Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung. 3
2 Angst 4
2.1 Definition. 4
2.2 Theorien zur Angst 4
2.2.1 Psychoanalytische Theorien. 4
2.2.2 Reiz-Reaktionstheorien und das Trait-State-Angstmodell. 6
2.2.3 Kognitionspsychologische Theorien. 8
2.3 Formen kindlicher Ängste. 14
2.4 Ausdruck der Ängste 15
3 Angstbewältigung. 16
3.1 Konzepte der Angstbewältigung 16
3.1.1 Defensive Angstbewältigung 16
3.1.2 Nicht defensive Angstbewältigung 17
3.2 Möglichkeiten der Angstbewältigung in der Praxis 18
3.3 Wenn Kinder die Angst nicht aktiv verarbeiten 21
4 Fazit. 21
Bibliographie. 24
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 2.1: Schematische Darstellung der ersten Angsttheorie Freuds 5
Abbildung 2.2: Schematische Darstellung der zweiten Angsttheorie Freuds. 6
Abbildung 2.3: Klassisches und instrumentelles Konditionieren der Furcht- und
Vermeidensreaktion 7
Abbildung 2.4: Epsteins Gradientenmodell der Angsterregung und Angsthemmung 10
Abbildung 2.5: Schematische Darstellung des Stressbewältigungsprozesses nach
Lazarus 12
Abbildung 2.6: Flussdiagramm der Ursachen und Konsequenzen der Angstauslösung
nach der Kontrollprozesstheorie. 13
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1 Einleitung
Angst begleitet die Menschen tagtäglich. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Existenz, um vor Gefahren zu warnen und um überleben zu können. Dies hilft uns, uns solchen gefährlichen Situationen zu stellen und sie zu meistern. Dabei kann Angst nicht nur motivierend wirken, sie zu bewältigen, sondern auch blockierend. Mit Hilfe von Angst kann sich der Mensch weiterentwickeln. Dies gilt auch für Kinder, die in der heutigen Zeit vielen Ängsten ausgesetzt sind. Eine dieser Angstquellen sind die Medien. Durch die Informationsmenge, die auf die Kinder einströmt, können sie stark verunsichert werden und so Ängste bilden, die sie überwinden müssen. Zum Thema Angst sind Unmengen von Publikationen erschienen. Angst in Bezug auf Kinder und Medien wurde weniger thematisiert. Vielfach wurde jedoch Literatur zu Kindern im Umgang mit den Medien, wie z.B. zu ihren Sehgewohnheiten, oder zum Einfluss der Medien auf Kinder, wie auch zur Bildung von Identitäten mithilfe von Medien veröffentlicht. In dieser Arbeit möchte ich folgende Fragen stellen: Wodurch kann medieninduzierte Angst ausgelöst werden, in welcher Art tritt sie bei Kindern auf, und wie zeigt sie sich? Wie kann Angst theoretisch bewältigt werden, und wie gehen Kinder in der Praxis mit ihr um? Ferner möchte ich wissen, welche Konsequenzen entstehen, wenn Angst nicht aktiv verarbeitet werden kann. Angesichts dieser Fragen werde ich versuchen, anhand des Mediums Fernsehen, die kindlichen Ängste herauszuarbeiten. Daher werde ich als erstes „Angst“ definieren und anschliessend verschiedene Theorien zur Entstehung der Angst darstellen. Neben den beiden Angsttheorien von Sigmund Freud, die zu den psychoanalytischen Theorien zählen, werde ich noch näher auf die Reiz-Reaktions-Theorien, zu denen u. a. die Zweiprozesstheorie der Angst von Mowrer und Miller gehört, wie auch auf das Trait-State-Angstmodell von Spielberger eingehen. Den Schluss dieses Abschnittes bilden die kognitionspsychologischen Theorien, bei denen die Angstkontrolltheorie von Epstein, die Stressbewältigungstheorie von Lazarus und die Kontrollprozesstheorie von Scheier und Carver eine wichtige Rolle spielen. Im Anschluss daran möchte ich die Formen der Angst bei Kindern und die Frage, wie diese Ängste bei Kindern zum Ausdruck kommen, eingehender beleuchten. In einem weiteren Punkt geht es um die Angstbewältigung. Hier sind die beiden Konzepte der Angstbewältigung von Peter Vitouch von grösster Bedeutung. Sie bilden die Grundlage, die Möglichkeiten für Kinder aufzuzeigen, ihre Angst in der Praxis zu überwinden. Der letzte Punkt dieser Arbeit wird beschreiben, was die Folgen einer Nichtverarbeitung von durch das Fernsehen verursachten Ängsten sind. Bei dieser Darstellung werde ich mich
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allgemein auf Kinder bis zwölf Jahre konzentrieren. Aus Platzgründen werde ich mich nicht im Detail auf den Umgang mit der Angst in den unterschiedlichen Entwicklungsstadien von Kindern einlassen. Dies sollte Thema einer weiteren Arbeit sein.
2 Angst
Angst kann verschiedene Bedeutungen haben. Da Angst das Hauptthema dieser Arbeit ist, werde ich nun auf Heinz W. Krohne basierend eine Definition von Angst abgeben. Anschliessend möchte ich näher auf den theoretischen Aspekt der Angst eingehen und verschiedene Theorien wie auch ein Modell vorstellen.
2.1 Definition
Heinz W. Krohne versteht unter Angst „einen affektiven Zustand des Organismus, der durch erhöhte Aktivität des autonomen Nervensystems sowie durch die Selbstwahrnehmung von Erregung, das Gefühl des Angespanntseins, durch ein Erlebnis des Bedrohtwerdens und verstärkte Besorgnis gekennzeichnet ist“ (Krohne 1996: 5). Ferner differenziert Krohne die Angst als ein Persönlichkeitsmerkmal (Ängstlichkeit) und als einen emotionalen Zustand. Angst als Zustand bezeichnet eine emotionale Reaktion auf eine Situation. Dagegen stellt die Angst als Persönlichkeitsmerkmal eine bestehende Neigung einer Person, in der Mehrheit von Situationen ängstlich zu reagieren, dar (vgl. Krohne 1996: 5ff). Im Trait-State-Angstmodell wird uns diese Definition nochmals begegnen.
2.2 Theorien zur Angst
2.2.1 Psychoanalytische Theorien
Diese Theorien gehen auf Sigmund Freud zurück. Laut seiner zweiten Angsttheorie ist Angst ein Signal für einen Konflikt des Ichs mit den Anforderungen aus dem Es, dem Überich oder der Umwelt. Freud unterscheidet zwischen der Theorie der Angstneurose aus dem Jahr 1894 und der Signaltheorie der Angst aus dem Jahr 1926. In seiner ersten Angsttheorie, der Theorie der Angstneurose, geht es um die Unterdrückung unbewusster Impulse, vorwiegend, aber nicht ausschliesslich, sexueller Natur. Ebenso können Hunger, Wärme oder Mutterliebe die Ursache sein. Nicht entladene Sexualerregung führt zu Abwehr und wandelt sich dann in Angst um. Freud ist der Meinung, dass diese Angst
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einer neurotischen inneren Unruhe entstammt und chronisch verläuft (vgl. Freud 1971: 42ff).
Abbildung 2.1: Schematische Darstellung der ersten Angsttheorie Freuds
(Krohne 1996: 153)
Bei der Signaltheorie der Angst übernimmt die Angst die Funktion eines Signals, einer Warnung, vor einer Gefahr. Mit dieser Theorie korrigiert Freud seine erste Angsttheorie. Nicht mehr die unterdrückten und verdrängten Triebregungen sind Ursache der Angst, sondern stattdessen ist die Angst die Voraussetzung der Verdrängung. Der psychische Apparat setzt sich aus dem Es, dem Ich und dem Überich zusammen, wobei das Ich zwischen den Forderungen des Es, des Überichs und der Realität vermittelt. Das Ich ist der Ursprung aller Angst, denn kommt es mit dem einen der drei übrigen Bereiche in Konflikt, stellt es Angst her. Bei diesen drei Arten der Angst handelt es sich um die Realangst, der neurotischen Angst und der Überich-Angst. Die Realangst kommt einer Auseinandersetzung zwischen dem Ich und der Realität gleich. Das Ich nimmt eine bekannte äussere Gefahr wahr.
Die neurotische Angst entspricht einem Konflikt zwischen dem Ich und dem Es. Das Es ist der Vertreter der menschlichen Grundbedürfnisse, deren einziges Ziel die Zufriedenstellung ist. Erreicht das Es dieses Ziel nicht, hat dies die Bedrohung des inneren Gleichgewichts zur Folge. Es entsteht eine neurotische Angst. Durch die Angstabwehr versucht das Ich zu entfliehen. Es möchte die innere Gefahr als äussere betrachten. Die Angstbewältigung durch Flucht bzw. Verdrängung ist ungenügend. Die Überich-Angst entspringt der Kontroverse zwischen dem Ich und dem Überich bzw. der vom Überich hergestellten Ge- und Verbote. Grund hierfür ist die Reaktion des Überichs auf Triebwünsche. Die Angst des Überichs vor Bestrafung wird vom Ich als Schuld- oder Schamgefühl empfunden (vgl. Freud 1971: 285f, 298ff). An der Angstentstehung sind laut Freuds zweiter Angsttheorie Bedingungen ausserhalb des Individuums beteiligt. Eine wichtige Rolle spielt dabei besonders die frühkindliche Intimität zwischen Mutter und Kind. Die mögliche Abwesenheit der Mutter ist gleich-
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bedeutend mit der Erfahrung unerfüllter Bedürfnisse, wie z.B. körperliche Befriedigungen, Schutz oder Geborgenheit, und führt daher zu Hilflosigkeit und Verlustängsten. Die Trennung von der Mutter wird also zum Muster der Angsterfahrung und bildet die Grundlage zu Angstreaktionen, die in späteren Situationen auftreten können (vgl. Krohne 1996: 160f). Durch das Fernsehen, z.B. durch die Kriegsberichterstattung, können solcherlei Verlustängste verstärkt werden. Kinder sehen, dass Menschen sterben und transferieren die dadurch entstandene Angst auf ihre nächsten Angehörigen.
Abbildung 2.2: Schematische Darstellung der zweiten Angsttheorie Freuds
(Krohne 1996: 162)
2.2.2 Reiz-Reaktionstheorien und das Trait-State-Angstmodell
Anhand dieser behavioristischen Theorien lässt sich sehr gut die Entstehung von Ängsten beschreiben. Laut der Zweiprozesstheorie der Angst, die 1919 von Watson begründet und von Mowrer 1939 und Miller 1948 weiterentwickelt wurde, geschieht die Angstentstehung innerhalb eines Prozesses. Zunächst erlernt ein Kind die Angst vor einer neutralen Situation. Als Beispiel könnte man einen Film nehmen, in dem ein Hund ein Kleinkind anfällt. Bisher hatte das Kind, das diesen Film sieht, nie Angst vor Hunden. Von nun an ist der Gedanke an ein mögliches Treffen auf einen Hund für das Kind ängstigend. Träfe das Kind nun aber wirklich mit einem Hund zusammen, und verliefe dieses Treffen harmlos, so sähe das Kind, wie unbegründet seine Angst wäre. Die neu erlernte Angst hindert aber das Kind, sich freiwillig in eine solche Lage zu bringen. Die Angst wird somit aufrechterhalten.
Angst kann auch durch Nachahmung entstehen. Ein Kind hat noch nie schlechte Erfahrungen mit Schlangen gemacht. Jedes Mal, wenn seine Mutter eine Schlange im Fernsehen sieht, zuckt diese zusammen. Das Kind beobachtet dieses Verhalten, das auf dieses
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Arbeit zitieren:
Caroline Freund, 2005, Medieninduzierte Angst und Angstbewältigung bei Kindern, München, GRIN Verlag GmbH
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