Inhaltsverzeichnis
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I. Einleitung. 3
II. Die Gattungsfrage. 3
III. Deutungsaspekte des Schattenmotivs. 5
1. Biographische Deutung.
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2. Geistesgeschichtliche Deutung.
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3. Historisch-soziologische Deutung.
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4. Psychologische Deutung.
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5. These der Undeutbarkeit.
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6. Fazit. 10
IV. Wirkungsgeschichte. 11
Literaturverzeichnis. 13
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I. Einleitung
Generationen von Lesern haben versucht sich einen Reim auf die Bedeutung des Schattens in Chamissos „Peter Schlemihl“ zu machen: „Was soll, was alles kann der Verlust des Schattens bedeuten? Hat er überhaupt etwas zu bedeuten?“ 1
Die vorliegende Hausarbeit liefert keine Antwort auf diese Frage, sondern gibt - nach einer kurzen Auseinandersetzung mit der ebenfalls umstrittenen Frage der Gattungseinordnung (Kapitel II) - in ihrem Hauptteil einen einführenden Überblick über die wichtigsten Deutungsansätze (Kapitel III) des Schattenmotivs im „Peter Schlemihl“. Die in gebotener Kürze behandelten Zugänge zu Chamissos Werk skizzieren die Interpretationsergebnisse der wichtigsten Vertreter der jeweiligen Richtung und zeichnen somit ein Bild der lebhaften kritischen Auseinadersetzung mit dem Buch. Im abschließenden Teil gehe ich auf die Wirkungsgeschichte des „Peter Schlemihl“ ein (Kapitel IV), um die hohe Bedeutung des Werkes für die Literaturwissenschaft und -geschichte zu unterstreichen.
II. Die Gattungsfrage
Die Ansichten der „Schlemihl“-Interpreten gehen bereits bei der Frage der Gattungsbestimmung auseinander.
Chamisso selbst glaubte eine Art Märchen geschrieben zu haben 2 , aber schon die autobiographische Form hebt sein Werk deutlich von den Kunstmärchen der Romantik ab. Trotzdem verwendete noch Ulrich Baumgartner in seiner 1944 erschienenen Analyse des „Peter Schlemihl“ wie selbstverständlich die Gattungsbezeichnung „Märchen“ 3 . Diese Einordnung stützt sich vorrangig auf die zahlreichen Märchenmotive, die sich in Chamissos Werk wiederfinden und einen zentralen Teil der Handlung einnehmen 4 , blendet allerdings den bürgerlich-realistischen Erzählstil Chamissos aus, der unter anderem die
1 Betz 2003, S. 122.
2 Vgl. Freund 1980, S. 50.
3 Vgl. Baumgartner 1944, S. 118.
4 Fortunatis Glückssäckel, Tarnkappe, Siebenmeilenstiefel,...
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realitätsnahe Darstellung des Hamburger 5 Großbürgertums zu Beginn der Handlung ermöglicht.
Chamisso selbst hat neben der Gattungsbezeichnung „Märchen“ auch die Bezeichnungen „Fabel“ und „Novelle“ verwendet 6 , woraus Jürgen Schwann in seiner Werkbetrachtung Chamissos von 1984 folgert:
„Aus der intensiven Inanspruchnahme des Gattungsspektrums folgt weder, daß man Chamissos Äußerungen in dieser Frage zu ignorieren, noch sie stiefmütterlich zu behandeln hätte. Einen Autor des frühen 19. Jahrhunderts, zumal einen, der die Ambitionen seiner literarischen Zeitgenossen in Hinsicht auf Vermischung der Gattungen zumindest temporär teilte, an heutigen Gattungsdefinitionen messen zu 7 wollen, wäre unangebracht.“
Die Frage der Gattungszuordnung kann demnach also nicht mit Aussagen des Autors, sondern nur durch eine eigene Betrachtung beantwortet werden. Besonders auffällig ist in dieser Hinsicht der bürgerlich-realistische Stil der Erzählung, „die Darstellung des Phantastischen, als ob es das Natürlichste von der Welt wäre“ 8 . Winfried Freund kommt bei seinen Überlegungen zur Gattungszuordnung des „Peter Schlemihl“ zu folgender Einsicht:
„Alle bisher versuchten Bezeichnungen gehen von der Existenz des Wunderbaren im Text aus, das man in der Regel als konstitutiv ansieht. Zugleich läßt sich aber ein deutlicher Realitätsbezug nicht leugnen, wie er etwa in dem Spiel mit den unterschiedlichen modalen Ebenen zum Ausdruck kommt. Begriffe wie phantastische Novelle oder auch Märchennovelle tragen diesem Umstand Rechnung, während das Märchen als Gattungsbezeichnung wohl schon deshalb nicht in Frage kommt, weil die ‚wundersame Geschichte’ keine homogen wunderbare Welt gestaltet. Fühlbar spielt die reale Welt jeweils hinein, ja man könnte eher umgekehrt zu der Ansicht gelangen, daß die reale Welt dominiert und nur manchmal von 9 irrealen Momenten durchsetzt erscheint.“
Freund greift an der zitierten Stelle den von Thomas Mann geprägten Gattungsbegriff der „phantastischen Novelle“ auf, der die Dialektik zwischen realitätsnaher Zustandsbeschreibung der bürgerlichen Welt und den phantastischen Geschehnissen um Peter Schlemihl aufzeigt. Die Bezeichnung „Märchennovelle“ geht auf Benno von Wiese zurück und zielt in dieselbe Richtung.
5 Das im ersten Kapitel des „Peter Schlemihl“ erwähnte „Nordertor“ weißt auf Hamburg als Schauplatz hin.
6 Vgl. Schwann 1984, S. XIII. 7 Schwann 1984, S. XIII.
8 Jens 1989, S. 864. 9 Freund 1980, S.50.
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Arbeit zitieren:
Christian Horn, 2004, Adelbert von Chamisso: Peter Schlemihls wundersame Geschichte, München, GRIN Verlag GmbH
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Zu: Patrick Süskind - "Die Taube"
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