Gliederung
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung. 1
1.2 Forschungsstand 1
1.3 Aufbau 2
2. Geschichtlicher Überblick 2
2.1 Vom Mittelalter bis ’45 - Leipzig als Zentrum des deutschen Buchhandels. 2
2.2 Die Wende: Hoffnungen und Endtäuschungen 3
3. Strategien der 1990er 4
3.1 Potentiale von Unternehmensnetzwerken 4
3.2 Das 10-Punkte Programm. 4
4. Entwicklung bis heute 6
4.1 Das Graphische Viertel. 7
4.2 Die Entstehung eines Medienclusters und der MDR. 7
5. Die institutionellen Bedingungen des Medienstandorts 9
5.1 Bürgerliches Engagement - Der Medienverein Leipzig e.V. 9
5.2 Bildung und Arbeitsmarkt 9
5.3 Inkubatoreinrichtungen - Media City Leipzig und das Business Innovation
Centre Leipzig 10
6. Der Mediencluster in Leipzig heute - Eine Zusammenfassung 11
6.1 Beschäftigungsentwicklung. 12
6.2 Umsätze 12
6.3. Schlussfolgerung 12
7. Problemfelder 13
7.1 Zum Clusteransatz 13
7.1.1 horizontale Clusterdimension 13
7.1.2 Die vertikale Clusterdimension 14
7.2 Schlussfolgerungen. 14
8. Perspektiven 15
Literaturverzeichnis 17
Anhang 18
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
Leipzig ist eine Medienstadt. So liest man es in Zeitungen und Wirtschaftsberichten oder sieht es im Fernsehen. Vor allem von hohen Verantwortlichen der Stadt wird diese besondere Stellung Leipzigs immer wieder hervorgehoben. So schrieb der ehemalige Oberbürgermeister Tiefensee im Magazin „Themen und Frequenzen“:
„Leipzig als Medienstadt kann sich mit Köln, Hamburg, Berlin oder München sicherlich noch nicht messen, muss einen Vergleich zu diesen Metropolen aber auch nicht scheuen. Nach 1989 gelang es in vergleichsweise kurzer Zeit, die Branche zu einer tragenden Säule der lokalen Wirtschaft zu formen.“ 1
Doch was macht eine Stadt zu einer „Medienstadt“? Anders als die historisch gewachsenen Stadtbezeichnungen wie Hansestadt, Hauptstadt, Messestadt oder Universitätsstadt, ist der Begriff der Medienstadt noch recht neu und verdeutlicht vor allem den Wettbewerb verschiedener, miteinander konkurrierender Standorte und wird vielfach zum Stadtmarketing genutzt. Was eine Medienstadt nun ausmacht lässt sich an dieser Stelle nicht beantworten. Dazu fehlt eine allgemein anerkannte Definition. Fest jedoch steht, dass Leipzig als Medienstadt nicht nur propagiert wird, sondern der Mediensektor ein großes Gewicht auf Leipzigs Gesamtwirtschaft ausübt. Das belegen die 5, 8 Prozent mit denen die rund 1700 Unternehmen an der Gesamtwirtschaft Leipzigs beteiligt sind. 2 Gegenstand dieser Arbeit ist die Entstehung eines Medienclusters in Leipzig und die Frage ob der Leipziger Mediensektor sich auch zukünftig als wachstums- und leistungsfähig erweisen kann. Welche Strategien wurden angewendet und welche sollten in der Zukunft angewendet werden?
1.2 Forschungsstand
Wissenschaftliche Arbeiten zur Leipziger Medienwirtschaft gibt es wenige. Am bedeutendsten ist wohl die regelmäßig erscheinende Studie „Medienstandort Leipzig“ von Prof. Dr. Günter Bentele, Medienwissenschaftler
1 Tiefensee, Wolfgang: Zukunft der Medienstadt Leipzig. in: Themen + Frequenzen 2004, S.6
2 Bentele, Günter / Liebert, Tobias / Fechner, Ronny: Medienstandort Leipzig V. Eine Studie zur
Leipziger Medienwirtschaft, Leipzig 2006, S. 71
1
der Universität Leipzig. 3 Die letzte Ausgabe stammt aus dem Jahr 2006. Diese Arbeit bezieht sich unter anderem darauf. Ein weiteres wichtiges Werk ist „Die Entstehung eines Medienclusters in Leipzig: Neue Netzwerke und alte Strukturen“ von Harald Bathelt und Caroline Jentsch. 4 Dieses Werk setzt sich unter Verwendung des Clusteransatzes mit der Leipziger Medienwirtschaft auseinander.
1.3 Aufbau
Diese Arbeit gliedert sich in sieben Abschnitte. Der erste fasst kurz die geschichtliche Entwicklung Leipzigs bis 1990 als Buchstadt zusammen. Im zweiten Abschnitt erläutere ich die Strategien, die nach der Wende in Leipzig erarbeitet wurden, um Leipzig zu einem Medienstandort zu etablieren. Die beiden folgenden Abschnitte beschäftigen sich mit deren Umsetzung und klären die Frage wie das Unternehmensnetzwerk entstanden ist und welche institutionellen Strukturen dafür geschaffen wurden. Anhand einiger ausgewählter Daten beschreibe ich anschließend den wirtschaftlichen Zustand des Mediensektors in Leipzig. Darauf aufbauend, stehen daraufhin die Probleme, die der Mediencluster heute zu bewältigen hat, im Mittelpunkt. Zu diesen will ich abschließend, im letzten Abschnitt, Lösungsansätze bieten.
2. Geschichtlicher Überblick
2.1 Vom Mittelalter bis ’45 - Leipzig als Zentrum des deutschen
Buchhandels
Leipzig war bereits in seiner früheren Geschichte ein sehr bedeutendes Medienzentrum, auch wenn es damals nicht als solches bezeichnet wurde. So galt Leipzig, aufgrund seiner Messe und zahlreichen Buchhändlern, schon im 15. Jahrhundert als bedeutendes Zentrum des Buchhandels. 1485 entstand an der Pleiße die erste ständige Druckerei, der noch viele weitere folgen sollten. 5 1536 wurden bereits 1300 Buchtitel herausgebracht. 6 Diese Bedeutung als „Buchstadt“ konnte sich Leipzig auch in den folgenden Jahrhunderten erhalten.
3 Bentele, Günter / Liebert, Tobias / Fechner, Ronny: Medienstandort Leipzig V. Eine Studie zur
Leipziger Medienwirtschaft, Leipzig 2006.
4 Bathelt, Harald / Jentsch, Caroline: Die Entstehung eines Medienclusters in Leipzig: Neue Netzwerke
und alte Strukturen, in: Gräf, Peter (Hrsg.): Networks and Flows. Münster 2002.
5 Vgl. Baier, Hans: Medienstadt Leipzig. Tradition & Perspektiven, Berlin 1992, S. 85.
6 Vgl. ebd., S 86.
2
1632 wurden mehr als 220 neue Bücher angeboten 7 . Die wichtigsten deutschen Verlage waren in Leipzig ansässig, wie die Verlagsbuchhandlung von Georg Joachim Göschen. Er veröffentlichte bereits 1789/90 die ersten Bände der Gesamtausgabe der Werke Goethes. 8 1825 entstand in Leipzig der „Börsenverein der Deutscher Buchhändler“. 1938 war Leipzig führendes Zentrum im deutschen Verlagswesen mit mehr als 300 Verlagen und 500 branchennahen Unternehmen. 9 Konzentriert war dieser Wirtschaftszweig zu großen Teilen im Graphischen Viertel, einem Stadtteil im Leipziger Osten. Nach dem 2. Weltkrieg und mit der Gründung der DDR, verlor Leipzig seine Bedeutung. Sowohl durch den zweiten Weltkrieg, in dessen Folge alleine der grafischen Industrie einen Schaden des Anlagenbestandes von 75 Prozent entstand 10 , als auch die Teilung Deutschlands in 2 Staaten, führten zu einem drastischen Einbruch des Verlagswesen in Leipzig. Die in der DDR veranlasste stalinistische Wirtschafts- und Kulturpolitik führte dazu, dass viele namhafte Verleger ihre Unternehmen in westdeutsche Städte verlegten. 11 Zwar konnte Leipzig innerhalb der DDR noch immer das Verlagswesen dominieren, doch hatte es seinen Zugang zum westdeutschen Markt fast gänzlich verloren. 1989, dem Jahr des Mauerfalls, existierten nur noch 36 im Verlags- und Buchwesen tätige „Volkseigene Betriebe“. 12
2.2 Die Wende: Hoffnungen und Endtäuschungen
1990 stand das nunmehr in die BRD integrierte Ostdeutschland vor einem Scheideweg. Sollte die ostdeutsche Unternehmensstruktur wettbewerbsfähig gegenüber seinen westdeutschen Konkurrenten bleiben, hätten die Löhne auf ungefähr ein Viertel des westdeutschen Niveaus angepasst werden müssen. In jenem Falle wäre es möglich gewesen die ostdeutschen Unternehmen zu restrukturieren und zu privatisieren. Doch ließ sich dieses Vorgehen nicht mit den gesellschaftlichen Erwartungen im wiedervereinigten Deutschland vereinbaren. Die Forderungen nach gleichen Lebensbedingungen in ganz Deutschland, führten zu einem radikalen Bruch mit der vormals sozialistischen
7 Vgl. ebd., S. 86.
8 Vgl. ebd., S. 88.
9 Vgl. Bathelt / Jentsch: Die Entstehung eines Medienclusters in Leipzig. in: Gräf, Peter (Hrsg.):
Networks and Flows. Münster 2002, S. 40.
10 Vgl. Baier: Medienstadt Leipzig. Berlin 1992, S. 92.
11 Vgl. ebd., S. 93 ff.
12 Vgl. Bathelt / Boggs: continuities, ruptures, and re-bundling of regional development paths? In: Fuchs,
Gerhard / Shapira, Philip (Hrsg.): Rethinking Regional Innovation and Change. New York 2005, S. 161.
3
Wirtschaft. 13 So wurden in Leipzig, wie auch in vielen anderen Regionen Ostdeutschlands, große Teile der Produktionsaktivitäten stillgelegt oder gesenkt. Auch Leipzigs Buchindustrie erlebte Anfang der 1990’er diese massive Deindustrialisierung der Deutschen Wiedervereinigung. 14
3. Strategien der 1990er
3.1 Potentiale von Unternehmensnetzwerken
Zu konzentrierten Ansiedlungen von Unternehmen auf lokaler Ebene, in der Fachliteratur Cluster genannt, gibt es viele Studien. Eine davon besagt, dass die Hälfte des produzierenden Gewerbes sowie einige Dienstleistungen in Deutschland in konzentrierten Branchenhäufungen angesiedelt sind. Sie haben gemeinsam, dass sie im Schnitt jeweils der gleichen Branche angehören, jeweils in der gleichen Region angesiedelt sind und sie ertragreicher als ihre Wettbewerber sind, die nicht aus einer Branchenhochburg kommen. 15 Dies zeigt, dass es für eine Region oder Stadt durchaus attraktiv erscheint und lohnenswert ist, die Bildung eines lokalen Clusters zu fördern und anzustreben.
3.2 Das 10-Punkte Programm
Noch vor der Wiedervereinigung gab es in der DDR bereits die Idee der „Medienstadt Leipzig“, die von Leipziger Bürgern erarbeitet wurde. Sie erkannten früh die Entwicklung zu einer Informationsgesellschaft, auch in der DDR. Dr. Stiehler und Dr. Lindner analysierten im „Börsenblatt“ 1990 treffend: „Was auch in der DDR in den nächsten Jahren geschehen wird, sie wird sich stärker in Richtung einer Informationsgesellschaft entwickeln. [...] spürbar durchdringen technische Informationswelten und Mediensphären die Gesellschaft“ 16
Unter anderem auf der Grundlage dieser Erkenntnis entstand ein 10-Punkte Programm, das vom Rat der Stadt Leipzig, dem Dezernat für Stadtentwicklung und Raumplanung, und dem Förderverein Medienstadt Leipzig e.V. nach der Wiedervereinigung geschaffen wurde. In diesem Programm wurde die
13 Vgl. Miljak, Vedrana / Heidenreich, Martin: The Leipzig Economic Region. 2004 o.O., S. 2.
14 Vgl. Bathelt / Boggs: Continuities, ruptures, and re-bundling of regional development paths. New York
2005, S. 162.
15 Vgl. Schiele Holger: Der Standort-Faktor. Weinheim 2003, S.27.
16 Dr. Stiehler, Hans Jörg / Dr. Lindner, Bernd: Lokal denken - global handeln Medienzentrum Leipzig,
in: Börsenblatt 1990 S. 19
4
Arbeit zitieren:
Martin Hackethal, 2007, Die Entstehung eines Medienclusters in Leipzig, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Aktuelle Bedeutung des Electronic Recruiting im Rahmen der externen Pe...
BWL - Personal und Organisation
Studienarbeit, 34 Seiten
Die Europäische Zentralbank autonom und neutral in ihrem Handeln?
Hausarbeit, 18 Seiten
Von Marshall zu Porter: Cluster und regionale Wettbewerbsfähigkeit
Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie
Seminararbeit, 16 Seiten
The analysis of scientific disciplines and their development using a S...
Collaborative Innovation Netwo...
Informationswissenschaften, Informationsmanagement
Essay, 22 Seiten
ISO/IEC 13250 Topic Maps - Neue Wege des Wissensmanagements
Ingenieurwissenschaften - Wirtschaftsingenieurwesen
Studienarbeit, 74 Seiten
Stellenmärkte im Internet: Bedrohung für Tageszeitungen?
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
Magisterarbeit, 135 Seiten
Multivariate Analysemethoden. Faktoren-, Clusteranalyse und multidimen...
Medien / Kommunikation - Methoden und Forschungslogik
Hausarbeit (Hauptseminar), 41 Seiten
Optimierung der Bewerberauswahl durch den Einsatz von Online-Recruitin...
BWL - Personal und Organisation
Projektarbeit, 20 Seiten
Die bayerische Cluster-Offensive - Eine kritische Reflexion
Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie
Seminararbeit, 26 Seiten
E-Recruiting: Grundlagen, Instrumente und Prozesse
BWL - Personal und Organisation
Studienarbeit, 29 Seiten
High-Tech Cluster in Nordamerika
Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie
Hausarbeit, 20 Seiten
E-Recruiting – Effizienzverbesserung durch den Einsatz virtueller Job-...
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
Magisterarbeit, 139 Seiten
Sanierung und Revitalisierung von Bergbaufolgelandschaften im Südraum ...
Geowissenschaften / Geographie - Regionalgeographie
Examensarbeit, 130 Seiten
Visualization of Hierarchical Clustering: Graph Types and Software Too...
Hausarbeit (Hauptseminar), 17 Seiten
Personalrecruiting im Internet
Vorteile und Nachteile aus Sic...
BWL - Personal und Organisation
Hausarbeit, 15 Seiten
Einsatz von XML Topic Maps im Wissensmanagement - Definition und Visua...
Informationswissenschaften, Informationsmanagement
Seminararbeit, 23 Seiten
Martin Hackethal's Text Die Entstehung eines Medienclusters in Leipzig ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Martin Hackethal hat den Text Die Entstehung eines Medienclusters in Leipzig veröffentlicht
Martin Hackethal hat einen neuen Text hochgeladen
Netzwerke, Cluster, Allianzen - Wo bleiben die Forscher?
Über die Vielfalt der Forschun...
Gerhart von Graevenitz, Jürgen Mittelstraß
Advanced Environments, Tools, and Applications for Cluster Computing
NATO Advanced Research Worksho...
Dan Grigoras, Alex Nicolau, Bernard Toursel, Bertil Folliot
Multiobjective Genetic Algorithms for Clustering
Applications in Data Mining an...
Ujjwal Maulik, Sanghamitra Bandyopadhyay, Anirban Mukhopadhyay
DAS DEUTERONOMIUM ENTSTEHUNG G
N Lohfink
Die Entstehung einer Weltreligion I
Von der koranischen Bewegung z...
Markus Groß, Karl-Heinz Ohlig
Schönes Leipzig. Eine Bildreise. Beautiful Leipzig
Beautiful Leipzig
Tom Krausz, Matthias Sachsenweger
Architektur und Städtebau in L...
Engelbert Lütke-Daldrup, Philipp Meuser, Daniela Pogade
0 Kommentare