Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Die Situation in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg 3
3. Die Europaidee im historischen Kontext bis 1945 4
4. Motive für die Gründung der EGKS. 5
4.1 Motive aus französischer Perspektive 5
4.2 Motive aus deutscher Perspektive. 7
5. Resümee. 8
Literaturverzeichnis 9
1. Einleitung
Die Europäische Gemeinschaft zählt heute 27 Mitgliedsstaaten. Zwischen ihnen ist der freie Verkehr von Personen, Wahren, Dienstleistungen und Kapital gewährleistet (Classen 2006: XXI). Die Gemeinschaft ist dabei entschlossen, Frieden und Freiheit zu wahren (ebd.: 39). Einige Staaten in der Union verfügen bereits sogar über eine einheitliche Währung, den Euro. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges lagen diese Ziele noch in weiter Ferne. Zwar gab es schon bald Überlegungen über eine „Western Union“ und über ein einheitliches Zahlungsmittel (Rasch 2007: 71), bis zur Einführung des Euros 1999 sollten jedoch noch über fünfzig Jahre vergehen. Doch schon im Jahr 1951 konnte mit der Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl ein Grundstein für die Europäische Integration gelegt werden. Ziel dieser Arbeit ist es, der Frage nachzugehen, welche Motive und Notwendigkeiten im Jahr 1951 dazu führten, dass sich sechs Staaten Europas in der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), auch Montanunion genannt, zusammenschlossen. Dazu soll nicht nur die Situation im Europa der Nachkriegszeit dargestellt, sondern auch der Europaidee im historischen Kontext kurz wiedergegeben werden. Für die Nachkriegsbetrachtung wird im Rahmen dieser Arbeit dabei vor allem auf Frankreich und die westdeutschen Besatzungszonen eingegangen. Zum Komplex der Europäischen Integration und zur Entstehung der Montanunion im Besonderen gibt es eine Vielzahl an regulärem Schrifttum. Neben Reden wichtiger Persönlichkeiten aus der Nachkriegszeit sind die Themen im Laufe der europäischen Einigung immer wieder aufgegriffen und analysiert wurden. Auch gegenwärtig erscheint noch Literatur zur Gründung der Montanunion, in der versucht wird, die Geschichte mit neusten Erkenntnissen und aus einem anderen Blickwinkel heraus neu aufzuarbeiten.
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2. Die Situation in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg
Bereits auf der Konferenz von Teheran 1943 zeichnete es sich ab, dass unter den Alliierten keine Einigkeit darüber bestehen würde, wie Europa nach dem Kriegsende zu gestalten sei. Als die Sowjetunion 1945 begann, in Polen, Rumänien und Bulgarien kommunistische Regierungen einzusetzen, war klar, dass es eine echte europäische Einigung mit Osteuropa nicht geben würde. Mit der Ablehnung des Marshall-Plans durch Stalin wurde diese Entwicklung zusätzlich bekräftigt (Schmale 2001: 127-131). Durch die Zündung der ersten Atombombe der Sowjetunion 1949 und den damit beginnenden Rüstungswettlauf, bei dem Deutschland zwischen die Fronten der zwei neuen Supermächte USA und UdSSR geriet, wurde die Teilung Europas vorerst endgültig zementiert (Rasch 2007: 15).
Frankreich war nach dem Krieg wirtschaftlich auf den Stand von 1929 zurückgefallen und kämpfte zudem mit einer politischen Instabilität. Hoch verschuldet war das Land auf enorme finanzielle Unterstützung aus den USA angewiesen und machte sich dadurch abhängig. Eine hohe Inflation und aufgebrauchte Reserven bereiteten Schwierigkeiten bei der Finanzierung von Importen. Die politische Führung beabsichtigte, das Land und die Wirtschaft rasch wieder aufzubauen und zu modernisieren. Um die Schwerindustrie jedoch wieder in Gang zu bringen, war Frankreich auf die Kohle aus dem westdeutschen Ruhrgebiet angewiesen (Bayer 2002: 19-23).
Deutschland war nach dem Krieg in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Die Franzosen nahmen dabei unter den Besatzern die deutschlandfeindlichste Stellung ein (Gillingham 1987: 1). Westdeutschland wurde durch die USA, Großbritannien und Frankreich wie ein Protektorat verwaltet, die Siegermächte übten großen Einfluss auf das Land aus. Bestehende industrielle Infrastruktur wurde abgebaut und das Ziel verfolgt, die besiegte Nation zu demilitarisieren. Die erste westdeutsche Regierung war noch ganz ohne außenpolitischen und nur mit geringem innenpolitischen Einfluss ausgestattet (Rasch 2007: 17).
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Arbeit zitieren:
Philipp Stroehle, 2008, Die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl, München, GRIN Verlag GmbH
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