Inhaltsverzeichnis
I Einleitung 2
II Hauptteil 3
1. Pestalozzis Idee der Elementarbildung 3
2. Theoretische und praktische Aspekte der Methode 4
a) Die Methode 4
b) Didaktische Seite der Methode 5
c) Praktisches Anwendungsbeispiel 6
3. Warum eigentlich Elementarbildung 7
4. Pestalozzis Vorstellung von sittlicher Elementarbildung 7
5. Probleme der praktischen Anwendung 9
6. Differenzierung von Idee und Methode 10
III Fazit 11
1 NA
I. Einleitung
Zweifellos ist Johann Heinrich Pestalozzi bis in die heutige Zeit auf dem Gebiet der Pädago- gik eine der zentralen Schlüsselfiguren. Die von ihm entworfene Methode der Elementarbil- dung war seinerzeit Gegenstand hitziger Debatten und hat die gängigen Lehr- und Lernvor- stellungen stark geprägt. Heute gilt seine Methode vielen als an der Realität gescheitert – sei- ne Idee einer idealen Elementarbildung muss hiervon allerdings nicht berührt werden. Denn anders als in der Erziehungswissenschaft geht es in der Philosophie und Ethik nicht so sehr um empirische und statistische, sondern um inhaltliche und formal logische Wahrheiten. Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Gründe zu isolieren, die eine Verwirklichung seiner Idealvorstel- lung so schwer machen und in diesem Zuge eine genauere Differenzierung von einerseits „Methode“ und andererseits „Idee“ der Pestalozzischen Elementarbildung zu schaffen. Denn, wie Friedrich Delekat schon erkannte: „Erst wenn man zwischen der Idee der Elementarbil- dung und den Problemen ihrer praktischen Anwendung unterscheidet, wird es möglich, sie geistesgeschichtlich zu definieren.“ 1
Wie die meisten Pädagogen schreibt auch Pestalozzi nicht stringent logisch und systematisch argumentierend, sondern hat mal dieses, mal jenes stärker im Fokus und wechselt auch gerne zwischen Erfahrungsberichten vom praktischen Anwenden seiner Methoden und deren theo- retischer Entwicklung. Eduard Spranger erklärt die schwere Ergründbarkeit seiner Texte vor allem damit, Pestalozzi sei „[…] ja weder in der Philosophie noch in der Psychologie noch in der Pädagogik vorgebildeter Fachmann. Vielmehr bohrt er sich den Zugang zu diesen Gebie- ten auf seine eigentümliche Art. Anders formuliert: Er hat sich seinen Denkapparat in weitem Umfang selbst gestaltet.“ 2 Dieser Umstand und Pestalozzis von ihm selbst stets als das Wich-
tigste gepriesene Praxisnähe erschweren ungemein die pointierte Darstellung seiner theoreti- schen Überlegungen. Um die Haltbarkeit seiner Theorien und Vorstellungen zu überprüfen, reicht es jedoch nicht, das Scheitern angewandter Methoden aufzuzeigen, sondern es müsste formal logisch gezeigt werden können, dass seine Lehre aufgrund innerer Unstimmigkeiten Fehler aufweist. Bevor eine solche Prüfung nach logischen Kriterien überhaupt beginnen kann, muss eine möglichst exakte Begriffsfassung der Pestalozzischen Gedankengänge erfol- gen. Einer der zentralsten und komplexesten ist dabei eben die: Elementarbildung. 1 Delekat, Friedrich (1968): Johann Heinrich Pestalozzi. Mensch, Philosoph, Politiker, Erzieher. S.275. 2 Spranger, Eduard (1947): Pestalozzis Denkformen. S. 31.
2
II. Hauptteil
1. Pestalozzis Idee der Elementarbildung
Die Idee der Elementarbildung ist also, näher bestimmt, nichts anderes als das Resultat der Be- strebungen des Menschengeschlechts, dem Gange der Natur in der Entfaltung und Ausbildung unserer Anlagen und Kräfte die Handbietung angedeihen zu lassen, die ihm die erleuchtete Lie- be, der gebildete Verstand und der erleuchtete Kunstsinn unseres Geschlechts zu erteilen ver- mag. 3
Diese eher philosophische denn pädagogische Grundidee verfolgte Pestalozzi durch all seine methodischen Versuche. Nicht so sehr wegen ihrer Erfolg versprechenden Anwendbarkeit auf den einzelnen Schüler; er erwartete von ihr vielmehr tatsächlich eine „Reformation der Welt“; und ähnlich wie Kant von der Aufklärung den `Ausgang des Menschen aus der selbst ver- schuldeten Unmündigkeit´ erhofft, so gipfelt Pestalozzis Glaube an sein Erziehungsmodell in dem Ruf: „Du bist erzogen, hilf dir selber!“ 4
Die elementarische Bildung unsers Geschlechts geht im ganzen Umfange der Mittel, die sie ans- pricht, von drey verschiedenen […] Grundkräften unserer Natur aus; erstens von der Bildung unsers Herzens, zweytens […] unsers Geistes, drittens […] unserer Sinne, Organe und Glieder. 5
So formuliert Pestalozzi selbst seine Grundüberzeugung der drei Wesens- und Erziehungszü- ge des Menschen. Die Herzensbildung muss ihm zufolge die Gemütsregungen (Liebe, Glaube etc.) zum Fokus haben und muss über „mütterliche Erziehung“ erfolgen; die Geistesbildung „ist wesentlich die Sache des Unterrichts“, also Wissens- und Faktenvermittlung, und die dritte Grundlage „spricht vielseitig mechanische Einübung physischer Fertigkeiten an“. Auch in der Methode findet sich mehrfach die so entwickelte Dreigliedrigkeit der Sachgebie- te; Spranger zufolge kann man von einer zweifachen Trias sprechen. Die Elementarmethode erstrecke sich „auf das Kennen, Können, Wollen, also auf intellektuelle, physische und sitt- lich-religiöse Bildung. Die erstgenannte Trias wird weitergeteilt in Sprachlehre, Formenlehre, Zahlenlehre.“ 6
So trivial diese Versuche einer Vermittlungslehre uns heute erscheinen mögen, Pestalozzi hat sie seinerzeit „[…] in unbeschreiblicher Mühe auf seinem ganz eigenen Wege gefunden. Man 3 Pestalozzi, Heinrich: Pestalozzi’s Schwanengesang, Pestalozzis Sämtliche Werke (PSW) Band XXVIII S. 61. 4 Pestalozzi, zitiert nach Spranger (1947), S. 16.
5 Pestalozzi, Heinrich: Versuch einer Skizze über das Wesen der Idee der Elementarbildung und über meine Lebensbestrebungen, PSW XXVIII, S.4.
6 Spranger (1947), S. 53.
3
Arbeit zitieren:
Jonas Zech, Karsten Unverricht, 2007, Pestalozzis Elementarbildung, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Pestalozzis Erziehungsmethoden und ihre Bedeutung für die heutige Zeit
Pädagogik - Geschichte der Päd.
Hausarbeit, 17 Seiten
Jean-Jaques Rousseaus Einfluss auf Johann Heinrich Pestalozzis Denken ...
Pädagogik - Geschichte der Päd.
Referat (Ausarbeitung), 28 Seiten
Transformationale Führung in kleinen und mittleren Unternehmen
Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft
Diplomarbeit, 105 Seiten
Postmodernist Intertextuality in David Mitchell's Cloud Atlas
Magisterarbeit, 129 Seiten
Geowissenschaften / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung
Hauptseminararbeit, 18 Seiten
Das interkulturelle Training als Veranstaltung der Erwachsenenbildung
Eine Überprüfung der Relevanz ...
Pädagogik - Erwachsenenbildung
Hauptseminararbeit, 28 Seiten
Außenwohngruppen im Rahmen vollstationärer Erziehungshilfen in der Kin...
In wie weit hat sich die famil...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 25 Seiten
Das Mädchenbildungskonzept in „A Vindication of the Rights of Woman“ i...
Seminararbeit, 11 Seiten
Johann Heinrich Pestalozzi: Ein Überblick über Biografie, Grundgedanke...
Hausarbeit, 23 Seiten
Der Glaziale Formenschatz der Alpen
Geowissenschaften / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung
Seminararbeit, 21 Seiten
Auswirkungen der terroristischen Globalisierung auf die Sicherheitspol...
Politik - Internationale Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit
Hauptseminararbeit, 25 Seiten
Von der Ausländerpädagogik zur interkulturellen Erziehung - Entwicklun...
Pädagogik - Interkulturelle Pädagogik
Hausarbeit, 16 Seiten
Was ist eigentlich ein guter Unterricht
Pädagogik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden
Hauptseminararbeit, 19 Seiten
Geisteswissenschaftliche Pädagogik und der sozialpädagogische Bezug un...
Pädagogik - Geschichte der Päd.
Hausarbeit, 27 Seiten
Celie's process of finding a voice and self-fulfillment In Alice W...
Hauptseminararbeit, 13 Seiten
Johann Heinrich Pestalozzi: Mensch und Menschenbild
Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie
Hauptseminararbeit, 16 Seiten
Erwerb von interkultureller Kompetenz in der Schule
Pädagogik - Interkulturelle Pädagogik
Referat (Ausarbeitung), 18 Seiten
Jonas Zech hat den Text Pestalozzis Elementarbildung veröffentlicht
Jonas Zech hat einen neuen Text hochgeladen
J Pestalozzi
J Pestalozzi
J Green
0 Kommentare