Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
1.1 Zielsetzung/Fragestellung 3
1.2 Einordnung in den breiteren Zusammenhang 3
1.3 Literatur- und Quellenlage 3
1.4 Aufbau der Arbeit 4
2 Hauptteil 5
2.1 Die Ursprünge des deutschen Antiamerikanismus 5
2.2 Die Geschichte des Antiamerikanismus in 5 Phasen 5
1900 - 1917 5
1917 - 1933 7
1933 - 1945 8
1945 - 1973 10
1973 - 2003. 11
2.3 Arten des Antiamerikanismus 14
2.3.1 Romantisch-kultureller Antiamerikanismus. 14
2.3.2 Politisch-konservativer Antiamerikanismus. 14
2.3.3 Rechtsextremer und nationalsozialistischer Antiamerikanismus. 15
2.3.4 Linker Antiamerikanismus. 16
2.4 Ab welchem Zeitpunkt kann man von einem echten Antiamerikanismus
sprechen ? 16
2.5 Schlusswort. 18
Bibliographie 20
2
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung/Fragestellung
Die amerikanische Intervention ohne UNO-Mandat im Irak im März 2003 löste weltweite Empörung über die Vorgehensweise der Amerikaner aus. Auch in Deutschland kam es zu Massendemonstrationen. Der Vorwurf des Antiamerikanismus geisterte in den darauffolgenden Wochen immer mehr durch die Presse. Gerade der Antiamerikanismus in Deutschland blickt auf ein bewegtes 20. Jahrhundert zurück. Dieser scheint in Deutschland aufgrund zwei verlorener Weltkriege eine besondere Rolle, verglichen mit anderen Ländern Europas, gespielt zu haben. Diese Tatsache weckte mein Interesse hinsichtlich der Frage, in welcher Art und Weise sich die Wahrnehmung Amerikas aus deutscher Sicht im 20. Jahrhundert veränderte.
1.2 Einordnung in den breiteren Zusammenhang
Die Thematik „Antiamerikanismus in Deutschland“ ist sehr komplex. Aus diesem Grund werde ich mich in der folgenden Arbeit nur auf ausgewählte Beispiele aus dem 20. Jahrhundert und bis zum Jahr 2003 konzentrieren. Lange Jahre, nachdem sich die USA ihre Unabhängigkeit erkämpft hatten, isolierten sie sich vollständig von Europa. Auf dem neuen Kontinent entwickelte sich ein Lebensgefühl, das von Europa aus mit gemischten Empfindungen betrachtet wurde. Erst 1917, mit dem Eintritt in den Ersten Weltkrieg, lösten sich die Amerikaner von ihrem Kontinent. Viele Handlungen der USA haben im vergangenen Jahrhundert die Gemüter positiv oder negativ erregt. Von besonderer Bedeutung sind meiner Meinung die Friedensverhandlungen von 1919, die Berliner Luftbrücke, der Vietnamkrieg, der NATO-Doppelbeschluss, der Golfkrieg 1991, der Afghanistankrieg 2001 und der Irakkonflikt 2003. Es gab noch viele andere Ereignisse, die Erwähnung finden müssten, wofür hier aber der Platz fehlt.
1.3 Literatur- und Quellenlage
Zu dem von mir ausgesuchten Thema ist sehr viel im Bereich der Sekundärliteratur verfasst worden. Es liegt nahe, dass gerade die Menschen in Deutschland ein besonderes Verhältnis zu den USA pflegen. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts haben die Amerikaner eine grosse Rolle für Deutschland gespielt. Durch sie wurde die deutsche Politik nach dem zweiten Weltkrieg massgeblich beeinflusst. Auch existiert eine grosse Bandbreite an Quellen, denn es gibt kaum einen Politiker in Deutschland, der sich nicht in irgendeiner Art und Weise über die Vereinigten Staaten geäussert hat. Für diese Arbeit habe ich
3
diejenigen ausgewählt, die ich für besonders relevant für die Darlegung des deutschen Amerikabildes halte. Dazu gehören eine Niederschrift der Gespräche zwischen Philipp Fürst zu Eulenburg und Hertefeld und Kaiser Wilhelm II., ein Auszug von Hitlers Tischgesprächen, ein Ausschnitt aus Goebbels Konferenzen, ein Kommentar Rudi Dutschkes zur Vietnam-Frage, sowie eine Passage aus der Regierungserklärung Bundeskanzlers Schröder zu den Anschlägen in den USA vom September 2001. Alle diese Quellen geben wertvolle Hinweise über das deutsche Amerikabild in verschiedenen Zeitabschnitten, sofern sie innerhalb ihres historischen Rahmens betrachtet werden.
1.4 Aufbau der Arbeit
Der Hauptteil der vorliegenden Arbeit ist in vier Unterpunkte aufgeteilt worden. Im ersten Punkt werde ich mich mit den Ursprüngen des deutschen Antiamerikanismus beschäftigen. Als nächstes folgt die Geschichte des Antiamerikanismus in Deutschland in fünf Phasen, vom Jahr 1900 an beginnend und mit dem Irakkonflikt im Jahr 2003 endend. Dabei werde ich auf einzelne, für mein Thema relevante, Ereignisse näher eingehen. In einem weiteren Punkt komme ich dann zu den unterschiedlichen Arten des Antiamerikanismus. Diese werden anhand von Beispielen erläutert. Im letzten Punkt werde ich mich der Frage zuwenden, ab wann von einem wirklichen Antiamerikanismus die Rede sein kann. Das Schlusswort wird Antwort auf meine Fragestellung geben, inwiefern sich die Wahrnehmung Amerikas aus deutscher Sicht im 20. Jahrhundert und zu Beginn des neuen Jahrtausends verändert hat.
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2 Hauptteil
2.1 Die Ursprünge des deutschen Antiamerikanismus
Antiamerikanismus lässt sich auf der ganzen Welt finden. Gerade aber in Deutschland scheint dieses Ressentiment eine besondere Rolle zu spielen. Ohne Zweifel wird dies mit den zwei verlorenen Weltkriegen gegen die Amerikaner zusammenhängen. Laut Dan Diner lässt sich der deutsche Antiamerikanismus jedoch nicht gänzlich auf die Niederlage in zwei Weltkriegen zurückführen. Er spricht von einer mentalen Amerikafeindlichkeit innerhalb jener historischen Schichten, in denen sich über einen langen Zeitraum hinweg antiwestliche Mentalitäten abgelagert hätten, die z. B. im Franzosenhass der Befreiungskriege oder in den negativen Erfahrungen mit England um die Wende des 20. Jahrhunderts begründet wären. Nach dem ersten Weltkrieg waren die Verstimmungen auf die Amerikaner projiziert worden. Dennoch lassen sich auch positive Beziehungen zwischen den USA und Deutschland verzeichnen. So war die Weimarer Republik stark industriell und kulturell amerikanisiert. 1 Der Verlust des Selbstwertgefühls bei den Deutschen, wie nach dem zweiten Weltkrieg geschehen, hat bei einigen Nachkommen der Kriegsgeneration Scham- und Schuldgefühle hervorgerufen. Sie reagierten mit Angst, Aggressionen, Sündenbocksuche und Realitätsverlust. Solcher Art Gefühle können entweder zu einer Übersteigerung der Gefahr von Seiten der Amerikaner und zu einer Klischeebildung oder zu einer übertriebenen Idealisierung der USA führen. Durch Selbstwertbeeinträchtigungen aufgrund zweifacher Niederlage und der Reeducation haben sich dann Antiamerikanismen bilden können. Dies hatte zur Folge, dass zur moralischen Entlastung z. B. die amerikanische Kriegsführung in Vietnam mit der nationalsozialistischen Kriegsführung im zweiten Weltkrieg auf eine Stufe gestellt wurde. 2 Die Reeducation öffnete den Deutschen aber auch neue Perspektiven. Studenten wurde ein Aufenthalt in den USA ermöglicht, welche anschliessend in die Bundesrepublik zurückkehrten und dort ihr neu erworbenes Wissen verbreiteten.
2.2 Die Geschichte des Antiamerikanismus in 5 Phasen
1900 - 1917
Vor dem Jahre 1914 waren die wirtschaftlichen Gegensätze wie auch der Interessenskonflikt in Lateinamerika Brennpunkte in den deutsch-amerikanischen Beziehungen. Die Freundschaftsbemühungen aus Deutschland konnten hierzu keinen
Gegenpol bilden. 3 Der im deutschen Reich vorhandene Antiamerikanismus stieg, wenn überhaupt, erst in den Jahren 1914/15 an, was mit der amerikanischen Neutralitätspolitik zusammenhing.
Anfang des 20. Jahrhunderts galten die USA gegenüber Deutschland als wirtschaftlich überlegen. Aus diesem Grunde fühlte sich die Führungsspitze unter Kaiser Wilhelm II. in Deutschland genötigt, der „amerikanischen“ Gefahr zu begegnen. Beide Länder verfolgten eindeutig globale Wirtschaftsinteressen, woraus sich die Konflikte in den deutsch-amerikanischen Beziehungen ergaben. Deutschland war exportabhängig. Die deutschen Marktanteile in den USA konnten nur noch schwer verteidigt werden und die Abhängigkeit von amerikanischen Rohstoffen wie Rohbaumwolle, Kupfer und Petroleum wuchs. Es folgte ein Zollschutz gegen deutsche Landwirtschafts- und Industrieprodukte wie auch die Verbilligung dieser Produkte durch eine Verminderung der Eisenbahntarife und den Ausbau des deutschen Kanalnetzes.
Diese Tatsache ist ein Indiz für den in der Führungsschicht vorherrschenden Antiamerikanismus. Ausserdem sei an dieser Stelle auf die Niederschrift der Gespräche Philip Eulenburgs mit Wilhelm II. vom 25.9.1905 hinzuweisen: „Der Gedanke einer europäischen Koalition gegenüber der gelben Rasse (mehr noch als gegenüber Amerika), ist nach wie vor im Kaiser vorherrschend.
Bülow verfolgt bezüglich der Koalition den gleichen Gedanken - den ich, wie er seit Jahren, allerdings nur gegen Amerika gerichtet, hegte. Hierzu muss der Antagonismus Frankreichs gegen Deutschland überwunden werden; sonst bleibt der Gedanke eine Utopie.“ 4
Diese Aussage von 1905 beweist, dass wohl schon seit Jahren ein antiamerikanisches Ressentiment in der führenden Schicht geherrscht haben muss. Das deutsche Reich erkannte die Monroe-Doktrin nicht an. Man wollte in Lateinamerika Stützpunkte errichten, um seine Wirtschafts- und Handelsinteressen zu verwirklichen. Der Konflikt zwischen den USA und dem deutschen Reich gipfelte sich in der Venezuelakrise zur Jahreswende 1902/03. Deutschland und Grossbritannien, die wichtigsten Gläubiger, stellten der venezuelanischen Regierung ein Ultimatum. Kurze Zeit später errichteten beide Länder eine Seeblockade. Besonders von Deutschland fühlte sich der amerikanische Präsident Theodore Roosevelt brüskiert. Die USA beanspruchten seit der Monroe-Doktrin von 1821 die westliche Hemisphäre für sich. Der Eklat blieb aus. Die USA übernahmen die Vermittlerrolle und sahen die Tilgung der Schulden vor. Im deutschen Amerikabild sah man die
Arbeit zitieren:
Caroline Freund, 2003, Antiamerikanismus in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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