Inhaltsverzeichnis
Einf ührung. 3
1. Die Revolution 1848/1849 4
1.1 Die Revolution in Italien 4
1.2 Der Aufstand in Venedig. 4
1.3 Le cinque giornate di Milano. 4
1.4 Der Kampf um die Freiheit. 5
1.5 Die Republik Rom 5
1.6 Die Aufstände in der Toskana und in Süditalien. 7
1.7 Das Ende der Republik Venedig 7
2.1 Die Staaten mit absoluter Monarchie 8
2.2 Das konstitutionelle Piemont. 8
2.3 Die Vorbereitungen des Befreiungskrieges 9
2.4 Die Annexion von Mittelitalien. 10
3 Der Zug der Tausend und die Gründung des Königreiches Italien 1860-61 12
3.1 Die Lage Neapels. 12
3.2 Garibaldis erster Zug durch Sizilien und Neapel. 12
3.3 Die Annexion Umbriens, der Marken und die Angliederung Neapels und Siziliens. 12
4 Die römische Frage 14
5 Der preußisch-italienische Krieg gegen Österreich 1866. 15
5.1 Überschreitung des Mincio. 15
5.2 Ergebnisse und Folgen. 16
6 Rom wird Hauptstadt des geeinigten Königreiches Italien 17
7 Schlusswort 18
8 Literaturverzeichnis. 19
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Einführung
Prof. Dr. Michael Seidmayer schreibt in seinem im Stuttgarter Alfred Körner Verlag erschienenen Buch über die Geschichte Italiens sinngemäß: Nachdem das Römische Reich zerfallen war, erlebte das italienische Volk zwei Höhepunkte seiner historischen Entwicklung, zum einen die Renaissance des 15. und zum anderen das Risorgimento des 19. Jahrhunderts. Diese beiden Zeitalter wirken wie ein charaktervolles Bekenntnis für die ganze italienische Geschichtsschreibung Diese beiden Zeitalter sind Leitsterne für die italienische Geschichtsschreibung. Rinascimento (Wiedergeburt) und Risorgimento (Wiedererstehen); beide Wortbedeutungen drücken den Willen aus, an etwas Vergangenes anzuknüpfen und es zu neuem Leben zu erwecken.
In dieser Blickrückwendung kommt eine gewisse Unzufriedenheit des Italieners mit dem Verlauf seiner Geschichte zum Ausdruck. Die Renaissance übersprang ein Jahrtausend, um den Anschluss an jene Zeit zu finden, die ihr vorbildhaft erscheinen konnte, das Risorgimento fast eineinhalb Jahrtausende. Ähnlich hat sich auch das faschistische Italien in solchen Gedankenkreisen bewegt: ihm stand das Reich der Antike als nachzuahmendes Ideal vor Augen. Und an keinem Ort konnte diese Betrachtung einer Zeit, die als Vorbild des volksbewussten Daseins erscheint, so sehr Gegenwartsantrieb und neu gestaltende Tragweite werden wie beim Volk der Apenninenhalbinsel.
Auf diese Weise ist der Wunsch nach Einigung nachvollziehbar. Dieser Wunsch obliegt in der politischen Entfaltung des Landes. Der festen Einheit und der gebietenden Machtentfaltung zur Zeit der Römerherrschaft - sei es in der republikanischen Ära oder in der Kaiserzeitfolgte die lange Zeit des politischen Zerfalls: staatliche Zersplitterung und Fremdherrschaft. Sie sind ein charakteristisches Zeichen der äußeren Geschichte Italiens bis zum 19. Jahrhundert.“
Und wie sich Italien vom einen fremd beherrschten Gebiet zu einem Nationalstaat gewandelt hat, darüber möchte ich in der vorliegenden Arbeit Auskunft geben.
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1. Die Revolution 1848/1849
1.1 Die Revolution in Italien
Einige Fürsten der italienischen Halbinsel führten Neuordnungen und Grundgesetze ein. Im Lombardo-Venezianischen Königreich verharrte Österreich beim Absolutismus, Metternich ließ gewissermaßen die Zügel noch straffer anziehen. Das Volk, das der österreichischen Befehlsgewalt anfangs keinesfalls abgeneigt war, weil die Administration gut war und den Anliegen entgegenkam und sich demzufolge das Besitztum hob, begann der Regierung zu misstrauen. Mit dem Wohlstand vermehrte sich auch die Forderung nach größerer politischer Selbstständigkeit und nationaler Freiheit.
Das Beispiel Pius’ IX. und die neuwelfische Agitation erweckten auch in den Lombarden und Venezianern das Verlangen nach Reformen und einer neuen Staatsordnung. Die ziemlich abweisende Haltung der Wiener Obrigkeit steigerte die Missstimmung. Alles Italienische wurde betont bejubelt; alles Österreichische wurde verachtet. Die Erbitterung stieg. Die Polizei griff energisch durch. So kam es bisweilen zu heftigen und blutigen Zusammenstößen. In der Folge sammelte man Waffen und Geld, um für den Kriegsfall bestens gerüstet zu sein.
1.2 Der Aufstand in Venedig
Als der Sturz Metternichs in Venedig bekannt wurde, forderten die Venezianer stürmisch die Befreiung der eingesperrten Führer der patriotischen Bewegung. Nachdem sie sich des Zeughauses bemächtigt und sich gerüstet hatten, zwangen sie den nachgiebigen Befehlshaber der Besatzung zum Verlassen der Stadt. Venedig wurde zur Republik ausgerufen und Manin ihr Präsident.
1.3 Le cinque giornate di Milano
Auf die Nachricht von dem Aufstand in Wien und Metternichs Sturz 1 wurden auch die Bewohner von Mailand unruhig. Eine Delegation unter der Führung des Gemeindevorstehers Casati begab sich zum Statthalter, um einige Forderungen, darunter die Einsetzung der Bürgerwehr, vorzutragen. In der Zwischenzeit versammelte sich das Volk auf dem Rathausplatz. Später wurde das Rathaus gestürmt und der Gouverneur musste die Forderung bewilligen. Auf diese Botschaft rückte der kommandierende General Radetzky 2 mit seinen Truppen an und besetzte das Rathaus. Nun brach der Aufstand aus; überall wurden Hindernisse angefer-
1 Vgl. Seidlmayer, Michael: Geschichte Italiens vom Zusammenbruch des Römischen Reiches bis zum ersten Weltkrieg, Stuttgart, 1962, S. 397.
2 Im Jahre 1766 im böhmischen Trebnitz geboren, hatte er sich in den Kämpfen der Revolutionszeit und als Generalstabschef der Hauptarmee in dem großen Freiheitskriege gegen Napoleon hervorgetan. Von 1831 bis 1857 war er kommandierender General im Lombardo-Venezianischen Königreich. Er starb 1858 in Mailand.
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tigt, Waffen verteilt und die Soldaten allseitig bedrängt. Schließlich sah sich Radetzky veranlasst, um einen Waffenstillstand nachzusuchen. Allein der neu gebildete Kriegsrat, dessen Seele der Republikaner Cattaneo war, lehnte ab und der Kampf ging weiter. Binnen weniger Tage waren die Österreicher aus den Quartieren und Stützpunkten verdrängt, so dass Radetzky mit seinen Truppen die Stadt verließ. Die Unabhängigkeit war erlangt, die italienische Tri-kolore flatterte vom Mailänder Dom.
Dem Beispiel der lombardischen Hauptstadt waren auch andere Städte gefolgt und hatten die österreichischen Besatzungen verjagt. Diese zogen sich nach dem Festungsviereck Mantua-Verona-Legnago-Peschiera zurück.
1.4 Der Kampf um die Freiheit
Die Erhebungen in Venedig und Mailand lösten in allen Teilen der Halbinsel großen Jubel aus und überall meldeten sich Freiwillige. Vor allem aber forderten die Liberalen in Turin und in der Lombardei König Karl Albert von Sardinien auf, sich an die Spitze des Aufstands zu stellen und Österreich zu vertreiben. In Piemont war die Stimmung kriegerisch und es waren geheime Rüstungen vorgenommen worden.
Für Karl Albert bot sich die Gelegenheit, den Brüdern in Oberitalien der Befreier und Retter zu werden und sich die lang ersehnte Lombardei zu erwerben. In einem feurigen Aufruf kündete er den Lombarden und Venezianern die Hilfe an, die „der Bruder dem Bruder, der Freund dem Freunde bringt“, und er überschritt mit einem starken Heer unter dem gemeinsamen Banner der Trikolore 3 den Tessin. Die nationale Bewegung richtete sich zunächst gegen die österreichische Fremdherrschaft. Die Deutschen zu vertreiben war das gemeinsame Ziel. Daher beteiligten sich auf den lombardischen Schlachtfeldern zum ersten Mal in brüderlicher Weise Männer aus allen Staaten Italiens.
1.5 Die Republik Rom
Seitdem Pius IX. seine Truppen zurückberufen hatte, gestaltete sich seine Lage immer schwieriger. Von den Radikalen heftig angegriffen, berief er einen Liberalen zum Leiter der Regierung. Als dieser wegen seiner Strenge durch Mörderhand fiel, bemächtigten sich die unruhigen Elemente der Stadtregierung, zogen mit großen Volksmassen vor den Quirinal und zwangen unter Drohungen den Papst zur Ernennung eines radikalen Ministeriums. Da die Gewalttaten fortgesetzt wurden, floh er nach Gaeta 4 . Nun sprachen die Demokraten dem Papst die weltliche Macht ab, riefen die Republik aus und übertrugen die Gewalt einem Triumvirat,
3 Bisher war Blau die Farbe des Piemonts.
4 Vgl. Seidlmayer, Geschichte Italiens, S. 401
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dem auch Mazzini angehörte. Fieberhaft arbeitete dieser daran, das übrige Italien für das republikanische Einheitsideal zu gewinnen. Die republikanische Partei erhielt seit der Niederlage von Novara bedeutenden Auftrieb, da von allen Seiten republikanisch gesinnte Flüchtlinge nach Rom eilten. Auch Garibaldi, ein Freund Mazzinis, hatte sich sofort nach Rom begeben, um im Verein mit Mazzini das republikanische Ideal zu verwirklichen. Indessen hatte sich Papst Pius IX. an die katholische Mächte Österreich, Frankreich, Spanien und Neapel um Hilfe gewandt. Um Österreichs Einfluss in Italien nicht zu mächtig werden zu lassen und sich die französischen Katholiken für seine politischen Absichten günstig zu stimmen, schickte der Präsident Frankreichs, Louis Bonaparte, ein kleines Heer nach Italien. Gleichzeitig rückten auch Österreicher, Spanier und Neapolitaner gegen die Stadt vor; aber die Stadt leistete energischen Widerstand.
Die Seele des Widerstandes war Giuseppe Garibaldi. 1807 in Nizza geboren, trat er in die sardische Marine ein und wurde einer der ersten Anhänger der Giovine Italia 5 Wegen der Teilnahme an dem mazzinischen Putsch 1834 musste er fliehen und begab sich nach Amerika, wo er sich an den Freiheitskämpfen der südamerikanischen Republiken beteiligte. In diesen Kämpfen zeichnete er sich durch sein kühnes, aber auch geschicktes Draufgängertum aus. Als 1848 die Revolution ausbrach, war er sofort nach Italien aufgebrochen, wo er im Dienste der Lombardei eine Freiwilligenschar bildete; auch nach Abschluss des Waffenstillstandes kämpfte er in der Gegend des Lago Maggiore weiter, bis er, von den Österreichern bedrängt, auf Schweizer Gebiet übertrat. Auf die Kunde von der Ausrufung der Republik Rom eilte er sofort in die Ewige Stadt.
Franzosen, Österreicher, Spanier und Neapolitaner rückten gegen Rom vor. Als sich der französische General Oudinot der Stadt am Tiber näherte, warf ihn Garibaldi in einem wütenden Angriff zurück. Das gleiche Los ereilte den König von Neapel. Indessen waren neue französische Truppen in Civitavecchia gelandet und der Angriff auf Rom wurde erneuert. Trotz heldenhafter Tapferkeit mussten die Besatzer die Stadt räumen, und so rückten die Franzosen in die Stadt ein. Garibaldi verließ sie, um seine Freischaren nach Venedig zu führen. Von den Österreichern verfolgt, kam er zuerst nach San Marino, wo er den Hauptteil seiner Leute verließ. Nur mit wenigen Getreuen wollte er Venedig erreichen. Aber feindliche Schiffe zwangen
5 Siehe Seidlmayer, Geschichte Italiens, S. 381 ... zu Giovine Italia (Jungitalien): Seidlmayer schreibt: „'Das Junge Italien ist die Verbrüderung aller Italiener'“, so heißt es im Programm, 'die an ein Gesetz des Fortschrittes und der Pflicht glauben, die überzeugt sind, daß Italien berufen ist, eine Nation zu sein, die sich mit eigenen Kräften als solche konstituieren kann... Das junge Italien ist republikanisch und unitaristisch: republikanisch, weil alle Menschen einer Nation durch das Gesetz Gottes und der Menschheit berufen sind, frei, gleich und brüderlich zu sein, und weil die republikanische Institution die einzige ist, die eine solche sicherstellt; und unitaristisch, weil es ohne Einheit keine Kraft gibt, und das von geschlossenen, mächtigen und eigensüchtigen Nationen umgebene Italien es vor allem notwendig hat, stark zu sein.'“
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Arbeit zitieren:
Andreas Raffeiner, 2008, Italiens Kampf um Freiheit und Einheit, München, GRIN Verlag GmbH
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