning Spektrum 15 .
13 http://www.bmbf.de BMBF & BMWI, 2002 Stand: 10.10.2002
14 „E-Learning und Wissensmanagement in den deutschen Großunternehmen“, http://unicmind.com AG, Stand: 30.05.2001
15 Scheffer, Ute: E-Learning - Einführung. In: Scheffer, Ute / Hesse, Friedrich W. (Hrsg.): E-Learning - Die Revolution des Lernens gewinnbringend einsetzen. 1. Auflage, Stuttgart: Klett-Cotta 2002, S. 15f.
14
Abbildung 1: Einflußfaktoren auf e-Learning 16
An dieser Stelle wird kurz die Situation der Hochschulen in Deutschland beschrieben. In den USA agieren die meisten Universitäten bereits erfolgreich im Markt für e-Learning. Die deutschen Hochschulen stehen dagegen erst in den Startlöchern 17 . Die Institutionen arbeiten allein an e-Learning Lösungen oder in kleinen Kooperationen, auf Grund der dezentralen Struktur in der Hochschullandschaft 18 . Die dabei zur Verfügung stehenden Ressourcen, Personal, finanziellen Mittel und zeitlichen Budgets sind nicht ausreichend für ein umfassendes Studienangebot. Der Markt für Aus- und Weiterbildung kann somit nicht bedient werden. Daher wird hier die Chance einer Refinanzierung virtueller Bildungsangebote nicht genutzt. Die deutschen Hochschulen müssen sich anpassen, wenn sie eine führende Position im neu entstehenden Bildungsmarkt einnehmen wollen. Sie müssen sowohl den Umgang mit den neuen Medien erlernen 19 , als auch neue Wege zur Erschließung von Bildungsmärkten finden. In der heutigen Zeit ist die Landschaft der deutschen Hochschulen g ekennzeichnet durch volle Hörsäle, knappe finanzielle Mittel und geringe Flexibilität. Im Gegensatz dazu sollen jedoch
16 Quelle: Erstellt vom Verfasser.
17 Berbalk / Weidner, Holger: Lehre und Studium an der Universität Hamburg. http://www.unihamburg.de/pdfs/studber.pdf: Stand:10.10.2002
18 Müller-Bölling, D.: Lehren und Lernen im Cyberspace. Vortrag Learntec 31.01.2001. Quelle: http://www.studieren-im-netz.de Stand: 30.10.2002
19 „Breiter Einsatz von Neuen Medien in der Hochschule“ Strategiepapier; Beschluss der BLK vom 17. Juni 2002 http://www.blk-bonn.de/neue_medien_hochschule.htm Stand: 29.10.2002
15
immer mehr Studierende, in immer kürzerer Zeit ausgebildet werden. Häufig sind die Veranstaltungen überfüllt und die Vorlesungs- und Übungsgruppen leiden unter zu großen Teilnehmerzahlen 20 . Die Bund-Länder-Kommission (BLK) betont daher, mittels eines Strategiepapiers, die Notwendigkeit neue Medien an den Universitäten einzusetzen, und bekräftigt die Nachhaltigkeit 21 zur Sicherung der bereits vorhandenen e-Learning Projekte zur dauerhaften Integration in den regulären Hochschulbetrieb 22 . Im Jahre 2005, nach Angaben des Expertenpapiers „Szenario 2005“, sollen bereits mehr als die Hälfte aller Studierenden virtuelle Studienangebote nutzen 23 .
Weiterhin ergeben sich insbesondere für die Universität folgende Einflußfaktoren:
20 Encarnação, José / Guddat, Hannes / Schnaider, Michael: Die Hochschule auf dem Weg ins E-Learning-Zeitalter In: Bentlage, Ulrike / Glotz, Peter / Hamm, Ingrid / Hummel, Johannes (Hrsg.): E-Learning - Märkte,
Geschäftsmodelle, Perspektiven. 1. Auflage, Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung 2002, S.23 ff.
21 Siehe Anhang A: Glossar „Nachhaltigkeit“
22 „Breiter Einsatz von Neuen Medien in der Hochschule“ Strategiepapier; Beschluss der BLK vom 17. Juni 2002 http://www.blk-bonn.de/neue_medien_hochschule.htm Stand: 27.10.2002.
23 Expertenkreis „Hochschulentwicklung durch neue Medien“: Encarnaçao ./ Leidhold / Reuter.: Szenario: Die Universität im Jahre 2005. Informatik-Spektrum, 23, 4, (2000), S.264-270.
24 Globalisierung des Bildungsmarktes durch Neue Medien - Auswirkungen auf die Hochschulen. Dokumentation des Bildungspolitischen Gesprächs der BLK. Bonn 2000.
25 „Projekt von virtuellen Studiengängen“ http://www.winfoline.de Stand: 16.09.2002.
16
Tabelle 1: Rahmenbedingungen an der Universität 27
Mit dem Begriff e-Learning 28 sind viele Hoffnungen verbunden. Hier wären „der Anbruch des Zeitalters der Wissens- [und Informationsgesellschaft], der Durchbruch für die Geschäfte im Internet und der Aufbruch verkrusteter Hochschulen“ 29 in eine Ära der Bildungsreform zu nennen. Obwohl die Zukunft der Hochschulen ungewiß ist zeichnen sich bereits heute eindeutige Konturen in der Hochschullandschaft ab. Es ist ebenfalls sicher, daß e-Learning zu einem weitreichenden Paradigmenwechsel führt. In naher Zukunft werden Bildungsmärkte entstehen, die nicht durch Angebote, sondern durch Nachfrage und Konkurrenz bestimmt sind. Bereits etablierte Akteure im Bereich des Bildungswesens müssen sich neue Fertigkeiten aneignen. Dies betrifft insbesondere die Hochschulen. Es gibt bereits erste Erfahrung vorrangig in den angelsächsischen Staaten, aber auch in Europa werden die ersten Schritte im Bereich e-Learning gewagt. E-Learning bedeutet in Europa eine relativ neue Form der Kommerzialisierung in der Ausbildung, welche eine völlig neue Ausrichtung der Geschäftsmodelle erfordert 30 .
Auf Grund der Veränderungen im Bildungswesen stehen nun nicht mehr die Lehrenden mit ihren Lehren im Mittelpunkt, sondern die Lernenden und ihr Lernen. Diese Veränderungen werden vor allem durch neue Formen des Lernens vorangetrieben. Eine dieser einflußreichen Lernformen ist das Online-Lernen 31 .
26 Pfretzschner, Romy / Hoppe, Thomas: Netzbasiertes Lernen…a.a.O. S.219f..
27 Nach: Picht, Jochen: Neue Medien in der Hochschule, Vortrag vom 20.08.2002, S. 4.
28 Siehe Anhang A: Glossar „e-Learningt“
29 Bentlage / Glotz / Hamm / Hummel: E-Learning Märkte…,a.a.O., S. 170ff.
30 Ebenda, S. 171ff.
31 Baltes, Beate: Online-Lernen. In: Jantke, Klaus P. (Hrsg.): Von e-Learning bis e-Payment: Das Internet als sicherer Marktplatz . 1. Auflage, Berlin: Akademische Verlagsgesellschaft Aka GmbH, S. 1.
17
Speziell für die Universität ergeben sich hieraus folgenden Fragen:
1) Welche e-Learning Systeme können an der Universität Halle/Wittenberg aus der personellen, ökonomischen, sozialen und technologischen Sicht eingesetzt werden? 2) In welcher Form soll das e-Learning System eingesetzt werden:
a) In Form eines vom universitären Betrieb losgelösten Distance-Learning Systems oder
b) In Form eines in Verbindung zum universitären Betrieb geführten Blended-Learning Systems?
3) Welche Anforderungen an ein e-Learning System ergeben sich aus der Sicht der Studenten (Lernenden) und Professoren / Dozenten / Mitarbeiter /Tutoren (Lehrenden)? 4) Wie können e-Learning Systeme und die Informationstechnologie zum Erfolg eines Absolventen beitragen?
5) In welcher Qualität werden die Anforderungen an e-Learning System durch diese umgesetzt?
6) Welches e-Learning System erfüllt die Anforderungen der beteiligten Personen mit dem höchsten Zufriedenheitsgrad und dem größten Erfolg?
7) Welche beteiligten Personen sollten mit Hilfe welcher Werkzeuge die Inhalte (Content) solcher e-Learning Systeme erstellen?
8) Welche zusätzlichen Kosten verursacht ein e-Learning System?
9) Welche finanziellen, temporären und personellen Einsparungen lassen sich durch virtuelle Lernsysteme realisieren?
10) Wie kann die Nachhaltigkeit der e-Learning Systeme gesichert werden?
Im Rahmen dieser Diplomarbeit sollen die Fragen 1, 2, 3, 5 und 6 beantwortet werden.
1.2 Zielstellung
Diese Diplomarbeit soll dazu beitragen, Einsatzmöglichkeiten von e-Learning Systemen an der wirtschaftwissenschaftlichen Fakultät der Universität Halle / Wittenberg aufzuzeigen und Akzeptanz für e-Learning zu schaffen. Ein Ergebnis ist eine Empfehlung (evtl. mehrerer) e-Learning Systeme im Open-Source 32 Bereich. Die Evaluierung wird mit Hilfe eines Scoringmodells durchgeführt. Die Wichtungen der Merkmale innerhalb des Scoringmodells werden durch eine Umfrage zum Thema e-Learning gestützt. Aus den resultierenden Ergebnissen ist eine Empfehlung eines e-Learning Systems für die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg auszusprechen. Es wird der Versuch
32 Siehe Anhang A: Glossar „Open-Source“
18
unternommen ein perfektes e-Learning Systems zu beschreiben, welches den Anforderungen der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät gerecht werden würde. Außerdem werden verschiedene Hochschulszenarien für e-Learning Systeme im Grundstudium und Hauptstudium an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät beschrieben.
1.3 Abgrenzung
Aufgrund der Aktualität des Themas e-Learning sind die technischen und mediendidaktischen Aspekte noch nicht genau erforscht und definiert. Immer wieder erscheinen neue Vorgehensweisen und Möglichkeiten im Bereich e-Learning, welche zu einer rasanten Weiterentwicklung führen. Diese Diplomarbeit kann daher keine Abhandlung der theoretischen Grundlagen im Bereich der e-Learning Systeme geben. Die in dieser Diplomarbeit untersuchten e-Learning Systeme beschränken sich auf den Open-Source Bereich. Es werden keine Aussagen gemacht zu den organisatorischen, technischen und personellen Vorraussetzungen und Mindestanforderungen, die benötigt werden, um ein e-Learning System in Betrieb zu nehmen. Es werden keine Geschäftsmodelle für die Umsetzung von e-Learning Strategien behandelt. An dieser Stelle wird auf die Diplomarbeit von Falk Kretschmar mit dem Thema: “Konzepte und Strategien für die Einführung einer e-Learning-Lösung an der Martin-Luther-Universität Halle -Wittenberg“ 33 verwiesen. In dieser parallel zur vorliegenden Diplomarbeit entstandenen Arbeit werden Strategie n für die Einführung einer integrierten e-Learning-Plattform an der Martin-Luther-Universität Halle -Wittenberg behandelt. Durch Darstellung und Anwendung von verfügbaren Analysemethoden wird die Einführung, einer an die universitären Gegebenheiten angepaßten e-Learning Umgebung, aufgezeigt.
Auf Grundlage einer Bestandsaufnahme der vorhandenen IuK-Infrastruktur erfolgt eine Definition und Bewertung von e-Learning Optionen. Darauf aufbauend werden innerhalb der Diplomarbeit von Falk Kretschmar konkrete Empfehlungen zur geplanten Einführung der e-Learning-Umgebung gegeben
Die Anzahl der e-Learning Systeme im kommerziellen und Open-Source Bereich, die auf dem Markt erscheinen, erhöht sich monatlich. Daher wird kein Anspruch auf Vollständigkeit der betrachteten Systeme erhoben. In dieser Diplomarbeit wird nicht auf die mediendidaktische Konzeption und Erstellung von Kursinhalten eingegangen.
1.4 Aufbau der Arbeit
Im Kapitel 1 wird eine Einleitung in die Thematik gegeben. Dabei wird zunächst das Problemspektrum aufgezeigt und die Zielstellung formuliert. Um den Rahmen der Arbeit aufzuzeigen wird gleichzeitig eine Abgrenzung der Diplomarbeit vorgenommen.
33 Kretschmar, Falk: „Konzepte und Strategien für die Einführung einer e-Learning-Lösung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg“ , Martin-Luther Universität Halle/Wittenberg: o.V., 2002.
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Im Kapitel 2 werden grundlegende Begriffe und Lerntheorien als Grundlage für die weiteren Aussagen kurz vorgestellt. Hier wird die Begriffsvielfalt im e-Learning aufgezeigt und eine ausgewählte Definition des Begriffs e-Learning und des Begriffs e-Learning Systeme vorgestellt, um eine Grundlage für die folgenden Kapitel zu schaffen. Es erfolgt eine Einstufung der einzelnen e-Learning Formen und eine Klärung der Begriffe Distance-Learning 34 und Blended-Learning 35 , um wiederum eine begriffliche Grundlage für den Fortgang dieser Diplomarbeit zu schaffen.
Im Kapitel 3 werden ausgewählte Hochschulszenarien für das Studium und die Weiterbildung an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät beschrieben. Der Ansatz „ Mehrwert des e-Learning“ wird für die Entwicklung von Szenarien an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät genutzt, um die Optionen mit ihren Mehrwerten, Voraussetzungen, Chancen und Risiken zu bewerten.
Kapitel 4 dient der Ableitung des Vorgehens für die Aufgabe „Evaluierung von e-Learning Systemen“. Dazu wird zunächst eine Bestandsaufnahme des allgemeinen Vorgehens zur Softwareauswahl vorgenommen. Weiterhin werden die Vorgehensmodelle zur Auswahl von Lernplattformen ausgewertet. Auf dieser Grundlage wird das spezielle Vorgehen im Rahmen der Diplomarbeit begründet. Es wird ein Scoringmodell zur Bewertung der Lernplattformen und das Design für eine Umfrage entwickelt.
Das Kapitel 5 zeigt die Ergebnisse der Evaluierung der e-Learning Systeme durch den Abgleich der Anforderungen mit den Möglichkeiten der ausgewählten e-Learning Systeme. Es wird eine Auswahl von e-Learning Systemen näher beschrieben und hinsichtlich ihrer Stärken und Schwächen untersucht. Das Kapitel zeigt, welche Anforderungen und Einsatzmöglichkeiten die evaluierten e-Learning Systeme in Bezug zum Kapitel 3 abdecken und welche der evaluierten e-Learning Systeme bereits im Einsatz an Lehrstühlen der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät sind.
[0]Im Kapitel 6 werden die Eigenschaften eines optimalen e-Learning Systems beschrieben, welches die Anforderungen vollständig abdecken würde. Dieses optimale System wird mit der Absicht konstruiert, den Entwicklern in der Open-Source Gemeinde Anregungen zu geben. Darüber hinaus soll die Anforderungsbeschreibung auch für künftige Evaluierungsprojekte nützlich sein. An den Anforderungen an eine ideale Lernumgebung könnten sowohl die
34 Siehe Anhang A: Glossar „Distance-Learning“
35 Siehe Anhang A: Glossar „Blended-Learning“
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Weiterentwicklungen bekannter oder neuer Lernumgebungen im Open-Source Bereich als kommerzielle Produkte gemessen werden.
[0]Eine Zusammenfassung der Ergebnisse, eine Abrechnung mit den Zielen der Diplomarbeit, Empfehlungen für die Umsetzung der Ergebnisse und einen Ausblick auf künftige Entwicklungen werden im Kapitel 7 gegeben.
Im Anhang werden ergänzende theoretische Grundlagen zu den makrostrukturellen und mikrostrukturellen Mehrwerten und die empirischen Ergebnisse in Form des Scoringmodells und der Umfrage, auf denen diese Arbeit aufbaut, gegeben. Eine Klärung der verwendeten Begriffe ist im Glossar aufgeführt.
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Ziel
Das Ziel des Kapitels 2 ist die Auswahl einer Definition der Begriffe e-Learning, e-Learning System und Lernumgebung und eine Einstufung der e-Learning Formen. Das Kapitel soll als theoretische Grundlage dieser Arbeit dienen.
2.1 Begriffsvielfalt des e-Learning
Entsprechend der Aktualität des Begriffs e-Learning, gestalten sich die Definitionen und Ansichten über e-Learning sehr unterschiedlich. Eine einheitliche Beschreibung des Begriffes, im Sinne einer klaren Definition, ist derzeit weder in der Praxis noch in der existierenden wissenschaftlichen Literatur zu finden.
Kennzeichnend ist auch die Verwendung der verschiedenartigen Bezeichnungen für e-Learning: CBT ( Computer-Based-Training 36 ), CUL (Computerunterstütztes Lernen), DL ( Distance-Learning), WBT (Web-Based-Training 37 ), Online-Lernen, Online-Kurse 38 , Online Education, Telelernen, Teleteaching / -learning, TBT (Technologiebasiertes Training), NBT (Netzwerkbasiertes Training) und Lernplattformen / e-Learning Systeme 39 . E-Learning wird hierbei meist nur auf die Technologie reduziert. Dies ist jedoch nur eine Seite der Medaille. Sowohl in der Praxis als auch in der Literatur wird immer wieder der veränderte Aspekt der Lehr- und Lernmethoden hervorgehoben. Das Revolutionäre an e-Learning stellt die neue Möglichkeit der Wissensvermittlung dar. Mit Hilfe von e-Learning können die semesterlangen theoretischen Ausführungen in ein erlebnisorientiertes Lernen transformiert werden. Ein Computerspiel ist heute dem Lernen der Zukunft viel näher, als textgestützte Systeme 40 .
2.2 Definition des Begriffs e-Learning
Der Begriff des e-Learning ist auf Grund der Aktualität nicht klar definiert. Die verschiedenen Definitionen unterscheiden sich vor allem in den Anforderungen und Erwartungen. Nach der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg kennzeichnet e-Learning oder auch Online-Lernen die Verschmelzung von Ausbildung und Internet, wobei Angebot und Vermittlung von
36 Siehe Glossar: CBT
37 Siehe Glossar: WBT
38 Siehe Glossar: Online-Kurs
39 Siehe Glossar: e-Learning System
40 Magnus, Stephan: E-Learning - Die Zukunft des digitalen Lernens im Betrieb. Wiesbaden: o.V. 2001. S. 17f., S. 41f..
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Wissensinhalten unter Einsatz von modernen Technologien realisiert wird. 41 Dieser Definition nach, basieren die Präsentation der Lehrinhalte und die Kommunikation auf den Diensten des Internet (z.B. Chat, e-Mail, Newsgroups usw.), welche räumliche und zeitliche Trennung von Bildungskonsumenten und Lehrern ermöglichen. Die Kommunikation kann synchron z.B. via Chat und / oder asynchron z.B. über Newsgroups usw. erfolgen. E-Learning basiert vorrangig auf der Internettechnologie Web-Based-Training(WBT) und herkömmlichen Computer-Based-Trainings (CBTs) 42 , sowie den folgenden drei fundamentalen Kriterien:
1) E-Learning ist ein vernetztes Lernen, wodurch ein adhoc Aktualisieren, Sichern, Wiederherstellen, Verteilen und Zugreifen von Informationen oder Anweisungen realisierbar wird.
2) E-Learning wird von einem Server mit Hilfe der Internettechnologie an den Enduser geliefert oder mit Hilfe von Datenträgern (CDs) verteilt.
3) E-Learning überschreitet die traditionellen Bildungsparadigmen und definiert den Begriff des Lernens sehr breit 43 .
Um die Definition von e-Learning zu konkretisieren wird eine ausgewählte Definition vorgestellt:
Definition „e-Learning“:
„Unter e-Learning werden alle Aus- und Weiterbildungsaktivitäten verstanden, bei denen die Lernenden einen Computer bzw. ein Computernetzwerk sowie für Lernzwecke konzipierte Anwendungen nutzen, um neue Fähigkeiten zu erlernen und ihr Wissen zu erweitern. Die Lernenden befinden sich zum Lernen nicht mehr im Klassenraum, sondern am Arbeitsplatz, zu Hause oder in speziell eingerichteten Lernzentren. Sowohl WBT als auch CBT können mit verschiedenen Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Kursteilnehmern und Lehrenden über das Internet kombiniert werden. Inzwischen wird der Begriff e-Learning abgrenzend zum Selbststudium mit einer CD ROM fast nur noch für internetbasiertes Lernen verwendet“ 44 . Die weiteren Ausführungen zum Begriff e-Learning beziehen sich in der vorliegenden Diplomarbeit auf die oben genannte e-Learning Definition. Im Glossar sind ergänzende Definitionen zum Begriff e-Learning aufgeführt.
41 Neue Medien in der Lehre. E-Learning Planung und Information, http://www.elearning.uni-hd.de Stand:
26.09.2002
42 http://www.open-eis.com/dok/eis_uebersicht_2001-12-18[1].pdf Stand:23.08.2002 S.7.
43 Rosenberg, Marc J.: E-Learning. Strategies for Delivering Knowledge in the Digital Age. 2001, S. 28f.
44 http://home.t-online.de/home/310008091086-0001/glossar.htm Stand: 05.06.2002
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Zur praktischen Umsetzung von e-Learning Strategien kommen e-Learning Systeme zum Einsatz. Diese e-Learning Systeme müssen folgenden Anforderungen genügen.
Tabelle 2: Anforderungen an e-Learning Systeme 46
In dieser Diplomarbeit wird statt dem Begriff Lernplattfom der synonyme Begriff e-Learning System verwendet, welcher wie folgt definiert wird.
Definition „e-Learning System“:
E-Learning Systeme lassen sich verstehen als eine serverseitig installierte Software, die beliebige Lerninhalte über das Internet vermittelt und die Organisation der dabei notwendigen Lernprozesse unterstützt. Einzelne Elemente können unterschieden werden in die Software für ein Portal, das Management-System für administrative Funktionen, die eigentliche Lernplattform für die Darstellung der Kursunterlagen, Autorenwerkzeuge sowie Werkzeuge oder Instrumente für kooperatives Arbeiten im Netz 47,48 .
45 Schade, Gabriele: Digitale Lernsysteme ZEdu&Train… S. 480f..
46 Quelle: Erstellt vom Verfasser
47 Quelle: http://www.gmd.de/PT-NMB/Bereich_Hochschulen/Lernplattformen.htm Stand: 15.07.2002
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Weiterführende Definitionen sind im Glossar untergebracht.
Jedes e-Learning System muß in eine Lernumgebung eingegliedert werden. Eine Lernumgebung wird wie folgt definie rt:
Definition „Lernumgebung“
Diese beschreibt umgangssprachlich die räumlichen, zeitlichen, personellen und instrumentellen Merkmale einer konkreten Situation, in die ein e-Learning System eingebettet ist. In diesem Zusammenhang ist damit in der Regel die mit IT-Hilfsmitteln medial gestaltete Lernumgebung gemeint. Sie wird strukturiert durch ein bestimmtes methodisch-didaktisches Design, wird bedingt durch die Leistungsfähigkeit der eingesetzten technischen Mittel und ist unter Umständen verbunden mit bestimmten personalen Dienstleistungen 49 .
E-Learning setzt sich zusammen aus den Gebieten Online-Lernen, Präsenz Lernen und Distanz Lernen. Es wird versucht die Vorteile der einzelnen Teile zu vereinen. Damit ist die Unabhängigkeit von Ort und Zeit und die Interaktivität 50 und Kommunikativität gemeint 51 . Die folgende Abbildung 2: Lern-Domänen gibt eine grafische Übersicht dazu.
Abbildung 2: Lern-Domänen 52
48 Langkau, Thomas / Rudolph, Carsten / Wehling, Jürgen / Haupt, Wolfgang: Multimediales Lernen…a.a.O., S.282.
49 Quelle: http://www.global-learning.de/ Glossar "Fachausdrücke des Telelernen und relevante Internetbegriffe"
50 Siehe Glossar: Interaktivität
51 Lang, Norbert: Lernen in der…, a.a.O., S.35.
52 Ebenda, S.35.
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Die Ausprägungen i m Bereich e-Learning sind sehr vielfältig. Es stellt sich als sehr schwierig heraus eine allgemeingültige Definition für den Begriff e-Learning zu finden. Diese Schwierigkeiten ergeben sich aus der Vielzahl von Möglichkeiten, die im Bereich e-Learning vorzufinden sind. Das folgende morphologische Schema soll die verschiedenen Dimensionen des e-Learning aufzeigen:
Tabelle 3: Morphologisches Schema zu den Dimensionen von e-Learning 53
Zunächst werden die drei e-Learning Formen e-Delivery, e-Lecturing und e-Coursing vorgestellt und in Abbildung 3: Einstufung der e-Learning Formen hinsichtlich ihres Beitrages zum Lernerfolg und dem Erstellungsaufwand bewertet.
53 Erstellt vom Verfasser
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Unter e-Delivery wird allgemein die Bereitstellung von Dateien (Informationen) innerhalb eines e-Learning Systems verstanden, welche von den Nutzern heruntergeladen werden können. Die Vorteile liegen hier in der einfachen Bereitstellung der Daten, die ohne großen Aufwand erstellt und in das System eingebracht werden können. Dies ist die primitivste Form des e-Learning.
2) E-Lecturing:
Das e-Lecturing verkörpert eine neue Form des e-Learning. Dabei wird eine Vorlesung oder Übung mit Hilfe einer Kamera und der vorliegenden Powerpointshow aufgezeichnet, nachbearbeitet und im e-Learning System zum download bereitgestellt 54 . Jedoch ist eine Nachbearbeitung notwendig. Die Kosten der Erstellung und der Erstellungsaufwand sind niedrig 55 . Die Lernenden können sich die Vorlesungen beliebig oft ansehen. Als kleiner Nachteil wird hier die Notwendigkeit der Installation von Plug-ins auf der Nutzerseite angesehen, da sie manchmal Probleme bereitet. Ein Beispiel ist das kommerzielle Produkt „Lecturnity“ von der Firma „ IM-C“. Eine genaue Beschreibung zum Produkt „Lecturnity“ befindet sich im Anhang F.
3) E-Coursing:
E-Coursing ist eine innovative Form des e-Learning. Hierbei müssen individuelle Online-Kurse erstellt werden, die auf die Bedürfnisse der Lernenden angepaßt sind. Es reicht nun nicht mehr aus die Vorlesungsskripte innerhalb des e-Learning Systems zu präsentieren. Die Online-Kurse müssen leicht verständlich und kompakt sein. E-Coursing besitzt die Fähigkeit e-Delivery und e-Lecturing zu integrieren. Ein Online-Kurs ist über eine Web-Seite erreichbar, welche die Kurskomponenten zur Verfügung stellt 56 . Weitere Anmerkungen zu den Bestandteilen eines Online-Kurses befinden sich im Anhang A: Online-Kurs (Glossar).
54 Feuerhelm, Dirk / Bonn, Matthias / Abeck, Sebastian: Die Werkzeugarchitektur…,a.a.O., S. 290.
55 Ebenda, S.231.
56 Baltes, Beate: Online-Lernen…a.a.O., S. 2.
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Abbildung 3: Einstufung der e -Learning Formen 57
Die Abbildung 3: Einstufung der e -Learning Formen zeigt den Lernerfolg und den Erstellungsaufwand der einzelnen e-Learning Formen.
In der folgenden Tabelle 4: Einordnung der Lernformen nach der Johnson Raum-Zeit-Matrix werden die bestehenden Lernformen nach Ort und Zeit eingeteilt.
Tabelle 4: Einordnung der Lernformen nach der Johnson Raum-Zeit-Matrix 58
57 Erstellt vom Verfasser
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Ein Distance-Learning System ist eine integrierte Kombination von Technologien, welche erstellt wird zur Unterstützung des interaktiven Lehrens und Lernens unabhängig von Zeit und Ort. Solche Systeme zeichnen sich meistens nur durch eine Technologieform aus. Um die Flexibilität zu erhöhen sollten weitere Technologien zu Hilfe genommen werden. Der Unterschied zum Blended-Learning besteht darin, daß beim Distance-Learning keinerlei Präsenzveranstaltungen an einem bestimmten Ort z.B. einer Universität durchgeführt werden. Ein Distance-Learning System richtet sich somit an Lernende, die aus individuellen Gründen nicht an Präsenzveranstaltungen teilnehmen können oder wollen. Dieses Konzept findet Anwendung bei einem Fernstudium oder bei Weiterbildungen von Graduierten und Mitarbeitern eines Unternehmens, die auf Grund ihres zeitlich engen Rahmens oder ihrer großen Entfernung nicht in der Lage sind an Präsenzveranstaltungen teilzunehmen 59, 60 .
2.5 E-Learning im Blended-Learning Betrieb
Unter dem Begriff Blended-Learning wird allgemein eine Kombination aus den klassischen Lernmethoden und dem e-Learning verstanden 61 . Blended-Learning wird oft auch als hybride Lernform bezeichnet. Sie versucht das Präsenzstudium zu ergänzen und die Schwächen des traditionellen Unterrichts zu beseitigen 62,63,64, 65 . Diese Lernform wird gegenüber dem Distance-Learning von den Studenten bevorzugt. Dies beweist die im Rahmen dieser Diplomarbeit durchgeführter Umfrage zum Thema an der e-Learning
Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Halle -Wittenberg im Zeitraum vom 1. August bis zum 30. November 2002. Hierbei wurde gefragt, ob die Studenten sich eine vollständige Substitution der Universität durch ein e-Learning System vorstellen könnten. 58% aller befragten Studenten bevorzugen das Blended-Learning. Nur 6% aller Befragten antworteten mit „ja“ und 36% aller Befragten beantworteten die Fragen mit „nein“. Im Folgenden wird eine Definition zum Begriff Blended-Learning aufgezeigt.
58 Quelle: http://www.ivg.at/elearning/index.htm
59 http://lbo.bildung.hessen.de/
60 Chute, Alan G.: The McGraw-Hill Handbook of Distance Learning, McGraw-Hill Verlag, New York 1999. S.2ff..
61 http://www.icelearning.com/blended-icelearning.pdf Stand: 13.09.2002
62 http://212.227.205.64/forums/GLOSSAR.HTM#Lernen Stand: 21.07.2002
63 http://www.mentergy.com/blended/what.html Stand:18.10.2002
64 http://www.virtualart.de/virtualart/faqs/start_buttom_frame_elearning.htm Stand:23.06.2002
65 http://www.hms.ka.bw.schule.de/ Stand: 18.10.2002
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Definition: Blended-Learning
Im wörtlichen Sinn "gemischtes Lernen", bezeichnet die Verbindung von Online- und Präsenzelementen in Lernangeboten (in Deutschland auch als „hybride “ Lernform) bezeichnet. Der Begriff fand ausgehend von den USA weite Verbreitung, nachdem deutlich wurde, daß viele e-Learning Angebote ohne Face-to-Face-Komponenten ineffizient bleiben 66, 67 . Weiterführende Definitionen zum Begriff Blended-Learning befinden sich im Glossar: Blended-Learning..
2.6 Chancen, Risiken und Grenzen von e-Learning
E-Learning bietet große Chancen in der Aus- und Weiterbildung. Aber es ist auch auf die Risiken und Grenzen in diesem Bereich zu verweisen. Der Einstieg in den Bereich e-Learning ist meist mit Problemen und hohen Kosten verbunden. Außerdem fehlt es an der Akzeptanz der Nutzer und Basiskompetenz der Dozenten 68 . Der Erfolg stellt sich meist erst nach einer längeren Anlaufzeit ein 69 . E-Learning muß einfach und billig werden. In der folgenden Tabelle 5: Chancen, Risiken, Grenzen des e-Learning werden übersichtsartig die Chancen, Risiken und Grenzen von e-Learning aufgezeigt.
66 http://www.virtualart.de/virtualart/faqs/start_buttom_frame_elearning.htm Stand:23.06.2002
67 http://www.global-learning.de/ Stand: 19.10.2002
68 o.A.: E-Learning muss einfach und Billig sein. Computerwoche 48 / 2002 S.15
69 Dauer, Tanja: E-Learning führt nicht automatisch zum Erfolg. Computer Zeitung Nr. 45, 4. November 2002 S. 20
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Tabelle 5: Chancen, Risiken, Grenzen des e-Learning 70
Die theoretische Basis für das folgende Kapitel 3 „Ausgewählte Hochschulszenarien“ bilden sowohl der Konstruktivismus und die Interaktivitä t 71 , als auch der makro- und mikrostrukturelle Mehrwert. Da der Umfang dieser theoretischen Erklärungen jedoch den Rahmen dieser Arbeit überschreiten würde, wurde diese theoretische Abhandlung in den Anhang H: „Konstruktivismus, Interaktivität, Mehrwerte“ gestellt und kann dort zum tieferen Verständnis nachgelesen werden.
70 Erstellt vom Verfasser
71 Langkau, Thomas / Rudolph, Carsten / Wehling, Jürgen / Haupt, Wolfgang: Multimediales Lernen im Fach Technologie und Didaktik der Technik. In: Jantke, Klaus P. (Hrsg.): Von e-Learning bis e-Payment: Das Internet als
sicherer Marktplatz . 1. Auflage, Berlin: Akademische Verlagsgesellschaft Aka GmbH, S. 277.
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Dieses Kapitel basiert auf einer theoretischen Grundlage, die den mikro- und makrostrukturellen Mehrwert behandelt. Diese Erklärung wäre am Ende des Kapitels 2 „Grundbegriffe und Ausprägungen von e-Learning“ einzuordnen. Da der Umfang dieser theoretischen Abhandlung jedoch den Rahmen dieser Arbeit überschreiten würde, wurde diese in den Anhang H: „Konstruktivismus, Interaktivität, Mehrwerte“ gestellt und kann dort zum tieferen Verständnis nachgelesen werden. Ebenfalls sind an dieser Stelle theoretische Überlegungen zur Interaktivität und dem Konstruktivismus 72 untergebracht. In den folgenden Ausführungen innerhalb dieses Kapitels wird die praktische Umsetzung des makro- und mikrostrukturellen Mehrwertes im Vordergrund stehen.
Ziel:
Beschreibung von Anwendungsszenarien der e-Learning Systeme für den universitären Betrieb an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Halle / Wittenberg.
In den folgenden Unterkapiteln wird in einem ersten Schritt jeweils das konventionelle Szenario charakterisiert und in einem zweiten Schritt der Einsatz und der sich hieraus ergebende Mehrwert eines e-Learning Systems beschrieben. Dabei steht der Mehrwert, den ein e-Learning System zum konventionellen Unterricht im Sinne eines Blended-Learning Konzepts im Vordergrund.
3.1 Szenarien des Blended-Learning für das Studium
Die in diesem Unterkapitel vorliegenden Szenarien lassen sich nach folgenden makrostrukturellen Gegebenheiten einordnen. In der folgenden Abbildung 4: Szenario 1 der "Alma mater virtualis" interagiert (1) niedriger ICT-Einsatz mit (2) einer Zielgruppe, die „on campus“ arbeitet und (3) auf das Anwendungsfeld „Studium“ abstellt. Dieses Szenario beschreibt den an vielen Universitäten vorherrschenden Status Quo, dessen Konsequenz ein geringer „makrostruktureller Mehrwert“ ist 73 .
72 Siehe Glossar: Konstruktivismus
73 Igel / Daugs: Mehrwertpotentiale internet-basierter Lehre, Struktur, Dimensionen, Analysen In: Jantke, Klaus P. (Hrsg.): Von e-Learning bis e-Payment: Das Internet als sicherer Marktplatz . 1. Auflage, Berlin: Akademische
Verlagsgesellschaft Aka GmbH, S.12.
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Durch den Einsatz eines e-Learning Systems läßt sich der ICT-Einsatz erhöhen und somit automatisch auch der erfolgende Mehrwert.
Durch den im Anhang H: 2)c. „Die Dimensionen des Mehrwertes“ beschriebenen Zusammenhang zwischen dem makrostrukturellen und mikrostrukturellen Mehrwert wird nun eine Verbesserung der Ist-Situationen durch den Einsatz neuer Informations- und Kommunikationstechnologien behandelt. Hierbei sind insbesondere die Dimensionen (1) Distanz, (2) Multimedialität und (3) Interaktivität zu betrachten, wie die folgende Abbildung 5: Mehrwert-Dimensionen neuer Medien zeigt.
74 Ebenda, S.12.
33
3.1.1 Grundstudium
Das Grundstudium zeichnet sich allgemein durch eine große Anzahl von Studenten, die i n vielen Fällen nicht mehr zu handhaben sind und eine Vielzahl von Vorlesungen, Übungen und Tutorien, aus. Häufig gibt es räumliche und zeitliche Engpässe, die einen sehr hohen Koordinationsaufwand erfordern. Im Grundstudium sollen die Studenten erste Erfahrungen im Fachgebiet sammeln, sich ein Grundwissen aneignen und ihre Fähigkeit in Form vieler Prüfungen unter Beweis stellen. Aufgrund der hohen Anzahl der Studenten bleibt eine Interaktion zwischen den Studierenden und den Dozenten meist gänzlich aus. Es gibt keine Kommunikationsplattform und keine Wissensbasis für häufig gestellte Fragen und benötigte Dokumente. Die meisten Dozenten stellen jedoch ihre Skripte auf einer Intranetseite zum download bereit, welches der Lernform des e-Delivery entspricht.
3.1.1.1 Vorlesungsszenarien im Grundstudium
Allgemein besitzen Vorlesungen eine geringe Interaktivität, eine niedrige Multimedialität und eine geringe räumliche und zeitliche Distanz, d.h. die Studenten müssen zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort die Vorlesung besuchen. Die Einordnung in das Modell der „Alma mater virtualis“ des mikrostrukturellen Mehrwertes zeigt Abbildung 6: Dimensionen der Vorlesung.
75 Ebenda, S.14
34
Die Vorlesungen werden von einem Dozenten vor einer großen Gruppe von Studierenden in Vorlesungssälen abgehalten. Die räumlichen Ressourcen werden bei steigenden Studierendenzahlen immer häufiger überlastet. Der Dozent muß dann mit Hilfe einer mikrofongestützten Anlage die Studierenden unterrichten, damit auch der 300. Student in der 30. Reihe den Vortragenden hören kann. Jedoch ist es nicht gerade selten, daß der Lärmpegel in solchen Sälen die Lautstärke der Sprecheranlage übertönt. Eine Vorlesung kann meist nur einmal besucht werden, da sie nur für ein Auditorium und nur einmal pro Kalenderwoche gegeben wird. Es ist jedoch für die Studierenden schwierig die Folien des Dozenten in ihre Aufzeichnungen vollständig aufzunehmen, dem Vortragenden genau zu zuhören und gleichzeitig Ergänzungen in den Mitschriften vorzunehmen. Weiterhin ist die Interaktion zwischen den Studierenden und dem Dozenten sehr mangelhaft. Die Zeiten vor und nach der Vorlesung reichen zu einer gezielten Problemerörterung meist nicht aus und die Studenten lassen die Frage dann meist fallen. Auch während der Vorlesung besteht hier nicht die Möglichkeit individuelle Fragen zu stellen, da eine große Fülle an Lehrstoff vermittelt werden muß. Die Studenten bekommen die Möglichkeit in der letzten Vorlesung vor der Prüfung Fragen zu stellen. Weiterhin kommt erschwerend hinzu, daß der Dozent jedem Studenten wiederkehrende Fragen redundant beantworten muß. Eine Vorlesung bietet keinerlei Lernkontrolle für die Studierenden. Der Lernende ist somit nicht in der Lage zu prüfen, welchen Wissensstand er besitzt und wo Wissensdefizite bestehen. Zum Abschluß läßt sich die
76 Erstellt vom Verfasser Nach: Igel / Daugs: Mehrwertpotentiale internet-basierter…a.a.O., S.14.
35
Problematik derart zusammenfassen, daß im Status Quo der Lernende und das Lernen nicht im Mittelpunkt stehen, sondern der Lehrende und die Lehre. Der Student hat sich grundsätzlich den Gegebenheiten der Dozenten anzupassen.
Erhöhung der zeitlichen und räumlichen Distanz
Nun stellt sich die Frage, welchen mikrostrukturellen Mehrwert ein e-Learning System bieten kann. Zunächst soll die Distanz erhöht werden. Dies könnte erfolgen in dem die Studenten die Möglichkeit erhalten von zu Hause die Vorlesung zu verfolgen oder zu einem späteren Zeitpunkt die Vorlesung zu besuchen. Dies ermöglicht die Form des e-Lecturing. Hierbei werden die Powerpointfolie n mit dem gesprochenen Text und dem Cursor (Zeigestock) des Referenten aufgezeichnet. Diese werden dann zum Download in einem e-Learning System, sortiert nach Datum und Vorlesungstitel, bereitgestellt. Dadurch würde sowohl eine räumliche als auch zeitliche Distanz geschaffen werden. Die Studenten könnten die Vorlesung von zu Hause oder an einem anderen Ort z.B. dem Computerpool bzw. der Bibliothek in einer „Notebook University 77 “ verfolgen. Dies würde zum einen helfen das Problem der überfüllten Hörsäle besser zu lösen und zum anderen könnten die Studenten flexibler Lernen. Der Student könnte z.B. am Vormittag berufstätig sein und in den Nachmittagstunden oder vielleicht an einem anderen Tag seine Vorlesungen besuchen. Weiterhin könnte ein Student ein Praktikum während der Vorlesungszeit absolvieren, ohne auf seine Vorlesungen verzichten zu müssen. Eine weitere zeitliche Distanz ergibt sich durch die Möglichkeit, daß die Studenten am Ende des Semesters alle Vorlesungen noch einmal zusammenfassend anhören können und auftretende Fragen bzw. Wissenslücken selbständig schließen können ohne den Dozenten in Anspruch zu nehmen. Einer der ersten Anwender des e-Lecturing an der Universität ist Prof. Molitor von der Fakultät für Mathematik und Informatik. Nach seinen Erkenntnissen ist das e-Lecturing eine neue erfolgreiche Form des Lernens. Jedoch ist auch diese Lernform mit Aufwand durch die Erstellung und Nachbearbeitung verbunden. Die Vorlesungsaufzeichnung kann dafür mehrfach verwendet werden. Nach Umsetzung dieses Konzeptes würde das Modell der „Alma mater virtualis“ folgendes Bild des mikrostrukturellen Mehrwertes annehmen (siehe Abbildung 7: Dimension der Vorlesung mit hoher Distanz).
77 http://ls4-www.cs.uni-dortmund.de/~Lindemann/projects/notebook.html Stand: 01.12.2002
36
Weiterhin könnten die Dozenten ihre Skripte und Übungsaufgaben in das e-Learning System einstellen. Die Studenten könnten so, innerhalb einer geschlossenen Kommunikationsplattform, an einem Ort alle Dateien gesammelt und sortiert vorfinden. Dies vereinfacht die Suche der Studenten nach den Dateien, da manche Dozenten ihre Skripte auf den internen Serverlaufwerken bereitstellen und manche Dozenten auf der Homepage des jeweiligen Lehrstuhls. Unter diesen Bedingungen wäre auch eine zentrale Pflege und Verwaltung der Dateien möglich.
Erhöhung der Multimedialität
Alle Professoren und Dozenten vertreten die Meinung, daß eine Vorlesung immer nur eine Anregung zum Selbststudium sein kann. Ein e-Learning System könnte hierzu ergänzende Informationen zur Vorlesung beinhalten. Dies wäre z.B. in Form von Internetlinks oder Literaturempfehlungen möglich. Der Aufwand zur Erstellung dürfte bis zu dieser Stufe gering sein. Für manche Studenten ist es jedoch oft schwierig zu erkennen, welche Themen eine hohe Relevanz besitzen und welche weniger relevant sind. An dieser Stelle könnten Online-Kurse entwickelt werden. Die Erstellung solcher Kurse ist jedoch sehr aufwendig und teuer. Die Kosten für aufwendige multimediale Online-Kurse liegen hierbei zwischen 7.500€ bis
78 Erstellt vom Verfasser Nach: Igel / Daugs: Mehrwertpotentiale internet-basierter…a.a.O., S.14.
37
250.000€ 79 bzw. bei 8 studentischen Hilfskräften mit einer Arbeitszeit von 10 SWS über 12 Monate 80 . Diese Online-Kurse könnten mit Werkzeugen wie z.B. „Authorware“ 81 , „Toolbook“ 82 , „Director“ 83 oder „Flash“ 84 erstellt werden (siehe Anhang K: Autorentools). Eine preiswerte Variante wäre eine leicht verständliche Textform mit wenigen Abbildungen. Jedoch würden stark animierten Online-Kurse einen hohen multimedialen mikrostrukturellen Mehrwert bieten, da sie die Möglichkeiten der neuen Medien nutzen. Ein bildhaftes Lernen ist meist schneller einprägsam und eindrucksvoller als die traditionelle Textform, wie z.B. den Printmedien. Wichtige Fakten könnten wesentlich besser zum Vorschein gebracht werden und Animationen könnten Zusammenhänge besser darstellen. Das multimediale Lernen bedient beide Gehirnhälften und erhöht maßgeblich die Lerngeschwindigkeit und das Erinnerungsvermögen.
Es wäre ebenfalls möglich bereits bestehende Powerpointshows zu überarbeiten (Kommentare) und diese in ein e-Learning System einzustellen. Außerdem könnten die Animationen den Präsenzunterricht verbessern. Dann würden nicht nur Grafiken und Texte zum Einsatz kommen, sondern auch bewegte Bilder und Töne. Der Aufwand und die Wirkung der einzelnen Gestaltungsmöglichkeiten sind im Anhang I: Umsetzungstechnik aufgeführt. Das Modell der „Alma mater virtualis“ würde sich nun in folgender Form verändern.
79 Abdicht, Lothar / Dubiel Gerald: Der Lehrer auf dem Bildschirm In: Scheffer, Ute / Hesse, Friedrich W.: E-Learning - Die Revolutions des Lernens gewinnbringend einsetzen. Stuttgart: Klett-Cotta Verlag 2002. S.141ff.
80 Hammer, Norbert: Design of Design: Die Gestaltung von Mediendesign Lerneinheiten im virtuellen Studiengang Medieninformatik. In: Zeitschrift: Softwaretechnik Trends. Band 22 Heft 3, August 2002. S.38 f..
81 http://www.macromdia.com Stand: 19.09.2002
82 http://www.macromdia.com Stand: 19.09.2002
83 http://www.macromdia.com Stand: 19.09.2002
84 http://www.macromdia.com Stand: 19.09.2002
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Abbildung 8: Dimension der Vorlesung mit hoher Distanz und hoher Multimedialität 85
Erhöhung de r Interaktivität
Die e-Learning Systeme könnten zusätzlich Übungsaufgaben zur Vorlesung bereithalten. Die Studenten könnten ihr erlerntes Wissen anwenden. Außerdem wäre es denkbar eine Lernerfolgskontrolle mit Hilfe eines e-Learning Systems zu realisieren. Mit dem Einsatz von Multiple -Choice Fragen könnte das erworbene Wissen und das Querwissen getestet werden. Es können Fragenkataloge erstellt werden, die dann beliebig kombinierbar sind. Einmalig erstellte Fragen können für jeden Jahrgang wieder verwendet werden. Der Erstellungsaufwand ist mittelmäßig, dagegen sollte das Feedback der Studenten sehr positiv sein, da an dieser Stelle auch deutlich wird, welche Fakten wichtig sind. Eine automatische Auswertung und eine Übermittlung der Ergebnisse an den Studenten erfolgt durch das System. Alle im Kapitel 5 „Ergebnisse der Evaluierung von e-Learning Systemen im Open-Source Bereich“ vorgestellten e-Learning Systeme bieten ein Diskussionsforum. Innerhalb dieses Diskussionsforums können Fragen gestellt werden für die vor oder nach der Vorlesung keine Zeit mehr war oder die einem Studenten vielleicht unangenehm ist, weil die Antwort sich als zu trivial darstellt. Die Fragen und Antworten könnten nach Vorlesungen und darin nach Kapiteln sortiert werden. Auf diese Weise würde eine Wissensdatenbank bzw. FAQ-Datenbank 86 entstehen. Häufig gestellte Fragen müßten auf diese Weise nur einmal beantwortet werden. Ein weiterer Vorteil besteht in der zunehmenden zeitlichen Distanz. Sowohl die Studenten als auch
85 Erstellt vom Verfasser Nach: Igel / Daugs: Mehrwertpotentiale internet-basierter…a.a.O., S.14.
86 siehe Anhang A: Glossar
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die Dozenten könnten zu einer beliebigen Zeit von einem beliebigen Ort aus ihre Fragen und Antworten einstellen. Der Nachteil an dieser Art der Kommunikation liegt in der Erstellungszeit. Das gesprochene Wort benötigt immer weniger Zeit als das geschriebene Wort. Dafür ist das geschriebene Wort meist beständiger. An dieser Stelle wird darauf verwiesen, daß bei einer großen Zahl von Studenten die Menge der Fragen einen sehr großen Umfang annehmen kann und dem entsprechend auch der Personalbedarf steigt. Für eine synchrone Diskussion bieten e-Learning Systeme einen Chat. Innerhalb der Systeme wird permanent angezeigt, ob sich Personen innerhalb des Chats befinden. Damit wäre es möglich mit Studenten die sich an unterschiedlichen Orten befinden eine rege Diskussion zu einem Thema zu führen.
Jedes e-Learning System bietet die Möglichkeit aktuelle News auf einer Startseite zu präsentieren. So können wichtige Termine oder Terminänderungen bei regelmäßiger Nutzung an die Studenten weitergegeben werden. Manche e-Learning Systeme stellen einen Kalender zur Verfügung in dem Aufgaben und Termine für die gesamte Gruppe vergeben werden . Einige e-Learning Systeme stellen einen Newsticker zur Verfügung mit dem die Studenten über Neuigkeiten, innerhalb der ausgewählten Lehrgebiete, unterrichtet werden können. Weiterhin ermöglichen e-Learning Systeme eine automatische Stundenplanerstellung. Hierbei werden die ausgewählten Vorlesungen, Übungen und Seminare in einen Terminkalender eingetragen. In dem Modell der „Alma mater virtualis“ würde eine Umsetzung der oben genannten Ansätze zu folgendem Modell führen (siehe Abbildung 9: Dimension der Vorlesung mit hoher Multimedialität, hoher Interaktivität und hoher Distanz).
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Arbeit zitieren:
Olaf Reiss, 2002, Evaluierung eines e-Learning Systems im Opensource Bereich, München, GRIN Verlag GmbH
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